Angewandte Hygiene Und Infektionslehre at Fachhochschule Campus Wien | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Angewandte Hygiene und Infektionslehre an der Fachhochschule Campus Wien

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TESTE DEIN WISSEN

Was wissen Sie über das Poliovirus?

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TESTE DEIN WISSEN

Erkrankung: Poliomyelitis, Erreger: Polioviren Typ 1, 2, 3 (Enteroviren, RNA, grampositiv); das Virus ist gegen Hitze und Austrocknung sehr empfindlich. Übertragung: Tröpfchen und Schmierinfektion

Verlauf: erste Ansiedlung und Vermehrung der Keime im Nasen-Rachenraum (1. Phase) und anschließende Virämie mit Erreichung des ZNS und der Meningen (2. Phase). Wegen dieses zweiphasigen Verlaufes kommt es zu einer typischen zweizipfligen Fieberkurve. 

Man unterscheidet vier Verlaufsformen:

Inapparenter Verlauf – ca. 90%

Abortiver Verlauf ca. 8%

Meningitischer Verlauf ca. 2%

Paralytischer Verlauf ca. 1%

Virusausscheidung: Mehrere Wochen nach der Infektion 

Prophylaxe: aktive Impfung: Schluckimpfung oder Injektion 

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Was wissen Sie über das FSME – Virus?

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Frühsommermeningoenzephalitis – FSME 

Infektion: Zeckenbiss und selten durch nicht pasteurisierte Milch. Die Erkrankung tritt vor allem in den Montaten April bis Oktober auf. 

Erkrankungshäufikeit: 0,1% der Zecken sind infiziert, ca 10% der infizierten Menschen erkranken an FSME

Verlauf: typischerweise zweiphasig, wobei oft nur die erste Phase der Erkrankung durchlaufen wird. 

  1. Phase: unspezifisches fieberhaftes Bild für die Dauer von ca. 1 Woche; bei Übergang in die zweite Phase anschließend freies Intervall von einigen Tagen 
  2. Phase: Meningoenzephalitis mit schlaffen Lähmungen, Bulbärparalyse; in ca. 1% Exitus letalis, in ca. 10% bleiben Residuen wie Konzentrationsschwäche, Merkfähigkeitsstörungen u.ä. zurück. 

Therapie: Hyperimmunglobulin Prophylaxe: Immunisierung (aktive Impfung: viel billiger als Hyperimmunoglobin)

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Was wissen Sie überm das Masern Virus?


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TESTE DEIN WISSEN

Masernvirus – Infektion: Tröpfcheninfektion, Verlauf: katarrhalische Erkrankung der oberen Luftwege mit Husten, Rhinitis, Konjunktivitis, Fieber, ein hinter der Ohren beginnendes und sich in weiterer Folge über den gesamten Körper ausbreitendes Exanthen; typisch sind die sog. Koplikschen Flecken. Komplikationen: Enzephalitis, Pneumonie, Immunität: lebenslang, Prophylaxe: Impfung (aktiv)

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Mumps Virus

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Übertragung: Tröpfcheninfektion, Verlauf: in ca. 50% inapparent; anfänglich Fieber mit darauffolgender ein- und späterer beidseitiger Parotisschwellung. Komplikationen: bei Kindern meist gefahrlos; Orchitis, Pankreatitis, Mastitis, Thyreoiditis, Oophoritis und Meningitis. Immunität: lebenslang, Prophylaxe: Impfung 

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Was wissen Sie über Hepatitis A/B/C/D/E?

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Hepatitis A:
 Erreger: HAV, ein einfach aufgebautes Virus
 Übertragung: fäkal-oral, selten bei Transfusionen
 IKZ: 15-50d
 Verlauf: in ca. 90% verläuft die Infektion inapparent, Appetitlosigkeit, Fieber, Unwohlsein, Muskel- und Gelenksschmerzen, Ikterus
 Diagnose: AK-Nachweis: eine floride Entzündung nur bei IgM-Nachweis bewiesen, alleiniger IgG-Nachweis spricht für eine frühere Erkrankung
 Ausscheidung: Der Höhepunkt der Ausscheidung liegt noch vor der Erstmanifestation der Erkrankung.
 Therapie: symptomatisch, Vermeidung hepatotoxischer Substanzen
 Immunität: lebenslang
 Prophylaxe: vor Reisen in gefährdete Länder Schutzimpfung möglich
 Hygienehinweise: Vorsichtsmaßnahmen bei infektiösem Stuhl bis 7 Tage nach Ikterusbeginn

Hepatitis B:
 Erreger: HBV, ein kompliziert aufgebautes Virus, dessen einzelne Teile als Antigene wirken. Jedes AG kann serologisch nachgewiesen werden. Mit ihrer Hilfe und mit den gegen sie gebildeten AK lässt sich der Krankheitsverlauf beobachten.
 Die verschiedenen AG sind:

  • HBc-AG (Core=Kern)
  • HBs-AG (surface=Oberfläche)
  • HBe-AG (envelope=Hülle)
  • Dane-Partikel (entspricht dem gesamten Virus)

Das Virus ist sehr Hitzeresistent

Übertragung: parenteral; Blut, Plasma, Serum, Speichel und Sekrete
 IKZ: 1-6 Monate
 Verlauf: die Erkrankung beginnt wie Hepatitis A, der Ikterus dauert ca. 1 Monat
 -Phase 1: Prodromalstadium (4-12 Wochen): schleichender Beginn mit unspezifischen Krankheitssymptomen wie Fieber sowie beginnender Leberschwellung
 -Phase 2: akute Infektion (2-12 Wochen): Fieber, Leberschwellung, Ikterus – Infektiös
 -Phase 3: postakute Infektion (2-16 Wochen) – möglicherweise infektiös
 -Phase 4: Postinfektionsphase (Monate bis Jahre) – immun (bei chronischen Formen infektiös)

Der Verlauf der Erkrankung lässt sich mithilfe der AG und der gegen sie gebildeten AK im Serum verfolgen.

  • 2 Wochen vor Ikterus: HBs-AG und HBe-AG
  • Beginn des Ikterus: HBc-AK (IgM)
  • Regeneration: entsprechende AK ersetzen die jeweiligen AG

Durch diese zeitliche Abfolge der AG und AK ist es möglich, die Infektion des Blutes bzw. die Aktivität der Erkrankung serologisch nachzuweisen sowie eine drohende Chronifizierung zu erkennen.

Infektiös sind Patienten mit HBs-AG im Serum.

Sind nur mehr AK der IgG-Klasse im Serum nachweisbar und keine der IgM-Klasse, so spricht das für die überstandene Hepatitis.

In ca. 10 % der Fälle verlängert sich der Krankheitsverlauf auf über 6 Monate, sodass von einem chronischen Verlauf gesprochen wird.

chronisch-persistierende Form
 chronisch-aggressive Form

Während die erstere einen milden Verlauf nimmt, ist die aggressive Form durch einen progredienten Verlauf und häufigen Übergang (50%) in eine Leberzirrhose gekennzeichnet. Von diesen Patienten mit Leberzirrhose entwickeln ca. 15% ein hepatozelluläres Karzinom.
 An dieser Stelle müssen auch die so genannten Carrier erwähnt werden, die Virusträger sind, aber keine Zeichen einer Hepatitis zeigen.
 Therapie: Bettruhe, Vermeidung hepatotoxischer Substanzen
 Immunität: lebenslang
 Prophylaxe: aktive und passive Immunisierung, Hygiene
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei Infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

Hepatitis C: 
 Erreger: HCV
 IKZ: 30-60d
 Verlauf: nimmt in einem hohen Proentsatz einen chronischen Verlauf
 Problem: derzeit keine Impfung
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei Infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

Hepatitis D:
 Erreger: defektes RNA-Virus, das zur Reduplikation HBs-AG als Hülle benötigt
 IKZ: ähnlich wie Hepatitis B
 Verlauf: Die Infektion führ bei primär asymptomatischen HBV-Trägern zu einem akuten hepatitischen Schub bzw. zu einer Aggravierung einer HBs-AG-positiven Lebererkrankung
 Häufigkeit: in südlicheren Regionen
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei Infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

Hepatitis E:
 Vorkommen: nur in Indien, Afrika und Südamerika
 Übertragung: Oral
 Verlauf: wie Hepatitis A, es gibt jedoch perakute Verlaufsformen bei Schwangeren (dann 20% letal)
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei infektiösem Stuhl

Hepatitis G:
 Ein in jüngerer Zeit gefundenes Virus der Gruppe der Flaviviridae welches parententeral übertragen wird und akute und chronische Hepatitiden verursache kann, aber auch bei klinisch unauffälligen Personen nachgewiesen werden kann.

Hepatitis Non A non B
 Erreger: unbekannt, Pool von Erkrankungsformen mit noch unentdeckten Erregern
 Diagnose: durch Ausschluss einer anderen Hepatitisart
 Infektion: häufige Hepatitisform nach Transfusionen
 IKZ: 1-5 Monate
 Verlauf und Therapie: wie bei Hepatitis B
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

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Was wissen Sie über Röteln?

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Infektion: Tröpfcheninfektion, diaplazentar. Verlauf: Fieber, Konjunktivitis, Rachenkatarrh, Exanthem, Lymphknotenschwellung im Hals- und Nackengebiet; bei graviden Frauen Röteln-embryopathie, wobei die Folgen vom Schwangerschaftsfortschritt abhängen: 

  1. Trimenon: Abortus oder schwere Schädigung der Frucht 
  2. Trimenon: keine Missbildungen, Knochenwachstumsstörung, Organschädigung, Frühgeburten
  3. Trimenon: keine Schädigung des Fetus 

Prophylaxe: aktive Impfung 

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Was wissen Sie über HIV?

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Viren: HIV-1, HIV-2, HIV-3. Erkrankung: AIDS. Übertragung: heterosexueller Kontakt, homosexueller Kontakt, Blut, kontaminierte Spritzen, pränatal 

Verlauf: 

  1. Stadium: akute HIV-Infektion: mononukleoseartiges Bild mit einer Dauer von Tagen bis Wochen
  2. Stadium: symptomloses Intervall 
  3. Stadium: persistierende generalisierte Lymphadenopathie: Lymphknottenschwellung   für länger als 3 Monaten in mindestens zwei Körperabschnitten.
  4. Stadium: AIDS-related complex: Neben uncharakteristischen Symptomen ( Fieber, Gewichtsverlust, Juckreiz) Auftreten von schweren Infektionen opportunistischen Keime. Zu diesen Erregern gehören u.a. Herpes, Pneumocystis carinii, Candida, Zytomegalievirus. Jede Infektion kann hier zu lebensbedrohlichen  Zuständen führen.

Prophylaxe: - „safer sex“ (Kondome), bei Drogenabhängigen: sterile Nadeln, Austestung von Blutkonserven bzw. – wenn möglich – Eigenblutt, Vorsicht und geeignete Schutzmaßnahmen bei Umgang mit HIV – positiven Menschen. 

Es muss an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden, dass normaler zwischenmenschlichen Umgang keine Gefährdung der Mitmenschen bedingt. 

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Was wissen Sie über Influenza?

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Viren: 3 Haupttypen (A, B, C) mit zahlreichen Untergruppen, wobei es nur zur Ausbildung einer subtypen-spezifischen Immunität kommt. Erkrankung: Influenza (echte Grippe). Infektion: Tröpfcheninfektion. Verlauf: Fieber, Gelenkschmerzen, Pharyngitis, Bronchitis, Pneumonie, in Sonderfällen Meningitis und Enterokolitis

Prophylaxe: aktive Impfung (muss jährlich wiederholt werden) 

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Was Sie über SARS - CoV2 (Covid-19)?

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COVID-19  ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Sie wird vom Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht und hat ein breites, unspezifisches Symptomspektrum. Das Virus wurde erstmals im Dezember 2019 in Wuhan (Volksrepublik China) beschrieben. Es verbreitete sich sehr schnell weltweit und ist Ursache der COVID-19-Pandemie. Bis 24. März 2022 wurden weltweit rund 474 Millionen COVID-Infizierte registriert, es wird aber in vielen Ländern eine hohe Dunkelziffer vermutet. Rund 6,1 Millionen Menschen wurden als Todesopfer im Zusammenhang mit einer COVID-Erkrankung registriert; auch hier ist die Dunkelziffer hoch.

Die Ansteckung mit SARS-CoV-2 erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Einatmen virusbehafteter Aerosole) – insbesondere bei hinreichender Aufenthaltsdauer und hinreichender Konzentration der Viren in geschlossenen und ungenügend gelüfteten Räumen.

Der Krankheitsverlauf ist unspezifisch und kann stark variieren. Laut Schätzung des RKI haben 55 bis 85 % der Infizierten spürbare Beschwerden und/oder zeigen erkennbare Anzeichen einer Erkrankung (Symptome) oder typische Symptomkombinationen (Syndrom) einer COVID-19-Erkrankung. 

 

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Erklären Sie den Begriff „Staphylokokken“ anhand des St. aureus! (Erkrankungen, Therapieproblematik)

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Form: kugelförmig, in Haufen (Traubenförmig) liegend
 Enzyme:

  • Koagulase: Da es apathogene St. Und pathogene St. Gibt, ist deren Unterscheidung erforderlich. Dies gelingt mit dem Nachweis von Koagulase, einem ausschließlich von pathogenen St. Gebildetem Enzym, welches Blutplasma zur Gerinnung bringt. Eine Kontamination mit einem St. Aureus geht nicht zwangsläufig mit einer Erkrankung einher.
  • Enterotoxin: Von den weiteren Enzymen sind die Enterotoxine (Typen A-E) hervorzuheben, da St. am häufigsten Lebensmittelvergiftungen verursachen, wobei das Enterotoxin mit kontaminierten Lebensmitteln oral aufgenommen wird.
  • TSST: Toxischer-Schock-Syndrom-Toxin, welches von wenigen St. gebildet wird und die Freisetzung von Mediatoren aus Makrophagen verursacht und zum Bild eines toxischen Schocks führen kann.

Krankheiten: St. sind Eitererreger, deren Infektion meist umschrieben eitrige Entzündungen verursachen. St. sind typische Erreger von NI!

Haut:

  • Furunkel, Karbunkel 
  • Abszess 
  • Mastitits purulenta
  • Panaritium

Organe:

  • Tonsillitis
  • Otitis media
  • Sinusitis
  • Osteomyelitis
  • Sepsis

Therapie: Peniciline, in Spitälern sind 70% gegen Penicilin G resistent, da diese St. ein Enzym zum Schutz vor Antibiotikum bilden. Für diese resistenten Keime gibt es sog. Penicillinasefeste Peniciline wie Oxacillin, doch können auch dagegen Resistenzen gebildet werden. Da diese resistenten Keime stark zunehmen, sollte vor einer Antibiotikatherapie immer ein Antibiogramm durchgeführt weden.

Hygienehinweis: Vorsichtmaßnahmen je nach Infektionsort, besonders streng bei MRSA

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MRSA

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MRSA bedeutet Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen auf der Haut und den Schleimhäuten von vielen gesunden Menschen vor. Diese Bakterien können gegen das Antibiotikum Methicillin und auch die meisten anderen Antibiotika resistent, also unempfindlich werden. Am häufigsten werden die Erreger durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch weiter gegeben. Der Hauptübertragungsweg sind dabei die Hände. Sowohl MRSA-Erkrankte als auch MRSA-Träger, also gesunde mit MRSA besiedelte Menschen, können ansteckend sein.

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Was ist ein Virus? Wie ist es aufgebaut?

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20-300nm groß, DNA oder RNA, keinen eigenen Stoffwechsel, Nukleinsäure und einem Proteinmantel, Die Nukleinsäuren sind der infektiöse Teil des Virus, die Hüllen wirken als Antigene.

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Beispielhafte Karteikarten für deinen Angewandte Hygiene und Infektionslehre Kurs an der Fachhochschule Campus Wien - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Was wissen Sie über das Poliovirus?

A:

Erkrankung: Poliomyelitis, Erreger: Polioviren Typ 1, 2, 3 (Enteroviren, RNA, grampositiv); das Virus ist gegen Hitze und Austrocknung sehr empfindlich. Übertragung: Tröpfchen und Schmierinfektion

Verlauf: erste Ansiedlung und Vermehrung der Keime im Nasen-Rachenraum (1. Phase) und anschließende Virämie mit Erreichung des ZNS und der Meningen (2. Phase). Wegen dieses zweiphasigen Verlaufes kommt es zu einer typischen zweizipfligen Fieberkurve. 

Man unterscheidet vier Verlaufsformen:

Inapparenter Verlauf – ca. 90%

Abortiver Verlauf ca. 8%

Meningitischer Verlauf ca. 2%

Paralytischer Verlauf ca. 1%

Virusausscheidung: Mehrere Wochen nach der Infektion 

Prophylaxe: aktive Impfung: Schluckimpfung oder Injektion 

Q:

Was wissen Sie über das FSME – Virus?

A:

Frühsommermeningoenzephalitis – FSME 

Infektion: Zeckenbiss und selten durch nicht pasteurisierte Milch. Die Erkrankung tritt vor allem in den Montaten April bis Oktober auf. 

Erkrankungshäufikeit: 0,1% der Zecken sind infiziert, ca 10% der infizierten Menschen erkranken an FSME

Verlauf: typischerweise zweiphasig, wobei oft nur die erste Phase der Erkrankung durchlaufen wird. 

  1. Phase: unspezifisches fieberhaftes Bild für die Dauer von ca. 1 Woche; bei Übergang in die zweite Phase anschließend freies Intervall von einigen Tagen 
  2. Phase: Meningoenzephalitis mit schlaffen Lähmungen, Bulbärparalyse; in ca. 1% Exitus letalis, in ca. 10% bleiben Residuen wie Konzentrationsschwäche, Merkfähigkeitsstörungen u.ä. zurück. 

Therapie: Hyperimmunglobulin Prophylaxe: Immunisierung (aktive Impfung: viel billiger als Hyperimmunoglobin)

Q:

Was wissen Sie überm das Masern Virus?


A:

Masernvirus – Infektion: Tröpfcheninfektion, Verlauf: katarrhalische Erkrankung der oberen Luftwege mit Husten, Rhinitis, Konjunktivitis, Fieber, ein hinter der Ohren beginnendes und sich in weiterer Folge über den gesamten Körper ausbreitendes Exanthen; typisch sind die sog. Koplikschen Flecken. Komplikationen: Enzephalitis, Pneumonie, Immunität: lebenslang, Prophylaxe: Impfung (aktiv)

Q:

Mumps Virus

A:

Übertragung: Tröpfcheninfektion, Verlauf: in ca. 50% inapparent; anfänglich Fieber mit darauffolgender ein- und späterer beidseitiger Parotisschwellung. Komplikationen: bei Kindern meist gefahrlos; Orchitis, Pankreatitis, Mastitis, Thyreoiditis, Oophoritis und Meningitis. Immunität: lebenslang, Prophylaxe: Impfung 

Q:

Was wissen Sie über Hepatitis A/B/C/D/E?

A:

Hepatitis A:
 Erreger: HAV, ein einfach aufgebautes Virus
 Übertragung: fäkal-oral, selten bei Transfusionen
 IKZ: 15-50d
 Verlauf: in ca. 90% verläuft die Infektion inapparent, Appetitlosigkeit, Fieber, Unwohlsein, Muskel- und Gelenksschmerzen, Ikterus
 Diagnose: AK-Nachweis: eine floride Entzündung nur bei IgM-Nachweis bewiesen, alleiniger IgG-Nachweis spricht für eine frühere Erkrankung
 Ausscheidung: Der Höhepunkt der Ausscheidung liegt noch vor der Erstmanifestation der Erkrankung.
 Therapie: symptomatisch, Vermeidung hepatotoxischer Substanzen
 Immunität: lebenslang
 Prophylaxe: vor Reisen in gefährdete Länder Schutzimpfung möglich
 Hygienehinweise: Vorsichtsmaßnahmen bei infektiösem Stuhl bis 7 Tage nach Ikterusbeginn

Hepatitis B:
 Erreger: HBV, ein kompliziert aufgebautes Virus, dessen einzelne Teile als Antigene wirken. Jedes AG kann serologisch nachgewiesen werden. Mit ihrer Hilfe und mit den gegen sie gebildeten AK lässt sich der Krankheitsverlauf beobachten.
 Die verschiedenen AG sind:

  • HBc-AG (Core=Kern)
  • HBs-AG (surface=Oberfläche)
  • HBe-AG (envelope=Hülle)
  • Dane-Partikel (entspricht dem gesamten Virus)

Das Virus ist sehr Hitzeresistent

Übertragung: parenteral; Blut, Plasma, Serum, Speichel und Sekrete
 IKZ: 1-6 Monate
 Verlauf: die Erkrankung beginnt wie Hepatitis A, der Ikterus dauert ca. 1 Monat
 -Phase 1: Prodromalstadium (4-12 Wochen): schleichender Beginn mit unspezifischen Krankheitssymptomen wie Fieber sowie beginnender Leberschwellung
 -Phase 2: akute Infektion (2-12 Wochen): Fieber, Leberschwellung, Ikterus – Infektiös
 -Phase 3: postakute Infektion (2-16 Wochen) – möglicherweise infektiös
 -Phase 4: Postinfektionsphase (Monate bis Jahre) – immun (bei chronischen Formen infektiös)

Der Verlauf der Erkrankung lässt sich mithilfe der AG und der gegen sie gebildeten AK im Serum verfolgen.

  • 2 Wochen vor Ikterus: HBs-AG und HBe-AG
  • Beginn des Ikterus: HBc-AK (IgM)
  • Regeneration: entsprechende AK ersetzen die jeweiligen AG

Durch diese zeitliche Abfolge der AG und AK ist es möglich, die Infektion des Blutes bzw. die Aktivität der Erkrankung serologisch nachzuweisen sowie eine drohende Chronifizierung zu erkennen.

Infektiös sind Patienten mit HBs-AG im Serum.

Sind nur mehr AK der IgG-Klasse im Serum nachweisbar und keine der IgM-Klasse, so spricht das für die überstandene Hepatitis.

In ca. 10 % der Fälle verlängert sich der Krankheitsverlauf auf über 6 Monate, sodass von einem chronischen Verlauf gesprochen wird.

chronisch-persistierende Form
 chronisch-aggressive Form

Während die erstere einen milden Verlauf nimmt, ist die aggressive Form durch einen progredienten Verlauf und häufigen Übergang (50%) in eine Leberzirrhose gekennzeichnet. Von diesen Patienten mit Leberzirrhose entwickeln ca. 15% ein hepatozelluläres Karzinom.
 An dieser Stelle müssen auch die so genannten Carrier erwähnt werden, die Virusträger sind, aber keine Zeichen einer Hepatitis zeigen.
 Therapie: Bettruhe, Vermeidung hepatotoxischer Substanzen
 Immunität: lebenslang
 Prophylaxe: aktive und passive Immunisierung, Hygiene
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei Infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

Hepatitis C: 
 Erreger: HCV
 IKZ: 30-60d
 Verlauf: nimmt in einem hohen Proentsatz einen chronischen Verlauf
 Problem: derzeit keine Impfung
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei Infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

Hepatitis D:
 Erreger: defektes RNA-Virus, das zur Reduplikation HBs-AG als Hülle benötigt
 IKZ: ähnlich wie Hepatitis B
 Verlauf: Die Infektion führ bei primär asymptomatischen HBV-Trägern zu einem akuten hepatitischen Schub bzw. zu einer Aggravierung einer HBs-AG-positiven Lebererkrankung
 Häufigkeit: in südlicheren Regionen
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei Infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

Hepatitis E:
 Vorkommen: nur in Indien, Afrika und Südamerika
 Übertragung: Oral
 Verlauf: wie Hepatitis A, es gibt jedoch perakute Verlaufsformen bei Schwangeren (dann 20% letal)
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei infektiösem Stuhl

Hepatitis G:
 Ein in jüngerer Zeit gefundenes Virus der Gruppe der Flaviviridae welches parententeral übertragen wird und akute und chronische Hepatitiden verursache kann, aber auch bei klinisch unauffälligen Personen nachgewiesen werden kann.

Hepatitis Non A non B
 Erreger: unbekannt, Pool von Erkrankungsformen mit noch unentdeckten Erregern
 Diagnose: durch Ausschluss einer anderen Hepatitisart
 Infektion: häufige Hepatitisform nach Transfusionen
 IKZ: 1-5 Monate
 Verlauf und Therapie: wie bei Hepatitis B
 Hygienehinweis: Vorsichtsmaßnahmen bei infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten

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Q:

Was wissen Sie über Röteln?

A:

Infektion: Tröpfcheninfektion, diaplazentar. Verlauf: Fieber, Konjunktivitis, Rachenkatarrh, Exanthem, Lymphknotenschwellung im Hals- und Nackengebiet; bei graviden Frauen Röteln-embryopathie, wobei die Folgen vom Schwangerschaftsfortschritt abhängen: 

  1. Trimenon: Abortus oder schwere Schädigung der Frucht 
  2. Trimenon: keine Missbildungen, Knochenwachstumsstörung, Organschädigung, Frühgeburten
  3. Trimenon: keine Schädigung des Fetus 

Prophylaxe: aktive Impfung 

Q:

Was wissen Sie über HIV?

A:

Viren: HIV-1, HIV-2, HIV-3. Erkrankung: AIDS. Übertragung: heterosexueller Kontakt, homosexueller Kontakt, Blut, kontaminierte Spritzen, pränatal 

Verlauf: 

  1. Stadium: akute HIV-Infektion: mononukleoseartiges Bild mit einer Dauer von Tagen bis Wochen
  2. Stadium: symptomloses Intervall 
  3. Stadium: persistierende generalisierte Lymphadenopathie: Lymphknottenschwellung   für länger als 3 Monaten in mindestens zwei Körperabschnitten.
  4. Stadium: AIDS-related complex: Neben uncharakteristischen Symptomen ( Fieber, Gewichtsverlust, Juckreiz) Auftreten von schweren Infektionen opportunistischen Keime. Zu diesen Erregern gehören u.a. Herpes, Pneumocystis carinii, Candida, Zytomegalievirus. Jede Infektion kann hier zu lebensbedrohlichen  Zuständen führen.

Prophylaxe: - „safer sex“ (Kondome), bei Drogenabhängigen: sterile Nadeln, Austestung von Blutkonserven bzw. – wenn möglich – Eigenblutt, Vorsicht und geeignete Schutzmaßnahmen bei Umgang mit HIV – positiven Menschen. 

Es muss an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden, dass normaler zwischenmenschlichen Umgang keine Gefährdung der Mitmenschen bedingt. 

Q:

Was wissen Sie über Influenza?

A:

Viren: 3 Haupttypen (A, B, C) mit zahlreichen Untergruppen, wobei es nur zur Ausbildung einer subtypen-spezifischen Immunität kommt. Erkrankung: Influenza (echte Grippe). Infektion: Tröpfcheninfektion. Verlauf: Fieber, Gelenkschmerzen, Pharyngitis, Bronchitis, Pneumonie, in Sonderfällen Meningitis und Enterokolitis

Prophylaxe: aktive Impfung (muss jährlich wiederholt werden) 

Q:

Was Sie über SARS - CoV2 (Covid-19)?

A:

COVID-19  ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Sie wird vom Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht und hat ein breites, unspezifisches Symptomspektrum. Das Virus wurde erstmals im Dezember 2019 in Wuhan (Volksrepublik China) beschrieben. Es verbreitete sich sehr schnell weltweit und ist Ursache der COVID-19-Pandemie. Bis 24. März 2022 wurden weltweit rund 474 Millionen COVID-Infizierte registriert, es wird aber in vielen Ländern eine hohe Dunkelziffer vermutet. Rund 6,1 Millionen Menschen wurden als Todesopfer im Zusammenhang mit einer COVID-Erkrankung registriert; auch hier ist die Dunkelziffer hoch.

Die Ansteckung mit SARS-CoV-2 erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Einatmen virusbehafteter Aerosole) – insbesondere bei hinreichender Aufenthaltsdauer und hinreichender Konzentration der Viren in geschlossenen und ungenügend gelüfteten Räumen.

Der Krankheitsverlauf ist unspezifisch und kann stark variieren. Laut Schätzung des RKI haben 55 bis 85 % der Infizierten spürbare Beschwerden und/oder zeigen erkennbare Anzeichen einer Erkrankung (Symptome) oder typische Symptomkombinationen (Syndrom) einer COVID-19-Erkrankung. 

 

Q:

Erklären Sie den Begriff „Staphylokokken“ anhand des St. aureus! (Erkrankungen, Therapieproblematik)

A:

Form: kugelförmig, in Haufen (Traubenförmig) liegend
 Enzyme:

  • Koagulase: Da es apathogene St. Und pathogene St. Gibt, ist deren Unterscheidung erforderlich. Dies gelingt mit dem Nachweis von Koagulase, einem ausschließlich von pathogenen St. Gebildetem Enzym, welches Blutplasma zur Gerinnung bringt. Eine Kontamination mit einem St. Aureus geht nicht zwangsläufig mit einer Erkrankung einher.
  • Enterotoxin: Von den weiteren Enzymen sind die Enterotoxine (Typen A-E) hervorzuheben, da St. am häufigsten Lebensmittelvergiftungen verursachen, wobei das Enterotoxin mit kontaminierten Lebensmitteln oral aufgenommen wird.
  • TSST: Toxischer-Schock-Syndrom-Toxin, welches von wenigen St. gebildet wird und die Freisetzung von Mediatoren aus Makrophagen verursacht und zum Bild eines toxischen Schocks führen kann.

Krankheiten: St. sind Eitererreger, deren Infektion meist umschrieben eitrige Entzündungen verursachen. St. sind typische Erreger von NI!

Haut:

  • Furunkel, Karbunkel 
  • Abszess 
  • Mastitits purulenta
  • Panaritium

Organe:

  • Tonsillitis
  • Otitis media
  • Sinusitis
  • Osteomyelitis
  • Sepsis

Therapie: Peniciline, in Spitälern sind 70% gegen Penicilin G resistent, da diese St. ein Enzym zum Schutz vor Antibiotikum bilden. Für diese resistenten Keime gibt es sog. Penicillinasefeste Peniciline wie Oxacillin, doch können auch dagegen Resistenzen gebildet werden. Da diese resistenten Keime stark zunehmen, sollte vor einer Antibiotikatherapie immer ein Antibiogramm durchgeführt weden.

Hygienehinweis: Vorsichtmaßnahmen je nach Infektionsort, besonders streng bei MRSA

Q:

MRSA

A:

MRSA bedeutet Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen auf der Haut und den Schleimhäuten von vielen gesunden Menschen vor. Diese Bakterien können gegen das Antibiotikum Methicillin und auch die meisten anderen Antibiotika resistent, also unempfindlich werden. Am häufigsten werden die Erreger durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch weiter gegeben. Der Hauptübertragungsweg sind dabei die Hände. Sowohl MRSA-Erkrankte als auch MRSA-Träger, also gesunde mit MRSA besiedelte Menschen, können ansteckend sein.

Q:

Was ist ein Virus? Wie ist es aufgebaut?

A:

20-300nm groß, DNA oder RNA, keinen eigenen Stoffwechsel, Nukleinsäure und einem Proteinmantel, Die Nukleinsäuren sind der infektiöse Teil des Virus, die Hüllen wirken als Antigene.

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