In diesem Artikel

    Die Steuerberatung der Zukunft verbindet steuerliches Fachwissen mit Daten, Prozessen und Technologie. Statt Belege einzeln zu erfassen, gestalten Teams digitale Steuerprozesse und beraten strategisch.

    Für den Berufseinstieg heißt das: Das Aufgabenprofil wird breiter, nicht schmaler. Wer Steuerrecht mag und Prozesse versteht, hat heute mehr Optionen als vor zehn Jahren. Dieser Überblick zeigt drei Entwicklungen, die den Beruf prägen. Und er zeigt, wo bei Forvis Mazars konkrete Einstiegspunkte liegen — von der Service Line Steuerberatung bis zu den einzelnen Fachbereichen.

    Was sich am Berufsbild wirklich ändert

    Routineaufgaben werden teilweise bereits automatisiert, Beratungsaufgaben nehmen zu. Die Rolle verschiebt sich vom Prüfen einzelner Belege zum Steuern ganzer Datenflüsse.

    Belegerfassung, Abstimmungen und wiederkehrende Meldungen laufen zunehmend über Software. Forvis Mazars sieht das so: Klassische Zahlenarbeit wird zunehmend durch analytische und beratungsorientierte Tätigkeiten ergänzt. Aber auch traditionelle steuerliche Beratung und Mandatsarbeit bleiben zentrale Bestandteile des Berufsbilds. Dadurch kann mehr Raum für Analyse, Strukturierung und Mandantenberatung entstehen.

    Damit verschieben sich auch die Anforderungen an Bewerber:innen. Profile mit steuerlichem Fachwissen und technischem Verständnis gewinnen zunehmend an Bedeutung. Neben Steuerrecht zählen Datenverständnis, Prozessdenken und Projekterfahrung. Der Fachkräftemangel verstärkt den Effekt.

    Welche Kompetenzen jetzt zählen

    Gefragt ist vor allem eine Kombination, nicht nur ein Spezialistentum in einer Richtung. Steuerliches Urteilsvermögen und Fachexpertise bleiben die Basis, technisches Verständnis wird zum Verstärker.

    • Steuerrecht: sichere Grundlagen z.B. in Ertrag-, Umsatz- und Verfahrensrecht
    • Datenkompetenz: Datenstrukturen lesen, Auswertungen prüfen, Fehlerquellen erkennen
    • Prozessdenken: Abläufe zerlegen, Schnittstellen erkennen, Automatisierung dabei sinnvoll ansetzen
    • Kommunikation: Ergebnisse für Mandant:innen verständlich einordnen
    • Sprachen: Englisch im Projektalltag, weitere Sprachen als Plus

    Diese Mischung entsteht selten im Studium allein. Sie wächst in Projekten, in denen Steuerfragen und Systeme zusammenkommen.

    Tax Technology: Woran digitale Steuerteams arbeiten

    Steuerberatung, Daten und smarte Technologien sind eng verknüpft.

    Tax Technology übersetzt steuerliche Anforderungen in Software und Prozesse. Die Arbeit reicht von der digitalen Strategie bis zur Entwicklung eigener Tools.

    Bei Forvis Mazars bündelt der Bereich Future Tax je nach Team diese Themen. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von Menschen, Technologien, Daten und Prozessen.

    • Digitale Strategieentwicklung für Steuerabteilungen
    • Prozessmodellierung und Automatisierung wiederkehrender Meldungen
    • Datengetriebene Projekte und Entwicklung eigener Anwendungen
    • Tax ESG: steuerliche Transparenzberichterstattung, Energiesteuern, umweltbezogene Investitionen
    • Digitale Steuerplattformen für die laufende Compliance

    Ein Blick auf die Aufgaben im Future-Tax-Bereich zeigt, wie breit das Feld angelegt ist. Die Teams arbeiten interdisziplinär, also mit steuerlichen, wirtschaftlichen und technischen Hintergründen.

    Nah an der laufenden Beratung liegt auch die Automatisierung z.B. von Steuerprozessen. Dort geht es um Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer, Verrechnungspreise und Compliance-Management-Systeme.

    Internationalität: Steuerfragen enden nicht an der Landesgrenze

    Steuerberatung bietet innovative Lösungen – auch im internationalen Umfeld.

    Grenzüberschreitende Fälle sind in der Steuerberatung je nach Team also Alltag statt Ausnahme. Forvis Mazars ist als Netzwerk in über 100 Ländern aktiv, entsprechend arbeiten viele der Teams länderübergreifend.

    Auch die Teams vor Ort sind häufig international und divers besetzt. Dazu kommen Spezialbereiche, die vorrangig internationale Steuerthemen bearbeiten.

    Spezialbereich Typische Themen Passt zu dir, wenn …
    Internationale Steuerberatung Doppelbesteuerung, grenzüberschreitende Restrukturierungen, Nachfolgeplanung du Fälle über mehrere Rechtsordnungen hinweg denken willst
    Global Indirect Tax Umsatzsteuer, Zoll, Compliance entlang der Lieferkette du Prozesse und Warenströme analysieren magst
    Global Mobility Internationale Personaleinsätze, Sozialversicherung, Payroll du gern nah an Personal- und Vergütungsthemen arbeitest

    Wer sich unter anderem für die Themen der internationalen Steuerberatung interessiert, trifft dort z.B. auf Doppelbesteuerung, Restrukturierungen und Nachfolgeplanung. Fachtiefe entsteht hier über mehrere Rechtsordnungen hinweg.

    Der Austausch und Absprache mit Kolleg:innen anderer Länder gehört häufig auch zum Projektalltag. Das verkürzt Abstimmungswege und bindet bei komplexen Fragestellungen gezielt die lokale Expertise ein.

    Individuelle Karrierewege in der Steuerberatung der Zukunft

    Der Karriereweg entsteht auch über die Wahl des Mandantensegments. Jedes Segment bringt eigene Branchenlogik und eigene Fachtiefe mit.

    • Private Clients & Family Offices: Vermögen, Nachfolge, steuerliche Gestaltung
    • Banken & Versicherungen: Regulatorik und steuerliche Sonderfragen
    • Public & Social Sector: öffentliche Hand und gemeinnützige Organisationen
    • Unternehmen & Konzerne: von Start-up bis börsennotierte Gruppe, alle Steuerarten
    • Immobilien: Grundstücks- und Investitionsbesteuerung

    Der Überblick der Tax-Segmente und Sektoren hilft bei der Einordnung vor der Bewerbung. Ein späterer Wechsel ist möglich, verlangt aber bewusste Planung.

    Neben dem Segment prägt die Fachrichtung den Weg. Compliance, Advisory und Future Tax setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Wer beides bewusst wählt, baut ein Profil, das am Markt besonders gefragt ist.

    Berufsexamen und Fortbildung: Was Forvis Mazars trägt

    Forvis Mazars beteiligt sich an berufsbegleitenden Examina und Fortbildungsabschlüssen. Konkret umfasst das:

    • Berufsexamina in Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung
    • Weitere berufsrelevante Qualifizierungen und Abschlüsse
    • Freistellung für die Examensvorbereitung
    • Finanzielle Beteiligung an den Examensgebühren

    Wer früh anspricht, was ihm wichtig ist, plant Examens- und Lernphasen verlässlicher.

    Typische Stolpersteine beim Einstieg — und wie du sie vermeidest

    Die meisten Fehlstarts entstehen nicht durch fehlendes Fachwissen. Sie entstehen durch eine unklare Vorstellung davon, was der Job verlangt.

    • Technik als Selbstzweck: Tools ohne steuerlichen Kontext bringen wenig. Lerne sie am konkreten Prozess.
    • Zu späte Spezialisierung: Segmente lassen sich bereits im Praktikum oder Werkstudium kennen lernen. Nutze das früh.
    • Examen ohne Plan: Freistellung und Lernphasen gehören ins Teamgespräch, nicht ins letzte Quartal.
    • Internationale Projekte unterschätzt: Sprachsicherheit und Abstimmung über Zeitzonen sind Teil der Arbeit, wenn du länderübergreifend arbeiten möchtest.
    • Erwartung reiner Zahlenarbeit: Auch Mandantengespräche und Dokumentation gehören zum Kern der Rolle.

    Deine nächsten Schritte

    • Segment festlegen: Welche Branche willst du in fünf Jahren wirklich kennen?
    • Technikanteil klären: eher Future Tax, eher laufende Compliance oder eher Advisory?
    • Internationalen Anteil prüfen: Internationale Steuerberatung, Global Indirect Tax oder Global Mobility?
    • Examensplanung ansprechen: Freistellung, Gebührenbeteiligung, Zeitfenster.
    • Bewerbung schärfen: ein konkretes Prozess- oder Datenbeispiel aus Studium oder Praktikum nennen.

    Wer Steuerrecht und Prozessdenken kombiniert, eröffnet sich vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten in der Steuerberatung.

    Häufig gestellte Fragen (F.A.Qs)

    Nein. Automatisierung kann insbesondere bei wiederkehrenden Tätigkeiten unterstützen. Fachliche Beurteilungen, Auslegungsfragen und die persönliche Beratung bleiben dabei zentrale Bestandteile der Arbeit.

    Für viele Rollen im Bereich Tax Technology ist kein Informatikstudium erforderlich. Gefragt sind Datenverständnis, Prozessdenken und die Bereitschaft, neue Tools zu lernen. Erfahrung mit Datenbanken oder Automatisierung hilft zusätzlich.

    Ja. Das Examen bleibt Zugang zu Vorbehaltsaufgaben und fachlicher Verantwortung. Mit Freistellung und Kostenbeteiligung wird es planbar.

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    Gabriel Freitas

    AI Engineer

    Gabriel Freitas ist AI Engineer mit solider Erfahrung in Softwareentwicklung, maschinellen Lernalgorithmen und generativer KI, einschließlich Anwendungen großer Sprachmodelle (LLMs). Er hat Elektrotechnik an der Universität von São Paulo studiert und macht aktuell seinen MSc in Computertechnik an der Universität von Campinas mit Schwerpunkt auf maschinellem Lernen. Gabriel hat einen starken Hintergrund in Software-Engineering und hat an Projekten zu Computer Vision, Embedded AI und LLM-Anwendungen gearbeitet.

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