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Was sind Adjektive?
Ein Adjektiv ist ein Eigenschaftswort: Es beschreibt, wie jemand oder etwas ist, und gibt Menschen, Dingen oder Vorgängen eine Eigenschaft. Man nennt es auch Wiewort oder Beiwort. Adjektive lassen sich meist steigern (schön, schöner, am schönsten) und vor einem Nomen an dessen Fall, Geschlecht und Zahl anpassen.
Wenn du sagst ein schnelles Auto, der Himmel ist blau oder sie singt schön, benutzt du jedes Mal ein Adjektiv. Adjektive gehören zu den zehn Wortarten des Deutschen. Sie stehen selten allein, sondern hängen fast immer an einem Nomen oder einem Verb, das sie näher bestimmen. Deshalb heißen sie im Schulunterricht oft Wiewörter: Du kannst mit ihnen die Frage Wie ist etwas? beantworten.
Der Name kommt aus dem Lateinischen. Adiectivum bedeutet so viel wie das Hinzugefügte, denn ein Adjektiv wird einem Nomen hinzugefügt, um es genauer zu beschreiben. Ohne Adjektive klänge Sprache blass: Erst der große, alte, knorrige Baum entsteht ein Bild im Kopf, aus dem bloßen Baum nicht.
Adjektive haben zwei Fähigkeiten, die andere Wortarten so nicht besitzen: Sie können sich verändern (dekliniert und gesteigert werden) und sie können in verschiedenen Rollen im Satz auftreten. Genau diese beiden Punkte, die Formveränderung und die Verwendung, schauen wir uns auf dieser Seite gründlich an.
Attributiv, prädikativ oder adverbial: die drei Verwendungen
Adjektive treten in drei Funktionen auf: attributiv direkt vor einem Nomen und flektiert (ein schnelles Auto), prädikativ nach sein, werden oder bleiben und unverändert (das Auto ist schnell) sowie adverbial beim Verb (das Auto fährt schnell). Nur das attributive Adjektiv bekommt eine Endung.
Ein und dasselbe Adjektiv kann an ganz verschiedenen Stellen im Satz stehen. Von dieser Stelle hängt ab, ob es eine Endung braucht oder in der Grundform bleibt. Diese drei Rollen musst du unterscheiden:
| Verwendung | Position | Endung? | Beispiel |
|---|---|---|---|
| attributiv | vor dem Nomen | ja, dekliniert | ein schnelles Auto |
| prädikativ | nach sein/werden/bleiben | nein | das Auto ist schnell |
| adverbial | beim Verb | nein | das Auto fährt schnell |
Das attributive Adjektiv ist der häufigste Fall. Es klebt förmlich am Nomen und passt sich ihm an: der rote Ball, ein roter Ball, mit rotem Ball. Das prädikative Adjektiv steht dagegen als Satzaussage nach einem Verb wie sein, werden oder bleiben und verändert sich nie: Der Ball ist rot. Der Ball wird rot. Der Ball bleibt rot.
Beim adverbialen Gebrauch beschreibt das Adjektiv, wie eine Handlung abläuft. Es bezieht sich dann auf das Verb: Er schreibt schön. Sie läuft schnell. Auch hier bleibt die Grundform erhalten. Verwechsle diesen Fall nicht mit einem Adverb: Wörter wie gestern oder dort sind echte Adverbien, während schön und schnell Adjektive bleiben, die nur adverbial verwendet werden.
Steht das Wort direkt vor einem Nomen und trägt eine Endung? Dann ist es attributiv. Steht es nach ist, wird, bleibt oder beim Verb und bleibt unverändert? Dann ist es prädikativ oder adverbial. Nur die attributive Verwendung wird dekliniert.
Die Deklination der Adjektive
Steht ein Adjektiv vor einem Nomen, wird es dekliniert: Es passt sich in Geschlecht (Genus), Fall (Kasus) und Zahl (Numerus) an. Welche Endung nötig ist, hängt vom Artikel ab. Man unterscheidet die starke, die schwache und die gemischte Deklination, zum Beispiel guter Wein, der gute Wein, ein guter Wein.
Deklination heißt: Ein Wort verändert seine Endung je nach Fall, Geschlecht und Zahl. Beim attributiven Adjektiv richtet sich diese Endung nach dem Nomen, zu dem es gehört, und danach, welcher Artikel davor steht. Sprachwissenschaftlich unterscheidet man zwei Grundmuster, in der Schule kommt ein drittes dazu:
| Deklinationsart | Steht nach | Beispiel (maskulin, Nominativ) |
|---|---|---|
| stark | keinem Artikel | guter Wein |
| schwach | bestimmtem Artikel | der gute Wein |
| gemischt | unbestimmtem Artikel | ein guter Wein |
Am deutlichsten wird die Anpassung, wenn du ein Adjektiv durch alle vier Fälle deklinierst. Hier siehst du gut mit bestimmtem Artikel (schwache Deklination) im Singular:
| Kasus | maskulin | feminin | neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der gute Wein | die gute Milch | das gute Bier |
| Genitiv | des guten Weins | der guten Milch | des guten Bieres |
| Dativ | dem guten Wein | der guten Milch | dem guten Bier |
| Akkusativ | den guten Wein | die gute Milch | das gute Bier |
Nach dem bestimmten Artikel gibt es also nur die zwei Endungen -e und -en (schwache Deklination). Ohne Artikel muss das Adjektiv dagegen selbst das Geschlecht anzeigen und nutzt fünf verschiedene Endungen (-e, -er, -es, -en, -em), zum Beispiel frischem Mut, guter Wein, kaltes Wasser. Das nennt man starke Deklination.
Steigerung: Positiv, Komparativ, Superlativ
Die Steigerung, auch Komparation genannt, hat drei Stufen: den Positiv (schnell), den Komparativ (schneller) und den Superlativ (am schnellsten). Der Komparativ endet auf -er, der Superlativ auf am ...-sten. Einige Adjektive steigern unregelmäßig, etwa gut, besser, am besten oder viel, mehr, am meisten.
Mit der Steigerung vergleichst du Dinge. Die meisten Adjektive haben drei Steigerungsstufen. Der Positiv ist die Grundform, der Komparativ die Vergleichsform (mit als) und der Superlativ die Höchstform:
| Positiv | Komparativ (-er) | Superlativ (am ...-sten) |
|---|---|---|
| schnell | schneller | am schnellsten |
| klein | kleiner | am kleinsten |
| schön | schöner | am schönsten |
| stark | stärker | am stärksten |
Bei kurzen Adjektiven mit den Vokalen a, o, u kommt oft ein Umlaut hinzu: alt, älter, am ältesten oder groß, größer, am größten. Endet ein Adjektiv auf -d, -t, -s, -ß, -sch oder -z, wird im Superlativ ein e eingeschoben: am kältesten, am schönsten, am kürzesten.
Unregelmäßige Steigerung
Einige sehr häufige Adjektive und Adverbien steigern sich unregelmäßig. Diese Formen kannst du nicht ableiten, du musst sie auswendig lernen:
| Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|
| gut | besser | am besten |
| viel | mehr | am meisten |
| gern | lieber | am liebsten |
| hoch | höher | am höchsten |
| nah | näher | am nächsten |
Steht die gesteigerte Form vor einem Nomen, wird sie zusätzlich dekliniert, genau wie im Positiv: der schnellere Wagen, das kleinste Zimmer, mit größerem Aufwand. Prädikativ und adverbial bleibt der Superlativ dagegen in der Form am ...-sten: Sie läuft am schnellsten.
Welche Arten von Adjektiven gibt es?
Nach ihrer Bedeutung teilt man Adjektive in Gruppen: qualitative Adjektive nennen eine Eigenschaft (rot, laut, groß), relationale Adjektive eine Beziehung oder Herkunft (deutsch, hölzern, täglich), und Partizipialadjektive gehen aus Verbformen hervor (lachend, gekocht). Manche Adjektive lassen sich steigern, andere nicht.
Adjektive sind eine sehr große Wortart, und man kann sie nach ihrer Bedeutung ordnen. Diese Einteilung hilft dir zu verstehen, warum sich manche Adjektive nicht steigern lassen:
- Qualitative Adjektive (Eigenschaftsadjektive): Sie nennen eine Eigenschaft und lassen sich meist steigern: schön, laut, groß, freundlich.
- Relationale Adjektive (Beziehungsadjektive): Sie geben eine Zugehörigkeit, Herkunft oder einen Stoff an und sind oft nicht steigerbar: deutsch, städtisch, hölzern, täglich.
- Partizipialadjektive: Sie stammen von Verben ab und werden wie Adjektive gebraucht: lachend (aus lachen), gekocht (aus kochen). Mehr dazu findest du beim Partizip.
Wichtig für die Steigerung ist der Unterschied zwischen steigerbaren und nicht steigerbaren Adjektiven. Nicht steigern lassen sich vor allem Adjektive, die einen absoluten Zustand beschreiben, weil es kein mehr oder weniger geben kann:
Absolut-Adjektive wie tot, schwanger, rund, leer, ganz, viele Herkunfts- und Stoffadjektive wie deutsch oder hölzern und einige Fremdwörter wie rosa oder lila haben keine Steigerung. Etwas ist entweder tot oder nicht, aber nicht toter.
Groß- oder Kleinschreibung von Adjektiven
Adjektive schreibt man klein: das schnelle Auto. Großgeschrieben werden sie nur, wenn sie nominalisiert, also wie ein Nomen gebraucht werden. Signale dafür sind ein Artikel, ein Pronomen, eine Mengenangabe oder eine Präposition davor, zum Beispiel das Beste, etwas Schönes, im Trüben fischen oder nichts Neues.
Die Grundregel ist einfach: Ein Adjektiv wird kleingeschrieben, auch am Satzanfang natürlich groß, aber mitten im Satz klein. Sobald ein Adjektiv jedoch die Rolle eines Nomens übernimmt, wird es großgeschrieben. Das nennt man Nominalisierung oder Substantivierung.
Du erkennst eine Nominalisierung an einem Signalwort davor. Typische Signale sind:
- ein Artikel: das Gute, der Kranke, die Deutschen
- ein Pronomen oder eine Mengenangabe: etwas Schönes, nichts Neues, viel Interessantes, alles Gute
- eine Präposition mit Artikel: im Trüben fischen, ins Blaue reden
Wird das Nomen im Satz genannt, auf das sich das Adjektiv bezieht, bleibt es klein, auch nach einem Artikel: Das Tolle am Buch war das spannende Ende. Hier ist spannende ein normales Attribut zu Ende und wird kleingeschrieben.
Häufige Fehler bei Adjektiven
Die häufigsten Fehler bei Adjektiven: die falsche Deklinationsendung vor dem Nomen (ein großes statt ein großer bei der falschen Person), Adjektiv und Adverb verwechseln, unregelmäßige Steigerungen regelmäßig bilden (gutter statt besser) und nominalisierte Adjektive kleinschreiben. Alle vier tauchen in Klassenarbeiten immer wieder auf.
Vor dem Nomen muss die Endung zu Genus, Kasus und Numerus passen. Richtig ist ein guter Wein (maskulin), aber eine gute Milch (feminin). Prüfe immer erst das Geschlecht des Nomens.
Häufige Adjektive steigern unregelmäßig. Richtig ist gut, besser, am besten und hoch, höher, am höchsten, nicht gutter, am gutesten oder hocher.
Nach einem Artikel, Pronomen oder einer Mengenangabe wird das Adjektiv großgeschrieben. Richtig ist etwas Schönes und das Beste, nicht etwas schönes oder das beste.
Mini-Übung zu Adjektiven
Teste dich mit drei kurzen Aufgaben zu den drei Kernthemen: Verwendung, Steigerung und Groß-/Kleinschreibung. Überlege erst selbst und vergleiche danach mit dem Lösungsschlüssel darunter. So merkst du schnell, wo du noch üben solltest, bevor die Deutscharbeit ansteht.
- Bestimme die Verwendung: Der Hund läuft schnell. Ist schnell attributiv, prädikativ oder adverbial?
- Steigere das Adjektiv gut: Positiv, Komparativ, Superlativ.
- Groß oder klein? Er wünschte ihr alles ___ (gut).
1. adverbial, denn schnell bezieht sich auf das Verb läuft und bleibt unverändert. 2. gut, besser, am besten (unregelmäßig). 3. alles Gute, großgeschrieben, weil das Adjektiv nach der Mengenangabe alles nominalisiert wird.
Karteikarten zu Adjektiven
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Regeln rund um Adjektive, von der Definition über die drei Verwendungen bis zur Steigerung, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Adjektive, das Wichtigste
Adjektive sind Eigenschaftswörter. Sie stehen attributiv (flektiert vor dem Nomen), prädikativ oder adverbial (beide unverändert). Attributive Adjektive richten sich in Genus, Kasus und Numerus nach dem Nomen. Die meisten lassen sich steigern (Positiv, Komparativ, Superlativ), einige unregelmäßig. Kleingeschrieben, außer sie werden nominalisiert.
- Definition: Adjektive sind Eigenschaftswörter (Wiewörter) und beschreiben, wie etwas ist.
- Verwendung: attributiv (dekliniert), prädikativ und adverbial (unverändert).
- Deklination: stark, schwach oder gemischt, je nach Artikel davor.
- Steigerung: Positiv, Komparativ (-er), Superlativ (am ...-sten); unregelmäßig gut/besser/am besten.
- Arten: qualitativ, relational, Partizipialadjektive; nicht alle sind steigerbar.
- Rechtschreibung: klein, außer nominalisiert (das Beste, etwas Schönes).
Häufige Fragen zu Adjektiven
Adjektive sind Eigenschaftswörter. Sie beschreiben, wie jemand oder etwas ist, und geben einem Nomen, einer Handlung oder einem Zustand eine Eigenschaft, zum Beispiel schön, groß, schnell. Weil sie fragen lassen wie ist etwas, heißen sie auch Wiewörter.
Ein Adjektiv kann attributiv, prädikativ oder adverbial gebraucht werden. Attributiv steht es direkt vor einem Nomen und wird flektiert (ein schnelles Auto). Prädikativ steht es nach sein, werden oder bleiben (das Auto ist schnell). Adverbial bezieht es sich auf ein Verb (das Auto fährt schnell). Nur attributiv bekommt es eine Endung.
Die Steigerung hat drei Stufen: Positiv (schnell), Komparativ (schneller) und Superlativ (am schnellsten). Der Komparativ endet auf -er, der Superlativ auf am ...-sten. Manchmal kommt ein Umlaut hinzu, etwa stark, stärker, am stärksten.
Das Adjektiv gut wird unregelmäßig gesteigert: gut, besser, am besten. Auch andere häufige Adjektive sind unregelmäßig, zum Beispiel viel, mehr, am meisten, gern, lieber, am liebsten und hoch, höher, am höchsten. Diese Formen sollte man auswendig können.
Ein Adjektiv kann vor einem Nomen stehen und wird dann dekliniert (ein schnelles Auto). Ein Adverb bezieht sich meist auf ein Verb und bleibt immer unverändert. Steht ein Adjektiv beim Verb (das Auto fährt schnell), spricht man von adverbialem Gebrauch, es bleibt aber ein Adjektiv.
Adjektive schreibt man normalerweise klein. Groß werden sie nur, wenn sie nominalisiert, also wie ein Nomen gebraucht werden. Signale sind ein Artikel, ein Pronomen, eine Mengenangabe oder eine Präposition davor, zum Beispiel das Beste, etwas Schönes oder im Trüben fischen.
Nicht steigerbar sind Adjektive, die einen absoluten Zustand nennen, etwa tot, schwanger, rund oder leer. Auch viele Herkunfts- und Stoffadjektive wie deutsch oder hölzern sowie einige Fremdwörter wie rosa lassen sich nicht steigern, weil eine Steigerung inhaltlich keinen Sinn ergibt.
Quellen
Die grammatischen Angaben stützen sich auf sprachwissenschaftliche Standardquellen:
- Duden, Wörterbucheintrag: Adjektiv. duden.de
- grammis, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache: Adjektiv. grammis.ids-mannheim.de
- Adjektiv. Wikipedia. de.wikipedia.org