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FinanzbildungMietrendite8 Min.

Mietrendite berechnen So weißt du, ob sich eine Immobilie lohnt

Mietrendite berechnen leicht gemacht: Formel, Beispiele & kostenloser Rechner & junge Erwachsene. Brutto- vs. Nettomietrendite erklärt.

Mietrendite berechnen…RechnerWas ist die
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Mietrendite misst den jährlichen Ertrag einer Immobilie im Verhältnis zum eingesetzten Kapital – der zentrale Kennwert vor jedem Kauf.
  • Unterschied zur Wertsteigerung: Mietrendite misst laufenden Cashflow, nicht den spekulativen Preisanstieg.
  • Relevanz für Studierende & junge Erwachsene: Wer früh kauft, hat längeren Anlagehorizont – kleine Renditeunterschiede haben große Langzeitwirkung.
  • Abgrenzung zu anderen Immobilienkennzahlen: Kaufpreisfaktor (Vielfaches der Jahresmiete), Cap Rate (US-Begriff), Eigenkapitalrendite.

Mietrendite berechnen: Was du in 60 Sekunden wissen musst

Mietrendite misst den jährlichen Ertrag einer Immobilie im Verhältnis zum eingesetzten Kapital – der zentrale Kennwert vor jedem Kauf.

Die Mietrendite zeigt dir auf einen Blick, wie viel Ertrag eine Immobilie im Verhältnis zum eingesetzten Kapital abwirft – und ist damit der wichtigste Kennwert, bevor du auch nur einen Cent investierst.

Kurzformel Brutto-Mietrendite: (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100 = Brutto-Mietrendite in Prozent.
Kurzformel Netto-Mietrendite: ((Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100 = Netto-Mietrendite in Prozent.
Erst die Nettorechnung zeigt dir, was wirklich übrig bleibt – und ob die Immobilie im Vergleich zu anderen Anlageformen konkurrenzfähig ist.

AUF EINEN BLICK

  • Unterschied zur Wertsteigerung: Mietrendite misst laufenden Cashflow, nicht den spekulativen Preisanstieg.
  • Relevanz für Sparer:innen & Anleger:innen: Wer früh kauft, hat längeren Anlagehorizont – kleine Renditeunterschiede haben große Langzeitwirkung.
  • Abgrenzung zu anderen Immobilienkennzahlen: Kaufpreisfaktor (Vielfaches der Jahresmiete), Cap Rate (US-Begriff), Eigenkapitalrendite.

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Was ist die Mietrendite – und warum ist sie für Käufer entscheidend?

Formel: Brutto-Mietrendite (%) = (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100.

Die Mietrendite ist eine prozentuale Kennzahl, die den jährlichen Mietertrag ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital setzt. Sie misst ausschließlich den laufenden Cashflow einer Immobilie – also das, was Monat für Monat tatsächlich in dein Konto fließt oder zumindest fließen könnte. Sie ist damit klar abzugrenzen von der Wertsteigerungsrendite, die auf einer Spekulation über zukünftige Preisentwicklungen beruht. Wer eine Immobilie kauft und hauptsächlich auf Preissteigerungen hofft, betreibt Spekulation – und sollte das zumindest bewusst tun. Die Mietrendite hingegen ist berechenbar und überprüfbar.

Gerade für junge Käufer und Berufseinsteiger ist dieser Unterschied besonders relevant. Wer früh in Immobilien einsteigt, hat einen langen Anlagehorizont vor sich – oft 20, 30 oder sogar 40 Jahre. In diesem Zeitraum wirken selbst kleine Unterschiede in der jährlichen Rendite durch den Zinseszinseffekt enorm. Eine Nettomietrendite, die um einen halben Prozentpunkt höher liegt, kann über Jahrzehnte einen erheblichen Unterschied im Vermögensaufbau bedeuten. Deshalb lohnt es sich, schon beim ersten Objekt genau hinzuschauen und keine Abkürzungen in der Analyse zu nehmen.

Neben der Mietrendite gibt es weitere Immobilienkennzahlen, die du kennen solltest. Der Kaufpreisfaktor (auch Vervielfältiger genannt) ist der Kehrwert der Bruttomietrendite: Er gibt an, wie viele Jahreskaltmieten du für das Objekt zahlst. Die Cap Rate ist der englischsprachige Begriff für eine der Nettomietrendite ähnliche Kennzahl und wird vor allem im US-amerikanischen Markt verwendet. Die Eigenkapitalrendite berücksichtigt zusätzlich den Hebel durch Fremdkapital und zeigt, wie rentabel dein persönlich eingesetztes Eigenkapital arbeitet. All diese Kennzahlen ergänzen sich – aber die Mietrendite ist der sinnvolle Ausgangspunkt für jede Analyse.

AUF EINEN BLICK

  • Kaufpreis umfasst hier noch KEINE Nebenkosten – das ist die schnelle Überschlagsrechnung.
  • Beispielrechnung Schritt für Schritt mit Platzhalter-Variablen (keine fiktiven Euro-Beträge): Monatsmiete × 12 = Jahreskaltmiete → Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100.
  • Limitation: Bruttomietrendite ignoriert Nebenkosten, Verwaltung, Instandhaltung und Finanzierungskosten – immer nur als erster Filter nutzen.
  • Daumenregel-Kontext: Marktübliche Richtwerte variieren je nach Lage und Objekttyp stark

Brutto-Mietrendite berechnen: die einfache Formel

Formel: Netto-Mietrendite (%) = ((Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100.

Die Brutto-Mietrendite ist die schnellste Methode, um ein Objekt grob einzuordnen. Die Formel lautet: Brutto-Mietrendite (%) = (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100. Du nimmst die monatliche Kaltmiete, multiplizierst sie mit 12, um die Jahreskaltmiete zu erhalten, und teilst diesen Wert durch den Kaufpreis des Objekts. Das Ergebnis multiplizierst du mit 100, um den Prozentwert zu erhalten.

Wichtig: In dieser Formel sind die Kaufnebenkosten noch nicht enthalten. Der „Kaufpreis" ist hier der reine Angebotspreis des Objekts ohne Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eine etwaige Maklercourtage. Das macht die Bruttomietrendite schnell berechenbar – zum Beispiel direkt beim Blick in ein Immobilienportal – aber auch unvollständig. Sie dient als erster Filter: Objekte, die selbst bei der Bruttorechnung keine akzeptable Rendite zeigen, scheiden sofort aus. Objekte, die auf den ersten Blick attraktiv wirken, müssen dann tiefer analysiert werden.

Die entscheidende Limitation der Bruttomietrendite ist, dass sie sämtliche Kosten ignoriert, die mit dem Betrieb und der Finanzierung einer Immobilie einhergehen: Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklagen, das Risiko von Mietausfällen, Versicherungen, Steuerberatung und nicht zuletzt die Zinsen für ein etwaiges Darlehen. Wer ausschließlich mit der Bruttomietrendite arbeitet, wird den tatsächlichen Ertrag einer Immobilie systematisch überschätzen. Nutze sie daher immer nur als groben ersten Filter – nie als alleinige Entscheidungsgrundlage.

AUF EINEN BLICK

  • Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer (varies by Bundesland), Notar- & Grundbuchkosten, ggf. Maklercourtage
  • Nicht umlegbare Kosten: Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage (Faustformel nach II. BV), Mietausfall-Wagnis.
  • Warum Nettomietrendite aussagekräftiger ist: Sie spiegelt den tatsächlichen Cashflow und erlaubt den Vergleich mit anderen Anlageklassen (z. B. ETF-Sparplan).
  • Tipp für Studis ohne Eigenkapital: Finanzierungskosten (Zins + Tilgung) noch separat betrachten – die Nettomietrendite allein sagt nichts über monatliche Belastung aus.

Netto-Mietrendite berechnen: die realistische Formel

Schritt 1 – Kaltmiete ermitteln: Aktuelle Miete bei Bestandsobjekt prüfen; bei Neukauf Mietspiegel oder Vergleichsangebote der Gemeinde heranziehen.

Die Netto-Mietrendite ist deutlich aussagekräftiger, weil sie sowohl die vollständigen Anschaffungskosten als auch die laufenden nicht umlegbaren Kosten berücksichtigt. Die Formel lautet: Netto-Mietrendite (%) = ((Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100. Hier fließen alle relevanten Kostenpositionen in die Rechnung ein – und das Ergebnis ist wesentlich näher an der wirtschaftlichen Realität.

Die Kaufnebenkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland und liegt aktuell zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises. Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten, die sich in der Regel auf zusammen rund 1,5 % bis 2 % des Kaufpreises belaufen. Wird ein Makler eingeschaltet, können je nach Bundesland und Vereinbarung weitere Kosten entstehen. Zusammen können die Kaufnebenkosten leicht 10 % oder mehr des Kaufpreises ausmachen – ein erheblicher Betrag, der die Investitionsbasis und damit die Nettomietrendite spürbar beeinflusst.

Bei den nicht umlegbaren Kosten – also jenen Betriebskosten, die nicht auf den Mieter abgewälzt werden dürfen – sind vor allem Verwaltungskosten, die Instandhaltungsrücklage und das Mietausfall-Wagnis relevant. Für die Instandhaltungsrücklage gibt es in der Zweiten Berechnungsverordnung (II. BV) Orientierungswerte, die je nach Baualter und Ausstattungsstandard des Gebäudes variieren. Das Mietausfall-Wagnis – also das Risiko, dass ein Mieter nicht zahlt oder die Wohnung vorübergehend leer steht – wird in der Praxis häufig mit einem pauschalen Prozentsatz der Jahreskaltmiete angesetzt.

Der entscheidende Vorteil der Nettomietrendite liegt darin, dass sie einen fairen Vergleich mit anderen Anlageklassen ermöglicht. Wenn du überlegst, ob du 50.000 Euro Eigenkapital in eine Immobilie oder in einen breit gestreuten ETF-Sparplan investierst, brauchst du eine Zahl, die die tatsächlichen Erträge nach Kosten widerspiegelt. Die Bruttomietrendite ist dafür ungeeignet – die Nettomietrendite liefert dir die nötige Vergleichsbasis.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2 – Gesamtinvestition ermitteln: Kaufpreis + Grunderwerbsteuer (Bundesland-Tabelle verlinken) + Notar/Grundbuch + Makler + etwaige Renovierung.
  • Schritt 3 – Jährliche Kosten listen: Hausgeld-Anteil (nicht umlegbar), Verwaltung, Rücklage, Versicherungen, Steuerberatung.
  • Schritt 4 – Formel anwenden und Ergebnis einordnen: Vergleich mit Alternativanlagen und Standort-Benchmark.
  • Schritt 5 – Sensitivitätscheck: Was passiert, wenn Miete X % sinkt oder Kaufpreis X % höher liegt? (Tabelle mit Variablen, keine fiktiven Zahlen).

Schritt für Schritt: Mietrendite selbst ausrechnen

Fehler 1: Kaufnebenkosten vergessen – erhöhen die Investitionsbasis und senken die Nettomietrendite erheblich.

Schritt 1 – Kaltmiete ermitteln: Bei einem Bestandsobjekt mit bestehendem Mietverhältnis kannst du die aktuelle Kaltmiete aus dem Mietvertrag ablesen. Bei einem leerstehenden Objekt oder einem Neubau musst du die erzielbare Marktmiete schätzen. Hierfür bieten sich der amtliche Mietspiegel der jeweiligen Gemeinde an, Vergleichsangebote auf Immobilienportalen oder Auskünfte lokaler Makler. Sei dabei eher konservativ: Rechne nicht mit der Maximalmiete, sondern mit einer realistisch erzielbaren Nettokaltmiete unter Berücksichtigung des aktuellen Marktumfelds.

Schritt 2 – Gesamtinvestition ermitteln: Addiere zum Kaufpreis alle Nebenkosten: die Grunderwerbsteuer (den jeweiligen Bundesland-Satz findest du auf den Seiten der Landesfinanzbehörden), Notar- und Grundbuchkosten sowie eine etwaige Maklercourtage. Vergiss auch eventuelle Renovierungs- oder Modernisierungskosten nicht – diese erhöhen die Investitionsbasis und senken die Rendite, können aber gleichzeitig die erzielbare Miete anheben. Es empfiehlt sich, stets mit einem vollständigen Gesamtinvestitionsbudget zu rechnen.

Schritt 3 – Jährliche Kosten listen: Erstelle eine vollständige Liste aller laufenden Kosten, die nicht auf den Mieter umgelegt werden können. Dazu gehören: der nicht umlegbare Anteil des Hausgelds (bei Eigentumswohnungen), externe Hausverwaltungskosten, die Instandhaltungsrücklage, Versicherungen (etwa eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht oder eine Gebäudeversicherung, soweit du diese selbst trägst), sowie mögliche Steuerberatungskosten. Je vollständiger diese Liste ist, desto aussagekräftiger wird dein Ergebnis.

Schritt 4 – Formel anwenden und Ergebnis einordnen: Setze alle Werte in die Netto-Mietrendite-Formel ein und berechne das Ergebnis. Vergleiche es dann mit Alternativanlagen, die für dich infrage kommen – und mit dem Markt am jeweiligen Standort. In Metropollagen sind die Mietrenditen strukturell niedriger als in B- und C-Lagen, weil die Kaufpreise stärker gestiegen sind als die Mieten. Ob eine bestimmte Rendite „gut" ist, hängt also immer auch vom Standort, vom Risikoprofil des Objekts und von deinen persönlichen Anlagezielen ab.

AUF EINEN BLICK

  • Fehler 2: Nur Bruttomietrendite betrachten – führt zu systematischer Überschätzung des Ertrags.
  • Fehler 3: Mietausfallrisiko ignorieren – Leerstand und Zahlungsausfälle gehören in die Kalkulation.
  • Fehler 4: Instandhaltung unterschätzen – ältere Objekte haben höheren Rücklagebedarf
  • Fehler 5: Steuerliche Auswirkungen ausblenden – Mieteinnahmen sind einkommensteuerpflichtig; Abschreibung (AfA) kann Steuerlast senken – Steuerberater konsultieren.

Typische Fehler beim Mietrendite-Berechnen – und wie du sie vermeidest

Kaufpreisfaktor (Vielfaches) = Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete – der Kehrwert der Bruttomietrendite.

Fehler 1 – Kaufnebenkosten vergessen: Dies ist der häufigste und folgenreichste Fehler. Kaufnebenkosten können, je nach Bundesland und Situation, leicht 10 bis 15 % des Kaufpreises ausmachen. Wenn du sie nicht in die Investitionsbasis einrechnest, erscheint die Rendite deutlich attraktiver als sie tatsächlich ist. Merke: Jeder Euro an Nebenkosten ist investiertes Kapital, das auch verdient werden muss.

Fehler 2 – Nur Bruttomietrendite betrachten: Die Bruttomietrendite ist ein Schnellfilter, kein Entscheidungskriterium. Wer nur die Bruttozahl betrachtet, ignoriert systematisch alle Kosten und kommt zu einer Überschätzung des tatsächlichen Ertrags. In der Praxis kann die Nettomietrendite deutlich unter der Bruttomietrendite liegen – der genaue Abstand hängt vom Objekt, dem Standort und den individuellen Kostenstrukturen ab.

Fehler 3 – Mietausfallrisiko ignorieren: Kein Mietverhältnis ist garantiert. Mieter können ausziehen, die Wohnung kann für eine Zeit leer stehen, oder ein Mieter zahlt vorübergehend nicht. Dieses Risiko sollte in einer realistischen Kalkulation berücksichtigt werden – entweder als pauschaler Abschlag auf die Jahreskaltmiete oder durch einen separaten Risikoaufschlag in der Kostenrechnung. Besonders bei kleinteiligen Objekten wie Einzimmerwohnungen ist die Fluktuation erfahrungsgemäß höher, was das Leerstandsrisiko erhöht.

Fehler 4 – Instandhaltung unterschätzen: Ältere Gebäude haben in der Regel einen höheren Rücklagebedarf als Neubauten. Die Orientierungswerte der Zweiten Berechnungsverordnung (II. BV) geben hierfür nützliche Anhaltspunkte, die je nach Baujahr und Modernisierungsstand des Gebäudes variieren. Wer die Instandhaltungsrücklage zu niedrig ansetzt, erlebt früher oder später böse Überraschungen – etwa wenn das Dach erneuert oder die Heizungsanlage ersetzt werden muss.

AUF EINEN BLICK

  • Hoher Kaufpreisfaktor → niedrige Mietrendite (typisch Metropolen); niedriger Kaufpreisfaktor → höhere Mietrendite (oft B/C-Lagen).
  • Für Einsteiger: Beide Kennzahlen kombiniert mit Lageanalyse nutzen
  • Wann welche Kennzahl sinnvoller ist: Kaufpreisfaktor schnell im Kopf ausrechnen; Nettomietrendite für tiefe Due-Diligence.

Mietrendite vs. Kaufpreisfaktor: Zwei Seiten derselben Medaille

Eigenkapitalanforderungen der Banken: In der Regel mindestens X % des Kaufpreises plus Nebenkosten

Der Kaufpreisfaktor – auch Vervielfältiger oder Multiplikator genannt – ist mathematisch der Kehrwert der Bruttomietrendite. Die Formel lautet: Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete. Ein Kaufpreisfaktor von 25 bedeutet, dass du 25 Jahreskaltmieten für das Objekt zahlst. Umgerechnet ergibt das eine Bruttomietrendite von 4 %. Ein Kaufpreisfaktor von 30 entspricht einer Bruttomietrendite von rund 3,3 %, ein Faktor von 20 einer Bruttomietrendite von 5 %.

In deutschen Großstädten und Metropolregionen sind die Kaufpreisfaktoren in den vergangenen Jahren stark gestiegen, während die Mieten nicht in gleichem Maße mitgezogen haben. Das bedeutet: Hohe Kaufpreisfaktoren korrespondieren mit niedrigen Mietrenditen. In B- und C-Lagen – also mittelgroßen Städten und ländlicheren Regionen mit stabiler Nachfrage – sind die Kaufpreisfaktoren in der Regel niedriger, was zu höheren Mietrenditen führt. Allerdings sind in diesen Lagen auch die Risiken manchmal anders gelagert, zum Beispiel in Bezug auf Bevölkerungsentwicklung und langfristige Nachfrage.

Für die praktische Anwendung empfiehlt sich eine Kombination beider Kennzahlen. Der Kaufpreisfaktor lässt sich mental sehr schnell berechnen, sobald du Kaufpreis und Monatsmiete kennst – das macht ihn ideal für eine erste Einschätzung direkt beim Besichtigungstermin oder beim Blick ins Inserat. Die Nettomietrendite liefert dann im Rahmen einer gründlichen Due-Diligence-Prüfung das vollständige Bild. Wer beide Kennzahlen kennt und richtig interpretiert, hat einen soliden analytischen Rahmen für die Bewertung jedes Immobilienobjekts.

AUF EINEN BLICK

  • KfW-Förderprogramme für Käufer (z. B. Wohneigentum für Familien): Konditionen regelmäßig auf kfw.de prüfen.
  • Besonderheit bei Kleinstobjekten: Kleinteilige Einheiten haben oft höhere Bruttomietrenditen, aber auch höhere Fluktuation und Verwaltungsaufwand.
  • Immobilien als Teil des Vermögensaufbaus neben ETF-Sparplan und BU-Absicherung einordnen – Diversifikation beachten.
  • Wichtig: Ohne ausreichende Absicherung (Berufsunfähigkeit, Risikoleben) kann ein Immobilienkredit zur Schuldenfalle werden – interne Verlinkung zur BU-Seite.

Was junge Erstinvestoren besonders beachten sollten

Nutze den StudySmarter Finanz-Score-Rechner, um deine persönliche Vermögenssituation zu analysieren und Immobilien-Investments einzuordnen.

Für Menschen, die zum ersten Mal über einen Immobilienkauf nachdenken, gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Banken verlangen in der Regel einen substanziellen Eigenkapitalanteil – üblicherweise mindestens die gesamten Kaufnebenkosten sowie einen Teil des Kaufpreises. Wer keine ausreichenden Eigenmittel mitbringt, erhält entweder keine Finanzierung oder muss mit deutlich schlechteren Konditionen rechnen. Das beeinflusst nicht nur die Finanzierbarkeit, sondern auch die Eigenkapitalrendite und den tatsächlichen monatlichen Cashflow nach Schuldendienst.

Staatliche Förderprogramme können den Einstieg erleichtern. Die KfW bietet verschiedene Programme für den Immobilienerwerb an, etwa im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren. Die Konditionen dieser Programme ändern sich regelmäßig, weshalb du die aktuellen Angebote stets direkt auf kfw.de prüfen solltest. Auch auf Länderebene gibt es teils interessante Fördermöglichkeiten für Erstkäufer und junge Familien.

Kleine Apartments und Einzimmerwohnungen gelten in der Immobilienwelt oft als renditestark – und das stimmt häufig in Bezug auf die Bruttomietrendite. Kleinteilige Objekte in Universitätsstädten erzielen oft überdurchschnittliche Mieten pro Quadratmeter. Allerdings geht damit auch eine höhere Fluktuation einher: Mieterinnen und Mieter ziehen nach einigen Jahren weiter, was Leerstandsphasen und Renovierungskosten zwischen den Mietverhältnissen bedeutet. Der Verwaltungsaufwand ist bei solchen Objekten erfahrungsgemäß deutlich höher als bei langfristig vermieteten Familienwohnungen.

Schließlich solltest du eine Immobilie nie isoliert betrachten, sondern als Teil einer übergeordneten Vermögensstrategie. Immobilien binden viel Kapital und sind illiquide – du kannst sie im Gegensatz zu ETF-Anteilen nicht schnell und günstig veräußern, wenn sich deine Lebensumstände ändern. Eine sinnvolle Gesamtstrategie kombiniert verschiedene Anlageklassen: etwa einen ETF-Sparplan für liquide Mittel, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zur Absicherung der Einkommenskraft und – wenn die Rahmenbedingungen stimmen – eine Immobilie als weiteren Baustein. Diversifikation schützt vor dem Klumpenrisiko, das entsteht, wenn ein einziges Objekt den Großteil des Vermögens ausmacht.

AUF EINEN BLICK

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  • Hol dir anschließend unabhängigen Rat: Verbraucherzentrale Baufinanzierungsberatung oder zertifizierter Finanzplaner (CFP) – kein Anbieter-Vergleich auf dieser Seite.
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Häufige Fragen

Als Faustregel gilt, dass sich eine Immobilie erst ab einer Nettomietrendite von etwa vier bis fünf Prozent pro Jahr lohnt, wobei die tatsächliche Mindestgrenze stark von Ihrer individuellen Finanzierung und Ihren Renditeerwartungen abhängt. Entscheidend ist, dass die Mieteinnahmen nach Abzug aller Kosten Ihre laufenden Finanzierungskosten decken und idealerweise einen Überschuss erwirtschaften.

Die Bruttomietrendite setzt die jährliche Kaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis inklusive Nebenkosten, ohne laufende Kosten zu berücksichtigen. Die Nettomietrendite zieht von den Mieteinnahmen alle Bewirtschaftungskosten wie Instandhaltung, Verwaltung und nicht umlagefähige Nebenkosten ab, wodurch sie die tatsächliche Rendite deutlich realistischer abbildet.

Bei der Berechnung der Mietrendite müssen Sie neben dem Kaufpreis auch die Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie Maklerprovision einbeziehen. Zusätzlich sind laufende Kosten wie Instandhaltungsrücklage, Hausgeld, Grundsteuer, Versicherungen und gegebenenfalls Verwaltungskosten zu berücksichtigen, da diese die Nettorendite erheblich schmälern können.

Für eine noch nicht vermietete Immobilie orientieren Sie sich an der ortsüblichen Vergleichsmiete, die Sie aus Mietspiegeln, vergleichbaren Anzeigen oder einer Mietpreisanalyse ableiten können. Rechnen Sie mit dieser geschätzten Kaltmiete und ziehen Sie einen Sicherheitsabschlag für Leerstand und Mietausfall ab, um eine realistische Nettorendite zu ermitteln.

Ja, Mieteinnahmen müssen Sie in Deutschland als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben und versteuern. Sie können jedoch alle Werbungskosten wie Zinsen, Abschreibungen, Instandhaltung und Verwaltungskosten steuerlich absetzen, sodass sich die Steuerlast oft deutlich reduziert.

Der Kaufpreisfaktor, auch Vervielfältiger genannt, gibt an, wie viele Jahreskaltmieten Sie für eine Immobilie zahlen, also Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete. Ein niedriger Kaufpreisfaktor bedeutet eine höhere Mietrendite, da Sie weniger für die erzielbare Miete bezahlen; ein Faktor von 20 entspricht beispielsweise einer Bruttomietrendite von fünf Prozent.

Eine kleine Wohnung in guter Lage kann sich als Kapitalanlage lohnen, da die Nachfrage in beliebten Stadtvierteln meist stabil ist und die Mieten oft gut planbar sind. Allerdings müssen Sie mit höherer Fluktuation, stärkerem Verschleiß und möglicherweise niedrigeren Mieten pro Quadratmeter rechnen, sodass Sie die Rendite sorgfältig mit vergleichbaren Wohnlagen kalkulieren sollten.

Die Finanzierung beeinflusst die Mietrendite, weil die Zins- und Tilgungszahlungen Ihre laufenden Kosten erhöhen und damit die Nettorendite schmälern. Bei steigenden Zinsen sinkt die Rendite, während ein hoher Eigenkapitalanteil die Finanzierungskosten reduziert und die Rendite verbessert; zudem können Sie die Zinsen steuerlich absetzen, was die effektive Belastung mindert.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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