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FinanzbildungEigenkapital9 Min.

Eigenkapital beim Hauskauf Wie viel brauchst du wirklich?

Wie viel Eigenkapital brauchst du für den Hauskauf? Empfehlungen, ETF-Anspar-Strategien & Rechner – & junge Erwachsene.

Eigenkapital beimRechnerWas ist Eigenkapital
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Eigenkapital = alle eigenen Mittel (Ersparnisse, ETF-Depot, Schenkungen, Eigenleistung), die du ohne Kredit in den Kauf einbringst.
  • Je höher das Eigenkapital, desto niedriger das Beleihungsauslauf-Verhältnis (LTV) – das senkt den Zinssatz der Bank direkt.
  • Banken bewerten Eigenkapital als Sicherheitspuffer; ohne ausreichend Eigenkapital steigt das Ausfallrisiko für Kreditgeber.
  • Für junge Erwachsene & Studierende ist Eigenkapital oft die größte Hürde – deshalb lohnt frühzeitiges, strukturiertes Ansparen.

Eigenkapital beim Hauskauf: Das Wichtigste auf einen Blick

Definition: Eigenkapital = alle eigenen Mittel (Ersparnisse, ETF-Depot, Schenkungen, Eigenleistung), die du ohne Kredit in den Kauf einbringst.

Du träumst vom eigenen Zuhause – aber wie viel Geld musst du wirklich selbst mitbringen? Die gute Nachricht: Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Die ehrliche Nachricht: Wer wenig Eigenkapital einbringt, zahlt deutlich mehr Zinsen und trägt ein höheres Finanzierungsrisiko. Wie viel du wirklich brauchst und wie du als Berufseinsteiger oder junger Erwachsener strukturiert ansparst, erfährst du hier.

Kurzantwort: Finanzexperten empfehlen, mindestens 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital einzubringen – mindestens aber die gesamten Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler). Je mehr du selbst mitbringst, desto besser der Zinssatz und desto schneller bist du schuldenfrei. Eine gesetzliche Mindestquote existiert in Deutschland nicht.

AUF EINEN BLICK

  • Je höher das Eigenkapital, desto niedriger das Beleihungsauslauf-Verhältnis (LTV) – das senkt den Zinssatz der Bank direkt.
  • Banken bewerten Eigenkapital als Sicherheitspuffer; ohne ausreichend Eigenkapital steigt das Ausfallrisiko für Kreditgeber.
  • Für junge Erwachsene & Berufseinsteiger ist Eigenkapital oft die größte Hürde – deshalb lohnt frühzeitiges, strukturiertes Ansparen.
  • Psychologischer Vorteil: Wer Eigenkapital hat, verhandelt auf Augenhöhe mit der Bank.
Kennzahl (2026)Wert
Grunderwerbsteuer3,5 %–6,5 % (je Bundesland)
Spekulationsfrist10 Jahre

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Was ist Eigenkapital beim Hauskauf – und warum entscheidet es über deine Konditionen?

In Deutschland existiert KEINE gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Eigenkapitalquote für private Immobilienkäufer.

Eigenkapital bezeichnet alle Mittel, die du ohne Bankkredit in den Immobilienkauf einbringst. Dazu zählen klassische Ersparnisse auf Giro- oder Tagesgeldkonto, Guthaben auf einem Bausparvertrag, ein ETF-Depot (durch Verkauf der Anteile), Schenkungen oder Erbschaften von Familienangehörigen sowie sogenannte Eigenleistungen – also handwerkliche Arbeit, die du selbst am Haus erbringst und die von der Bank als Wertbeitrag anerkannt werden kann. Kurz gesagt: Alles, was du an Wert einbringst, ohne dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen, ist Eigenkapital.

Für die Bank ist die entscheidende Kennzahl das sogenannte Beleihungsauslauf-Verhältnis, im Englischen Loan-to-Value-Ratio (LTV). Dieses Verhältnis beschreibt, wie viel Prozent des Immobilienwerts du finanzieren musst. Je höher dein Eigenkapitalanteil, desto niedriger der LTV – und desto geringer das Risiko für die Bank. In der Praxis bedeutet das: Ein niedrigerer LTV führt direkt zu einem besseren Zinssatz, weil die Bank weniger Ausfallrisiko trägt. Schon wenige Prozentpunkte mehr Eigenkapital können über die gesamte Laufzeit eines Darlehens einen erheblichen Unterschied machen.

Banken betrachten Eigenkapital als Sicherheitspuffer: Wenn der Immobilienwert in einer Krise fällt und du gleichzeitig in Zahlungsschwierigkeiten gerätst, schützt hohes Eigenkapital die Bank vor einem Verlust – und dich vor einer Nachschusspflicht. Für viele Verbraucher:innen ist das Ansparen von Eigenkapital deshalb häufig die größte Hürde auf dem Weg zur eigenen Immobilie. Genau deshalb lohnt es sich, früh und strukturiert zu beginnen – selbst kleine monatliche Beträge können über einen langen Zeitraum mit dem Zinseszins-Effekt zu einem erheblichen Polster anwachsen. Wer sich früh mit dem Thema Eigenkapital Hauskauf Rechner beschäftigt und einen Plan zum Eigenkapital Hauskauf Ansparen aufstellt, legt den Grundstein für solide Konditionen.

AUF EINEN BLICK

  • Banken legen ihre Kreditvergaberichtlinien intern fest; Vollfinanzierungen (100 % oder 110 %) sind möglich, aber teurer und seltener.
  • Die BaFin kann makroprudenzielle Instrumente (z. B. LTV-Obergrenzen) aktivieren – bisher nicht flächendeckend eingesetzt.
  • Empfehlung der meisten Finanzexperten: mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital bestreiten (sogenannte 'Nebenkosten-Finanzierung').
  • Kaufnebenkosten bestehen aus Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland unterschiedlich), Notarkosten und ggf. Maklerprovision

Gibt es eine gesetzliche Mindest-Eigenkapitalquote beim Hauskauf?

Allgemeine Expertenempfehlung: mindestens 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen.

Die klare Antwort lautet: Nein – in Deutschland existiert keine gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Eigenkapitalquote für private Immobilienkäufer. Jede Bank legt ihre Kreditvergaberichtlinien intern fest. Das bedeutet in der Theorie: Vollfinanzierungen zu 100 % des Kaufpreises oder sogar zu 110 % (inklusive aller Nebenkosten) sind grundsätzlich möglich. In der Praxis bieten jedoch nur wenige Kreditinstitute solche Konstrukte an, und wenn, dann zu deutlich höheren Zinsen und mit strengeren Anforderungen an Bonität und Einkommenshöhe.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verfügt als Aufsichtsbehörde über sogenannte makroprudenzielle Instrumente. Dazu gehören beispielsweise die Möglichkeit, LTV-Obergrenzen oder Schuldendienstquoten verbindlich festzulegen, um systemische Risiken auf dem Immobilienmarkt zu begrenzen. Bisher wurden diese Instrumente in Deutschland jedoch nicht flächendeckend aktiviert. Die Kreditvergabe folgt damit im Wesentlichen den internen Risikomodellen der Banken und den Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR), die seit 2016 europaweit eine sorgfältige Kreditwürdigkeitsprüfung vorschreibt.

Was Finanzexperten und Verbraucherschützer unabhängig von der Rechtslage empfehlen: Mindestens die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital bestritten werden. Diese sogenannte „Nebenkosten-Finanzierung" gilt als absolute Untergrenze verantwortungsvoller Immobilienfinanzierung. Wer nicht einmal die Nebenkosten selbst tragen kann, geht ein erhebliches finanzielles Risiko ein – denn diese Kosten erhöhen die Schulden, ohne den Immobilienwert zu steigern.

AUF EINEN BLICK

  • Mindestens die gesamten Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital stammen, um eine Überschuldung zu vermeiden.
  • Beispielstruktur (ohne konkrete Euro-Beträge): Kaufpreis × empfohlene Quote = angestrebtes Eigenkapitalziel – nutze unseren Rechner für deine individuelle Zahl.
  • Je höher der Eigenkapitalanteil, desto besser die Zinskonditionen und desto kürzer die Schuldenfreiheit.
  • Auch für Selbstständige und Berufseinsteiger gilt: Schon ein moderater Eigenkapitalpuffer verbessert die Kreditwürdigkeit erheblich.

Die Faustformel: Wie viel Eigenkapital wird wirklich empfohlen?

Tagesgeld & Festgeld: Sicherheit und Verfügbarkeit, aber aktuell begrenzte Rendite – geeignet für kurzfristigen Horizont (< 3 Jahre).

Die am häufigsten genannte Empfehlung lautet: 20 bis 30 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Wer beispielsweise eine Immobilie zum Kaufpreis X erwerben möchte, sollte idealerweise 20 bis 30 % dieses Betrags selbst mitbringen – zuzüglich der Kaufnebenkosten, die je nach Bundesland und ob ein Makler eingeschaltet wird, erheblich variieren können. Die Nebenkosten liegen in der Regel zwischen rund 5 und 15 % des Kaufpreises und setzen sich hauptsächlich aus Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbucheintrag und gegebenenfalls Maklerprovision zusammen.

Besonders wichtig: Die Kaufnebenkosten sollten vollständig aus Eigenkapital stammen. Sie „verschwinden" beim Kauf – sie erhöhen nicht den Wert der Immobilie, sondern sind schlicht Transaktionskosten. Wer diese mitfinanziert, hat von Beginn an eine höhere Verschuldung als der eigentliche Immobilienwert rechtfertigt. Das Prinzip „mindestens Nebenkosten aus Eigenkapital" schützt dich davor, sofort unter Wasser zu stehen – also mehr zu schulden, als deine Immobilie wert ist.

Je höher dein Eigenkapitalanteil, desto besser die Zinskonditionen und desto kürzer die Laufzeit bis zur Schuldenfreiheit. Das ist kein lineares Verhältnis: Bestimmte LTV-Schwellen (häufig bei 60 %, 70 % oder 80 %) lösen bei Banken Zinsstufen aus – wer knapp unter eine dieser Schwellen kommt, profitiert überproportional. Für deine konkrete Situation – mit deinem Ziel-Kaufpreis, deiner gewünschten Eigenkapitalquote und deiner monatlichen Sparrate – hilft dir unser Rechner weiter. Konkrete Euro-Zahlen als Beispiel findest du dort interaktiv berechnet, statt hier pauschal genannt.

AUF EINEN BLICK

  • ETF-Sparplan: Für einen Zeithorizont von 7+ Jahren historisch die renditeträchtigste Ansparmethode; Risikotoleranz und Anlagehorizont müssen passen.
  • Wohn-Riester (Eigenheimrente): Staatliche Förderung speziell für selbst genutztes Wohneigentum
  • Bausparvertrag: Planungssicherheit durch garantierten Zins + staatliche Wohnungsbauprämie; lohnt sich bei frühem Abschluss.
  • Wohnungsbauprämie & Arbeitnehmer-Sparzulage: Einkommensabhängige staatliche Zuschüsse beim Bausparen

Eigenkapital ansparen: Die besten Methoden im Vergleich

ETF-Depots können beim Hauskauf als Eigenkapital eingesetzt werden – entweder durch Verkauf oder als Sicherheit (nicht alle Banken akzeptieren Depot als Sicherheit).

Tagesgeld und Festgeld sind die klassischen Anlageformen für Eigenkapital mit kurzem Zeithorizont – also wenn du planst, in weniger als drei Jahren zu kaufen. Sicherheit und jederzeitige Verfügbarkeit (beim Tagesgeld) stehen hier im Vordergrund. Die Rendite ist naturgemäß begrenzt und hängt vom aktuellen Zinsumfeld ab. Für den mittelfristigen Aufbau von Eigenkapital sind diese Produkte dennoch unverzichtbar, sobald du dich dem Kaufzeitpunkt näherst und Kursschwankungen vermeiden willst.

ETF-Sparpläne gelten für einen Zeithorizont von sieben oder mehr Jahren als die renditeträchtigste Ansparmethode unter den breit zugänglichen Anlageformen. Breit gestreute Aktien-ETFs auf globale Indizes haben historisch über lange Zeiträume positive reale Renditen erzielt – ohne dass du aktiv Einzelaktien auswählen musst. Wichtig ist dabei die Übereinstimmung mit deiner persönlichen Risikotoleranz und deinem tatsächlichen Anlagehorizont. Wer mit ETFs für den Hauskauf anspart, muss die Umschichtungsstrategie im Blick behalten (dazu mehr im nächsten Abschnitt).

Der Bausparvertrag bietet einen besonderen Vorteil: Er kombiniert eine Ansparphase mit garantierten Konditionen für ein späteres Darlehen und ermöglicht bei frühem Abschluss die staatliche Wohnungsbauprämie. Für Personen mit mittlerem Einkommen und dem klaren Ziel Wohneigentum kann er eine sinnvolle Ergänzung im Eigenkapital-Mix sein – gerade weil er Planungssicherheit durch einen festgelegten Zinssatz für das spätere Bauspardarlehen schafft. Wohn-Riester (Eigenheimrente) wiederum bietet staatliche Zulagen und Steuervorteile speziell für selbst genutztes Wohneigentum. Ob er für deine Situation passt, hängt von deinem Einkommen, deinem Familienstand und deinem Sparziel ab – eine individuelle Beratung ist hier besonders empfehlenswert.

AUF EINEN BLICK

  • Wichtig: Kursschwankungen einkalkulieren – ein ETF-Depot sollte nicht kurz vor geplantem Kauf vollständig in Aktien investiert sein (Sequenzrisiko).
  • Umschichtungsstrategie: Rund 3–5 Jahre vor dem geplanten Kauf schrittweise in risikoärmere Anlagen umschichten.
  • Steueraspekt: Beim Verkauf von ETF-Anteilen fällt Abgeltungsteuer auf Gewinne an – Sparerpauschbetrag beachten
  • Broker-Vergleich ist nicht Gegenstand dieser Seite; wir verweisen auf unseren Finanz-Score-Rechner für eine individuelle Standortbestimmung.

ETF-Depot als Eigenkapital-Baustein: Was du unbedingt wissen musst

Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland erheblich – diese bildet den größten Posten der Kaufnebenkosten

Ein ETF-Depot kann beim Hauskauf als Eigenkapital dienen – in der Regel durch den Verkauf der Anteile kurz vor dem Kauf. Manche Banken akzeptieren ein Depot auch direkt als Sicherheit (Lombardierung), doch das ist nicht die Regel und hängt von der jeweiligen Bank und der Art der Wertpapiere ab. Im Regelfall musst du die ETF-Anteile also liquidieren und das freigewordene Kapital als Eigenkapital einbringen.

Das größte Risiko beim ETF-Depot als Eigenkapitalbaustein ist das sogenannte Sequenzrisiko: Wenn der Markt ausgerechnet kurz vor deinem geplanten Kaufzeitpunkt stark fällt, ist dein angespartes Kapital deutlich weniger wert – und dein Eigenkapital schrumpft. Um dieses Risiko zu begrenzen, empfehlen Finanzplaner eine schrittweise Umschichtungsstrategie: Etwa drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Kauf beginnst du, die Aktienquote in deinem Depot zu reduzieren und in risikoärmere Anlageformen (z. B. Tagesgeld, Festgeld oder kurzlaufende Anleihen-ETFs) umzuschichten. So sicherst du schrittweise die aufgelaufenen Gewinne.

Beim Verkauf von ETF-Anteilen fällt auf realisierte Gewinne Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % an, zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Allerdings hast du als ledige Person einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro, bis zu dem Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Gewinne, die den Pauschbetrag überschreiten, werden entsprechend versteuert. Das solltest du in deiner Liquidationsplanung berücksichtigen – gerade wenn du über Jahre hohe Gewinne im Depot aufgebaut hast.

AspektWorauf es ankommt
Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland erheblich – diese bildet den größten Posten der Kaufnebenkosten,
Einige Bundesländer bieten Erstkäufer-Förderungen oder reduzierte Grunderwerbsteuersätze – regelmäßig auf Aktualität prüfen.,
Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse können Eigenkapitalbedarf reduzieren.,
Landeseigene Förderprogramme (z. B. NRW.BANKL-Bank BW, IBB Berlin) ergänzen KfW-Mittel – regional recherchieren.
Maklerprovision: Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer in Deutschland die Provision – auch dies beeinflusst den Eigenkapitalbedarf.,

Kaufnebenkosten, Grunderwerbsteuer und Förderprogramme: Was je nach Bundesland gilt

Fehler 1: Kaufnebenkosten vergessen – sie erhöhen den tatsächlichen Finanzierungsbedarf erheblich.

Ein oft unterschätzter Faktor bei der Eigenkapitalplanung ist die Grunderwerbsteuer – sie variiert je nach Bundesland erheblich und bildet häufig den größten Einzelposten der Kaufnebenkosten. Da sich Steuersätze ändern können und je nach Bundesland sehr unterschiedlich sind, empfiehlt sich eine aktuelle Recherche beim zuständigen Finanzamt oder auf den offiziellen Seiten der Bundesländer. Wer in einem Bundesland mit hoher Grunderwerbsteuer kauft, muss entsprechend mehr Eigenkapital allein für die Nebenkosten bereithalten.

Einige Bundesländer bieten Erstkäufer-Förderungen oder temporäre Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer an. Diese Programme ändern sich regelmäßig, weshalb du immer auf Aktualität prüfen solltest. Daneben bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren, die den Eigenkapitalbedarf faktisch senken können – indem sie einen Teil des Finanzierungsbedarfs zu günstigeren Konditionen abdecken als Marktdarlehen.

Ergänzend zu KfW-Mitteln haben viele Bundesländer eigene Förderprogramme: Die NRW.BANK in Nordrhein-Westfalen, die L-Bank in Baden-Württemberg oder die IBB in Berlin bieten jeweils spezifische Darlehen und Zuschüsse für Erstkäufer, Familien oder energieeffiziente Immobilien an. Diese Programme können miteinander kombiniert werden und sind regional sehr unterschiedlich. Eine frühzeitige Recherche und Beratung zahlt sich aus – im wörtlichen Sinne, denn gut genutzte Fördermittel können deinen tatsächlichen Eigenkapitalbedarf spürbar reduzieren.

AUF EINEN BLICK

  • Fehler 2: Kein Notgroschen behalten – nach dem Kauf sollte immer eine Liquiditätsreserve vorhanden sein.
  • Fehler 3: Eigenkapital in der falschen Assetklasse parken (zu risikoreich kurz vor dem Kauf oder zu renditeschwach bei langem Horizont).
  • Fehler 4: Schenkungen oder Eigenleistung nicht rechtzeitig mit der Bank abstimmen – nicht jede Bank akzeptiert diese als Eigenkapital.
  • Fehler 5: Eigenkapital unterschätzen und dann schlechtere Zinskonditionen hinnehmen müssen.

Die häufigsten Fehler beim Eigenkapital – und wie du sie von Anfang an vermeidest

Mit unserem Vermögensaufbau-Rechner kannst du berechnen, wie lange du bei verschiedenen Sparraten und Renditen brauchst, um dein Eigenkapitalziel zu erreichen.

Der klassischste Fehler: Kaufnebenkosten vergessen oder unterschätzen. Viele angehende Immobilienkäufer planen ihren Eigenkapitalbedarf nur auf den Kaufpreis, nicht aber auf die anfallenden Transaktionskosten. Notargebühren, Grundbucheintrag, Grunderwerbsteuer und Maklerprovision summieren sich je nach Region und Kaufpreis auf einen erheblichen Betrag – und müssen idealerweise vollständig aus Eigenkapital bestritten werden. Wer diesen Posten vergisst, steht kurz vor dem Notartermin plötzlich vor einer Finanzierungslücke.

Ein weiterer häufiger Fehler: den gesamten Eigenkapitalbetrag in die Immobilie stecken und keinen Notgroschen behalten. Nach dem Kauf entstehen unmittelbar neue Ausgaben: Renovierungen, Möbel, Umzugskosten, und nicht selten unvorhergesehene Reparaturen. Finanzplaner empfehlen, auch nach dem Kauf eine Liquiditätsreserve von mehreren Monatsgehältern liquide zu halten. Eigenkapital ist gebunden, sobald es im Haus steckt – eine nachträgliche Liquidierung ohne Verkauf ist kaum möglich.

Ebenfalls problematisch: Eigenkapital in der falschen Anlageklasse parken. Wer sein Eigenkapital zwei Jahre vor dem geplanten Kauf noch zu 100 % in Aktien-ETFs hält, riskiert eine ungünstige Marktphase kurz vor dem Kauftermin. Umgekehrt: Wer bei einem Zeithorizont von zehn Jahren sein gesamtes Eigenkapital auf dem Tagesgeldkonto lässt, verzichtet möglicherweise auf erhebliche Renditepotenziale. Die Anlagestrategie muss zum Zeithorizont passen.

Schließlich: Schenkungen oder geplante Eigenleistungen nicht rechtzeitig mit der finanzierenden Bank abstimmen. Nicht alle Kreditinstitute akzeptieren Schenkungen oder Eigenleistungen gleichermaßen als Eigenkapital. Manche verlangen Nachweise über die Mittelherkunft, andere setzen Grenzen bei der Anrechenbarkeit von Eigenleistungen. Wer diese Details erst beim Notartermin klärt, riskiert eine böse Überraschung. Das Gespräch mit der Bank sollte so früh wie möglich stattfinden.

AUF EINEN BLICK

  • Gib Kaufpreis-Ziel, gewünschte Eigenkapitalquote und monatliche Sparrate ein – der Rechner zeigt dir Zeitraum und empfohlene Anlageform.
  • Tipp: Verschiedene Szenarien durchspielen (konservativ, moderat, optimistisch) um ein realistisches Bild zu bekommen.
  • Nach dem Rechner: Nutze unsere interne Finanzwissens-Strecke zu Bausparvertrag, KfW-Förderung und ETF-Grundlagen.

Eigenkapital berechnen und gezielt aufbauen

Eigenkapital ist beim Hauskauf kein nettes Extra – es ist die Grundlage für günstige Konditionen, finanzielle Sicherheit und eine realistische Schuldenfreiheit. Die empfohlene Zielgröße von 20–30 % des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten klingt zunächst groß. Aber mit der richtigen Strategie, dem passenden Anlagemix und einem langen Atem ist dieses Ziel für Sparer:innen und Anleger:innen erreichbar – vorausgesetzt, du fängst früh an und planst strukturiert.

Die größten Hebel hast du auf der Seite der Anlageentscheidung: Wie lange ist dein Zeithorizont? Wie hoch ist deine Sparrate? Welche Anlageform passt zu deiner Risikobereitschaft? Und wie wirken staatliche Förderungen auf deinen tatsächlichen Eigenkapitalbedarf? All diese Variablen kannst du durchrechnen – und verschiedene Szenarien vergleichen, bevor du eine Entscheidung triffst.

Jetzt konkret werden: Nutze unseren Vermögensaufbau-Rechner, um dein persönliches Eigenkapitalziel zu berechnen. Gib deinen Ziel-Kaufpreis, die gewünschte Eigenkapitalquote und deine monatliche Sparrate ein – der Rechner zeigt dir, wie lange du bei verschiedenen Renditen brauchst und welche Anlageform zu deinem Zeithorizont passt. Zum Vermögensaufbau-Rechner →

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Häufige Fragen

Für den Hauskauf in Deutschland solltest du in der Regel mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln stemmen können, also Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision. Darüber hinaus verlangen Banken häufig einen gewissen Eigenkapitalanteil am Kaufpreis, wobei die genaue Höhe von deiner Bonität und dem Beleihungswert abhängt. Als Faustregel gilt, dass ein Eigenkapitalanteil von etwa 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises die Konditionen deutlich verbessert.

Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Vorlage von Eigenkapital gibt es in Deutschland nicht. Die Kreditvergabe ist jedoch durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie reguliert, die eine verantwortungsvolle Kreditvergabe vorschreibt und eine Kreditwürdigkeitsprüfung verlangt. In der Praxis verlangen Banken aber fast immer einen gewissen Eigenbeitrag, um das Risiko zu minimieren und die Finanzierung zu genehmigen.

Ja, du kannst dein ETF-Depot als Eigenkapital beim Hauskauf nutzen, indem du Wertpapiere verkaufst und den Erlös als Eigenmittel einbringst. Alternativ kannst du das Depot auch als Sicherheit für ein sogenanntes Lombarddarlehen verwenden, wobei dies mit zusätzlichen Kosten und Risiken verbunden ist. Beachte, dass bei einem Verkauf von Fondsanteilen eventuell Steuern auf Gewinne anfallen, die du in deiner Finanzplanung berücksichtigen solltest.

Als Berufseinsteiger kannst du Eigenkapital für den Hauskauf ansparen, indem du einen Nebenjob annimmst, deine Ausgaben strikt kontrollierst und regelmäßig Geld auf ein separates Sparkonto oder in einen Sparplan einzahlst. Auch ein zinsgünstiges Darlehen von Verwandten kann helfen, deine Lebenshaltungskosten zu senken und so mehr vom Einkommen zurückzulegen. Wichtig ist, dass du langfristig denkst und dir realistische Sparziele setzt, da ein Hauskauf in der Regel erst mit einem geregelten Einkommen möglich ist.

Ja, Schenkungen der Eltern zählen als Eigenkapital beim Hauskauf, sofern sie dir tatsächlich und nachweisbar zugeflossen sind. Du solltest die Schenkung schriftlich dokumentieren und auf ein separates Konto überweisen, damit die Bank sie als Eigenmittel anerkennt. Beachte, dass Schenkungen von Eltern an Kinder innerhalb von zehn Jahren einen Freibetrag haben, der für jeden Elternteil gilt und den du nicht überschreiten solltest, um Schenkungsteuer zu vermeiden.

Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die zusätzlich zum reinen Kaufpreis einer Immobilie anfallen, darunter Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchgebühren und gegebenenfalls Maklerprovision. Die Höhe variiert je nach Bundesland, da die Grunderwerbsteuer zwischen etwa 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises liegt, während Notar und Grundbuch zusammen meist rund 1,5 bis 2 Prozent ausmachen. Insgesamt solltest du mit Kaufnebenkosten von etwa 8 bis 12 Prozent des Kaufpreises rechnen, wobei die Maklerprovision je nach Region und Vereinbarung zusätzlich anfällt.

Es gibt verschiedene staatliche Förderungen, die den Eigenkapitalbedarf senken können, etwa das Baukindergeld, das allerdings inzwischen ausgelaufen ist und nicht mehr beantragt werden kann. Aktuell relevant sind vor allem KfW-Darlehen mit zinsgünstigen Konditionen, zum Beispiel für energieeffizientes Bauen oder den Erwerb von Wohneigentum, sowie regionale Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen. Auch die Wohnungsbauprämie und die Riester-Förderung können beim Vermögensaufbau helfen, wobei die Bedingungen und Konditionen sich regelmäßig ändern.

Wenn du kein oder kaum Eigenkapital hast, kannst du unter Umständen trotzdem einen Kredit bekommen, allerdings zu schlechteren Konditionen und mit höheren Zinsen. Banken finanzieren in solchen Fällen oft bis zu 100 Prozent des Kaufpreises, verlangen dann aber einen Risikoaufschlag und prüfen deine Bonität sehr genau. Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber du solltest dir bewusst sein, dass du dann auch die Kaufnebenkosten mitfinanzieren musst, was die monatliche Belastung deutlich erhöht.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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