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FinanzbildungSteuersoftware9 Min.

Steuersoftware 2024 Was Studierende & Berufseinsteiger wissen müssen

Steuersoftware 2024 im Überblick & Berufseinsteiger: Funktionen, Kosten, ELSTER-Alternative & was du als Student wirklich brauchst.

Steuersoftware 2024RechnerWarum überhaupt eine
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Unterschied zwischen kostenlosem ELSTER-Portal und kostenpflichtiger Steuersoftware klar erklären
  • Typische Situationen, in denen Software sich lohnt: Nebenjob, erstes Gehalt, Studienkosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben, Umzug für Studium
  • Zeitersparnis durch geführte Interviews vs. blanke Formularfelder in ELSTER
  • Hinweis: Wer ausschließlich Kapitaleinkünfte oder sehr einfache Verhältnisse hat, kommt ggf. mit ELSTER aus

Steuersoftware 2024: Lohnt sie sich wirklich?

Unterschied zwischen kostenlosem ELSTER-Portal und kostenpflichtiger Steuersoftware klar erklären

Wer zum ersten Mal eine Steuererklärung abgibt – als Berufseinsteiger, Sparer oder Verbraucher – steht vor einer Wahl: das kostenlose ELSTER-Portal nutzen oder eine kostenpflichtige Steuersoftware kaufen? Die Antwort hängt von deiner persönlichen Situation ab. Dieser Ratgeber erklärt, wann sich welche Option lohnt, welche Funktionen wirklich wichtig sind und wie du typische Fallstricke vermeidest.

Kurzfassung: Eine Steuersoftware lohnt sich für Anleger und Berufseinsteiger fast immer dann, wenn mindestens ein Sonderfall vorliegt – Nebenjob, Umzug, Fortbildungskosten oder Verlustvortrag. Der geführte Interview-Modus spart Zeit, reduziert Fehler und weist auf Abzüge hin, die du im blanken Formular leicht übersiehst. Wer ausschließlich ein einfaches Arbeitsverhältnis und keine weiteren Einkunftsarten hat, kommt auch mit dem kostenlosen ELSTER-Portal durch.

AUF EINEN BLICK

  • Typische Situationen, in denen Software sich lohnt: Nebenjob, erstes Gehalt, Fortbildungskosten als Werbungskosten oder Sonderausgaben, Umzug aus beruflichen Gründen
  • Zeitersparnis durch geführte Interviews vs. blanke Formularfelder in ELSTER
  • Hinweis: Wer ausschließlich Kapitaleinkünfte oder sehr einfache Verhältnisse hat, kommt ggf. mit ELSTER aus

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Grobe Orientierung. Ohne steuerpflichtiges Einkommen wirken Kosten oft als Verlustvortrag. Keine Steuerberatung.

Warum überhaupt eine Steuersoftware nutzen – und wann lohnt sie sich?

Erstausbildungskosten: steuerliche Besonderheit – Sonderausgaben, nicht Werbungskosten; Verlustvortrag-Diskussion kurz erläutern

Das offizielle ELSTER-Portal der Finanzverwaltung ist kostenlos, direkt beim Finanzamt angebunden und technisch zuverlässig. Du kannst dort alle amtlichen Formulare ausfüllen und elektronisch übermitteln. Der entscheidende Nachteil: ELSTER präsentiert dir exakt die Formularfelder, die auch auf dem Papierformular stehen – ohne Erklärungen, ohne Reihenfolge-Logik, ohne Optimierungshinweise. Wer das Steuerrecht nicht kennt, weiß schlicht nicht, welches Feld für die eigene Situation relevant ist und welches übersprungen werden kann.

Kommerzielle Steuersoftware arbeitet stattdessen mit einem geführten Interview-Modus: Du beantwortest Fragen in einfacher Sprache, die Software ordnet deine Antworten den richtigen Formularfeldern zu. Das reduziert die Fehlerquote erheblich und sorgt dafür, dass du keine abzugsfähigen Kosten vergisst. Gerade für alle, die zum ersten Mal eine Erklärung erstellen, ist dieser Unterschied praktisch enorm.

Typische Situationen, in denen sich Steuersoftware besonders lohnt: Du hast einen Nebenjob oder eine freiberufliche Tätigkeit, du hast Ausgaben für deine berufliche Fortbildung wie Lehrgangsgebühren, Fachbücher oder einen neuen Laptop, du bist für den Job umgezogen und möchtest Umzugskosten absetzen, oder du willst einen Verlustvortrag aus deiner Erstausbildung geltend machen. In all diesen Fällen gibt es steuerliche Besonderheiten, die Software automatisch berücksichtigt.

Wer hingegen ausschließlich Kapitaleinkünfte unterhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000 € (ledig) hat oder nur ein einziges, unkompliziertes Angestelltenverhältnis ohne jede weitere Einkunftsart, kann tatsächlich mit ELSTER auskommen. Für alle anderen – und das ist die große Mehrheit der Arbeitnehmenden mit Nebenjob oder Fortbildungskosten – bringt Steuersoftware einen messbaren Mehrwert, der die Anschaffungskosten in der Regel bei Weitem übersteigt.

AUF EINEN BLICK

  • Zweitausbildung: Werbungskosten möglich, Verlustvortrag sinnvoll
  • Nebenjob (Minijob, freie Mitarbeit): Einkommensteuerpflicht ab Grundfreibetrag
  • Stipendien oder Zuschüsse: steuerfrei, beeinflussen aber ggf. Werbungskosten-Berechnung
  • Umzugskosten aus beruflichen Gründen, doppelte Haushaltsführung bei der Arbeit

Steuererklärung: Diese Fälle sind typisch

Geführter Interview-Modus (Schritt-für-Schritt) statt blanker Formulare

Die steuerliche Behandlung von Aus- und Weiterbildungskosten hängt entscheidend davon ab, ob du dich in einer erstmaligen Ausbildung oder in einer weiterführenden Qualifikation (etwa einem Master nach abgeschlossener Berufsausbildung oder einem Zweitstudium) befindest. In der erstmaligen Ausbildung ohne vorherige Berufsausbildung können Kosten laut aktuellem Recht nur als Sonderausgaben abgezogen werden – und nicht als Werbungskosten. Das klingt technisch, hat aber eine große praktische Konsequenz: Sonderausgaben können nicht zu einem steuerlichen Verlust führen, der in spätere Jahre vorgetragen werden kann.

Der viel diskutierte Verlustvortrag für die erstmalige Ausbildung ist daher in der Praxis aktuell nicht möglich, solange der Gesetzgeber an dieser Regelung festhält. Anders sieht es beim Masterstudium oder bei einem Zweitstudium nach einer abgeschlossenen Erstausbildung aus: Hier gelten die Kosten als Werbungskosten, und ein Verlustvortrag ist grundsätzlich möglich. Gute Steuersoftware erkennt diese Unterscheidung automatisch und stellt die richtigen Fragen, um dich korrekt einzusortieren.

Bei einem Nebenjob oder einer geringfügigen Beschäftigung kommt es auf die Höhe des Einkommens an. Einkommensteuerpflichtig wirst du erst, wenn dein zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt. Für das Steuerjahr 2026 liegt dieser bei 12.348 € für Ledige. Bleibst du darunter, erstattet das Finanzamt einbehaltene Lohnsteuer vollständig – ein weiterer guter Grund, überhaupt eine Erklärung abzugeben. Stipendien oder ähnliche Fördermittel sind steuerfrei und müssen nicht als Einnahme angegeben werden; sie beeinflussen jedoch nicht die Berechnung der Werbungskosten für Aus- und Weiterbildungskosten, sofern diese als solche abzugsfähig sind.

Freelancer und Selbstständige mit Nebentätigkeit müssen zusätzlich die Anlage S (Selbstständige) ausfüllen und möglicherweise eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung beifügen. Hier ist Steuersoftware besonders wertvoll, weil die Schnittstelle zwischen Lohneinkommen, Selbstständigeneinnahmen und Aus- und Weiterbildungskosten schnell unübersichtlich wird.

AUF EINEN BLICK

  • Automatischer Import von ELSTER-Daten / vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt
  • Optimierungs­hinweise und Plausibilitäts­prüfung vor dem Absenden
  • Unterstützung relevanter Anlagen: N (Lohn), N-Erz (Erstausbildung), Anlage Kind, Anlage KAP
  • ELSTER-Schnittstelle (offizieller Übertragungsweg zum Finanzamt

Kernfunktionen: Das sollte eine Steuersoftware bieten

ELSTER: komplett kostenlos, aber kein Interviewmodus und keine Steuer­optimierung

Der wichtigste Unterschied zu ELSTER ist der geführte Interview-Modus. Statt vor einem leeren Formular zu sitzen, beantwortest du Fragen wie „Hast du im vergangenen Jahr einen Nebenjob gehabt?" oder „Bist du für eine berufliche oder private Angelegenheit umgezogen?" – die Software leitet daraus ab, welche Anlagen relevant sind und füllt im Hintergrund die entsprechenden Felder aus. Das ist nicht nur bequemer, es verhindert auch, dass du eine steuerlich relevante Situation ganz übersiehst.

Ein weiteres Must-have ist der automatische Import über die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt). Dabei ruft die Software direkt von den Finanzbehörden Daten ab, die diese bereits von Arbeitgebern, Krankenkassen und Banken gemeldet bekommen haben – also etwa deine Lohnsteuerbescheinigung oder Krankenversicherungsbeiträge. Du musst diese Zahlen dann nur noch prüfen statt abtippen, was Fehler minimiert und Zeit spart.

Gute Software bietet außerdem eine Plausibilitätsprüfung vor dem Absenden: Sie erkennt, wenn ein Feld ungewöhnlich hohe oder niedrige Werte enthält, und weist dich darauf hin, bevor das Finanzamt eine Rückfrage stellt. Ergänzend dazu sollte die Software die für Sparer:innen und Anleger:innen relevanten Anlagen vollständig abdecken: Anlage N für Lohneinkünfte, Anlage N-Erz oder entsprechende Felder für Aus- und Weiterbildungskosten, Anlage Kind, wenn du kindergeldberechtigt bist, sowie Anlage KAP für Kapitalerträge, falls du ein Wertpapierdepot hast.

Achte auch auf eine klare Rückerstattungsprognose in Echtzeit: Die besten Programme zeigen dir schon während der Dateneingabe, wie sich deine voraussichtliche Erstattung oder Nachzahlung entwickelt. Das motiviert, auch die letzten Belege sorgfältig einzutragen, und gibt dir ein realistisches Bild, bevor du die Erklärung abschickst.

AUF EINEN BLICK

  • Freemium-Modelle: Basisfunktionen gratis, komplexere Anlagen (z. B. Freelance, KAP) kostenpflichtig
  • Einmalkauf vs. Jahres-Abo: Einmalkauf oft günstiger bei nur einer Erklärung pro Jahr
  • Kostenpunkt: Einstiegsprodukte oft unter 20 €, Vollversionen können mehr kosten
  • Tipp für Sparer:innen mit schmalem Budget: Freemium-Lösung testen, bevor Kauf

Kostenlos oder kostenpflichtig? Preismodelle im Überblick

Tabellen-Format empfohlen: Kriterien wie Bedienbarkeit, Fehlercheck, Optimierungshinweise, Kosten, mobile Nutzung

ELSTER ist und bleibt das einzige vollständig kostenlose Angebot mit direkter Behördenanbindung. Es gibt keine versteckten Kosten, keine Werbung und keine Datennutzung durch kommerzielle Dritte. Dafür bietet es – wie beschrieben – keinen Interviewmodus, keine Steueroptimierung und keine Rückerstattungsprognose. Für viele Sparer:innen und Anleger:innen mit einfacher Steuerlage ist es ein solider Einstieg, um das System kennenzulernen, aber nicht unbedingt das effektivste Werkzeug.

Viele kommerzielle Anbieter setzen auf Freemium-Modelle: Du kannst grundlegende Informationen kostenlos eingeben und siehst eine Vorschau der Erstattung, zahlst aber erst, wenn du die Erklärung tatsächlich übermittelst. Einige Anbieter sind auch dauerhaft kostenlos für sehr einfache Fälle – sobald du jedoch Anlagen wie Anlage KAP für Kapitalerträge oder Anlage G für gewerbliche Nebeneinkünfte benötigst, wird eine Gebühr fällig.

Bei der Kaufentscheidung lohnt es sich, zwischen Einmalkauf und Jahres-Abo zu unterscheiden. Wer nur einmal im Jahr eine Erklärung macht, fährt mit einem Einmalkauf oft günstiger. Jahresabos rechnen sich eher, wenn der Anbieter über das Jahr regelmäßig Steuer-Updates und Support liefert. Einstiegsprodukte für einfache Fälle sind häufig im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Euro-Bereich erhältlich; Vollversionen für komplexere Steuersituationen können deutlich mehr kosten. Konkrete aktuelle Preise solltest du direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen, da sich Preise regelmäßig ändern.

AspektWorauf es ankommt
Tabellen-Format empfohlen: Kriterien wie Bedienbarkeit, Fehlercheck, Optimierungshinweise, Kosten, mobile Nutzung,
ELSTER: offizielle Behörden­lösungkeine Kosten, kein Interviewmodus, kein Steuer­tipp-System
Kommerzielle Software: InterviewmodusRückerstattungs­prognose, Hinweise auf übersehene Abzüge
Fazit-Empfehlung: ELSTER für absolute Einsteiger mit sehr einfacher Lage; Software bei auch nur einem Sonderfall empfehlenswert,

ELSTER vs. Steuersoftware: Was wirklich den Unterschied macht

Pflicht zur Abgabe vs. freiwillige Abgabe (Antragsveranlagung

Der Vergleich zwischen ELSTER und kommerzieller Steuersoftware lässt sich auf wenige Kernkriterien herunterbrechen. Bei der Bedienbarkeit liegt ELSTER klar hinten: Formularfelder ohne Kontext, keine Erklärungen, keine automatische Logik. Kommerzielle Software führt dich dagegen Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, erklärt Fachbegriffe und blendet irrelevante Bereiche aus.

Beim Fehlercheck bieten beide Systeme eine technische Plausibilitätsprüfung, bevor die Daten ans Finanzamt übertragen werden. Kommerzielle Software geht jedoch deutlich weiter: Sie erkennt inhaltliche Unstimmigkeiten und weist dich auf potenziell übersehene Abzüge hin – etwa, wenn du Fahrtkosten nicht angegeben hast, obwohl du einen Arbeitgeber eingetragen hast. Die Entfernungspauschale beträgt für die ersten 20 Kilometer 0,30 €/km und ab dem 21. Kilometer 0,38 €/km – eine Ausgabe, die viele Berufspendler schlicht vergessen.

Bei den Kosten gewinnt ELSTER klar: null Euro gegenüber einem niedrigen bis mittleren zweistelligen Betrag für kommerzielle Produkte. Die mobile Nutzung ist bei webbasierten Anbietern und App-Lösungen meist komfortabler als beim ELSTER-Portal, das auf größeren Bildschirmen entwickelt wurde. Insgesamt lautet die Empfehlung: ELSTER für absolute Einsteiger mit einer einzigen Einkunftsart und keinerlei Sonderfällen; kommerzielle Software sobald auch nur ein einziger Sonderfall – Nebenjob, Weiterbildungskosten, Umzug, Verlustvortrag – dazukommt.

AUF EINEN BLICK

  • Abgabefrist für Steuerjahr 2024 ohne Steuerberater, aber Verschiebungen möglich
  • Verlängerungsoptionen und Konsequenzen bei Fristversäumnis (Verspätungszuschlag
  • Freiwillige Erklärung: bis zu 4 Jahre rückwirkend möglich
  • Verlustvortrag-Antrag: besonders relevant für Berufseinsteiger mit Weiterbildungskosten und noch ohne nennenswertes Einkommen

Fristen & Abgabepflichten 2024: Was Sie beachten müssen

Schritt 1: Belege sammeln – Lohnsteuerbescheinigung, Quittungen für Arbeitsmittel, Fahrtkosten

Nicht jede:r ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Eine Pflicht besteht zum Beispiel dann, wenn du mehrere Arbeitgeber gleichzeitig hattest, einen Lohnsteuerersatz wie Elterngeld oder Kurzarbeitergeld bezogen hast, oder wenn dein Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit bestimmte Grenzen überschreitet. Der Grundfreibetrag spielt dabei eine zentrale Rolle: Liegt dein zu versteuerndes Einkommen darunter – für Ledige im Steuerjahr 2026 bei 12.348 € – wird keine Einkommensteuer fällig, aber eine Erklärung kann sich trotzdem lohnen, um einbehaltene Lohnsteuer zurückzuholen.

Wer zur Abgabe verpflichtet ist, muss die Steuererklärung für das Jahr 2024 grundsätzlich bis zum 31. Juli 2025 beim Finanzamt einreichen, sofern kein Steuerberater und kein Lohnsteuerhilfeverein eingeschaltet ist. Mit Steuerberater oder Hilfeverein verlängert sich die Frist in der Regel deutlich – die genauen Verschiebungen nach der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass Fristen auch gesetzlich verschoben werden können; überprüfe daher immer die aktuell gültige Frist beim zuständigen Finanzamt oder einer offiziellen Quelle.

Bei Fristversäumnis kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Dieser berechnet sich nach der Höhe der festgesetzten Steuer und der Dauer der Verspätung. Wer einen Zuschlag vermeiden will, sollte rechtzeitig eine Fristverlängerung beantragen – das ist formlos möglich und wird bei plausiblen Gründen in der Regel gewährt.

Besonders wichtig: Die freiwillige Steuererklärung (Antragsveranlagung) kann rückwirkend für bis zu vier Jahre eingereicht werden. Das heißt, du kannst im Jahr 2025 noch Erklärungen für die Steuerjahre 2021 bis 2024 nachholen und Erstattungen einfordern. Gerade für Sparer:innen und Anleger:innen, die in vergangenen Jahren Kapitalerträge hatten und darauf Abgeltungsteuer gezahlt haben, kann das eine erhebliche Rückzahlung bedeuten.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Software wählen und registrieren (ELSTER-Zertifikat oder direkter Login
  • Schritt 3: Vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) abrufen – spart viel Tipparbeit
  • Schritt 4: Angaben ergänzen, Optimierungshinweise der Software prüfen
  • Schritt 5: Plausibilitäts­prüfung und Steuer­erstattungs­prognose checken

Schritt für Schritt: So erledigst du deine Steuererklärung mit Software

Datenverarbeitung lokal (Desktop-Software) vs. cloudbasiert (Web-/App-Lösung

Bevor du die Software öffnest, sammle alle relevanten Belege: die Lohnsteuerbescheinigung deines Arbeitgebers (die dir in der Regel im Januar des Folgejahres zugeschickt wird), Quittungen für Arbeitsmittel wie Laptop oder Fachbücher, Nachweise für Fahrten zur Arbeitsstätte sowie Belege für einen eventuellen Umzug. Je vollständiger du in diesen ersten Schritt gehst, desto reibungsloser läuft der Rest.

Im zweiten Schritt wählst du deine Software und legst ein Konto an. Die meisten Anbieter ermöglichen die Registrierung mit einer E-Mail-Adresse. Für die Übermittlung ans Finanzamt benötigst du ein ELSTER-Zertifikat – entweder registrierst du dich dafür einmalig direkt bei ELSTER und bindest das Zertifikat in die Software ein, oder der Anbieter übernimmt diesen Prozess für dich im Rahmen des Logins.

Dritter Schritt: Nutze die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt). Diese Funktion fragt mit deiner Einwilligung direkt bei der Finanzverwaltung nach, welche Daten dort bereits zu dir vorliegen – Lohnsteuerbescheinigungen, Rentenbeiträge, Krankenversicherungsbeiträge. Du sparst dir das manuelle Eintippen und reduzierst gleichzeitig das Risiko von Tippfehlern. Vergleiche die abgerufenen Daten dennoch mit deinen eigenen Unterlagen, denn auch behördliche Daten können Fehler enthalten.

Im vierten Schritt ergänzt du alle Angaben, die noch nicht automatisch ausgefüllt wurden: Fortbildungskosten, Arbeitsmittel, Fahrtkosten zur Arbeitsstätte. Prüfe dabei alle Optimierungshinweise der Software – viele Programme weisen dich aktiv darauf hin, wenn du eine bestimmte Ausgabe noch nicht eingetragen hast, obwohl sie aufgrund deiner anderen Angaben wahrscheinlich relevant ist. Erst dann, wenn alle Felder geprüft und die Plausibilitätskontrolle fehlerfrei ist, sendest du die Erklärung elektronisch ab.

AUF EINEN BLICK

  • DSGVO-Konformität und Serverstandort (Deutschland vs. EU vs. international
  • Verschlüsselung der Übertragung ans Finanzamt via ELSTER-Standard
  • Tipp: AGB & Datenschutzerklärung lesen, besonders bei kostenlosen Anbietern

Steuersoftware & Datenschutz: Was mit deinen Daten passiert

Nach der Steuererklärung: eigenes Netto­gehalt und Steuer­last verstehen

Bei der Auswahl von Steuersoftware solltest du unterscheiden, ob es sich um eine Desktop-Anwendung oder eine cloudbasierte Weblösung handelt. Bei Desktop-Software werden deine Steuerdaten lokal auf deinem Rechner gespeichert und nur beim Absenden ans Finanzamt verschlüsselt übertragen. Bei Weblösungen und Apps liegen deine Daten auf den Servern des Anbieters – das ist praktisch für den geräteübergreifenden Zugriff, erfordert aber mehr Vertrauen in den Anbieter.

Achte auf DSGVO-Konformität und den Serverstandort. Anbieter mit Servern in Deutschland oder zumindest in der EU unterliegen den strengen europäischen Datenschutzvorschriften. Bei internationalen Anbietern – insbesondere mit Servern in den USA – gelten unter Umständen andere Regeln für den Datenzugriff durch Behörden. Das ist gerade bei Steuerdaten, die besonders sensible Finanzinformationen enthalten, ein relevantes Kriterium.

Die Übertragung deiner fertig ausgefüllten Steuererklärung ans Finanzamt läuft in jedem Fall über den offiziellen ELSTER-Standard mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – das gilt für alle in Deutschland zugelassenen Steuerprogramme. Die eigentliche Schwachstelle liegt eher in der Frage, wie der Anbieter selbst deine Daten auf seinen Servern speichert, schützt und ob er sie zu Werbezwecken nutzt.

Ein praktischer Tipp: Lies vor der Registrierung kurz die Datenschutzerklärung und die AGB – besonders bei kostenlosen oder Freemium-Angeboten. Kostenlose Dienste finanzieren sich manchmal durch Datenweitergabe an Partner. Ein paar Euro für ein seriöses Produkt sind im Zweifel gut investiert, wenn du dafür die Kontrolle über deine Finanzdaten behältst.

AUF EINEN BLICK

  • Verweis auf Brutto-Netto-Rechner von StudySmarter für Arbeitnehmer:innen & Berufseinsteiger:innen
  • Langfristig: Rentenlücke frühzeitig erkennen – besonders für Selbstständige und Angestellte mit wechselnden Erwerbsphasen
  • Finanz-Score checken: wo stehst du finanziell?

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Häufige Fragen

Ob du eine Steuererklärung abgeben musst, hängt vor allem von deinen Einkünften ab. Wenn du nur ein geringes Einkommen hast und keine weiteren Einkünfte beziehst, bist du in der Regel nicht dazu verpflichtet. Eine freiwillige Abgabe kann sich aber lohnen, wenn du hohe berufliche Aus- oder Weiterbildungskosten oder andere absetzbare Ausgaben hattest.

Die beste Steuersoftware für Arbeitnehmer:innen mit Nebenjob ist diejenige, die eine einfache Führung durch die relevanten Formulare bietet und spezielle Felder für berufliche Aus- und Weiterbildungskosten bereithält. Achte darauf, dass die Software aktuelle Gesetze und Urteile berücksichtigt, damit du alle möglichen Absetzbeträge nutzen kannst. Viele Programme bieten auch eine kostenlose Basisversion für einfache Fälle an.

Ja, Aus- und Weiterbildungskosten können in vielen Fällen als Werbungskosten oder Sonderausgaben abgesetzt werden, je nachdem ob es sich um eine erstmalige oder zweite Ausbildung handelt. Dazu zählen unter anderem Lehrgangsgebühren, Fachliteratur, Arbeitsmittel und Fahrtkosten zur Bildungseinrichtung. Die genaue Einordnung hängt von deiner individuellen Situation ab, daher solltest du die Belege sorgfältig sammeln.

Ja, ELSTER ist das offizielle und kostenlose Portal der Finanzverwaltung für die elektronische Steuererklärung. Für Personen mit einfachen Einkommensverhältnissen reicht ELSTER in der Regel völlig aus, da es alle notwendigen Formulare bereitstellt. Allerdings bietet ELSTER keine geführte Eingabe mit Hinweisen zu möglichen Absetzbeträgen, was bei komplexeren Fällen ein Nachteil sein kann.

Die Steuererklärung für das Jahr 2024 musst du in Deutschland grundsätzlich bis zum 31. Juli 2025 abgeben. Wenn du einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragst, verlängert sich die Frist in der Regel automatisch bis zum 30. April 2026. Für freiwillige Erklärungen ohne Pflicht zur Abgabe gelten oft längere Fristen, die bis zu vier Jahre rückwirkend möglich sind.

Ja, viele Steuersoftware-Anbieter bieten Apps für Smartphones an, mit denen du deine Steuererklärung komplett mobil erstellen kannst. Die meisten Apps sind mit den Desktop-Versionen synchronisierbar, sodass du auf verschiedenen Geräten weiterarbeiten kannst. Für einfache Fälle wie einen Nebenjob ist die mobile Nutzung meist ausreichend, bei komplexeren Sachverhalten kann ein größerer Bildschirm aber praktischer sein.

Steuersoftware ist ein Programm, das dich bei der Erstellung deiner Steuererklärung unterstützt, während ein Lohnsteuerhilfeverein eine persönliche Beratung und die Übernahme der Erklärung durch geschulte Fachkräfte anbietet. Die Software ist in der Regel günstiger und flexibler, der Verein übernimmt aber die Haftung für Fehler und kennt sich mit den aktuellen Regelungen aus. Für Personen mit überschaubaren Einkünften ist Software oft die kostengünstigere und ausreichende Lösung.

Ein Verlustvortrag für eine erstmalige Ausbildung lohnt sich nur, wenn die Ausbildungskosten die Einkünfte im selben Jahr übersteigen und du in späteren Jahren voraussichtlich steuerpflichtiges Einkommen haben wirst. Seit einer Gesetzesänderung werden Aufwendungen für eine erstmalige Ausbildung nur noch als Sonderausgaben behandelt, die nicht in einen Verlustvortrag übernommen werden können. Für eine zweite Ausbildung oder eine Berufsausbildung gelten andere Regeln, daher solltest du die genaue Einordnung prüfen lassen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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