Studienwahl

Numerus Clausus einfach erklärt

Der NC schreckt viele unnötig ab. Dabei ist er kein fester Wert, den eine Hochschule vorgibt, sondern entsteht jedes Semester neu. Hier erfährst du, wie der Numerus Clausus zustande kommt, wie Studienplätze vergeben werden und was geht, wenn dein Abi nicht reicht.

SS
Autor StudySmarter Redaktion
Erstellt 19.06.2026 · Aktualisiert 19.06.2026 · Stand 2026 · ⏱ 11 Min.
NC-Check · 5 Fragen
🎓 Studienwahl 📋 Abi & Studieninteressierte ⏱ 11 Min. Lesezeit Mit Quellen Stand 2026

Was ist der Numerus Clausus?

Kurz erklärt

Der Numerus Clausus (NC), lateinisch für „beschränkte Zahl", ist keine Mindestnote, die eine Hochschule vorgibt. Er ist die Abiturnote der zuletzt zugelassenen Person und entsteht jedes Semester neu, sobald es mehr Bewerber als Plätze gibt. Es gibt also keinen festen, bundesweiten NC für ein Fach: Derselbe Studiengang kann an einer Hochschule zulassungsbeschränkt und an einer anderen zulassungsfrei sein.

Viele hören „NC 1,5" und denken an eine Hürde, die man im Voraus erfüllen muss, wie eine Bestehensgrenze in der Klausur. Das stimmt nicht. Der NC ist ein Rückblick, kein Eintrittsticket. Erst nachdem alle Bewerbungen da sind, sortiert die Hochschule die Bewerber und vergibt die vorhandenen Plätze von der besten Note abwärts. Die Note der letzten Person, die noch einen Platz bekommt, ist dann der NC für genau dieses Semester.

Daraus folgt das Wichtigste gleich vorweg: Der NC ist nicht planbar. Werte aus früheren Jahren sind nur grobe Anhaltspunkte, keine Garantie. Wer dieses Jahr mit 2,1 reinkam, hätte nächstes Jahr vielleicht 1,9 gebraucht oder eben gar keinen bestimmten Schnitt. Genau deshalb verzichten wir auf dieser Seite bewusst auf konkrete NC-Werte für einzelne Fächer.

💡
NC ist nicht gleich Numerus Clausus überall

Umgangssprachlich meint „NC" oft nur die nötige Abinote. Genau genommen heißt Numerus Clausus erst mal nur: Dieser Studiengang ist zulassungsbeschränkt. Wie ausgewählt wird, hängt davon ab, ob das Fach örtlich oder bundesweit beschränkt ist.

Wie entsteht ein NC, wenn es mehr Bewerber als Plätze gibt?

Ein NC ist immer ein Symptom von Knappheit. Hat ein Studiengang 100 Plätze und es bewerben sich 80 Leute, bekommen alle einen Platz, es gibt keinen NC. Bewerben sich aber 400 Leute auf 100 Plätze, muss die Hochschule auswählen. In diesem Moment wird der Studiengang zulassungsbeschränkt, und ein NC entsteht.

So läuft die Auswahl im Grundprinzip ab:

  • 1
    Bewerbungsfrist endet. Erst jetzt steht fest, wie viele sich beworben haben und mit welchen Noten.
  • 2
    Bewerber werden sortiert. Sie werden nach Abiturschnitt geordnet, in der bundesweiten Vergabe zusätzlich nach weiteren Kriterien.
  • 3
    Plätze werden von oben vergeben. Die besten Noten zuerst, bis alle Plätze belegt sind.
  • 4
    Der NC steht fest. Die Note der letzten zugelassenen Person ist der NC dieses Semesters.

Deshalb schwankt der NC von Jahr zu Jahr. Er hängt nicht davon ab, wie schwer ein Fach ist, sondern davon, wie beliebt es gerade ist und wie viele Plätze es gibt. Ein neuer Standort, ein Trendberuf oder ein Doppeljahrgang kann den NC nach oben treiben, ein zusätzliches Platzangebot ihn senken.

Gut zu wissen

Ein hoher NC bedeutet nicht, dass ein Fach schwer ist, sondern nur, dass viele es wollen. Ein niedriger oder gar kein NC sagt nichts über die Qualität des Studiengangs aus.

Örtlicher oder bundesweiter NC: wo liegt der Unterschied?

Nicht jeder NC funktioniert gleich. Entscheidend ist, ob ein Studiengang örtlich oder bundesweit zulassungsbeschränkt ist, denn davon hängt ab, wo und wie du dich bewirbst.

Örtlicher NC

Der Normalfall. Ein Fach ist nur an einer bestimmten Hochschule zulassungsbeschränkt, weil dort gerade mehr Bewerber als Plätze sind. Den örtlichen NC legt jede Hochschule für sich fest, und er kann sich von Standort zu Standort stark unterscheiden. Beworben wird sich entweder direkt bei der Hochschule oder über das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) auf hochschulstart.de, über das immer mehr örtlich beschränkte Studiengänge koordiniert werden.

Bundesweiter NC

Für vier Fächer ist die Zulassung bundesweit beschränkt und zentral geregelt: Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Hier bewirbst du dich nicht bei den einzelnen Unis, sondern zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung auf hochschulstart.de. Die Plätze werden nach bundesweit einheitlichen Quoten verteilt, die wir uns im nächsten Abschnitt genauer ansehen.

MerkmalÖrtlicher NCBundesweiter NC
Gilt fürViele Fächer, je nach HochschuleMedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Pharmazie
Wer legt festDie einzelne HochschuleBundesweit einheitliche Quoten
Bewerbung überHochschule direkt oder DoSVhochschulstart.de (zentral)
NC pro StandortKann stark variierenÜber Quoten geregelt

Wie werden die Studienplätze in Medizin und Co. vergeben?

Bei den vier bundesweit beschränkten Fächern werden die Plätze seit der Reform zum Sommersemester 2020 über drei Quoten verteilt. Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht hatte 2017 die damalige Vergabe in der Humanmedizin in Teilen für verfassungswidrig erklärt, vor allem die reine Wartezeitquote. Seither sieht das Verfahren so aus:

QuoteAnteil der PlätzeWas zählt
Abiturbestenquoterund 30 %Allein die Abiturnote, die Besten je Bundesland kommen hier rein
Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)rund 10 %Nur schulnotenunabhängige Kriterien wie Tests, Ausbildung, Erfahrung
Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)rund 60 %Die Hochschulen wählen selbst, meist Abinote plus weitere Kriterien

Der Clou ist die Zusätzliche Eignungsquote: Sie eröffnet bewusst Chancen unabhängig von der Abiturnote. Hier zählen ausschließlich schulnotenunabhängige Kriterien, also etwa fachspezifische Studierfähigkeitstests, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einschlägige Berufserfahrung. Wer also nicht das perfekte Abi hat, aber zum Beispiel eine Ausbildung in der Pflege gemacht oder einen Medizinertest mit Bestnote abgelegt hat, hat hier eine echte zweite Tür.

Auch im großen Auswahlverfahren der Hochschulen ist die Abinote zwar oft wichtig, aber selten das einzige Kriterium. Viele Standorte bewerten zusätzlich Tests, Auswahlgespräche oder eine Berufsausbildung. Das heißt: Selbst in der NC-stärksten Disziplin überhaupt, der Medizin, führt mehr als nur ein Weg zum Platz.

Stand 2026. NC-Grenzen variieren pro Hochschule und Semester. Die genannten Quotenanteile sind die bundesweit geltenden Richtwerte seit der Reform 2020 und können sich durch Anpassungen der Länder im Detail verschieben.

Welchen NC brauche ich für welches Studium?

Kurz erklärt

Es gibt keinen festen, bundesweiten NC pro Fach. Wie schwer ein Platz zu bekommen ist, hängt von Hochschule, Standort und Bewerberlage im jeweiligen Semester ab. Die folgenden Werte sind grobe Orientierungen aus den letzten Semestern, keine Garantie.

Für die gefragtesten Fächer lässt sich aber sagen, in welcher Größenordnung der NC meist liegt. Wichtig zum Verständnis: Ein NC von 1,5 bedeutet, dass im Vorsemester noch alle mit einem Abischnitt bis 1,5 einen Platz bekommen haben. Der NC ist also ein Ergebnis im Nachhinein, kein Eintrittspreis, der vorher feststeht.

Welchen NC brauche ich für Medizin?

Medizin hat keinen klassischen NC mehr. Über die Abiturbestenquote brauchst du je nach Bundesland meist einen Abischnitt im Bereich von etwa 1,0 bis 1,2. Mit einem etwas schwächeren Abi führen zwei weitere Wege zum Platz: ein gutes Ergebnis im Medizinertest (TMS) und das Auswahlverfahren der Hochschulen, in dem neben der Note auch Tests, eine Ausbildung oder Berufserfahrung zählen.

Welchen NC brauche ich für Psychologie?

Psychologie gehört zu den Fächern mit dem höchsten örtlichen NC. An vielen Universitäten liegt er im Einserbereich, oft etwa zwischen 1,0 und 1,5, je nach Standort und Semester. An weniger nachgefragten Standorten oder an Fachhochschulen ist er teils etwas entspannter.

Welchen NC brauche ich für Jura?

Rechtswissenschaft ist sehr unterschiedlich geregelt. An manchen Universitäten ist Jura zulassungsfrei, an gefragten Standorten gilt ein örtlicher NC, der sich oft im Bereich von etwa 2,5 bis 3,5 bewegt. Wer beim Studienort flexibel ist, findet Jura häufig ohne große Hürde.

Welchen NC brauche ich für BWL?

Betriebswirtschaftslehre wird sehr häufig angeboten, dadurch ist die Spanne groß. Viele Hochschulen vergeben Plätze mit einem örtlichen NC im Bereich von etwa 2,0 bis 3,0, andere Standorte sind zulassungsfrei. Gerade bei BWL lohnt sich der Vergleich mehrerer Hochschulen besonders.

Welchen NC brauche ich für Lehramt?

Beim Lehramt hängt alles von der Fächerkombination, der Schulform und dem Bundesland ab. Viele Kombinationen sind zulassungsfrei oder haben einen moderaten NC, einzelne gefragte Fächer wie Biologie, Sport oder das Grundschullehramt sind dagegen stärker beschränkt.

Welchen NC brauche ich für Soziale Arbeit?

Soziale Arbeit wird vor allem an Fachhochschulen angeboten und ist meist örtlich zulassungsbeschränkt. Der NC bewegt sich häufig im Bereich von etwa 2,0 bis 3,0. Manche Hochschulen beziehen zusätzlich ein Motivationsschreiben oder einschlägige Praxiserfahrung mit ein.

StudiengangZulassungGrobe Orientierung (Stand 2026)
Medizinbundesweit, hochschulstart.deAbiturbestenquote etwa 1,0 bis 1,2, plus TMS und AdH
Psychologieörtlicher NCoft etwa 1,0 bis 1,5
Jurateils zulassungsfrei, teils örtlichoft etwa 2,5 bis 3,5
BWLteils zulassungsfrei, teils örtlichoft etwa 2,0 bis 3,0
Lehramtje nach Fach und Landmoderat bis zulassungsfrei
Soziale Arbeitmeist örtlicher NCoft etwa 2,0 bis 3,0
Stand 2026. Das sind grobe Orientierungswerte aus vergangenen Semestern, keine festen Grenzen. Der tatsächliche NC wird jedes Semester pro Hochschule neu aus dem Verhältnis von Bewerbern und Plätzen ermittelt. Die aktuellen Werte deiner Wunsch-Hochschule findest du bei hochschulstart.de und in den NC-Listen der jeweiligen Hochschule.

Kann man auch ohne NC studieren?

Kurz erklärt

Ja, und zwar häufiger, als viele denken. Sehr viele Studiengänge sind zulassungsfrei, also ganz ohne NC. Hier reicht in der Regel die Hochschulreife und eine fristgerechte Einschreibung, eine bestimmte Note ist nicht nötig. Wer flexibel beim Studienort ist, findet fast jedes Fach irgendwo NC-frei.

Zulassungsfrei heißt: Die Hochschule hat genug Plätze für alle, die die formalen Voraussetzungen erfüllen. NC-frei sind besonders oft viele ingenieur- und naturwissenschaftliche Fächer wie Maschinenbau, Physik oder Informatik sowie zahlreiche Geisteswissenschaften. Aber auch beliebte Fächer gibt es an einzelnen Standorten ohne Beschränkung.

Der entscheidende Hebel heißt Flexibilität beim Ort. Dasselbe Fach ist an der großen Uni in der Großstadt oft zulassungsbeschränkt, an einer kleineren Hochschule oder in einer weniger zentralen Stadt dagegen frei. Wer bereit ist, für das Studium umzuziehen, vergrößert seine Chancen enorm. Einen Überblick, was alles geht, gibt unser Ratgeber Was kann man studieren?.

Und selbst ohne klassisches Abitur ist ein Studium möglich, über die Fachhochschulreife, eine Berufsausbildung mit Erfahrung oder eine Meister- bzw. Technikerqualifikation. Wie das genau läuft, liest du im Ratgeber Studieren ohne Abitur.

Tipp

Lass dich vom NC eines Wunschfachs nicht sofort abschrecken. Oft gibt es dasselbe Fach an einer anderen Hochschule zulassungsfrei oder mit deutlich niedrigerem NC. Vergleichen lohnt sich immer.

Was tun, wenn es mit dem NC nicht klappt?

Eine Absage ist kein Endpunkt, sondern eine von vielen Weggabelungen. Wenn dein Wunschfach am Wunschort nicht klappt, hast du mehr Optionen, als es im ersten Moment scheint.

  • Anderen Standort wählen. Der schnellste Hebel. Dasselbe Fach gibt es oft woanders mit niedrigerem oder ganz ohne NC.
  • Über Quoten und Tests gehen. Bei Medizin und Co. ist die Zusätzliche Eignungsquote die zweite Tür, etwa über einen Studierfähigkeitstest oder eine Ausbildung.
  • Wartezeit überbrücken. In den bundesweiten Fächern gibt es keine reine Wartezeitquote mehr. Eine sinnvoll genutzte Zeit, etwa eine Ausbildung, kann aber in der Eignungsquote oder im Auswahlverfahren punkten.
  • Verwandtes Fach starten. Wer Medizin will, kann mit Biologie, Pflegewissenschaft oder einem Gesundheitsfach beginnen und später wechseln oder neu bewerben.
  • Ausbildung statt Wartezimmer. Eine Ausbildung im Wunschbereich qualifiziert, bringt Geld und zahlt später oft direkt auf die Eignungsquote ein.
  • Ausland prüfen. Manche studieren das Wunschfach im EU-Ausland und kehren mit dem Abschluss zurück. Das will aber finanziell und sprachlich gut geplant sein.

Noch unsicher, welches Fach überhaupt passt? Der kostenlose Studiengang-Test hilft dir, von deinen Interessen zu konkreten, realistischen Studiengängen zu kommen, NC hin oder her.

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Für Eltern: So unterstützen Sie beim Thema NC

✏ Für Eltern

Wenn Sie diesen Artikel als Mutter oder Vater lesen: Beim NC ist Ihre größte Hilfe, den Druck rauszunehmen. Ein verpasster NC fühlt sich für Ihr Kind oft an wie ein endgültiges Nein, ist aber nur eine von vielen Weichenstellungen. Wer das vermittelt, nimmt schon die halbe Angst.

Ganz konkret können Sie so begleiten:

  • Realistisch einordnen. Erklären Sie, dass der NC kein Urteil über Ihr Kind ist, sondern nur das Verhältnis von Bewerbern zu Plätzen abbildet.
  • Beim Vergleichen helfen. Gemeinsam Standorte mit niedrigerem oder ohne NC suchen entlastet, ohne zu bevormunden.
  • Plan B mitdenken. Ausbildung, verwandtes Fach oder die Zusätzliche Eignungsquote sind echte Wege, kein Trostpreis.
  • Die Entscheidung lassen. Sie sind Resonanzboden, nicht Lotse. Ihr Kind muss am Ende selbst hinter dem Weg stehen.
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Der häufigste Elternfehler

Aus einem hohen NC zu schließen, das Fach sei „zu schwer" für das eigene Kind. Ein hoher NC heißt nur, dass viele es wollen. Über Note, Test, Quoten und Ortswahl gibt es fast immer einen gangbaren Weg.

Karteikarten: NC auf einen Blick

Tippe oder klicke, um die Karte umzudrehen. So prägst du dir die wichtigsten Begriffe rund um den Numerus Clausus ein.

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Selbst-Check: Hast du den NC verstanden?

Vier Fragen rund um den Numerus Clausus. Überleg kurz, dann die Auflösung anzeigen.

Frage 1
Legt die Hochschule den NC im Voraus fest?
Antwort

Nein. Der NC steht erst nach Ende der Bewerbungsfrist fest. Er ist die Note der zuletzt zugelassenen Person und ergibt sich aus dem Verhältnis von Bewerbern zu Plätzen.

Frage 2
Welche vier Fächer sind bundesweit zulassungsbeschränkt?
Antwort

Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Für diese vier bewirbst du dich zentral über hochschulstart.de, nicht direkt bei den Unis.

Frage 3
Was zählt in der Zusätzlichen Eignungsquote?
Antwort

Nur schulnotenunabhängige Kriterien, etwa Studierfähigkeitstests, eine Berufsausbildung oder einschlägige Erfahrung. Die Abinote spielt hier keine Rolle.

Frage 4
Geht ein Studium auch ganz ohne NC?
Antwort

Ja. Sehr viele Studiengänge sind zulassungsfrei. Hier reicht die Hochschulreife und die fristgerechte Einschreibung, ein bestimmter Schnitt ist nicht nötig.

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Quellen
  1. Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de): Zentrales Vergabeverfahren für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie sowie Dialogorientiertes Serviceverfahren (DoSV), abgerufen 2026.
  2. Kultusministerkonferenz (KMK): Staatsvertrag über die Hochschulzulassung, Neuregelung der Studienplatzvergabe in der Humanmedizin zum Sommersemester 2020. Abiturbestenquote rund 30 %, Zusätzliche Eignungsquote rund 10 %, Auswahlverfahren der Hochschulen rund 60 %.
  3. Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 19. Dezember 2017 (1 BvL 3/14, 1 BvL 4/14): Teile der Vergabe von Studienplätzen in der Humanmedizin, insbesondere die reine Wartezeitquote, verfassungswidrig.
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Häufige Fragen zum Numerus Clausus

Kompakte Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Numerus Clausus ist Latein für beschränkte Zahl. Gemeint ist eine Zulassungsbeschränkung: Es gibt mehr Bewerber als Studienplätze, deshalb muss die Hochschule auswählen. Der NC ist kein fester Wert, den eine Hochschule vorgibt, sondern die Abiturnote der zuletzt zugelassenen Person. Er entsteht jedes Semester neu aus dem Verhältnis von Bewerbern zu Plätzen.
Der NC wird nicht im Voraus festgelegt, sondern ergibt sich nach Ende des Bewerbungsverfahrens. Alle Bewerber werden nach Abiturschnitt sortiert und die Plätze von oben nach unten vergeben. Die Note der letzten Person, die noch einen Platz bekommt, ist der NC für dieses Semester. Bei vielen Bewerbern wird er strenger, bei wenigen lockerer. Deshalb lässt er sich nicht vorhersagen.
Ein NC von 2,0 bedeutet, dass im betreffenden Semester die letzte zugelassene Person einen Abiturschnitt von 2,0 hatte. Wer 2,0 oder besser hatte, kam über die Note rein. Es ist also keine Mindestnote, die du erfüllen musst, sondern ein Rückblick auf das Bewerberfeld. Im nächsten Jahr kann derselbe Studiengang einen ganz anderen NC haben.
Ja. Sehr viele Studiengänge sind zulassungsfrei, also ohne NC. Hier reicht in der Regel die Hochschulreife und eine fristgerechte Einschreibung, eine bestimmte Note ist nicht nötig. Dazu zählen viele ingenieur- und naturwissenschaftliche sowie geisteswissenschaftliche Fächer. Häufig gibt es dasselbe Fach an einer Hochschule mit NC und an einer anderen ohne.
In den bundesweit über hochschulstart.de vergebenen Fächern Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie gibt es keine reine Wartezeitquote mehr. Das Bundesverfassungsgericht hatte sie 2017 für verfassungswidrig erklärt, seit der Reform zum Sommersemester 2020 wurde sie durch die Zusätzliche Eignungsquote ersetzt. In vielen anderen, örtlich zulassungsbeschränkten Fächern können Wartesemester an einzelnen Hochschulen noch eine Rolle spielen. Das legt jede Hochschule selbst fest.
Medizin hat keinen klassischen NC mehr. Über die Abiturbestenquote brauchst du je nach Bundesland meist einen Abischnitt von etwa 1,0 bis 1,2. Mit einem guten Medizinertest (TMS) und über das Auswahlverfahren der Hochschulen gibt es weitere Wege zum Platz, auch ohne perfektes Abi. Feste, bundesweite NC-Werte gibt es nicht.
Psychologie hat einen der höchsten örtlichen NC, an vielen Universitäten im Einserbereich, oft etwa zwischen 1,0 und 1,5. Der genaue Wert hängt von Hochschule und Semester ab und kann an weniger nachgefragten Standorten niedriger liegen.

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