Studieren ohne Abitur: die drei Wege.

Kein Abitur in der Tasche und trotzdem studieren? Das geht. In Deutschland führen drei Wege an die Hochschule, auch ohne Abi. Hier bekommst du den Überblick: über den Meister, über Berufserfahrung oder über eine Zugangsprüfung. Mit aktuellen Zahlen, Stand 2026.

SS StudySmarter Redaktion · Erstellt 18.06.2026 · Aktualisiert 18.06.2026 · Stand 2026
Inhalt

Kann man ohne Abitur studieren?

Kurz erklärt

Ja, ohne Abi studieren geht. In Deutschland führen drei Wege an die Hochschule: über eine Aufstiegsfortbildung wie den Meister, über eine abgeschlossene Ausbildung mit Berufserfahrung oder über eine Zugangsprüfung. Die genauen Voraussetzungen sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Ein Studium ohne Abitur ist längst kein Sonderfall mehr. Laut dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung (Datenmonitor 2024) studieren in Deutschland rund 70.000 Menschen ohne Abitur, das sind etwa 2,4 Prozent aller Studierenden. Jedes Jahr kommen rund 13.000 Erstsemester ohne Abi dazu.

Voraussetzung ist meistens eine berufliche Qualifikation: eine Aufstiegsfortbildung, eine Ausbildung plus Berufserfahrung oder eine bestandene Eignungsprüfung. Statt des Schulabschlusses zählt also das, was du im Beruf gelernt und geleistet hast. Welcher Weg zu dir passt, hängt von deiner Vorbildung, deinem Wunschfach und deinem Bundesland ab.

Die drei Wege an die Hochschule

Es gibt drei Hauptwege, ein Studium ohne Abitur zu beginnen. Sie unterscheiden sich darin, welche Vorbildung du mitbringst und welche Studiengänge dir damit offenstehen, allgemein oder fachgebunden. Die Regelungen sind je nach Bundesland unterschiedlich.

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    Aufstiegsfortbildung (Meister, Techniker, Fachwirt). Mit einer abgeschlossenen beruflichen Aufstiegsfortbildung wie dem Meister, dem staatlich geprüften Techniker oder dem Fachwirt erhältst du die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Damit kannst du fast jedes Fach studieren, ganz ähnlich wie mit dem Abitur.
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    Berufliche Qualifikation und Berufserfahrung. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und in der Regel zwei bis drei Jahren Berufserfahrung bekommst du einen fachgebundenen Hochschulzugang. Du darfst dann fachverwandte Studiengänge studieren, also Fächer, die zu deinem Beruf passen.
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    Eignungs- oder Zugangsprüfung und Probestudium. Manche Hochschulen lassen dich über eine Eignungs- oder Zugangsprüfung zu, oder über ein Probestudium, bei dem du dich in den ersten Semestern bewährst. Ob und wie das möglich ist, legen die Hochschulen selbst fest.
WegWas du mitbringstWelcher Zugang
AufstiegsfortbildungMeister, Techniker oder Fachwirtallgemein (fast jedes Fach)
Berufliche QualifikationAusbildung plus meist 2 bis 3 Jahre Erfahrungfachgebunden (verwandte Fächer)
Zugangsprüfungbestandene Prüfung oder Probestudiumje nach Hochschule

Allgemeiner oder fachgebundener Hochschulzugang?

Beim Studieren ohne Abitur ist ein Unterschied besonders wichtig: ob du einen allgemeinen oder einen fachgebundenen Hochschulzugang bekommst. Davon hängt ab, welche Studiengänge dir offenstehen.

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Worauf es ankommt

Wenn du genau weißt, welches Fach du studieren willst, reicht oft der fachgebundene Zugang über deine Ausbildung. Möchtest du dir alle Türen offenhalten, ist die Aufstiegsfortbildung der breitere Weg. Welche fachliche Nähe verlangt wird, regeln die Bundesländer und teils die Hochschulen.

Was gilt in welchem Bundesland?

Bildung ist in Deutschland Ländersache, und das gilt auch für den Hochschulzugang ohne Abitur. Grundsätzlich ist er in allen 16 Bundesländern möglich, die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich aber. Das betrifft vor allem:

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Immer beim Bundesland und der Hochschule nachfragen

Die Details legen die Hochschulgesetze der Länder fest, und einzelne Hochschulen setzen eigene Bedingungen. Eine pauschale Antwort für ganz Deutschland gibt es nicht. Prüfe deshalb immer die Regeln deines Bundeslands und frag direkt bei deiner Wunschhochschule nach, bevor du dich festlegst.

Welche Hochschulen passen?

Grundsätzlich nehmen viele staatliche Hochschulen Studierende ohne Abitur auf, sofern die Voraussetzungen des Bundeslands erfüllt sind. Besonders flexibel und beliebt für ein Studium ohne Abitur sind aber Hochschulen mit Fern- und berufsbegleitenden Formaten, die sich gut mit Beruf und Familie vereinbaren lassen.

Diese drei Hochschulen stehen beispielhaft für die vielen Möglichkeiten, ohne Abi zu studieren. Welche zu dir passt, hängt von deinem Wunschfach, deinem Bundesland und davon ab, wie viel Flexibilität du neben Job und Familie brauchst.

Für Eltern: Was ein Studium ohne Abitur bedeutet

👪 Hinweis für Eltern

Kein Abitur ist kein Dealbreaker. Wenn Ihr Kind kein Abitur hat, ist der Weg an die Hochschule trotzdem offen. Rund 70.000 Menschen studieren in Deutschland bereits ohne Abi (CHE 2024). Über eine Aufstiegsfortbildung, eine Ausbildung mit Berufserfahrung oder eine Zugangsprüfung gibt es mehrere erfolgreiche Wege. Oft ist ein solcher Umweg über den Beruf sogar ein Plus: Ihr Kind bringt Praxiserfahrung und eine klare Vorstellung vom Wunschfach mit.

Hilfreich ist, gemeinsam früh zu klären, welcher der drei Wege zur Situation Ihres Kindes passt und welche Regeln im eigenen Bundesland gelten. Mehr Orientierung gibt der Ratgeber zur Studienwahl.

Stand 2026, ohne Gewähr. Der Hochschulzugang ohne Abitur ist in Deutschland Ländersache. Die genauen Voraussetzungen (Art der beruflichen Qualifikation, nötige Berufserfahrung, geforderte fachliche Nähe, Eignungs- oder Zugangsprüfung) sind je nach Bundesland und teils je Hochschule unterschiedlich und werden regelmäßig angepasst. Maßgeblich sind die Hochschulgesetze des jeweiligen Bundeslands und die Zugangsordnungen der einzelnen Hochschulen. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung.
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Häufige Fragen zum Studium ohne Abitur

Ja. In Deutschland kann man auch ohne Abitur studieren. Laut CHE 2024 gibt es rund 70.000 Studierende ohne Abitur, das sind etwa 2,4 Prozent aller Studierenden. Es gibt drei Hauptwege: über eine Aufstiegsfortbildung wie Meister, Techniker oder Fachwirt, über eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung oder über eine Eignungs- beziehungsweise Zugangsprüfung. Die genauen Regelungen sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Es gibt drei Hauptwege. Erstens die Aufstiegsfortbildung: Mit Meister, Techniker oder Fachwirt bekommst du die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und kannst fast jedes Fach studieren. Zweitens die berufliche Qualifikation: Mit abgeschlossener Berufsausbildung und in der Regel zwei bis drei Jahren Berufserfahrung erhältst du einen fachgebundenen Hochschulzugang. Drittens eine Eignungs- oder Zugangsprüfung oder ein Probestudium an einzelnen Hochschulen. Die Voraussetzungen sind je Bundesland und teils je Hochschule verschieden.

Für den fachgebundenen Hochschulzugang über die berufliche Qualifikation brauchst du in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung und zusätzlich meist zwei bis drei Jahre Berufserfahrung. Die genaue Dauer und ob die Erfahrung fachlich zum gewünschten Studiengang passen muss, hängt vom jeweiligen Bundesland und teils von der einzelnen Hochschule ab. Mit einer Aufstiegsfortbildung wie dem Meister entfällt diese Erfahrungsanforderung in der Regel.

Ein fachgebundener Hochschulzugang erlaubt dir, nur fachverwandte Studiengänge zu studieren, also Fächer, die zu deiner beruflichen Qualifikation passen. Wer zum Beispiel eine kaufmännische Ausbildung mit Berufserfahrung hat, darf wirtschaftsnahe Fächer studieren. Im Unterschied dazu öffnet die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, die du etwa über einen Meister bekommst, fast alle Studiengänge.

Grundsätzlich ist der Hochschulzugang ohne Abitur in ganz Deutschland möglich. Die genauen Voraussetzungen, etwa die nötige Berufserfahrung, die geforderte fachliche Nähe oder die Art der Zugangsprüfung, regeln aber die Bundesländer in ihren Hochschulgesetzen, und teils legen die Hochschulen eigene Bedingungen fest. Es lohnt sich daher, direkt beim Bundesland und bei der Wunschhochschule nachzufragen.

Besonders flexibel und beliebt für ein Studium ohne Abitur sind die FernUni Hagen, die FOM Hochschule und die IU Internationale Hochschule. Sie bieten viele Studiengänge in Fern- oder berufsbegleitenden Formaten an, die sich gut mit Beruf und Familie vereinbaren lassen. Grundsätzlich nehmen aber auch viele staatliche Hochschulen Studierende ohne Abitur auf, sofern die Voraussetzungen des Bundeslands erfüllt sind.

Quellen
  1. CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Studieren ohne Abitur, Datenmonitor 2024 (rund 70.000 Studierende ohne Abitur, etwa 2,4 Prozent, rund 13.000 Erstsemester).
  2. studienwahl.de (Stiftung für Hochschulzulassung und Bundesagentur für Arbeit). Hochschulzugang ohne Abitur und die drei Wege.
  3. Hochschulkompass (Hochschulrektorenkonferenz). Studiengänge und Zugangsvoraussetzungen der Hochschulen.
  4. Hochschulgesetze der Länder. Regelungen zum Hochschulzugang beruflich Qualifizierter (Stand 2026).

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