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FinanzbildungNebenkosten9 Min.

Nebenkosten beim Hauskauf Was kommt wirklich auf dich zu?

Nebenkosten beim Hauskauf verstehen: Grunderwerbsteuer, Notar, Makler & Co. – Bundesland-Vergleich, Rechenbeispiele & kostenloser Rechner.

Nebenkosten beimRechnerWas genau sind
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Alle Kaufnebenkosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen und nicht direkt ins Objekt fließen.
  • Grober Rahmen: Nebenkosten liegen typischerweise zwischen einem einstelligen und einem mittleren zweistelligen Prozentbereich des Kaufpreises – genaue Werte je nach Bundesland.
  • Relevanz für Studierende und junge Erwachsene: Nebenkosten müssen häufig aus Eigenkapital finanziert werden, da Banken sie selten mitfinanzieren.
  • Übersicht der vier Haupt-Kostenblöcke: Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchkosten, Maklerprovision.

Nebenkosten beim Hauskauf: Mehr als nur der Kaufpreis

Definition: Alle Kaufnebenkosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen und nicht direkt ins Objekt fließen.

Wer ein Haus kauft, zahlt in aller Regel mehr als den ausgehandelten Kaufpreis. Die sogenannten Kaufnebenkosten – also alle zusätzlichen Ausgaben, die beim Eigentümerwechsel entstehen, aber nicht direkt ins Objekt fließen – können je nach Bundesland und Konstellation einen erheblichen Anteil des Gesamtaufwands ausmachen. Für Sparerinnen und Sparer ist das besonders heikel, weil diese Kosten in der Regel aus dem eigenen Ersparten bezahlt werden müssen.

Kurzantwort: Die Nebenkosten beim Hauskauf setzen sich vor allem aus Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie ggf. Maklerprovision zusammen. Sie liegen typischerweise im einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich des Kaufpreises – je nach Bundesland und ob ein Makler beteiligt ist. Da Banken diese Kosten selten mitfinanzieren, müssen sie fast immer aus Eigenkapital gedeckt werden.

AUF EINEN BLICK

  • Grober Rahmen: Nebenkosten liegen typischerweise zwischen einem einstelligen und einem mittleren zweistelligen Prozentbereich des Kaufpreises – genaue Werte je nach Bundesland.
  • Relevanz für Verbraucherinnen und Verbraucher: Nebenkosten müssen häufig aus Eigenkapital finanziert werden, da Banken sie selten mitfinanzieren.
  • Übersicht der vier Haupt-Kostenblöcke: Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchkosten, Maklerprovision.
  • Warum diese Kosten oft unterschätzt werden: Sie erhöhen den tatsächlichen Kaufpreis erheblich und müssen in der Finanzierungsplanung fest eingeplant sein.
Kennzahl (2026)Wert
Grunderwerbsteuer3,5 %–6,5 % (je Bundesland)
Spekulationsfrist10 Jahre

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Was genau sind Kaufnebenkosten beim Hauskauf?

Die Grunderwerbsteuer ist eine Landessteuer und wird als Prozentsatz des Kaufpreises erhoben.

Unter Nebenkosten beim Hauskauf versteht man alle Ausgaben, die zusätzlich zum vereinbarten Kaufpreis entstehen und die nicht in den Wert der Immobilie selbst einfließen. Sie sind kein optionaler Posten, den man weglassen kann – ein Teil davon ist gesetzlich zwingend vorgeschrieben, ein anderer Teil hängt von der konkreten Kaufsituation ab. In jedem Fall erhöhen sie den tatsächlichen finanziellen Aufwand für den Immobilienerwerb spürbar.

Die vier zentralen Kostenblöcke, mit denen Käufer:innen beim Hauskauf konfrontiert werden, sind: die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten, die Grundbuchkosten und – sofern ein Makler vermittelt hat – die Maklerprovision. Daneben gibt es weitere, oft unterschätzte Posten wie Gutachterkosten, Gebäudeversicherung oder Bereitstellungszinsen. Ein vollständiger Überblick über alle Kostenpositionen ist deshalb unverzichtbar, bevor man in konkrete Kaufverhandlungen geht.

Für viele Kaufinteressierte ist die Nebenkostenfrage besonders relevant: Wer gerade in das Berufsleben startet oder sich beruflich neu orientiert, hat häufig wenig Eigenkapitalreserven aufgebaut. Genau dieses Eigenkapital wird aber benötigt, um die Nebenkosten zu decken – denn die meisten Banken finanzieren ausschließlich den Kaufpreis der Immobilie, nicht jedoch die anfallenden Erwerbsnebenkosten. Wer hier unvorbereitet in ein Bankgespräch geht, erlebt eine böse Überraschung.

Hinzu kommt: Die Höhe der Nebenkosten ist nicht bundesweit einheitlich geregelt. Vor allem die Grunderwerbsteuer variiert erheblich von Bundesland zu Bundesland. Deshalb lohnt es sich, schon früh im Planungsprozess zu verstehen, welche spezifischen Kostensätze am gewählten Standort gelten. Wer sich etwa mit einem nebenkosten hauskauf rechner oder einem nebenkosten hauskauf nrw vergleich vertraut macht, erhält schnell einen ersten Überblick – ebenso wie mit einer Suche nach nebenkosten hauskauf bayern, nebenkosten hauskauf niedersachsen oder nebenkosten hauskauf hessen.

AUF EINEN BLICK

  • Jedes Bundesland legt den Steuersatz eigenständig fest – es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Ländern.
  • Besonders relevant: NRW, Bayern
  • Zahlungspflicht: Käufer:in muss die Steuer i. d. R. innerhalb von vier Wochen nach Steuerbescheid begleichen.
  • Freistellungsvorbehalt: Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus – ohne diese erfolgt keine Eigentumsumschreibung.

Grunderwerbsteuer: Landessteuer mit großem Unterschied

Notarkosten sind gesetzlich im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) geregelt – kein Preisvergleich möglich.

Die Grunderwerbsteuer ist in der Regel der größte Einzelposten unter den Kaufnebenkosten. Es handelt sich um eine Steuer der Bundesländer, die beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie anfällt und als Prozentsatz des Kaufpreises berechnet wird. Da jedes Bundesland seinen Steuersatz eigenständig festlegt, gibt es erhebliche Unterschiede – wer in Bayern kauft, zahlt einen anderen Satz als jemand, der eine Immobilie in Nordrhein-Westfalen erwirbt.

Bayern gehört traditionell zu den Bundesländern mit einem vergleichsweise niedrigeren Grunderwerbsteuersatz. Das ist aus Käuferperspektive attraktiv – angesichts der hohen Immobilienpreise in München oder Nürnberg relativiert sich der Vorteil allerdings schnell, da die Steuer auf den absoluten Kaufpreis angewendet wird. NRW hingegen zählt zu den Bundesländern mit einem höheren Satz, was für Käufer:innen im Rhein-Ruhr-Gebiet eine relevante Belastung darstellen kann. Niedersachsen und Hessen bewegen sich im mittleren bis oberen Bereich des bundesweiten Vergleichs.

Wichtig zu wissen: Die Grunderwerbsteuer wird nicht beim Notartermin fällig, sondern erst nach Zugang des Steuerbescheids vom zuständigen Finanzamt. Käufer:innen haben dann in der Regel vier Wochen Zeit, die Steuer zu begleichen. Erst wenn das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt hat – also bestätigt, dass die Steuer gezahlt wurde – kann der Notar die Eigentumsumschreibung im Grundbuch veranlassen. Wer diese Liquidität nicht vorhält, riskiert Verzögerungen im gesamten Kaufprozess.

Da die genauen Steuersätze je nach Bundesland und politischer Entwicklung variieren können, empfiehlt es sich, die aktuellen Werte direkt beim Bundesfinanzministerium oder der jeweiligen Landesfinanzbehörde zu prüfen. Eine pauschale Euro-Angabe wäre hier irreführend – entscheidend ist immer die Kombination aus aktuellem Steuersatz und konkretem Kaufpreis.

AUF EINEN BLICK

  • Typisch anfallende Notarleistungen: Kaufvertragsbeurkundung, Auflassungsvormerkung, Treuhandabwicklung.
  • Grundbuchkosten entstehen durch die Eigentumsumschreibung und die Eintragung einer Grundschuld (bei Finanzierung).
  • Notar
  • Wichtig: Auch bei einem Neubau- oder Bauträgerkauf entstehen Notarkosten.

Notar- und Grundbuchkosten: Unvermeidlich und gesetzlich geregelt

Seit Dezember 2020 gilt das Gesetz zur Teilung der Maklerprovision: Bei Wohnimmobilien für Eigennutzer:innen darf der Käuferanteil nicht höher sein als der Verkäuferanteil.

Ohne Notar kein Hauskauf – das ist in Deutschland gesetzlich so vorgeschrieben. Der Kaufvertrag über eine Immobilie muss notariell beurkundet werden, um rechtswirksam zu sein. Die gute Nachricht für Kaufinteressierte: Die Notargebühren sind nicht frei verhandelbar, sondern werden nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) berechnet. Es gibt also keine teuren und günstigen Notare, die man vergleichen müsste – alle nehmen dieselben gesetzlich festgelegten Gebühren.

Typische Notarleistungen beim Hauskauf umfassen die Beurkundung des Kaufvertrags, die Eintragung der Auflassungsvormerkung (die den Käufer während des laufenden Kaufprozesses schützt), die Treuhandabwicklung des Kaufpreises sowie die abschließende Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Jede dieser Leistungen wird separat nach dem GNotKG abgerechnet. Zusammen mit den Grundbuchkosten – also den Gebühren des Grundbuchamts für die Eigentumsumschreibung und ggf. die Eintragung einer Grundschuld bei kreditfinanziertem Kauf – bewegen sich diese Pflichtkosten erfahrungsgemäß im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Kaufpreises.

Wer eine Immobilie finanziert, muss zusätzlich die Eintragung der Grundschuld im Grundbuch einplanen. Die Grundschuld dient der Bank als Sicherheit für das gewährte Darlehen. Auch diese Eintragung erzeugt Notargebühren und Grundbuchkosten, die sich nach der Höhe der Grundschuld richten. Da die meisten jungen Käufer:innen einen erheblichen Teil des Kaufpreises finanzieren müssen, ist dieser Posten in der Praxis fast immer relevant.

Ein häufiger Fehler in der Planung: Viele Erstkäufer:innen rechnen nur mit dem Kaufpreis und vergessen, dass Notar und Grundbuchamt zeitlich getrennte Rechnungen stellen können. Die Notarrechnung kommt oft erst Wochen nach dem Beurkundungstermin – rechtzeitige Liquiditätsplanung ist daher unerlässlich.

AUF EINEN BLICK

  • Ob überhaupt eine Maklerprovision anfällt, hängt davon ab, ob ein Makler beauftragt wurde.
  • Provisionssatz variiert regional und ist frei verhandelbar
  • Kauf direkt vom Eigentümer (ohne Makler): keine Maklerprovision.
  • Für Studis & junge Erwachsene: Beim Kauf einer Erstimmobilie lohnt sich die gezielte Suche ohne Makler, um diesen Kostenblock zu umgehen.

Maklerprovision: Was das Gesetz seit 2020 regelt

Tabellen, Quelle: Bundesfinanzministerium / Länderfinanzbehörden).

Ob beim Hauskauf eine Maklerprovision anfällt, hängt schlicht davon ab, ob ein Makler in die Transaktion eingebunden war. Kauft man direkt vom Eigentümer – etwa über eine Privatanzeige – entfällt dieser Kostenblock vollständig. In der Praxis werden jedoch viele Immobilien über Makler vermittelt, insbesondere in angespannten Märkten wie Großstädten und deren Umland.

Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland das Gesetz zur Teilung der Maklerprovision für Wohnimmobilien, die an Eigennutzer:innen verkauft werden. Die zentrale Regelung: Der Käuferanteil an der Provision darf nicht höher sein als der Verkäuferanteil. Wer also als Käufer:in eine Provision zahlt, kann sicher sein, dass der Verkäufer mindestens denselben Betrag trägt. Eine vollständige Überwälzung der Maklerkosten auf die Käuferseite – wie sie früher häufig vorkam – ist damit nicht mehr möglich.

Die genaue Provisionshöhe ist zwischen Makler und Auftraggeber grundsätzlich verhandelbar und variiert regional. Übliche Gesamtprovisionen (Käufer- und Verkäuferanteil zusammen) bewegen sich in einem Bereich, der je nach Region und Marktsituation unterschiedlich ausfällt. Käufer:innen sollten im Exposé oder im Erstgespräch mit dem Makler immer explizit nachfragen, welcher Anteil auf sie entfällt – und dies schriftlich bestätigen lassen.

Für Käufer:innen mit knappem Eigenkapital kann die Maklerprovision ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Kaufobjekts sein. Ein Direktkauf ohne Makler spart diese Kosten vollständig – allerdings sollte man dann umso mehr Zeit in die eigene Due-Diligence-Prüfung und ggf. in ein unabhängiges Gutachten investieren.

AspektWorauf es ankommt
TabellenQuelle: Bundesfinanzministerium / Länderfinanzbehörden).
NRW: gehört zu den Bundesländern mit höherem Grunderwerbsteuersatz – relevant für Käufer:innen an Rhein und Ruhr.,
Bayern: traditionell niedrigerer Satz im Bundesvergleich – attraktiver für Münchner Käufer:innen trotz hoher Kaufpreise.,
Niedersachsen: mittlerer bis oberer BereichHannover/Göttingen-Käufer:innen aufgepasst.
Hessen: ebenfalls im oberen BereichFrankfurt-Umland besonders betroffen.
Fazit: Gleiches Hausverschiedene Bundesländer → Nebenkosten-Unterschied kann vier- bis fünfstellig sein.

Nebenkosten nach Bundesland: NRW, Bayern, Niedersachsen und Hessen im Vergleich

Gebäudeversicherung: Ab Eigentumsübergang Pflicht für Käufer:in – Wohngebäudeversicherung muss sofort bestehen.

Der vielleicht unterschätzteste Aspekt der Kaufnebenkosten ist ihre regionale Varianz. Weil die Grunderwerbsteuer Ländersache ist, unterscheiden sich die Gesamtnebenkosten beim Hauskauf je nach Wohnort erheblich. Wer plant, in Bayern zu kaufen, rechnet mit anderen Vorzeichen als jemand, der in NRW oder Hessen eine Immobilie erwerben möchte.

NRW ist für viele Käufer:innen im Rhein-Ruhr-Gebiet der relevante Markt – von Köln über Düsseldorf bis Dortmund und Münster. Der Grunderwerbsteuersatz in NRW gehört zu den höheren im Bundesvergleich, was den Eigenkapitalbedarf entsprechend erhöht. In Kombination mit einem hohen Kaufpreis in beliebten Großstädten summiert sich dieser Posten schnell auf eine beachtliche Summe, die aus dem Eigenkapital gedeckt werden muss.

Bayern bietet traditionell einen niedrigeren Grunderwerbsteuersatz – was auf den ersten Blick günstig klingt. Allerdings sind die Kaufpreise in München, Augsburg oder Erlangen bundesweit unter den höchsten, sodass selbst ein niedrigerer Prozentsatz in absoluten Zahlen eine erhebliche Belastung darstellen kann. Niedersachsen bewegt sich mit seinem Grunderwerbsteuersatz im mittleren bis oberen Bereich – wer in Hannover, Göttingen oder Braunschweig kauft, sollte dies entsprechend einkalkulieren. Hessen liegt ebenfalls im oberen Mittelfeld; Frankfurt als teurer Immobilienmarkt verstärkt die Gesamtbelastung zusätzlich.

Fazit für die Planung: Die Region des geplanten Kaufs bestimmt maßgeblich, wie viel Eigenkapital neben dem Finanzierungsanteil vorgehalten werden muss. Ein Bundeslandvergleich sollte deshalb frühzeitig Teil der Kaufvorbereitung sein – idealerweise bevor man Objekte besichtigt und sich emotional festgelegt hat.

AUF EINEN BLICK

  • Gutachterkosten: Für eine unabhängige Immobilienbewertung vor dem Kauf empfehlenswert, aber freiwillig.
  • Bereitstellungszinsen: Wenn das Bankdarlehen nicht sofort vollständig abgerufen wird, können Zinsen auf den nicht abgerufenen Betrag anfallen.
  • Umzugskosten und erste Renovierungen: Nicht juristisch, aber finanziell Teil der Gesamtbelastung.
  • Erschließungskosten bei Neubau: Können separat anfallen und sind vom Kaufpreis zu unterscheiden.

Weitere Nebenkosten, die viele Erstkäufer unterschätzen

Faustregel: Nebenkosten müssen in der Regel aus Eigenkapital bestritten werden – Banken finanzieren diese selten.

Neben den vier klassischen Kostenpositionen gibt es eine Reihe weiterer Ausgaben, die zwar nicht in jeder Kaufsituation anfallen, aber regelmäßig unterschätzt werden. An erster Stelle steht die Wohngebäudeversicherung: Ab dem Tag des Eigentumsübergangs ist die Käufer:in für das Gebäude verantwortlich und muss eine entsprechende Versicherung vorhalten. Das ist keine Empfehlung, sondern faktisch zwingend – weder Bank noch gesunder Menschenverstand erlauben es, ein finanziertes Gebäude unversichert zu lassen.

Gutachterkosten werden ebenfalls häufig vergessen oder als unnötiger Aufwand abgetan. Dabei kann ein unabhängiger Bausachverständiger vor dem Kauf versteckte Mängel aufdecken, die den Kaufpreis drücken oder im schlimmsten Fall vom Kauf abraten. Diese Kosten sind freiwillig, aber in vielen Fällen gut investiertes Geld – besonders bei Bestandsimmobilien mit unbekannter Bausubstanz.

Wer eine Immobilie kauft und den Kauf durch ein Bankdarlehen finanziert, das nicht sofort vollständig abgerufen wird, sollte Bereitstellungszinsen auf dem Radar haben. Banken berechnen diese Zinsen auf den noch nicht ausgezahlten Teil des Darlehens, sobald eine vereinbarte bereitstellungsfreie Zeit überschritten wird. Gerade bei Neubauten oder Projekten mit gestaffelten Kaufpreiszahlungen kann sich das spürbar summieren.

Und schließlich: Umzugskosten und erste Renovierungen sind zwar juristisch keine Kaufnebenkosten, aber finanziell Teil der Gesamtbelastung im ersten Jahr nach dem Erwerb. Wer frisch eingezogen ist und feststellt, dass Bad, Böden oder Elektrik erneuert werden müssen, braucht dafür finanzielle Puffer – die bei zu knapper Eigenkapitalplanung oft schlicht nicht mehr vorhanden sind.

AUF EINEN BLICK

  • Eigenkapitalanforderung steigt entsprechend: Wer ein Haus kauft, muss nicht nur die Mindest-Eigenkapitalquote auf den Kaufpreis aufbringen, sondern zusätzlich die Nebenkosten abdecken.
  • Schritt-für-Schritt-Vorgehen: 1. Kaufpreis ermitteln, 2. Nebenkosten berechnen (Rechner nutzen!), 3. Gesamtkapitalbedarf festlegen, 4. Finanzierungsgespräch mit Bank vorbereiten.
  • Achtung Finanzierungsfalle: Wer Nebenkosten nicht einplant, riskiert Nachfinanzierungsbedarf zu schlechteren Konditionen.
  • Für Berufseinsteiger:innen: Eigenkapitalaufbau vor dem Kauf ist entscheidend – je früher gestartet wird, desto besser.

Nebenkosten in der Finanzierungsplanung: So gehst du es strukturiert an

Mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner kannst du deine finanzielle Ausgangslage und Eigenkapitalstärke einschätzen.

Die wichtigste Faustregel lautet: Nebenkosten müssen aus Eigenkapital bezahlt werden. Banken finanzieren in aller Regel nur den Kaufpreis – und das auch nur bis zu einer bestimmten Beleihungsgrenze. Wer also plant, ein Haus zu kaufen, und denkt, er könne die Nebenkosten einfach „mitfinanzieren", wird im Bankgespräch ernüchtert. Das bedeutet konkret: Die Eigenkapitalanforderung beim Immobilienkauf ist höher, als viele zunächst annehmen.

Ein strukturiertes Vorgehen hilft, keine bösen Überraschungen zu erleben. Schritt eins: den realistischen Kaufpreis für das gesuchte Objekt ermitteln – inklusive einer Puffermarge für Verhandlungsspielraum. Schritt zwei: die standortspezifischen Nebenkosten berechnen, also Grunderwerbsteuer nach Bundesland, Notar- und Grundbuchkosten sowie ggf. Maklerprovision addieren. Schritt drei: den Gesamtkapitalbedarf festlegen, also Kaufpreis plus Nebenkosten plus Renovierungsreserve. Schritt vier: erst dann das Bankgespräch suchen – mit klaren Zahlen und einem soliden Überblick über das vorhandene Eigenkapital.

Die Finanzierungsfalle, die viele junge Käufer:innen trifft, ist folgende: Man rechnet grob mit dem Kaufpreis, sichert sich eine Finanzierungszusage, und stellt dann fest, dass Notar, Steuer und Makler das verfügbare Eigenkapital nahezu aufzehren. Im schlimmsten Fall reicht das verbleibende Eigenkapital nicht mehr aus, um die Mindestanforderungen der Bank zu erfüllen – und eine Nachfinanzierung ist teurer und schwieriger zu bekommen als die ursprüngliche Finanzierung. Wer frühzeitig vollständig rechnet, vermeidet dieses Szenario zuverlässig.

Besonders für Berufseinsteiger:innen gilt: Auch wenn das Eigenkapital noch begrenzt ist, lohnt es sich, den Prozess strukturiert anzugehen und zu verstehen, wie viel Eigenkapital tatsächlich aufgebaut werden muss, bevor ein Kauf realistisch ist. Ein Finanz-Score-Überblick kann dabei helfen, den eigenen Stand zu kennen und konkrete Sparziele zu setzen.

AUF EINEN BLICK

  • Eingabe: Geplanter Kaufpreis, Bundesland, vorhandenes Eigenkapital.
  • Output: Einschätzung, wie viel Eigenkapital nach Nebenkosten noch für die eigentliche Finanzierung verbleibt.
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  • Nach dem Rechner: Wenn Versicherungsbedarf (z. B. Berufsunfähigkeitsversicherung als Absicherung der Finanzierung) besteht, direkt weiter zur StudyBU-Beratungsschiene.

Nebenkosten berechnen und Finanzierung realistisch planen

Die Nebenkosten beim Hauskauf sind kein Detail – sie sind ein zentraler Bestandteil der gesamten Kaufkalkulation und müssen von Anfang an vollständig einbezogen werden. Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie ggf. Maklerprovision summieren sich je nach Bundesland und Kaufsituation auf einen erheblichen Betrag, der aus eigenem Kapital gedeckt sein muss. Dazu kommen oft vergessene Posten wie Gutachterkosten, Bereitstellungszinsen und erste Renovierungen.

Wer strukturiert vorgeht – Kaufpreis ermitteln, Nebenkosten berechnen, Gesamtkapitalbedarf festlegen und erst dann das Bankgespräch suchen – vermeidet die häufigsten Fehler von Erstkäufer:innen. Besonders für junge Erwachsene ist es entscheidend zu wissen, wie die eigene finanzielle Ausgangslage aussieht, bevor man konkrete Schritte unternimmt.

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Häufige Fragen

Beim Hauskauf summieren sich die Nebenkosten in der Regel auf einen zweistelligen Prozentanteil des Kaufpreises. Dazu zählen vor allem die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten, die Kosten für die Grundbucheintragung und gegebenenfalls die Maklerprovision.

Ja, Sie müssen die Nebenkosten grundsätzlich selbst aus eigenen Mitteln bezahlen, da sie nicht Teil des klassischen Immobilienkredits sind. In der Praxis können Sie die Nebenkosten jedoch über einen separaten Kredit oder durch eine höhere Kreditsumme mitfinanzieren, wobei die Bank dafür in der Regel zusätzliche Sicherheiten verlangt.

Die Nebenkosten unterscheiden sich vor allem wegen der unterschiedlichen Grunderwerbsteuersätze in den Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen liegt der Satz bei 6,5 Prozent, während Bayern mit 3,5 Prozent deutlich günstiger ist; Notar- und Grundbuchkosten sind bundesweit ähnlich.

Die Notarkosten richten sich nach der Höhe des Kaufpreises und sind gesetzlich über die Kostenordnung festgelegt. Üblicherweise machen sie etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises aus, wobei der Notar sowohl den Kaufvertrag als auch die Auflassung und die Vormerkung im Grundbuch beurkundet.

Die Grunderwerbsteuer wird fällig, sobald der notarielle Kaufvertrag beurkundet ist und das Finanzamt den Steuerbescheid erlassen hat. In der Praxis müssen Sie die Steuer innerhalb von etwa vier bis sechs Wochen nach Zugang des Bescheids zahlen, bevor das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung vornimmt.

Ja, auch beim Kauf ohne Makler fallen die Nebenkosten an, da Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten unabhängig von der Vermittlung entstehen. Sie sparen lediglich die Maklerprovision, die in vielen Bundesländern bei etwa 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises liegt.

Es gibt keine direkte staatliche Förderung, die speziell die Nebenkosten beim Hauskauf bezuschusst. Allerdings können Sie im Rahmen der KfW-Förderung für energieeffizientes Bauen oder Kaufen zinsgünstige Darlehen erhalten, mit denen Sie auch einen Teil der Nebenkosten abdecken können, wenn die Gesamtfinanzierung entsprechend gestaltet ist.

Wenn Sie die Nebenkosten nicht einplanen, droht eine Finanzierungslücke, da die Bank den Kaufpreis oft nur bis zu einem bestimmten Beleihungswert finanziert. In der Folge müssen Sie entweder den Kaufpreis nachverhandeln, Eigenkapital aus anderen Quellen nachschießen oder einen teureren Zusatzkredit aufnehmen, was die monatliche Belastung deutlich erhöht.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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