Hauskauf Checkliste So kaufst du dein erstes Haus ohne böse Überraschungen
Hauskauf Checkliste & junge Erwachsene: Besichtigung, Finanzierung, Nebenkosten & Notartermin – Schritt für Schritt erklärt.
- Ein Hauskauf ist die größte Investition im Leben vieler junger Menschen – Fehler können teuer werden.
- Eine strukturierte Checkliste verhindert, dass wichtige Schritte (Grundbuch, Baumängel, Finanzierungszusage) übersehen werden.
- Auch als Studierender oder Berufseinsteiger ist Wohneigentum möglich – mit dem richtigen Vorgehen.
- Überblick: Die Checkliste gliedert sich in fünf Phasen: Vorbereitung, Besichtigung, Finanzierung, Kaufabwicklung und Einzug.
Hauskauf ohne Stress: Deine Schritt-für-Schritt-Checkliste
Ein Hauskauf ist die größte Investition im Leben vieler Menschen – Fehler können teuer werden.
Ein Haus zu kaufen ist für die meisten Menschen die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens – und gleichzeitig eine, bei der ein einziger übersehener Punkt tausende Euro kosten kann. Mit der richtigen Hauskauf Checkliste gehst du strukturiert vor und vermeidest die häufigsten Fehler.
AUF EINEN BLICK
- Eine strukturierte Checkliste verhindert, dass wichtige Schritte (Grundbuch, Baumängel, Finanzierungszusage) übersehen werden.
- Auch als Berufseinsteiger oder mit mittlerem Einkommen ist Wohneigentum möglich – mit dem richtigen Vorgehen.
- Überblick: Die Checkliste gliedert sich in fünf Phasen: Vorbereitung, Besichtigung, Finanzierung, Kaufabwicklung und Einzug.
| Kennzahl (2026) | Wert |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5 %–6,5 % (je Bundesland) |
| Spekulationsfrist | 10 Jahre |
Rechner: Wie viel Absicherung brauchst du?
Schätze deinen monatlichen Bedarf mit den Reglern – Orientierung, kein Angebot.
Bedarfs-Rechner: Wie viel Absicherung brauchst du?
Größte Investition, größtes Risiko – warum Struktur alles ist
Eigenkapital ermitteln: Ersparnisse, Unterstützung aus dem Familienkreis, Wohn-Riester, KfW-Fördermittel.
Ein Hauskauf ist keine gewöhnliche Transaktion. Es geht um Beträge, die weit über dem Jahreseinkommen der meisten Menschen liegen, um langfristige Kredite mit einer Laufzeit von oft 20 bis 35 Jahren und um rechtliche Bindungen, die sich nicht einfach rückgängig machen lassen. Wer dabei unstrukturiert vorgeht, riskiert nicht nur emotionalen Stress, sondern handfeste finanzielle Schäden: Ein übersehener Schimmelbefall, ein nicht entdecktes Wegerecht im Grundbuch oder eine fehlende Finanzierungszusage beim Notartermin können das gesamte Vorhaben zum Scheitern bringen oder die Kosten dramatisch in die Höhe treiben.
Eine strukturierte Hauskauf Checkliste schützt dich genau davor. Sie stellt sicher, dass du das Grundbuch prüfst, bevor du unterschreibst, dass du Baumängel professionell einschätzen lässt, bevor du den Preis akzeptierst, und dass du eine verbindliche Finanzierungszusage in der Hand hast, bevor du dich rechtlich bindest. Klingt selbstverständlich – ist es in der Praxis aber häufig nicht, besonders wenn man zum ersten Mal kauft und emotional involviert ist.
Auch als Berufseinsteiger oder in der ersten Lebenshälfte ist Wohneigentum kein unerreichbares Ziel. Mit staatlicher Förderung, Unterstützung durch die Familie und einer realistischen Finanzplanung haben auch junge Käuferinnen und Käufer gute Chancen – vorausgesetzt, sie gehen das Thema mit dem nötigen Wissen an. Diese Checkliste gibt dir genau dieses Wissen, gegliedert in fünf Phasen: Vorbereitung, Besichtigung, Finanzierung, Kaufabwicklung und Einzug.
AUF EINEN BLICK
- Faustregel Eigenkapitalquote: Mindestens den Anteil der Kaufnebenkosten sollte man aus eigener Tasche stemmen können
- Monatliche Belastbarkeit berechnen: Nettoeinkommen minus Lebenshaltungskosten ergibt die maximal tragbare Rate – Brutto-Netto-Rechner nutzen.
- Schufa-Auskunft kostenlos einholen und mögliche Einträge klären.
- KfW-Förderprogramme für Erstkäufer und Energieeffizienz prüfen (z. B. Klimafreundlicher Neubau).
Finanzielle Vorbereitung – Was kann ich mir wirklich leisten?
Lage-Check: Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Entwicklungspotenzial des Viertels.
Bevor du auch nur eine Immobilie besichtigst, musst du deine finanzielle Ausgangssituation ehrlich einschätzen. Der erste Schritt ist die Ermittlung deines vorhandenen Eigenkapitals: Dazu zählen Ersparnisse, Geld auf Tagesgeldkonten, mögliche Schenkungen oder Darlehen aus der Familie, ein Wohn-Riester-Guthaben sowie KfW-Förderprogramme, die zinsgünstige Kredite für Erstkäufer bereitstellen. Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto günstigere Konditionen kannst du bei der Bank verhandeln – und desto niedriger ist dein monatliches Zinsrisiko.
Als grobe Orientierung gilt: Du solltest zumindest die anfallenden Kaufnebenkosten aus eigener Tasche bezahlen können, ohne dein Eigenkapitalpuffer vollständig aufzuzehren. Diese Nebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbucheintrag und ggf. Maklerprovision – summieren sich je nach Bundesland auf einen spürbaren Aufschlag auf den Kaufpreis. Banken erwarten häufig, dass du darüber hinaus einen Teil des Kaufpreises selbst finanzierst; wie viel genau, hängt von deiner Bonität, deinem Einkommen und dem jeweiligen Kreditinstitut ab.
Der zweite zentrale Schritt ist die Berechnung deiner monatlichen Belastbarkeit. Die Formel ist einfach: Nettoeinkommen minus Lebenshaltungskosten ergibt die Rate, die du realistisch stemmen kannst. Wichtig ist dabei, von deinem tatsächlichen Nettoeinkommen auszugehen – nicht vom Bruttogehalt. Nutze dafür einen Brutto-Netto-Rechner, der Steuerklasse, Sozialabgaben und ggf. Kirchensteuer berücksichtigt. Zur Orientierung: Der allgemeine GKV-Beitragssatz liegt bei 14,6 %, dazu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, der 2026 im Durchschnitt bei 2,9 % liegt.
Vergiss außerdem nicht, vorab deine Schufa-Auskunft kostenlos einzuholen – einmal jährlich steht dir das als Verbraucher zu. Negative Einträge solltest du klären, bevor du zur Bank gehst, denn sie können eine Kreditvergabe erheblich erschweren oder verteuern. Mit einer sauberen Bonität, einem stabilen Einkommen und ausreichend Eigenkapital startest du die Haussuche aus einer Position der Stärke.
AUF EINEN BLICK
- Baujahr und Sanierungsstand: Dach, Heizung, Fenster, Fassade – Alter und Zustand bestimmen Folgekosten.
- Feuchtigkeitsschäden, Schimmel und Risse systematisch prüfen – am besten mit einem unabhängigen Bausachverständigen.
- Energieausweis verlangen und Energieeffizienzklasse prüfen: Sie beeinflusst Heizkosten und mögliche Sanierungspflichten.
- Grundriss und Wohnfläche: Offizielle Wohnflächenberechnung (Wohnflächenverordnung) prüfen, nicht nur Maklerangaben.
Immobiliensuche und Besichtigung – Worauf du unbedingt achten musst
Grunderwerbsteuer: Variiert je nach Bundesland
Die emotionale Seite einer Hausbesichtigung ist mächtig – das Licht im Wohnzimmer, der Garten, die Vorstellung vom eigenen Leben in diesen Räumen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass du mit einer klaren Liste an Prüfpunkten in jede Besichtigung gehst und dir die Zeit nimmst, systematisch vorzugehen. Beginne mit dem Lage-Check: Wie ist die Infrastruktur? Gibt es Schulen, Ärzte, Supermärkte in erreichbarer Nähe? Wie ist die Verkehrsanbindung für deinen Alltag? Und wie entwickelt sich das Viertel langfristig – sind Neubaugebiete, Gewerbe oder Lärmprojekte geplant?
Baujahr und Sanierungsstand sind entscheidend für die Folgekosten. Ein Haus aus den 1970er-Jahren mit original erhaltener Heizungsanlage, alten Fenstern und unrenoviertem Dach kann trotz günstigem Kaufpreis langfristig teurer sein als ein moderneres Objekt. Prüfe gezielt: Wann wurden Dach, Heizung, Fenster und Fassade zuletzt erneuert? Gibt es Hinweise auf Feuchtigkeit im Keller, Schimmel in den Ecken oder Risse im Mauerwerk? Diese Schäden sind nicht immer auf den ersten Blick sichtbar und können unter Tapeten oder Verkleidungen verborgen sein.
Besonders empfehlenswert ist es, einen unabhängigen Bausachverständigen zur Besichtigung mitzunehmen – idealerweise jemanden, der nach DIN EN ISO 17024 zertifiziert ist. Die Kosten für dieses Gutachten sind im Vergleich zu möglichen Sanierungskosten gering. Ein Sachverständiger erkennt, was Laien übersehen, und liefert dir eine objektive Grundlage für Preisverhandlungen oder die Entscheidung gegen den Kauf.
Lass dir beim Besichtigungstermin zwingend den Energieausweis zeigen – das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Energieeffizienzklasse des Gebäudes beeinflusst direkt deine laufenden Heizkosten und spielt bei zukünftigen Sanierungspflichten eine Rolle, etwa im Kontext der EU-Gebäuderichtlinie. Ein Haus der Klasse G oder H kann erhebliche Investitionen erfordern, bevor es den kommenden Standards entspricht.
AUF EINEN BLICK
- Notarkosten und Grundbucheintragung: Orientierungswert als Prozentsatz des Kaufpreises
- Maklerprovision: Seit 2020 gilt das Bestellerprinzip bei Wohnimmobilien, Aufteilung zwischen Käufer und Verkäufer
- Gesamte Kaufnebenkosten können einen erheblichen Aufschlag auf den Kaufpreis bedeuten
- Renovierungs- und Umzugskosten separat einplanen.
Kaufnebenkosten – Die versteckten Kosten, die viele unterschätzen
Mehrere Angebote vergleichen: Zinsbindungsdauer, Tilgungssatz, Sondertilgungsoptionen.
Einer der häufigsten Fehler beim ersten Hauskauf ist es, die Kaufnebenkosten zu unterschätzen oder im Budget gar nicht einzuplanen. Diese Kosten entstehen unabhängig vom Kaufpreis und müssen in der Regel vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden, da Banken sie selten in die Finanzierung einschließen. Sie können sich – je nach Bundesland und Konstellation – auf einen erheblichen prozentualen Aufschlag auf den Kaufpreis summieren.
Die größte Einzelposition ist die Grunderwerbsteuer. Sie variiert je nach Bundesland und bewegt sich in einer Spanne zwischen 3,5 % in Bayern und Sachsen und bis zu 6,5 % in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Brandenburg und Thüringen. Da sich die Sätze politisch ändern können, lohnt es sich, den aktuell gültigen Satz für dein Bundesland bei der zuständigen Finanzbehörde zu erfragen, bevor du dein Budget festlegst.
Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten. Beide richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und orientieren sich am beurkundeten Kaufpreis. Als grobe Orientierung werden häufig Werte in Höhe von etwa 1,5 bis 2 % des Kaufpreises für Notar und Grundbucheintragung zusammen genannt – aber auch hier gilt: Lass dir vor dem Termin eine Kostenschätzung geben. Kommt ein Makler ins Spiel, ist seit der Gesetzesreform 2020 das Bestellerprinzip bei Wohnimmobilien maßgeblich: Wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens die Hälfte der Provision. Die Maklerprovision liegt üblicherweise zwischen 3 % und 7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.) – je nach Region und Vereinbarung.
Plane alle diese Posten frühzeitig ein und rechne konservativ. Als Faustregel empfiehlt es sich, neben dem eigentlichen Eigenkapitalanteil für den Kaufpreis einen zusätzlichen Puffer für die Nebenkosten einzuplanen. Wer diesen Puffer nicht hat und ihn nicht finanzieren kann, riskiert, am Notartermin zu scheitern oder in eine Finanzierungslücke zu geraten.
AUF EINEN BLICK
- Effektiver Jahreszins (APRC) ist der entscheidende Vergleichswert – nicht nur der Nominalzins.
- Tilgungshöhe: Eine höhere anfängliche Tilgung verkürzt die Laufzeit erheblich
- Bereitstellungszinsen beachten: Fallen an, wenn der Kredit nicht sofort abgerufen wird.
- Auf Flexibilitätsklauseln achten: Ratenpause, Sondertilgung, Tilgungssatzwechsel.
Finanzierung und Kreditvertrag – Was du vor der Unterschrift prüfen musst
Kaufvertragsentwurf vom Notar rechtzeitig (mindestens 14 Tage vorher) anfordern und sorgfältig prüfen.
Hast du eine passende Immobilie gefunden und die Nebenkosten einkalkuliert, geht es an die eigentliche Finanzierung. Der wichtigste Grundsatz: Hol dir mindestens drei bis fünf Angebote von verschiedenen Banken und Kreditvermittlern ein. Die Unterschiede beim effektiven Jahreszins (auch APRC genannt, Annual Percentage Rate of Charge) können auf eine lange Laufzeit gerechnet zehntausende Euro ausmachen. Der effektive Jahreszins ist dabei der entscheidende Vergleichswert – er beinhaltet nicht nur den Nominalzins, sondern auch alle weiteren Kosten, die im Zusammenhang mit dem Kredit entstehen.
Achte beim Vergleich auch auf die Zinsbindungsdauer: Kurze Zinsbindungen (fünf bis zehn Jahre) bieten anfangs oft günstigere Konditionen, bergen aber das Risiko, dass bei der Anschlussfinanzierung die Zinsen gestiegen sind. Längere Zinsbindungen (15 bis 20 Jahre) bieten Planungssicherheit, kosten aber meist etwas mehr. Für Erstkäufer, die langfristig Sicherheit brauchen, ist eine längere Zinsbindung häufig die klügere Wahl.
Die anfängliche Tilgungshöhe bestimmt maßgeblich, wie lange du den Kredit abzahlst und wie viel Zinsen du insgesamt bezahlst. Eine höhere anfängliche Tilgung – zum Beispiel 2 % oder mehr statt nur 1 % – verkürzt die Laufzeit erheblich und reduziert die gesamte Zinsbelastung deutlich. Viele Finanzierungsrechner zeigen dir den Unterschied anschaulich. Plane außerdem Sondertilgungsoptionen ein: Die meisten Banken erlauben jährliche Sondertilgungen in Höhe von 5 bis 10 % der Kreditsumme – nutze diese Option, wenn du Spielraum hast, etwa durch Boni oder Erbschaften.
Ein oft übersehener Kostenfaktor sind Bereitstellungszinsen: Wird der Kredit nicht innerhalb einer bestimmten Frist nach Genehmigung abgerufen – etwa weil sich der Bau oder die Übergabe verzögert – berechnen Banken häufig eine monatliche Gebühr auf den noch nicht abgerufenen Betrag. Kläre diese Konditionen vorab und verhandle ggf. eine bereitstellungszinsfreie Zeit heraus.
AUF EINEN BLICK
- Grundbuch prüfen: Abteilung II (Lasten und Beschränkungen) – Wegerechte, Nießbrauch, Grundschulden.
- Notartermin: Beide Parteien müssen anwesend oder bevollmächtigt sein, Notar liest Vertrag vor.
- Auflassungsvormerkung schützt den Käufer zwischen Vertragsschluss und Eigentumsumschreibung.
- Kaufpreis erst nach Auflassungsvormerkung und Freigabe durch den Notar überweisen.
Kaufabwicklung – Vom Kaufvertrag bis zur Schlüsselübergabe
Wohngebäudeversicherung: Pflicht für Kreditnehmer, schützt das Gebäude gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Sind Finanzierung und Kaufpreisverhandlung abgeschlossen, beginnt die formale Kaufabwicklung. Der Notar spielt dabei die zentrale Rolle: Er entwirft den Kaufvertrag, beurkundet ihn und sorgt für die korrekte Eintragung ins Grundbuch. Fordere den Kaufvertragsentwurf mindestens 14 Tage vor dem geplanten Notartermin an – das ist gesetzlich vorgesehen und gibt dir Zeit, ihn in Ruhe zu lesen und ggf. von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Lass dich nicht unter Druck setzen, einen Termin früher wahrzunehmen.
Besonders wichtig ist die Prüfung des Grundbuchs, die dir der Notar ermöglicht. Achte dabei vor allem auf Abteilung II, in der Lasten und Beschränkungen eingetragen sind: Wegerechte, die Dritten das Betreten des Grundstücks erlauben, Nießbrauchrechte zugunsten von Vorbesitzern, alte Grundschulden oder Vorkaufsrechte der Gemeinde können deinen Nutzungsspielraum erheblich einschränken oder den Wert der Immobilie mindern. Alles, was dort steht und nicht gelöscht werden soll, übernimmst du als Käufer mit.
Beim eigentlichen Notartermin müssen alle Parteien – Käufer und Verkäufer – anwesend oder durch eine notariell beglaubigte Vollmacht vertreten sein. Der Notar liest den gesamten Kaufvertrag laut vor und beantwortet Fragen. Unterschreibe nichts, was du nicht vollständig verstanden hast. Nach der Beurkundung veranlasst der Notar die sogenannte Auflassungsvormerkung im Grundbuch: Diese sichert dich als Käufer in der Zeit zwischen Vertragsschluss und der endgültigen Eigentumsumschreibung ab – die Immobilie kann in dieser Zeit nicht mehr wirksam an eine dritte Person verkauft oder belastet werden. Erst nach Zahlung des Kaufpreises und Löschung der Auflassungsvormerkung wirst du als neuer Eigentümer ins Grundbuch eingetragen.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Wohngebäudeversicherung: Pflicht für Kreditnehmer, schützt das Gebäude gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. | , |
| Elementarschadenversicherung: Ergänzung für Überschwemmung und Rückstau – in Risikogebieten besonders wichtig. | , |
| Hausratversicherung: Schützt das Inventar | neu prüfen, ob alte Police für die neue Immobilie ausreicht. |
| Risikolebensversicherung: Sichert Hinterbliebene ab, falls der Hauptverdiener stirbt und die Rate nicht mehr bedient werden kann. | , |
| Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Kritisch für junge Käufer – wenn das Einkommen durch Krankheit wegfällt, droht Zwangsversteigerung. | , |
| Tipp: BU-Schutz vor Abschluss der Finanzierung prüfen und ggf. über StudySmarters StudyBU-Angebot beraten lassen. | , |
Welche Versicherungen du als Hausbesitzer brauchst
Nutze den Brutto-Netto-Rechner, um dein reales Nettoeinkommen als Ausgangspunkt zu kennen.
Mit dem Einzug ins eigene Haus ändern sich deine Versicherungsbedürfnisse grundlegend. Wer einen Immobilienkredit aufnimmt, wird von der Bank in der Regel zur Wohngebäudeversicherung verpflichtet – sie ist damit faktisch Pflicht. Diese Versicherung schützt das Gebäude selbst gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Achte beim Abschluss darauf, dass der Versicherungswert dem tatsächlichen Wiederbeschaffungswert des Hauses entspricht, um im Schadensfall keine Unterversicherung zu riskieren.
Ergänzend dazu empfiehlt sich eine Elementarschadenversicherung, die Schäden durch Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch und Rückstau abdeckt – Ereignisse, die durch den Klimawandel immer häufiger werden. In ausgewiesenen Risikogebieten kann der Abschluss schwieriger oder teurer sein, ist aber besonders wichtig. Prüfe außerdem deine bestehende Hausratversicherung: Sie muss an die neue Immobilie und deren Fläche angepasst werden, damit dein Inventar korrekt versichert ist.
Weniger bekannt, aber für Familien und Paare mit gemeinsamer Immobilienfinanzierung essenziell ist die Risikolebensversicherung. Sie stellt sicher, dass die Hinterbliebenen im Todesfall des Hauptverdieners nicht das Haus verlieren, weil die Kreditrate nicht mehr bedient werden kann. Die Versicherungssumme sollte sich an der Restschuld und der Laufzeit des Kredits orientieren. Gerade als junger Mensch sind die Prämien noch vergleichsweise günstig – ein früher Abschluss lohnt sich daher doppelt.
AUF EINEN BLICK
- Ermittle deine maximale monatliche Rate und leite daraus dein Kaufpreisbudget ab.
- Vergleiche verschiedene Tilgungsszenarien und Zinsbindungsfristen.
- Ergebnis als Grundlage für das erste Bankgespräch nutzen.
Deine persönliche Finanzierungskapazität realistisch berechnen
Bevor du zur Bank gehst oder eine Kaufpreisgrenze festlegst, solltest du genau wissen, wie viel Nettoeinkommen dir monatlich tatsächlich zur Verfügung steht. Viele Erstkäufer unterschätzen den Unterschied zwischen Brutto und Netto – dabei ist er entscheidend. Sozialabgaben wie der GKV-Beitrag von 14,6 % plus kassenindividuellem Zusatzbeitrag (2026 im Schnitt 2,9 %), Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Einkommensteuer sorgen dafür, dass vom Bruttogehalt deutlich weniger übrig bleibt als viele denken.
Mit einem Brutto-Netto-Rechner berechnest du deinen realen monatlichen Ausgangswert und kannst daraus ableiten, welche Kreditrate tragbar ist – Experten empfehlen, nicht mehr als 30 bis 35 % des Nettoeinkommens für die Kreditrate einzusetzen, damit genug Puffer für Instandhaltung, Rücklagen und unvorhergesehene Ausgaben bleibt. Aus der tragbaren Monatsrate und dem aktuellen Zinsniveau kannst du dann rückwärts berechnen, welches Kreditvolumen und welcher Kaufpreis realistisch für dich sind.
Vergleiche dabei verschiedene Szenarien: Was passiert, wenn der Zins um einen halben Prozentpunkt steigt? Wie verändert sich die Laufzeit, wenn du 1 % statt 2 % tilgst? Diese Szenarien helfen dir, eine robuste Finanzierungsstrategie zu entwickeln und das erste Bankgespräch auf Augenhöhe zu führen. Nutze die berechneten Ergebnisse als Basis und gehe vorbereitet in die Verhandlung – dann hast du von Anfang an die Kontrolle über deinen Hauskauf.
🧮 Rechne deinen Fall durch
Ermittle deine konkreten Zahlen mit dem passenden Rechner.
Kostenlos starten →Der 5-Minuten-Finanzkurs
Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.
Mit dem Anmelden stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.
Häufige Fragen
Als Faustregel solltest du für den Hauskauf mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln stemmen können, da diese nicht über die Bank finanziert werden. Zusätzlich verlangen die meisten Banken einen gewissen Eigenkapitalanteil am Kaufpreis, um dir bessere Konditionen zu bieten. Wie hoch dieser Anteil konkret sein muss, hängt von deiner Bonität und dem Beleihungswert der Immobilie ab.
Zu den Nebenkosten beim Hauskauf zählen die Grunderwerbsteuer, die Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland und ist meist der größte Posten. Plane insgesamt einen zweistelligen Prozentbetrag des Kaufpreises für diese Nebenkosten ein, wobei der genaue Wert von deinem Bundesland und der Maklervereinbarung abhängt.
Im Grundbuch prüfst du die Abteilung II auf Lasten wie Grundschulden, Hypotheken, Wegerechte oder Wohnrechte, die auf der Immobilie liegen. In Abteilung III findest du die eingetragenen Grundpfandrechte, die meist für bestehende Kredite stehen und vom Verkäufer gelöscht werden müssen. Achte außerdem auf die Eigentümerangaben in Abteilung I, um sicherzustellen, dass der Verkäufer auch der rechtmäßige Eigentümer ist.
Ein Bausachverständiger ist beim Hauskauf nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber dringend empfehlenswert, besonders bei älteren Bestandsimmobilien. Er kann versteckte Mängel wie Feuchtigkeit, Risse oder Schäden an der Bausubstanz aufdecken, die du als Laie übersiehst. Die Kosten für das Gutachten sind eine sinnvolle Investition, um spätere teure Überraschungen zu vermeiden.
Ja, auch als Berufseinsteiger oder mit geringem Einkommen kannst du einen Immobilienkredit bekommen, wenn du ein regelmäßiges Einkommen nachweisen kannst und die monatliche Rate tragbar ist. Bei geringem Einkommen ist die Finanzierung jedoch schwieriger, da Banken eine dauerhafte Rückzahlungsfähigkeit verlangen. Ein fester Arbeitsvertrag oder ein Bürge erhöhen deine Chancen deutlich.
Der Kaufvertrag ist das notariell beurkundete Dokument, das die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer festlegt, einschließlich Kaufpreis, Übergabetermin und Gewährleistung. Die Auflassungsvormerkung ist eine Eintragung im Grundbuch, die deinen Anspruch auf Eigentumsübertragung sichert, bevor die tatsächliche Umschreibung erfolgt. Sie schützt dich davor, dass der Verkäufer die Immobilie zwischen Vertragsunterzeichnung und Grundbucheintrag an jemand anderen verkauft.
Nach dem Hauskauf ist die Wohngebäudeversicherung gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber in der Praxis unverzichtbar, da sie Schäden durch Feuer, Sturm oder Leitungswasser abdeckt. Eine Haftpflichtversicherung für den privaten Bereich ist ebenfalls nicht Pflicht, aber sinnvoll, um Schadensersatzansprüche Dritter abzusichern. Pflicht ist hingegen die gesetzliche Unfallversicherung für den Bau, wenn du selbst Handwerker beauftragst – diese ist aber Sache der Handwerksbetriebe.
Beim Notartermin liest der Notar den Kaufvertrag in voller Länge vor und erläutert dir die rechtlichen Konsequenzen, bevor du und der Verkäufer unterschreiben. Du solltest vorher alle Unterlagen wie Grundbuchauszug, Energieausweis und Finanzierungsbestätigung bereithalten. Nach der Unterschrift beantragt der Notar die Auflassungsvormerkung und die Umschreibung im Grundbuch, wobei der Kaufpreis erst nach Fälligkeit gezahlt wird.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
Mehr aus Wohnen
- Gemeinsame Immobilie: Was passiert bei der Trennung?
- Grundbuch: Diese Eintragungen solltest du kennen – der
- Grunderwerbsteuer: Was du als Erstkäufer wissen musst
- Hausgeld: Was steckt dahinter – und was bedeutet es für
- Hauskauf ohne unliebsame Überraschungen: Der Leitfaden
- Immobilie bewusst entscheiden: Was du wirklich wissen
- Immobilien und die Erhöhung der Erbschafts- und
- Immobilienkauf Basis selbst schaffen: Dein Einstieg als