Bausparen Grundlagen, Förderung & erste Schritte
Bausparen einfach erklärt: Wie Bausparvertrag, Wohnungsbauprämie & Riester funktionieren. Jetzt Finanz-Score checken.
- Ein Bausparvertrag kombiniert eine Sparphase mit einem späteren Anspruch auf ein zinsgünstiges Baudarlehen.
- Der Vertrag läuft in drei Phasen: Ansparphase, Zuteilung und (optionale) Darlehensphase.
- Bausparkassen sind spezialisierte Kreditinstitute, die der BaFin-Aufsicht unterliegen.
- Für Studierende relevant: Auch kleine monatliche Sparbeiträge reichen aus, um einen Vertrag zu besprechen – ein früher Abschluss verlängert die Ansparzeit sinnvoll.
Bausparen im Studium: Früh anfangen, staatliche Förderung mitnehmen
Ein Bausparvertrag kombiniert eine Sparphase mit einem späteren Anspruch auf ein zinsgünstiges Baudarlehen.
Ein Bausparvertrag ist kein Produkt nur für Menschen kurz vor dem Hauskauf. Wer schon im Studium mit kleinen Beträgen einsteigt, verlängert die Ansparphase, sichert sich günstige Darlehenszinsen für die Zukunft und kann bereits jetzt staatliche Förderung wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmer-Sparzulage nutzen – sofern die Einkommensvoraussetzungen erfüllt sind.
AUF EINEN BLICK
- Der Vertrag läuft in drei Phasen: Ansparphase, Zuteilung und (optionale) Darlehensphase.
- Bausparkassen sind spezialisierte Kreditinstitute, die der BaFin-Aufsicht unterliegen.
- Für Studierende relevant: Auch kleine monatliche Sparbeiträge reichen aus, um einen Vertrag zu besprechen – ein früher Abschluss verlängert die Ansparzeit sinnvoll.
- Wichtig: Bausparen ist kein kurzfristiges Sparprodukt – Laufzeiten von typischerweise mehreren Jahren sind einzuplanen.
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Was ist ein Bausparvertrag – und wie funktioniert er?
Wohnungsbauprämie: Der Staat zahlt einen prozentualen Bonus auf eingezahlte Beträge – nur bis zu einem jährlichen Einkommensgrenzbetrag und einem Höchstsparbetrag förderfähig.
Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das du mit einer Bausparkasse abschließt. Du vereinbarst zu Beginn eine sogenannte Bausparsumme – also den Gesamtbetrag, den du am Ende für Wohnzwecke zur Verfügung haben möchtest. Dieser setzt sich aus dem selbst angespartem Guthaben und dem späteren Bauspardarlehen zusammen. Bausparkassen sind spezialisierte Kreditinstitute, die ausschließlich Wohnbaufinanzierungen betreiben dürfen und der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterliegen.
Der Vertrag durchläuft klassischerweise drei Phasen. In der Ansparphase zahlst du regelmäßig Beiträge ein und erhältst dafür Guthabenzinsen – historisch niedrig, aber planbar und ohne Verlustrisiko. Sobald du eine bestimmte Bewertungszahl (abhängig von eingezahltem Guthaben und Vertragslaufzeit) erreicht hast und die Mindestansparquote – oft 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme – erfüllt ist, wird der Vertrag zugeteilt. In der anschließenden optionalen Darlehensphase kannst du das restliche Kapital als zinsgünstiges Baudarlehen abrufen, dessen Zinssatz bereits bei Vertragsabschluss festgeschrieben wurde. Dieses Zinssicherungsversprechen ist der eigentliche Kernvorteil des Bausparens – besonders dann, wenn das allgemeine Zinsniveau in Zukunft wieder steigt.
Für Studierende ist entscheidend: Du musst keine hohe monatliche Rate einzahlen, um sinnvoll zu besparen. Viele Tarife erlauben Mindestbeiträge von unter 100 Euro im Monat. Wer mit 20 oder 21 Jahren beginnt, hat bis zum typischen Erstkauf-Alter deutlich mehr Zeit zum Ansparen – und kann die staatliche Förderung über viele Jahre kumulieren. Ein früher Abschluss verlängert die Ansparzeit und verbessert die Bewertungszahl, was eine frühere Zuteilung begünstigt.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Wohnungsbauprämie: Der Staat zahlt einen prozentualen Bonus auf eingezahlte Beträge – nur bis zu einem jährlichen Einkommensgrenzbetrag und einem Höchstsparbetrag förderfähig. | , |
| Arbeitnehmer-Sparzulage (AN-Sparzulage): Wer vermögenswirksame Leistungen (VL) vom Arbeitgeber erhält, kann diese in einen Bausparvertrag einzahlen und ggf. staatliche Zulage erhalten. | , |
| Riester-Bausparen: Verbindet Riester-Zulagen mit der Bausparlogik – geeignet für Berufseinsteiger mit erstem sozialversicherungspflichtigen Job. | , |
| Wohn-Riester (Eigenheimrente): Ermöglicht | angespartes Riester-Kapital für selbstgenutztes Wohneigentum einzusetzen. |
| Für Studierende ohne eigenes Einkommen: Die meisten Förderungen setzen ein eigenes Einkommen oder Beschäftigung voraus – Fördercheck lohnt sich ab dem ersten Nebenjob. | , |
Welche staatlichen Förderungen gibt es beim Bausparen?
Die Wohnungsbauprämie steht Personen ab einem bestimmten Mindestalter zu, die einen anerkannten Bausparvertrag besitzen.
Der Staat unterstützt das Bausparen auf mehreren Wegen. Die bekannteste Förderung ist die Wohnungsbauprämie: Wer bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreitet, erhält einen staatlichen Bonus auf seine jährlich eingezahlten Sparbeiträge bis zu einem festgesetzten Höchstbetrag. Wichtig: Die Prämie wird nicht automatisch gutgeschrieben – du musst sie aktiv beim Finanzamt oder direkt über die Bausparkasse beantragen.
Die Arbeitnehmer-Sparzulage (AN-Sparzulage) ist eine zweite staatliche Förderung, die greift, wenn dein Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen (VL) zahlt und du diese in einen Bausparvertrag einzahlst. Auch hier gelten Einkommensgrenzen. Da VL eine freiwillige Arbeitgeberleistung sind, solltest du im Arbeitsvertrag nachschauen oder beim Personalbüro aktiv nachfragen.
Daneben gibt es das Riester-Bausparen, das Riester-Zulagen mit der Bausparlogik verbindet. Es richtet sich an Personen mit einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, die eigene Beiträge leisten. Für Studierende mit Minijob (bis 603 Euro im Monat) ist Riester-Bausparen in der Regel noch nicht sinnvoll, weil Minijobs nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen – es sei denn, der Minijobber zahlt freiwillig Rentenversicherungsbeiträge. Eine Sonderform ist die sogenannte Eigenheimrente (Wohn-Riester), die es erlaubt, angespartes Riester-Kapital direkt für selbstgenutztes Wohneigentum einzusetzen – auch für die Tilgung eines Darlehens.
AUF EINEN BLICK
- Es gelten jährliche Einkommensgrenzen (zu versteuerndes Einkommen), die für Einzelpersonen und Verheiratete unterschiedlich sind.
- Auf förderfähige Sparbeiträge bis zu einem Höchstbetrag pro Jahr wird ein festgelegter Prämiensatz gewährt.
- Wichtig: Ab dem Altersjahr, in dem die Volljährigkeit endet, gelten abweichende Vorgaben – Studierende in Nebenjobs sollten ihre Einkommensgrenze prüfen.
- Antrag: Die Prämie wird über das Finanzamt bzw. die Bausparkasse beantragt.
Wohnungsbauprämie: Voraussetzungen & Einkommensgrenzen
Klassischer Bausparvertrag: Flexibel, ohne Bindung an Riester-Regelwerk – Kapital kann auch für Modernisierung genutzt werden.
Die Wohnungsbauprämie steht grundsätzlich Personen zu, die einen nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz anerkannten Bausparvertrag besitzen und bestimmte Altersgrenzen sowie Einkommensgrenzen einhalten. Entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen – nicht das Bruttoeinkommen. Für Studierende ohne oder mit geringem Nebenverdienst liegt das zu versteuernde Einkommen häufig deutlich unter den maßgeblichen Schwellenwerten, was die Prämie besonders attraktiv macht.
Konkrete Euro-Grenzwerte für die Wohnungsbauprämie können sich jährlich ändern; prüfe daher stets die aktuell gültige Fassung des Wohnungsbau-Prämiengesetzes oder die Informationen deiner Bausparkasse. Relevant: Der Grundfreibetrag liegt 2026 für Ledige bei 12.348 Euro zu versteuerndem Einkommen. Wer als Werkstudent oder im Nebenjob wenig verdient, bleibt häufig unter der Einkommensgrenze für die Wohnungsbauprämie – ein aktives Prüfen lohnt sich also.
Auf förderfähige Sparbeiträge bis zu einem im Gesetz festgelegten Höchstbetrag pro Kalenderjahr wird ein prozentualer Prämiensatz gewährt. Für Verheiratete gilt in der Regel der doppelte Förderbetrag. Wer kurz nach Ablauf eines Beitragsjahres den Förderantrag vergisst, verliert den Anspruch für dieses Jahr – die Prämie ist nicht nachholbar. Leg dir daher eine Kalender-Erinnerung an: Wohnungsbauprämie beantragen, spätestens im Folgejahr beim Finanzamt.
Ab dem Jahr, in dem Jugendliche volljährig werden, gelten ohne Ausnahme die allgemeinen Einkommensgrenzen. Für Studierende in einem Nebenjob bedeutet das: Wer neben dem BAföG oder Elternunterhalt Arbeitseinkommen erzielt, sollte rechtzeitig das zu versteuernde Einkommen kalkulieren – gegebenenfalls hilft ein Lohnsteuerrechner oder ein kurzes Gespräch beim Steuerberater.
AUF EINEN BLICK
- Riester-Bausparvertrag: Staatliche Grund- und Kinderzulagen + Steuerersparnis, aber strengere Verwendungsregeln (ausschließlich selbstgenutztes Wohneigentum).
- Für Studierende mit Minijob/Werkstudentenjob: Riester lohnt sich erst ab sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung mit eigenem Beitrag.
- Nachgelagerte Besteuerung bei Riester beachten: Im Rentenalter wird das entnommene Kapital als Einkommen versteuert (Wohnförderkonto).
- Fazit für Einsteiger: Klassischer Bausparvertrag als niedrigschwelliger Einstieg; Riester-Variante spätestens mit erstem Vollzeitjob prüfen.
Riester-Bausparen vs. klassisches Bausparen: Was passt für mich?
VL sind freiwillige Arbeitgeberzahlungen, die in bestimmte Anlageformen – u. a. Bausparverträge – eingezahlt werden können.
Der klassische Bausparvertrag ist das flexiblere Instrument: Du kannst das angesammelte Guthaben und das Darlehen nicht nur für den Neubau oder Kauf, sondern auch für Modernisierungen und Renovierungen einsetzen. Es gibt keine Verwendungsbeschränkung auf selbstgenutztes Wohneigentum, und du bist nicht an das Riester-Regelwerk gebunden. Das macht den klassischen Vertrag für Studierende und Berufseinsteiger zum Einstiegsprodukt der Wahl, wenn noch unklar ist, ob man jemals eine eigene Immobilie kaufen wird.
Der Riester-Bausparvertrag hingegen verbindet staatliche Grund- und Kinderzulagen sowie potenzielle Steuerersparnisse über den Sonderausgabenabzug mit der Bausparlogik. Der Haken: Das Geld darf ausschließlich für selbstgenutztes Wohneigentum verwendet werden. Wer seine Immobilie später verkauft oder vermietet, muss das Förderkapital zurückzahlen oder in einen anderen Riester-Vertrag überführen. Zudem gilt die sogenannte nachgelagerte Besteuerung: Im Alter wird das geförderte Kapital auf einem fiktiven Wohnförderkonto aufsummiert und als Einkommen versteuert – entweder auf einen Schlag oder in Jahresraten bis zum 85. Lebensjahr.
Für Studierende mit Minijob (bis zu 603 Euro monatlich) lohnt sich Riester-Bausparen noch kaum: Minijobber sind in der Regel nicht rentenversicherungspflichtig und damit keine unmittelbar Förderberechtigten. Erst mit einem sozialversicherungspflichtigen Werkstudentenjob oder einer regulären Teilzeitstelle, bei der eigene Rentenbeiträge fließen, öffnet sich die Riester-Tür. Wer dann in einen Riester-Bausparvertrag wechseln möchte, kann bestehende klassische Bausparverträge in vielen Fällen in einen Riester-Tarif umwandeln – die genauen Konditionen variieren je nach Anbieter.
Fazit: Starte mit einem klassischen Bausparvertrag. Wenn du nach dem Studium in ein rentenversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis eintrittst und weißt, dass du Wohneigentum anstrebst, prüfe den Wechsel zu Riester oder ergänze deinen Vertragsbestand um einen Riester-Vertrag.
AUF EINEN BLICK
- Werkstudentinnen und Werkstudenten: Haben grundsätzlich Anspruch auf VL, sofern der Arbeitsvertrag sie vorsieht – im Arbeitsvertrag nachfragen.
- Kombination VL + Arbeitnehmer-Sparzulage kann auch für Studierende mit Nebenjob relevant sein, wenn das Einkommen unter der Fördergrenze liegt.
- Anlagedauer: VL-Bausparverträge haben eine Sperrfrist, bevor über das Guthaben verfügt werden darf.
- Tipp: VL-Anspruch beim Arbeitgeber aktiv erfragen – viele Studis lassen diesen Vorteil ungenutzt.
Bausparen & Vermögenswirksame Leistungen: So profitieren Werkstudis
Typische Kosten: Abschlussgebühr (prozentual auf Bausparsumme), Kontoführungsgebühren und ggf. Schätzkosten bei Darlehensinanspruchnahme.
Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind freiwillige Arbeitgeberzahlungen, die direkt in bestimmte Anlageformen fließen – unter anderem in Bausparverträge. Der Arbeitgeber überweist den VL-Betrag nicht an dich persönlich, sondern direkt auf das begünstigte Konto. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben nach dem Vermögensbildungsgesetz grundsätzlich Anspruch darauf, VL in einen Bausparvertrag einzahlen zu lassen – ob und in welcher Höhe dein Arbeitgeber VL zahlt, hängt jedoch vom Tarifvertrag oder individuellen Arbeitsvertrag ab.
Werkstudentinnen und Werkstudenten haben grundsätzlich Anspruch auf VL, sofern der Arbeitsvertrag sie vorsieht. Viele Studierende wissen nicht, dass ihnen diese Leistung zusteht – ein kurzes Nachfragen beim Personalbüro kann sich finanziell auszahlen. Der Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde; bei einem Werkstudentenjob nahe der Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat bleibt der Spielraum für VL gering, aber nicht null.
Wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter der Fördergrenze für die Arbeitnehmer-Sparzulage liegt, kannst du zusätzlich zur VL-Einzahlung in den Bausparvertrag die staatliche Zulage beantragen. Auch hier gilt: aktiv beantragen, nicht automatisch erhalten. Beachte außerdem die Sperrfrist bei VL-Bausparverträgen: Du kannst in der Regel erst nach Ablauf dieser Frist über das angesparte Guthaben verfügen. Wer den Vertrag vorzeitig auflöst, riskiert die Rückforderung von Prämien und Zulagen.
Strategischer Tipp: Selbst wenn der Arbeitgeber nur einen kleinen VL-Betrag zahlt, lohnt es sich, diesen in einen Bausparvertrag zu lenken – kombiniert mit eigenen Sparbeiträgen und der Wohnungsbauprämie entsteht so eine mehrschichtige Förderstruktur, die die tatsächliche Rendite des Vertrags deutlich über die nominalen Guthabenzinsen hebt.
AUF EINEN BLICK
- Guthabenzinsen in der Ansparphase sind historisch niedrig – der Mehrwert entsteht vor allem durch staatliche Förderung und den zinssicheren Darlehenszins.
- Bei Nichtinanspruchnahme des Darlehens fungiert Bausparen als gefördertes Sparen – Rendite hängt maßgeblich von Prämien und Zulage ab.
- Bausparen ist KEIN Investmentprodukt: Keine Aktienmarkt-Rendite, dafür kapitalgarantiert und planbar.
- Inflationsrisiko beachten: Reale Kaufkraft der Ersparnisse kann sinken – Bausparen sollte Teil eines diversifizierten Sparportfolios sein.
Kosten & Rendite: Was Bausparen wirklich bringt
Zu hohe Bausparsumme wählen: Führt zu übermäßig langer Ansparphase oder Unterbesparung – realistische Wohnpläne als Ausgangspunkt nehmen.
Bevor du euphorisch einen Bausparvertrag abschließt, solltest du die Kostenseite kennen. Typischerweise fällt eine Abschlussgebühr an, die sich prozentual an der vereinbarten Bausparsumme orientiert. Hinzu kommen jährliche Kontoführungsgebühren. Wenn du das Darlehen später tatsächlich in Anspruch nimmst, können außerdem Schätz- oder Grundbuchkosten entstehen. Diese Kosten mindern die Nettorendite in der Ansparphase erheblich – besonders wenn du den Vertrag früh kündigst.
Die Guthabenzinsen in der Ansparphase sind bei klassischen Bauspartarifen traditionell niedrig. Der eigentliche Renditehebel liegt daher nicht in den Zinsen, sondern in den staatlichen Zulagen und Prämien: Wohnungsbauprämie, AN-Sparzulage und ggf. Riester-Zulage können zusammen die effektive Rendite auf die eigenen Einzahlungen erheblich steigern – insbesondere bei niedrigem Einkommen, wo die Prämien relativ hoch im Verhältnis zum Eigenbeitrag stehen. Kapitalerträge aus dem Bausparvertrag können mit dem Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Ledige) verrechnet werden, bevor Abgeltungsteuer (25 % zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer) anfällt.
Wer das Darlehen nie in Anspruch nimmt, nutzt Bausparen als gefördertes Sparinstrument. In diesem Fall ist die Gesamtrendite stark davon abhängig, wie konsequent du Förderanträge stellst und wie lange der Vertrag läuft – kurze Laufzeiten mit hoher Abschlussgebühr können im Worst Case sogar zu einer negativen Realrendite führen. Bausparen ist ausdrücklich kein Investmentprodukt: Es gibt keine Aktienmarkt-Renditen, aber auch kein Verlustrisiko. Das angesparte Kapital ist garantiert – ideal für den Teil deines Vermögens, den du für Wohneigentum reservieren möchtest.
AUF EINEN BLICK
- Förderanträge vergessen: Wohnungsbauprämie muss aktiv beantragt werden – wird nicht automatisch gutgeschrieben.
- Vorzeitige Kündigung: Führt zu Verlust der Prämien und Gebührennachteilen; Vertrag immer langfristig planen.
- VL-Anspruch nicht geltend machen: Arbeitgeberzuschuss bleibt liegen, weil kein entsprechender Vertrag vorgelegt wurde.
- Riester-Beitrag zu niedrig ansetzen: Für die volle Zulage ist ein Mindesteigenbeitrag (prozentual vom Vorjahreseinkommen) erforderlich.
Typische Fehler beim Bausparen – und wie du sie vermeidest
Bevor du einen Bausparvertrag abschließt, lohnt ein Gesamtblick auf deine Finanzsituation: Wie viel kannst du monatlich zurücklegen?
Der häufigste Fehler ist eine zu hoch gewählte Bausparsumme. Wer mit 22 Jahren eine Bausparsumme von 150.000 Euro vereinbart, muss über viele Jahre hohe monatliche Beiträge leisten, um die Mindestansparquote zu erreichen – das übersteigt oft das Budget von Studierenden. Besser: eine realistische Bausparsumme wählen, die zu den tatsächlichen Wohnplänen und dem monatlichen Spielraum passt. Es ist möglich, später mehrere Verträge zu kombinieren.
Ein weiterer klassischer Fehler ist das Vergessen des Förderantrags. Die Wohnungsbauprämie wird nicht automatisch gutgeschrieben – du musst sie jährlich beantragen, entweder über die Steuererklärung oder direkt bei der Bausparkasse. Viele Sparerinnen und Sparer verlieren Jahr für Jahr Prämienansprüche, weil sie diesen Schritt schlicht vergessen. Richte dir eine Jahres-Erinnerung ein, idealerweise kurz nach Ablauf des Beitragsjahres.
Die vorzeitige Kündigung eines Bausparvertrags ist finanziell fast immer ungünstig: Du verlierst nicht nur gewährte Prämien, sondern hast die Abschlussgebühr bereits bezahlt – ohne Gegenwert. Schließe einen Bausparvertrag daher nur ab, wenn du ihn langfristig besparen kannst. Wenn sich deine Lebenssituation ändert, gibt es in der Regel die Möglichkeit, die Beitragszahlungen vorübergehend auszusetzen, statt den Vertrag aufzulösen.
Schließlich lassen viele Werkstudentinnen und Werkstudenten ihren VL-Anspruch ungenutzt. Wer keinen entsprechenden Vertrag vorlegt und den Arbeitgeber nicht explizit darum bittet, den VL-Betrag einzuzahlen, bekommt das Geld schlicht nicht. Diese Leistung ist kein Automatismus – aktives Handeln ist gefragt.
AUF EINEN BLICK
- Der StudySmarter Finanz-Score zeigt dir strukturiert, welche Bausteine (Notgroschen, VL, Bauspar, Riester) für deine Lebensphase relevant sind.
- Ergebnis des Checks: konkrete Handlungsempfehlungen, ohne Produktwerbung – rein auf deine Situation zugeschnitten.
- Tipp: Notgroschen (typischerweise 3 Netto-Monatsgehälter) hat Vorrang vor gebundenem Bausparen – erst Liquiditätsreserve aufbauen.
- Nach dem Check: Beratung bei unabhängiger Stelle (z. B. Verbraucherzentrale) oder zugelassenem Finanzberater empfehlenswert.
Finanz-Score checken & den richtigen Einstieg finden
Bevor du einen Bausparvertrag abschließt, lohnt ein Gesamtblick auf deine finanzielle Situation. Wie viel Geld kannst du monatlich zurücklegen? Hast du bereits einen Notgroschen aufgebaut? Ökonominnen und Finanzexperten empfehlen typischerweise drei Netto-Monatsgehälter als liquide Reserve, bevor du Geld in gebundene Produkte mit Sperrfristen investierst. Erst wenn diese Basis steht, macht das Besparen eines Bausparvertrags finanziell Sinn.
Danach geht es darum, die richtigen Bausteine in der richtigen Reihenfolge zu aktivieren: Notgroschen, dann VL-Nutzung, dann Bausparvertrag mit Wohnungsbauprämie, und je nach Beschäftigungssituation perspektivisch Riester. Jede dieser Entscheidungen hängt von deinem konkreten Einkommen, deiner Lebensplanung und deinem Zeithorizont ab – pauschale Empfehlungen greifen hier zu kurz.
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Häufige Fragen
Ob sich ein Bausparvertrag als Student ohne eigenes Einkommen lohnt, hängt vor allem von deinen langfristigen Zielen ab. Ohne regelmäßiges Einkommen kannst du zwar die staatlichen Förderungen wie die Wohnungsbauprämie nicht in vollem Umfang nutzen, aber du sicherst dir frühzeitig günstige Konditionen für ein späteres Darlehen. Für die reine Rendite ist ein Bausparvertrag in dieser Phase meist weniger attraktiv als andere Anlageformen.
Einen Bausparvertrag kannst du in Deutschland grundsätzlich ab dem 16. Lebensjahr abschließen, da du dann unbeschränkt geschäftsfähig bist. Für Minderjährige ist jedoch die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erforderlich. Der Abschluss ist also bereits in jungen Jahren möglich, was dir einen langen Ansparzeitraum verschaffen kann.
Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Förderung für das Bausparen, die du unabhängig von deinem Arbeitgeber beantragen kannst, wenn du bestimmte Einkommensgrenzen einhältst. Die Arbeitnehmer-Sparzulage hingegen wird auf vermögenswirksame Leistungen (VL) gezahlt, die dein Arbeitgeber für dich anlegt, und ist an weitere Bedingungen wie das Einkommen gekoppelt. Beide Förderungen können beim Bausparen kombiniert werden, sofern du die jeweiligen Voraussetzungen erfüllst.
Wenn du deinen Bausparvertrag nach der Ansparphase nicht für ein Darlehen nutzt, kannst du das angesparte Guthaben samt Zinsen und staatlicher Förderung einfach auszahlen lassen. Der Vertrag endet dann regulär, und du musst keine weiteren Beiträge zahlen. Du verzichtest lediglich auf das Recht, ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch zu nehmen, was aber keine Nachteile mit sich bringt.
Ja, als Werkstudent kannst du vermögenswirksame Leistungen (VL) in einen Bausparvertrag einzahlen, sofern dein Arbeitgeber diese Leistung anbietet. Auch wenn du nur eine geringe Vergütung erhältst, kannst du VL aus deinem eigenen Nettoeinkommen aufwenden, um die staatliche Arbeitnehmer-Sparzulage zu erhalten. Wichtig ist, dass du die Einkommensgrenzen für die Förderung nicht überschreitest.
Beim Riester-Bausparen kombinierst du einen Bausparvertrag mit einer staatlich geförderten Riester-Rente, wobei ein Teil deiner Beiträge in den Bausparvertrag fließt. Die Zulagen und Steuervorteile werden auf dein Vertragsguthaben angerechnet, und nach der Ansparphase kannst du das Guthaben für wohnungswirtschaftliche Zwecke nutzen. Im Gegensatz zum klassischen Bausparen ist die Förderung an bestimmte Bedingungen wie die jährliche Beitragszahlung und die Verwendung für selbst genutztes Wohneigentum gebunden.
Die Höhe deiner Bausparsumme als Student sollte sich an deinen späteren Finanzierungszielen orientieren, etwa an der geplanten Höhe einer Immobilienfinanzierung oder einer Modernisierung. Als Faustregel gilt, dass die Bausparsumme das Darlehen plus das angesparte Guthaben umfasst, wobei du realistisch einschätzen solltest, wie viel du monatlich sparen kannst. Eine zu hohe Bausparsumme führt zu langen Ansparzeiten, während eine zu niedrige Summe später möglicherweise nicht ausreicht.
Bausparen und ein ETF-Sparplan verfolgen unterschiedliche Ziele: Bausparen bietet dir ein garantiertes, aber niedrig verzinstes Guthaben und das Recht auf ein zinsgünstiges Darlehen, während ein ETF-Sparplan auf langfristige Rendite durch Aktienmärkte setzt und höhere Schwankungen aufweist. Für die kurzfristige bis mittelfristige Finanzierung von Wohneigentum ist Bausparen sicherer, für den langfristigen Vermögensaufbau ohne konkreten Verwendungszweck sind ETFs in der Regel renditestärker. Eine Kombination aus beiden kann sinnvoll sein, um sowohl Sicherheit als auch Wachstum zu erreichen.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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