Ratgeber · Versicherung
Betriebliche Altersvorsorge: Wann sich der Abschluss über den Chef lohnt
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) baut über deinen Arbeitgeber eine Zusatzrente auf. Ob sich das für dich rechnet, hängt vor allem vom Zuschuss deines Chefs, deinem Gehalt und deinen Plänen beim Jobwechsel ab.
10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Seit 2022 muss dein Arbeitgeber bei der Entgeltumwandlung in der Regel 15 Prozent auf deine Beiträge dazugeben.
- Für monatliche Beiträge bis 338 Euro fallen 2026 keine Sozialabgaben an, für Beträge bis 676 Euro keine Steuern.
- Im Alter sind Betriebsrenten steuerpflichtig und für gesetzlich Versicherte ab 197,75 Euro Monatsrente krankenversicherungspflichtig.
- Zahlt dein Chef die Betriebsrente allein, solltest du sie in jedem Fall mitnehmen.
01 · Grundlagen
Was ist betriebliche Altersvorsorge?
Die bAV ist eine Zusatzrente, die über deinen Arbeitgeber läuft. Sie ergänzt die gesetzliche Rente und kann deine Rentenlücke verkleinern.
Die betriebliche Altersvorsorge hat in Deutschland eine lange Tradition. Bereits vor mehr als 100 Jahren begannen die ersten großen Unternehmen, für ihre Mitarbeiter Vermögen anzusparen, aus dem später eine Rente ausgezahlt wurde. Heute haben laut Alterssicherungsbericht 2024 der Bundesregierung gut 18 Millionen Angestellte Ansprüche auf eine bAV-Rente, das ist mehr als die Hälfte aller regulär Beschäftigten.
Für dich als Studierende oder Berufseinsteigerin ist wichtig: Die bAV ist keine einheitliche Sache. Mal zahlt dein Arbeitgeber die Beiträge vollständig allein, mal wandelst du einen Teil deines Bruttogehalts um. In größeren Unternehmen sind betriebliche Vorsorgekonzepte deutlich weiter verbreitet als in kleinen Firmen.
Die bAV ergänzt deine gesetzliche Rente und kann deine Rentenlücke verkleinern. Ob sie für dich sinnvoll ist, hängt von deinem Gehalt, dem Zuschuss deines Arbeitgebers und deinen beruflichen Plänen ab.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV) bedeutet: Aufbau einer Zusatzrente über den Arbeitgeber, entweder arbeitgeberfinanziert oder durch Entgeltumwandlung aus deinem Bruttogehalt. Die bAV ist neben der gesetzlichen Rente und privater Vorsorge die dritte Säule der Alterssicherung.
Kurz erklärt
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Aufbau einer Zusatzrente über den Arbeitgeber, entweder arbeitgeberfinanziert oder durch Entgeltumwandlung aus deinem Bruttogehalt.
Die bAV ist neben der gesetzlichen Rente und privater Vorsorge die dritte Säule der Alterssicherung.
02 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Entgeltumwandlung
Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts. Dein Arbeitgeber zahlt diesen Betrag in einen Vorsorgevertrag ein.
Dazu schließt du mit deinem Arbeitgeber eine arbeitsrechtliche Vereinbarung ab, auch Barlohnumwandlung genannt.
Dein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, dir mindestens einen Durchführungsweg für die Gehaltsumwandlung zu ermöglichen. Welchen er auswählt, entscheidet er. Nur wenn er keinen der genannten Wege anbietet, kannst du selbst einen Direktversicherungsvertrag vorschlagen.
Seit 2019 müssen Arbeitgeber 15 Prozent Zuschuss auf deine umgewandelten Beiträge zahlen, wenn sie durch die Gehaltsumwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparen. Dieser Zuschuss ist kein Geschenk, sondern ein teilweiser Ausgleich dafür, dass deine Ansprüche in der Sozialversicherung sinken.
- Du schließt mit deinem Arbeitgeber eine arbeitsrechtliche Vereinbarung über die Gehaltsumwandlung ab.
- Dein Arbeitgeber wählt den Durchführungsweg, zum Beispiel eine Direktversicherung oder Pensionskasse, und schließt den Vertrag ab.
- Dein umgewandelter Bruttolohn fließt in den Vertrag, dein Arbeitgeber zahlt mindestens 15 Prozent Zuschuss, wenn er Sozialabgaben spart.
- Frühestens ab 62 Jahren erhältst du die Leistung als Rente oder Kapital, sie ist dann steuerpflichtig und teilweise sozialversicherungspflichtig.
Vereinbarung treffen
Du schließt mit deinem Arbeitgeber eine arbeitsrechtliche Vereinbarung über die Gehaltsumwandlung ab.
Vertrag abschließen
Dein Arbeitgeber wählt den Durchführungsweg, zum Beispiel eine Direktversicherung oder Pensionskasse, und schließt den Vertrag ab.
Beiträge einzahlen
Dein umgewandelter Bruttolohn fließt in den Vertrag. Dein Arbeitgeber zahlt mindestens 15 Prozent Zuschuss, wenn er Sozialabgaben spart.
Rente beziehen
Frühestens ab 62 Jahren erhältst du die Leistung als Rente oder Kapital. Sie ist dann steuerpflichtig und teilweise sozialversicherungspflichtig.
03 · Vergleich
Arbeitgeberfinanzierte oder arbeitnehmerfinanzierte bAV?
Der entscheidende Unterschied liegt darin, wer die Beiträge zahlt. Davon hängt ab, wie attraktiv die betriebliche Altersvorsorge für dich ist.
Bei der klassischen arbeitgeberfinanzierten bAV übernimmt dein Chef die Beiträge zur späteren Rente allein. Diese Form steht in der Tradition der betrieblichen Fürsorge und dient heute vor allem der Mitarbeiterbindung. Wenn dein Arbeitgeber die Versorgung komplett finanziert, solltest du sie in jedem Fall mitnehmen.
Bei der Entgeltumwandlung zahlst du selbst aus deinem Bruttogehalt ein. Seit 2002 hast du einen gesetzlichen Anspruch darauf, Teile deines Bruttolohns in einen bAV-Vertrag einzuzahlen. Dein Arbeitgeber muss auf Nachfrage einen solchen Vertrag anbieten, außer ein Tarifvertrag schließt es aus.
In der Praxis wird die betriebliche Altersvorsorge in vielen Unternehmen überwiegend durch Eigenbeiträge der Beschäftigten bespeist. Trotzdem wird dafür der Begriff betriebliche Altersversorgung verwendet. Für dich heißt das: Prüfe genau, wer wie viel einzahlt, bevor du dich entscheidest.
Zwei Grundformen der betrieblichen Altersvorsorge im Vergleich: Bei der arbeitgeberfinanzierten bAV zahlt dein Arbeitgeber allein, es ist eine freiwillige Leistung, oft zur Mitarbeiterbindung, und dein Gehalt wird nicht belastet. Bei der Entgeltumwandlung zahlst du aus deinem Bruttogehalt plus Arbeitgeberzuschuss, du hast einen gesetzlichen Anspruch darauf, außer ein Tarifvertrag schließt es aus, und Beiträge bis 676 Euro monatlich sind steuerfrei sowie bis 338 Euro monatlich sozialabgabenfrei.
| Arbeitgeberfinanzierte bAV | Entgeltumwandlung | |
|---|---|---|
| Wer zahlt die Beiträge? | Dein Arbeitgeber allein | Du aus deinem Bruttogehalt, plus Arbeitgeberzuschuss |
| Pflicht des Arbeitgebers | Freiwillige Leistung, oft zur Mitarbeiterbindung | Gesetzlicher Anspruch für dich, außer ein Tarifvertrag schließt es aus |
| Steuerliche Wirkung in der Ansparphase | Keine Belastung deines Gehalts | Beiträge bis 676 Euro monatlich steuerfrei |
| Sozialabgaben in der Ansparphase | Keine Belastung deines Gehalts | Beiträge bis 338 Euro monatlich sozialabgabenfrei |
| Empfehlung | Immer mitnehmen | Nur bei ausreichendem Zuschuss und passenden Konditionen |
04 · Was gilt
Diese fünf Durchführungswege gibt es
Dein Arbeitgeber kann die bAV auf unterschiedliche Weise umsetzen. Die Wahl des Wegs beeinflusst Sicherheit, Kosten und Flexibilität.
Dein Arbeitgeber kann die bAV auf fünf klassische Wegen umsetzen. Die Wahl des Wegs beeinflusst Sicherheit, Kosten und Flexibilität deiner Betriebsrente. In der Praxis werden die Beiträge oft in Rentenversicherungsverträge bei privaten Lebensversicherungsgesellschaften gezahlt, die auf den Namen des Arbeitgebers laufen.
Die fünf Produktklassen sind Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage, auch Pensionszusage genannt. Bei der Direktzusage kann dein Arbeitgeber die Leistungen im Alter selbst erbringen, ohne einen Versicherer einzuschalten. Über die gesonderte Variante Arbeitszeitkonto ist auch ein früherer Eintritt ins Rentenalter anstelle von Geldleistungen finanzierbar.
Welcher Weg für dich gilt, entscheidet dein Arbeitgeber. Du hast keinen Anspruch auf einen bestimmten Durchführungsweg, sondern nur darauf, dass dir überhaupt einer angeboten wird.
Die fünf klassischen Durchführungswege der bAV sind Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage (Pensionszusage). Nicht dazu gehören eine private Rentenversicherung ohne Arbeitgeberbezug, eine Riester-Rente als reiner Privatvertrag, die gesetzliche Rentenversicherung oder ein Tagesgeldkonto auf deinen Namen.
Dazu gehören
Nicht dazu gehören
05 · Kosten
Was du bei Steuern und Sozialabgaben beachten musst
Die bAV bietet in der Ansparphase Vorteile, fordert aber im Alter einen Teil zurück. Entscheidend sind die Freibeträge bei der Krankenversicherung.
Für Beträge bis zu 338 Euro im Monat fallen keine Sozialabgaben an, für Beträge bis zu 676 Euro keine Steuern. Das entlastet dich heute, mindert aber deine Ansprüche in der Sozialversicherung.
Die spätere Betriebsrente musst du in voller Höhe versteuern. Als gesetzlich krankenversicherte Rentnerin zahlst du den vollen Beitrag zur Krankenversicherung nur noch für den Teil der Rente, der den Freibetrag von monatlich 197,75 Euro übersteigt. Der Freibetrag gilt einmal für alle deine betrieblichen Versorgungsleistungen zusammen, auch aus früheren oder späteren Beschäftigungsverhältnissen.
Für die Pflegeversicherung gilt: Übersteigen deine Leistungen aus betrieblicher Altersversorgung die Freigrenze von 197,75 Euro, wird für die gesamte Betriebsrente der volle Beitragssatz erhoben. Der Beitragssatz liegt bei 3,4 oder 4,0 Prozent, je nachdem ob du Kinder hast.
Abgaben auf die spätere Betriebsrente für gesetzlich Versicherte: Bis 197,75 Euro monatliche Betriebsrente fallen keine Krankenkassenbeiträge an. Über 197,75 Euro wird der volle Kranken- und Pflegebeitrag auf den übersteigenden Teil fällig. Der Freibetrag gilt einmal für alle deine betrieblichen Versorgungsleistungen zusammen.
Abgaben auf die spätere Betriebsrente für gesetzlich Versicherte
06 · Checkliste
Wann sich die betriebliche Altersvorsorge für dich lohnt
Nicht jede bAV ist automatisch sinnvoll. Diese Kriterien helfen dir bei der Entscheidung.
Nicht jede bAV ist automatisch sinnvoll. Die betriebliche Vorsorge ist durch zwei Gesetzesänderungen aus den Jahren 2018 und 2019 attraktiver geworden, aber sie lohnt sich nur in bestimmten Situationen. Entscheidend ist vor allem, wie stark sich dein Arbeitgeber an der Finanzierung beteiligt.
Zahlt dein Arbeitgeber die Betriebsrente vollständig allein, solltest du sie immer mitnehmen. Das ist eine zusätzliche Vergütung, die dich nichts kostet. Bei der Entgeltumwandlung lohnt sich die bAV besonders, wenn dein Chef mehr als den gesetzlichen Mindestzuschuss von 15 Prozent zahlt.
Für Beschäftigte mit geringem Verdienst ist die bAV seit 2018 interessanter. Wer im Alter auf Grundsicherung angewiesen ist, kann mindestens 100 und maximal 200 Euro seiner Betriebs- und Riesterrente behalten. Von Renten, die 100 Euro übersteigen, bleiben 30 Prozent anrechnungsfrei, insgesamt nicht mehr als 200 Euro.
- Dein Arbeitgeber finanziert die Betriebsrente vollständig allein.
- Dein Arbeitgeber zahlt mehr als den gesetzlichen Mindestzuschuss von 15 Prozent.
- Du verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen und profitierst von Sozialabgabenersparnis.
- Du rechnest im Alter mit einer niedrigen gesetzlichen Rente und kannst von den anrechnungsfreien 100 bis 200 Euro profitieren.
- Du planst, lange im Unternehmen zu bleiben, und dein Vertrag ist bei Jobwechsel übertragbar.
Checkliste: In diesen Fällen ist die bAV sinnvoll
Dein Arbeitgeber finanziert die Betriebsrente vollständig allein.
Dein Arbeitgeber zahlt mehr als den gesetzlichen Mindestzuschuss von 15 Prozent.
Du verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen und profitierst von Sozialabgabenersparnis.
Du rechnest im Alter mit einer niedrigen gesetzlichen Rente und kannst von den anrechnungsfreien 100 bis 200 Euro profitieren.
Du planst, lange im Unternehmen zu bleiben, und dein Vertrag ist bei Jobwechsel übertragbar.
07 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Entgeltumwandlung
Diese Punkte übersehen viele Beschäftigte vor dem Abschluss. Sie können die Rendite deutlich schmälern.
Sie können die Rendite deutlich schmälern. Die komplexen Vertragskonstruktionen der bAV enthalten viele Fallstricke, deshalb solltest du genau hinschauen, bevor du dich für diese Vorsorgevariante entscheidest.
Ein häufiger Fehler ist, die Entgeltumwandlung abzuschließen, obwohl dein Arbeitgeber nur den gesetzlichen Mindestzuschuss von 15 Prozent zahlt und du wenig verdienst. In diesem Fall kann die Ersparnis in der Ansparphase durch die Abgaben auf die spätere Rente wieder aufgezehrt werden.
Viele ignorieren auch, dass die spätere Betriebsrente deine gesetzliche Rente nicht erhöht, aber deine Sozialversicherungsansprüche in der Ansparphase mindert. Zudem ist ein großer Teil des Vorsorgevermögens bei vielen Verträgen nicht vererbbar, und du kannst es dir nicht vor Rentenbeginn auszahlen lassen.
- Du schließt eine Entgeltumwandlung ab, obwohl dein Arbeitgeber nur den gesetzlichen Mindestzuschuss von 15 Prozent zahlt und du wenig verdienst.
- Du ignorierst, dass die spätere Betriebsrente deine gesetzliche Rente nicht erhöht, aber deine Sozialversicherungsansprüche in der Ansparphase mindert.
- Du verlässt dich darauf, dass dein neuer Arbeitgeber deinen alten bAV-Vertrag übernimmt, ohne das vorher zu klären.
- Du beachtest nicht, dass ein großer Teil des Vorsorgevermögens bei vielen Verträgen nicht vererbbar ist.
- Du planst, die bAV vor Rentenbeginn aufzulösen, obwohl das bei den meisten Verträgen nicht möglich ist.
Diese Fehler solltest du vermeiden
08 · Hintergrund
Betriebsrente bei Arbeitgeberwechsel
Ein Jobwechsel kann deine bAV-Ansprüche beeinflussen. Die Regeln hängen vom Durchführungsweg und der Vertragsgestaltung ab.
Die Regeln hängen vom Durchführungsweg und der Vertragsgestaltung ab. Wer bereits bei Antritt seiner neuen Stelle weiß, dass er diese höchstens ein paar Jahre ausfüllen will, sollte sich gut überlegen, Bruttogehalt in eine Lebensversicherung zu stecken.
Bei der Entgeltumwandlung hast du in jedem Fall einen Anspruch auf die erarbeiteten Leistungen. Dein neuer Arbeitgeber kann den alten Vertrag übernehmen, muss es aber nicht. Es ist nicht gesagt, ob der neue Chef den alten bAV-Vertrag fortführt.
Bei einer arbeitgeberfinanzierten Direktzusage kann es vorkommen, dass Ansprüche verfallen, wenn du das Unternehmen vor Ablauf bestimmter Fristen verlässt. Prüfe das vor einem Wechsel. Wechselst du häufig den Job, solltest du genau rechnen, denn ein Vertrag mit hohen Abschlusskosten lohnt sich oft erst nach vielen Jahren.
Bei der Entgeltumwandlung hast du in jedem Fall einen Anspruch auf die erarbeiteten Leistungen. Dein neuer Arbeitgeber kann den alten Vertrag übernehmen, muss es aber nicht. Bei einer arbeitgeberfinanzierten Direktzusage kann es vorkommen, dass Ansprüche verfallen, wenn du das Unternehmen vor Ablauf bestimmter Fristen verlässt. Prüfe das vor einem Wechsel. Wechselst du häufig den Job, solltest du genau rechnen. Ein Vertrag mit hohen Abschlusskosten lohnt sich oft erst nach vielen Jahren. Kläre vor dem Abschluss, ob eine Übertragung auf einen neuen Arbeitgeber möglich ist.
Bei der Entgeltumwandlung hast du in jedem Fall einen Anspruch auf die erarbeiteten Leistungen. Dein neuer Arbeitgeber kann den alten Vertrag übernehmen, muss es aber nicht.
Bei einer arbeitgeberfinanzierten Direktzusage kann es vorkommen, dass Ansprüche verfallen, wenn du das Unternehmen vor Ablauf bestimmter Fristen verlässt. Prüfe das vor einem Wechsel.
Wechselst du häufig den Job, solltest du genau rechnen. Ein Vertrag mit hohen Abschlusskosten lohnt sich oft erst nach vielen Jahren. Kläre vor dem Abschluss, ob eine Übertragung auf einen neuen Arbeitgeber möglich ist.
09 · Im Vertrag
Betriebsrente und gesetzliche Rente: So wirkt die bAV auf deine Ansprüche
Die Entgeltumwandlung reduziert dein sozialversicherungspflichtiges Brutto. Das kann deine gesetzliche Rente und andere Ansprüche beeinflussen.
Deine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sinken, weil dein Bruttogehalt niedriger ist, dadurch fällt deine spätere gesetzliche Rente etwas geringer aus.
Für umgewandelte Beiträge bis 338 Euro monatlich fallen keine Sozialabgaben an. Das entlastet dich heute, mindert aber deine Ansprüche in der Sozialversicherung. Auch dein Anspruch auf Arbeitslosengeld kann niedriger ausfallen, weil dein beitragspflichtiges Brutto sinkt.
Im Alter gibt es eine Entlastung: Seit 2018 können Sparer mindestens 100 und maximal 200 Euro ihrer Betriebs- und Riesterrente behalten, wenn sie Grundsicherung beziehen. Von Renten, die 100 Euro übersteigen, bleiben 30 Prozent anrechnungsfrei, insgesamt nicht mehr als 200 Euro.
Wichtige Wechselwirkungen mit der Sozialversicherung: Bei der gesetzlichen Rente sinken deine Beiträge, weil dein Bruttogehalt niedriger ist, dadurch fällt deine spätere gesetzliche Rente etwas geringer aus. In der Ansparphase fallen für umgewandelte Beiträge bis 338 Euro monatlich keine Sozialabgaben an, das entlastet dich heute, mindert aber deine Ansprüche. Beim Arbeitslosengeld kann dein Anspruch niedriger ausfallen, weil dein beitragspflichtiges Brutto sinkt. Bei der Grundsicherung kannst du seit 2018 mindestens 100 und maximal 200 Euro deiner Betriebs- und Riesterrente behalten.
Wichtige Wechselwirkungen mit der Sozialversicherung
10 · Schritt für Schritt
So gehst du bei der Entscheidung vor
Mit diesen Schritten findest du heraus, ob das Angebot deines Arbeitgebers zu dir passt.
Informiere dich bei deinem Chef oder der Personalabteilung darüber, welche Art der betrieblichen Altersversorgung es in deiner Firma gibt. Finanziert der Arbeitgeber die Versorgung komplett allein, mach mit.
Bietet dein Chef dir nichts an, weise ihn auf dein Recht zur Entgeltumwandlung hin. Seit 2019 müssen Arbeitgeber 15 Prozent zuschießen. Frag ihn, ob noch mehr drin ist. Lass dir die Kosten, die garantierte Rente und die Regelungen zu Erwerbsminderung und Hinterbliebenenschutz zeigen.
Vergleiche die bAV mit Alternativen wie einer privaten Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan. Achte auf Flexibilität und Kosten. Die bAV lohnt sich nur in bestimmten Situationen, deshalb solltest du die Konditionen genau prüfen, bevor du dich entscheidest.
- Frage bei deinem Chef oder der Personalabteilung nach, welcher Durchführungsweg angeboten wird und wie hoch der Zuschuss ist.
- Lass dir die Kosten, die garantierte Rente und die Regelungen zu Erwerbsminderung und Hinterbliebenenschutz zeigen.
- Vergleiche die bAV mit einer privaten Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan, achte auf Flexibilität und Kosten.
- Nimm die bAV mit, wenn dein Arbeitgeber ausreichend zuzahlt oder die Vorteile deine Nachteile klar überwiegen.
Angebot einholen
Frage bei deinem Chef oder der Personalabteilung nach, welcher Durchführungsweg angeboten wird und wie hoch der Zuschuss ist.
Konditionen prüfen
Lass dir die Kosten, die garantierte Rente und die Regelungen zu Erwerbsminderung und Hinterbliebenenschutz zeigen.
Alternativen vergleichen
Vergleiche die bAV mit einer privaten Rentenversicherung oder einem ETF-Sparplan. Achte auf Flexibilität und Kosten.
Entscheiden
Nimm die bAV mit, wenn dein Arbeitgeber ausreichend zuzahlt oder die Vorteile deine Nachteile klar überwiegen.
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