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Ratgeber · Studienfinanzierung

Wie finanziere ich mein Studium: Alle Wege im Überblick

Ein Studium kostet dich im Schnitt zwischen 600 und 1.200 Euro im Monat. Diese Struktur zeigt dir, welche Finanzierungs­bausteine es gibt und wie du sie kombinierst.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • BAföG ist oft die günstigste Basis, weil du nur die Hälfte zurückzahlen musst.
  • Nebenjobs sind für die meisten Studierenden die wichtigste eigene Einnahmequelle.
  • Stipendien sind geschenktes Geld und werden längst nicht nur für Bestnoten vergeben.
  • Studienkredite solltest du nur gezielt für die Endphase oder Lücken nutzen.

01 · Kosten

Was kostet dich das Studium wirklich?

Bevor du die Finanzierung planst, solltest du deine monatlichen Ausgaben kennen. Die Miete ist dabei der größte Posten und schwankt je nach Stadt stark.

Die Miete ist der größte Einzelposten in deinem Budget. Im Durchschnitt zahlen Studierende dafür 393 Euro im Monat, in gefragten Städten wie Berlin kostet ein WG-Zimmer häufig mehr als 500 Euro. Für Lebensmittel solltest du etwa 200 Euro einplanen.

Dazu kommen Lernmittel und Bücher mit rund 50 Euro sowie Mobilität und Freizeit mit etwa 200 Euro pro Monat. Insgesamt liegen die monatlichen Ausgaben je nach Studienort zwischen 600 und 1.200 Euro. Die Miete entscheidet am stärksten darüber, ob du am unteren oder oberen Ende dieser Spanne liegst.

Deine tatsächlichen Kosten hängen von deinem Wohnort, deinem Umgang mit Geld und deinen Freizeitgewohnheiten ab. Wer in einer günstigen Stadt lebt und selten auswärts isst, kommt mit deutlich weniger aus als jemand in einer teuren Großstadt mit hohem Mobilitätsbedarf.

Kurz erklärt

Miete inklusive Nebenkosten

Monatliche Studienkosten im Überblick

393 EUR

02 · Was gilt

BAföG als Fundament deiner Studienfinanzierung

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ist für viele der erste Anlaufpunkt. Der große Vorteil: Du musst nur die Hälfte der Förderung zurückzahlen, und das zinsfrei.

BAföG steht für die staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Die Förderung richtet sich an Studierende an Fachhochschulen, Akademien und Universitäten. Der Antrag wird beim zuständigen Studentenwerk oder Amt für Ausbildungsförderung gestellt, online oder mit Formularen.

Der Höchstsatz liegt seit dem Wintersemester 2024/25 bei 992 Euro pro Monat. Wie viel du tatsächlich bekommst, hängt vom Einkommen deiner Eltern und deinem eigenen Vermögen ab. Unter 30 Jahren darfst du 15.000 Euro Vermögen besitzen, ohne dass dein BAföG gekürzt wird.

Du musst nur die Hälfte der erhaltenen Förderung zurückzahlen, und das zinsfrei. Die Rückzahlung beginnt erst einige Jahre nach dem Studium und ist auf einen festen Höchstbetrag begrenzt. Damit ist BAföG fast immer günstiger als ein Kredit.

Gilt für dich

·Erststudium an Fachhochschulen, Akademien oder Universitäten
·Höchstsatz von 992 Euro pro Monat
·Rückzahlung nur maximal der Hälfte der Fördersumme

Gilt nicht für dich

·Zweites Studium ohne sinnvolle Ergänzung zum ersten Abschluss
·Überschreiten der Förderungshöchstdauer ohne triftigen Grund
·Einkommen der Eltern über den geltenden Freibeträgen

03 · Vergleich

Wie viel darfst du neben dem BAföG verdienen?

Ein Nebenjob lohnt sich fast immer, auch wenn du BAföG bekommst. Du musst nur die Hinzuverdienstgrenzen kennen, damit deine Förderung nicht gekürzt wird.

Ein Nebenjob ist auch mit BAföG möglich, ohne dass deine Förderung sofort sinkt. Du darfst bis zu 603 Euro brutto pro Monat verdienen, ohne dass etwas angerechnet wird. Auf das Jahr gerechnet liegt die Grenze bei 7.236 Euro im Bewilligungszeitraum von 12 Monaten.

Verdienst du mehr, wird der übersteigende Betrag teilweise auf dein BAföG angerechnet. Vorher zieht das Amt jedoch die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr ab. Erst das Einkommen oberhalb dieser Pauschale und oberhalb der 7.236 Euro führt zu einer Kürzung.

Für dich heißt das: Ein Minijob mit 603 Euro im Monat ist in der Regel unproblematisch. Arbeitest du in den Semesterferien mehr, kannst du das mit Monaten unter der Grenze ausgleichen, solange du im gesamten Bewilligungszeitraum unter 7.236 Euro bleibst.

Hinzuverdienst beim BAföG im Überblick
Monatliche GrenzeJährliche Grenze
Bruttover­dienst603 Euro7.236 Euro
Werbungs­kostenpauschale1.230 Euro pro Jahr
Anrechnung auf BAföGKeine Kürzung bis 603 EuroKeine Kürzung bis 7.236 Euro

04 · Vergleich

Welche Arten von Studienkrediten gibt es?

Wenn BAföG und Nebenjob nicht reichen, kannst du einen Kredit aufnehmen. Die Konditionen unterscheiden sich stark, deshalb lohnt sich ein genauer Vergleich.

Ein Studienkredit ist ein Darlehen von einer Bank, für das du keine Sicherheiten und kein Einkommen nachweisen musst. Du kannst bis zu 650 Euro pro Monat erhalten, die Förderung ist für bis zu 14 Semester möglich. Die volle Summe plus Zinsen musst du später zurückzahlen.

Der Bildungskredit richtet sich an die fortgeschrittene Ausbildungsphase. Er wird unabhängig von Vermögen und Einkommen gewährt und ist auf höchstens zwei Jahre mit maximal 300 Euro pro Monat begrenzt. Der Bildungskredit eignet sich für die Schlussphase deines Studiums, wenn andere Quellen auslaufen.

Das BAföG-Bankdarlehen hilft, wenn du die Förderungshöchstdauer überschritten hast oder ein Ergänzungsstudium anschließt. Die Höhe legt das zuständige BAföG-Amt fest. Alle drei Kreditarten musst du vollständig mit Zinsen zurückzahlen, anders als beim BAföG selbst.

Studienkredit, Bildungskredit und BAföG-Bankdarlehen im Vergleich
StudienkreditBildungs­kreditBAföG-Bankdarlehen
ZielgruppeAlle Studierenden ohne BAföG-AnspruchFortgeschrittene AusbildungsphaseErgänzungsstudium oder Überschreitung der Förderdauer
Maximale HöheBis zu 650 Euro pro MonatMaximal 300 Euro pro MonatWird vom BAföG-Amt festgelegt
FörderdauerBis zu 14 SemesterHöchstens 2 Jahre
RückzahlungVolle Summe plus Zinsen

05 · Checkliste

Stipendien: So findest du passende Förderungen

Stipendien sind eine oft unterschätzte Finanzierungsquelle. Du musst dafür kein Einser-Abitur haben, viele Stiftungen achten auf Engagement und Persönlichkeit.

Stipendien sind geschenktes Geld, das du nicht zurückzahlen musst. Viele Stiftungen fördern nicht nur Bestnoten, sondern achten auf soziales Engagement, Talent, wirtschaftliche Situation und Persönlichkeit. Auch kleinere und unbekanntere Stiftungen vergeben regelmäßig Förderungen.

Die bekanntesten Programme sind das Deutschland-Stipendium, Stipendien der politischen Stiftungen und DAAD-Stipendien für Auslandsaufenthalte. Du solltest dich auch bewerben, wenn dein Notendurchschnitt nicht herausragend ist, denn die Kriterien sind oft breiter als gedacht.

Für die Suche bieten sich die Stipendien-Datenbanken der Begabtenförderungswerke und des DAAD an. Plane ausreichend Zeit für Bewerbungsunterlagen und mögliche Auswahlgespräche ein. Mehrere Stipendien lassen sich kombinieren, wenn die Förderhöhen es zulassen.

Checkliste für die Stipendiensuche

01

Prüfe die Stipendien-Datenbanken der Begabtenförderungswerke und des DAAD

02

Achte auf Kriterien wie soziales Engagement, Talent und wirtschaftliche Situation

03

Bewirb dich auch bei kleineren und unbekannteren Stiftungen

04

Plane genug Zeit für Bewerbungsunterlagen und Auswahlgespräche ein

05

Kombiniere mehrere Stipendien, wenn die Förderhöhen es zulassen

06 · Was gilt

Nebenjobs und Minijobs richtig einsetzen

Fast zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium. Ein Job mit Fachbezug bringt dir nicht nur Geld, sondern auch Berufserfahrung.

Fast zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium. Ein Job mit Fachbezug bringt dir nicht nur Geld, sondern auch erste Berufserfahrung und Kontakte. Besonders geeignet sind Stellen als studentische Hilfskraft an der Hochschule oder bezahlte Praktika im Fachbereich.

Ein Minijob bis 603 Euro pro Monat bleibt in der Regel steuerfrei und wird beim BAföG nicht angerechnet. Als Minijobberin oder Minijobber hast du außerdem Anspruch auf bezahlten Urlaub. Im späteren Studienverlauf kann eine Werkstudententätigkeit mit mehr Stunden sinnvoll sein.

Vermeide Vollzeitjobs während der Vorlesungszeit und Tätigkeiten mit Nachtarbeit, die deinen Lernrhythmus stören. In der Prüfungsphase solltest du Jobs ohne Bezug zum Studium reduzieren oder pausieren, damit genug Zeit zum Lernen bleibt.

Gut geeignet

·Studentische Hilfskraft an der Hochschule
·Minijob bis 603 Euro pro Monat ohne Steuern
·Bezahltes Praktikum mit Fachbezug
·Werkstudententätigkeit im späteren Studienverlauf

Eher ungeeignet

·Vollzeitjob während der Vorlesungszeit
·Unbezahlte Überstunden ohne Freizeitausgleich
·Jobs mit Nachtarbeit, die den Lernrhythmus stören
·Tätigkeiten ohne Bezug zum Studium in der Prüfungsphase

07 · Schritt für Schritt

Duales Studium: Studieren mit Gehalt

Beim dualen Studium bist du als Auszubildende oder Auszubildender in einem Betrieb angestellt. Du bekommst monatlich eine Vergütung und oft übernimmt der Betrieb die Studiengebühren.

Beim dualen Studium bist du als Auszubildende oder Auszubildender in einem Betrieb angestellt. Du erhältst während des gesamten Studiums eine monatliche Vergütung im branchenüblichen Rahmen. Häufig übernimmt der Ausbildungsbetrieb zusätzlich die anfallenden Studiengebühren.

Die Bewerbung läuft direkt bei einem Unternehmen, das duale Studienplätze anbietet. Die Zulassung zur Hochschule erfolgt meist parallel. Du wechselst in festen Blöcken zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Betrieb.

Nach dem Studium hast du einen anerkannten Hochschulabschluss und oft gute Übernahmechancen im Ausbildungsbetrieb. Der Nachteil ist die doppelte Belastung aus Arbeit und Studium, die weniger Freiraum für eigene Schwerpunkte lässt.

01

Bewerbung beim Unternehmen

Du bewirbst dich direkt bei einem Betrieb, der duale Studienplätze anbietet. Die Zulassung zur Hochschule läuft meist parallel.

02

Wechsel zwischen Betrieb und Hochschule

Die Theoriephasen an der Hochschule und die Praxisphasen im Betrieb wechseln sich in festen Blöcken ab.

03

Monatliche Vergütung

Während des gesamten Studiums erhältst du eine Vergütung im branchenüblichen Rahmen. Der Betrieb übernimmt häufig die Studiengebühren.

04

Abschluss und Übernahme

Nach dem Studium hast du einen anerkannten Hochschulabschluss und oft gute Übernahmechancen im Ausbildungsbetrieb.

08 · Was gilt

Kindergeld und Unterstützung durch die Eltern

Deine Eltern sind während deines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses unterhaltspflichtig. Zusätzlich bekommst du in der Regel bis zum 25. Geburtstag Kindergeld.

Deine Eltern sind während deines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses unterhaltspflichtig. Die Düsseldorfer Tabelle empfiehlt für studierende Kinder mit eigenem Haushalt einen Unterhalt von 930 Euro pro Monat. Tatsächlich zahlen Eltern und Verwandte im Durchschnitt 418 Euro im Monat.

Zusätzlich bekommst du in der Regel bis zum 25. Geburtstag Kindergeld. Die Unterstützung durch die Familie ist für fast 83 Prozent der Studierenden ein wichtiger Finanzierungsbaustein. Reicht das Geld nicht, kannst du BAföG beantragen, auch wenn deine Eltern einen Teil beisteuern.

Kein Anspruch auf Unterhalt besteht im Zweitstudium ohne sinnvolle Ergänzung zum ersten Abschluss oder wenn du über ausreichendes eigenes Einkommen verfügst. Kindergeld entfällt nach dem 25. Geburtstag und bei einer Unterbrechung des Studiums ohne triftigen Grund.

Steht dir zu

·Kindergeld bis zum 25. Geburtstag
·Unterhalt durch die Eltern im ersten Studium
·Empfohlener Unterhalt von 930 Euro pro Monat bei eigenem Haushalt
·Durchschnittliche elterliche Unterstützung von 418 Euro pro Monat

Steht dir nicht zu

·Kindergeld nach dem 25. Geburtstag
·Unterhalt im Zweitstudium ohne sinnvolle Ergänzung
·Unterhalt bei eigenem ausreichendem Einkommen
·Kindergeld bei Unterbrechung des Studiums ohne triftigen Grund

09 · Grundlagen

Semesterbeitrag und Studierendenwerk: Was steckt dahinter?

An staatlichen Hochschulen zahlst du keine Studiengebühren, aber einen Semesterbeitrag. Damit finanzierst du auch die Angebote der Studierendenwerke wie Mensa und Wohnheime.

An staatlichen Hochschulen zahlst du keine Studiengebühren, aber jedes Semester einen Semesterbeitrag. Dieser deckt die Verwaltungskosten und den Sozialbeitrag für das Studierendenwerk ab. Über den Sozialbeitrag werden Angebote wie Mensa, Wohnheime und Beratungsstellen finanziert.

An vielen Hochschulen ist im Semesterbeitrag auch ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr enthalten. Die Höhe des Beitrags ist je nach Hochschule unterschiedlich und liegt meist im niedrigen dreistelligen Eurobereich.

Der Semesterbeitrag ist eine Pflichtabgabe, die du bei der Rückmeldung für das nächste Semester zahlen musst. Ohne Zahlung kannst du dich nicht zurückmelden und verlierst deinen Studienplatz.

Kurz erklärt

Semesterbeitrag

Ein Beitrag, den du jedes Semester an deine Hochschule zahlst. Er deckt Verwaltungskosten, den Sozialbeitrag für das Studierendenwerk und oft ein Semesterticket für den Nahverkehr.

Die Höhe ist je nach Hochschule unterschiedlich und liegt meist im niedrigen dreistelligen Eurobereich.

10 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Studienfinanzierung vermeiden

Viele Studierende unterschätzen die langfristigen Folgen von Krediten oder verschenken Fördermöglichkeiten. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Häufige Fehler und wie du sie umgehst

·Studienkredit leichtfertig aufnehmen, ohne die Rückzahlungsphase zu planen
·BAföG-Antrag zu spät stellen und dadurch Monate ohne Förderung bleiben
·Stipendien wegen vermeintlich zu schlechter Noten gar nicht erst suchen
·Nebenjob über die Hinzuverdienstgrenze ausdehnen und BAföG kürzen lassen
·Nur auf eine Finanzierungsquelle setzen statt mehrere Bausteine zu kombinieren

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026