Ratgeber · Studienfinanzierung
Studium finanzieren: Alle Wege zur sicheren Studienfinanzierung
Die Finanzierung deines Studiums setzt sich meist aus mehreren Bausteinen zusammen. Dieser Überblick zeigt dir, welche Einnahmequellen es gibt und wie du sie kombinierst.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Eltern und Nebenjobs sind die wichtigsten Finanzquellen für Studierende.
- BAföG ist besonders günstig, weil du nur die Hälfte und ohne Zinsen zurückzahlst.
- Stipendien sind eine gute Alternative, da das Geld nicht zurückgezahlt werden muss.
- Studienkredite solltest du nur als Ergänzung nutzen und die Konditionen genau vergleichen.
01 · Grundlagen
Elternunterhalt und Kindergeld als Basis
Für die meisten Studierenden bilden die Eltern die finanzielle Grundlage. Sie sind bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss unterhaltspflichtig.
Deine Eltern sind gesetzlich verpflichtet, dich bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss finanziell zu unterstützen. Das gilt auch für ein weiterführendes Studium, wenn es für die spätere Berufsausübung erforderlich ist. Fast 83 Prozent der Studierenden erhalten laut Sozialerhebung zumindest einen Teil ihres Einkommens von Eltern oder Verwandten.
Die Düsseldorfer Tabelle empfiehlt für studierende Kinder mit eigenem Haushalt einen monatlichen Bedarf von 930 Euro. Tatsächlich steuern Eltern und Verwandte laut 22. Sozialerhebung durchschnittlich 418 Euro im Monat bei. Das Kindergeld von monatlich 250 Euro steht dir während des Studiums weiterhin zu und wird meist an die Eltern ausgezahlt oder direkt an dich weitergeleitet.
Meist greifen Studierende auf eine Kombination mehrerer Finanzierungsquellen zurück, um die Familie zu entlasten. Sprich frühzeitig mit deinen Eltern darüber, welchen Betrag sie realistisch beisteuern können. So erkennst du rechtzeitig, ob du zusätzliche Quellen wie BAföG oder einen Nebenjob einplanen musst.
Kurz erklärt
Elternunterhalt
Eltern sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kinder während der ersten Ausbildung finanziell zu unterstützen. Die Düsseldorfer Tabelle empfiehlt für studierende Kinder mit eigenem Haushalt einen monatlichen Bedarf von 930 Euro.
Fast 83 Prozent der Studierenden erhalten laut Sozialerhebung Geld von ihren Eltern oder Verwandten. Eltern bekommen Kindergeld, das sie an ihre studierenden Kinder weiterreichen können.
02 · Was gilt
BAföG: Die günstigste staatliche Förderung
BAföG ist die erste Wahl, wenn deine Eltern dich nicht ausreichend unterstützen können. Der große Vorteil: Du musst nur die Hälfte der Förderung zurückzahlen, und das ohne Zinsen.
BAföG ist eine staatliche Sozialleistung, die es dir ermöglichen soll, ein Studium unabhängig von der finanziellen Situation deiner Eltern zu absolvieren. Der große Vorteil gegenüber einem Kredit: Du musst später nur maximal die Hälfte des erhaltenen BAföG zurückzahlen. Das Darlehen ist außerdem zinsfrei.
Der BAföG-Höchstsatz liegt seit dem Wintersemester 2024/25 bei 992 Euro pro Monat. BAföG-Empfänger erhielten 2023 durchschnittlich 640 Euro monatlich. Dein eigenes Vermögen bleibt bis zu einem Freibetrag von 15.000 Euro anrechnungsfrei, wenn du unter 30 Jahre alt bist. Für bestimmte Fälle gibt es zudem eine einmalige Studienstarthilfe von 1.000 Euro.
Stipendien werden nicht auf das BAföG angerechnet. Du kannst also beides gleichzeitig erhalten. Den Antrag stellst du direkt online auf der BAföG-Webseite.
Gilt für BAföG
Gilt nicht für BAföG
03 · Kosten
Nebenjob und Minijob: So viel darfst du verdienen
Ein Nebenjob ist für viele Studierende unverzichtbar. Wichtig ist, dass du die Hinzuverdienstgrenzen beim BAföG beachtest, damit deine Förderung nicht gekürzt wird.
Knapp zwei Drittel der Studierenden jobben neben dem Studium, regelmäßig oder gelegentlich. Ein Nebenjob bringt nicht nur Geld, sondern im Idealfall auch studienrelevante praktische Erfahrungen. Besonders wertvoll sind bezahlte Praktika oder Stellen als studentische Hilfskraft mit Bezug zu deinem Fach.
Wenn du BAföG beziehst, darfst du im Bewilligungszeitraum von 12 Monaten insgesamt 7.236 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Das entspricht 603 Euro pro Monat. Zusätzlich wird eine Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr berücksichtigt, sodass dein tatsächlicher Spielraum etwas größer ist.
- Bleibst du mit deinem Minijob unter 603 Euro pro Monat, fallen in der Regel keine Steuern an.
- Als Minijobber hast du Anspruch auf bezahlten Urlaub.
- Überschreitest du die Hinzuverdienstgrenze, wird dein BAföG gekürzt.
Kurz erklärt
Monatliche Grenze
Hinzuverdienstgrenzen beim BAföG im Jahr 2026
603 EUR
04 · Checkliste
Stipendien: Förderung ohne Rückzahlung
Stipendien sind eine attraktive Finanzierungsquelle, da du das Geld nicht zurückzahlen musst. Sie werden nicht auf das BAföG angerechnet.
Anders als viele denken, fördern Stipendien nicht nur Hochbegabte. Viele Stiftungen berücksichtigen auch soziales Engagement, persönliche Lebensumstände oder den Studienfachbereich.
Das Deutschlandstipendium fördert engagierte und begabte Studierende mit 300 Euro monatlich, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das Geld kommt zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von privaten Förderern. Das Aufstiegsstipendium richtet sich an Berufserfahrene mit besonders guten Ausbildungsabschlüssen und beträgt für ein Vollzeitstudium monatlich 815 Euro.
- Stipendien politischer Stiftungen fördern oft auch soziales Engagement und bieten ideelle Unterstützung.
- DAAD-Stipendien finanzieren Auslandsaufenthalte während des Studiums.
- Kirchen, Gewerkschaften und private Organisationen vergeben ebenfalls Stipendien oder Beihilfen.
Diese Stipendienarten gibt es
Deutschlandstipendium: 300 Euro monatlich, unabhängig vom Einkommen der Eltern
Stipendien politischer Stiftungen: fördern oft auch soziales Engagement
DAAD-Stipendien: für Auslandsaufenthalte
Aufstiegsstipendium: für Berufserfahrene mit guten Ausbildungsabschlüssen
Stipendien von Kirchen, Gewerkschaften und privaten Organisationen
05 · Vergleich
Studienkredit und Bildungskredit: Nur als Ergänzung
Kredite solltest du nur dann in Betracht ziehen, wenn andere Quellen nicht ausreichen. Anders als beim BAföG musst du die volle Summe plus Zinsen zurückzahlen.
Der Vorteil gegenüber anderen Darlehen: Du brauchst keine Sicherheiten und kein bestimmtes Einkommen nachzuweisen.
Die beiden größten Anbieter für Studienkredite sind die KfW und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamts. Der Bildungskredit richtet sich an fortgeschrittene Studierende und wird unabhängig vom eigenen Einkommen und Vermögen sowie dem der Eltern gewährt. Das Kreditvolumen reicht von 1.000 bis 7.200 Euro, ausgezahlt in Monatsraten von 100, 200 oder 300 Euro.
Vergleiche vor dem Abschluss mehrere Produkte und prüfe die Rückzahlungskonditionen genau. Überlege dir vorab, ob du den Kredit wirklich brauchst und ob du die monatlichen Raten nach dem Studium stemmen kannst.
| Studienkredit | Bildungskredit | |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Alle Studierenden | Fortgeschrittene Studierende |
| Kreditvolumen | Flexibel, oft monatliche Auszahlung | 1.000 bis 7.200 Euro |
| Rückzahlung | Volle Summe plus Zinsen | Volle Summe plus Zinsen |
| Einkommensabhängig | Nein | Nein |
06 · Kosten
Lebensunterhalt: Diese Kosten kommen auf dich zu
Die monatlichen Ausgaben für Miete, Lebensmittel und Lernmittel bestimmen deinen Finanzbedarf. Die tatsächliche Höhe hängt stark von deinem Studienort ab.
Deine monatlichen Ausgaben bestimmen, wie viel Geld du insgesamt benötigst. Laut 22. Sozialerhebung des BMBF gaben Studierende durchschnittlich 842 Euro pro Monat aus. Die Daten wurden 2021 erhoben, seitdem dürfte der Betrag aufgrund der Inflation angestiegen sein.
Die Miete ist der größte Einzelposten und hängt stark vom Studienort ab. Im Durchschnitt lag sie bei 393 Euro, in besonders gefragten Städten wie Berlin kostet ein WG-Zimmer häufig mehr als 500 Euro. Je nach Stadt und Lebensstil liegen die Gesamtkosten zwischen 600 und 1.200 Euro pro Monat.
Plane deinen Finanzbedarf realistisch und mit Puffer. Ein günstiger Wohnheimplatz oder eine WG außerhalb des Zentrums kann deine monatlichen Fixkosten deutlich senken.
Durchschnittliche monatliche Ausgaben von Studierenden
07 · Was gilt
Semesterbeitrag und Studiengebühren: Feste Posten einplanen
Neben den laufenden Lebenshaltungskosten musst du den Semesterbeitrag einplanen. In den meisten Bundesländern fallen für ein Erststudium keine allgemeinen Studiengebühren an.
Dieser wird jedes Semester fällig und enthält oft ein Semesterticket für den Nahverkehr sowie einen Anteil für das Studierendenwerk. Die genaue Höhe variiert je nach Hochschule.
Für ein Erststudium an staatlichen Hochschulen fallen in den meisten Bundesländern keine allgemeinen Studiengebühren an. Auch für ein konsekutives Masterstudium direkt nach dem Bachelor werden in der Regel keine Gebühren erhoben. In einigen Bundesländern können jedoch Langzeitstudiengebühren anfallen, wenn du die Regelstudienzeit deutlich überschreitest.
Informiere dich frühzeitig bei deiner Hochschule über die genaue Höhe des Semesterbeitrags und die Zahlungsfristen. So vermeidest du Mahngebühren und behältst deine Finanzplanung im Blick.
Zahlst du
Zahlst du nicht
08 · Checkliste
Unterstützung durch das Studierendenwerk
Das Studierendenwerk ist an vielen Hochschulstandorten eine wichtige Anlaufstelle. Es bietet Beratung und praktische Hilfen, die deine Finanzen entlasten können.
Es bietet Beratung zur Studienfinanzierung und hilft dir beim BAföG-Antrag. Die Angebote sind in der Regel kostenlos oder stark vergünstigt.
Ein Wohnheimplatz des Studierendenwerks ist oft deutlich günstiger als eine private Unterkunft. Das Essen in der Mensa entlastet dein Budget ebenfalls spürbar. Für studierende Eltern gibt es an vielen Standorten Kinderbetreuungsangebote.
- Beratung zur Studienfinanzierung und zum BAföG-Antrag
- Vergünstigtes Essen in der Mensa
- Günstige Wohnheimplätze
- Kinderbetreuungsangebote für studierende Eltern
- Psychosoziale Beratung
Diese Leistungen bietet das Studierendenwerk
Beratung zur Studienfinanzierung und zum BAföG-Antrag
Vergünstigtes Essen in der Mensa
Günstige Wohnheimplätze
Kinderbetreuungsangebote für studierende Eltern
Psychosoziale Beratung
09 · Grundlagen
Bildungsfonds: Alternative zum klassischen Kredit
Bildungsfonds oder Studienfonds sind eine besondere Form der Finanzierung. Du erhältst Geld für dein Studium und zahlst später einen prozentualen Anteil deines Einkommens zurück.
Ein Bildungsfonds oder Studienfonds investiert in Studierende und übernimmt einen Teil der Studienkosten. Im Gegenzug verpflichtest du dich, nach dem Studium für einen festgelegten Zeitraum einen bestimmten Prozentsatz deines Einkommens an den Fonds abzugeben. Das Prinzip ähnelt einer Einkommensbeteiligung.
Die genauen Konditionen wie Prozentsatz und Rückzahlungsdauer variieren je nach Anbieter. Du solltest sie genau prüfen und mit einem klassischen Studienkredit vergleichen. In manchen Fällen kann ein Bildungsfonds günstiger sein, in anderen Fällen zahlst du langfristig mehr als bei einem Kredit mit festen Zinsen.
Lies das Kleingedruckte sorgfältig und achte darauf, wie hoch deine maximale Rückzahlung ausfallen kann. Ein unabhängiger Vergleich hilft dir, die langfristigen Kosten realistisch einzuschätzen.
Kurz erklärt
Bildungsfonds
Ein Bildungsfonds investiert in Studierende und übernimmt einen Teil der Studienkosten. Im Gegenzug verpflichtest du dich, nach dem Studium für einen festgelegten Zeitraum einen bestimmten Prozentsatz deines Einkommens an den Fonds abzugeben.
Die genauen Konditionen wie Prozentsatz und Rückzahlungsdauer variieren je nach Anbieter. Du solltest sie genau prüfen und mit einem klassischen Studienkredit vergleichen.
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Studienfinanzierung
Eine durchdachte Finanzplanung schützt dich vor bösen Überraschungen. Diese Fehler solltest du vermeiden.
Viele Studierende verschenken Geld, weil sie Fristen verpassen oder Fördermöglichkeiten nicht kennen. Diese Fehler lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden.
Der häufigste Fehler ist, keinen BAföG-Antrag zu stellen, obwohl eine Förderung möglich wäre. Auch wer die Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro pro Jahr überschreitet, riskiert eine Kürzung der Förderung. Ein weiterer Klassiker: Einen Studienkredit aufnehmen, ohne die Rückzahlungskonditionen vollständig zu verstehen.
- Keinen BAföG-Antrag stellen, obwohl eine Förderung möglich wäre
- Die Hinzuverdienstgrenze beim BAföG überschreiten und eine Kürzung riskieren
- Einen Studienkredit aufnehmen, ohne die Rückzahlungskonditionen zu verstehen
- Stipendien nicht in Betracht ziehen, weil die Noten nicht perfekt sind
- Die Kosten für den Lebensunterhalt unterschätzen und in finanzielle Engpässe geraten
Diese Fehler passieren häufig
Häufige Fragen
Fragen zu Studium finanzieren
{{f.a}}
Studienfinanzierung
Mehr zu Studienfinanzierung
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber