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Altersvorsorgedepot und Wohneigentum: So nutzt du dein Depot für die eigene Immobilie

Das Altersvorsorgedepot startet 2027 als staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Für viele stellt sich die Frage, ob und wie sich das angesparte Kapital für Wohneigentum nutzen lässt.

8 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 08.10.2026

Das Wichtigste

  • Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027 und löst die Riester-Rente als neues gefördertes Vorsorgeprodukt ab.
  • Die staatliche Förderung umfasst eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr sowie eine Kinderzulage von 300 Euro pro Kind.
  • Für Wohneigentum gelten beim Altersvorsorgedepot besondere Regeln, die eine Entnahme oder Beleihung des Kapitals betreffen.
  • Neben dem Depot ohne Garantie gibt es Varianten mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie sowie ein kostengedeckeltes Standarddepot.

01 · Grundlagen

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot, das gezielt für den langfristigen Vermögensaufbau zur Altersvorsorge konzipiert ist. Es ermöglicht die Anlage in Fonds und ETFs nach einer gesetzlichen Positivliste.

Anders als bei der Riester-Rente gibt es keine Pflicht zur Beitragsgarantie, was eine höhere Aktienquote und damit langfristig bessere Renditechancen erlaubt.

Für dich bedeutet das: Du kannst dein Geld breit gestreut am Kapitalmarkt anlegen und profitierst gleichzeitig von staatlichen Zulagen. Das Altersvorsorgedepot löst ab 2027 die Riester-Rente als zentrale geförderte private Altersvorsorge ab.

  • Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für den langfristigen Vermögensaufbau zur Altersvorsorge.
  • Die Anlage erfolgt in Fonds und ETFs nach einer gesetzlichen Positivliste.
  • Im Gegensatz zur Riester-Rente besteht keine Pflicht zur Beitragsgarantie.

Kurz erklärt

Altersvorsorgedepot

Ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für den langfristigen Vermögensaufbau zur Altersvorsorge, das ab 2027 die Riester-Rente ablöst.

Kapitalmarktorientierte Anlage mit staatlicher Förderung durch Zulagen und Steuervorteile

02 · Was gilt

Wie funktioniert die staatliche Förderung?

Die Förderung des Altersvorsorgedepots setzt sich aus Zulagen und steuerlichen Vorteilen zusammen. Die Höhe der Zulagen hängt von deinem Eigenbeitrag und der Anzahl deiner Kinder ab.

Die Grundzulage beträgt 50 Cent je gespartem Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 360 Euro im Jahr.

Für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr erhältst du 25 Cent Zulage. Die maximale Grundzulage liegt damit bei 540 Euro pro Jahr. Für jedes Kind, für das du Kindergeld bekommst, gibt es zusätzlich eine volle Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr, sofern du mindestens 25 Euro im Monat sparst.

  • Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr.
  • Für Eigenbeiträge zwischen 360 Euro und 1.800 Euro gibt es 25 Cent Zulage je Euro.
  • Die Kinderzulage beträgt 300 Euro pro Kind und Jahr ab einem Sparbeitrag von 25 Euro im Monat.
  • Der Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 Euro wird bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag gewährt.

Gefördert

·Grundzulage: 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr
·Grundzulage: 25 Cent je Euro bis 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr
·Kinderzulage: 300 Euro pro Kind und Jahr
·Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung

03 · Was gilt

Altersvorsorgedepot und Wohneigentum: Welche Regeln gelten?

Das angesparte Kapital im Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich für die Altersvorsorge zweckgebunden. Für die Nutzung von Wohneigentum gibt es jedoch spezifische Regelungen, die du kennen solltest.

Du kannst das Kapital für den Erwerb, den Bau oder den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie verwenden.

Eine Entnahme für eine vermietete Immobilie ist nicht vorgesehen. Auch die vorzeitige vollständige Auszahlung ohne wohnungswirtschaftliche Verwendung ist ausgeschlossen. Die Beleihung des Altersvorsorgedepots als Sicherheit für ein Darlehen ist möglich, ebenso die Tilgung eines Darlehens für die selbstgenutzte Immobilie.

  • Die Entnahme von Kapital für den Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie ist möglich.
  • Die Beleihung des Altersvorsorgedepots als Sicherheit für ein Darlehen ist möglich.
  • Die Verwendung des Kapitals für den Bau oder Kauf einer Immobilie ist möglich.
  • Die Tilgung eines Darlehens für die selbstgenutzte Immobilie ist möglich.
  • Die vorzeitige vollständige Auszahlung ohne wohnungswirtschaftliche Verwendung ist nicht möglich.
  • Die Verwendung für eine vermietete Immobilie ist nicht möglich.

Möglich

·Entnahme von Kapital für den Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie
·Beleihung des Altersvorsorgedepots als Sicherheit für ein Darlehen
·Verwendung des Kapitals für den Bau oder Kauf einer Immobilie
·Tilgung eines Darlehens für die selbstgenutzte Immobilie

Nicht möglich

·Vorzeitige vollständige Auszahlung ohne wohnungswirtschaftliche Verwendung
·Verwendung für eine vermietete Immobilie
·Entnahme vor dem 65. Lebensjahr ohne wohnungswirtschaftlichen Zweck

04 · Vergleich

Welche Depotvarianten gibt es?

Das Altersvorsorgedepot wird in drei Produktvarianten angeboten, die sich in Risiko und Renditeaussichten unterscheiden. Die Wahl der Variante beeinflusst auch die Flexibilität bei der Nutzung für Wohneigentum.

Das Standarddepot ist bei jedem Anbieter verfügbar und in den Kosten gedeckelt.

Das Depot ohne Garantie erlaubt eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent und richtet sich an renditeorientierte Anleger. Garantieprodukte bieten eine Beitragsgarantie von 80 oder 100 Prozent und sind für sicherheitsorientierte Sparer gedacht. Die Kosten für Garantieprodukte und das Depot ohne Garantie sind nicht gesetzlich gedeckelt.

  • Das Standarddepot hat zwei voreingestellte Fonds mit Lebenszyklusmodell und kostet maximal 1,0 Prozent pro Jahr.
  • Das Depot ohne Garantie ermöglicht bis zu 100 Prozent Aktienquote und ist für renditeorientierte Anleger geeignet.
  • Das Garantieprodukt bietet 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie und ist für sicherheitsorientierte Anleger geeignet.
Die drei Depotvarianten im Vergleich
StandarddepotDepot ohne GarantieGarantieprodukt
AnlagestrukturZwei voreingestellte Fonds mit LebenszyklusmodellBis zu 100 Prozent Aktienquote möglich80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie
RenditechancenMittel durch automatische UmschichtungHoch durch hohe AktienquoteNiedriger durch Garantieabsicherung
Geeignet fürAnleger ohne eigene AnlageentscheidungenRenditeorientierte Anleger mit langem HorizontSicherheitsorientierte Anleger

05 · Schritt für Schritt

Wie läuft die Ansparphase ab?

In der Ansparphase zahlst du regelmäßig Beiträge in dein Altersvorsorgedepot ein. Die Beiträge werden in Fonds und ETFs investiert, die der Gesetzgeber über eine Positivliste zulässt.

Der Vertragsabschluss ist ab dem 1. Januar 2027 bei Banken, Fondsgesellschaften oder Versicherungen möglich.

Die volle Grundzulage erhältst du ab einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr. Je nach gewählter Depotvariante liegt die Aktienquote zwischen 0 und 100 Prozent. Die staatlichen Zulagen werden deinem Depot gutgeschrieben und ebenfalls investiert.

  • Du schließt das Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter ab, zum Beispiel einer Bank, Fondsgesellschaft oder Versicherung.
  • Du zahlst monatlich oder jährlich Beiträge ein, die volle Grundzulage gibt es ab 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr.
  • Deine Beiträge werden in Fonds und ETFs nach der gesetzlichen Positivliste investiert.
  • Die staatlichen Zulagen werden deinem Depot gutgeschrieben und ebenfalls investiert.
01

Vertragsabschluss

Du schließt das Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter ab, zum Beispiel einer Bank, Fondsgesellschaft oder Versicherung. Der Vertragsabschluss ist ab dem 1. Januar 2027 möglich.

02

Regelmäßige Einzahlungen

Du zahlst monatlich oder jährlich Beiträge ein. Die volle Grundzulage erhältst du ab einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr.

03

Anlage am Kapitalmarkt

Deine Beiträge werden in Fonds und ETFs nach der gesetzlichen Positivliste investiert. Je nach Depotvariante liegt die Aktienquote zwischen 0 und 100 Prozent.

04

Zulagen und Steuervorteile

Die staatlichen Zulagen werden deinem Depot gutgeschrieben. Zusätzlich kannst du die Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.

05

Automatische Umschichtung

Im Standarddepot schichtet ein Lebenszyklusmodell mit zunehmendem Alter automatisch von Aktien in sicherere Anlagen um.

06 · Was gilt

Was gilt in der Auszahlungs­phase?

Die Auszahlungsphase beginnt frühestens ab dem 65. Lebensjahr. Du hast mehrere Optionen, wie du über dein angespartes Kapital verfügen kannst.

Die Auszahlungsphase beginnt frühestens ab dem 65. Lebensjahr. Du hast mehrere Optionen, wie du über dein angespartes Kapital verfügen kannst. Eine vollständige Einmalzahlung ohne Verrentung ist nicht wählbar.

Du kannst zwischen einem Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr, einer lebenslangen Rente oder einer Kombination aus 30 Prozent Einmalzahlung und Verrentung wählen. Als Alternative zur lebenslangen Rente gibt es auch Zeitrenten. Eine Zwangsverrentung wie bei der Riester-Rente gibt es nicht.

  • Ein Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr ist wählbar.
  • Eine lebenslange Rente ist wählbar.
  • Eine Kombination aus 30 Prozent Einmalzahlung und Verrentung ist wählbar.
  • Eine Zeitrente als Alternative zur lebenslangen Rente ist wählbar.
  • Eine vollständige Einmalzahlung ohne Verrentung ist nicht wählbar.
  • Eine Auszahlung vor dem 65. Lebensjahr ohne wohnungswirtschaftliche Verwendung ist nicht wählbar.

Wählbar

·Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr
·Lebenslange Rente
·Kombination aus 30 Prozent Einmalzahlung und Verrentung
·Zeitrente als Alternative zur lebenslangen Rente

Nicht wählbar

·Vollständige Einmalzahlung ohne Verrentung
·Auszahlung vor dem 65. Lebensjahr ohne wohnungswirtschaftliche Verwendung
·Zwangsverrentung wie bei der Riester-Rente

07 · Kosten

Welche Kosten deckelt das Altersvorsorgereformgesetz?

Das Altersvorsorgereformgesetz sieht einen Kostendeckel für das Standarddepot vor. Damit sollen die Renditen der Sparer geschützt werden.

Die jährlichen Kosten für das Standarddepot sind auf 1,0 Prozent des Depotwerts begrenzt.

Zum Vergleich: Typische Riester-Verträge verursachen jährliche Kosten von 2 bis 3 Prozent. Der Kostendeckel von 1,0 Prozent gilt nur für das Standarddepot. Andere Depotvarianten sind nicht gesetzlich gedeckelt.

  • Das Standarddepot hat einen gesetzlichen Kostendeckel von 1,0 Prozent pro Jahr.
  • Typische Riester-Verträge kosten im Vergleich 2 bis 3 Prozent pro Jahr.
  • Andere Depotvarianten sind nicht gesetzlich gedeckelt.

Kostendeckel für das Standarddepot

Standarddepot (gesetzlicher Deckel)1,0 %
Typische Riester-Verträge (zum Vergleich)2–3 %

08 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du beim Altersvorsorgedepot vermeiden?

Beim Umgang mit dem Altersvorsorgedepot gibt es einige typische Fehler, die du vermeiden solltest, um deine Förderung und Rendite nicht zu gefährden.

Wer weniger als 1.800 Euro pro Jahr einzahlt, verschenkt einen Teil der Grundzulage.

Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind gibt es nur ab einem Sparbeitrag von 25 Euro im Monat. Der einmalige Berufseinsteigerbonus von 200 Euro wird nur bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag gewährt. Wähle die Depotvariante, die zu deiner Risikobereitschaft passt.

  • Zu geringe Eigenbeiträge: Wer weniger als 1.800 Euro pro Jahr einzahlt, verschenkt einen Teil der Grundzulage.
  • Kinderzulage nicht beantragen: Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind gibt es nur ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat.
  • Berufseinsteigerbonus verpassen: Der einmalige Bonus von 200 Euro wird nur bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag gewährt.
  • Falsche Depotvariante wählen: Sicherheitsorientierte Anleger sollten nicht das Depot ohne Garantie wählen, wenn sie Schwankungen nicht aushalten.

Häufige Fehler im Umgang mit dem Altersvorsorgedepot

·Zu geringe Eigenbeiträge: Wer weniger als 1.800 Euro pro Jahr einzahlt, verschenkt einen Teil der Grundzulage.
·Kinderzulage nicht beantragen: Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind gibt es nur ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat.
·Berufseinsteigerbonus verpassen: Der einmalige Bonus von 200 Euro wird nur bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag gewährt.
·Falsche Depotvariante wählen: Sicherheitsorientierte Anleger sollten nicht das Depot ohne Garantie wählen, wenn sie Schwankungen nicht aushalten.
·Sonderausgabenabzug nicht nutzen: Die Beiträge können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, was viele vergessen.
·Wohneigentum falsch planen: Die Entnahme für eine Immobilie ist nur für selbstgenutzte Immobilien möglich, nicht für vermietete Objekte.

Häufige Fragen

Fragen zu Altersvorsorgedepot und Wohneigentum

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FinanzredaktionAktualisiert am 08.10.2026