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Altersvorsorgedepot Kosten: Was du für die staatlich geförderte Rente zahlst

Beim Altersvorsorgedepot entscheidet die Kostenquote darüber, wie viel von deiner Rendite übrig bleibt. Wir zeigen dir, welche Gebühren gesetzlich gedeckelt sind und wo du trotzdem genau hinschauen solltest.

7 Kapitel · 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert 08.10.2026

Das Wichtigste

  • Das Standarddepot ist gesetzlich auf 1,0 Prozent laufende Kosten begrenzt.
  • Die staatliche Grundzulage beträgt bis zu 540 Euro im Jahr, die Kinderzulage 300 Euro pro Kind.
  • ETF-Sparpläne und Depotführung sind bei vielen Anbietern ohne direkte Ordergebühren möglich.
  • Die Produktkosten der ETFs kommen zur Depotgebühr hinzu und liegen oft zwischen 0,1 und 0,5 Prozent.

01 · Kosten

Was kostet das Altersvorsorgedepot?

Die Kosten des Altersvorsorgedepots setzen sich aus der Depotgebühr und den Produktkosten der enthaltenen Wertpapiere zusammen. Der Gesetzgeber hat für das Standarddepot eine klare Obergrenze definiert.

Beim gesetzlich vorgeschriebenen Standarddepot ist die laufende Depotgebühr auf 1,0 Prozent des angesparten Kapitals pro Jahr begrenzt.

Hinzu kommen die Kosten der ETFs selbst, die üblicherweise zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr liegen. Bei einem selbst geführten Depot entfällt die Depotgebühr bei vielen Direktbanken komplett, sodass du dort nur die Produktkosten trägst.

Die Gesamtkostenquote liegt damit in der Regel zwischen 0,1 und 1,5 Prozent pro Jahr, abhängig vom gewählten Depotmodell und den enthaltenen ETFs.

Typische Kostenbestandteile im Altersvorsorgedepot

Standarddepot gesetzliche Obergrenze1,0 %
Depotführung bei Direktbanken0 €

02 · Vergleich

Standarddepot oder selbst entscheiden: Welche Kosten fallen an?

Du hast die Wahl zwischen einem verwalteten Standarddepot und einem Depot, in dem du deine ETFs selbst auswählst. Beide Varianten unterscheiden sich in der Gebührenstruktur.

Beim Standarddepot übernimmt der Anbieter die Verwaltung und wählt die ETFs für dich aus. Dafür darf er eine laufende Depotgebühr von bis zu 1,0 Prozent pro Jahr verlangen, die Produktkosten der ETFs kommen noch hinzu.

Im Modell „Selbst entscheiden“ führst du dein Depot eigenständig. Viele Direktbanken verlangen hier keine Grundgebühr, und Sparpläne lassen sich häufig ohne Ordergebühren ausführen.

Die ETF-Auswahl ist im Standarddepot auf die Vorgaben des Anbieters beschränkt, während du im selbst geführten Depot frei aus dem ETF-Angebot wählen kannst. Die Produktkosten der ETFs fallen in beiden Varianten zusätzlich an.

Kostenstruktur der beiden Depotmodelle
StandarddepotSelbst entscheiden
Laufende Depotkosten0 % p.a. in 20270 € Grundgebühr
Sparplanausführung0 €0 €
Produktkosten der ETFs0 % p.a. TER für ausgewählte ETFs bis 31.12.2027ab 0 % p.a.

03 · Was gilt

Welche staatlichen Zulagen reduzieren deine effektiven Kosten?

Die staatlichen Zulagen wirken wie eine Kostenbremse. Sie erhöhen deine Einzahlung, ohne dass du mehr Eigenkapital aufbringen musst.

Die staatlichen Zulagen wirken wie eine direkte Gutschrift auf dein Depot und senken deine effektive Kostenlast. Für jeden Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro im Jahr erhältst du 50 Cent Grundzulage, für Beträge zwischen 360 und 1.800 Euro sind es 25 Cent je Euro.

Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro pro Jahr. Für jedes Kind kommen 300 Euro Kinderzulage hinzu, sofern du mindestens 25 Euro pro Monat einzahlst. Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus.

Nicht gefördert werden Einzahlungen über 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr, einmalige Nachzahlungen ohne laufenden Sparbeitrag, Auszahlungen vor dem Rentenbeginn und die Kosten für die Depotführung.

Wird gefördert

·Grundzulage: 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr
·Grundzulage: 25 Cent je Euro von 360 bis 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr
·Kinderzulage: 300 Euro pro Kind und Jahr ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat
·Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag

Wird nicht gefördert

·Einmalige Nachzahlungen ohne laufenden Sparbeitrag
·Auszahlungen vor dem Rentenbeginn
·Kosten für die Depotführung

04 · Fehler vermeiden

So wirken sich die Kosten auf deine Rendite aus

Jede Gebühr schmälert den Zinseszinseffekt über die Laufzeit. Ein Kostenunterschied von einem halben Prozentpunkt kann über 30 Jahre einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Jede Gebühr reduziert den Betrag, der für den Zinseszinseffekt arbeiten kann. Ein Kostenunterschied von einem halben Prozentpunkt pro Jahr kann über 30 Jahre einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Besonders teuer wird es, wenn du aktiv gemanagte Fonds statt günstiger ETFs wählst oder dein Depot häufig umschichtest. Auch Wechselgebühren bei einem Anbieterwechsel während der Ansparphase und Kosten für Auszahlpläne in der Rentenphase schmälern deine Rendite.

Die Kombination aus einer hohen Depotgebühr und teuren ETFs kann die staatliche Förderung teilweise oder vollständig aufzehren. Achte deshalb auf eine niedrige Gesamtkostenquote.

Typische Kostenfallen im Altersvorsorgedepot

·Hohe Produktkosten bei aktiv gemanagten Fonds statt günstiger ETFs
·Zusätzliche Transaktionskosten bei häufigem Umschichten des Depots
·Wechselgebühren bei einem Anbieterwechsel während der Ansparphase
·Versteckte Kosten in der Auszahlungsphase, etwa für Auszahlpläne
·Kombination aus Depotgebühr und teuren ETFs, die die Förderung aufzehrt

05 · Im Vertrag

Welche Kosten sind gesetzlich gedeckelt?

Das Altersvorsorgereformgesetz gibt klare Grenzen vor, damit die Kosten nicht ausufern. Diese Regeln gelten für alle zertifizierten Anbieter.

Das Altersvorsorgereformgesetz legt fest, dass die laufenden Kosten des Standarddepots auf 1,0 Prozent des angesparten Kapitals pro Jahr begrenzt sind. Diese Obergrenze gilt für alle zertifizierten Anbieter.

Die Produktkosten der enthaltenen ETFs müssen klar ausgewiesen werden und sind nicht Teil der Depotgebühr. Nur Produkte, die die gesetzlichen Kostenkriterien erfüllen, dürfen als Altersvorsorgedepot angeboten werden.

Auch in der Auszahlungsphase gelten die gesetzlichen Vorgaben zur Kostenbegrenzung. So bleibt die Kostenbelastung über die gesamte Laufzeit transparent und planbar.

Gesetzliche Kostenregeln für das Altersvorsorgedepot

StandarddepotObergrenzeDie laufenden Kosten sind auf 1,0 Prozent des angesparten Kapitals pro Jahr begrenzt.
ProduktkostenTransparenzDie Kosten der enthaltenen ETFs müssen klar ausgewiesen werden und sind nicht Teil der Depotgebühr.
ZertifizierungVoraussetzungNur zertifizierte Produkte dürfen als Altersvorsorgedepot angeboten werden, die Kostenkriterien erfüllen.
AuszahlungsphaseRegelungAuch in der Auszahlungsphase gelten die gesetzlichen Vorgaben zur Kostenbegrenzung.

06 · Checkliste

Checkliste: So hältst du die Kosten niedrig

Mit ein paar gezielten Entscheidungen kannst du die Gesamtkostenquote deines Altersvorsorgedepots deutlich senken.

Beginne mit einem Vergleich der Depotgebühren mehrerer Anbieter, bevor du dich festlegst.

  • Wähle ETFs mit einer TER unter 0,3 Prozent pro Jahr.
  • Nutze Sparpläne ohne Ordergebühren, um die Ausführungskosten zu vermeiden.
  • Vermeide häufiges Umschichten deines Depots, da jede Transaktion Kosten verursacht.
  • Prüfe, ob ein selbst geführtes Depot für dich günstiger ist als das Standarddepot.
  • Achte auf die Kosten in der Auszahlungsphase, nicht nur in der Ansparphase.

Kostenbewusst ins Altersvorsorgedepot starten

01

Vergleiche die Depotgebühren mehrerer Anbieter, bevor du dich festlegst

02

Nutze Sparpläne ohne Ordergebühren

03

Vermeide häufiges Umschichten deines Depots

04

Prüfe, ob ein selbst geführtes Depot günstiger ist als das Standarddepot

05

Achte auf die Kosten in der Auszahlungsphase, nicht nur in der Ansparphase

07 · Hintergrund

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot trotz Kosten?

Die staatlichen Zulagen und Steuervorteile können die Kosten des Depots deutlich übersteigen. Entscheidend ist dein persönlicher Grenzsteuersatz und die Laufzeit.

Die Grundzulage von bis zu 540 Euro im Jahr entspricht bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro einer Förderquote von 30 Prozent. Diese Quote liegt deutlich über den typischen jährlichen Kosten eines Altersvorsorgedepots.

Hinzu kommen die Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und der einmalige Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Diese Beträge fließen direkt in dein Depot und erhöhen deine Renditebasis.

Der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug kann je nach Grenzsteuersatz weitere 400 bis 500 Euro pro Jahr ausmachen. In der Auszahlungsphase wird das Kapital dann zu deinem persönlichen Steuersatz versteuert, der im Alter meist niedriger liegt.

Die Grundzulage von bis zu 540 Euro im Jahr entspricht bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro einer Förderquote von 30 Prozent. Diese Quote liegt deutlich über den typischen jährlichen Kosten eines Altersvorsorgedepots.

Hinzu kommen die Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und der einmalige Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Diese Beträge fließen direkt in dein Depot und erhöhen die Renditebasis.

Der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug kann je nach Grenzsteuersatz weitere 400 bis 500 Euro pro Jahr ausmachen. In der Auszahlungsphase wird das Kapital dann zu deinem persönlichen Steuersatz im Alter versteuert.

Für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende ist das Altersvorsorgedepot neu zugänglich. Sie können nun ebenfalls von den Zulagen profitieren, was die Kostenbelastung relativiert.

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter, neue Riester-Verträge können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden. Ein Wechsel in das Altersvorsorgedepot kann sich lohnen, wenn die Kosten des alten Vertrags höher sind.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 08.10.2026