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Altersvorsorgedepot für Kinder: So funktioniert die staatliche Förderung

Das Altersvorsorgedepot für Kinder verbindet staatliche Zulagen mit einer langfristigen Geldanlage am Kapitalmarkt. Ab 2027 startet das neue Modell, das Eltern und Kindern einen klaren Rahmen für den Vermögensaufbau bietet.

8 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 08.10.2026

Das Wichtigste

  • Das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027 und löst neue Riester-Verträge ab.
  • Die Kinderzulage beträgt 300 Euro pro Jahr, wenn du mindestens 25 Euro monatlich einzahlst.
  • Die Grundzulage liegt bei 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag, darüber bei 25 Cent je Euro bis 1.800 Euro.
  • Die Frühstart-Rente ist als zusätzliche Förderung von 10 Euro pro Monat für Kinder von 6 bis 18 Jahren geplant.

01 · Grundlagen

Was ist ein Altersvorsorgedepot für Kinder?

Das Altersvorsorgedepot für Kinder ist ein staatlich gefördertes Depot, das langfristig Vermögen für den Ruhestand aufbaut. Es richtet sich an Eltern, die für ihre Kinder frühzeitig eine kapitalmarktbasierte Altersvorsorge einrichten möchten.

Das Altersvorsorgedepot für Kinder ist ein staatlich geförderter Vorsorgevertrag, der ab dem 1. Januar 2027 verfügbar ist. Es löst den klassischen Riester-Vertrag für Neuabschlüsse ab und richtet sich an Eltern, die für ihre Kinder frühzeitig ein kapitalmarktbasiertes Vermögen aufbauen möchten. Das Depot gehört dem Kind und ist auf einen langen Anlagehorizont bis zum Rentenalter ausgelegt.

Die staatliche Förderung macht das Depot besonders interessant. Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr erhältst du bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro. Zusätzlich kannst du die Grundzulage von bis zu 540 Euro im Jahr mitnehmen, wenn du den maximal geförderten Eigenbeitrag von 1.800 Euro erreichst.

Gefördert werden künftig auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende. Bestehende Riester-Verträge laufen unverändert weiter, neue Riester-Verträge können ab 2027 nicht mehr abgeschlossen werden.

Kurz erklärt

Altersvorsorgedepot für Kinder

Ein staatlich gefördertes Depot für Kinder, das rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 gelten soll und mit monatlichen Zulagen sowie einer langfristigen Kapitalanlage den Vermögensaufbau für das Rentenalter unterstützt.

Der Staat zahlt für jedes förderberechtigte Kind monatlich 10 Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot ein, vom 6. bis zum 18. Lebensjahr.

02 · Was gilt

Welche staatlichen Zulagen gibt es beim Altersvorsorgedepot?

Die staatliche Förderung besteht aus mehreren Bausteinen, die sich nach deinem Eigenbeitrag und der Anzahl deiner Kinder richten. Die Zulagen werden direkt dem Depot gutgeschrieben.

Die staatliche Förderung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: der Grundzulage, der Kinderzulage und dem Berufseinsteigerbonus. Die Zulagen werden direkt deinem Depot gutgeschrieben und erhöhen so die Sparleistung für dein Kind.

Die Grundzulage ist gestaffelt. Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr erhältst du 50 Cent je gespartem Euro. Für Beiträge zwischen 360 und 1.800 Euro gibt es 25 Cent je Euro. Die maximale Grundzulage beträgt 540 Euro im Jahr. Eigenbeiträge über 1.800 Euro werden nicht zusätzlich gefördert.

Für jedes Kind, für das du Kindergeld erhältst, gibt es eine Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist ein monatlicher Sparbeitrag von mindestens 25 Euro. Wer vor dem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt, erhält einmalig 200 Euro als Berufseinsteigerbonus.

  • Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro bis 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr.
  • Für Beiträge zwischen 360 und 1.800 Euro gibt es 25 Cent je Euro.
  • Die Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr wird ab 25 Euro Sparbeitrag im Monat gewährt.
  • Der Berufseinsteigerbonus von 200 Euro wird einmalig bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag gezahlt.

Wird gefördert

·Staatliche Förderung: 10 Euro pro Monat für Kinder vom 6. bis zum 18. Lebensjahr
·Steuerfreie Erträge bis zum Beginn der Auszahlungsphase

Private Einzahlungen über die staatliche Förderung hinaus

03 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert die Frühstart-Rente für Kinder?

Die Frühstart-Rente ist ein geplanter Zusatzbaustein, der Kinder ab sechs Jahren mit einem staatlichen Startkapital ausstattet. Sie ist noch nicht beschlossen, aber als Ergänzung zum Altersvorsorgedepot vorgesehen.

Der Gesetzentwurf wurde am 12. August 2026 vom Kabinett beschlossen, ein finales Gesetz steht noch aus. Der Start ist für 2027 vorgesehen.

Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, die in Deutschland zur Schule gehen, sollen automatisch anspruchsberechtigt sein. Der Staat zahlt monatlich 10 Euro in ein Depot oder eine kollektive Anlage ein. Über zwölf Jahre kommen so 1.440 Euro an staatlichen Einzahlungen zusammen.

Eltern können für ihr Kind ein Altersvorsorgedepot bei einem zugelassenen Anbieter eröffnen. Die staatlichen Beiträge fließen dann direkt in dieses Depot. Eröffnen Eltern kein Depot, greift eine Auffanglösung: Der Bund legt die Mittel kollektiv am Kapitalmarkt an, verwaltet durch die Deutsche Bundesbank. Das Guthaben kann später auf ein eigenes Altersvorsorgedepot übertragen werden.

  • Der Anspruch entsteht automatisch für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, die in Deutschland zur Schule gehen.
  • Der Staat zahlt monatlich 10 Euro in ein Depot oder eine kollektive Anlage ein.
  • Ohne eigenes Depot greift eine Auffanglösung, die das Guthaben kollektiv anlegt.
  • Das Guthaben kann bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres auf ein eigenes Altersvorsorgedepot übertragen werden.
01

Anspruch entsteht automatisch

Kinder zwischen 6 und 18 Jahren, die in Deutschland zur Schule gehen, sollen automatisch anspruchsberechtigt sein. Der Staat zahlt monatlich 10 Euro in ein Depot oder eine kollektive Anlage ein.

02

Eltern eröffnen ein Depot

Eltern können für ihr Kind ein Altersvorsorgedepot bei einem zugelassenen Anbieter eröffnen. Die staatlichen Beiträge fließen dann direkt in dieses Depot.

03

Auffanglösung greift ohne Depot

Eröffnen Eltern kein Depot, legt der Bund die Mittel kollektiv am Kapitalmarkt an. Das Guthaben kann später auf ein eigenes Altersvorsorgedepot übertragen werden.

04

Vermögen wächst langfristig

Die Beiträge werden am Kapitalmarkt investiert, zum Beispiel über Fonds oder ETFs. Erträge bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei.

04 · Vergleich

Altersvorsorgedepot oder Juniordepot: Was passt für dein Kind?

Beide Wege ermöglichen den Vermögensaufbau für Kinder, unterscheiden sich aber in Zweckbindung, Flexibilität und staatlicher Förderung. Der Vergleich hilft dir, die passende Lösung zu wählen.

Das Altersvorsorgedepot bietet staatliche Zulagen, bindet das Geld aber bis zum Rentenalter. Ein Juniordepot ist flexibler, hat aber keine Förderung.

Das Altersvorsorgedepot lohnt sich vor allem, wenn du die vollen Zulagen mitnehmen möchtest. Mit einem monatlichen Sparbeitrag von mindestens 25 Euro sicherst du die Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr. Zusammen mit der Grundzulage kannst du so jährlich mehrere Hundert Euro an staatlicher Förderung erhalten.

Ein Juniordepot ist planbarer und flexibler, weil es keine Zweckbindung gibt. Junge Menschen können das Geld etwa für Führerschein oder Ausbildung nutzen. Bei Aktieninvestments solltest du aber mindestens 15 Jahre Anlagezeit einplanen, um Kursschwankungen aussitzen zu können.

  • Das Altersvorsorgedepot bietet Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus.
  • Das Geld im Altersvorsorgedepot ist bis zum Rentenalter gebunden.
  • Ein Juniordepot hat keine staatlichen Zulagen, aber auch keine Zweckbindung.
  • Juniordepots sind sofort verfügbar, das Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027.
Altersvorsorgedepot und Juniordepot im Vergleich
AltersvorsorgedepotJuniordepot
Staatliche Förderung10 Euro pro Monat vom Staat für förderberechtigte KinderKeine staatlichen Zulagen
ZweckbindungGeld ist bis zum Rentenalter gebundenKeine Zweckbindung, flexibel verfügbar
KostenOft keine Depotgebühren und Sparplankosten
AnlageprodukteZugelassene Fonds und ETFs, mögliche EinschränkungenBreite Auswahl an ETFs und Fonds
VerfügbarkeitAb 1. Januar 2027Sofort verfügbar

05 · Kosten

Welche Kosten sind beim Altersvorsorgedepot gedeckelt?

Die Kostenstruktur ist ein zentraler Faktor für die spätere Rendite. Beim Altersvorsorgedepot gibt es klare Obergrenzen, die du kennen solltest.

Das Standarddepot muss bei jedem Anbieter verfügbar sein.

Die laufenden Kosten des Standarddepots sind auf 1,0 Prozent begrenzt. Das schützt dein Vermögen vor übermäßigen Gebühren. Weitere Kosten wie Transaktionsgebühren oder Ausgabeaufschläge können je nach Anbieter hinzukommen, daher solltest du auf die Gesamtkostenquote achten.

Hohe Gebühren können die gesamte Förderung aufzehren. Fallen bei einem Juniordepot keine Depotgebühren und Sparplankosten an, bleibt mehr Rendite übrig. Beim Altersvorsorgedepot ist die Kostenobergrenze ein wichtiger Schutzmechanismus.

06 · Im Vertrag

Was musst du bei der Auszahlungs­phase beachten?

In der Auszahlungsphase hast du beim Altersvorsorgedepot mehr Wahlmöglichkeiten als bei klassischen Riester-Verträgen. Das betrifft sowohl lebenslange Renten als auch Zeitrenten.

Die Auszahlungsphase beginnt mit dem Renteneintritt.

Die lebenslange Rente ist der Standard. Du erhältst eine monatliche Zahlung bis zum Lebensende, was dir Planungssicherheit gibt. Neu ab 2027 ist die Zeitrente: Du kannst eine Rente mit fester Laufzeit wählen. Das gibt dir Flexibilität bei der Auszahlung.

Die Besteuerung richtet sich nach dem Zeitpunkt der Auszahlung und deinem persönlichen Steuersatz. Bis zum Beginn der Auszahlungsphase bleiben die Erträge steuerfrei.

Auszahlungsoptionen im Altersvorsorgedepot

Lebenslange RenteStandardDu erhältst eine monatliche Zahlung bis zum Lebensende. Diese Option bietet Planungssicherheit.
ZeitrenteNeu ab 2027Du kannst eine Rente mit fester Laufzeit wählen. Das gibt dir Flexibilität bei der Auszahlung.
Steuerliche BehandlungAuszahlungsphaseDie Besteuerung richtet sich nach dem Zeitpunkt der Auszahlung und deinem persönlichen Steuersatz.

07 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du beim Altersvorsorgedepot für Kinder vermeiden?

Typische Fehler können die staatliche Förderung schmälern oder die Rendite mindern. Mit diesen Hinweisen triffst du von Anfang an bessere Entscheidungen.

Der häufigste Fehler ist ein zu niedriger Sparbeitrag.

Wer weniger als 25 Euro monatlich einzahlt, verpasst die Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr. Achte außerdem auf die Kosten des Depots und wähle einen Anbieter mit niedrigen Gebühren. Hohe Kosten können die gesamte Förderung aufzehren.

  • Zahle mindestens 25 Euro monatlich ein, um die Kinderzulage von 300 Euro zu erhalten.
  • Ignoriere die Kosten des Depots nicht und vergleiche die Gesamtkostenquote.
  • Entnimm das Geld nicht vor dem Rentenalter, sonst verlierst du Zulagen und Steuervorteile.
  • Setze nicht nur auf die staatliche Förderung, sondern leiste auch private Einzahlungen.
  • Prüfe, ob dein Kind für die Frühstart-Rente anspruchsberechtigt ist.

Häufige Fehler beim Altersvorsorgedepot für Kinder

·Die Kosten des Depots ignorieren und einen Anbieter mit hohen Gebühren wählen.
·Das Geld vor dem Rentenalter entnehmen und dadurch Förderungen und Steuervorteile verlieren.
·Nur auf die staatliche Förderung setzen und keine privaten Einzahlungen leisten.
·Die Frühstart-Rente nicht nutzen, obwohl dein Kind anspruchsberechtigt ist.

08 · Hintergrund

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für dein Kind?

Die Entscheidung hängt von deiner finanziellen Situation und den Zielen für dein Kind ab. Die staatlichen Zulagen machen das Depot besonders attraktiv, wenn du regelmäßig sparst.

Mit einem monatlichen Sparbeitrag von mindestens 25 Euro sicherst du die Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr.

Ein weiterer Vorteil ist der lange Anlagehorizont. Dein Kind hat oft noch Jahrzehnte bis zur Rente, was den Zinseszinseffekt stark wirken lässt. Selbst kleine Beträge können über diesen Zeitraum erheblich wachsen. Allein aus der staatlichen Förderung der Frühstart-Rente von insgesamt 1.440 Euro kann bis zur Volljährigkeit ein Depotwert von rund 2.200 Euro entstehen, unter der Annahme einer durchschnittlichen Wertsteigerung von nominal sieben Prozent pro Jahr.

Beachte jedoch die Zweckbindung: Das Geld ist bis zum Rentenalter gebunden. Ein vorzeitiger Zugriff ist grundsätzlich nicht vorgesehen und würde Zulagen und Steuervorteile gefährden. Wenn du Flexibilität für Ausbildung oder Führerschein benötigst, ist ein Juniordepot die bessere Wahl. Für den langfristigen Vermögensaufbau mit staatlicher Förderung ist das Altersvorsorgedepot eine sinnvolle Ergänzung.

Das Altersvorsorgedepot für Kinder ist als Frühstartrente geplant. Der Staat soll für förderberechtigte Kinder zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot einzahlen. Über den gesamten Zeitraum ergeben sich damit 1.440 Euro an staatlichen Einzahlungen.

Ein weiterer Vorteil ist der lange Anlagehorizont. Dein Kind hat oft noch Jahrzehnte bis zur Rente, was den Zinseszinseffekt stark wirken lässt. Selbst kleine Beträge können über diesen Zeitraum erheblich wachsen.

Beachte jedoch die Zweckbindung: Das Geld soll bis zum Rentenalter gebunden bleiben. Wenn du für dein Kind flexibel auf das Vermögen zugreifen möchtest, etwa für Ausbildung oder Führerschein, ist ein Juniordepot die bessere Wahl. Eine Kombination aus beiden Modellen kann sinnvoll sein.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 08.10.2026