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FinanzbildungAktien9 Min.

Welche Aktien kaufen? So bewertest du Aktien selbst

Welche Aktien kaufen? Lerne, wie du Aktien selbst bewertest, Risiken einschätzt und Fehler vermeidest – ohne Kauftipps, mit klarem System.

Warum es „die eineRechner5 Fragen, die du dir
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Keine pauschale Kaufempfehlung: Die passende Aktie hängt von Zielen, Zeithorizont und Risikotoleranz ab
  • Diese Seite gibt kein Anlage- oder Kaufberatung, sondern zeigt eine Methode zur eigenen Entscheidung
  • Für die meisten Einsteiger:innen ist Streuung (Diversifikation) wichtiger als der perfekte Einzeltitel
  • Studierende starten oft mit kleinen Beträgen – Fokus liegt auf lernen, Fehler vermeiden und langfristig denken

Warum es „die eine richtige Aktie" nicht gibt

Keine pauschale Kaufempfehlung: Die passende Aktie hängt von Zielen, Zeithorizont und Risikotoleranz ab

Wer nach einer pauschalen Liste mit den besten Aktien sucht, wird enttäuscht – und das ist gut so. Welche Aktie zu dir passt, hängt von deinen Zielen, deinem Zeithorizont und deiner Bereitschaft ab, Kursschwankungen auszuhalten.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite ersetzt keine individuelle Anlage- oder Kaufberatung. Sie zeigt dir eine Methode, wie du Aktien selbst einschätzen lernst – damit du eigenständige und informierte Entscheidungen treffen kannst. Für verbindliche Empfehlungen wende dich an lizenzierte Finanzberater:innen.

Der Wunsch nach dem „perfekten Tipp" ist menschlich – gerade wenn man gerade das erste Gehalt oder einen unerwarteten Geldbetrag auf dem Konto liegen hat und möglichst schnell etwas daraus machen möchte. Doch der Finanzmarkt funktioniert nicht wie eine Hitliste, die für alle gleichermaßen gilt. Was für eine 45-jährige Angestellte mit solider Rücklage sinnvoll ist, kann für eine junge Berufseinsteigerin mit überschaubarem Puffer völlig unpassend sein.

Für die meisten Einsteiger:innen – und das gilt besonders für alle, die sich neu mit dem Thema befassen – ist Streuung, also Diversifikation, wichtiger als die Suche nach dem einen heißen Einzeltitel. Wenn du dein gesamtes erspartes Geld in eine einzige Aktie steckst und der Kurs bricht ein, bist du voll betroffen. Verteilst du es hingegen auf viele Unternehmen, Branchen und Regionen, wirkt ein Einbruch wie ein abgefederter Stoß statt ein Volltreffer. Diese Seite zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Aktien selbst bewerten kannst – und wann ein breit gestreuter Fonds möglicherweise die klügere Wahl ist.

Viele Anleger:innen starten mit kleinen Beträgen. Das ist kein Nachteil – im Gegenteil: Wer früh anfängt, lernt die Mechanismen des Marktes kennen, macht kleine Fehler mit kleinen Beträgen und entwickelt Disziplin. Der Fokus liegt hier auf Lernen, Fehler vermeiden und langfristig denken – nicht auf dem schnellen Gewinn.

AUF EINEN BLICK

  • Diese Seite gibt kein Anlage- oder Kaufberatung, sondern zeigt eine Methode zur eigenen Entscheidung
  • Für die meisten Einsteiger:innen ist Streuung (Diversifikation) wichtiger als der perfekte Einzeltitel
  • Viele starten mit kleinen Beträgen – Fokus liegt auf lernen, Fehler vermeiden und langfristig denken
Kennzahl (2026)Wert
Abgeltungsteuer25 %
Sparerpauschbetrag1.000 €
Soli auf die Steuer5,5 % (auf die Steuer)

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Zieh die Regler – sieh, wie aus kleinen Raten Vermögen wird.

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Modellrechnung, konstante Rendite, vor Steuern & Kosten – keine Anlageberatung.

5 Fragen, die du dir vor dem Aktienkauf stellen solltest

Anlagehorizont: Wie lange kannst du das Geld liegen lassen (kurzfristig vs. mehrere Jahre)?

Bevor du auch nur einen Euro investierst, lohnt sich ein kurzer Selbst-Check. Diese fünf Fragen helfen dir, Klarheit über deine persönliche Ausgangslage zu bekommen – und verhindern typische Anfängerfehler, die nicht an fehlender Börsenkenntnissen, sondern an fehlender Selbstreflexion scheitern.

1. Anlagehorizont: Wie lange kannst du das Geld wirklich entbehren? Aktien sind kein Tagesgeldkonto. Kurzfristig können Kurse stark schwanken. Wer das Geld in zwölf Monaten für eine größere Anschaffung braucht, sollte es nicht in volatile Titel stecken. Langfristig gedacht – also über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte – hat der Aktienmarkt historisch gesehen deutlich positive Renditen erzielt, auch wenn vergangene Wertentwicklungen keine Garantie für die Zukunft sind. Als Faustregel gilt: Nur Geld investieren, das du mindestens fünf bis zehn Jahre lang nicht benötigst.

2. Notgroschen zuerst. Investieren macht erst dann Sinn, wenn eine finanzielle Grundsicherheit besteht. Das bedeutet: Miete, Lebenshaltungskosten und eine Reserve für unvorhergesehene Ausgaben sind nicht verhandelbar. Ein Notgroschen von zwei bis drei Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto gibt dir die Freiheit, schlechte Börsenphasen auszusitzen, ohne in Panik verkaufen zu müssen.

3. Risikotoleranz: Wie viel Kursschwankung hältst du emotional aus? Auf dem Papier klingt ein Rückgang von 30 Prozent abstrakt. In der Realität – wenn du täglich ins Depot schaust und rote Zahlen siehst – ist das eine ganz andere Erfahrung. Frag dich ehrlich: Würde ich ruhig schlafen, wenn mein Depot kurzfristig deutlich im Minus ist? Wer diese Frage mit Nein beantwortet, sollte mit einem konservativeren Einstieg beginnen.

4. Ziel: Wofür willst du Vermögen aufbauen? Geht es dir um langfristigen Vermögensaufbau, um die Altersvorsorge oder um ein mittelfristiges Sparziel wie eine größere Anschaffung? Je nach Ziel unterscheiden sich die sinnvollen Instrumente. Wer 30 Jahre Zeit hat, kann mehr Risiko eingehen als jemand, der in fünf Jahren eine größere Summe braucht.

5. Finanzwissen aufbauen, bevor du größere Beträge einsetzt. Starte klein und lerne dabei. Bücher, seriöse Finanzportale und unabhängige Verbraucherzentralen sind gute Einstiegspunkte. Wer die Grundlagen kennt, trifft bessere Entscheidungen – und gerät seltener in Fallen wie Hebelprodukte oder Krypto-Hypes.

AUF EINEN BLICK

  • Notgroschen zuerst: Geld für Miete und Notfälle nicht investieren
  • Risikotoleranz: Wie viel Kursschwankung hältst du emotional aus?
  • Ziel: Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder kurzfristiges Sparziel?
  • Wissenstand: Verstehst du das Geschäftsmodell der Aktie, die du kaufen willst?

Einzelaktien oder ETF – was passt zu deinem Budget?

Einzelaktie = Anteil an einem einzelnen Unternehmen, höheres Klumpenrisiko

Eine Einzelaktie ist ein Anteil an einem einzigen Unternehmen. Steigt das Unternehmen, steigt dein Investment – fällt es, fällt auch dein Depot. Dieses sogenannte Klumpenrisiko ist der größte Nachteil von Einzelaktien für Einsteiger:innen. Wer nur eine Handvoll Titel hält, ist stark von der Entwicklung dieser wenigen Unternehmen abhängig. Das macht Einzelaktien anspruchsvoller und zeitintensiver: Du musst das Unternehmen kennen, die Branche verstehen und regelmäßig die Entwicklung verfolgen.

ETFs (Exchange Traded Funds) bündeln viele Aktien in einem einzigen Produkt. Ein breit gestreuter Index-ETF kann gleichzeitig Anteile an Hunderten oder sogar Tausenden von Unternehmen weltweit halten – mit einem einzigen Kauf. Das macht ETFs besonders für Einsteiger:innen attraktiv: Breite Streuung ist schon mit kleinen Beträgen möglich, die Kosten sind in der Regel niedrig, und der Verwaltungsaufwand ist minimal.

Besonders interessant für Sparer:innen ist die Sparplan-Option, die viele Online-Broker anbieten. Du legst einen festen Betrag fest – beispielsweise monatlich – und kaufst damit automatisch Anteile an einem ETF oder einer Aktie. Dieser Mechanismus wird als Cost-Average-Effekt bezeichnet: Du kaufst mal teuer, mal günstig und erhältst im Durchschnitt einen mittleren Einstiegspreis über die Zeit. Das nimmt psychologischen Druck raus und fördert Disziplin. Viele Broker bieten solche Sparpläne bereits ab kleinen Beträgen ohne zusätzliche Ordergebühren an – das ist bei überschaubaren Budgets besonders relevant, da Gebühren die Rendite bei kleinen Summen überproportional belasten können.

AUF EINEN BLICK

  • ETF = viele Aktien in einem Produkt, breite Streuung mit kleinem Betrag
  • Sparplan-Option: Regelmäßig kleine Beträge investieren (Cost-Average-Effekt
  • Viele Broker bieten günstige oder kostenlose Sparpläne
  • Faustregel für Einsteiger: Basis über breit gestreuten ETF, Einzelaktien nur als bewusst gewählte Ergänzung

So analysierst du eine Aktie in 6 Schritten

Geschäftsmodell verstehen: Womit verdient das Unternehmen Geld und wie krisenfest ist das?

Wenn du dich entschieden hast, auch Einzelaktien auszuprobieren – vielleicht ergänzend zu einem ETF-Sparplan – dann hilft dir eine strukturierte Vorgehensweise. Hier ist ein praxisnaher Einstieg in die Aktienanalyse, ohne dass du Wirtschaft studiert haben musst.

Schritt 1: Geschäftsmodell verstehen. Die wichtigste Frage zuerst: Womit verdient das Unternehmen Geld – und wie krisenfest ist dieses Modell? Investiere nur in Unternehmen, deren Geschäft du grob erklären könntest. Wenn du nicht weißt, wie ein Unternehmen Einnahmen generiert, ist das ein Signal, tiefer zu recherchieren – oder die Finger davon zu lassen. Legendäre Investoren wie Warren Buffett empfehlen seit Jahrzehnten, nur zu kaufen, was man versteht.

Schritt 2: Kennzahlen prüfen. Einige Basiskennzahlen helfen dir, Unternehmen miteinander zu vergleichen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) setzt den Aktienkurs in Relation zum Gewinn je Aktie – ein hoher Wert kann auf hohe Erwartungen oder Überbewertung hindeuten, muss aber immer im Branchenkontext gelesen werden. Achte außerdem auf die Entwicklung von Umsatz und Gewinn über mehrere Jahre, auf den Verschuldungsgrad und – falls das Unternehmen eine zahlt – auf die Dividendenhistorie. Diese Zahlen findest du in Jahresberichten, auf Finanzdatenportalen oder direkt auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens.

Schritt 3: Branche und Wettbewerb einschätzen. Ein Unternehmen operiert nie im Vakuum. Wie sieht der Markt aus, in dem es tätig ist? Wächst die Branche oder schrumpft sie? Hat das Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil – etwa starke Marken, Patente, Netzwerkeffekte oder niedrige Produktionskosten? Wie ist die Marktstellung im Vergleich zu direkten Konkurrenten?

Schritt 4: Bewertung im historischen Vergleich. Ist die Aktie aktuell teuer oder günstig – relativ zu ihrer eigenen Geschichte und zur Branche? Eine Aktie, die historisch mit einem KGV von 15 gehandelt wurde und nun bei 35 steht, ist teurer geworden – das muss nicht schlecht sein, aber es bedarf einer Erklärung. Vergleiche Kennzahlen über mehrere Jahre und schaue dir an, ob das aktuelle Bewertungsniveau durch Gewinnwachstum, veränderte Marktstellung oder externe Faktoren begründbar ist.

Schritt 5: Risiken benennen. Jedes Investment trägt Risiken. Schreib sie auf: regulatorische Risiken, Abhängigkeit von wenigen Schlüsselkunden, Währungsrisiken bei internationalen Unternehmen, technologischer Wandel. Wer Risiken bewusst kennt, ist weniger überrascht, wenn sie sich materialisieren.

Schritt 6: Entscheidung und Position festlegen. Wenn du nach all dem Analyse-Prozess noch überzeugt bist, lege fest, wie viel Prozent deines investierten Vermögens du in diesen einen Titel stecken willst – und warum. Eine einzelne Aktie sollte in einem Einsteiger-Portfolio typischerweise keine dominierende Rolle spielen.

AUF EINEN BLICK

  • Kennzahlen prüfen: KGV, Umsatz-/Gewinnentwicklung, Verschuldung, Dividende
  • Branche & Wettbewerb einschätzen: Marktstellung und Zukunftsaussichten
  • Bewertung: Ist die Aktie im historischen Vergleich teuer oder günstig?
  • Quellen nutzen: Geschäftsberichte, seriöse Finanzportale, keine Social-Media-Hypes

„Welche Aktien kaufen jetzt?" – warum Timing überschätzt wird

Den perfekten Einstiegszeitpunkt trifft kaum jemand zuverlässig

Wer im Internet nach „welche Aktien kaufen aktuell" sucht, stößt unweigerlich auf Listen, Tipps und Rankings. Dahinter stecken oft kommerzielle Interessen: Klickzahlen, Affiliate-Einnahmen oder der Versuch, eine Community aufzubauen. Tagesaktuelle Hot-Stock-Listen sind meistens Marketing – keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Prüfe immer die Quelle und frag dich, welches Interesse hinter einer Empfehlung steckt.

Den perfekten Einstiegszeitpunkt trifft kaum jemand zuverlässig – auch nicht professionelle Fondsmanager, wie zahlreiche Studien belegen. Wer versucht, den Markt zu „timen" – also billig zu kaufen und teuer zu verkaufen – scheitert in den meisten Fällen daran, weil Marktbewegungen kurzfristig kaum vorhersehbar sind. Langfristig gilt: Zeit im Markt schlägt Timing des Marktes. Je länger du investiert bist, desto mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt und vom historisch langfristigen Aufwärtstrend der Märkte – auch wenn es zwischendurch deutliche Rückgänge geben kann.

Der Sparplan ist die praktischste Antwort auf die Timing-Frage. Indem du regelmäßig einen festen Betrag investierst – unabhängig davon, ob der Markt gerade hoch oder niedrig steht – kaufst du in schwachen Phasen mehr Anteile für dasselbe Geld und in starken Phasen weniger. Über Zeit gleicht sich das aus. Der psychologische Vorteil: Du musst keine Entscheidung treffen, du hast einen Automatismus. Das schützt vor impulsiven Reaktionen auf Marktnachrichten.

AspektWorauf es ankommt
Den perfekten Einstiegszeitpunkt trifft kaum jemand zuverlässig,
Langfristig zählt Zeit im Markt mehr als perfektes Market-Timing,
Sparplan glättet Kaufkurse über Zeit und nimmt Druck raus,
Tagesaktuelle „Hot Stock“-Listen sind oft Marketing – prüfe immer die Quelle und dein eigenes Ziel,

Anfängerfehler beim Aktienkauf – und wie du sie vermeidest

Alles in eine Aktie stecken (fehlende Diversifikation

Die gute Nachricht: Die häufigsten Fehler beim Investieren sind bekannt. Wer sie kennt, kann sie aktiv vermeiden. Die schlechte Nachricht: Viele dieser Fehler fühlen sich im Moment richtig an – genau das macht sie so gefährlich.

Alles in eine Aktie stecken. Fehlende Diversifikation ist der Klassiker. Ein einzelner Titel kann hervorragende Perspektiven haben – und trotzdem abstürzen, wenn ein Skandal, ein Quartalsbericht oder ein externer Schock das Vertrauen erschüttert. Streue dein Investment lieber über verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen.

FOMO – Fear of Missing Out. Wenn eine Aktie in kurzer Zeit stark gestiegen ist und alle drumherum davon reden, entsteht Druck: „Ich muss jetzt rein, bevor es zu spät ist." Genau dieser Druck führt dazu, zu überhöhten Kursen zu kaufen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass besonders gehypte Titel oft dann ihren Höhepunkt erreichen, wenn das breite Publikum einsteigt.

Panikverkauf bei roten Zahlen. Ein Depot im Minus zu sehen ist unangenehm. Der Reflex, zu verkaufen und „wenigstens noch etwas zu retten", führt jedoch oft dazu, dass man genau dann aussteigt, wenn eine Erholung bevorsteht. Wer eine solide Analyse gemacht hat und langfristig denkt, lässt Schwankungen links liegen.

Hebelprodukte, Meme-Aktien und Krypto-Hypes ohne Verständnis. Hochriskante Produkte wie Optionsscheine oder Zertifikate können den Verlust vervielfachen. Meme-Aktien – also Titel, die durch Social-Media-Hypes nach oben getrieben werden – können genauso schnell wieder fallen. Kryptowährungen unterliegen extremen Schwankungen und bieten kein Sicherheitsnetz. Wer diese Instrumente nicht vollständig versteht, sollte sie meiden oder zumindest nur mit Geld einsteigen, dessen vollständiger Verlust keine existenzielle Konsequenz hätte.

AUF EINEN BLICK

  • Kaufen aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO
  • Panikverkauf bei roten Zahlen im Depot
  • Hebelprodukte, Meme-Aktien oder Krypto-Hypes ohne Verständnis
  • Kosten und Steuern (Sparerpauschbetrag, Freistellungsauftrag) ignorieren

Was Anleger:innen über Gebühren und Abgeltungsteuer wissen müssen

Depotgebühren und Ordergebühren vergleichen – bei kleinen Beträgen entscheidend

Bei kleinen Investitionsbeträgen sind Kosten kein Nebenpunkt – sie können die Rendite erheblich beeinflussen. Ordergebühren von fünf oder zehn Euro mögen bei einer 10.000-Euro-Order kaum ins Gewicht fallen, bei einem 50-Euro-Sparplan sind sie jedoch ein bedeutender Renditekiller. Vergleiche daher Depotgebühren und Transaktionskosten verschiedener Broker sorgfältig, bevor du dich für einen entscheidest. Viele Neo-Broker bieten günstige oder kostenlose Sparpläne an, was sie für Anleger:innen mit kleinen monatlichen Beträgen besonders attraktiv macht.

Kapitalerträge – also Dividenden und realisierte Kursgewinne – unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer. Allerdings gibt es einen Sparerpauschbetrag: Als Ledige:r kannst du Kapitalerträge bis zu 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen. Damit die Bank diesen Freibetrag automatisch berücksichtigt, musst du beim Broker einen Freistellungsauftrag in entsprechender Höhe einrichten – ohne diesen wird Steuer direkt einbehalten, auch wenn du eigentlich darunter liegst.

Wenn dein Gesamteinkommen – also alle Einnahmen zusammen – unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026) liegt, kann außerdem eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) interessant sein. Diese wird beim zuständigen Finanzamt beantragt und erlaubt es, Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag steuerfrei zu vereinnahmen, wenn das Gesamteinkommen die Besteuerungsgrenze nicht überschreitet. Das ist für Anleger:innen mit sehr geringem Einkommen ein oft übersehener Steuervorteil. Da sich Ihre individuelle Situation stark unterscheiden kann, lohnt es sich, diesen Punkt mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater oder der Verbraucherzentrale zu klären.

AUF EINEN BLICK

  • Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer; Sparerpauschbetrag beachten
  • Freistellungsauftrag beim Broker einrichten, um Steuer bis zum Pauschbetrag zu vermeiden
  • Bei niedrigem Einkommen ggf. Nichtveranlagungsbescheinigung prüfen
  • Auswirkungen auf Sozialleistungen und Versicherungsstatus im Blick behalten

Depot eröffnen – so gehst du Schritt für Schritt vor

Broker/Depot auswählen: auf Kosten, Sparplan-Angebot und Bedienbarkeit achten

Die technische Hürde, ein Depot zu eröffnen, ist heute geringer als je zuvor. Der Prozess dauert in der Regel weniger als eine Stunde und erfordert nur wenige Dokumente. Trotzdem lohnt es sich, die richtige Entscheidung zu treffen – denn Wechsel zwischen Brokern können aufwendig sein.

Broker auswählen: Achte auf drei Kriterien: Kosten (Depotgebühr, Ordergebühren, Sparplangebühren), Sparplan-Angebot (welche ETFs und Aktien sind besparbar und zu welchen Konditionen) und Bedienbarkeit (intuitive App oder Weboberfläche). Lies unabhängige Testberichte, beispielsweise von Verbraucherzentralen oder unabhängigen Finanzmagazinen, um einen Überblick zu bekommen.

Identität verifizieren: In Deutschland ist für die Depoteröffnung eine Identitätsprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Die meisten Broker bieten VideoIdent (per Webcam oder Smartphone) oder PostIdent (in einer Postfiliale) an. Halte deinen Personalausweis oder Reisepass bereit.

Starten: Beginne mit einem Sparplan oder einem kleinen Einmalbetrag. Setze deinen Freistellungsauftrag gleich zu Beginn auf. Lies, schaue zu, lerne. Erhöhe erst dann die Beträge, wenn du die Mechanismen verstehst und ein gutes Gefühl dafür entwickelt hast, wie dein Depot auf Marktereignisse reagiert. Geduld ist beim Investieren keine Tugend unter vielen – sie ist die wichtigste.

AUF EINEN BLICK

  • Identität per Video- oder PostIdent verifizieren
  • Mit Sparplan oder kleinem Einmalbetrag starten
  • Erst üben und verstehen, dann Beträge erhöhen
  • Vermögensaufbau langfristig planen und regelmäßig überprüfen

Dein nächster Schritt: Methode statt Tipp

Das Wichtigste auf einen Blick: Die passende Aktie gibt es nicht von der Stange. Was zählt, sind deine Ziele, dein Zeithorizont und dein Risikobewusstsein. ETF-Sparpläne sind für die meisten Einsteiger:innen ein guter Start. Einzelaktien erfordern Analyse und Geduld. Kosten und Steuern immer im Blick behalten – Freistellungsauftrag einrichten, Sparerpauschbetrag (1.000 € p. a.) nutzen. Und vor allem: langfristig denken, Fehler klein halten, kontinuierlich lernen.

Wenn du wissen möchtest, wie sich regelmäßiges Sparen und Investieren über die Zeit auf dein Vermögen auswirken könnte, nutze unseren Vermögensaufbau-Rechner. Er hilft dir, verschiedene Szenarien durchzurechnen – ohne Kaufempfehlung, aber mit konkretem Überblick über die Wirkung von Zeit, Sparrate und Rendite.

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Häufige Fragen

Als Anfänger solltest du dich zunächst auf breit gestreute, etablierte Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen konzentrieren, anstatt auf einzelne Trendaktien zu setzen. Eine gute Alternative ist ein weltweit diversifizierter Aktien-ETF, der dir automatisch eine breite Streuung über viele Märkte und Branchen bietet.

Mit wenig Geld kannst du auch mit kleinen Beträgen in Aktien investieren, indem du Bruchstücke von Aktien oder Anteile an ETFs kaufst. Viele Depotanbieter ermöglichen mittlerweile den Kauf von Sparplänen schon ab sehr geringen monatlichen Raten, sodass du auch mit einem kleinen Budget regelmäßig investieren kannst.

Für Einsteiger sind ETFs in der Regel besser geeignet als Einzelaktien, da sie ein geringeres Risiko durch breite Streuung bieten und weniger Überwachung erfordern. Einzelaktien können zwar höhere Renditen erzielen, aber auch größere Verluste verursachen, was für Anfänger oft schwer zu verkraften ist.

Die Höhe deiner Aktieninvestition sollte sich an deiner finanziellen Situation und deiner Risikobereitschaft orientieren, wobei du immer einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben behalten solltest. Als Faustregel gilt, nur Geld anzulegen, das du langfristig nicht benötigst, und niemals Kredite für Aktienkäufe aufzunehmen.

Ja, auch du musst in Deutschland Steuern auf Aktiengewinne zahlen, sobald deine Gewinne den jährlichen Sparerpauschbetrag überschreiten. Die Abgeltungsteuer wird automatisch von deiner Bank einbehalten, wenn dein Freistellungsauftrag ausgeschöpft ist, und du musst keine separate Steuererklärung für deine Aktiengewinne abgeben.

Aktien und daraus erzielte Gewinne können deine Ansprüche auf bestimmte Sozialleistungen beeinflussen, da Vermögen und Einkommen bei der Berechnung deines Förderungsanspruchs berücksichtigt werden. Für die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung gelten Einkommensgrenzen, die du durch hohe Aktiengewinne überschreiten könntest, was zum Verlust des beitragsfreien Versicherungsschutzes führen kann.

Es gibt keine seriösen Geheimtipps für Aktien, die 2026 besonders gut performen werden, da niemand die Zukunft vorhersagen kann. Statt auf vermeintliche Tipps zu hören, solltest du auf langfristige Anlagestrategien setzen, die auf soliden Fundamentaldaten und breiter Diversifikation basieren.

Du kannst ein Depot bei vielen Online-Banken, Neobrokern oder klassischen Filialbanken eröffnen, wobei die Konditionen stark variieren. Achte auf niedrige oder keine Depotgebühren, faire Handelskosten und ein benutzerfreundliches Interface, um auch mit kleinen Beträgen kosteneffizient investieren zu können.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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