MagazineFinanzenKostenlos starten
FinanzenInvestierenAktien Stop Loss
FinanzbildungAktien9 Min.

Aktien Stop Loss Verluste begrenzen & richtig setzen

Was ist ein Stop Loss bei Aktien? Bedeutung, Arten & wie du ihn richtig setzt – einfach erklärt. Mit Beispielen für Trade Republic & Co.

Stop Loss bei AktienRechnerDefinition, Funktions…
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Eine Order, die automatisch verkauft, sobald ein festgelegter Kurs (Stop-Kurs) erreicht oder unterschritten wird
  • Ziel: Verluste begrenzen, ohne den Kurs ständig manuell beobachten zu müssen
  • Wichtig: Ein Stop Loss wird zur Market-Order, sobald der Stop-Kurs erreicht ist – der Verkaufspreis kann abweichen
  • Abgrenzung: Kein Garantiepreis, besonders bei volatilen oder illiquiden Aktien

Stop Loss bei Aktien – so funktioniert das automatische Sicherheitsnetz

Definition: Eine Order, die automatisch verkauft, sobald ein festgelegter Kurs (Stop-Kurs) erreicht oder unterschritten wird

Du willst dein investiertes Geld schützen, hast aber keine Zeit, täglich Kurse zu beobachten? Ein Stop Loss hilft dir, Verluste automatisch zu begrenzen – ohne dass du permanent am Bildschirm sitzen musst.

Kurz zusammengefasst: Ein Stop Loss ist eine Verkaufsorder, die automatisch ausgelöst wird, sobald der Kurs deiner Aktie einen vorher festgelegten Wert erreicht oder unterschreitet. So begrenzst du mögliche Verluste, ohne den Markt ständig im Blick behalten zu müssen. Kein Garantiepreis – aber ein wichtiges Werkzeug im Risikomanagement.

AUF EINEN BLICK

  • Ziel: Verluste begrenzen, ohne den Kurs ständig manuell beobachten zu müssen
  • Wichtig: Ein Stop Loss wird zur Market-Order, sobald der Stop-Kurs erreicht ist – der Verkaufspreis kann abweichen
  • Abgrenzung: Kein Garantiepreis, besonders bei volatilen oder illiquiden Aktien
Kennzahl (2026)Wert
Abgeltungsteuer25 %
Sparerpauschbetrag1.000 €
Soli auf die Steuer5,5 % (auf die Steuer)

Rechner: Sparplan & Zinseszins

Zieh die Regler – sieh, wie aus kleinen Raten Vermögen wird.

🧮 Sparplan-Rechner

Modellrechnung, konstante Rendite, vor Steuern & Kosten – keine Anlageberatung.

Definition, Funktionsweise und Abgrenzung

Stop Loss (Stop-Market): Verkauf zum nächstmöglichen Kurs nach Auslösung

Ein Stop Loss – auf Deutsch manchmal auch „Verlustbegrenzungsorder" genannt – ist eine Weisung an deinen Broker, eine Aktie zu verkaufen, sobald ihr Kurs einen bestimmten Schwellenwert (den sogenannten Stop-Kurs) erreicht oder unterschreitet. Du legst diesen Kurs im Voraus fest, und die Order liegt bis zur Auslösung oder bis zum Ablauf der Gültigkeitsdauer beim Broker bereit. Für alle, die beruflich oder privat eingespannt sind, ist das besonders praktisch: Wer nicht permanent die Kurse checken kann, bekommt mit einem Stop Loss ein automatisches Sicherheitsnetz. Wer sich mit dem Thema aktien stop loss richtig setzen beschäftigt, weiß, dass es dabei um Disziplin und einen klaren Plan geht.

Technisch gesehen wird ein klassischer Stop Loss zur sogenannten Market-Order, sobald der Stop-Kurs erreicht ist. Das bedeutet: Die Aktie wird zum nächstmöglichen handelbaren Kurs verkauft – und dieser kann vom Stop-Kurs abweichen, vor allem wenn der Markt sich sehr schnell bewegt oder wenn über Nacht eine Kurslücke (Gap) entsteht. Ein Stop Loss ist deshalb kein garantierter Ausstiegspreis, sondern ein Auslösemechanismus. Diese Unterscheidung ist für Einsteiger:innen essenziell, um keine falschen Erwartungen zu entwickeln. Die aktien stop loss bedeutung liegt genau in dieser Funktion: ein automatischer Auslöser, kein Preisversprechen.

Besonders bei illiquiden Aktien – also Papieren, die selten gehandelt werden – kann der tatsächliche Verkaufskurs deutlich vom Stop-Kurs entfernt liegen, weil schlicht nicht genug Käufer:innen am Markt vorhanden sind. Wer in sehr kleine Nebenwerte investiert, sollte diese sogenannte Slippage einkalkulieren. Bei großen, liquiden Standardwerten (Blue Chips) ist die Abweichung in der Regel geringer. Grundsätzlich gilt: Ein Stop Loss schützt gut vor graduell fallenden Kursen, aber nicht zuverlässig vor abrupten Markteinbrüchen über Nacht. Ob ein aktien stop loss sinnvoll ist, hängt also auch von der eigenen Risikobereitschaft und der gewählten Aktie ab.

AUF EINEN BLICK

  • Stop Limit: Verkauf nur bis zu einem definierten Mindestpreis – Risiko, dass die Order nicht ausgeführt wird
  • Trailing Stop: Stop-Kurs zieht automatisch nach, wenn der Kurs steigt (schützt Gewinne
  • Tabelle mit Vor-/Nachteilen jeder Variante für Einsteiger:innen

Die drei wichtigsten Stop-Order-Varianten im Vergleich

Prozent-Methode: Abstand als fester Prozentsatz zum aktuellen Kurs

Nicht alle Stop-Orders funktionieren gleich. Neben dem klassischen Stop Loss (auch Stop-Market-Order genannt) gibt es zwei weitere Varianten, die du kennen solltest: das Stop Limit und den Trailing Stop. Je nach Anlagestrategie und persönlicher Risikobereitschaft kann eine Variante besser zu dir passen als die andere.

Beim Stop Limit legst du zusätzlich zum Stop-Kurs einen Mindestpreis fest, zu dem die Aktie verkauft werden soll. Wird der Stop-Kurs erreicht, wandelt sich die Order nicht in eine Market-Order um, sondern in eine Limit-Order. Das schützt vor starker Slippage – birgt aber das Risiko, dass die Order gar nicht ausgeführt wird, wenn der Kurs bereits unter das Limit gefallen ist. In einem schnellen Absturz kannst du dann mit einem Verlust sitzen, obwohl deine Order eigentlich aktiv war.

Der Trailing Stop ist die intelligenteste und flexibelste Variante: Hier wird der Stop-Kurs automatisch nach oben angepasst, wenn die Aktie steigt. Du legst einen festen Abstand (in Euro oder Prozent) zum aktuellen Kurs fest, und der Stop-Kurs „zieht mit". Fällt die Aktie dann, bleibt der Stop-Kurs beim letzten Höchststand minus dem definierten Abstand stehen. Das macht den Trailing Stop ideal, um laufende Gewinne abzusichern, ohne auf Kurspotenzial zu verzichten. Für Einsteiger:innen ist er allerdings etwas komplexer in der Handhabung.

Order-Typ Funktionsweise Vorteil Nachteil
Stop Loss (Stop-Market) Verkauf zum nächstmöglichen Kurs nach Auslösung Einfach, wird fast immer ausgeführt Mögliche Slippage, kein Garantiepreis
Stop Limit Verkauf nur bis zu definiertem Mindestpreis Kein Verkauf unter Mindestkurs Kann nicht ausgeführt werden
Trailing Stop Stop-Kurs zieht automatisch mit steigendem Kurs mit Sichert laufende Gewinne ab Komplexer, bei Volatilität anfälliger

AUF EINEN BLICK

  • Volatilitäts-basiert (z. B. ATR): weiter Abstand bei schwankenden Aktien
  • Chart-basiert: unter markanten Unterstützungslinien platzieren
  • Faustregel: nicht zu eng (frühzeitiges Auslösen bei Rauschen) und nicht zu weit (zu großer Verlust
  • Achtung: Konkrete Prozentwerte hängen von Aktie, Anlagehorizont und Risikotoleranz ab

Methoden und Faustregeln für Einsteiger:innen

Vorteile: Emotionsloses Risikomanagement, Zeitersparnis, Schutz vor großen Crashes

Wo genau du deinen Stop-Kurs platzierst, ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Einsatz dieser Order-Art. Zu eng gesetzt, wirst du ständig „ausgestoppt" – also automatisch verkauft – obwohl die Aktie nur kurz schwankt und sich dann erholt. Zu weit gesetzt, lässt du zu viel Verlustpotenzial zu. Die richtige Balance ist abhängig von der Aktie, dem Marktumfeld und deiner persönlichen Risikobereitschaft.

Die einfachste Methode für Einsteiger:innen ist die Prozent-Methode: Du legst einen festen prozentualen Abstand vom aktuellen Kurs fest – zum Beispiel 10 oder 15 Prozent unter dem Einstiegskurs oder dem aktuellen Kurs. Diese Methode ist leicht verständlich und schnell umzusetzen, hat aber den Nachteil, dass sie die individuelle Schwankungsbreite der Aktie ignoriert. Eine volatile Technologieaktie braucht unter Umständen mehr Puffer als ein stabiler Dividendenwert.

Fortgeschrittenere Anleger:innen setzen auf die volatilitätsbasierte Methode, zum Beispiel auf Basis des Average True Range (ATR). Dabei wird der durchschnittliche Kursschwankungsbereich über einen bestimmten Zeitraum berechnet, und der Stop-Kurs wird in einem Vielfachen davon unterhalb des aktuellen Kurses gesetzt. So wird die tatsächliche Charakteristik der Aktie berücksichtigt. Wer technische Analyse beherrscht, kann außerdem chartbasierte Stops setzen: Der Stop-Kurs wird knapp unterhalb einer markanten Unterstützungslinie platziert – einem Kursniveau, das die Aktie in der Vergangenheit mehrfach als Boden genutzt hat. Fällt der Kurs nachhaltig darunter, signalisiert das oft eine echte Trendwende.

Als allgemeine Faustregel gilt: Setze deinen Stop Loss nicht auf runde Zahlen (z. B. genau 50,00 €), da sich dort häufig viele Orders häufen und Kursmanipulationen wahrscheinlicher sind. Und überprüfe deinen Stop-Kurs regelmäßig – bei stark gestiegenen Aktien kann es sinnvoll sein, den Stop nachzuziehen, um bereits erzielte Gewinne zu sichern. Wer sich fragt, wie man einen Stop Loss richtig setzt oder ob ein Stop Loss bei Trade Republic sinnvoll ist, sollte sich mit der Bedeutung und dem Limit vertraut machen, bevor er die Order aufgibt.

AUF EINEN BLICK

  • Nachteile: Auslösung durch kurzfristige Schwankungen, Slippage, kein Schutz gegen Kurslücken (Gaps) über Nacht
  • Bei langfristigem Buy-and-Hold & ETF-Sparplänen oft weniger relevant
  • Für Anleger:innen mit kleinen Depots: Fokus auf Diversifikation statt aktivem Trading

Vorteile, Nachteile und die Frage nach dem richtigen Einsatz

Allgemeine Anleitung: Aktie auswählen → Order-Typ → Stop-Market/Stop-Limit wählen → Stop-Kurs eingeben

Ein Stop Loss ist kein Allheilmittel – aber in bestimmten Situationen ein sehr sinnvolles Werkzeug. Der größte Vorteil liegt im emotionslosen Risikomanagement: Wer in einer Krise panisch manuell verkauft, macht oft schlechte Entscheidungen. Ein vorher gesetzter Stop Loss handelt diszipliniert und ohne Emotionen. Außerdem spart er Zeit: Gerade für Berufstätige, die ihren Alltag nicht rund ums Depot organisieren können oder wollen, schafft ein Stop Loss mehr Gelassenheit.

Gleichzeitig gibt es klare Nachteile. Kurzfristige Schwankungen – auch als „Marktlärm" bezeichnet – können den Stop-Kurs auslösen, obwohl die Aktie danach wieder steigt. Du verkaufst also zu einem ungünstigen Zeitpunkt und musst später zu einem höheren Preis wieder einsteigen, wenn du die Aktie weiterhin halten möchtest. Hinzu kommt das Gap-Risiko: Wenn eine Aktie über Nacht oder am Wochenende stark fällt und unter deinen Stop-Kurs eröffnet, wird die Market-Order zu diesem deutlich niedrigeren Kurs ausgeführt – nicht zum Stop-Kurs.

Für einen langfristigen Buy-and-Hold-Ansatz oder für ETF-Sparpläne ist ein Stop Loss in der Regel weniger relevant. Wer breit diversifiziert investiert und einen langen Anlagehorizont hat, kann kurzfristige Schwankungen aussitzen. Historisch gesehen haben sich breite Aktienindizes nach Krisen stets erholt – wer beim Crash ausgestoppt wird, verpasst unter Umständen die anschließende Erholung. Für Sparer:innen mit kleineren Depots und einem langfristigen Ansatz gilt deshalb: Diversifikation und Sparplan-Disziplin sind oft wichtiger als aktives Stop-Loss-Management.

AUF EINEN BLICK

  • Hinweis: Verfügbare Order-Arten und Handelsplätze unterscheiden sich je nach Broker
  • Handelszeiten & Handelsplatz beeinflussen, wann eine Stop-Order ausgelöst werden kann
  • Keine Broker-Empfehlung – prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter

Wie du eine Stop-Order in der Praxis setzt

Stop zu eng setzen und ständig ausgestoppt werden

Die meisten modernen Neobroker bieten Stop-Orders direkt in ihrer App an. Der grundlegende Ablauf ist bei den meisten Plattformen ähnlich: Du wählst die gewünschte Aktie aus, öffnest die Kauf- oder Verkaufsmaske und wählst anstelle einer normalen Market- oder Limit-Order den Order-Typ „Stop Market" oder „Stop Limit". Anschließend gibst du deinen gewünschten Stop-Kurs ein und legst ggf. die Gültigkeitsdauer fest (z. B. „Gültig bis Widerspruch" oder für einen bestimmten Zeitraum).

Wichtig zu wissen: Die verfügbaren Order-Arten, Handelsplätze und Gültigkeitsdauern unterscheiden sich je nach Broker erheblich. Nicht jeder Anbieter stellt alle drei Varianten (Stop-Market, Stop-Limit, Trailing Stop) zur Verfügung, und manche Handelsplätze nehmen Stop-Orders nur zu bestimmten Handelszeiten entgegen. Auch die Frage, ob die Stop-Order nur während der regulären Börsenhandelszeit aktiv ist oder auch im außerbörslichen Handel gelten kann, variiert. Prüfe daher die aktuellen Konditionen und die Hilfedokumentation direkt beim jeweiligen Anbieter – diese ändern sich regelmäßig. Eine konkrete Empfehlung für einen bestimmten Broker geben wir an dieser Stelle bewusst nicht.

Ein oft übersehener Punkt: Stop-Orders werden in der Regel nur während der Handelszeiten des jeweiligen Handelsplatzes überwacht und ausgelöst. Eröffnet eine Aktie mit einem starken Gap nach unten, greift der Stop zu diesem Eröffnungskurs – nicht zum Stop-Kurs. Wer ausschließlich über Xetra handelt, hat andere Rahmenbedingungen als jemand, der über US-Börsen oder außerbörsliche Plattformen handelt. Diese Unterschiede sind für die praktische Nutzung von Stop-Orders entscheidend.

AUF EINEN BLICK

  • Runde Zahlen als Stop verwenden (dort clustern viele Orders
  • Stop nach Auslösung emotional wieder ignorieren
  • Bei illiquiden Nebenwerten mit Stop-Market große Slippage riskieren

Diese Fallstricke solltest du kennen und vermeiden

Realisierte Kursgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer (zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer

Der häufigste Fehler bei Einsteiger:innen ist, den Stop-Kurs zu eng zu setzen. Wenn der Stop nur 2–3 Prozent unter dem aktuellen Kurs liegt, reicht die normale Tagesschwankung vieler Aktien aus, um ihn auszulösen – ohne dass ein echter Abwärtstrend vorliegt. Die Folge: Du wirst ständig ausgestoppt, verpasst spätere Kursgewinne und zahlst dazu noch jedes Mal Transaktionskosten und unter Umständen Steuern auf realisierte Gewinne.

Ein weiterer klassischer Fehler ist die Wahl runder Zahlen als Stop-Kurs. Psychologisch wichtige Marken wie 50,00 €, 100,00 € oder 200,00 € ziehen viele Stop-Orders an – was bedeutet, dass genau dort besonders viele Verkaufsorders auf einen Schlag ausgeführt werden, wenn der Kurs dieses Niveau testet. Das kann zu starkem Verkaufsdruck und größerer Slippage führen. Besser: den Stop-Kurs leicht unter oder über runden Zahlen platzieren, z. B. bei 48,50 € statt 50,00 €.

Emotional gefährlich wird es, wenn ein Stop Loss ausgelöst wurde und man die Entscheidung im Nachhinein ignoriert oder rückgängig macht. „Die Aktie kommt bestimmt wieder zurück" ist ein klassisches Bias-Muster. Wenn du deinen Stop auf Basis einer durchdachten Strategie gesetzt hast, solltest du die Auslösung als valides Signal respektieren – und nicht sofort wieder einsteigen, ohne die Situation neu zu bewerten. Schließlich: Bei sehr illiquiden Nebenwerten sollte man mit Stop-Market-Orders besonders vorsichtig sein, weil die Slippage extrem groß sein kann. Hier kann ein Stop Limit sinnvoller sein – mit dem Risiko, dass die Order nicht ausgeführt wird.

AUF EINEN BLICK

  • Sparer-Pauschbetrag und Freistellungsauftrag beachten
  • Realisierte Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden (Verlustverrechnungstopf

Was bei realisierten Gewinnen und Verlusten gilt

Stop Loss ist ein Werkzeug zum Risikomanagement, kein Renditegarant

Wird dein Stop Loss ausgelöst und du verkaufst deine Aktien mit Gewinn, unterliegen die realisierten Kursgewinne in Deutschland der Abgeltungsteuer. Der pauschale Steuersatz beträgt 25 Prozent, zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 Prozent auf die Steuer selbst und ggf. Kirchensteuer. In der Praxis bedeutet das eine Gesamtbelastung von knapp über 26 Prozent auf realisierte Kursgewinne (ohne Kirchensteuer), wobei dein Broker die Steuer in der Regel automatisch einbehält und ans Finanzamt abführt.

Wichtig: Du profitierst vom Sparer-Pauschbetrag. Ledige Anleger:innen können Kapitalerträge (inkl. Dividenden und Kursgewinne) bis zu 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen, zusammen Veranlagte bis zu 2.000 Euro. Dafür musst du deinem Broker einen Freistellungsauftrag erteilen – sonst wird die Steuer auch auf kleinere Beträge direkt einbehalten. Für Anleger:innen mit kleineren Depots bedeutet das in vielen Fällen, dass Gewinne aus einem Stop-Loss-Verkauf gar nicht oder nur teilweise besteuert werden, solange der Gesamtbetrag der Kapitalerträge unter dem Pauschbetrag bleibt.

Hast du durch den Stop-Loss-Verkauf dagegen einen Verlust realisiert, ist das steuerlich nicht per se schlecht: Realisierte Verluste aus Aktienverkäufen fließen in den sogenannten Verlustverrechnungstopf bei deinem Broker und können mit späteren Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Das reduziert die Steuerlast in guten Börsenjahren. Verluste aus Aktienverkäufen können allerdings nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden, nicht beliebig mit anderen Kapitalerträgen wie Zinsen oder Dividenden – das ist ein häufig übersehener Punkt im deutschen Steuerrecht. Im Zweifel lohnt sich eine Rücksprache mit einer Steuerberatung.

AUF EINEN BLICK

  • Für langfristigen Vermögensaufbau zählt vor allem Diversifikation und Sparplan-Disziplin
  • Nutze den Rechner, um dein Sparziel und deinen Anlagehorizont zu planen

Stop Loss als Baustein eines durchdachten Vermögensaufbaus

Ein Stop Loss ist ein nützliches Werkzeug im Risikomanagement – aber kein Renditegarant und kein Ersatz für eine solide Anlagestrategie. Er hilft dir, diszipliniert zu bleiben und Verluste in klar definierten Grenzen zu halten, ohne permanent den Markt beobachten zu müssen. Gleichzeitig schützt er nicht vollständig vor Kurslücken, Slippage oder falsch gesetzten Stop-Kursen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau – gerade mit regelmäßigem, aber begrenztem Einkommen – ist vor allem eines entscheidend: breit diversifiziert investieren, einen Sparplan konsequent besparen und nicht bei jedem Markteinbruch in Panik verfallen. Der Stop Loss kann dabei ein sinnvoller Bestandteil sein, wenn du einzelne Aktien hältst und dein Risiko aktiv steuern möchtest. Er ersetzt aber nicht die grundlegende Strategie.

Dein nächster Schritt: Plane jetzt deinen Vermögensaufbau – mit realistischen Sparzielen und deinem persönlichen Anlagehorizont. Unser Rechner hilft dir dabei, eine Strategie zu entwickeln, die zu deiner Lebenssituation passt.
Zum kostenlosen Vermögensaufbau-Rechner →

🧮 Rechne deinen Fall durch

Ermittle deine konkreten Zahlen mit dem passenden Rechner.

Kostenlos starten →

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

Mit dem Anmelden stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.

Häufige Fragen

Ein Stop Loss ist eine automatische Verkaufsorder, die deine Aktie verkauft, sobald der Kurs einen von dir festgelegten Preis unterschreitet. Damit begrenzt du deinen Verlust, falls der Kurs fällt, ohne dass du ständig den Markt beobachten musst.

Um einen Stop Loss richtig zu setzen, solltest du den Abstand zum aktuellen Kurs so wählen, dass er Platz für normale Kursschwankungen lässt, aber deinen maximalen Verlust begrenzt. Ein zu enger Stop Loss führt oft zu unnötigen Verkäufen, während ein zu weiter Abstand dein Risiko erhöht.

Für Anfänger kann ein Stop Loss sinnvoll sein, weil er emotionale Entscheidungen reduziert und klare Verlustgrenzen vorgibt. Du solltest aber verstehen, dass er keine Garantie bietet und bei starken Kurssprüngen unter Umständen zu einem schlechteren Preis ausgeführt wird.

Ein Stop Loss ist eine Order, die bei Erreichen eines bestimmten Kurses bestens verkauft, also zum nächsten verfügbaren Preis. Ein Stop Limit kombiniert dies mit einer Limit-Order: Sobald der Stop-Kurs erreicht ist, wird nur bis zu einem von dir festgelegten Limitpreis verkauft, was vor zu niedrigen Ausführungspreisen schützt.

Bei Trade Republic kannst du für deine Aktien eine Stop-Loss-Order direkt in der App über die Order-Maske eingeben, indem du den Ordertyp auf Stop Loss stellst und den Auslösekurs festlegst. Die Order wird dann börslich platziert und gilt in der Regel bis zum Ende des Handelstages, sofern du keine längere Gültigkeit wählst.

Ja, ein Stop Loss kann bei fallendem Kurs nicht auslösen, wenn der Markt sehr schnell fällt und der Kurs den Stop-Preis überspringt, sodass die Order erst zu einem deutlich tieferen Preis ausgeführt wird. Auch bei Handelsunterbrechungen oder wenn die Börse geschlossen ist, kann die Ausführung verzögert oder unmöglich sein.

Ein Trailing Stop Loss ist ein dynamischer Stop Loss, der automatisch nach oben nachzieht, wenn der Kurs steigt, aber bei fallenden Kursen auf seinem Niveau bleibt. So sicherst du Gewinne ab, ohne deine Position bei normalen Rücksetzern zu verkaufen, und begrenzt gleichzeitig das Verlustrisiko.

Ja, nach einem Stop-Loss-Verkauf musst du auf den realisierten Gewinn Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen, sofern du deinen Freibetrag bereits ausgeschöpft hast. Verluste aus dem Verkauf kannst du steuerlich mit anderen Gewinnen verrechnen lassen, was deine Steuerlast mindern kann.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

Mehr aus Investieren

Ähnliche Ratgeber