Wie verdienen Neobroker Geld? Das Geschäftsmodell einfach erklärt
Wie verdienen Neobroker wie Trade Republic & Co. ihr Geld? Alle Einnahmequellen einfach erklärt –, die clever investieren wollen.
- Definition: Neobroker sind digitale, meist app-basierte Broker ohne Filialstruktur
- Kernversprechen: Sehr geringe oder keine Ordergebühren für Privatanleger
- Abgrenzung zu klassischen Filialbanken und Direktbrokern
- Warum 'kostenlos' selten wirklich kostenlos ist – Überblick der versteckten Einnahmequellen
Neobroker: Günstig für dich – aber nicht umsonst für alle
Definition: Neobroker sind digitale, meist app-basierte Broker ohne Filialstruktur
Neobroker werben mit kostenlosen Depots und ultraniedriger Ordergebühren. Doch kein Unternehmen arbeitet dauerhaft ohne Einnahmen. Das Geschäftsmodell hinter den bunten Apps ist cleverer – und komplexer – als es auf den ersten Blick scheint.
AUF EINEN BLICK
- Kernversprechen: Sehr geringe oder keine Ordergebühren für Privatanleger
- Abgrenzung zu klassischen Filialbanken und Direktbrokern
- Warum 'kostenlos' selten wirklich kostenlos ist – Überblick der versteckten Einnahmequellen
- Relevanz: niedrige Einstiegshürden, aber informiertes Handeln lohnt sich
Rechner: Sparplan & Zinseszins
Zieh die Regler – sieh, wie aus kleinen Raten Vermögen wird.
🧮 Sparplan-Rechner
Modellrechnung, konstante Rendite, vor Steuern & Kosten – keine Anlageberatung.
Definition und Kernversprechen: Was macht einen Neobroker aus?
Erklärung: Neobroker leiten Kundenorders an bestimmte Handelsplätze (Market Maker) weiter und erhalten dafür eine Vergütung
Neobroker sind digitale Wertpapierhändler, die ihre Dienste ausschließlich oder überwiegend über Smartphone-Apps anbieten. Sie haben keine teuren Filialnetzwerke, keine Beratungsinfrastruktur und oft deutlich schlankere IT-Strukturen als klassische Filialbanken. Bekannte Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum sind Trade Republic, Scalable Capital und Justtrade. Ihr zentrales Versprechen: Wertpapiere kaufen und verkaufen so günstig wie möglich – manche bieten Ordergebühren ab null Euro an, andere pauschal unter zwei Euro je Trade.
Im Vergleich zu klassischen Filialbanken, die für eine Wertpapierorder schnell zehn bis zwanzig Euro oder mehr berechnen können, ist das ein enormer Unterschied. Auch gegenüber älteren Direktbrokern wie der comdirect oder der ING haben Neobroker oft noch einmal günstigere Preisstrukturen, weil sie auf kostspielige Infrastrukturen verzichten. Das Ziel: Investieren für eine neue Generation erschwinglich machen – und so möglichst viele Nutzer:innen in kurzer Zeit gewinnen.
Doch „kostenlos" ist dabei selten wörtlich gemeint. Das Geschäftsmodell verschiebt lediglich, wer wann und wie zahlt. Statt einer direkten Ordergebühr fließen Einnahmen aus indirekten Quellen: Handelsplatzvergütungen, Zinsdifferenzen, Produktgebühren und Abomodelle. Für Einsteiger:innen und alle, die neu im Thema sind, ist es wichtig, diese Mechanismen zu verstehen – nicht um Neobroker pauschal zu meiden, sondern um das Angebot richtig einzuordnen.
AUF EINEN BLICK
- Der Handelsplatz verdient an der Geld-Brief-Spanne (Spread) – nicht der Kunde
- EU-weites PFOF-Verbot ab 2026: MiFIR-Reform und Auswirkungen auf das Geschäftsmodell
- Was das für Sparer:innen bedeutet: möglicherweise schlechtere Ausführungspreise als an der Hauptbörse
- Transparenzpflichten: Broker müssen Best-Execution-Berichte veröffentlichen
Payment for Order Flow: Wie Handelsplatzvergütungen funktionieren
Neobroker legen Kundenguthaben (unverzinsliche Verrechnungskonten) am Geldmarkt an und behalten die Zinsdifferenz
Die bekannteste und lange Zeit wichtigste Einnahmequelle vieler Neobroker war der sogenannte Payment for Order Flow (PFOF). Das Prinzip ist einfach erklärt: Wenn du über einen Neobroker eine Aktie oder einen ETF kaufst, leitet der Broker deine Order nicht automatisch an die größte und liquideste Börse – etwa die Frankfurter Wertpapierbörse (XETRA) – weiter, sondern an einen bestimmten Handelsplatz oder Market Maker. Dieser Handelsplatz zahlt dem Broker dafür eine Vergütung, weil er so an deiner Transaktion verdienen kann.
Wie verdient der Handelsplatz selbst? Über den Spread – also die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem er dir Wertpapiere verkauft (Brief-Kurs), und dem Kurs, zu dem er sie ankauft (Geld-Kurs). Je nach Handelszeitpunkt, Marktliquidität und Wertpapier kann dieser Spread breiter oder enger sein als an einer Referenzbörse wie XETRA. Das bedeutet für dich als Anleger:in: Du zahlst möglicherweise einen minimal höheren Preis beim Kauf oder erhältst beim Verkauf minimal weniger – ohne dass du eine explizite Gebühr siehst.
Besonders wichtig ist in diesem Kontext die laufende EU-Regulierung: Im Rahmen der MiFIR-Reform hat die Europäische Union beschlossen, Payment for Order Flow für Retailkunden ab dem Jahr 2026 EU-weit zu verbieten. Das bedeutet, dass Neobroker ihr Geschäftsmodell grundlegend anpassen müssen. Einige haben damit bereits begonnen und setzen stärker auf Zinsmodelle oder Abogebühren. Für Anleger:innen ist das relevant, weil sich die Preisstrukturen in den kommenden Jahren noch einmal spürbar verändern können – ein Vergleich der Anbieter lohnt sich daher gerade jetzt besonders.
Was das konkret für deine Ausführungsqualität bedeutet: Studien der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA deuten darauf hin, dass Orders über PFOF-Modelle im Durchschnitt leicht schlechtere Ausführungspreise erzielen können als Direktorders an liquiden Hauptbörsen. Bei kleinen Beträgen und langfristigen ETF-Sparplänen ist dieser Unterschied in der Regel marginal. Bei größeren Einzeltrades oder weniger liquiden Wertpapieren kann er jedoch ins Gewicht fallen.
AUF EINEN BLICK
- Wertpapierleihe: Broker verleihen hinterlegte Aktien an institutionelle Leerverkäufer – Einnahmen fließen meist nicht vollständig an den Kunden
- Einige Anbieter geben inzwischen einen Teil der Zinsen weiter – Vergleich lohnt sich
- Risiko: Einlagensicherung und Sondervermögen-Status prüfen
Zinsen auf Cash-Guthaben und Wertpapierleihe: Der stille Ertrag
Viele Neobroker bieten kostenpflichtige Premium-Tiers mit erweiterten Features (z. B. Echtzeitkurse, höhere Zinskondition auf Cash
Ein weiterer wichtiger Einkommensstrom für Neobroker entsteht aus dem Geld, das du auf deinem Verrechnungskonto hältst, ohne es investiert zu haben. Klassischerweise zahlen Neobroker auf dieses Cash-Guthaben keinen oder nur einen sehr niedrigen Zins. Gleichzeitig können sie dieses Geld am Geldmarkt oder bei der Europäischen Zentralbank anlegen und erhalten dafür – je nach Zinsniveau – nennenswerte Erträge. Die Differenz zwischen dem Zinssatz, den sie dir zahlen (oft null), und dem Zinssatz, den sie selbst erzielen, ist ihr Gewinn.
In Zeiten höherer Leitzinsen, wie sie Europa ab 2022 erlebte, wurde diese Zinsmarge zu einer erheblichen Einnahmequelle. Inzwischen haben einige Neobroker begonnen, einen Teil der Zinsen an ihre Kund:innen weiterzugeben – teilweise nur in Premiumtarifen, teilweise auch im Grundmodell. Ein sorgfältiger Vergleich lohnt sich deshalb, wenn du planst, regelmäßig größere Cash-Puffer im Depot zu halten.
Daneben praktizieren viele Broker die sogenannte Wertpapierleihe: Deine im Depot liegenden Aktien oder ETF-Anteile können – sofern du dem in den AGB zugestimmt hast – an institutionelle Marktteilnehmer verliehen werden, zum Beispiel an Hedgefonds, die diese Papiere für Leerverkäufe benötigen. Dafür erhebt der Broker eine Leihgebühr. In vielen Fällen fließt nur ein Teil dieser Einnahmen an dich als Anleger:in zurück; der Rest verbleibt beim Broker. Manche Anbieter sind hier transparenter als andere.
Für Anleger:innen ist an dieser Stelle auch die Frage der Sicherheit relevant: Cash auf dem Verrechnungskonto eines Neobrokers unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung, sofern der Broker als Kreditinstitut zugelassen ist. Deine Wertpapiere – also ETFs, Aktien und Anleihen im Depot – gelten als Sondervermögen. Das bedeutet: Sie gehören rechtlich dir und werden im Insolvenzfall des Brokers nicht zur Insolvenzmasse gerechnet. Du solltest in den AGB und im Informationsblatt deines Brokers prüfen, welcher Schutz konkret gilt.
AUF EINEN BLICK
- Fremdwährungsgebühren: Beim Kauf US-amerikanischer oder anderer nicht-EUR-Wertpapiere fällt oft ein Währungsumrechnungsaufschlag an
- Sparplan-Gebühren: Manche Broker erheben kleine Gebühren pro Sparplanausführung
- Praktische Checkliste: Welche Kosten entstehen bei einem typischen Portfolio (ETF-Sparplan, wenig Einzeltrades)?
Krypto-Spreads, Zertifikate und Fondsprovisionen
BaFin-Zulassung: Alle in Deutschland tätigen Broker brauchen eine Erlaubnis nach KWG oder WpIG
Ein wachsender Einkommensbereich für Neobroker ist der Krypto-Handel. Wer Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen über einen Broker kauft und verkauft, zahlt in der Regel deutlich höhere Spreads als bei Aktien oder ETFs. Diese Spreads – also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs – können je nach Anbieter und Marktlage mehrere Prozentpunkte betragen. Hinzu kommt, dass Kryptowährungen nicht als Wertpapiere im Sinne des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes gelten und daher anderen regulatorischen Regeln unterliegen als Aktien und ETFs. Für Einsteiger:innen ist das ein wichtiger Punkt: Der Schutz durch Einlagensicherung und Sondervermögenstatus greift für Krypto in der Regel nicht in gleicher Weise.
Bei Zertifikaten und strukturierten Produkten – zum Beispiel Hebelprodukte oder Knock-out-Zertifikate – verdient der Neobroker durch Vertriebsgebühren, die der Emittent des Produkts zahlt. Der Emittent wiederum verdient an der Konstruktion des Produkts und dem Spread. Diese Produktkategorie ist für Anfänger:innen mit kurzem Anlagehorizont in aller Regel ungeeignet, weil die Verlustrisiken erheblich und die Kostenstrukturen komplex sind.
Bei aktiv gemanagten Investmentfonds existieren sogenannte Bestandsprovisionen oder Kickbacks: Der Fondsanbieter zahlt dem Broker eine laufende Vergütung dafür, dass der Fonds auf der Plattform angeboten wird. Bei ETFs ist das in der Regel nicht der Fall, weil ETFs keine aktive Vertriebsstruktur finanzieren müssen. Das ist einer der Gründe, warum ETF-Sparpläne für Einsteiger:innen langfristig so attraktiv bleiben: Sie sind nicht nur in der Kostenquote (TER) oft günstiger als aktiv gemanagte Fonds, sondern auch bei den Vertriebsgebühren transparenter.
AUF EINEN BLICK
- Einlagensicherung: Cash auf dem Verrechnungskonto ist bis zu einem gesetzlichen Betrag gesichert
- Sondervermögen: Wertpapiere im Depot gelten als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall geschützt
- MiFID II und Best-Execution-Pflicht: Broker müssen nachweisen, dass Orders zu bestmöglichen Konditionen ausgeführt werden
- Beschwerdemöglichkeiten: BaFin-Verbrauchertelefon, Ombudsmann
Regulierung und Aufsicht: Was dich wirklich absichert
Eignung: Neobroker eignen sich besonders für ETF-Sparpläne mit kleinen monatlichen Beträgen
Alle Broker, die in Deutschland Wertpapierdienstleistungen anbieten, benötigen eine Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Diese Zulassung erfordert die Einhaltung strenger Anforderungen an Eigenkapital, Risikomanagement und Kundenschutz – geregelt im Kreditwesengesetz (KWG) oder im Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG). Bevor du ein Depot eröffnest, solltest du kurz prüfen, ob der Anbieter im BaFin-Register gelistet ist.
Die EU-Richtlinie MiFID II verpflichtet Broker zur sogenannten Best Execution – also zur bestmöglichen Auftragsausführung für ihre Kund:innen. In der Praxis müssen Broker regelmäßig nachweisen und berichten, welche Handelsplätze sie nutzen und ob die Ausführungsqualität den regulatorischen Anforderungen entspricht. Diese Berichte sind öffentlich zugänglich, wenn auch selten leicht verständlich.
Dein Cash-Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist bis zu einem gesetzlich festgelegten Betrag durch die Einlagensicherung geschützt – in Deutschland mindestens durch den gesetzlichen Schutz gemäß Einlagensicherungsgesetz. Deine Wertpapiere im Depot – Aktien, ETFs, Anleihen – gelten als Sondervermögen: Sie werden getrennt vom Vermögen des Brokers verwahrt und fallen im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse. Dieser Schutz ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Anlageformen und gibt Anleger:innen eine wichtige Sicherheit.
AUF EINEN BLICK
- Steuerliche Aspekte: Abgeltungsteuer, Freistellungsauftrag und Günstigerprüfung
- Vermögensaufbau: Depot als Grundbaustein
- Zeitaufwand vs. Rendite: Weniger Traden schlägt meistens häufiges Handeln (Studien belegen Overtrading-Effekt
- Risikomanagement: Nur Geld investieren, das man mindestens 5–10 Jahre nicht braucht
Neobroker für deine Geldanlage: Was du wirklich wissen musst
Welche Handelsplätze werden angeboten – und gibt es Alternativen zur Partnerbörse?
Für Sparer:innen mit kleinen monatlichen Beträgen eignen sich Neobroker besonders gut, weil die Fixkosten pro Trade minimal sind und ETF-Sparpläne oft komplett ohne Ordergebühr ausgeführt werden. Wer jeden Monat zum Beispiel fünfzig oder hundert Euro in einen Welt-ETF investiert, zahlt bei vielen Neobroker-Angeboten schlicht keine direkten Transaktionskosten – das ist gegenüber klassischen Direktbankgebühren ein echter Vorteil.
Steuerlich lohnt es sich, den Freistellungsauftrag beim Broker einzurichten. Der Sparerpauschbetrag liegt seit 2023 bei 1.000 Euro für Ledige (§ 20 Abs. 9 EStG). Das bedeutet: Kapitalerträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei. Erst darüber fallen Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent (§ 32d EStG) zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer an. Wer als Anleger:in noch unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026) bleibt, kann über eine Günstigerprüfung in der Steuererklärung prüfen lassen, ob eine Besteuerung zum persönlichen Einkommensteuersatz günstiger wäre.
Ein wichtiger Aspekt, den viele vergessen: Depot-Guthaben kann auf Freibeträge für Vermögen angerechnet werden. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz kennt Freibeträge für das Vermögen von BAföG-Empfänger:innen – übersteigt dein Depot diesen Betrag, kann das deine BAföG-Förderung reduzieren. Die genauen aktuell gültigen Freibetragsgrenzen solltest du beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung oder auf den offiziellen BAföG-Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erfragen, da diese sich ändern können.
Schließlich zeigt die Forschung zu Anlegerverhalten konsistent: Häufiges Handeln schadet der Rendite. Overtrading – also zu häufiges Kaufen und Verkaufen – erzeugt Transaktionskosten, steuerliche Ereignisse und führt oft zu schlechteren Entscheidungen als eine einfache Buy-and-Hold-Strategie. Gerade günstige Neobroker verführen durch ihre einfache Bedienbarkeit zum häufigen Handeln. Für Anleger:innen gilt: Ein monatlicher Sparplan in einen breit diversifizierten ETF ist in der Regel die überzeugendste Kombination aus Einfachheit, Kosten und Renditeerwartung.
AUF EINEN BLICK
- Fallen Fremdwährungsgebühren an? Wie hoch ist der Spread bei deinen Wunsch-ETFs?
- Gibt es ein kostenpflichtiges Abo – und brauchst du die Features wirklich?
- Wie werden Zinsen auf Cash-Guthaben behandelt?
- Ist der Broker BaFin-reguliert und Mitglied in der Einlagensicherung?
Checkliste: Diese Fragen solltest du vor dem Start stellen
Bevor du dich für einen Neobroker entscheidest, lohnt es sich, einige gezielte Fragen zu stellen. Welche Handelsplätze werden angeboten – und kannst du auch direkt an einer Hauptbörse wie XETRA handeln, wenn du das möchtest? Manche Neobroker sind auf einen oder zwei Partnerhandelsplätze beschränkt, was die Ausführungsqualität bei illiquideren Wertpapieren beeinflussen kann.
Wie hoch ist der Spread bei deinen Wunsch-ETFs auf dem angebotenen Handelsplatz – und fallen Fremdwährungsgebühren an? Gerade wenn du in US-amerikanische Einzel-Aktien oder in Fremdwährung denominierte ETFs investieren möchtest, können Währungsumrechnungsaufschläge ein relevanter Kostenfaktor sein. Viele Broker geben diese Information in ihren Preis- und Leistungsverzeichnissen an – es lohnt sich, dort genau nachzulesen.
Gibt es ein Premiumabo – und brauchst du die beworbenen Features wirklich? Als Anleger:in mit einem simplen ETF-Sparplan sind Echtzeitkurse und erweiterte Charttools oft überflüssig. Spare das Abo-Geld und investiere es lieber. Und schließlich: Wie werden Zinsen auf dein Cash-Guthaben behandelt? Wenn du häufig größere Beträge kurzzeitig im Verrechnungskonto hältst, macht es einen Unterschied, ob du dafür Zinsen erhältst oder nicht.
Neobroker clever nutzen: Informiert investieren statt blind vertrauen
🧮 Rechne deinen Fall durch
Ermittle deine konkreten Zahlen mit dem passenden Rechner.
Kostenlos starten →Der 5-Minuten-Finanzkurs
Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.
Mit dem Anmelden stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.
Häufige Fragen
Neobroker werben oft mit null Euro Orderprovision, aber völlig kostenlos ist das Investieren dort in der Regel nicht. Du zahlst indirekt über den Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis, sowie über Fremdkostenpauschalen und gegebenenfalls Gebühren für Fremdwährungen oder besondere Orderarten. Vergleiche daher immer die Gesamtkosten, nicht nur die reine Ordergebühr.
Payment for Order Flow bedeutet, dass dein Broker deine Orders an bestimmte Handelsplätze weiterleitet und dafür eine Vergütung erhält. Für dich als Anleger kann das zu einem schlechteren Ausführungspreis führen, auch wenn die Order selbst günstig ist, weil der Broker einen Anreiz hat, den günstigsten Handelsplatz nicht immer zu wählen. Du solltest daher prüfen, ob dein Broker die bestmögliche Ausführung garantiert und transparent über erhaltene Zahlungen informiert.
Dein Depot und dein Geld sind bei einem Neobroker grundsätzlich durch die gesetzliche Einlagensicherung und die Anlegerentschädigung geschützt, sofern der Broker eine deutsche oder europäische Lizenz besitzt. Wertpapiere in deinem Depot sind Sondervermögen und gehören dir, auch wenn der Broker insolvent wird. Bargeld auf deinem Verrechnungskonto ist bis zu den gesetzlichen Grenzen durch die Einlagensicherung abgesichert, die für alle EU-Banken gilt.
Ein Depot mit Wertpapieren wird bei staatlichen Förderungen wie Wohngeld oder Bürgergeld als Vermögen angerechnet, sofern dein Gesamtvermögen den jeweiligen Freibetrag übersteigt. Die Freibeträge für diese Leistungen liegen bei bestimmten Beträgen, die regelmäßig angepasst werden, und darüber hinausgehendes Vermögen kann deine Leistungen mindern. Du musst dein Depot bei der Beantragung angeben, und es ist ratsam, vor größeren Anschaffungen oder Verkäufen die Auswirkungen auf deine Ansprüche zu prüfen.
Wenn ein Neobroker pleitegeht, bleiben deine Wertpapiere in deinem Depot sicher, da sie als Sondervermögen getrennt vom Brokervermögen aufbewahrt werden. Du kannst dein Depot dann auf einen anderen Broker übertragen, wobei der Abwickler oder die Entschädigungseinrichtung den Prozess unterstützt. Für dein Guthaben auf dem Verrechnungskonto greift die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der für alle Banken in der EU einheitlich ist.
Beim Investieren über einen Neobroker fallen in Deutschland grundsätzlich die gleichen Steuern an wie bei jeder anderen Bank: Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf Kapitalerträge wie Dividenden und realisierte Kursgewinne. Der Broker führt die Steuern automatisch an das Finanzamt ab, sofern du deinen Freistellungsauftrag eingerichtet hast. Zusätzlich können ausländische Quellensteuern anfallen, die du dir unter bestimmten Bedingungen anrechnen lassen kannst.
Die EU verbietet Payment for Order Flow, weil es einen Interessenkonflikt zwischen Broker und Kunde erzeugt und die Preisqualität für Anleger verschlechtern kann. Das Verbot soll sicherstellen, dass Broker im besten Interesse ihrer Kunden handeln und die bestmögliche Ausführung gewährleisten. In der EU gilt dieses Verbot bereits seit einigen Jahren, während es in den USA weiterhin erlaubt ist, was zu unterschiedlichen Marktstrukturen führt.
Ein Neobroker kann sich für Anleger mit kleinem Budget lohnen, weil du bereits mit kleinen Beträgen in ETFs oder Aktien investieren kannst, oft ohne Mindestordervolumen. Du solltest jedoch die laufenden Kosten wie Spread und Fremdkostenpauschale im Blick behalten, da diese bei sehr kleinen Orders prozentual stärker ins Gewicht fallen. Für den langfristigen Vermögensaufbau mit Sparplänen sind Neobroker eine praktische und kostengünstige Option, aber du musst dich über die spezifischen Konditionen informieren.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
Mehr aus Investieren
- Multi Asset ETFs: Was steckt drin & lohnen sie sich für
- Nachhaltige Geldanlagen: So investierst du als Anleger:in
- ETF Nachteile: Diese Risiken & Schwächen solltest du
- ETF auf den Nasdaq 100: Chancen, Risiken & Einstieg für
- Neue ETFs 2026: Chancen, Risiken und was Anleger:innen
- ETF oder Aktien: Was lohnt sich für Sparer:innen wirklich?
- Pantoffel Portfolio: Die bequeme ETF-Strategie für Einsteiger
- Portfolio aufbauen: Grundlagen, Typen & erste