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FinanzbildungAktienanleihen10 Min.

Aktienanleihen Funktionsweise, Chancen & Risiken einfach erklärt

Was sind Aktienanleihen? Funktionsweise, Barriere, Chancen & Risiken einfach erklärt –. Inklusive Beispiel, FAQ und Finanz-Check.

AktienanleihenRechnerWas genau ist eine
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Aktienanleihe = strukturiertes Wertpapier (Zertifikat), das eine feste Zinszahlung mit einem Rückzahlungsrisiko in Aktien kombiniert
  • Emittent ist meist eine Bank; du gibst der Bank quasi einen Kredit und erhältst dafür einen festen Kupon
  • Wichtig: trotz Namen keine klassische Anleihe und keine echte Aktie – rechtlich eine Inhaberschuldverschreibung
  • Der feste Zins wird immer gezahlt, unabhängig vom Aktienkurs – aber die Rückzahlung hängt vom Basiswert ab

Aktienanleihen auf einen Blick: Zins plus Risiko

Aktienanleihe = strukturiertes Wertpapier (Zertifikat), das eine feste Zinszahlung mit einem Rückzahlungsrisiko in Aktien kombiniert

Eine Aktienanleihe klingt nach dem Besten aus zwei Welten – regelmäßiger Zins wie bei einer Anleihe, Rendite wie bei einer Aktie. Doch das Produkt birgt ein asymmetrisches Risiko, das viele Einsteiger:innen unterschätzen. Hier erfährst du, wie Aktienanleihen wirklich funktionieren, für wen sie geeignet sind und worauf du als Anleger:in achten musst.

Kurzantwort: Eine Aktienanleihe ist ein strukturiertes Wertpapier, das dir einen festen Kupon zahlt – egal wie sich der Kurs entwickelt. Dafür riskierst du bei Kursverlusten, am Ende statt Geld Aktien zu erhalten, die weniger wert sind. Der maximale Gewinn ist auf den Kupon begrenzt, der maximale Verlust kann erheblich sein.

AUF EINEN BLICK

  • Emittent ist meist eine Bank; du gibst der Bank quasi einen Kredit und erhältst dafür einen festen Kupon
  • Wichtig: trotz Namen keine klassische Anleihe und keine echte Aktie – rechtlich eine Inhaberschuldverschreibung
  • Der feste Zins wird immer gezahlt, unabhängig vom Aktienkurs – aber die Rückzahlung hängt vom Basiswert ab
Kennzahl (2026)Wert
Abgeltungsteuer25 %
Sparerpauschbetrag1.000 €
Soli auf die Steuer5,5 % (auf die Steuer)

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Was genau ist eine Aktienanleihe?

Jede Aktienanleihe bezieht sich auf einen Basiswert (Aktie oder Index) und hat einen festgelegten Basispreis (Strike

Eine Aktienanleihe ist trotz ihres Namens weder eine klassische Anleihe noch eine Aktie. Rechtlich handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung – also ein strukturiertes Wertpapier (Zertifikat), das von einer Bank oder einem anderen Finanzinstitut als Emittent ausgegeben wird. Du leihst der Bank im Prinzip Geld, ähnlich wie bei einem Kredit, und erhältst dafür während der Laufzeit einen festgelegten Zinssatz, den sogenannten Kupon. Soweit klingt das vertraut. Der entscheidende Unterschied zur normalen Anleihe liegt in der Rückzahlung am Laufzeitende.

Die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals ist nämlich nicht garantiert – sie hängt vom Kurs eines bestimmten Basiswerts ab, meist einer einzelnen Aktie oder eines Aktienindex. Genau diese Kopplung an den Basiswert macht das Produkt zu einem strukturierten Derivat. Entwickelt sich der Kurs ungünstig, bekommst du statt deines Nennbetrags eine vorher festgelegte Anzahl Aktien ins Depot gebucht – und die sind dann oft weniger wert als dein ursprünglicher Einsatz. Diesen Vorgang nennt man Andienung.

Wichtig zu verstehen: Der feste Kupon wird in jedem Fall ausgezahlt – ob der Kurs steigt, fällt oder seitwärts läuft. Das ist der „Lohn" für das Risiko, das du als Anleger:in übernimmst. Die Bank sichert sich auf der anderen Seite mithilfe von Optionen gegen Kursschwankungen ab und verdient an der Differenz zwischen dem, was sie am Optionsmarkt einnimmt, und dem Kupon, den sie an dich zahlt. Aktienanleihen sind damit kein Glücksprodukt, sondern ein klar kalkuliertes Finanzinstrument – mit klaren Vor- und Nachteilen.

AUF EINEN BLICK

  • Am Laufzeitende zählt der Kurs des Basiswerts: Liegt er auf/über dem Basispreis, bekommst du den vollen Nennbetrag zurück
  • Liegt der Kurs darunter, erhältst du statt Geld eine festgelegte Anzahl Aktien (oder Barausgleich) – meist weniger wert
  • Der feste Kupon (Zins) wird in jedem Szenario ausgezahlt und ist dein maximaler Ertrag
  • Beispielrechnung mit Platzhalterzahlen zeigt beide Szenarien (Aktie über / unter Basispreis

Basiswert, Basispreis und Kupon: So funktioniert eine Aktienanleihe

Bei Barriere-Varianten (oft 'Protect') gibt es eine zusätzliche Kursschwelle unterhalb des Basispreises

Jede Aktienanleihe hat drei Kernparameter, die du vor einem Kauf kennen musst. Erstens den Basiswert: das ist die Aktie oder der Index, auf dessen Kurs das Produkt referenziert. Zweitens den Basispreis (auch Strike genannt): das ist der Referenzkurs, der am Laufzeitende entscheidet, ob du Geld oder Aktien zurückbekommst. Drittens den Kupon: der festgelegte Zinssatz, der dir – unabhängig vom Kursverlauf – ausgezahlt wird.

Das Szenario am Laufzeitende ist dann simpel: Liegt der Kurs des Basiswerts auf oder über dem Basispreis, erhältst du den vollen Nennbetrag zurück plus den Kupon. Du hast also eine Art Seitwärtsrendite erzielt. Liegt der Kurs des Basiswerts unter dem Basispreis, wird dir stattdessen eine vorher festgelegte Anzahl Aktien ins Depot gebucht – das sogenannte Bezugsverhältnis. Der Kupon kommt trotzdem. Aber wenn die Aktie stark gefallen ist, hält du am Ende Aktien im Wert von deutlich weniger als deinem ursprünglichen Kapitaleinsatz. Der Kupon federt diesen Verlust ab, kompensiert ihn bei stärkeren Kursrückgängen aber nicht vollständig.

Ein Zahlenbeispiel ohne konkrete Kursangaben verdeutlicht die Logik: Angenommen, du investierst in eine Aktienanleihe mit einem attraktiven Kupon auf eine Einzelaktie. Notiert die Aktie am Laufzeitende zehn Prozent unterhalb des Basispreises, erhältst du Aktien in entsprechender Menge – dein effektiver Verlust nach Kuponabzug hängt davon ab, wie hoch der Kupon war. Bei zwanzig Prozent Kursverlust und einem Kupon von acht Prozent entsteht trotz des Kupons ein Nettoverlust. Genau deshalb gilt: Der Kupon ist dein maximaler Ertrag, das Verlustpotenzial nach unten aber ist theoretisch erheblich.

AUF EINEN BLICK

  • Die volle Rückzahlung erfolgt bereits, wenn die Barriere nie berührt/unterschritten wurde
  • Reduziert das Andienungsrisiko im Vergleich zur klassischen Aktienanleihe, dafür meist niedrigerer Kupon
  • Unterschied 'amerikanische' Barriere (jederzeit) vs. 'europäische' Barriere (nur am Stichtag) verständlich machen

Protect-Aktienanleihen: Wie die Barriere funktioniert

Sekundär: 'Aktienanleihen Finder' der Emittenten und Börsen helfen beim Suchen und Filtern

Eine Weiterentwicklung der klassischen Aktienanleihe ist die sogenannte Protect-Aktienanleihe oder Barriere-Aktienanleihe. Sie enthält eine zusätzliche Kursschwelle – die Barriere – die unterhalb des Basispreises liegt. Solange der Kurs des Basiswerts diese Barriere nie berührt oder unterschreitet, bekommst du am Laufzeitende den vollen Nennbetrag zurück, auch wenn der Kurs unterhalb des Basispreises notiert. Die Barriere wirkt also als Sicherheitspuffer und reduziert das Andienungsrisiko im Vergleich zur klassischen Variante deutlich.

Der Preis dafür ist ein in der Regel niedrigerer Kupon, denn du trägst weniger Risiko, also erhältst du auch weniger Kompensation dafür. Das ist die logische Konsequenz des Rendite-Risiko-Prinzips. Ob dir der Puffer den niedrigeren Zins wert ist, hängt von deiner Marktmeinung und deiner Risikobereitschaft ab.

Beim Kauf einer Protect-Aktienanleihe musst du außerdem auf eine wichtige technische Unterscheidung achten: die amerikanische Barriere und die europäische Barriere. Eine amerikanische Barriere kann jederzeit während der Laufzeit aktiviert werden – berührt der Kurs die Schwelle auch nur einmal kurzzeitig, greift der Puffer nicht mehr. Eine europäische Barriere hingegen wird ausschließlich am Bewertungstag (dem letzten Handelstag) überprüft. Zwischenzeitliche Kursdellen unterhalb der Barriere sind damit irrelevant. Die europäische Variante bietet also den robusteren Schutz, hat aber meist einen noch etwas niedrigeren Kupon. Diese Details findest du im Produktinformationsblatt, dem sogenannten KID (Key Information Document) nach PRIIP-Verordnung – das Lesen lohnt sich unbedingt.

AUF EINEN BLICK

  • Neuemissionen werden regelmäßig in der Zeichnungsphase angeboten; danach Handel über die Börse
  • Filterkriterien: Basiswert, Basispreis, Barriere, Kupon, Laufzeit, Emittent
  • WKN/ISIN, Bezugsverhältnis und Produktinformationsblatt (KID/PRIIP) immer prüfen

Aktienanleihen finden: Worauf du bei Neuemissionen und am Sekundärmarkt achten solltest

Chance: fester, oft höherer Kupon als beim Tagesgeld – attraktiv in Seitwärtsmärkten

Aktienanleihen werden von zahlreichen Emittenten angeboten – darunter große Banken und Zertifikate-Spezialisten. Um passende Produkte zu finden, nutzt du am besten die Aktienanleihen-Finder, die viele Emittenten und Börsen auf ihren Websites kostenlos bereitstellen. Dort kannst du gezielt nach Basiswert, Laufzeit, Kupon, Barriere und Emittent filtern, um ein Produkt zu finden, das zu deiner Marktmeinung und deinem Risikoprofil passt.

Neue Aktienanleihen werden regelmäßig in einer Zeichnungsphase ausgegeben. In dieser Phase kannst du das Produkt direkt beim Emittenten zum Ausgabepreis zeichnen. Nach Ende der Zeichnungsfrist wird die Aktienanleihe an der Börse gehandelt – meist an der EUWAX Stuttgart oder über andere Handelsplätze – und ist auch dort kaufbar. Beim Kauf über die Börse zahlst du den aktuellen Marktpreis, der je nach Kursverlauf des Basiswerts vom Nennwert abweichen kann.

Folgende Filterkriterien solltest du bei der Produktauswahl immer prüfen: den Basiswert, den Basispreis (Strike), eine etwaige Barriere und deren Typ (amerikanisch oder europäisch), den Kupon, die Laufzeit, den Emittenten sowie WKN und ISIN zur eindeutigen Identifikation. Das Bezugsverhältnis legt fest, wie viele Aktien du im Andienungsfall erhältst. Und immer gilt: Das Produktinformationsblatt (KID/PRIIP) vor dem Kauf lesen. Es enthält alle wesentlichen Informationen zu Kosten, Risiken und Szenarien auf standardisierter Grundlage gemäß europäischer Regulierung.

AUF EINEN BLICK

  • Risiko: begrenztes Gewinnpotenzial (max. Kupon), aber volles Verlustrisiko nach unten wie bei der Aktie
  • Emittentenrisiko: Bei Insolvenz der Bank droht Totalverlust – keine Einlagensicherung
  • Kosten & Spread beachten; du profitierst nicht von Dividenden des Basiswerts
  • Für kleine Studi-Budgets: Klumpenrisiko meiden, Anlagebetrag nur nutzen, den du nicht kurzfristig brauchst

Chancen und Risiken für Anleger:innen

Sekundär 'aktienanleihen sinnvoll': Eher für Anleger mit Marktmeinung 'seitwärts bis leicht steigend'

Der offensichtlichste Vorteil einer Aktienanleihe ist der feste, oft vergleichsweise hohe Kupon. Gerade in Marktphasen, in denen Aktien seitwärts tendieren oder nur leicht fallen, kann eine Aktienanleihe eine attraktivere Rendite liefern als ein einfaches Tagesgeldkonto. Du profitierst quasi von der Volatilität des Marktes, ohne selbst auf steigende Kurse setzen zu müssen.

Die Risiken sind jedoch erheblich und für Einsteiger:innen oft unterschätzt. Erstens ist dein Gewinnpotenzial streng begrenzt: Mehr als den Kupon bekommst du nie – selbst wenn die Aktie um fünfzig Prozent steigt, hast du nur den Kupon verdient, während ein direkter Aktionär massiv profitiert hätte. Zweitens trägst du das volle Verlustrisiko nach unten wie bei einer direkten Aktieninvestition, abzüglich des Kupons als kleinem Puffer. Drittens verdienst du keine Dividenden des Basiswerts – diese werden bei der Konstruktion des Produkts eingepreist und fließen indirekt in den Kupon ein, du hast aber keinen direkten Anspruch darauf.

Besonders kritisch ist das Emittentenrisiko: Aktienanleihen sind Inhaberschuldverschreibungen und fallen damit nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Gerät die emittierende Bank in Insolvenz, droht im Extremfall der Totalverlust deines investierten Kapitals – unabhängig davon, wie sich der Basiswert entwickelt hat. Zudem entstehen beim Kauf und Verkauf über die Börse Spreads (Geld-Brief-Spannen) sowie etwaige Transaktionskosten, die die Rendite schmälern. Gerade bei kurzen Laufzeiten oder kleinen Investitionsbeträgen fressen diese Kosten einen spürbaren Teil des Kupons auf. Wer sich über aktienanleihen neuemissionen oder aktienanleihen mit barriere informiert, sollte diese Kostenfaktoren stets mit einrechnen.

AUF EINEN BLICK

  • Weniger geeignet für langfristigen, breit gestreuten Vermögensaufbau als Einsteiger:in
  • Alternative: breit gestreute ETF-Sparpläne für den Langfrist-Aufbau
  • Aktienanleihen sind Zusatzbaustein, kein Ersatz für Notgroschen und Grundabsicherung

Wann Aktienanleihen sinnvoll sind – und wann nicht

Zinsen/Kupon und Kursgewinne zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer

Aktienanleihen passen am besten zu Anleger:innen, die eine klare Marktmeinung haben: Sie erwarten, dass eine bestimmte Aktie oder ein Index in naher Zukunft seitwärts läuft oder moderat steigt, aber nicht stark fällt. Wer neutral bis leicht optimistisch gestimmt ist und bereit ist, auf Aufwärtspotenzial zu verzichten, kann mit Aktienanleihen attraktive Kupons erzielen, die über dem Niveau klassischer Zinspapiere liegen.

Für Einsteiger:innen, die gerade mit dem Investieren beginnen, sind Aktienanleihen in aller Regel kein geeigneter Einstieg. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, fährt mit einem breit gestreuten ETF-Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex in der Regel besser – wegen des höheren Renditepotenzials über lange Zeiträume, der breiten Diversifikation und der deutlich geringeren Komplexität. Aktienanleihen haben eine begrenzte Laufzeit, erfordern aktives Monitoring und setzen eine differenzierte Marktmeinung voraus.

Sinnvoll können Aktienanleihen als Ergänzungsbaustein im Portfolio sein, sobald du die Grundlagen des Investierens verstanden und deinen Notgroschen aufgebaut hast. Vor dem ersten Kauf solltest du außerdem sicherstellen, dass du nicht auf das investierte Kapital angewiesen bist – Aktienanleihen haben eine feste Laufzeit, und ein vorzeitiger Verkauf über die Börse kann je nach Marktlage mit Verlusten verbunden sein. Als Ersatz für Tagesgeld, Notgroschen oder die Grundabsicherung sind sie definitiv ungeeignet.

AUF EINEN BLICK

  • Sparer-Pauschbetrag über Freistellungsauftrag nutzen, um Steuer zu vermeiden
  • Depotbank führt Steuer bei inländischen Depots automatisch ab

Steuern auf Aktienanleihen in Deutschland: Was du wissen musst

Depot bei Bank/Broker eröffnen (viele mit kostenlosem Depot

Erträge aus Aktienanleihen unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Steuer sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Das gilt sowohl für den ausgezahlten Kupon als auch für etwaige Kursgewinne beim Verkauf vor dem Laufzeitende. Die Depotbank führt diese Steuern bei einem inländischen Depot automatisch ans Finanzamt ab – du musst in der Regel nichts weiter unternehmen, außer einen Freistellungsauftrag zu stellen.

Mit einem Freistellungsauftrag kannst du deinen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (für Ledige) nutzen, um Kapitalerträge bis zu dieser Höhe steuerfrei zu stellen. Hast du mehrere Depots bei verschiedenen Banken, kannst du den Freistellungsauftrag aufteilen. Als Anleger:in mit überschaubaren Kapitalerträgen reicht der Pauschbetrag in vielen Fällen aus, um keine Abgeltungsteuer zu zahlen. Achte darauf, den Freistellungsauftrag rechtzeitig vor der ersten Kuponzahlung zu stellen, damit die Bank ihn korrekt berücksichtigt.

Erhältst du im Andienungsfall statt Geld Aktien ins Depot gebucht, ist steuerlich der Zeitpunkt und die Bewertung dieser Andienung relevant. Die genauen Regelungen sind komplex und können sich ändern – lass dich im Zweifel von einer steuerberatenden Fachkraft beraten oder ziehe aktuelle Informationen der offiziellen Stellen heran.

AUF EINEN BLICK

  • Produkt über WKN/ISIN suchen, Produktinformationsblatt lesen
  • Order platzieren – während Zeichnungsphase oder über den Börsenhandel
  • Position und Barriere/Basispreis bis zum Laufzeitende beobachten

Aktienanleihe kaufen: So gehst du vor

Der erste Schritt ist die Depoteröffnung bei einer Bank oder einem Online-Broker. Viele Anbieter bieten kostenlose Depots an, einige sogar mit speziellen Konditionen. Achte beim Vergleich auf Transaktionskosten, Handelsplätze und den Zugang zu strukturierten Produkten wie Aktienanleihen – nicht jeder Broker bietet das volle Sortiment an.

Hast du ein Depot, suchst du das gewünschte Produkt am besten über die WKN oder ISIN in der Handelsmaske oder nutzt einen Zertifikatefinder. Vor dem Kauf gilt die Pflicht zur Selbstinformation: Lies das Produktinformationsblatt (KID) vollständig durch. Es erklärt Funktionsweise, Kosten, Szenarien und Risiken auf standardisierter Basis. Emittenten sind verpflichtet, dieses Dokument bereitzustellen.

Die eigentliche Order platzierst du entweder während der Zeichnungsphase direkt beim Emittenten oder über den Börsenhandel zu den üblichen Handelszeiten. Setze beim Börsenhandel möglichst ein Limit, um nicht einen ungünstigen Spread zu zahlen. Nach dem Kauf solltest du die Position regelmäßig beobachten – insbesondere den Abstand des Basiswertkurses zum Basispreis und zur Barriere. So erkennst du frühzeitig, ob sich ein vorzeitiger Verkauf lohnen könnte oder ob du entspannt bis zum Laufzeitende warten kannst.

Aktienanleihen: Nützliches Werkzeug – aber mit Bedacht einsetzen

Aktienanleihen sind kein einfaches Produkt, aber auch kein Teufelszeug. Sie bieten einen festen Kupon in Marktphasen, in denen klassische Zinsanlagen wenig abwerfen, und können als Ergänzung im Portfolio sinnvoll sein. Doch das asymmetrische Risiko – begrenzter Gewinn, erhebliches Verlustpotenzial, kein Einlagenschutz – macht sie für Einsteiger:innen und für den langfristigen Vermögensaufbau ungeeignet. Wer als Anleger:in oder Berufseinsteiger:in anfängt zu investieren, sollte zuerst einen Notgroschen aufbauen, dann einen ETF-Sparplan starten und Aktienanleihen erst dann in Betracht ziehen, wenn er oder sie das Produkt wirklich versteht.

Nächster Schritt: Bevor du in Aktienanleihen oder andere Anlageprodukte investierst, lohnt sich ein Blick auf deine persönliche Finanzsituation. Unser Vermögensaufbau-Rechner hilft dir, deinen möglichen Investitionsrahmen zu ermitteln und verschiedene Szenarien zu vergleichen.
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Häufige Fragen

Eine Aktienanleihe ist eine Anleihe, die an die Wertentwicklung einer zugrunde liegenden Aktie gekoppelt ist. Im Gegensatz zu einer Aktie erhalten Sie bei einer Aktienanleihe in der Regel einen festen Zinskupon, aber am Laufzeitende kann die Rückzahlung entweder in Geld oder in Aktien erfolgen, je nach Kursentwicklung.

Aktienanleihen sind für Anfänger nur bedingt sinnvoll, da Sie das Risiko eines Kursverlusts der zugrunde liegenden Aktie tragen, während Sie im Gegenzug einen höheren Zins erhalten. Sie sollten die Funktionsweise und die Risiken genau verstehen, bevor Sie investieren, und sich nicht allein auf den attraktiven Kupon verlassen.

Am Laufzeitende einer Aktienanleihe hängt die Rückzahlung vom Kurs der zugrunde liegenden Aktie ab. Liegt der Kurs über oder auf der Barriere, erhalten Sie den Nennwert in Geld zurück; liegt er darunter, bekommen Sie eine vorab festgelegte Anzahl an Aktien geliefert, deren aktueller Marktwert dann unter dem Nennwert liegen kann.

Die Barriere ist ein vorab festgelegter Kurslevel der zugrunde liegenden Aktie, der während der Laufzeit oder nur am Ende betrachtet wird. Wird die Barriere am Stichtag unterschritten, greift die Aktienlieferung; bleibt der Kurs darüber, wird die Anleihe zum Nennwert zurückgezahlt.

Aktienanleihen und Neuemissionen finden Sie bei Ihrer Bank oder Ihrem Broker in der Regel unter der Rubrik 'Anleihen' oder 'Zertifikate'. Viele Direktbanken bieten auch eine Suchfunktion für Neuemissionen an, bei der Sie Konditionen wie Kupon, Laufzeit und Barriere vergleichen können.

Das Risiko von Aktienanleihen liegt vor allem im Kursverlust der zugrunde liegenden Aktie, da Sie bei Unterschreiten der Barriere Aktien geliefert bekommen, die weniger wert sind als Ihr eingesetztes Kapital. Zudem tragen Sie ein Emittentenrisiko, also das Risiko, dass der Herausgeber der Anleihe zahlungsunfähig wird.

Aktienanleihen werden in Deutschland wie andere Anleihen besteuert: Die Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei Aktienlieferung am Laufzeitende werden die erhaltenen Aktien als Veräußerung zum Nennwert behandelt, und spätere Kursgewinne beim Verkauf sind ebenfalls steuerpflichtig.

Bei niedrigem Budget können Aktienanleihen interessant sein, da sie oft schon mit geringen Nennbeträgen handelbar sind, aber Sie sollten bedenken, dass das Risiko eines Kapitalverlusts besteht. Wenn Sie nur wenig Geld investieren können, ist es wichtiger, zunächst ein Notfallpolster aufzubauen und sich mit den Grundlagen des Investierens vertraut zu machen, bevor Sie in komplexe Produkte einsteigen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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