Es gibt zwei Wege, je nach Gerät. Auf Android richten Sie Google Family Link ein, auf dem iPhone die Bildschirmzeit zusammen mit der Familienfreigabe. Beide steuern Zeitlimits, App-Freigaben, Inhalte und Standort. Zusätzlich schützt eine Drittanbietersperre vor Abo-Kosten.
Welches Gerät hat Ihr Kind? Das entscheidet, welcher Abschnitt für Sie zählt. Springen Sie direkt zu Android oder zum iPhone. Beide Anleitungen sind so formuliert, dass sie auch dann passen, wenn ein Menüpunkt nach einem Update etwas anders heißt.
Die genauen Menüpfade ändern sich mit jeder Android- und iOS-Version. Wir beschreiben die Schritte deshalb bewusst robust, also nach Ziel statt nach exaktem Klickpfad. Wenn ein Punkt anders heißt, suchen Sie in den Einstellungen nach Begriffen wie Family Link, Bildschirmzeit oder Familie.
Android: Google Family Link einrichten
Auf Android-Geräten ist die kostenlose App Google Family Link das zentrale Werkzeug. Sie installieren sie einmal, verbinden die Konten und steuern danach alles bequem von Ihrem eigenen Handy aus. So gehen Sie vor.
- 1Family Link auf beiden Geräten installieren. Laden Sie die App Google Family Link aus dem Play Store herunter, einmal auf Ihr eigenes Gerät und einmal auf das Gerät Ihres Kindes.
- 2Mit den Google-Konten verbinden. Folgen Sie der geführten Einrichtung und verbinden Sie das Konto Ihres Kindes mit Ihrem Elternkonto. Bei jüngeren Kindern legen Sie dabei ein eigenes, von Ihnen verwaltetes Google-Konto an.
- 3Bildschirmzeit und App-Limits festlegen. Stellen Sie tägliche Nutzungszeit, eine Schlafenszeit und bei Bedarf Limits für einzelne Apps ein. Diese Werte können Sie jederzeit anpassen.
- 4App-Freigaben und Inhaltsfilter aktivieren. Legen Sie fest, welche Apps installiert werden dürfen, und schalten Sie Filter für Inhalte in Play Store, Suche und Browser ein.
- 5Standort und Berichte einsehen. Bei Bedarf sehen Sie den Gerätestandort und Nutzungsberichte ein. Nutzen Sie diese Funktionen offen und im Gespräch, nicht heimlich.
Family Link ist in neueren Android-Versionen direkt in den Einstellungen unter Digital Wellbeing und Family verankert. Wenn die App auf Ihrem Gerät nicht erscheint, suchen Sie in den Einstellungen einfach nach Family Link oder Familie.
iPhone und iPad: Bildschirmzeit und Familienfreigabe einrichten
Apple braucht keine Extra-App. Sie nutzen die eingebaute Bildschirmzeit zusammen mit der Familienfreigabe. So verwalten Sie das Gerät Ihres Kindes von Ihrem eigenen iPhone aus.
- 1Familienfreigabe starten. Richten Sie auf Ihrem iPhone die Familienfreigabe ein und laden Sie Ihr Kind als Familienmitglied ein. So sind alle Geräte der Familie verbunden.
- 2Kind-Apple-ID hinzufügen. Erstellen oder ergänzen Sie eine Apple-ID für Ihr Kind. Nur damit lässt sich das Gerät über die Familienfreigabe steuern.
- 3Bildschirmzeit aktivieren und als Elternteil verwalten. Schalten Sie die Bildschirmzeit für das Kind ein und vergeben Sie einen eigenen Bildschirmzeit-Code, den nur Sie kennen. So kann Ihr Kind die Limits nicht selbst ändern.
- 4Auszeiten und App-Limits setzen. Definieren Sie eine Auszeit für die Nacht, tägliche App-Limits und immer erlaubte Apps wie Telefon oder Nachrichten.
- 5Inhalts-, Datenschutz- und Kommunikationslimits aktivieren. Schalten Sie die Inhalts- und Datenschutzbeschränkungen ein, um Käufe, nicht jugendfreie Inhalte und Kontakte zu steuern.
Die Bildschirmzeit finden Sie in den Einstellungen Ihres iPhones, die Verwaltung des Kindergeräts läuft über Für mein Kind. Heißt ein Menüpunkt nach einem iOS-Update anders, suchen Sie in den Einstellungen nach Bildschirmzeit oder Familie.
Zusätzlich absichern: SIM-PIN, Drittanbietersperre, App-Store-Jugendschutz
Family Link und Bildschirmzeit decken das Meiste ab. Für einen rundum sicheren Start lohnen sich vier weitere Handgriffe, die wenige Minuten dauern und teure Überraschungen verhindern.
- Bildschirmsperre und SIM-PIN aktivieren. Eine Code-Sperre und eine aktive SIM-PIN schützen das Gerät und die Karte bei Verlust oder Diebstahl.
- Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einrichten. Diese kostenlose Sperre verhindert, dass Abos und Bezahldienste über die Handyrechnung abgerechnet werden. Sie ist der wichtigste Schutz gegen Abo-Abzocke.
- Jugendschutz im Play Store und App Store aktivieren. Über die Store-Einstellungen begrenzen Sie, welche Apps, Spiele und Inhalte nach Altersfreigabe geladen werden dürfen.
- In-App-Käufe sperren oder bestätigen lassen. Schalten Sie In-App-Käufe ab oder lassen Sie jeden Kauf über Kauf bestätigen erst von Ihnen freigeben.
Die häufigste böse Überraschung sind nicht ungeeignete Inhalte, sondern unerwartete Kosten: Abo-Fallen über die Handyrechnung und In-App-Käufe in Spielen. Richten Sie deshalb unbedingt die Drittanbietersperre ein und sperren Sie In-App-Käufe oder lassen Sie sie bestätigen. Das kostet nichts und erspart viel Ärger.
Welche Methode für welches Alter?
Wie streng die Einstellungen sein sollten, hängt vom Alter und der Reife Ihres Kindes ab. Jüngere Kinder brauchen klare, enge Vorgaben. Mit zunehmendem Alter dürfen Sie schrittweise lockern und mehr auf Absprachen setzen. Die Tabelle gibt eine Orientierung.
| Aspekt | Jüngere Kinder (etwa bis 12) | Jugendliche (ab etwa 13) |
|---|---|---|
| Zeitlimits | Eng, feste Fenster vorgeben | Großzügiger, gemeinsam vereinbaren |
| App-Freigaben | Jede App von Ihnen freigeben | Mehr Eigenverantwortung, Stichproben |
| Inhaltsfilter | Strenge Filter aktiv lassen | Filter lockern, dafür Gespräche |
| Standort | Sinnvoll, offen besprochen | Nur mit Zustimmung, Privatsphäre achten |
| Grundhaltung | Schützen und begleiten | Begleiten und loslassen üben |
Wichtig: Das ist keine starre Vorschrift, sondern eine Richtschnur. Manche Zehnjährige sind sehr verantwortungsvoll, manche Fünfzehnjährige brauchen noch klare Grenzen. Passen Sie die Einstellungen an Ihr Kind an, nicht nur an das Kalenderalter.
Kindersicherung allein reicht nicht
So hilfreich die Technik ist: Sperren lassen sich umgehen, und kein Filter ersetzt das Gespräch. Die Kindersicherung wirkt am besten als Teil eines Dreiklangs aus Technik, klaren Regeln und offenem Austausch. Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, warum es Grenzen gibt, und zeigen Sie ehrliches Interesse an dem, was es nutzt.
Halten Sie die Regeln am besten gemeinsam fest, etwa in einem Mediennutzungsvertrag. Und wenn es um die Frage geht, wie viel Bildschirmzeit überhaupt sinnvoll ist, hilft der Ratgeber Bildschirmzeit bei Kindern mit Tabelle nach Alter weiter. Technik setzt die Grenzen um, die Sie vorher gemeinsam besprochen haben.
Karteikarten: Kindersicherung auf einen Blick
Tippen oder klicken Sie, um die Karte umzudrehen. So funktioniert aktives Abrufen, die wirksamste Lernmethode, hier einmal als Beispiel rund um die Kindersicherung.
Selbst-Check: Wie ist die Lage bei Ihnen?
Vier typische Alltagssituationen. Überlegen Sie kurz, dann die Einordnung anzeigen.
Mit Google Family Link. Die kostenlose App installieren Sie auf beiden Geräten und steuern danach Zeitlimits, App-Freigaben, Inhaltsfilter und Standort von Ihrem eigenen Handy aus.
Nein. Die Funktion Bildschirmzeit ist in iOS eingebaut. Zusammen mit der Familienfreigabe verwalten Sie Limits, Auszeiten und Beschränkungen direkt von Ihrem iPhone aus.
Die Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter. Sie ist kostenlos und verhindert, dass Abos und Bezahldienste über die Handyrechnung abgebucht werden. Sperren Sie zusätzlich In-App-Käufe.
Technik allein reicht nicht. Sperren lassen sich umgehen. Am besten wirkt die Kombination aus Technik, klaren Regeln und Gespräch, zum Beispiel festgehalten in einem Mediennutzungsvertrag.