Das Sicherheitsgewerbe ist eines der zugänglichsten Berufsfelder für einen beruflichen Neustart. Egal ob du aus dem Handwerk, dem Verkauf oder einer ganz anderen Branche kommst – mit der richtigen Qualifikation steht dir der Quereinstieg offen. Dieser Guide zeigt dir, welche Wege realistisch sind, was du mitbringen musst und wie eine Förderung dabei helfen kann.
Primärquellen zu diesem Abschnitt: BA-Merkblatt 6 · BA: Bildungsgutschein · § 81 SGB III · Rechtsstand 07/2026.
⚡ Das Wichtigste in Kürze
- Anders als in stark reglementierten Berufsfeldern mit langen Ausbildungswegen ist das Sicherheitsgewerbe bewusst so aufgebaut, dass ein Einstieg auch ohne einschlägige …
- Für den Quereinstieg kommen grundsätzlich alle drei Qualifikationsstufen infrage.
- Alle genannten Qualifikationswege können unter bestimmten Voraussetzungen über die Agentur für Arbeit gefördert werden, sofern ein zugelassener Bildungsträger den …
Warum der Quereinstieg hier gut funktioniert
Anders als in stark reglementierten Berufsfeldern mit langen Ausbildungswegen ist das Sicherheitsgewerbe bewusst so aufgebaut, dass ein Einstieg auch ohne einschlägige Vorerfahrung möglich ist. Die Unterrichtung nach § 34a GewO ist explizit als niedrigschwelliger Zugang konzipiert, und auch die weiterführenden Qualifikationsstufen wie Sachkundeprüfung oder Fachkraftausbildung setzen keine spezifische Berufserfahrung im Sicherheitsbereich voraus.
Viele Quereinsteiger:innen bringen zudem wertvolle Kompetenzen aus ihrem bisherigen Berufsleben mit: Erfahrung im Kundenkontakt, Konfliktfähigkeit, körperliche Belastbarkeit aus handwerklichen Berufen oder organisatorisches Geschick aus kaufmännischen Tätigkeiten. Diese Vorerfahrungen lassen sich gut mit den neu erlernten fachlichen Inhalten kombinieren.
Auch das Alter spielt beim Einstieg meist keine entscheidende Rolle – Umschulungen und Weiterbildungen im Sicherheitsgewerbe richten sich gezielt an Erwachsene mit Berufserfahrung, nicht nur an junge Berufseinsteiger:innen.
Ja, die Unterrichtung nach § 34a GewO ist gezielt für den Einstieg ohne Vorerfahrung konzipiert.
Welche Einstiegswege es gibt
Für den Quereinstieg kommen grundsätzlich alle drei Qualifikationsstufen infrage. Die Unterrichtung ist der schnellste Weg für erste Tätigkeiten, die Sachkundeprüfung öffnet dir mehr Positionen und ist bei manchen Tätigkeiten gesetzlich vorgeschrieben, und die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist der gründlichste Weg mit anerkanntem Abschluss und den besten langfristigen Perspektiven.
- Unterrichtung: schnellster Einstieg für einfache Tätigkeiten
- Sachkundeprüfung: mehr Einsatzmöglichkeiten, gesetzlich für bestimmte Bereiche vorgeschrieben
- Umschulung zur Fachkraft: anerkannter Abschluss, beste Aufstiegschancen
- Alle drei Wege bei AZAV-zertifizierten Trägern grundsätzlich förderfähig
Welcher Weg für dich passt, hängt davon ab, wie schnell du einsteigen möchtest und ob du langfristig im Sicherheitsgewerbe bleiben willst. Eine Kombination ist ebenfalls möglich: Viele starten mit der Unterrichtung, sammeln erste Praxiserfahrung und entscheiden sich später für die Sachkundeprüfung oder eine vollständige Umschulung.
Primärquellen zu diesem Abschnitt: BA: Bildungsgutschein · § 81 SGB III · Rechtsstand 07/2026.
Förderung für Quereinsteiger:innen
Alle genannten Qualifikationswege können unter bestimmten Voraussetzungen über die Agentur für Arbeit gefördert werden, sofern ein zugelassener Bildungsträger den Lehrgang anbietet. Wichtig ist, dass die Maßnahme im Beratungsgespräch als sinnvoll für deine berufliche Wiedereingliederung oder Umorientierung eingeschätzt wird – ein automatischer Anspruch besteht nicht, da es sich um eine Ermessensleistung nach § 81 SGB III handelt.
Sprich in der Beratung offen darüber, warum du dich für den Quereinstieg ins Sicherheitsgewerbe entschieden hast und welche Qualifikationsstufe zu deinem Ziel passt – das erleichtert die Einschätzung, ob und in welcher Form eine Förderung möglich ist.
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Was Arbeitgeber von Quereinsteiger:innen erwarten
Arbeitgeber im Sicherheitsgewerbe legen häufig mehr Wert auf persönliche Eigenschaften als auf einen bestimmten beruflichen Werdegang. Zuverlässigkeit, ein ruhiges und besonnenes Auftreten, Teamfähigkeit und die Bereitschaft zu Schicht- und Wochenendarbeit zählen oft mehr als die bisherige Berufserfahrung.
Wer sich zusätzlich über die Sachkundeprüfung oder eine Umschulung qualifiziert, verbessert seine Chancen auf besser bezahlte und verantwortungsvollere Positionen deutlich gegenüber einem reinen Einstieg über die Unterrichtung.
Stand 07/2026: Förderumfang und Höchstbeträge nach BA-Merkblatt 6; Voraussetzungen nach § 81 SGB III. Maßgeblich sind dein Bescheid und die individuelle Beratung.