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Rürup-Rente: Was kostet dich die Basisrente wirklich?

Die Kosten einer Rürup-Rente entscheiden darüber, ob sich die staatliche Förderung für dich lohnt. Abschlusskosten, Verwaltungs­kosten und die spätere Besteuerung können deine Rendite deutlich schmälern.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Rürup-Rente ist unkündbar, du kannst sie nur beitragsfrei stellen.
  • Abschluss- und Vertriebskosten fallen vor allem in den ersten fünf Jahren an.
  • Die Effektivkostenquote zeigt dir die jährliche Gesamtbelastung deines Vertrags.
  • Steuervorteile in der Ansparphase gleichen hohe Kosten nicht automatisch aus.

01 · Grundlagen

Was ist eine Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente ist eine private Altersvorsorge, die vor allem für Selbstständige entwickelt wurde. Sie funktioniert kapitalgedeckt und zahlt im Alter eine lebenslange Rente.

Die Rürup-Rente gehört zur ersten Säule der Altersvorsorge und ist ein privates Altersvorsorge-Produkt, das du nicht mit dem Staat, sondern mit einem Versicherer oder einer Bank abschließt. Anders als die gesetzliche Rente funktioniert sie kapitalgedeckt: Du zahlst in der Ansparphase regelmäßig Geld ein, um dir davon später eine Rente auszahlen zu lassen.

Das eingezahlte Geld ist bis zur Rente nicht zugänglich. Wenn du nicht mehr einzahlen kannst oder willst, kannst du den Vertrag nur beitragsfrei stellen, aber nicht kündigen.

Als Anlageformen stehen dir klassische oder fondsgebundene Rentenversicherungen zur Verfügung, bei wenigen Anbietern auch Fondssparpläne. Die Rürup-Rente steht grundsätzlich jedem offen, wurde aber vor allem für Selbstständige entwickelt, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Kurz erklärt

Rürup-Rente (Basisrente)

Private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung, die im Alter eine lebenslange Rente zahlt. Das angesparte Kapital ist nicht vererbbar und der Vertrag nicht kündbar.

Kapitalgedeckte Altersvorsorge für Selbstständige, Freiberufler und Gutverdienende mit Steuervorteilen in der Ansparphase.

02 · Kosten

Welche Kosten fallen bei der Rürup-Rente an?

Die Kosten einer Rürup-Rente setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Sie werden direkt aus deinen Beiträgen oder dem Vertragsguthaben entnommen.

Die wichtigsten Kostenarten sind Abschlusskosten, Verwaltungskosten und bei fondsgebundenen Tarifen zusätzlich Fondskosten.

Abschlusskosten werden einmalig fällig, oft verteilt auf die ersten fünf Jahre. Verwaltungskosten fallen jährlich an und werden aus deinem Vertragsguthaben entnommen, auch wenn du den Vertrag beitragsfrei gestellt hast.

Die Effektivkostenquote liegt bei Rürup-Verträgen typischerweise zwischen 0,5 und 2,5 Prozent des Vertragsguthabens pro Jahr. Je niedriger diese Gesamtbelastung ausfällt, desto mehr von deiner Rendite bleibt für die spätere Rente übrig.

Kurz erklärt

Effektivkostenquote (Gesamtbelastung pro Jahr)

Typische Kostenarten einer Rürup-Rente

unter 1 % ist günstig, teure Verträge liegen bei 2 bis 4 %

03 · Vergleich

Rürup-Rente im Vergleich zur gesetzlichen Rentenversicherung

Für Selbstständige ist die Rürup-Rente eine Alternative zur freiwilligen Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung. Beide Wege unterscheiden sich bei Flexibilität, Kosten und Auszahlung.

Beide Wege unterscheiden sich vor allem bei der Kostenstruktur und der steuerlichen Behandlung.

Die gesetzliche Rentenversicherung erhebt keine Abschlusskosten, während Rürup-Verträge oft mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten belastet sind. Dafür kannst du bei der Rürup-Rente deine Beiträge in der Ansparphase steuerlich absetzen, was bei der freiwilligen Einzahlung in die gesetzliche Rente ebenfalls möglich ist.

Beide Varianten zahlen im Alter eine lebenslange Rente und sind nicht kündbar. Der entscheidende Unterschied liegt in der Flexibilität: Die gesetzliche Rente bietet zusätzlich Leistungen wie Erwerbsminderungsrente und Hinterbliebenenrente, die ein Rürup-Vertrag nicht abdeckt.

Rürup-Rente und gesetzliche Rentenversicherung im direkten Vergleich
Rürup-RenteGesetzliche Rentenversicherung
ZugangFür alle offen, besonders für SelbstständigePflicht für Angestellte, freiwillig für Selbstständige
KündbarkeitNicht kündbar, nur beitragsfrei stellbar
AuszahlungLebenslange Rente, keine Kapitalauszahlung
KostenstrukturAbschlusskosten, Verwaltungskosten, Fondskosten
Steuerliche FörderungBeiträge in der Ansparphase absetzbarBeiträge in der Ansparphase absetzbar

04 · Schritt für Schritt

Wie entsteht der Steuervorteil bei der Rürup-Rente?

Der Steuervorteil ist der Hauptgrund, warum sich viele für eine Rürup-Rente entscheiden. Er wirkt in der Ansparphase und wird im Alter teilweise zurückgefordert.

Der Steuervorteil der Rürup-Rente wirkt in der Ansparphase: Du kannst deine Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung angeben und damit dein zu versteuerndes Einkommen senken. Je höher dein persönlicher Steuersatz ist, desto größer fällt die Steuererstattung aus.

Im Jahr 2026 sind 100 Prozent deiner Beiträge bis zu einem Höchstbetrag absetzbar. Dieser liegt bei 26.500 Euro für Alleinstehende und 53.000 Euro für zusammenveranlagte Paare.

Die spätere Rente musst du im Gegenzug mit deinem dann geltenden persönlichen Steuersatz versteuern. Der Steuervorteil ist also kein Geschenk, sondern eine Steuerstundung. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob dein Steuersatz im Alter niedriger ist als während der Ansparphase.

01

Beiträge einzahlen

Du zahlst regelmäßig in deinen Rürup-Vertrag ein. Die Beiträge kannst du als Sonderausgaben in deiner Steuererklärung angeben.

02

Steuerlich absetzen

Beiträge zur Rürup-Rente kannst du wie bei der gesetzlichen Rente steuerlich absetzen. Vor allem für Selbstständige ohne gesetzliche Absicherung kann eine Rürup-Rente sinnvoll sein.

03

Steuererstattung erhalten

Dein zu versteuerndes Einkommen sinkt, du bekommst Steuern zurück. Je höher dein persönlicher Steuersatz, desto größer der Vorteil.

04

Rente im Alter versteuern

Die spätere Rente musst du mit deinem dann geltenden persönlichen Steuersatz versteuern.

05 · Was gilt

Was passiert bei Beitragsfreistellung?

Wenn du deine Beiträge nicht mehr zahlen kannst oder willst, kannst du den Vertrag beitragsfrei stellen. Das hat Folgen für dein Guthaben und die spätere Rente.

Der Vertrag bleibt dann bestehen, du zahlst keine Beiträge mehr, aber die Verwaltungskosten werden weiterhin aus deinem Vertragsguthaben entnommen.

Dein Guthaben kann durch diese laufenden Kosten und die Inflation real weniger werden. Die spätere Rente fällt niedriger aus als bei fortgeführten Beiträgen.

Du bekommst dein eingezahltes Kapital bei einer Beitragsfreistellung nicht zurück. Der Vertrag wird nicht aufgelöst oder gekündigt, und die staatliche Förderung wird nicht zurückgefordert.

Das passiert

·Der Vertrag bleibt bestehen, du zahlst keine Beiträge mehr.
·Verwaltungskosten werden weiterhin aus dem Vertragsguthaben entnommen.
·Dein Guthaben kann durch Kosten und Inflation real weniger werden.
·Die spätere Rente fällt niedriger aus als bei fortgeführten Beiträgen.

Das passiert nicht

·Du bekommst dein eingezahltes Kapital nicht zurück.
·Der Vertrag wird nicht aufgelöst oder gekündigt.
·Die staatliche Förderung wird nicht zurückgefordert.
·Du musst keine Strafgebühr zahlen.

06 · Checkliste

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente ist kein Produkt für jeden. Sie eignet sich vor allem für Selbstständige mit hohem Einkommen und langem Anlagehorizont.

Je höher dein unternehmerischer Gewinn und dein Steuersatz sind, desto mehr kann sich der Steuervorteil auszahlen.

Du solltest das eingezahlte Geld bis zur Rente nicht benötigen, denn der Vertrag ist unkündbar. Ein langer Anlagehorizont von mindestens 15 bis 20 Jahren ist sinnvoll, damit die Kosten über die Zeit verteilt werden.

Die Rürup-Rente passt zu dir, wenn du eine lebenslange Rente möchtest und akzeptierst, dass das Kapital nicht vererbbar ist. Für Angestellte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen ist die Rürup-Rente meist nicht die beste Wahl.

Diese Voraussetzungen sprechen für eine Rürup-Rente

01

Du bist selbstständig oder freiberuflich tätig und nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert.

02

Dein Einkommen ist dauerhaft hoch, sodass du vom Steuervorteil profitierst.

03

Du kannst auf das eingezahlte Geld bis zur Rente verzichten.

04

Du möchtest eine lebenslange Rente, die nicht vorzeitig ausgezahlt wird.

05

Du akzeptierst, dass das Kapital nicht vererbbar ist.

07 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei der Rürup-Rente vermeiden?

Viele Rürup-Verträge werden übereilt abgeschlossen und später bereut. Diese Fehler kosten dich Rendite und Flexibilität.

Ein häufiger Fehler ist die Kombination einer Rürup-Rente mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung in einem Vertrag. Dadurch wird ein unflexibler, unkündbarer Vertrag für die Altersvorsorge mit einer wichtigen Risikoabsicherung gekoppelt, und viele Studierende bereuen den Abschluss später.

Schließe die Berufsunfähigkeitsversicherung immer als separaten Baustein ab. Ein weiterer Fehler ist es, einen Vertrag mit hohen Abschlusskosten zu wählen, ohne die Effektivkostenquote zu prüfen.

Lass dich nicht von hohen Steuervorteilen blenden, ohne die spätere Besteuerung der Rente zu berücksichtigen. Ein teurer Rürup-Vertrag sollte auf jeden Fall vermieden werden, denn die Steuerersparnis gleicht hohe Kosten nicht aus.

Typische Fehler beim Abschluss einer Rürup-Rente

·Eine Rürup-Rente mit Berufsunfähigkeitsversicherung kombinieren, statt beide Bausteine getrennt abzuschließen.
·Einen Vertrag mit hohen Abschlusskosten wählen, ohne die Effektivkostenquote zu prüfen.
·Die Rürup-Rente abschließen, obwohl du das Geld vor der Rente benötigen könntest.
·Sich von hohen Steuervorteilen blenden lassen, ohne die spätere Besteuerung der Rente zu berücksichtigen.
·Einen teuren Vertrag beitragsfrei stellen, statt ihn zu optimieren oder ruhen zu lassen.
·Die Rürup-Rente als einzige Altersvorsorge nutzen, ohne weitere flexible Bausteine zu haben.

08 · Hintergrund

Wie wird die Rürup-Rente im Alter besteuert?

Die Besteuerung der Rürup-Rente folgt dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Wie viel du versteuern musst, hängt vom Jahr deines Rentenbeginns ab.

Der steuerpflichtige Anteil deiner Rente richtet sich nach dem Jahr, in dem du erstmals Rente beziehst.

Beginnst du deine Rente im Jahr 2026, sind 100 Prozent der Rente steuerpflichtig. Dieser steuerpflichtige Anteil bleibt für die gesamte Rentenlaufzeit fest. Steigt deine Rente später durch Überschüsse, wird der Erhöhungsbetrag ebenfalls zu 100 Prozent versteuert.

Dein persönlicher Steuersatz im Alter entscheidet, wie viel von deiner Rente netto übrig bleibt. Liegt dein Steuersatz im Ruhestand höher als während der Ansparphase, kann sich der Steuervorteil ins Gegenteil verkehren.

Während der Ansparphase kannst du deine Beiträge steuerlich absetzen. Im Gegenzug musst du die spätere Rente versteuern. Der steuerpflichtige Anteil deiner Rente richtet sich nach dem Jahr, in dem du erstmals Rente beziehst.

Dein persönlicher Steuersatz im Alter entscheidet, wie viel von deiner Rente netto übrig bleibt. Liegt dein Steuersatz im Ruhestand niedriger als während des Berufslebens, profitierst du doppelt: Du hast in der Ansparphase Steuern gespart und zahlst im Alter weniger Steuern auf die Rente.

09 · Hintergrund

Welche Rolle spielt die Lebenserwartung bei der Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente zahlt eine lebenslange Rente. Wie viel du insgesamt zurückbekommst, hängt davon ab, wie alt du wirst.

Die Rürup-Rente wird als Leibrente ausgezahlt: Du bekommst jeden Monat einen festen Betrag, solange du lebst. Stirbst du früh, bleibt ein Teil deines eingezahlten Kapitals beim Versicherer, denn das Kapital ist nicht vererbbar.

Erreichst du eine überdurchschnittliche Lebenserwartung, profitierst du von der lebenslangen Zahlung. Die Rentenhöhe wird bei Vertragsabschluss auf Basis statistischer Lebenserwartung berechnet, und je länger du lebst, desto mehr Rentenzahlungen erhältst du insgesamt.

Für Menschen mit unterdurchschnittlicher Lebenserwartung oder schweren Vorerkrankungen ist die Rürup-Rente oft ungeeignet. Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem dann, wenn du eine hohe Lebenserwartung hast und ein festes Grundeinkommen im Alter brauchst.

Die Rürup-Rente wird als Leibrente ausgezahlt. Das bedeutet: Du bekommst jeden Monat einen festen Betrag, solange du lebst. Stirbst du früh, bleibt ein Teil deines eingezahlten Kapitals beim Versicherer.

Erreichst du eine überdurchschnittliche Lebenserwartung, profitierst du von der lebenslangen Zahlung. Die Rentenhöhe wird bei Vertragsabschluss auf Basis statistischer Lebenserwartung berechnet. Je länger du lebst, desto mehr Rentenzahlungen erhältst du insgesamt.

Für Menschen mit unterdurchschnittlicher Lebenserwartung oder schweren Vorerkrankungen ist die Rürup-Rente oft ungeeignet. Sie erhalten im Verhältnis zu ihren Einzahlungen weniger zurück als bei einer flexiblen privaten Rentenversicherung mit Kapitalauszahlung.

10 · Checkliste

Wie findest du einen günstigen Rürup-Vertrag?

Die Kostenunterschiede zwischen den Anbietern sind groß. Ein Vergleich lohnt sich, bevor du einen Vertrag abschließt.

Achte nicht nur auf die Abschlusskosten, sondern vor allem auf die Effektivkostenquote, die alle laufenden Belastungen zusammenfasst.

Bei fondsgebundenen Tarifen solltest du zusätzlich die Kosten der angebotenen Fonds prüfen. Nettotarife ohne hohe Vertriebskosten sind oft günstiger als Tarife mit Provision für den Vermittler.

Lass dir die Kosten vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen. Vergleiche die Rürup-Rente außerdem mit Alternativen wie der freiwilligen Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung oder einer privaten Rentenversicherung.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten

01

Vergleiche die Effektivkostenquote verschiedener Tarife, nicht nur die Abschlusskosten.

02

Achte auf die Höhe der Verwaltungskosten, die jährlich aus deinem Guthaben entnommen werden.

03

Prüfe bei fondsgebundenen Tarifen die Kosten der angebotenen Fonds.

04

Wähle einen Tarif ohne hohe Vertriebskosten, zum Beispiel einen Nettotarif.

05

Lass dir die Kosten vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen.

06

Vergleiche die Rürup-Rente mit Alternativen wie der freiwilligen Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026