Berufsunfähigkeitsversicherung und Basisrente dein umfassender Schutz erklärt
Berufsunfähigkeitsversicherung mit Basisrente kombinieren: Wie die BU-Rürup-Kombi funktioniert, Vor- und Nachteile & Berufseinsteiger:innen.
- BU-Versicherung sichert dein Einkommen ab, wenn du deinen Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausüben kannst
- Basisrente (Rürup) ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt der 1. Schicht
- Kombiprodukt = BU als Zusatzbaustein in einen Basisrentenvertrag integriert (BU-Rürup
- Abgrenzung zur selbstständigen BU (SBU) und zur BU-Zusatzversicherung in Risiko-/Rentenprodukten
BU und Basisrente kombiniert – was steckt dahinter?
BU-Versicherung sichert dein Einkommen ab, wenn du deinen Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausüben kannst
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dein Einkommen, wenn Krankheit oder Unfall dich aus dem Berufsleben werfen. Die Basisrente (Rürup) baut steuerbegünstigt Altersvorsorge auf. Wer beides in einem Vertrag kombiniert, erhält ein sogenanntes BU-Rürup-Kombiprodukt – mit klaren Vorteilen, aber auch harten Einschränkungen, die du kennen solltest.
AUF EINEN BLICK
- Basisrente (Rürup) ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt der 1. Schicht
- Kombiprodukt = BU als Zusatzbaustein in einen Basisrentenvertrag integriert (BU-Rürup
- Abgrenzung zur selbstständigen BU (SBU) und zur BU-Zusatzversicherung in Risiko-/Rentenprodukten
| Kennzahl (2026) | Wert |
|---|---|
| Rürup-Höchstbetrag | 30.826 € (Ledige) / 61.652 € (Zusammenveranlagte) |
| Riester-Höchstbetrag | 2.100 € / Jahr (inkl. Zulagen) |
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Was bedeutet die Kombination aus BU und Basisrente?
Ein Teil des Beitrags fließt in die Altersvorsorge, ein Teil in den BU-Schutz
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine der wichtigsten Absicherungen, die du als Berufstätige:r abschließen kannst. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf krankheits-, unfall- oder kräfteverfallsbedingt dauerhaft zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Damit springt sie dort ein, wo die gesetzliche Erwerbsminderungsrente oft nicht ausreicht – denn diese knüpft an die generelle Erwerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt an, nicht an deinen konkreten Beruf.
Die Basisrente, bekannt als Rürup-Rente nach ihrem Entwickler Bert Rürup, gehört zur sogenannten ersten Schicht der Altersvorsorge und ist staatlich gefördert. Sie richtet sich ursprünglich vor allem an Selbstständige und Freiberufler:innen, steht aber grundsätzlich jedem offen. Beiträge zur Basisrente können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden, und die Auszahlung erfolgt erst ab dem gesetzlich definierten Rentenbeginn – frühestens ab dem 62. Lebensjahr – ausschließlich als lebenslange monatliche Rente. Ein Kapitalwahlrecht oder eine vorzeitige Kündigung mit Auszahlung des angesparten Kapitals ist gesetzlich ausgeschlossen.
Das Kombiprodukt, oft als BU-Rürup bezeichnet, integriert eine BU-Zusatzversicherung als Baustein in einen Basisrentenvertrag. Das bedeutet: Du schließt einen einzigen Vertrag ab, der sowohl Altersvorsorge als auch Berufsunfähigkeitsschutz enthält. Es ist wichtig, dieses Modell klar von der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) abzugrenzen. Die SBU ist ein eigenständiger Vertrag ohne Altersvorsorgekomponente und bietet deutlich mehr Flexibilität. Daneben gibt es auch BU-Zusatzversicherungen, die an Risikolebensversicherungen oder private Rentenversicherungen gekoppelt sind – diese unterscheiden sich jedoch steuerlich und rechtlich erheblich vom BU-Rürup-Modell.
AUF EINEN BLICK
- Im BU-Fall wird meist die BU-Rente gezahlt und die Vorsorge beitragsfrei weitergeführt
- Auszahlung der Basisrente erst ab gesetzlich definiertem Rentenbeginn, nur als lebenslange Rente
- Kein Kapitalwahlrecht, keine vorzeitige Kündigung mit Auszahlung möglich
Wie funktioniert die BU-Rürup-Kombination konkret?
Beiträge sind als Altersvorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben) steuerlich absetzbar
Wenn du einen kombinierten BU-Rürup-Vertrag abschließt, wird dein monatlicher Beitrag intern aufgeteilt: Ein Teil fließt in den Aufbau der Altersvorsorge, also in die klassische Basisrente, ein anderer Teil finanziert den BU-Risikoschutz. Die genaue Aufteilung hängt vom Versicherer, deinem Alter, deinem Beruf und der vereinbarten BU-Rentenhöhe ab. Transparenz über diese Aufteilung ist wichtig, da der Anteil, der in den BU-Schutz fließt, keinen direkten Spareffekt hat.
Im Leistungsfall – also wenn du berufsunfähig wirst und die Berufsunfähigkeit anerkannt wird – zahlt der Versicherer die vereinbarte monatliche BU-Rente. Gleichzeitig übernimmt der Versicherer in aller Regel die Beiträge für den Altersvorsorgeteil. Das bedeutet: Deine Basisrente wird beitragsfrei weitergeführt, du baust also weiterhin Altersvorsorge auf, ohne selbst zahlen zu müssen. Das klingt attraktiv, ist aber ein Standard-Merkmal, das viele BU-Produkte auch getrennt anbieten.
Ein zentrales Merkmal, das du dir einprägen solltest: Die Basisrente kann nicht vorzeitig aufgelöst werden. Anders als bei einer privaten Rentenversicherung kannst du das angesparte Kapital weder beleihen noch dir auszahlen lassen. Die Verrentung erfolgt ausschließlich als lebenslange monatliche Rente ab dem vereinbarten Rentenalter, frühestens ab dem 62. Lebensjahr. Diese gesetzliche Einschränkung gilt unabhängig davon, ob du deinen Vertrag kündigen möchtest oder in finanzielle Not gerätst. Das macht das Produkt sehr unflexibel im Vergleich zu einer selbstständigen BU in Kombination mit einer separaten, flexiblen Altersvorsorgelösung.
AUF EINEN BLICK
- Steuervorteil relevant erst bei nennenswertem zu versteuerndem Einkommen – für viele Berufseinsteiger und Teilzeitbeschäftigte oft gering
- Renten aus der Basisvorsorge werden im Alter nachgelagert besteuert
Steuervorteile: Was macht die Basisrenten-Variante attraktiv?
Vorteil: junger Gesundheitszustand & niedrigeres Einstiegsalter können sich günstig auswirken
Der größte Pluspunkt des BU-Rürup-Modells liegt in der Steuerersparnis. Beiträge zur Basisrente – einschließlich des BU-Anteils im Kombiprodukt, sofern dieser den Anforderungen des Gesetzgebers entspricht – können als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Der Gesetzgeber hat den Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen geregelt und schrittweise ausgebaut; seit 2023 sind Beiträge zur Basisversorgung vollständig absetzbar, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag. Wie viel Steuervorteil das konkret bedeutet, hängt stark von deinem individuellen Grenzsteuersatz ab.
Hier liegt auch die entscheidende Einschränkung für Sparer:innen und Berufseinsteiger:innen: Der Steuervorteil entfaltet seine volle Wirkung erst bei einem nennenswerten zu versteuernden Einkommen. Wer beispielsweise gar kein oder nur ein sehr geringes Einkommen hat, zahlt ohnehin kaum oder keine Einkommensteuer – der Sonderausgabenabzug läuft also weitgehend ins Leere. Zum Vergleich: Der Grundfreibetrag für ledige Personen liegt 2026 bei 12.348 Euro. Wer darunter liegt, profitiert vom Steuervorteil kaum.
Ein weiterer Aspekt, der oft unterschätzt wird: Die nachgelagerte Besteuerung. Renten aus der Basisvorsorge werden im Rentenalter vollständig als Einkommen versteuert. Das ist kein Nachteil per se – denn in der Regel ist der persönliche Steuersatz im Rentenalter niedriger als während des Berufslebens. Dennoch solltest du diese spätere Steuerlast in deine Planung einbeziehen, statt allein auf den Steuervorteil in der Ansparphase zu schauen.
AUF EINEN BLICK
- Vorteil: BU-Schutz + Altersvorsorge in einem Vertrag, Steuerabzug bei steigendem Einkommen
- Nachteil: sehr geringe Flexibilität – kein Zugriff auf das Kapital, nicht kündbar mit Auszahlung, nicht beleihbar
- Nachteil: für Personen mit wenig Einkommen greift der Steuervorteil kaum
- Alternative: reine selbstständige BU (SBU) getrennt von der Altersvorsorge halten
Vor- und Nachteile für Sparer:innen und Berufseinsteiger:innen
Berufseinsteiger:innen haben in der Regel keinen oder nur schwachen gesetzlichen Erwerbsminderungsschutz
Eines der schlagkräftigsten Argumente für einen frühen Abschluss ist das Einstiegsalter. Je jünger und gesünder du bist, desto günstiger sind in aller Regel die Beiträge und desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Vorerkrankungen zu Ausschlüssen oder Risikozuschlägen führen. Wer mit Mitte 20 eine BU abschließt, sichert sich diesen günstigen Gesundheitszustand langfristig – das gilt für die selbstständige BU ebenso wie für das Kombiprodukt. Außerdem profitierst du davon, dass du mit einem Vertrag sowohl Schutz als auch Vorsorge abdeckst, was die Verwaltung vereinfacht.
Die Nachteile sind jedoch erheblich und sollten nicht kleingeschrieben werden. Das BU-Rürup-Kombiprodukt ist eines der unflexibelsten Finanzprodukte überhaupt. Du kannst das angesparte Kapital nicht vorzeitig entnehmen, nicht beleihen und nicht als Sicherheit verwenden. Wenn sich deine Lebenssituation ändert – etwa durch Selbstständigkeit, Auslandsaufenthalt oder finanzielle Engpässe – bleibt dein Kapital fest gebunden. Auch ein Anbieterwechsel ist kaum möglich: Im Gegensatz zur privaten Rentenversicherung lässt sich eine Basisrente nicht einfach kündigen und zu einem anderen Anbieter übertragen.
Für Verbraucher:innen mit wenig oder gar keinem steuerpflichtigen Einkommen ist der Steuervorteil – der zentrale Verkaufsargument des Kombiprodukts – in den ersten Jahren nahezu wirkungslos. Wer knapp beim Geld ist und Flexibilität braucht, sollte sich gut überlegen, ob eine langfristige Bindung mit eingeschränkter Kündbarkeit in diese Lebensphase passt. In manchen Fällen ist eine selbstständige BU mit einem separaten, flexiblen Spar- oder Vorsorgeprodukt die sinnvollere Wahl.
AUF EINEN BLICK
- Je früher der Abschluss, desto eher wird bei gutem Gesundheitszustand angenommen
- Psychische Erkrankungen sind laut Branchenstatistiken ein häufiger BU-Grund – Beleg nötig
- Gesundheitsprüfung: bestehende Vorerkrankungen können Beiträge erhöhen oder zum Ausschluss führen
Warum BU-Schutz gerade für Berufseinsteiger früh sinnvoll ist
Trennung von BU und Vorsorge erhöht Flexibilität und Anbieterwechsel-Optionen
Viele Berufseinsteiger genießen oft einen trügerischen Schein der Absicherung. Tatsächlich haben sie in der Regel keinen oder nur einen sehr eingeschränkten gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt eine Mindestanzahl an Pflichtbeitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung voraus – wer noch nie sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, erfüllt diese Voraussetzung schlicht nicht. Im schlimmsten Fall stehst du ohne eigene Absicherung vor dem Nichts.
Darüber hinaus zeigen Branchenstatistiken, dass psychische Erkrankungen – darunter Depressionen, Burnout und Angststörungen – seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit zählen. Gerade in der frühen Berufsphase können Belastungen entstehen, die langfristige Konsequenzen haben. Wer erst nach einer solchen Erkrankung einen BU-Vertrag abschließen möchte, wird feststellen, dass Versicherer psychische Vorerkrankungen häufig ausschließen oder mit erheblichen Risikozuschlägen belegen.
Die Gesundheitsprüfung beim BU-Abschluss ist kein bürokratisches Formular, sondern eine entscheidende Weiche. Alle Fragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden – falsche Angaben können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Wer zu Beginn seines Berufslebens noch keine oder kaum Vorerkrankungen hat, hat bei der Gesundheitsprüfung bessere Karten als jemand, der nach zehn Jahren Berufsleben mit ersten Beschwerden abschließen möchte. Früh abschließen heißt also: bessere Chancen auf umfassenden Schutz ohne Ausschlüsse.
AUF EINEN BLICK
- Kombi kann Steuervorteil erzeugen, bindet dich aber langfristig sehr eng
- Faustregel: Erst Einkommen absichern (BU), Altersvorsorge separat je nach Lebenssituation
- Checkliste: Einkommenshöhe, Flexibilitätsbedarf, Steuerlast, Anlagehorizont prüfen
BU-Rürup oder getrennte Verträge? Eine Entscheidungshilfe
Verzicht auf abstrakte Verweisung sollte enthalten sein
Die Frage, ob du BU und Altersvorsorge kombinieren oder trennen solltest, lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt von deiner individuellen Lebenssituation, deinem Einkommen und deiner Risikobereitschaft ab. Die getrennte Lösung bietet klare Vorteile: Du kannst deinen BU-Schutz und deine Altersvorsorge unabhängig voneinander anpassen, kündigen oder wechseln. Wenn du mit deinem BU-Anbieter unzufrieden bist, kannst du die Versicherung kündigen und eine neue abschließen – ohne dass deine Altersvorsorge davon berührt wird. Diese Flexibilität ist bei einem Kombiprodukt nicht gegeben.
Andererseits kann das Kombiprodukt durchaus sinnvoll sein, wenn du ein hohes zu versteuerndes Einkommen hast, den Steuervorteil der Basisrente maximal ausschöpfen möchtest und gleichzeitig weißt, dass du das Kapital bis zur Rente nicht anfassen wirst oder musst. Selbstständige und Freiberufler:innen ohne Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge sind traditionell die Kernzielgruppe der Rürup-Rente – für sie macht das Kombimodell oft mehr Sinn als für angestellte Berufseinsteiger:innen.
Als Faustregel gilt: Sichere zuerst dein Einkommen ab – mit einer guten, selbstständigen BU mit starken Vertragsbedingungen. Kümmere dich anschließend um die Altersvorsorge und wähle die Form, die zu deiner Lebenssituation passt: flexibel oder steueroptimiert, gefördert oder privat. Eine Checkliste für deine Entscheidung: Wie hoch ist dein aktuelles zu versteuerndes Einkommen? Wie flexibel musst du sein? Wie hoch ist deine Steuerlast heute und voraussichtlich in der Zukunft? Und wie lang ist dein Anlagehorizont bis zum Rentenalter?
AUF EINEN BLICK
- Prognosezeitraum und Definition der Berufsunfähigkeit prüfen
- Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung (z. B. bei Berufsstart
- Beitragsdynamik, Stundungsmöglichkeit und Weltweit-Schutz beachten
Worauf du bei den Vertragsbedingungen achten solltest
Zuerst individuellen Absicherungsbedarf berechnen (BU-Rente vs. laufende Kosten
Nicht alle BU-Verträge sind gleich – und bei einem Produkt, das jahrzehntelang läuft, können Unterschiede in den Bedingungen große finanzielle Konsequenzen haben. Das wichtigste Kriterium ist der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Das bedeutet: Der Versicherer darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest, auch wenn dieser gar nicht deiner bisherigen Qualifikation oder Lebensstellung entspricht. Ein guter BU-Vertrag enthält diesen Verzicht ausdrücklich.
Ebenso wichtig ist die genaue Definition der Berufsunfähigkeit im Vertrag sowie der Prognosezeitraum: Wie lange muss die Berufsunfähigkeit voraussichtlich andauern, damit der Versicherer leistet? Üblich ist ein Prognosezeitraum von sechs Monaten. Außerdem solltest du auf eine Nachversicherungsgarantie achten: Sie erlaubt dir, deinen BU-Schutz bei wichtigen Lebensereignissen – etwa Berufseinstieg, Gehaltserhöhung, Heirat oder Geburt eines Kindes – ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Gerade für Berufseinsteiger:innen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, ist das ein wichtiges Merkmal.
Weitere Punkte, die du prüfen solltest: eine Beitragsdynamik, die deinen wachsenden Absicherungsbedarf automatisch berücksichtigt; die Möglichkeit zur Beitragsstundung in finanziell schwierigen Phasen; und weltweiten Versicherungsschutz, der auch bei Auslandsaufenthalten – etwa bei einem längeren Auslandsaufenthalt oder bei einem Job im Ausland – gilt. Wer diese Details beim Vergleich ignoriert, riskiert böse Überraschungen genau dann, wenn er den Schutz am dringendsten braucht.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Zuerst individuellen Absicherungsbedarf berechnen (BU-Rente vs. laufende Kosten | , |
| Anschließend Angebote transparent und unabhängig vergleichen | , |
| Gesundheitsangaben immer vollständig und wahrheitsgemäß machen | , |
| Bei Unsicherheit unabhängige Beratung einholen | nicht überstürzt abschließen |
Nächste Schritte: Bedarf ermitteln und vergleichen
Bevor du irgendeinen Vertrag unterschreibst, solltest du deinen tatsächlichen Absicherungsbedarf kennen. Das bedeutet: Welche monatlichen Kosten hast du, und wie hoch müsste eine BU-Rente sein, um dein Leben ohne Einkommen aus dem Beruf zu finanzieren? Dabei geht es nicht darum, dein aktuelles Gehalt vollständig zu ersetzen, sondern einen ausreichenden Puffer zu schaffen, der Miete, Krankenversicherung, Lebenshaltungskosten und eventuell laufende Kredite abdeckt. Eine zu niedrig gewählte BU-Rente hilft dir im Ernstfall nicht wirklich weiter.
Anschließend solltest du Angebote von verschiedenen Anbietern vergleichen – idealerweise transparent und unabhängig. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Qualität der Vertragsbedingungen. Günstige Beiträge nützen wenig, wenn der Versicherer im Leistungsfall mit schlechten Bedingungen die Zahlung verzögern oder verweigern kann. Plattformen für unabhängige Vergleiche und Verbraucherschutzorganisationen können hier wertvolle Orientierung bieten.
Ein absolutes Muss: die vollständige und wahrheitsgemäße Beantwortung aller Gesundheitsfragen. Auch wenn es verlockend erscheint, eine Vorerkrankung zu verschweigen – im Leistungsfall kann der Versicherer den Vertrag anfechten und die Leistung verweigern. Besonders bei psychischen Erkrankungen, die in der Vorgeschichte liegen, ist es ratsam, vorab eine anonyme Risikovoranfrage zu stellen, bevor du einen formellen Antrag einreichst. So erfährst du, zu welchen Konditionen du versicherbar bist, ohne gleich einen Ablehnungsvermerk in deiner Versicherungsakte zu riskieren. Bei Unsicherheiten lohnt sich unabhängige Beratung – zum Beispiel bei einem zugelassenen Versicherungsmakler oder einer Verbraucherzentrale – bevor du eine langfristige Entscheidung triffst.
Fazit: Erst absichern, dann vorsorgen – und den Bedarf genau kennen
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Häufige Fragen
Der Hauptunterschied liegt in der steuerlichen Behandlung und der Verwendung der Altersvorsorge. Bei einer selbstständigen BU zahlen Sie Beiträge, die nur begrenzt als sonstige Vorsorgeaufwendungen absetzbar sind, und die Rente ist in der Auszahlungsphase mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Bei einer BU mit Basisrente (auch als Basisrente mit BU-Komponente bezeichnet) sind die Beiträge im Rahmen der Höchstgrenzen als Sonderausgaben absetzbar, aber die spätere BU-Rente ist in voller Höhe steuerpflichtig, und das angesparte Kapital wird als lebenslange Rente versteuert.
Ob sich eine BU mit Basisrente lohnt, hängt stark von Ihrer individuellen Steuersituation und Ihrem Berufsrisiko ab. Für Gutverdiener mit hoher Steuerlast kann der steuerliche Abzug der Beiträge attraktiv sein, da Sie so Ihre Steuerlast senken können. Allerdings müssen Sie bedenken, dass die spätere Rente voll versteuert wird und die Basisrente weniger flexibel ist als eine selbstständige BU, etwa bei Kündigung oder Beitragsfreistellung.
Nein, eine Basisrente (auch Rürup-Rente genannt) können Sie nicht kündigen und sich das angesparte Kapital auszahlen lassen. Das eingezahlte Geld ist für die Verrentung in der Rentenphase gebunden, und eine vorzeitige Auszahlung ist gesetzlich ausgeschlossen. Sie können die Beiträge zwar beitragsfrei stellen, aber das Kapital bleibt bis zum Rentenbeginn in der Versicherung gebunden.
Die Beiträge zur Basisrente können Sie als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung absetzen, wobei der absetzbare Höchstbetrag jährlich steigt und für das Jahr 2026 bei einem bestimmten Prozentsatz des Höchstbetrags liegt. Für die BU-Komponente innerhalb der Basisrente gelten die gleichen Abzugsregeln, aber der Gesamtbetrag aller Basisrentenbeiträge ist gedeckelt. Die genauen Werte entnehmen Sie bitte der aktuellen Steuertabelle oder Ihrem Steuerberater, da sie sich jährlich anpassen.
Grundsätzlich gilt: Je früher Sie eine BU abschließen, desto besser, da der Gesundheitszustand in jungen Jahren meist gut ist und die Beiträge niedriger sind. Ein Abschluss mit Anfang 20 oder 30 ist ideal, aber auch später ist ein Abschluss möglich, solange Sie gesund sind und die Gesundheitsprüfung bestehen. Je älter Sie werden, desto höher werden die Beiträge und desto wahrscheinlicher sind Ausschlüsse oder Risikozuschläge.
Wenn Sie berufsunfähig werden und eine BU-Rente beziehen, wird diese Rente in der Regel auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente angerechnet, was Ihre Gesamtabsicherung erhöht. Ihre private Altersvorsorge, wie eine Basisrente oder Riester-Rente, läuft in der Regel weiter, und Sie müssen die Beiträge aus Ihrer BU-Rente oder anderen Einkünften weiterzahlen, sofern Sie keine Beitragsbefreiung vereinbart haben. Viele BU-Tarife bieten eine Beitragsbefreiung im Leistungsfall an, die die Beiträge zur Altersvorsorge übernimmt, aber das müssen Sie vertraglich prüfen.
Bei der Gesundheitsprüfung müssen Sie alle Fragen zu Vorerkrankungen, aktuellen Beschwerden und Behandlungen wahrheitsgemäß beantworten. Verschweigen Sie etwas, riskieren Sie im Leistungsfall den Verlust des Versicherungsschutzes wegen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung. Die Versicherer fragen in der Regel nach den letzten fünf bis zehn Jahren, und je nach Tarif kann eine ärztliche Untersuchung oder eine Einsicht in Ihre Krankenakte verlangt werden.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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