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FinanzenVersicherung 10 Unnoetige Versicherungen
Finanzbildung109 Min.

10 unnötige Versicherungen Was Studierende getrost kündigen können

Welche Versicherungen brauchst du als Student wirklich nicht? Die 10 unnötigsten Policen im Check – spare Geld und schieb's in sinnvolle Absicherung.

ÜberversichertRechnerWarum Studierende
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Eltern schließen Policen für Kinder ab, die im Studium längst obsolet sind.
  • Verkaufsdruck in Banken, Kaufhäusern und Online-Shops führt zu Impulskäufen.
  • Geringes Einkommen im Studium macht jede vermeidbare monatliche Ausgabe teuer.
  • Überblick schaffen: Alle bestehenden Policen einmal auflisten und Nutzen hinterfragen.

Überversichert im Alltag: Diese Policen kosten Sie Geld, das Sie nicht haben

Viele schließen Policen ab, die längst obsolet sind.

Wer im Alltag sparen muss, hat selten üppig Geld zur Verfügung – und zahlt trotzdem oft für Versicherungen, die kaum oder gar keinen echten Schutz bieten. Handyversicherung, Reisegepäckpolice, Brillenversicherung, Restschuldversicherung: Viele dieser Verträge wurden unreflektiert abgeschlossen, leisten im Ernstfall wenig und kosten monatlich bares Geld. Die gute Nachricht: Wer die richtigen Policen identifiziert und kündigt, spart sofort – und kann dieses Geld für wirklich wichtige Absicherungen nutzen.

Auf einen Blick: Verbraucher sind häufig überversichert, weil frühzeitig Policen abgeschlossen werden, Verkäufer an der Kasse zum Impulskauf verleiten und das Angebot an Kleinstversicherungen riesig ist. Handyversicherung, Brillenversicherung, Kaufpreisschutz und Restschuldversicherung gehören zu den unnötigsten Policen für viele Menschen. Welche Versicherungen Sie wirklich brauchen – und welche Sie getrost kündigen können – erfahren Sie auf dieser Seite.

AUF EINEN BLICK

  • Verkaufsdruck in Banken, Kaufhäusern und Online-Shops führt zu Impulskäufen.
  • Ein begrenztes Budget macht jede vermeidbare monatliche Ausgabe teuer.
  • Überblick schaffen: Alle bestehenden Policen einmal auflisten und Nutzen hinterfragen.

Rechner: Wie viel Absicherung brauchst du?

Schätze deinen monatlichen Bedarf mit den Reglern – Orientierung, kein Angebot.

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Warum viele Menschen besonders oft überversichert sind

1. Handyversicherung – meist teuer, Leistungsausschlüsse zahlreich, Selbstbeteiligung hoch.

Angehörige meinen es gut: Noch bevor der Nachwuchs die erste eigene Wohnung bezieht, wurden über Jahre hinweg Policen abgeschlossen – Unfallversicherung ab dem Kindesalter, eine Lebensversicherung als Sparprodukt, vielleicht sogar eine Brillenversicherung, sobald die erste Sehhilfe verschrieben wurde. Im Laufe des Lebens sind viele dieser Verträge schlicht nicht mehr zeitgemäß oder wurden durch bessere gesetzliche Regelungen ohnehin überflüssig. Das Problem: Niemand hat den Überblick, niemand kündigt, und Monat für Monat fließen Beiträge ab, die besser angelegt wären.

Hinzu kommt der Verkaufsdruck in Banken, Kaufhäusern und Online-Shops. Wer ein neues Smartphone kauft, wird an der Kasse oder im Checkout-Prozess fast reflexartig nach einer Handyversicherung gefragt. Wer einen Konsumkredit aufnimmt, bekommt die Restschuldversicherung häufig als scheinbar selbstverständliches Paket präsentiert. Dieser Verkaufsmechanismus funktioniert deshalb so gut, weil er im Moment einer Kaufentscheidung ansetzt – einem Zeitpunkt, an dem die Risikowahrnehmung besonders hoch ist und kritisches Nachdenken selten stattfindet.

Für viele Verbraucher:innen ist dieser Effekt besonders teuer. Wer mit einem Nebenverdienst an der Minijob-Grenze von 603 Euro im Monat (Stand 2026) wirtschaftet, für den ist jeder überflüssige Monatsbeitrag von fünf, acht oder zehn Euro eine reale Belastung. Über ein ganzes Jahr hinweg summieren sich selbst kleine Beträge zu einer spürbaren Summe. Deshalb lohnt es sich, einmal grundsätzlich aufzuräumen: Alle bestehenden Versicherungsverträge auflisten, den monatlichen Beitrag notieren und ganz nüchtern fragen: Welchen Schaden würde ich absichern – und ist dieser Schaden wahrscheinlich und teuer genug, um die Prämie zu rechtfertigen?

Der entscheidende Maßstab bei jeder Versicherungsentscheidung lautet: Eine Versicherung lohnt sich dann, wenn ein Schaden existenzbedrohend oder finanziell nicht selbst tragbar wäre. Ein kaputtes Smartphone ist ärgerlich, aber es ist kein existenzielles Risiko. Eine Berufsunfähigkeit schon. Wer diesen Filter konsequent anwendet, wird schnell merken, dass viele Policen im Versicherungsordner dem Test nicht standhalten.

AspektWorauf es ankommt
1. Handyversicherungmeist teuer, Leistungsausschlüsse zahlreich, Selbstbeteiligung hoch.
2. ReisegepäckversicherungHausratversicherung deckt Gepäck oft bereits ab; Doppelabsicherung prüfen.
3. BrillenversicherungPrämien übersteigen häufig den realen Nutzwert über die Laufzeit.
4. Restschuldversicherung (Konsumkredit)fast immer überteuert, Leistungsfälle eng definiert.
5. Reiserücktrittsversicherung per Kreditkarte + separater Police – Doppelschutz ohne Mehrwert.,
6. Sterbegeldversicherungals Berufseinsteiger ohne Unterhaltsberechtigte in der Regel nicht nötig.

Die 10 unnötigsten Versicherungen – und warum sie oft nicht lohnen

Typische Ausschlüsse: Diebstahl aus unbeaufsichtigtem Rucksack, Vorschäden, Grob­fahrlässigkeit.

Die folgende Übersicht zeigt, welche Versicherungsarten Verbraucher:innen besonders oft haben – und warum diese Policen in den meisten Fällen mehr kosten als sie nützen. Die ausführliche Analyse der wichtigsten Vertreter folgt in den Detailabschnitten.

1. Handyversicherung – Prämien oft hoch, Leistungsausschlüsse zahlreich, Selbstbeteiligung häufig erheblich. Diebstahl aus dem unbeaufsichtigten Rucksack ist ein klassischer Ausschluss.
2. Reisegepäckversicherung – Eine bestehende Hausratversicherung mit Außenversicherungsklausel deckt Reisegepäck häufig bereits ab. Doppelabsicherung prüfen, bevor eine separate Police bezahlt wird.
3. Brillenversicherung – Die jährlichen Prämien übersteigen über die Laufzeit regelmäßig den realen Nutzwert, zumal Leistungen oft erst nach einer Wartezeit und nur bei bestimmten Dioptrien-Änderungen greifen.
4. Restschuldversicherung (Konsumkredit) – Fast immer überteuert, Leistungsfälle eng definiert, oft nicht transparent in den Kreditkosten ausgewiesen. Eine Ablehnung ist problemlos möglich.
5. Kaufpreisschutz / Garantieverlängerung – EU-weite gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren besteht bereits automatisch. Eine zusätzliche Police ist in den allermeisten Fällen überflüssig.
6. Private Unfallversicherung (ohne BU) – Deckt ausschließlich Unfälle ab, nicht Krankheiten als Ursache für Berufsunfähigkeit. Wer eine BU hat, braucht die Unfallversicherung in der Regel nicht.
7. Sterbegeldversicherung – Für Menschen ohne finanzielle Abhängige praktisch ohne Nutzen. Die Prämien zahlen oft mehr ein, als die Versicherungssumme abdeckt.
8. Reiserücktrittsversicherung (Dauervertrag) – Einmalverträge für konkrete Reisen sind deutlich günstiger als Jahrespolicen, sofern man nicht sehr häufig verreist.
9. Tierhaarallergiker-Spezialversicherungen und andere Nischenprodukte – Hochspezialisierte Policen, die auf sehr unwahrscheinliche Szenarien zugeschnitten sind und für Normalverbraucher keinen Mehrwert bieten.
10. Rechtsschutzversicherung ohne konkreten Bedarf – Sinnvoll nur bei spezifischer Risikolage (z. B. als Vermieter oder Arbeitnehmer); ohne eigenes Arbeitsverhältnis und ohne Mietstreitigkeiten oft entbehrlich.

AUF EINEN BLICK

  • Alternative: Smartphone unter Hausrat-Außenversicherung prüfen; Selbstbeteiligung vergleichen.
  • Fazit: Für die meisten Verbraucher:innen lohnt sich Selbsttragen des Risikos finanziell mehr.

Handyversicherung: Warum der Schutz im Kleingedruckten verschwindet

Restschuldversicherung wird beim Kreditabschluss oft aufgedrängt – Ablehnung ist problemlos möglich.

Die Handyversicherung ist das Paradebeispiel einer Versicherung, die sich gut verkauft, aber im Ernstfall oft enttäuscht. Das liegt nicht daran, dass es grundsätzlich keine sinnvollen Policen gäbe – sondern daran, dass typische Schadensfälle von Verbraucher:innen systematisch von häufigen Ausschlüssen erfasst werden. Diebstahl aus einem unbeaufsichtigten Rucksack im Café? In vielen Policen ausgeschlossen. Displayschaden durch grobe Fahrlässigkeit – also das Handy schlicht aus der Hand fallen lassen? Ebenfalls oft nicht versichert oder nur gegen erhebliche Aufpreis-Klausel.

Hinzu kommt die Selbstbeteiligung. Bei vielen Tarifen liegt sie bei einem nicht unerheblichen Betrag je Schadensfall, sodass die Versicherung erst bei größeren Reparaturen oder einem Totalschaden eines hochpreisigen Geräts wirklich einspringt. Wer ein älteres oder mittelklassiges Smartphone nutzt, zahlt möglicherweise über zwei Jahre Prämien, die den Zeitwert des Geräts übersteigen. Das ist kein Schutz – das ist ein schlechtes Finanzgeschäft.

Die sinnvollere Alternative: Prüfen, ob die eigene Hausratversicherung eine Außenversicherungsklausel enthält. Manche Hausratpolicen decken Elektronik außerhalb der Wohnung ab – manchmal sogar weltweit. Wer noch keine Hausratversicherung hat, sollte zunächst kalkulieren, ob der Wert des gesamten Hausrats eine solche Police rechtfertigt. Für Personen in möblierten Mietverhältnissen mit wenig eigenem Hausrat kann der Abschluss einer schlanken Hausratpolice mit Außenversicherung günstiger und deutlich umfassender sein als eine separate Handyversicherung. Und wer das Risiko finanziell selbst tragen kann – weil das Gerät nicht neu oder besonders hochpreisig ist – sollte ernsthaft erwägen, gar keine Geräteversicherung abzuschließen und stattdessen einen kleinen Notgroschen aufzubauen.

AUF EINEN BLICK

  • Kaufpreisschutz/Garantieverlängerung: EU-weite gesetzliche Gewährleistung besteht bereits – zusätzliche Police selten nötig.
  • Verbraucherzentrale-Empfehlung: Widerspruchs- und Widerrufsrecht nutzen.

Restschuldversicherung und Kaufpreisschutz: Wenn Schutz zum Verkaufsargument wird

Gesetzliche Unfallversicherung gilt für Verbraucher auf dem Weg zur Arbeit und im beruflichen Umfeld.

Wer als Verbraucher einen Ratenkredit aufnimmt – etwa für ein Auto, eine neue Küche oder einen Umzug – bekommt beim Kreditabschluss häufig eine Restschuldversicherung angeboten, manchmal sogar als Standard-Option vorausgewählt. Diese Police soll einspringen, wenn der Kreditnehmer durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod die Raten nicht mehr bedienen kann. Klingt sinnvoll – ist aber in der Praxis für Verbraucher fast immer eine schlechte Investition. Die Leistungsfälle sind eng definiert: Kurzfristige Jobverluste oder Einkommenseinbußen fallen oft gar nicht unter die Police, und die Beiträge erhöhen den effektiven Jahreszins des Kredits erheblich, ohne dass dies immer transparent ausgewiesen wird.

Wichtig zu wissen: Das Ablehnen einer Restschuldversicherung darf sich grundsätzlich nicht negativ auf die Kreditentscheidung auswirken. Wer die Police nicht möchte, kann sie schlicht ablehnen oder – sofern sie bereits abgeschlossen wurde – innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist zurücktreten. Die Verbraucherzentralen empfehlen ausdrücklich, das Widerspruchs- und Widerrufsrecht bei aufgedrängten Versicherungsprodukten konsequent zu nutzen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Kaufpreisschutz oder der Garantieverlängerung, die beim Kauf von Elektronik, Haushaltsgeräten oder Möbeln gerne mitangeboten werden. Was viele nicht wissen: In Deutschland – und EU-weit – besteht eine gesetzliche Gewährleistungspflicht des Verkäufers von zwei Jahren ab Kaufdatum. Diese Gewährleistung gilt unabhängig von jeder zusätzlichen Police und deckt Sachmängel ab, die bereits zum Zeitpunkt der Übergabe vorlagen. Eine kostenpflichtige Garantieverlängerung bringt in der Praxis oft kaum zusätzlichen Mehrwert – und wenn doch, dann meist zu einem Preis, der in keinem vernünftigen Verhältnis zum abgesicherten Risiko steht. Fazit: Diese Produkte sind fast immer unnötig und sollten konsequent abgelehnt werden.

AUF EINEN BLICK

  • Private Unfallversicherung schützt nur bei Unfällen, nicht bei Krankheit – BU-Police deckt beides ab.
  • Wer bereits eine BU-Absicherung hat, braucht die private Unfallversicherung in den meisten Fällen nicht zusätzlich.
  • Ausnahme: Hochrisiko-Hobbys (Klettern, Motorrad) – individuell prüfen.

Private Unfallversicherung: Wann sie sinnvoll ist – und wann nicht

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Besonders günstig in jungen Jahren abschließbar – wichtigste Absicherung für Berufseinsteiger und junge Menschen.

Viele Verbraucher haben noch eine private Unfallversicherung, die in der Kindheit abgeschlossen wurde. Diese Police sichert Invalidität oder Tod infolge eines Unfalls ab. Was dabei oft übersehen wird: Auf dem Weg zur Arbeit, im Büro und in betrieblichen Einrichtungen bist du bereits über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert – also ohne eigene Prämie. Diese gesetzliche Absicherung greift für Wegeunfälle und Unfälle im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit.

Noch wichtiger ist der strukturelle Unterschied zwischen privater Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Die private Unfallversicherung leistet ausschließlich bei Unfällen – also wenn ein äußeres Ereignis körperlichen Schaden verursacht. Erkrankungen wie psychische Störungen, Rückenprobleme oder onkologische Erkrankungen – die in der Praxis die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind – sind von der Unfallversicherung grundsätzlich nicht abgedeckt. Eine BU-Police hingegen greift unabhängig von der Ursache, wenn die Arbeitsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt ist. Wer also bereits eine BU hat, braucht die private Unfallversicherung in der Regel nicht zusätzlich.

Eine Ausnahme besteht für Menschen mit risikoreichen Hobbys: Wer Motorrad fährt, ambitioniert klettert oder Kampfsport betreibt, trägt ein statistisch erhöhtes Unfallrisiko. In diesen Fällen kann eine sorgfältig ausgewählte Unfallversicherung – mit guter Invaliditätsleistung und ausreichend hoher Versicherungssumme – eine sinnvolle Ergänzung zur BU sein. Aber auch hier gilt: Erst prüfen, ob die BU-Police bereits Unfälle mitabdeckt und welche Leistungen im konkreten Fall greifen würden.

AspektWorauf es ankommt
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Besonders günstig in jungen Jahren abschließbar – wichtigste Absicherung für Berufseinsteiger und junge Menschen.,
Privathaftpflichtversicherung: Absolutes Mussoft schon günstig als Einsteigertarif erhältlich.
Krankenversicherung: PflichtGKV über den Arbeitgeber oder günstige Tarife für Selbstständige nutzen.
Hausratversicherung: Je nach Wohnsituation sinnvoll – Außenversicherungsklausel beachten.,
Faustregel: Lieber wenige sinnvolle Policen vollständig bezahlen als viele überflüssige Verträge schleppen.,

Was du mit dem gesparten Geld wirklich absichern solltest

Schritt 1: Alle Policen sammeln (E-Mail-Suche, Kontoauszüge, Unterlagen durchsehen).

Wer überflüssige Policen kündigt, gewinnt nicht nur monatlich Spielraum – er schafft auch die Grundlage dafür, wichtige Absicherungen anzugehen, die im Alltag häufig fehlen. An erster Stelle steht die Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein früher Abschluss ist der ideale Zeitpunkt: Der Gesundheitszustand ist in der Regel gut, was zu niedrigeren Prämien und weniger Risikoausschlüssen führt. Gleichzeitig fehlt zu Beginn des Berufslebens noch jede staatliche BU-Absicherung durch die gesetzliche Rentenversicherung, da kaum Beitragsjahre vorhanden sind. Eine Berufsunfähigkeit ohne eigene Absicherung kann deshalb besonders schnell zur finanziellen Katastrophe werden – frühes Handeln zahlt sich buchstäblich aus.

Zweite Priorität hat die Privathaftpflichtversicherung. Sie ist für nahezu jeden unverzichtbar: Wer aus Versehen einem anderen Menschen oder dessen Eigentum einen Schaden zufügt, haftet im schlimmsten Fall mit seinem gesamten zukünftigen Vermögen. Für junge Leute sind günstige Policen erhältlich, die dieses Risiko umfassend abdecken. Viele sind noch in der Familienpolice der Eltern mitversichert – das sollte unbedingt geprüft werden, bevor eine eigene Police abgeschlossen wird.

Ebenso wichtig ist natürlich die Krankenversicherung – diese ist in Deutschland für alle Pflicht. Wer noch über die Eltern familienversichert ist und die Altersgrenze noch nicht überschritten hat, profitiert von dieser beitragsfreien Absicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der allgemeine GKV-Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent, hinzu kommt ein kassenbezogener Zusatzbeitrag – der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz liegt 2026 bei 2,9 Prozent (mit einer Spanne von etwa 2,2 bis 4,3 Prozent je nach Kasse). Wer nicht mehr familienversichert ist, sollte die günstigere GKV-Option für freiwillig Versicherte nutzen, die in der Regel deutlich günstiger ist als der reguläre Tarif.

Die Hausratversicherung schließlich ist situationsabhängig: Wer in einer kleinen Wohnung mit wenig persönlichem Eigentum lebt, braucht sie möglicherweise nicht. Wer eine eigene Wohnung mit hochwertiger Einrichtung und Elektronik bezieht, sollte sie prüfen – und dabei besonders auf die Außenversicherungsklausel achten, die Schutz unterwegs bietet und eine separate Handyversicherung überflüssig machen kann.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Für jede Police Leistung, Beitrag und Restlaufzeit notieren.
  • Schritt 3: Kündigungsfristen beachten – meist zum Ablauf des Versicherungsjahres mit Frist.
  • Schritt 4: Kündigung schriftlich (Brief oder E-Mail mit Eingangsbestätigung) an Versicherer.
  • Schritt 5: Eingesparten Beitrag sofort in sinnvolle Absicherung oder Sparen umleiten.

Versicherungen kündigen: So gehst du Schritt für Schritt vor

Mythos 1: 'Viel hilft viel' – mehr Policen bedeuten nicht mehr Schutz, oft nur Überschneidungen.

Bevor du kündigst, brauchst du einen vollständigen Überblick. Schritt eins ist deshalb das Sammeln aller bestehenden Policen. Durchsuche dein E-Mail-Postfach nach Begriffen wie „Versicherung", „Police" oder „Beitrag". Schau in deine Kontoauszüge der letzten zwölf Monate: Welche regelmäßigen Abbuchungen tauchen auf, die du keiner konkreten Versicherung zuordnen kannst? Frage außerdem deine Familienangehörigen, ob sie in deinem Namen oder für dich Verträge abgeschlossen haben, die du gar nicht kennst. Dieser erste Schritt fühlt sich aufwendig an – ist aber der entscheidende Moment, in dem viele Menschen zum ersten Mal realisieren, wie viel Geld unbemerkt abfließt.

Im zweiten Schritt notierst du für jede Police drei Informationen: Was leistet sie konkret (welcher Schaden wird abgesichert)? Wie hoch ist der monatliche oder jährliche Beitrag? Und wann läuft der Vertrag aus beziehungsweise gibt es eine Mindestlaufzeit? Mit dieser Tabelle kannst du den Nutzwert jeder Police nüchtern einschätzen. Wende den oben genannten Filter an: Ist der abgesicherte Schaden existenzbedrohend oder finanziell nicht selbst tragbar? Wenn nein, ist die Police ein Kandidat für die Kündigung.

Dritter Schritt: Kündigungsfristen beachten. Die meisten Versicherungsverträge laufen über ein Versicherungsjahr und können mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Manche Policen erlauben auch eine außerordentliche Kündigung nach einem Schadensfall oder nach einer Beitragserhöhung. Lies dazu die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) oder kontaktiere den Versicherer direkt und frage nach dem frühestmöglichen Kündigungstermin.

Schritt vier ist die Umsetzung: Kündige schriftlich – per Brief oder per E-Mail mit der Bitte um Eingangsbestätigung. Nenne in der Kündigung deinen vollständigen Namen, deine Versicherungsnummer, das gewünschte Kündigungsdatum und bitte ausdrücklich um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung. Hebe diese Bestätigung auf. Ein einfaches Kündigungsschreiben mit diesen Informationen reicht in aller Regel vollkommen aus – juristische Formulierungskenntnisse sind nicht notwendig.

AUF EINEN BLICK

  • Mythos 2: 'Die Versicherung zahlt in aller Regel' – Ausschlüsse und Obliegenheiten schränken Leistung stark ein.
  • Mythos 3: 'Kündigen ist kompliziert' – ein kurzes Schreiben reicht in aller Regel aus.
  • Mythos 4: 'Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist unnötig' – gerade in jungen Jahren sind Gesundheitszustand und Beitrag optimal.

Häufige Mythen rund um Versicherungen

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Mythos Nummer eins lautet: „Viele Versicherungen bedeuten viel Schutz." Das Gegenteil ist oft wahr. Wer mehrere Policen hat, die sich inhaltlich überschneiden, zahlt doppelt – aber kassiert im Schadensfall trotzdem nicht doppelt. Bei einer Doppelversicherung leisten beide Versicherer gemeinsam nur bis zur tatsächlichen Schadenshöhe. Wer also sowohl eine Hausratversicherung mit Außenversicherung als auch eine Handyversicherung hat und sein Handy stehlen lässt, bekommt nicht zweimal den Ersatzwert ausgezahlt – sondern insgesamt einmal, aufgeteilt zwischen den Versicherern. Die zweite Prämie war schlicht umsonst.

Mythos zwei: „Die Versicherung zahlt bei Schaden immer." Versicherungsverträge enthalten Ausschlüsse, Obliegenheiten und Selbstbehalte, die die Leistung stark einschränken können. Wer grob fahrlässig handelt, wer eine Obliegenheit verletzt (z. B. einen Schaden nicht rechtzeitig meldet) oder wessen Schaden in einen Ausschlusstatbestand fällt, erhält möglicherweise gar keine oder nur eine anteilige Leistung. Das Kleingedruckte ist deshalb tatsächlich relevant – und zeigt häufig, dass der vermeintliche Schutz deutlich enger ist als erwartet.

Mythos drei: „Kündigen ist kompliziert und riskant." In der Realität ist eine Versicherungskündigung einer der einfachsten Vorgänge im Vertragsrecht. Ein kurzes Schreiben mit den Grundangaben genügt. Niemand kann dir eine Kündigung grundsätzlich verweigern, sofern du Fristen und Laufzeiten beachtest. Und niemand kann dich für das Kündigen einer Police benachteiligen – etwa bei künftigen Abschlüssen bei anderen Anbietern.

Mythos vier: „Eine BU-Versicherung brauche ich noch nicht – das hat Zeit." Dieser Irrtum ist der teuerste. Je früher eine BU abgeschlossen wird, desto niedriger sind die monatlichen Beiträge – weil das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand direkt in die Kalkulation einfließen. Wer in jungen Jahren noch kerngesund ist, kann eine BU-Police zu vergleichsweise günstigen Konditionen und ohne Risikoausschlüsse abschließen. Wer wartet, bis vielleicht eine Vorerkrankung dazukommt oder das Alter steigt, zahlt deutlich mehr – oder bekommt bestimmte Risiken gar nicht abgesichert. Früh günstig beginnen ist die klügste BU-Strategie.

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Häufige Fragen

In Deutschland brauchst du vor allem eine Krankenversicherung, die Pflicht ist. Daneben sind eine private Haftpflichtversicherung und gegebenenfalls eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, da diese existenzielle Risiken abdecken. Eine Hausratversicherung ist nur relevant, wenn du eigene wertvolle Einrichtung besitzt.

Bist du unter 25 Jahren und in einer Erstausbildung, kannst du über deine Eltern familienversichert sein, sofern dein eigenes Einkommen die gesetzliche Grenze nicht überschreitet. Diese Grenze wird regelmäßig angepasst und gilt für das gesamte Kalenderjahr. Wenn du älter bist oder eine Zweitausbildung absolvierst, endet die Familienversicherung in der Regel.

Eine Handyversicherung lohnt sich meist nur für sehr teure Geräte oder wenn du ein hohes Risiko für Schäden hast, etwa durch häufige Stürze. Die monatlichen Beiträge und Selbstbeteiligungen summieren sich oft über die Vertragslaufzeit, sodass sie die Reparaturkosten übersteigen. Prüfe vorher, ob deine Hausrat- oder Haftpflichtversicherung bereits Schäden am Handy abdeckt.

Als volljährige Person kannst du Verträge, die für dich abgeschlossen wurden, grundsätzlich selbst kündigen, sofern du Vertragspartner bist. Bei Verträgen, die deine Eltern auf ihren Namen abgeschlossen haben, musst du sie bitten, die Kündigung zu veranlassen. Beachte die Kündigungsfristen, die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen stehen.

Die Unfallversicherung zahlt nur bei Unfällen, also plötzlichen äußeren Ereignissen, und leistet bei Invalidität oder Tod. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dich dagegen, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst, unabhängig von der Ursache. Die BU ist daher umfassender und für die Absicherung deiner Arbeitskraft wichtiger.

Eine Reisegepäckversicherung ist nur in seltenen Fällen sinnvoll, etwa wenn du sehr teures Equipment mitführst oder in Länder mit hoher Diebstahlgefahr reist. In den meisten Fällen deckt deine Hausratversicherung oder die Reiseversicherung der Kreditkarte bereits einen Teil der Schäden ab. Für normale Urlaubsreisen mit üblichem Gepäck ist sie meist überflüssig.

Bei Doppelversicherungen greift das Bereicherungsverbot: Du kannst Schäden nur einmal ersetzt bekommen, nicht mehrfach. Die Versicherer teilen sich die Kosten im Verhältnis ihrer Verträge, sodass du am Ende nicht mehr als den tatsächlichen Schaden erhältst. Du solltest überflüssige Policen kündigen, um unnötige Beiträge zu sparen.

Das beste Alter für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist so früh wie möglich, idealerweise mit Beginn der Ausbildung oder des Berufslebens. Mit jungen Jahren sind die Beiträge niedriger und du hast noch keine gesundheitlichen Voreinträge, die zu Risikozuschlägen führen können. Je älter du wirst, desto teurer und schwieriger wird der Abschluss.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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