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Sparplan im Test: So findest du den passenden ETF-Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist ein einfacher Weg, um mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufzubauen. Dieser Test zeigt, worauf es bei Kosten, Flexibilität und Anbieterwahl ankommt.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • ETF-Sparpläne sind bereits ab einer Mindestsparrate von 1 bis 25 Euro möglich.
  • Die größten Kostenfaktoren sind Ausführungsgebühren und Depotgebühren, die bei Top-Angeboten komplett entfallen.
  • Eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren ist sinnvoll, um Renditeschwankungen auszugleichen.
  • Die automatische Abführung der Abgeltungsteuer übernimmt bei den meisten Anbietern das Depot.

01 · Grundlagen

Was ist ein ETF-Sparplan?

Ein ETF-Sparplan ist eine Daueranweisung an deine Bank oder deinen Broker, in festen Intervallen einen bestimmten Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds zu investieren.

Bei einem ETF-Sparplan erteilst du deiner Bank oder deinem Broker eine dauerhafte Anweisung, in festen Abständen einen bestimmten Geldbetrag in einen börsengehandelten Indexfonds zu investieren. Der Kauf erfolgt automatisch per Lastschrift von deinem Girokonto, ohne dass du dich um den richtigen Zeitpunkt kümmern musst.

Der Sparplan kauft unabhängig vom aktuellen Kurs. Dadurch investierst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger, was im Durchschnitt zu einem mittleren Kaufpreis führt. Diesen Effekt nennt man Cost-Average-Effekt.

Für den Einstieg genügen bei vielen Anbietern bereits 1 bis 10 Euro pro Monat. Andere Banken und Broker verlangen Mindestraten von 25 Euro oder mehr.

Kurz erklärt

ETF-Sparplan

Eine automatisierte Anlageform, bei der regelmäßig ein fester Geldbetrag in einen oder mehrere ETFs investiert wird. Der Kauf erfolgt über einen Lastschrifteinzug von deinem Girokonto.

Der Sparplan kauft unabhängig vom aktuellen Kurs, wodurch du im Durchschnitt zu einem mittleren Preis investierst.

02 · Kosten

Welche Kosten entstehen bei einem Sparplan?

Die Kosten eines Sparplans setzen sich aus den Ausführungskosten pro Sparrate und der jährlichen Depotgebühr zusammen. Beide können die Rendite über lange Zeiträume spürbar mindern.

Die Spanne reicht von dauerhaft kostenlosen Angeboten bis zu Modellen mit fixen Ordergebühren pro Ausführung. Bei einer Rate von 100 Euro entspricht eine Gebühr von 1 Euro bereits einem Abschlag von 1 Prozent auf die Sparrate.

  • Kostenlose Sparplan-Ausführung: 0 Euro pro Rate, kein Renditeabschlag.
  • Günstige Ordergebühr pro Ausführung: 0,99 Euro, bei 100 Euro Rate ein Abschlag von rund 1 Prozent.
  • Höhere Ordergebühr mit prozentualem Anteil: 4,95 Euro plus 0,25 Prozent, bei kleinen Raten besonders teuer.
  • Jährliche Depotgebühr: über 0 Euro, mindert die Rendite unabhängig von der Sparrate.

Typische Kostenpunkte im Sparplan-Vergleich

Kostenlose Sparplan-Ausführung0 EUR
Günstige Ordergebühr pro Ausführung0,99 EUR
Höhere Ordergebühr mit prozentualem Anteil4,95 EUR + 0,25 %
Jährliche Depotgebührüber 0 EUR

03 · Checkliste

Sparplan im Test: Die wichtigsten Kriterien

Ein guter Sparplan verbindet niedrige Kosten mit hoher Flexibilität. Entscheidend sind neben dem Preis auch die möglichen Sparraten und Intervalle.

Die folgenden Kriterien helfen dir, Angebote objektiv zu vergleichen. Achte besonders auf die ersten beiden Punkte, denn sie haben den größten Einfluss auf deine langfristige Rendite.

  • Keine Ausführungsgebühren für die Sparplanrate.
  • Keine laufende Depotgebühr oder ein kostenloses verknüpftes Girokonto.
  • Mindestsparrate von 1 bis 10 Euro möglich.
  • Mehrere Sparplan-Intervalle wie monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich wählbar.
  • Mehrere Ausführungstage im Monat zur Auswahl.
  • Lastschrifteinzug von einem externen Girokonto möglich.
  • Automatische Dynamisierung der Sparrate einstellbar.
  • Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen möglich.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten

01

Keine Ausführungsgebühren für die Sparplanrate

02

Keine laufende Depotgebühr oder ein kostenloses verknüpftes Girokonto

03

Mindestsparrate von 1 bis 10 Euro möglich

04

Mehrere Sparplan-Intervalle wie monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich

05

Mehrere Ausführungstage im Monat zur Auswahl

06

Lastschrifteinzug von einem externen Girokonto möglich

07

Automatische Dynamisierung der Sparrate einstellbar

08

Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen möglich

04 · Grundlagen

Welche Rolle spielt das Wertpapierdepot?

Für einen ETF-Sparplan benötigst du immer ein Wertpapierdepot. Es ist das Konto, auf dem deine gekauften ETF-Anteile verwahrt werden.

Ohne Depot kannst du keinen Sparplan einrichten.

Die Depotführung kann kostenlos sein oder eine jährliche Gebühr kosten. Bei einigen Anbietern ist ein verknüpftes Girokonto verpflichtend, was zusätzliche Kontoführungsgebühren auslösen kann. Prüfe deshalb vor der Eröffnung, ob du ein bestehendes Girokonto weiter nutzen kannst oder ein neues eröffnen musst.

Wer bereits ein Depot bei einer Bank oder einem Broker hat, muss nicht immer ein neues eröffnen, um einen preisgünstigen ETF-Sparplan abzuschließen. Ein kostenloses Depot ohne verpflichtendes Girokonto ist im Vergleich die flexibelste Lösung.

Kurz erklärt

Wertpapierdepot

Ein Konto zur Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren wie Aktien, Anleihen und ETFs. Es wird von Banken oder Online-Brokern geführt.

Die Depotführung kann kostenlos sein oder eine jährliche Gebühr kosten. Bei einigen Anbietern ist ein verknüpftes Girokonto verpflichtend.

05 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert das Bewertungs­schema im Test?

Ein transparentes Bewertungsschema hilft, die Angebote verschiedener Anbieter objektiv zu vergleichen. Es gewichtet Kosten, Angebotsumfang und Flexibilität.

Es gewichtet Kosten, Angebotsumfang und Flexibilität mit unterschiedlich vielen Punkten, sodass am Ende eine Gesamtbewertung zwischen 0 und 5 steht.

Die Kosten fließen mit bis zu 30 Punkten ein. Dabei zählen die Gebühr pro 100 Euro Sparrate und die Depotgebühr. Kostenlose Ausführungen und Depots erhalten die volle Punktzahl, während Gebühren über 5 Euro pro 100 Euro Sparrate null Punkte bringen.

Der Angebotsumfang wird ebenfalls mit bis zu 30 Punkten bewertet. Hier zählen die Anzahl der verfügbaren und der kostenlosen ETF-Sparpläne. Ein großes Angebot an kostenlosen Sparplänen ist ein Pluspunkt, weil du damit flexibel zwischen verschiedenen ETFs wechseln kannst.

Die Modalitäten machen mit bis zu 40 Punkten den größten Teil aus. Bewertet werden Dynamisierung, automatische Wiederanlage, Intervalle, Ausführungstage, Mindestsparrate, Banklizenz und Kundenservice. Die erreichten Punkte werden durch 20 geteilt und ergeben die Bewertung von 0 bis 5, wobei 5,0 die bestmögliche Note ist.

01

Kosten bewerten

Die Gebühr pro 100 Euro Sparrate und die Depotgebühr werden mit bis zu 30 Punkten bewertet. Kostenlose Ausführungen und Depots erhalten die volle Punktzahl.

02

Angebotsumfang prüfen

Die Anzahl der verfügbaren und der kostenlosen ETF-Sparpläne fließt mit bis zu 30 Punkten ein. Ein großes Angebot an kostenlosen Sparplänen ist ein Pluspunkt.

03

Modalitäten vergleichen

Flexibilität wie Dynamisierung, Wiederanlage, Intervalle, Ausführungstage und die Mindestsparrate werden mit bis zu 40 Punkten bewertet.

04

Gesamturteil bilden

Die erreichten Punkte werden in eine Bewertung von 0 bis 5 umgerechnet. Ein Ergebnis von 4,5 bis 5,0 gilt als hervorragend.

06 · Was gilt

Gemeinschafts­depot oder Einzeldepot: Was gilt?

Nicht jedes Depot eignet sich für zwei Personen. Ein Gemeinschaftsdepot kann für Paare sinnvoll sein, ist aber nicht bei jedem Anbieter möglich.

Es wird auf zwei Namen geführt und beide Personen können Aufträge erteilen.

Der steuerliche Vorteil liegt auf der Hand: Zusammenveranlagte Ehepaare können den Sparer-Pauschbetrag von 2000 Euro pro Jahr gemeinsam nutzen. Bei einem Einzeldepot gilt dagegen der Freibetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr.

  • Gemeinschaftsdepot: Depot läuft auf zwei Namen, beide Personen können handeln, Sparer-Pauschbetrag von 2000 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare nutzbar.
  • Einzeldepot: Depot läuft auf eine Einzelperson, nur der Kontoinhaber kann handeln, Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person gilt.

Gemeinschaftsdepot möglich

·Depot wird auf zwei Namen geführt
·Beide Personen können Aufträge erteilen

Nur Einzeldepot

·Depot läuft auf eine Einzelperson
·Nur der Kontoinhaber kann handeln

07 · Im Vertrag

Warum ist die Banklizenz des Anbieters wichtig?

Die Banklizenz gibt Aufschluss darüber, wie dein Geld und deine Wertpapiere geschützt sind. Sie ist ein Kriterium für die Seriosität eines Anbieters.

Anbieter mit eigener Banklizenz unterliegen der direkten Aufsicht durch die Finanzaufsicht und bieten in der Regel eine gesetzliche Einlagensicherung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto.

Guthaben auf dem Verrechnungskonto sind je nach Anbieter bis zu 100.000 Euro oder 500.000 Euro pro Person abgesichert. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und nicht von einer Bankenpleite betroffen, sie bleiben auch bei einer Insolvenz dein Eigentum.

Anbieter mit Sitz in der EU unterliegen europäischen Regeln zur Wertpapierverwahrung und Anlegerentschädigung. Broker ohne eigene Banklizenz arbeiten oft mit Partnerbanken zusammen, was den Schutz deiner Einlagen über die Partnerbank gewährleistet.

Banklizenz und Einlagensicherung

Eigene BanklizenzRegulierungAnbieter mit eigener Banklizenz unterliegen der direkten Aufsicht durch die Finanzaufsicht und bieten in der Regel eine gesetzliche Einlagensicherung für Guthaben auf dem Verrechnungskonto.
EinlagensicherungSchutzGuthaben auf dem Verrechnungskonto sind je nach Anbieter bis zu 100.000 Euro oder 500.000 Euro pro Person abgesichert. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und nicht von einer Bankenpleite betroffen.
Sitz in der EURechtsraumAnbieter mit Sitz in der EU unterliegen europäischen Regeln zur Wertpapierverwahrung und Anlegerentschädigung.

08 · Was gilt

Ausführungs­tage: Wann wird deine Sparrate investiert?

Die Ausführungstage bestimmen, an welchen Tagen im Monat dein ETF gekauft wird. Mehr Auswahltage geben dir mehr Kontrolle über den Kaufzeitpunkt.

Flexible Anbieter bieten mehrere Tage im Monat an, zum Beispiel den 1., 7., 15. und 23. Bis zu neun verschiedene Ausführungstage sind bei einigen Brokern möglich. Andere Anbieter legen nur einen festen Ausführungstag fest, was weniger Kontrolle über den Kaufkurs bedeutet.

  • Flexible Ausführung: mehrere Tage im Monat wählbar, Anpassung an den Gehaltseingang möglich.
  • Feste Ausführung: nur ein fester Tag im Monat, keine Anpassung an den Zahlungseingang möglich.

Flexible Ausführung

·Mehrere Tage im Monat wählbar, zum Beispiel der 1., 7., 15. und 23.
·Bis zu neun verschiedene Ausführungstage möglich
·Du kannst den Tag passend zu deinem Gehaltseingang wählen

Feste Ausführung

·Nur ein fester Ausführungstag im Monat
·Keine Anpassung an den Zahlungseingang möglich
·Weniger Kontrolle über den Kaufkurs

09 · Vergleich

Welche Sparrate und Laufzeit sind sinnvoll?

Die Höhe der Sparrate und die Laufzeit bestimmen maßgeblich dein Endvermögen. Schon kleine Beträge können über lange Zeiträume eine beachtliche Summe ergeben.

Ein Beispiel: Bei einer Spardauer von 40 Jahren bringen Monatsraten von 10 Euro bei einer Durchschnittsrendite von 6 Prozent pro Jahr ein Endvermögen von knapp 20.000 Euro. Wer mehr spart, hat am Ende entsprechend mehr Kapital.

Die Mindestsparrate liegt bei vielen Anbietern zwischen 1 und 10 Euro pro Monat, andere verlangen 25 Euro oder mehr. Die Maximalsparrate reicht oft bis 1.000 Euro pro Ausführung, bei einigen Brokern bis 5.000 Euro pro Ausführung.

Ein ETF-Sparplan sollte mindestens zehn Jahre laufen, besser mehrere Jahrzehnte. Die Renditeannahme von 6 Prozent pro Jahr ist eine Schätzung auf Basis langfristiger Aktienmarktentwicklungen und keine Garantie für die Zukunft.

Einfluss von Rate und Laufzeit auf das Endvermögen
Kleine RateHohe Rate
Mindestsparrate1 bis 10 Euro pro Monat25 Euro oder mehr pro Monat
Beispiel Endvermögen bei 40 Jahren LaufzeitKnapp 20.000 Euro bei 10 Euro monatlich und 6 % RenditeEntsprechend mehr Kapital bei höherer Rate
Empfohlene LaufzeitMindestens 10 Jahre, besser mehrere JahrzehnteMindestens 10 Jahre, besser mehrere Jahrzehnte

10 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Sparplan-Auswahl

Viele Anleger unterschätzen die langfristige Wirkung von Gebühren oder wählen einen zu kurzen Anlagehorizont. Diese Fehler lassen sich vermeiden.

Besonders teuer wird es, wenn du einen Sparplan mit hohen Ausführungsgebühren wählst, obwohl es kostenlose Alternativen gibt. Bei einer Rate von 100 Euro und einer Gebühr von 1 Euro pro Ausführung verlierst du bereits 1 Prozent deiner Sparrate, bevor das Geld überhaupt investiert ist.

Auch die jährliche Depotgebühr wird oft ignoriert. Sie mindert die Rendite unabhängig von der Sparrate und wirkt bei kleinen Raten überproportional stark. Ein kostenloses Depot ohne verpflichtendes Girokonto ist deshalb die beste Wahl.

  • Einen Sparplan mit hohen Ausführungsgebühren wählen, obwohl es kostenlose Alternativen gibt.
  • Die jährliche Depotgebühr ignorieren, die bei kleinen Raten die Rendite überproportional mindert.
  • Eine zu kurze Laufzeit von unter zehn Jahren einplanen und bei Kursschwankungen verkaufen.
  • Auf die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen verzichten und so den Zinseszinseffekt schwächen.
  • Die Sparrate nicht dynamisieren und damit die Inflation nicht ausgleichen.
  • Einen Anbieter ohne Lastschrifteinzug von einem externen Konto wählen und dadurch unflexibel bleiben.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Einen Sparplan mit hohen Ausführungsgebühren wählen, obwohl es kostenlose Alternativen gibt
·Die jährliche Depotgebühr ignorieren, die bei kleinen Raten die Rendite überproportional mindert
·Eine zu kurze Laufzeit von unter zehn Jahren einplanen und bei Kursschwankungen verkaufen
·Auf die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen verzichten und so den Zinseszinseffekt schwächen
·Die Sparrate nicht dynamisieren und damit die Inflation nicht ausgleichen
·Einen Anbieter ohne Lastschrifteinzug von einem externen Konto wählen und dadurch unflexibel bleiben

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026