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FinanzbildungMehr8 Min.

Mehr Geld fürs Bausparen So füllen Studierende & Berufseinsteiger ihren Bausparvertrag schneller

Wie Studierende & Berufseinsteiger mehr Geld für den Bausparvertrag bekommen: Wohnungsbauprämie, VL, Eigenleistung & smarte Spartipps. Jetzt Finanz-Score checken.

Mehr Geld fürsRechnerWarum Bausparen
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Bausparen kombiniert gezieltes Ansparen mit einem gesicherten Darlehensanspruch für spätere Immobilienfinanzierung.
  • Frühzeitiger Einstieg verlängert die Ansparphase und vergrößert die erreichbare Bausparsumme.
  • Staatliche Förderungen (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage) lassen sich nur nutzen, wenn das Konto aktiv bespart wird.
  • Gerade in der Studienphase mit geringen Einnahmen können kleine, regelmäßige Beiträge langfristig große Hebelwirkung entfalten.

Mehr Geld fürs Bausparen – so geht's wirklich

Bausparen kombiniert gezieltes Ansparen mit einem gesicherten Darlehensanspruch für spätere Immobilienfinanzierung.

Wer früh mit dem Bausparen beginnt, profitiert länger von Zinseszins, staatlichen Prämien und einem gesicherten Darlehensanspruch. Selbst mit einem schmalen Budget lassen sich staatliche Förderungen anzapfen – und das oft ohne großen Aufwand.

Kurz zusammengefasst: Mehr Geld in den Bausparvertrag fließt über drei Kanäle – staatliche Förderungen (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage, Riester-Zulage), Arbeitgeberbeiträge über vermögenswirksame Leistungen und die gezielte Steuerung eigener Einnahmen. Wer alle drei Hebel nutzt, füllt seinen Vertrag deutlich schneller – unabhängig davon, ob das Monatsbudget knapp oder komfortabler ist.

AUF EINEN BLICK

  • Frühzeitiger Einstieg verlängert die Ansparphase und vergrößert die erreichbare Bausparsumme.
  • Staatliche Förderungen (Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmer-Sparzulage) lassen sich nur nutzen, wenn das Konto aktiv bespart wird.
  • Gerade in der Anfangsphase mit geringen Einnahmen können kleine, regelmäßige Beiträge langfristig große Hebelwirkung entfalten.
  • Bausparverträge sind durch staatliche Einlagensicherung und regulierten Rahmen (BaFin) besonders sicher.

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Warum Bausparen für junge Erwachsene eine strategisch kluge Entscheidung ist

Die Wohnungsbauprämie (WoP) ist eine direkte staatliche Zulage auf eingezahlte Bausparleistungen – sie landet ohne Umweg auf dem Bausparvertrag.

Bausparen verbindet zwei Dinge, die sich eigentlich widersprechen: geduldiges Ansparen und die Planungssicherheit eines gesicherten Darlehens zu einem heute bereits festgelegten Zinssatz. Genau diese Kombination macht es für Berufseinsteiger und alle, die mit dem Sparen beginnen, so attraktiv. Wer einen Bausparvertrag früh abschließt, verlängert seine Ansparphase, vergrößert die am Ende erreichbare Bausparsumme und sichert sich einen Darlehenszins, der heute vertraglich zugesagt wird – unabhängig davon, wohin sich das Zinsniveau in zehn oder fünfzehn Jahren entwickelt.

Der Hebel kleiner, regelmäßiger Beiträge wird häufig unterschätzt. Gerade in Lebensphasen, in denen die Einnahmen überschaubar sind, zählt die Regelmäßigkeit mehr als die Höhe der einzelnen Einzahlung. Ein Dauerauftrag über einen Betrag, der spürbar unter den typischen Kosten eines Handyvertrags liegt, kann – konsequent durchgehalten – über mehrere Jahre eine solide Anspargrundlage aufbauen. Der Zinseszinseffekt ist dabei zwar im Bausparumfeld begrenzt, doch das Zusammenspiel aus Guthabenzins, staatlichen Prämien und Arbeitgeberbeiträgen ergibt in der Summe eine Rendite, die manches Tagesgeldkonto übersteigt.

Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt: Staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmer-Sparzulage können nur abgerufen werden, wenn der Vertrag aktiv bespart wird. Wer seinen Bausparvertrag „schlafen lässt", verschenkt bares Geld. Das Konto muss also lebendig bleiben – und dafür sind schon kleine, regelmäßige Einzahlungen ausreichend. Für Sparer:innen mit wenig zu versteuerndem Einkommen ist das ein besonderer Vorteil: Sie erfüllen die Einkommensgrenzen für staatliche Prämien fast automatisch.

Schließlich spielt die Lebensplanung eine Rolle. Wer früh anfängt zu sparen, hat realistischerweise zehn bis fünfzehn Jahre Zeit, bis eine eigene Immobilie konkret wird. Das ist genug Zeit, um eine Bausparsumme aufzubauen, die als Eigenkapitalergänzung oder direkte Finanzierungskomponente ins Gesamtbild passt. Frühzeitiger Einstieg ist kein Luxus – es ist Strategie.

AUF EINEN BLICK

  • Fördervoraussetzung: Einhaltung einer Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen), die für Alleinstehende und Verheiratete/Eingetragene Lebenspartner unterschiedlich hoch ist.
  • Prämiensatz und jährlicher Maximalbeitrag, auf den die Prämie gewährt wird, sind gesetzlich festgelegt und werden regelmäßig angepasst.
  • Sparer:innen mit geringem oder keinem Einkommen können häufig die Einkommensgrenze problemlos einhalten.
  • Antrag auf WoP wird über die Bausparkasse/den Jahressteuerbescheid gestellt – kein separater Behördengang nötig.

Wohnungsbauprämie: Wie Sie kostenlos mehr Geld in den Bausparvertrag bekommen

Wer berufstätig ist oder nebenbei arbeitet, kann vermögenswirksame Leistungen (VL) des Arbeitgebers in den Bausparvertrag fließen lassen.

Die Wohnungsbauprämie (WoP) ist eine direkte staatliche Zulage, die auf eingezahlte Bausparleistungen gewährt wird – sie landet, sobald bewilligt, unmittelbar auf dem Bausparvertrag. Kein Umweg über Steuererklärung, keine Verrechnung mit anderen Beträgen: Das Geld gehört dem Vertrag. Voraussetzung ist, dass das zu versteuernde Einkommen eine gesetzlich definierte Grenze nicht überschreitet. Alleinstehende und verheiratete bzw. eingetragene Lebenspartner werden dabei unterschiedlich behandelt.

Sparerinnen und Sparer mit geringem oder zeitweise gar keinem Einkommen unterschreiten diese Grenze in den meisten Fällen problemlos – gerade dann, wenn nur Teilzeitjobs, Renten oder Unterhaltszahlungen als Einnahmen vorliegen. Wer als Minijobber arbeitet und im Jahr nicht mehr als 7.236 € verdient, hat in der Regel ein zu versteuerndes Einkommen, das weit unter den relevanten WoP-Grenzen liegt. Die Prämie muss allerdings aktiv beantragt werden – sie erscheint nicht automatisch auf dem Konto. Das geschieht üblicherweise über einen jährlichen Antrag bei der Bausparkasse.

Prämiensatz und der jährliche Maximalbeitrag, auf den die Prämie berechnet wird, sind gesetzlich festgelegt und wurden zuletzt angehoben. Da sich diese Werte durch Gesetzesänderungen verändern können, empfiehlt es sich, die aktuell gültigen Beträge direkt beim Bundeszentralamt für Steuern oder der eigenen Bausparkasse zu erfragen. Was sich nicht ändert: Die grundlegende Mechanik, nach der ein Prozentsatz der eingezahlten Beiträge als Prämie hinzukommt, macht die WoP zu einer der einfachsten Formen staatlicher Sparförderung.

Ein häufiger Fehler ist, die Antragsfrist zu verpassen. Der Antrag auf Wohnungsbauprämie muss grundsätzlich innerhalb von zwei Jahren nach dem Sparjahr gestellt werden. Wer also für das Jahr 2024 Prämie beanspruchen möchte, hat bis Ende 2026 Zeit. Diese Frist klingt komfortabel – wird aber von vielen Sparenden schlicht vergessen. Eine jährliche Erinnerung im Kalender ist eine einfache, aber wirkungsvolle Gegenmaßnahme.

AUF EINEN BLICK

  • VL sind Bestandteil des Arbeitsvertrags; ein Anspruch besteht nur, wenn tarifvertragliche oder einzelvertragliche Regelung vorliegt.
  • Zusätzlich zur VL-Zahlung des Arbeitgebers kann bei Unterschreitung der Einkommensgrenze die Arbeitnehmer-Sparzulage (ANSpZ) beantragt werden.
  • ANSpZ-Fördersatz und Höchstbetrag sind gesetzlich definiert (§ 13 5. VermBG); Antrag erfolgt über die Einkommensteuererklärung.
  • Kombination von VL + WoP ist möglich und verdoppelt effektiv die staatliche Förderquote auf die eingezahlten Beträge.

Vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmer-Sparzulage: Fremdes Geld für den eigenen Vertrag

Sparrate-Optimierung: Auch kleine Beträge zählen – viele Bausparkassen akzeptieren Mindesteinlagen, die unter typischen Handyvertragskosten liegen.

Wer als Arbeitnehmer:in in Teilzeit oder Vollzeit beschäftigt ist, hat unter Umständen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL) des Arbeitgebers. VL sind Bestandteil des Arbeitsvertrags – ein gesetzlicher Anspruch auf eine bestimmte Höhe besteht nicht. Der Anspruch ergibt sich aus dem jeweils geltenden Tarifvertrag oder einer individuellen Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Lohnt sich also die Nachfrage, zumal VL häufig nicht automatisch ausgezahlt, sondern auf Antrag überwiesen werden.

Der entscheidende Vorteil: VL-Zahlungen des Arbeitgebers können direkt auf einen Bausparvertrag fließen. Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin muss dafür lediglich die entsprechenden Vertragsdaten beim Arbeitgeber hinterlegen. Der Bausparvertrag gilt als zulässige Anlageform im Sinne des Vermögensbildungsgesetzes (5. VermBG). Damit landet externes Geld im eigenen Vertrag – ohne dass eine eigene Einzahlung erforderlich ist.

Hinzu kommt ein weiterer staatlicher Hebel: die Arbeitnehmer-Sparzulage (ANSpZ). Wer die Einkommensgrenze für diese Förderung unterschreitet, kann einen Prozentsatz der angelegten VL-Beträge als Zulage zurückerhalten. Der Fördersatz und der zugrunde liegende Höchstbetrag sind in § 13 des 5. Vermögensbildungsgesetzes geregelt. Die ANSpZ wird nicht automatisch ausbezahlt – sie ist über die Einkommensteuererklärung zu beantragen, was für Arbeitnehmer:innen mit geringem Einkommen ohnehin häufig sinnvoll ist, da sie häufig zu viel Lohnsteuer gezahlt haben. Auch hier zahlt sich die Einkommensgrenze für Sparer:innen aus: Wer unter dem steuerlichen Grundfreibetrag von 12.348 € (ledig, 2026) bleibt, hat in der Regel keinerlei Steuerlast – und kommt damit für fast alle einkommensabhängigen Förderprogramme in Frage.

AUF EINEN BLICK

  • Sonderzahlungen nutzen: Steuerrückerstattung, Geburtstagsgeschenke, Bonus-Zahlungen gezielt auf den Bausparvertrag einzahlen.
  • Automatisierung: Dauerauftrag zum Monatsanfang sichert Regelmäßigkeit und verhindert, dass das Geld anderweitig ausgegeben wird.
  • Nebeneinnahmen systematisch kanalisieren: Honorartätigkeiten, Freelancing, Minijob – ein fester Prozentsatz fließt direkt ins Bausparen.
  • Haushaltsbuch-Methode: Kurzfristige Ausgabenanalyse deckt Einsparungspotenzial auf (Streaming, Essenslieferungen, Impulskäufe).

Eigenleistung erhöhen: Konkrete Wege für ein schmales Budget

Ein Riester-Bausparvertrag (Wohn-Riester) kombiniert Riester-Zulagen und -Steuervorteile mit der Bausparlogik.

Staatliche Förderungen sind hilfreich – aber sie allein füllen den Bausparvertrag nicht. Der entscheidende Hebel bleibt die eigene Einzahlungskonsequenz. Viele Bausparkassen akzeptieren Mindestmonatsbeiträge, die spürbar unter dem liegen, was ein durchschnittlicher Handyvertrag kostet. Wer diese Beträge per Dauerauftrag zum ersten des Monats einrichtet, schafft eine Automatisierung, die das Sparverhalten vom Tagesgeschäft entkoppelt. Das Geld ist weg, bevor es ausgegeben werden kann – dieses simple Prinzip ist einer der wirkungsvollsten Mechanismen im Bereich persönlicher Finanzen.

Sonderzahlungen sind ein weiterer, oft ungenutzter Kanal. Steuererstattungen – und die sind bei Menschen mit Nebenverdienst häufig überraschend hoch, weil zu viel Lohnsteuer einbehalten wurde – landen oft auf dem Girokonto und versickern im Alltag. Wer sich vorab entscheidet, einen festen Anteil solcher Einmalzahlungen direkt auf den Bausparvertrag zu überweisen, erhöht den Anspargrad deutlich, ohne die monatliche Liquidität dauerhaft zu belasten. Ähnliches gilt für Geburtstagsgeschenke, Prämien aus Nebenjobs oder Bonuszahlungen.

Wer Nebeneinnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit, einem Nebenjob oder einer Teilzeitstelle erzielt, kann diese systematisch kanalisieren: Ein fester Prozentsatz – zum Beispiel zehn bis fünfzehn Prozent jeder zusätzlichen Einnahme – geht direkt in den Bausparvertrag. Diese Methode ist einfacher umzusetzen als ein detaillierter Haushaltsplan, weil sie nicht auf Disziplin im Alltag angewiesen ist, sondern auf einer einmaligen Entscheidung basiert. Wer den Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde als Basis nimmt und zwanzig Stunden im Monat arbeitet, hat bereits monatliche Einnahmen, aus denen ein sinnvoller Bausparanteil ableitbar ist – ganz ohne Verzicht auf Grundbedürfnisse.

Schließlich lohnt ein Blick auf die Ausgabenstruktur. Häufig sind es nicht die großen Posten, die den Spielraum blockieren, sondern eine Vielzahl kleiner Abonnements und Gewohnheitsausgaben. Wer monatlich zwei oder drei solcher Posten überprüft und streicht, schafft oft mehr Spielraum als durch eine Gehaltsverhandlung. Dieser Spielraum muss dann aber aktiv in den Bausparvertrag umgeleitet werden – und das gelingt am zuverlässigsten automatisiert.

AUF EINEN BLICK

  • Grundzulage pro Jahr sowie Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind sind gesetzlich definiert (§ 84, § 85 EStG).
  • Einkommensunabhängiger Sockeleigenbeitrag gilt als Mindestbeitrag, damit der volle Zulagenbereich erreicht wird.
  • Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger unter 25 gilt ein einmaliger Berufseinsteiger-Bonus.
  • Wohn-Riester erfordert zweckgebundene Verwendung für selbst genutzte Immobilien – kein freies Verfügungsrecht.

Riester-Förderung und Bausparen: Wann Wohn-Riester wirklich sinnvoll ist

Die Wahl der Bausparsumme beeinflusst, wie viel angespart werden muss, bevor Zuteilung möglich ist (typischer Mindest-Anspargrad liegt bei einem definierten Prozentsatz der Bausparsumme).

Ein Riester-Bausparvertrag – häufig als Wohn-Riester bezeichnet – verbindet die Zulagenlogik des Riester-Systems mit der Systematik eines klassischen Bausparvertrags. Kerngedanke: Staat und Eigenleistung fließen gemeinsam in einen Vertrag, dessen späteres Darlehen explizit für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden soll. Anders als bei fondsgebundenen Riester-Produkten steht beim Wohn-Riester die Eigenheimfinanzierung klar im Vordergrund.

Die Riester-Grundzulage sowie eine Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind werden jährlich gewährt, sofern der Mindestbeitrag (der sogenannte Sockeleigenbeitrag) eingezahlt wird. Die genauen Beträge sind in § 84 und § 85 EStG festgelegt und sollten vor Vertragsabschluss direkt beim Anbieter oder der Deutschen Rentenversicherung abgefragt werden. Für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger unter 25 Jahren gibt es zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus – ein konkreter Anreiz, früh mit Wohn-Riester zu beginnen.

Wohn-Riester lohnt sich vor allem dann, wenn eine Immobilienfinanzierung mittelfristig realistisch ist und die Förderquote durch Zulagenansprüche (z. B. für Kinder) hoch ist. Für Alleinstehende ohne Kinder mit geringem Einkommen ist die Vorteilhaftigkeit differenziert zu betrachten: Die nachgelagerte Besteuerung des Wohnförderkontos im Rentenalter kann den Fördervorteil teilweise aufzehren. Eine individuelle Beratung durch eine unabhängige Verbraucherzentrale ist hier empfehlenswert, bevor ein Vertrag abgeschlossen wird.

AUF EINEN BLICK

  • Niedrigere Bausparsumme = kürzere Ansparzeit, aber geringere spätere Darlehensoption – Abwägung je nach Lebensplanung.
  • Regeltarif vs. Schnellspartarif: Schnellspartarife erlauben höhere monatliche Einzahlungen und schnellere Zuteilung.
  • Abschlussgebühr fällt bei Vertragsabschluss an und mindert anfangs die Nettoverzinsung – frühzeitig verglichen.
  • Kontozins und Darlehenszins sind festgeschrieben – das schützt vor künftigen Zinserhöhungen (wichtig bei langem Planungshorizont).

Bausparvertrag optimieren: Tarif, Bausparsumme und Anspargrad richtig wählen

Vertrag kündigen, bevor die Sperrfrist endet: Staatliche Prämien müssen zurückgezahlt werden.

Die Wahl der Bausparsumme ist eine der folgenreichsten Entscheidungen beim Abschluss eines Bausparvertrags. Sie bestimmt, wie viel angespart werden muss, bevor der Vertrag zuteilungsreif wird – also bevor das Bauspardarlehen in Anspruch genommen werden kann. Der typische Mindest-Anspargrad liegt bei einem vertraglich definierten Prozentsatz der vereinbarten Bausparsumme; häufig sind es rund vierzig bis fünfzig Prozent, was je nach Tarif variiert. Wer eine zu hohe Bausparsumme wählt, schafft sich eine Ansparaufgabe, die mit dem eigenen Einkommen kaum realisierbar ist – das frustriert und verleitet zum Einschlafen des Vertrags.

Eine niedrigere Bausparsumme bedeutet eine kürzere Ansparphase und eine schnellere Zuteilung – aber auch ein geringeres späteres Darlehensvolumen. Wer bereits weiß, dass die Immobilienfinanzierung später durch andere Mittel (Eigenkapital, Bankdarlehen) ergänzt wird, kann den Bausparvertrag gezielt als Zinsabsicherungsinstrument für einen Teilbetrag nutzen und die Bausparsumme bewusst moderat wählen. Wer dagegen plant, das Bauspardarlehen als Hauptfinanzierungskomponente zu nutzen, sollte die Summe großzügiger kalkulieren.

Beim Tarif unterscheiden Bausparkassen häufig zwischen klassischen Regeltarifen und Schnellspartarifen. Schnellspartarife ermöglichen höhere monatliche Einzahlungen und damit eine deutlich schnellere Zuteilung – ideal für Sparerinnen und Sparer, deren Einkommen in den kommenden Jahren zügig steigt. Regeltarife bieten dagegen mehr Flexibilität bei niedrigen Monatsbeiträgen, was in der Ansparphase praktischer sein kann. Viele Bausparkassen erlauben auch einen Tarifwechsel innerhalb des Vertrags – ein Aspekt, der beim Anbietervergleich geprüft werden sollte.

Die Abschlussgebühr ist ein weiterer Faktor, der die Nettoverzinsung besonders in der Frühphase des Vertrags belastet. Sie wird in der Regel als Prozentsatz der Bausparsumme fällig und mindert das tatsächlich verzinsliche Guthaben im ersten Jahr. Wer Angebote verschiedener Bausparkassen vergleicht, sollte die Abschlussgebühr explizit in den Vergleich einbeziehen – sie kann die Attraktivität eines vermeintlich günstigen Zinssatzes erheblich relativieren.

AUF EINEN BLICK

  • Bausparvertrag einschlafen lassen: Wer lange nicht einzahlt, verliert Zinseszinseffekt und riskiert ungünstige Bewertungszahl.
  • Falsche Bausparsumme gewählt: Zu niedrig geplant, wenn Immobilienpreise steigen; zu hoch, wenn Ansparleistung nicht realistisch ist.
  • WoP vergessen zu beantragen: Die Prämie muss aktiv beantragt werden – automatisch erscheint sie nicht auf dem Konto.
  • VL-Option beim Arbeitgeber nicht abgefragt: Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wissen nicht, dass sie Anspruch haben.

Häufige Fehler beim Bausparen – und wie du sie von Anfang an vermeidest

Nutze den StudySmarter Finanz-Score-Rechner, um zu sehen, wie Bausparen in deine gesamte Sparstrategie passt.

Der teuerste Fehler beim Bausparen ist eine vorzeitige Kündigung innerhalb der Sperrfrist. Staatliche Prämien wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmer-Sparzulage werden unter bestimmten Voraussetzungen rückwirkend zurückgefordert, wenn der Vertrag nicht wohnwirtschaftlich genutzt oder zu früh aufgelöst wird. Wer einen Bausparvertrag als kurzfristiges Sparkonto missversteht, riskiert, dass der staatliche Fördereffekt vollständig verloren geht – und im schlimmsten Fall eine Nachzahlungspflicht entsteht.

Ein weiterer klassischer Fehler: den Bausparvertrag "einschlafen" lassen. Wer über einen längeren Zeitraum nicht einzahlt, verliert nicht nur den Zinseszinseffekt auf das Guthaben – er riskiert auch eine ungünstige Bewertungszahl. Die Bewertungszahl ist ein internes Rankingkriterium der Bausparkasse, das beeinflusst, wann ein Vertrag zugeteilt wird. Niedrige oder stagnierende Bewertungszahlen schieben die Zuteilung nach hinten – und damit auch den Zeitpunkt, ab dem das Bauspardarlehen abgerufen werden kann.

Falsche Bausparsummen entstehen häufig durch mangelnde Zukunftsplanung. Wer mit 22 Jahren einen Vertrag über eine Summe abschließt, die in zehn Jahren vielleicht nur ein Drittel eines realistischen Immobilienkaufpreises abdeckt, muss nachfinanzieren oder einen neuen Vertrag abschließen – beides mit Mehrkosten verbunden. Umgekehrt führt eine zu hoch angesetzte Bausparsumme zu einer Ansparaufgabe, die mit dem tatsächlichen Einkommen nicht erfüllbar ist.

Schließlich wird die Wohnungsbauprämie von überraschend vielen Berechtigten schlicht nicht beantragt – weil sie nicht wissen, dass ein aktiver Antrag notwendig ist. Die Prämie fließt nicht automatisch. Wer diesen jährlichen Schritt vergisst, lässt reales Geld liegen. Eine einfache Lösung: einmal im Jahr eine Erinnerung einrichten, direkt nach der Einkommenssteuererklärung.

AUF EINEN BLICK

  • Prüfe zuerst, ob du die Einkommensgrenzen für WoP und ANSpZ unterschreitest – das ist häufig der schnellste Weg zu kostenlosem Zusatzgeld.
  • Erstelle einen einfachen Monatsplan: fixe Kosten, variable Kosten, Sparrate – schon kleine Justierungen können die Bauspareinzahlung verdoppeln.
  • Kläre mit deinem Arbeitgeber, ob VL im Arbeitsvertrag enthalten sind oder per Gehaltsverhandlung ergänzt werden können.
  • Informiere dich über Wohn-Riester, sobald du sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist.

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Häufige Fragen

Ja, als Sparer kannst du grundsätzlich einen Bausparvertrag abschließen, sofern du volljährig bist und einen gültigen Vertrag mit einer Bausparkasse eingehst. Das regelmäßige Einkommen ist keine zwingende Voraussetzung, allerdings musst du die vereinbarten Sparraten aus eigenen Mitteln leisten können.

Um die Wohnungsbauprämie zu erhalten, musst du jährlich einen bestimmten Mindestbetrag einzahlen, der sich nach deinem zu versteuernden Einkommen richtet. Die genaue Höhe der förderfähigen Sparleistung wird gesetzlich festgelegt und kann sich ändern, daher solltest du die aktuellen Werte beim Bundesfinanzministerium oder deiner Bausparkasse prüfen.

Wenn du ins Ausland gehst, bleibt dein Bausparvertrag grundsätzlich bestehen, sofern du die vereinbarten Beiträge weiter zahlst oder eine Beitragsfreistellung beantragst. Die staatliche Förderung wie die Wohnungsbauprämie kann bei einem Wegzug ins Ausland entfallen, wenn du nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland bist.

Ja, du kannst Bausparen und einen ETF-Sparplan kombinieren, da es sich um zwei getrennte Anlageformen handelt, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Der Bausparvertrag bietet dir einen festen Zins und ein späteres Darlehen, während der ETF-Sparplan auf langfristigen Vermögensaufbau mit höheren Renditechancen, aber auch höheren Risiken ausgelegt ist.

Die Wohnungsbauprämie wird für Bausparbeiträge gewährt, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt, und sie ist unabhängig von einer Arbeitnehmertätigkeit. Die Arbeitnehmer-Sparzulage hingegen erhalten nur Arbeitnehmer für vermögenswirksame Leistungen, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn zahlt, und sie gilt auch für andere Anlageformen wie Fonds oder Banksparpläne.

Die Wartezeit bis zur Zuteilung des Bauspardarlehens hängt von der Höhe deiner Sparleistung, der Vertragslaufzeit und der allgemeinen Zuteilungslage der Bausparkasse ab. In der Regel musst du mindestens eine bestimmte Ansparphase von mehreren Jahren erfüllen und eine vereinbarte Mindestsparsumme erreichen, bevor du das Darlehen in Anspruch nehmen kannst.

Ob du einen alten Bausparvertrag aus der Kindheit reaktivieren kannst, hängt von den Vertragsbedingungen und dem aktuellen Status ab, etwa ob er gekündigt oder beitragsfrei gestellt wurde. In vielen Fällen kannst du die Zahlungen wieder aufnehmen, aber die ursprünglich vereinbarten Konditionen wie Zinssatz und Abschlussgebühr bleiben bestehen, sofern der Vertrag nicht aufgelöst wurde.

Ja, Sonderzahlungen wie eine Steuererstattung können auf deinen Bausparvertrag eingezahlt werden und zählen grundsätzlich als Sparleistung für die Wohnungsbauprämie, sofern sie innerhalb des Förderzeitraums erfolgen. Es gelten jedoch jährliche Höchstgrenzen für die förderfähigen Beiträge, und du musst die Sonderzahlung in deiner Steuererklärung als solche angeben.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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