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Bausparvertrag einfach erklärt: So funktioniert das Prinzip
Ein Bausparvertrag kombiniert einen Sparplan mit einem festen Darlehensanspruch. Du sicherst dir damit schon heute einen Zinssatz für eine spätere Immobilienfinanzierung.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Ein Bausparvertrag besteht aus einer Sparphase und einer Darlehensphase.
- Du sparst je nach Tarif meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme an.
- Die Zuteilungsreife hängt von Mindestguthaben, Mindestspardauer und Bewertungszahl ab.
- Der Darlehenszins steht von Anfang an fest und bleibt über die gesamte Laufzeit gleich.
01 · Grundlagen
Was ist ein Bausparvertrag?
Beim Bausparen schließt du einen Vertrag über eine feste Bausparsumme ab. Diese Summe setzt sich aus deinem angesparten Guthaben und einem späteren Darlehen zusammen.
Ein Bausparvertrag ist ein zweigeteilter Sparvertrag. Du verpflichtest dich darin, zunächst einen festgelegten Teil der Bausparsumme selbst anzusparen. Im Gegenzug erhältst du von der Bausparkasse das verbindliche Recht auf ein Darlehen für wohnungswirtschaftliche Zwecke, sobald dein Vertrag zuteilungsreif ist.
Die Bausparsumme ist dabei die zentrale Größe deines Vertrags. Sie lag in Deutschland im Jahr 2025 im Durchschnitt bei etwa 72.000 Euro. Diese Summe besteht immer aus deinem eigenen Guthaben und dem späteren Darlehensanspruch.
Für dich bedeutet das: Du legst heute die Konditionen für eine spätere Finanzierung fest. Der Zinssatz für das Darlehen steht von Anfang an vertraglich fest und unterliegt keinen Marktschwankungen mehr.
Kurz erklärt
Bausparvertrag
Ein Sparvertrag mit festem Darlehensanspruch, bei dem du zunächst Guthaben ansammelst und danach ein zinsgünstiges Darlehen für wohnungswirtschaftliche Zwecke erhalten kannst.
Die Bausparsumme ist die wichtigste Kennzahl. Sie lag in Deutschland im Jahr 2025 im Durchschnitt bei etwa 72.000 Euro.
02 · Hintergrund
So funktioniert das Bausparprinzip
Viele Bausparende zahlen in einen gemeinsamen Topf ein. Aus diesem Topf werden nacheinander Darlehen vergeben, sobald genug Kapital angespart ist.
Das Bausparen basiert auf einem kollektiven Prinzip. Viele Sparerinnen und Sparer zahlen gleichzeitig in einen gemeinsamen Topf einer Bausparkasse ein. Aus diesem Kapital werden nach festen Regeln Darlehen an die Mitglieder der Gemeinschaft vergeben.
Ein vereinfachtes Beispiel verdeutlicht den Ablauf: Zehn Personen benötigen für ihre Immobilienprojekte je 50.000 Euro und können jeweils 5.000 Euro pro Jahr sparen. Allein müsste jede Person zehn Jahre warten. Zahlen alle zehn in einen gemeinsamen Topf ein, kann die erste Person bereits nach einem Jahr finanzieren.
Die Rückzahlungen der ersten Person fließen sofort wieder in den Topf. Dadurch kann die zweite Person schon im zweiten Jahr ihr Projekt umsetzen. So entsteht ein Kreislauf, bei dem die Wartezeit für alle Beteiligten im Durchschnitt deutlich sinkt.
Angenommen, zehn Personen benötigen für ihre Immobilienprojekte je 50.000 Euro. Jede Person kann 5.000 Euro pro Jahr sparen. Auf sich allein gestellt müsste jede Person zehn Jahre warten.
Legen alle zehn ihr Geld in einen gemeinsamen Topf, kann die erste Person schon nach einem Jahr ihr Projekt mit einem Darlehen umsetzen. In den folgenden Jahren fließt die Tilgung zurück in den Topf und steht der nächsten Person zur Verfügung.
So entsteht ein Kreislauf: Wer sein Projekt umsetzt, zahlt Zinsen und Tilgung zurück. Dadurch kann die zweite Person schon im Jahr darauf finanzieren. Die letzte Person muss keine zehn Jahre warten, weil ständig neue Bausparerinnen und Bausparer hinzukommen.
03 · Vergleich
Die Bausparsumme: Dein Sparziel und Darlehensanspruch
Die Bausparsumme bestimmt, wie viel du insgesamt zur Verfügung hast. Sie besteht aus deinem Sparanteil und dem Darlehensteil.
Die Bausparsumme legt fest, wie viel Kapital dir am Ende insgesamt zur Verfügung steht. Sie teilt sich in dein angespartes Guthaben und den Darlehensteil auf. Das Verhältnis dieser beiden Teile hängt vom gewählten Tarif ab.
Häufig sind Bausparverträge im Verhältnis 50 zu 50 aufgeteilt. Bei einer Bausparsumme von 30.000 Euro müsstest du dann 15.000 Euro ansparen und bekämst ein Darlehen über 15.000 Euro. Es gibt jedoch auch Tarife mit einer Sparquote von nur 30 oder 40 Prozent.
Die folgende Aufteilung zeigt dir die Unterschiede bei einer Bausparsumme von 30.000 Euro:
- Bei einer Sparquote von 30 Prozent sparst du 9.000 Euro an und erhältst ein Darlehen über 21.000 Euro.
- Bei einer Sparquote von 40 Prozent sparst du 12.000 Euro an und erhältst ein Darlehen über 18.000 Euro.
- Bei einer Sparquote von 50 Prozent sparst du 15.000 Euro an und erhältst ein Darlehen über 15.000 Euro.
| Sparquote 30 Prozent | Sparquote 40 Prozent | Sparquote 50 Prozent | |
|---|---|---|---|
| Anzusparendes Guthaben bei 30.000 Euro Bausparsumme | 9.000 Euro | 12.000 Euro | 15.000 Euro |
| Darlehensanspruch bei 30.000 Euro Bausparsumme | 21.000 Euro | 18.000 Euro | 15.000 Euro |
04 · Schritt für Schritt
Die Sparphase: So kommst du deinem Ziel näher
In der Sparphase zahlst du regelmäßig Geld auf deinen Bausparvertrag ein. Du erhältst dafür einen festen Sparzins auf dein Guthaben.
Die typische Ansparphase dauert acht bis zehn Jahre, kann aber je nach Tarif und Sparrate kürzer oder länger ausfallen. Auf dein Guthaben erhältst du einen festen Sparzins, der in der Regel etwas niedriger ist als die marktüblichen Zinsen.
Damit dein Vertrag später zugeteilt werden kann, musst du zwei zentrale Voraussetzungen erfüllen. Du musst das vertraglich vereinbarte Mindestguthaben erreichen und eine bestimmte Mindestspardauer einhalten.
Der Ablauf in der Sparphase folgt diesen Schritten:
Vertragsabschluss
Du legst die Bausparsumme, den Tarif und die monatliche Sparrate fest. Der Sparzins und der spätere Darlehenszins werden von Anfang an vertraglich fixiert.
Regelmäßiges Ansparen
Du zahlst monatlich oder jährlich in deinen Vertrag ein. Die typische Ansparphase dauert acht bis zehn Jahre, kann aber je nach Tarif und Sparrate kürzer oder länger ausfallen.
Mindestguthaben erreichen
Du musst je nach Tarif 30, 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme angespart haben. Erst dann kann dein Vertrag zuteilungsreif werden.
Mindestspardauer erfüllen
Zusätzlich zum Mindestguthaben ist eine bestimmte Mindestspardauer nötig. Sie kann von wenigen Monaten bis zu mindestens zwei Jahren reichen.
05 · Grundlagen
Die Bewertungszahl: Wer zuerst an die Reihe kommt
Die Bewertungszahl entscheidet, in welcher Reihenfolge Bausparverträge zugeteilt werden. Sie sorgt für eine faire Verteilung des Geldes aus dem gemeinsamen Topf.
Die Bewertungszahl ist ein rechnerischer Wert, der die Reihenfolge der Zuteilung bestimmt. Sie wird aus deiner monatlichen Sparrate, den angefallenen Zinsen und der Vertragslaufzeit ermittelt. So wird sichergestellt, dass die Verteilung des Geldes aus dem gemeinsamen Topf fair abläuft.
Das Prinzip ist einfach: Wer länger und mehr eingezahlt hat, erhält die Zuteilung vor Bausparenden mit einer niedrigeren Bewertungszahl. Du kannst deine Chancen auf eine frühere Zuteilung also durch höhere Sparraten oder eine längere Laufzeit verbessern.
Die Bewertungszahl ist kein willkürliches Kriterium der Bausparkasse. Sie ist ein zentraler Mechanismus, um die Ansprüche aller Sparerinnen und Sparer in der Gemeinschaft in eine gerechte Reihenfolge zu bringen.
Kurz erklärt
Bewertungszahl
Ein rechnerischer Wert, der aus der monatlichen Sparrate, den angefallenen Zinsen und der Vertragslaufzeit ermittelt wird. Er bestimmt die Reihenfolge der Zuteilung.
Wer länger und mehr eingezahlt hat, erhält die Zuteilung vor Bausparenden mit einer niedrigeren Bewertungszahl.
06 · Was gilt
Die Zuteilungsphase: Dein Darlehen steht bereit
Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird dein Vertrag zuteilungsreif. Jetzt entscheidest du, wie du weiter vorgehst.
Sobald du das Mindestguthaben und die Mindestspardauer erreicht hast, wird dein Vertrag zuteilungsreif. Die Bausparkasse informiert dich darüber, dass dein Bauspardarlehen zur Verfügung steht. Jetzt musst du entscheiden, wie du weiter vorgehst.
Du hast in dieser Phase drei grundlegende Optionen. Deine Entscheidung bestimmt, ob du dein Immobilienprojekt umsetzt, weiter sparst oder den Vertrag beendest.
- Du nimmst das Darlehensangebot an und nutzt die gesamte Bausparsumme für dein Immobilienprojekt.
- Du vertagst das Darlehensangebot und sparst weiter, wodurch sich deine spätere Darlehenssumme verringert.
- Du löst den Vertrag auf und lässt dir dein angespartes Guthaben zuzüglich Zinsen auszahlen.
Bei einer Auflösung verlierst du deinen Anspruch auf das Bauspardarlehen. Bei einer Vertagung kannst du das Darlehen zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen.
Das kannst du tun
Das passiert dann
07 · Im Vertrag
Die Darlehensphase: So zahlst du den Kredit zurück
Nimmst du das Bauspardarlehen in Anspruch, beginnst du mit der Rückzahlung. Der Zinssatz steht seit Vertragsabschluss fest.
Nimmst du das Bauspardarlehen in Anspruch, beginnt die Rückzahlungsphase. Der Zinssatz für dein Darlehen wurde bereits bei Vertragsabschluss festgelegt und bleibt über die gesamte Laufzeit gleich hoch. Das gibt dir volle Planungssicherheit bei deinen monatlichen Belastungen.
Du zahlst das Darlehen mit festen monatlichen Raten zurück. Die Höhe dieser Raten wird im Vertrag vereinbart und orientiert sich an der Bausparsumme und dem festen Zinssatz.
Ein besonderer Vorteil des Bauspardarlehens ist die Flexibilität bei der Tilgung. Du kannst dein Darlehen jederzeit in beliebiger Höhe sondertilgen. Das verkürzt die Kreditlaufzeit und spart Zinsen, ohne dass dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt.
Das gilt in der Darlehensphase
08 · Checkliste
Staatliche Förderungen beim Bausparen
Der Staat unterstützt das Bausparen mit verschiedenen Zulagen und Prämien. Die wichtigsten sind die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage.
Diese Förderungen können deine Sparleistung deutlich erhöhen und den Vermögensaufbau beschleunigen. Die wichtigsten Instrumente sind die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage.
Zusätzlich kannst du vermögenswirksame Leistungen deines Arbeitgebers in den Bausparvertrag einzahlen lassen. Auch die Wohn-Riester-Förderung ist eine Option, wenn du deinen Bausparvertrag in die Riester-Rente integrierst.
Diese Förderungen kannst du beim Bausparen nutzen:
- Die Wohnungsbauprämie ist ein staatlicher Zuschuss auf deine jährlichen Sparleistungen, wenn du bestimmte Einkommensgrenzen einhältst.
- Die Arbeitnehmersparzulage ist ein Zuschuss auf vermögenswirksame Leistungen deines Arbeitgebers, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt.
- Die Wohn-Riester-Förderung integriert deinen Bausparvertrag in die Riester-Rente und ermöglicht dir zusätzliche Zulagen.
- Vermögenswirksame Leistungen sind Zahlungen deines Arbeitgebers, die direkt in deinen Bausparvertrag fließen.
Diese Förderungen kannst du nutzen
Wohnungsbauprämie: Ein staatlicher Zuschuss auf deine jährlichen Sparleistungen, wenn du bestimmte Einkommensgrenzen einhältst.
Arbeitnehmersparzulage: Ein Zuschuss auf vermögenswirksame Leistungen deines Arbeitgebers, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt.
Wohn-Riester-Förderung: Eine Förderung, bei der du deinen Bausparvertrag in die Riester-Rente integrierst und von Zulagen profitierst.
Vermögenswirksame Leistungen: Dein Arbeitgeber zahlt einen Teil deines Gehalts direkt in deinen Bausparvertrag ein.
09 · Vergleich
Bausparen als Teil der Immobilienfinanzierung
Ein Bausparvertrag kann eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Baufinanzierung sein. Er sichert dir einen festen Zinssatz für einen späteren Zeitpunkt.
Das ist besonders wertvoll, wenn du in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder modernisieren möchtest.
Im Vergleich zu einem klassischen Annuitätendarlehen gibt es wesentliche Unterschiede. Beim Bauspardarlehen steht der Zinssatz bei Vertragsabschluss fest, während er beim Annuitätendarlehen erst bei Darlehensaufnahme vereinbart wird. Sondertilgungen sind beim Bauspardarlehen jederzeit in beliebiger Höhe möglich, beim Annuitätendarlehen oft begrenzt oder mit Vorfälligkeitsentschädigung verbunden.
Die Voraussetzungen unterscheiden sich ebenfalls: Für ein Bauspardarlehen benötigst du Mindestguthaben und Zuteilungsreife, für ein Annuitätendarlehen Bonität und Eigenkapital. Ein Bausparvertrag eignet sich besonders, wenn du dir heute schon einen Zinssatz sichern willst und dein Immobilienvorhaben erst in einigen Jahren ansteht.
| Bauspardarlehen | Klassisches Annuitätendarlehen | |
|---|---|---|
| Zinssatz | Steht bei Vertragsabschluss fest | Wird bei Darlehensaufnahme vereinbart |
| Sondertilgungen | Jederzeit in beliebiger Höhe möglich | Oft begrenzt oder mit Vorfälligkeitsentschädigung |
| Voraussetzung | Mindestguthaben und Zuteilungsreife | Bonität und Eigenkapital |
10 · Fehler vermeiden
Vor- und Nachteile des Bausparens
Bausparen bietet Planungssicherheit, hat aber auch Einschränkungen. Wäge die Vor- und Nachteile sorgfältig ab, bevor du einen Vertrag abschließt.
Bausparen bietet dir Planungssicherheit durch feste Zinssätze und flexible Sondertilgungen. Gleichzeitig bindest du dich über viele Jahre an den Vertrag und erhältst in der Sparphase nur einen vergleichsweise niedrigen Sparzins.
Bevor du einen Bausparvertrag abschließt, solltest du die folgenden Punkte sorgfältig abwägen. Sie zeigen dir, wo die Grenzen des Bausparens liegen und welche Nachteile entstehen können.
- Der Sparzins in der Ansparphase liegt in der Regel unter den marktüblichen Zinsen für Tagesgeld oder Festgeld.
- Du bindest dich über viele Jahre an den Vertrag, eine vorzeitige Auflösung kann mit Nachteilen verbunden sein.
- Die Zuteilung ist nicht garantiert, du musst die Mindestspardauer und das Mindestguthaben erreichen.
- Der Darlehenszins ist zwar fest, kann aber über den aktuellen Marktzinsen für Baufinanzierungen liegen.
- Die Bausparsumme sollte zu deinem geplanten Vorhaben passen, eine spätere Erhöhung ist oft möglich, aber nicht immer sinnvoll.
Das solltest du vor dem Abschluss bedenken
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