Was sind Tiere?
Tiere sind vielzellige Lebewesen, die sich von anderen Organismen ernähren, sich meist aktiv bewegen und auf Reize reagieren. Anders als Pflanzen betreiben sie keine Photosynthese und besitzen keine Zellwand aus Zellulose. Das gesamte Tierreich wird grob in Wirbeltiere und wirbellose Tiere unterteilt.
Der Begriff Tierart bezeichnet die kleinste Einheit in dieser Einteilung. Zu einer Art gehören alle Lebewesen, die sich untereinander fortpflanzen und fruchtbare Nachkommen bekommen können. Der Wolf und der Fuchs zum Beispiel sind zwei verschiedene Arten, weil sie sich in der Natur nicht miteinander vermehren.
Tiere haben im Lauf der Evolution fast jeden Lebensraum der Erde besiedelt: von der Tiefsee über Wüsten bis in die Luft. Diese enorme Vielfalt ist der Grund, warum Biologinnen und Biologen ein Ordnungssystem brauchen, um die Millionen Arten überhaupt vergleichen und benennen zu können.
Gemeinsam ist allen Tieren, dass ihre Zellen keine feste Zellwand besitzen und sie ihre Energie über Nahrung aufnehmen. Auch ein Schwamm, der sich als erwachsenes Tier gar nicht mehr fortbewegt, zählt dazu, denn seine Larven schwimmen frei und er ernährt sich von kleinen Teilchen im Wasser. Solche Ausnahmen zeigen, dass es die eine, einfache Definition für Tier nicht gibt.
Wie werden Tiere systematisch eingeteilt?
Die Systematik ordnet Tiere in einer festen Hierarchie: vom Reich über Stamm, Klasse, Ordnung und Familie bis zur Gattung und schließlich zur Art. Das Tierreich (Animalia) gliedert sich in etwa 32 Stämme. Am bekanntesten ist der Stamm der Chordatiere, zu dem die Wirbeltiere gehören.
Ein hilfreicher Merksatz für die Reihenfolge lautet: Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art. Von oben nach unten wird jede Stufe kleiner und die zusammengefassten Tiere ähnlicher. Ganz oben stehen sehr viele, sehr unterschiedliche Tiere, ganz unten nur noch eine einzige Art.
Am Beispiel des Haushundes wird die Kette anschaulich: Er gehört zum Reich der Tiere, zum Stamm der Chordatiere, zur Klasse der Säugetiere, zur Ordnung der Raubtiere, zur Familie der Hunde, zur Gattung Canis und zur Art Wolf, von der der Haushund abstammt.
Die wissenschaftlichen Namen bestehen immer aus zwei lateinischen Wörtern, dem Gattungs- und dem Artnamen, zum Beispiel Canis lupus für den Wolf. Diese Zweiteilung geht auf Carl von Linné zurück und sorgt dafür, dass Forschende weltweit dieselbe Art meinen, egal welche Sprache sie sprechen.
Die fünf Wirbeltierklassen
Zu den Wirbeltieren gehören fünf Klassen: Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Alle besitzen eine Wirbelsäule und ein inneres Knochenskelett. Von den rund 70.000 Wirbeltierarten sind mehr als die Hälfte Fische, obwohl Wirbeltiere insgesamt nur einen kleinen Teil aller Tierarten stellen.
Jede Klasse hat ein typisches Kennmerkmal, an dem du sie in der Klausur schnell erkennst. Fische atmen mit Kiemen und leben im Wasser. Amphibien wie der Frosch leben zweiphasig, im Wasser und an Land, und atmen auch über die Haut. Reptilien haben eine trockene Schuppenhaut und legen meist Eier an Land.
Vögel besitzen Federn, einen Schnabel und Flügel, und die meisten können fliegen. Säugetiere schließlich säugen ihre Jungen mit Milch und haben Fell oder Haare. Auch der Mensch gehört zu dieser Klasse.
| Klasse | Kennmerkmal | Atmung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Fische | Schuppen, Flossen, Wirbelsäule | Kiemen | Hering, Forelle |
| Amphibien | feuchte Haut, Larve im Wasser | Lunge und Haut | Frosch, Molch |
| Reptilien | trockene Schuppenhaut, Eier | Lunge | Eidechse, Schlange |
| Vögel | Federn, Schnabel, Flügel | Lunge | Amsel, Pinguin |
| Säugetiere | Fell, säugen mit Milch | Lunge | Löwe, Mensch |
Fische, Amphibien und Reptilien sind wechselwarm: Ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab. Vögel und Säugetiere sind dagegen gleichwarm und halten ihre Temperatur selbst konstant. Dieser Unterschied ist ein beliebtes Prüfungsthema, weil er erklärt, warum Reptilien sich in der Sonne aufwärmen und Säugetiere auch im Winter aktiv bleiben.
Wirbellose Tiere: die stille Mehrheit
Wirbellose Tiere besitzen keine Wirbelsäule und stellen rund 97 Prozent aller beschriebenen Tierarten. Sie kommen in 31 der 32 Tierstämme vor. Zu ihnen zählen Insekten, Spinnen, Krebse, Weichtiere wie Schnecken und Muscheln sowie Würmer und Quallen, eine enorme Vielfalt an Körperbauplänen.
Auch wenn wir zuerst an Hund, Katze oder Löwe denken, machen die Wirbeltiere nur einen winzigen Teil des Tierreichs aus. Die überwältigende Mehrheit der Arten hat kein inneres Skelett. Viele Wirbellose stützen ihren Körper stattdessen mit einem Außenskelett, etwa dem harten Panzer der Insekten und Krebse.
Die artenreichste Gruppe sind die Gliederfüßer. Zu ihnen gehören Insekten, Spinnentiere, Krebstiere und Tausendfüßer. Gliederfüßer allein stellen etwa 80 Prozent aller Tierarten. Ihr Erfolg beruht auf dem stabilen Außenskelett, den gegliederten Beinen und einer sehr schnellen Vermehrung.
Wie viele Tierarten gibt es?
Wissenschaftlich beschrieben sind rund 1,5 Millionen Tierarten. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich deutlich höher, Schätzungen reichen von einigen Millionen bis über 100 Millionen Arten. Den größten Anteil stellen die Insekten mit über einer Million Arten, das sind mehr als drei Viertel aller bekannten Tierarten.
Diese Verteilung überrascht viele: Die Tiere, die wir am häufigsten im Zoo oder im Fernsehen sehen, gehören zu den seltensten Gruppen. Von den rund 70.000 Wirbeltierarten sind mehr als die Hälfte Fische, während auf die großen Säugetiere nur ein sehr kleiner Teil entfällt.
| Gruppe | Beschriebene Arten (ungefähr) | Anteil |
|---|---|---|
| Insekten | über 1.000.000 | rund 75 Prozent |
| davon Käfer | rund 387.000 | artenreichste Ordnung |
| Wirbeltiere gesamt | rund 70.000 | etwa 3 Prozent |
| davon Fische | über 35.000 | über die Hälfte der Wirbeltiere |
| Vögel | rund 8.600 bis 11.000 | eine Wirbeltierklasse |
| Tierarten gesamt (beschrieben) | rund 1.500.000 | 100 Prozent |
Warum sind gerade Insekten so erfolgreich? Sie sind klein, benötigen wenig Nahrung, vermehren sich rasend schnell und haben fast jeden Lebensraum an Land erobert. Allein in Deutschland sind rund 33.882 Insektenarten nachgewiesen, das entspricht etwa 70 Prozent aller heimischen Tierarten.
Lebensräume und ihre typischen Arten
Tiere haben nahezu jeden Lebensraum der Erde besiedelt: Ozeane, Süßgewässer, Wälder, Wüsten, Gebirge und die Luft. Zu jedem Lebensraum gehören typische Arten, die sich in Körperbau und Verhalten an ihre Umgebung angepasst haben. Diese Anpassung ist ein zentrales Thema der Ökologie.
Im Meer leben Fische, Wale und wirbellose Tiere wie Quallen, Muscheln und Krebse. Süßgewässer sind Heimat von Fröschen, Libellenlarven und Süßwasserfischen. Der Wald bietet Säugetieren wie dem Eichhörnchen, Vögeln, Insekten und unzähligen Bodenlebewesen Schutz und Nahrung.
| Lebensraum | Typische Tiergruppen | Beispielart |
|---|---|---|
| Meer | Fische, Wale, Krebse, Quallen | Hering, Delfin |
| Süßgewässer | Fische, Amphibien, Insektenlarven | Frosch, Karpfen |
| Wald | Säugetiere, Vögel, Insekten | Eichhörnchen, Amsel |
| Savanne / Steppe | Großsäuger, Vögel, Reptilien | Löwe, Gazelle |
| Polargebiete | Vögel, Meeressäuger | Pinguin, Robbe |
Solche Anpassungen entstehen über viele Generationen durch Evolution. Der Pinguin etwa hat Flügel, die zu Flossen umgeformt sind, und dichtes Gefieder gegen die Kälte. Der Löwe wiederum ist mit kräftigen Muskeln und Tarnfärbung an das Jagen in der offenen Savanne angepasst. So passt jede Art wie ein Puzzleteil in ihren Lebensraum.
Welche Tierarten sind bedroht?
Viele Tierarten sind heute gefährdet. Die IUCN-Rote-Liste erfasst über 172.000 Arten, von denen mehr als 48.000 als bedroht gelten, also mehr als ein Viertel. Besonders betroffen sind Amphibien und Süßwasserfische, von denen jeweils rund 40 Prozent auf der Roten Liste stehen.
Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) teilt Arten in Gefährdungsstufen ein, von nicht gefährdet über gefährdet und stark gefährdet bis vom Aussterben bedroht und ausgestorben. Sie ist das wichtigste weltweite Verzeichnis zum Zustand der Tierwelt.
Der Verlust von Lebensräumen durch Landwirtschaft und Bebauung, der Klimawandel, Umweltverschmutzung, die Ausbreitung eingeschleppter Arten und die Übernutzung durch Jagd und Fischerei bedrohen die Vielfalt der Tierarten weltweit.
Artenschutz setzt genau hier an: Schutzgebiete, Zuchtprogramme und internationale Abkommen sollen bedrohte Arten bewahren. Für die Klausur reicht die Faustregel, dass der Verlust von Lebensraum die mit Abstand häufigste Ursache ist. Wer die Zahl von über 48.000 bedrohten Arten nennt, zeigt, dass er die Dimension des Problems verstanden hat.
Wirbeltier oder wirbellos: sicher unterscheiden
Das zentrale Unterscheidungsmerkmal ist die Wirbelsäule. Wirbeltiere besitzen sie und dazu ein inneres Knochenskelett, wirbellose Tiere nicht. Wer diesen einen Satz sicher beherrscht, kann jedes Tier grob einordnen, auch wenn die konkrete Klasse noch unklar ist.
Frage dich zuerst: Hat das Tier eine Wirbelsäule? Ja, dann ist es ein Wirbeltier. Nein, dann ist es wirbellos. Erst danach ordnest du die Klasse zu, zum Beispiel Reptil oder Insekt.
| Merkmal | Wirbeltiere | Wirbellose Tiere |
|---|---|---|
| Wirbelsäule | vorhanden | fehlt |
| Skelett | inneres Knochenskelett | oft Außenskelett oder gar keins |
| Anteil der Arten | rund 3 Prozent | rund 97 Prozent |
| Beispiele | Fisch, Vogel, Säugetier | Insekt, Schnecke, Wurm |
Ein häufiger Denkfehler ist, Größe mit Wirbeltier gleichzusetzen. Ein Tintenfisch kann riesig sein und ist trotzdem wirbellos, während ein winziger Fisch ein Wirbeltier bleibt. Entscheidend ist immer die Wirbelsäule, nicht die Körpergröße oder ob ein Tier gefährlich aussieht.
Karteikarten zu den Tierarten
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Fakten über Tierarten, von der Systematik bis zur Artenvielfalt, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
Hol dir den ganzen Lernzettel. Kostenlos!
- Lernzettel, Karteikarten & Lernplan freischalten
- Auf deinem Niveau, in deinem Tempo
- Über 40 Millionen Lernende dabei
Tierarten, das Wichtigste
Tierarten werden in einer Systematik von Reich bis Art geordnet. Grob teilt man das Tierreich in Wirbeltiere mit den fünf Klassen Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere sowie in wirbellose Tiere, die rund 97 Prozent aller Arten stellen. Insekten sind die mit Abstand artenreichste Gruppe.
- Definition: Tiere sind vielzellig, ernähren sich von anderen Organismen und reagieren auf Reize.
- Systematik: Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art.
- Wirbeltiere: fünf Klassen, rund 70.000 Arten, mehr als die Hälfte davon Fische.
- Wirbellose: rund 97 Prozent aller Arten, allen voran die Insekten.
- Vielfalt: rund 1,5 Millionen beschriebene Arten, Insekten über drei Viertel davon.
- Schutz: über 48.000 Arten der IUCN-Roten-Liste gelten als bedroht.
Häufige Fragen zu Tierarten
Tiere sind vielzellige Lebewesen, die sich von anderen Organismen ernähren, sich meist aktiv bewegen und auf Reize reagieren. Sie betreiben keine Photosynthese. Das Tierreich wird grob in Wirbeltiere und wirbellose Tiere geteilt.
Tiere werden in der Reihenfolge Reich, Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung und Art geordnet. Das Tierreich gliedert sich in etwa 32 Stämme, von denen die Chordatiere mit den Wirbeltieren am bekanntesten sind.
Die fünf Wirbeltierklassen sind Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Alle besitzen eine Wirbelsäule und ein inneres Skelett. Mehr als die Hälfte aller rund 70.000 Wirbeltierarten sind Fische.
Wirbeltiere besitzen eine Wirbelsäule und ein inneres Knochenskelett, wirbellose Tiere nicht. Wirbellose machen rund 97 Prozent aller beschriebenen Tierarten aus, darunter Insekten, Spinnen, Weichtiere und Würmer.
Beschrieben sind rund 1,5 Millionen Tierarten. Die tatsächliche, teils noch unbekannte Artenzahl wird auf einige Millionen bis über 100 Millionen geschätzt. Insekten stellen den mit Abstand größten Anteil.
Insekten sind klein, vermehren sich schnell und haben sehr viele Lebensräume und Nahrungsquellen erschlossen. Über eine Million Arten sind beschrieben, das sind mehr als drei Viertel aller bekannten Tierarten. Allein die Käfer stellen rund 387.000 Arten.
Die IUCN-Rote-Liste erfasst über 172.000 Arten, von denen mehr als 48.000 als bedroht gelten. Besonders betroffen sind Amphibien und Süßwasserfische mit jeweils rund 40 Prozent. Hauptursachen sind Lebensraumverlust, Klimawandel und Umweltverschmutzung.
Quellen
Der Überblick stützt sich auf zoologische Standardquellen und ein anerkanntes Naturschutz-Portal:
- Wirbeltiere (Vertebrata). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Wirbellose. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Artenvielfalt. Wikipedia. de.wikipedia.org
- WWF Deutschland: Rote Liste gefährdeter Arten. wwf.de