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FinanzbildungBestandsimmobilien10 Min.

Bestandsimmobilien Definition, Chancen und Risiken einfach erklärt

Was sind Bestandsimmobilien? Definition, Unterschied zum Neubau, Kosten, Sanierung & Versicherung – einfach erklärt und junge Erwachsene.

BestandsimmobilienRechnerWas sind
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Bestandsimmobilie = bereits gebautes, meist bereits bewohntes oder genutztes Gebäude im Gegensatz zum Neubau
  • Umfasst Wohnimmobilien (Wohnung, Haus) und Gewerbeimmobilien im 'Bestand'
  • Begriff taucht auch bei Immobilienfonds und Immobilien-Investments auf
  • Abgrenzung zu 'Neubau' und 'Projektentwicklung' klar machen

Bestandsimmobilien auf einen Blick: Was steckt hinter dem Begriff?

Bestandsimmobilie = bereits gebautes, meist bereits bewohntes oder genutztes Gebäude im Gegensatz zum Neubau

Ob du eine Wohnung mietest, über einen ersten Immobilienkauf nachdenkst oder einfach verstehen möchtest, was Immobilienfonds eigentlich kaufen – der Begriff „Bestandsimmobilie" begegnet dir schnell. Hier erfährst du, was er bedeutet, wie er sich vom Neubau unterscheidet und welche Chancen sowie Risiken damit verbunden sind.

Kurz gesagt: Eine Bestandsimmobilie ist ein bereits fertiggestelltes, oft schon genutztes Gebäude – im Gegensatz zu einem Neubau oder einem noch in der Projektentwicklung befindlichen Objekt. Sie kann eine Eigentumswohnung, ein Einfamilienhaus oder eine Gewerbeimmobilie sein. Entscheidend ist: Das Gebäude existiert bereits und kann in der Regel sofort bezogen oder vermietet werden.

AUF EINEN BLICK

  • Umfasst Wohnimmobilien (Wohnung, Haus) und Gewerbeimmobilien im 'Bestand'
  • Begriff taucht auch bei Immobilienfonds und Immobilien-Investments auf
  • Abgrenzung zu 'Neubau' und 'Projektentwicklung' klar machen

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Was sind Bestandsimmobilien? Definition einfach erklärt

Bestand: sofort nutzbar, Lage oft etabliert, Zustand sichtbar, ggf. Sanierungsbedarf

Der Begriff „Bestandsimmobilie" klingt technisch, ist aber schnell erklärt: Eine Bestandsimmobilie ist ein Gebäude, das bereits errichtet wurde und sich im Besitz eines Eigentümers befindet – sei es eine Privatperson, ein Unternehmen oder ein Fonds. Das Gegenstück ist der Neubau, also ein Gebäude, das gerade erst gebaut wird oder dessen Bau geplant ist. Noch eine Stufe früher steht die sogenannte Projektentwicklung, bei der ein Grundstück erschlossen und ein Bauvorhaben konzipiert wird, bevor auch nur ein Stein gesetzt ist.

Bestandsimmobilien umfassen eine breite Palette: Wohnimmobilien wie Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser gehören ebenso dazu wie Gewerbeimmobilien – also Bürogebäude, Einzelhandelsflächen, Logistikimmobilien oder Hotels. Was sie eint, ist der bereits abgeschlossene Bauprozess. Ob ein Gebäude aus den 1960er-Jahren stammt oder erst vor fünf Jahren fertiggestellt wurde, spielt für die Einordnung als Bestandsimmobilie keine Rolle.

Besonders im Bereich der Kapitalanlage taucht der Begriff häufig auf. Offene und geschlossene Immobilienfonds investieren typischerweise in Bestandsimmobilien, also in fertige Objekte, die Mieteinnahmen generieren. Auch beim Crowdinvesting in Immobilien wird zwischen Projektentwicklungen – bei denen das Kapital in den Bau fließt – und Bestandsobjekten unterschieden, die bereits laufende Einnahmen erzielen. Für dich als Einsteiger:in ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie maßgeblich das Risikoprofil eines Investments bestimmt.

AspektWorauf es ankommt
Bestand: sofort nutzbarLage oft etabliert, Zustand sichtbar, ggf. Sanierungsbedarf
Neubau: aktuelle Energiestandardsweniger Instandhaltung zu Beginn, aber längere Wartezeit
Vergleichstabelle: KaufpreisNebenkosten, Energieeffizienz, Modernisierung, Flexibilität
Für Verbraucher:innen meist Miete relevanter als Kaufaber Grundwissen für spätere Entscheidungen

Bestandsimmobilie vs. Neubau: Die wichtigsten Unterschiede

Vorteile: eingewachsene Infrastruktur, oft günstigerer Quadratmeterpreis, individueller Charme

Wer sich mit Immobilien beschäftigt – ob als zukünftige:r Mieter:in oder als Anleger:in – stößt unweigerlich auf die Frage: Bestand oder Neubau? Beide Optionen haben ihre Berechtigung, und die richtige Wahl hängt stark von der persönlichen Situation, dem Budget und dem Verwendungszweck ab.

Ein zentraler Vorteil von Bestandsimmobilien ist ihre sofortige Verfügbarkeit. Du kannst eine Wohnung oder ein Haus besichtigen, den Zustand mit eigenen Augen prüfen und bei Kaufabschluss zeitnah einziehen oder vermieten. Die Lage ist meist in gewachsenen Stadtteilen mit funktionierender Infrastruktur – also vorhandenen Schulen, Supermärkten, Ärzten und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Beim Neubau hingegen kann es sein, dass das Quartier noch im Entstehen ist und die Infrastruktur nachzieht.

Auf der anderen Seite punkten Neubauten mit aktuellen Energiestandards nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und moderner Haustechnik. Das bedeutet in der Regel niedrigere Heiz- und Betriebskosten sowie zunächst kaum Instandhaltungsbedarf. Bestandsimmobilien können dagegen einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen – von veralteten Heizanlagen über mangelhaft gedämmte Fassaden bis hin zu erneuerungsbedürftiger Elektrik. Diese Kosten müssen beim Kauf realistisch einkalkuliert werden. Der Kaufpreis pro Quadratmeter ist bei Bestandsimmobilien häufig niedriger als bei Neubauten in vergleichbarer Lage, doch die Gesamtkostenbetrachtung inklusive Sanierung kann das Bild verschieben.

Für viele Menschen ist das Thema Kauf in der Regel noch etwas weiter entfernt – die Miete dominiert den Alltag. Dennoch lohnt es sich, die grundlegenden Unterschiede früh zu verstehen, denn das Wissen hilft später bei der eigenen Finanzplanung. Wer die Systematik kennt, kann auch als Mieter:in besser einschätzen, was eine ältere Wohnung im Vergleich zu einem Neubau bedeutet – etwa in Bezug auf Nebenkosten und eventuelle Modernisierungsumlage durch den Vermieter.

AUF EINEN BLICK

  • Nachteile: Instandhaltungsstau, ältere Haustechnik, mögliche energetische Sanierungspflicht
  • Rolle des Energieausweises beim Bewerten des Zustands
  • Versteckte Kosten realistisch einplanen

Vor- und Nachteile von Bestandsimmobilien ehrlich abgewogen

Energieausweis ist beim Kauf/Miete Pflicht – Bedarfs- vs. Verbrauchsausweis

Bestandsimmobilien üben eine besondere Anziehungskraft aus – nicht zuletzt wegen ihres oft individuellen Charakters: Gründerzeitliche Altbauwohnungen mit Stuck und hohen Decken, rustikale Fachwerkhäuser oder kompakte Reihenhäuser aus den 1980ern haben eine Ausstrahlung, die Neubauten mit ihrer Einheitlichkeit selten erreichen. Hinzu kommt die eingewachsene Infrastruktur: Nachbarschaft, lokale Geschäfte und soziale Strukturen sind über Jahre entstanden und machen ein Viertel lebenswert.

Auf der Haben-Seite steht zudem oft der günstigere Quadratmeterpreis im Vergleich zu Neubauten in der gleichen Lage. In angespannten Wohnungsmärkten kann eine Bestandsimmobilie der einzige bezahlbare Weg ins Wohneigentum sein. Dazu kommt: Was du siehst, ist – zumindest oberflächlich – was du bekommst. Du kannst die Immobilie besichtigen, Fragen stellen, Protokolle der Eigentümerversammlung einsehen und dir ein realistisches Bild machen.

Den Vorteilen stehen jedoch relevante Risiken gegenüber. Der Instandhaltungsstau ist wohl das größte Problem: Viele Bestandsgebäude wurden über Jahre nicht ausreichend modernisiert. Alte Heizungsanlagen, undichte Fenster, veraltete Leitungen und fehlende Dämmung treiben die Betriebskosten in die Höhe und können kostspielige Pflichtinvestitionen auslösen. Versteckte Mängel – etwa Schimmel hinter Verkleidungen oder Risse im Fundament – sind ohne Fachgutachten kaum zu erkennen. Ein unabhängiger Bausachverständiger ist beim Kauf einer Bestandsimmobilie daher keine optionale Ausgabe, sondern eine sinnvolle Investition in Sicherheit.

Eine wichtige Rolle bei der Bewertung spielt der Energieausweis. Er gibt Auskunft über die energetische Qualität eines Gebäudes und ist beim Verkauf oder bei der Neuvermietung gesetzlich vorgeschrieben. Ein schlechter Energieausweis – etwa Energieeffizienzklasse F oder G – signalisiert hohe Heizkosten und möglicherweise bevorstehende Sanierungspflichten. Wer eine solche Immobilie kauft, sollte die Kosten für eine energetische Ertüchtigung fest in die Kalkulation einbeziehen.

AUF EINEN BLICK

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) kann Sanierungspflichten auslösen (Heizung, Dämmung
  • Fördermöglichkeiten für Modernisierung über KfW/BAFA prüfen
  • Immer Fachgutachten vor Kauf einer sanierungsbedürftigen Immobilie

Energieausweis, Sanierung und gesetzliche Pflichten bei Bestandsimmobilien

Direktkauf vs. indirekte Beteiligung (Immobilienfonds, REITs, Crowdinvesting

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das in Deutschland den energetischen Standard von Gebäuden regelt, betrifft Bestandsimmobilien auf mehreren Ebenen. Wer ein Bestandsgebäude kauft, übernimmt damit möglicherweise auch gesetzliche Pflichten – zum Beispiel die Pflicht, eine veraltete Heizungsanlage zu ersetzen oder die oberste Geschossdecke zu dämmen. Diese Anforderungen variieren je nach Baujahr und Zustand des Gebäudes. Im Kontext der Wärmewende spielen zudem Regelungen zur Heizungsmodernisierung eine zunehmend wichtige Rolle, weshalb ein Blick in die aktuell gültige Fassung des GEG vor dem Kauf unerlässlich ist.

Beim Kauf oder der Neuvermietung einer Bestandsimmobilie muss in der Regel ein Energieausweis vorgelegt werden. Dabei wird zwischen zwei Typen unterschieden: Der Bedarfsausweis berechnet den theoretischen Energiebedarf auf Basis der Gebäudehülle und der Anlagentechnik – er ist aufwendiger, aber aussagekräftiger. Der Verbrauchsausweis basiert auf den tatsächlichen Energieverbrauchsdaten der vergangenen Jahre, ist also stark vom Nutzungsverhalten der Bewohner:innen abhängig und daher weniger objektiv. Für eine fundierte Kaufentscheidung solltest du beide Dokumente kritisch prüfen und bei Unklarheiten einen Energieberater hinzuziehen.

Die gute Nachricht: Wer saniert, ist nicht allein. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW-Förderbank bieten Förderprogramme für energetische Sanierungsmaßnahmen an – von Zuschüssen für Wärmedämmung über Förderung für effiziente Heizungssysteme bis hin zu zinsgünstigen Krediten für umfangreiche Sanierungsprojekte. Diese Programme ändern sich regelmäßig, daher lohnt es sich, die aktuellen Konditionen direkt bei KfW und BAFA zu prüfen. Das Grundprinzip bleibt aber stabil: Energetische Modernisierung wird staatlich unterstützt, weil sie klimapolitischen Zielen dient und langfristig Energiekosten senken kann.

AUF EINEN BLICK

  • Mieteinnahmen, Wertsteigerung und Risiken (Leerstand, Instandhaltung) erklären
  • Einstiegshürden: Eigenkapital, Finanzierung, Bonität
  • Klarstellen: Immobilien sind nur ein Baustein im Vermögensaufbau, Diversifikation zählt

Bestandsimmobilien als Kapitalanlage – was Anleger:innen wissen sollten

Nebenkosten: Grunderwerbsteuer (je Bundesland unterschiedlich), Notar, Grundbuch, ggf. Makler

Immobilien gelten als klassischer Baustein im Vermögensaufbau: Sie können Mieteinnahmen generieren, im Wert steigen und als Absicherung gegen Inflation dienen. Doch gerade für Berufseinsteiger:innen und junge Erwachsene ist der direkte Kauf einer Bestandsimmobilie oft keine kurzfristig realisierbare Option. Das Eigenkapital fehlt, die Bonität ist noch im Aufbau und die Lebensplanung zu flexibel für eine langfristige Bindung. Das bedeutet aber nicht, dass Immobilien als Anlageklasse außen vor bleiben müssen.

Es gibt mehrere indirekte Wege, um am Immobilienmarkt zu partizipieren: Offene Immobilienfonds bündeln das Kapital vieler Anleger:innen und investieren es in ein Portfolio aus Bestandsimmobilien – oft Gewerbeimmobilien wie Büros oder Einkaufszentren. Sie sind für Kleinanleger:innen zugänglich und bieten eine breite Streuung. Real Estate Investment Trusts (REITs) sind börsennotierte Unternehmen, die in Immobilien investieren und einen Großteil der Erträge ausschütten – sie sind liquide und transparent wie Aktien. Beim Immobilien-Crowdinvesting können Anleger:innen bereits mit kleineren Beträgen in einzelne Projekte oder Bestandsobjekte investieren, tragen dabei aber ein höheres Ausfallrisiko, da keine Einlagensicherung greift.

Wer doch einen Direktkauf anstrebt, sollte die Mechanismen der Immobilienfinanzierung verstehen: Mieteinnahmen aus einer vermieteten Bestandsimmobilie können zur Tilgung des Darlehens beitragen, bilden aber keinen garantierten Einkommensstrom – Leerstand, Zahlungsausfälle oder hohe Instandhaltungskosten können die Kalkulation schnell kippen. Hinzu kommt: Immobilien sind illiquide. Du kannst sie nicht kurzfristig verkaufen, ohne möglicherweise Verluste zu realisieren oder hohe Transaktionskosten zu tragen. Deshalb gilt: Immobilien sind nur ein Baustein im Vermögensaufbau – Diversifikation über verschiedene Anlageklassen (Aktien, ETFs, Tagesgeld, Immobilien) schützt vor Klumpenrisiken.

AUF EINEN BLICK

  • Rolle von Eigenkapital und Beleihungswert bei der Baufinanzierung
  • Zinsbindung und Tilgung verständlich erklärt
  • Warum sich der Blick auf laufende Kosten (Hausgeld, Rücklagen) lohnt

Kaufnebenkosten und Finanzierung: Was beim Bestandskauf wirklich anfällt

Wohngebäudeversicherung schützt die Bausubstanz (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel

Wer eine Bestandsimmobilie kauft, zahlt mehr als nur den ausgehandelten Kaufpreis. Die sogenannten Kaufnebenkosten können – je nach Bundesland und Einzelfall – einen erheblichen Teil des Kaufpreises ausmachen. Der größte Posten ist die Grunderwerbsteuer, deren Höhe je nach Bundesland unterschiedlich ist und in der Regel zwischen etwa 3,5 und 6,5 Prozent liegt. Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten sowie – wenn ein Makler vermittelt hat – eine Maklerprovision, deren Aufteilung zwischen Käufer:in und Verkäufer:in je nach Vereinbarung und regionaler Üblichkeit variieren kann.

Bei der Baufinanzierung spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Banken prüfen die Bonität der Kreditnehmer:innen, das eingebrachte Eigenkapital und den Beleihungswert der Immobilie. Als Faustregel gilt: Wer ein höheres Eigenkapital einbringt, erhält in der Regel bessere Konditionen und reduziert das Risiko einer Unterdeckung bei Wertschwankungen. Die Zinsbindung – also der Zeitraum, für den der Zinssatz festgeschrieben wird – ist eine strategische Entscheidung: Eine lange Zinsbindung gibt Planungssicherheit, kann aber teurer sein als eine kürzere Bindung. Die Tilgungsrate bestimmt, wie schnell das Darlehen zurückgezahlt wird; je höher die Tilgung, desto schneller bist du schuldenfrei.

Nicht vergessen werden sollten die laufenden Kosten nach dem Kauf: Wer Teil einer Eigentümergemeinschaft ist, zahlt monatlich Hausgeld, das Verwaltungskosten, Betriebskosten und Beiträge zur Instandhaltungsrücklage umfasst. Diese Rücklage ist essenziell für zukünftige Reparaturen und Modernisierungen – ist sie zu niedrig angesetzt, drohen Sonderumlagen, die alle Eigentümer:innen treffen. Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung solltest du die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen und den Wirtschaftsplan der Verwaltung sorgfältig prüfen.

AspektWorauf es ankommt
Wohngebäudeversicherung schützt die Bausubstanz (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel,
Elementarschadenbaustein bei Starkregen/Überschwemmung sinnvoll,
Hausratversicherung für Mieter:innen und Eigentümer:innen (Einrichtung,
Für vermietete Immobilien: Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht,
Vergleich und Abschluss laufen unabhängigkein Anbieter-Ranking hier

Welche Versicherungen bei Bestandsimmobilien wichtig sind

Zustand von Dach, Fenstern, Heizung und Elektrik prüfen (lassen

Immobilien sind wertvolle Vermögensgegenstände – und entsprechend wichtig ist ein solides Versicherungskonzept. Die Wohngebäudeversicherung ist für Eigentümer:innen die wichtigste Police: Sie schützt die Bausubstanz des Gebäudes gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Ohne sie riskiert man im Schadensfall existenzbedrohende Verluste. Bei vermieteten Immobilien ist die Wohngebäudeversicherung in der Regel Pflichtbestandteil einer seriösen Eigentümerstrategie.

Angesichts häufigerer Extremwetterereignisse empfiehlt sich zudem die Erweiterung um einen Elementarschadensbaustein. Er deckt Schäden durch Starkregen, Überschwemmung, Erdrutsch oder Erdsenkung ab – Risiken, die durch den Klimawandel auch in bisher weniger betroffenen Regionen Deutschlands zunehmen. Ob eine Immobilie in einer Risikozone liegt, lässt sich über Hochwasserkarten der Länder oder das ZÜRS-System der Versicherungswirtschaft prüfen.

Mieter:innen benötigen keine Wohngebäudeversicherung – das ist Sache des Eigentümers –, sollten aber eine Hausratversicherung haben. Diese schützt die persönliche Einrichtung, Elektronik und andere bewegliche Gegenstände gegen Schäden durch Einbruch, Feuer oder Leitungswasser. Auch Eigentümer:innen, die selbst in ihrer Immobilie wohnen, profitieren von einer Hausratversicherung für ihr Mobiliar. Wer eine Immobilie vermietet, sollte darüber hinaus eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abschließen: Sie schützt vor Haftungsansprüchen Dritter, etwa wenn jemand auf einem nicht geräumten Gehweg vor dem Haus stürzt und Schadensersatz fordert.

AUF EINEN BLICK

  • Energieausweis und Modernisierungshistorie einsehen
  • Lage, Mietspiegel und Wertentwicklung recherchieren
  • Gesamtkosten inkl. Sanierung und Versicherung kalkulieren

Checkliste: So bewertest du eine Bestandsimmobilie richtig

Eine Bestandsimmobilie zu bewerten, bedeutet mehr als einen Blick auf den Grundriss und den Kaufpreis zu werfen. Eine strukturierte Prüfung schützt vor teuren Überraschungen und hilft dir, Chancen und Risiken realistisch abzuwägen.

Der Gebäudezustand steht an erster Stelle: Lass Dach, Fenster, Heizungsanlage und Elektrik von einer Fachperson prüfen. Ein Baugutachter deckt Mängel auf, die beim Besichtigungstermin unsichtbar bleiben – und kann dir unter Umständen erhebliche Folgekosten ersparen. Achte auch auf Anzeichen von Feuchtigkeit oder Schimmel, die auf strukturelle Probleme hinweisen können.

Danach folgt die Dokumentenprüfung: Energieausweis einsehen und Energieeffizienzklasse verstehen, Modernisierungshistorie durchleuchten (Was wurde wann erneuert?), bei Eigentumswohnungen die Protokolle der Eigentümerversammlungen der vergangenen Jahre lesen und den Stand der Instandhaltungsrücklage prüfen.

Die Lagebewertung darf nicht fehlen: Wie entwickelt sich der lokale Mietspiegel? Gibt es Pläne für Infrastrukturveränderungen in der Umgebung – positiv wie negativ? Welche Vergleichsmieten und Verkaufspreise wurden in der Umgebung erzielt? Und schließlich: die Gesamtkostenrechnung. Addiere Kaufpreis, Nebenkosten, geschätzten Sanierungsbedarf, laufende Versicherungen und Betriebskosten – erst dann hast du ein realistisches Bild des tatsächlichen Investments.

Fazit: Bestandsimmobilien verstehen – und klug in den Vermögensaufbau einbinden

Das Wichtigste zusammengefasst: Bestandsimmobilien sind bereits fertiggestellte Gebäude, die sofort nutzbar sind und Mieteinnahmen generieren können. Sie bieten Chancen durch etablierte Lagen und oft niedrigere Einstiegspreise, bergen aber Risiken durch Sanierungsbedarf, Energiekosten und gesetzliche Pflichten. Wer kaufen möchte, sollte Kaufnebenkosten, Finanzierung und laufende Kosten vollständig einplanen – und den Gebäudezustand von Fachleuten prüfen lassen. Als Anleger:in lohnt es sich, zunächst indirekte Wege wie Immobilienfonds oder REITs zu erkunden. Immobilien sind dabei immer nur ein Baustein: Diversifikation bleibt der Schlüssel zu langfristigem Vermögensaufbau.

Du willst wissen, wie Immobilien in deinen persönlichen Vermögensaufbau passen? Unser Rechner hilft dir, verschiedene Anlageszenarien durchzurechnen und einen Überblick zu bekommen:

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Häufige Fragen

Eine Bestandsimmobilie ist eine bereits gebaute und genutzte Immobilie, die sich im Gegensatz zu einem Neubau nicht mehr in der Errichtungsphase befindet. Dazu zählen sowohl ältere Häuser und Wohnungen als auch Objekte, die erst vor wenigen Jahren fertiggestellt wurden.

Ob eine Bestandsimmobilie günstiger ist als ein Neubau, hängt stark vom Zustand, der Lage und der Ausstattung ab. In der Regel liegt der Kaufpreis pro Quadratmeter bei Bestandsimmobilien unter dem eines vergleichbaren Neubaus, allerdings können Sie für Modernisierungen und Sanierungen zusätzliche Kosten einplanen.

Bei Bestandsimmobilien gibt es keine generelle Sanierungspflicht, aber gesetzliche Vorgaben wie die Energieeinsparverordnung (GEG) können bei bestimmten Änderungen oder Verkäufen Pflichten auslösen. Dazu gehören unter anderem die Nachrüstung der Heizung oder die Dämmung von Rohrleitungen, wenn konkrete Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Ja, auch als Privatperson können Sie eine Immobilie kaufen, sofern Sie über ausreichendes Eigenkapital und ein regelmäßiges Einkommen verfügen, das die Finanzierung absichert. Banken verlangen in der Regel eine Bonitätsprüfung, bei der ein geringes oder unregelmäßiges Einkommen die Kreditvergabe erschweren kann.

Für eine Bestandsimmobilie ist eine Wohngebäudeversicherung unverzichtbar, da sie Schäden am Gebäude durch Feuer, Sturm, Hagel oder Leitungswasser abdeckt. Zusätzlich sollten Sie eine Haftpflichtversicherung für das Gebäude abschließen, falls Dritte auf Ihrem Grundstück zu Schaden kommen.

Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude selbst, also die Bausubstanz wie Wände, Dach und fest eingebaute Teile, vor bestimmten Gefahren. Die Hausratversicherung deckt hingegen den beweglichen Hausrat ab, also Möbel, Elektrogeräte und Kleidung, die sich in der Wohnung befinden.

Versteckte Kosten bei einer Bestandsimmobilie erkennen Sie am besten durch eine gründliche technische Prüfung, etwa durch einen Sachverständigen, der die Bausubstanz, die Heizungsanlage und die Elektrik begutachtet. Achten Sie außerdem auf ältere Baujahre, feuchte Keller, undichte Fenster oder veraltete Leitungen, die zu hohen Folgekosten führen können.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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