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FinanzbildungWohngebaeudeversicherung9 Min.

Wohngebäudeversicherung Der komplette Ratgeber für junge Eigentümer:innen

Wohngebäudeversicherung einfach erklärt: Was ist versichert, wann brauchst du sie und worauf junge Eigentümer:innen 2026 achten sollten.

WohngebäudeversicherunRechnerWas ist eine
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Absicherung für das Gebäude selbst gegen bestimmte Gefahren (nicht dein Hausrat
  • Grundgefahren typischerweise: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel
  • Abgrenzung zur Hausratversicherung: Gebäude = fest verbaut, Hausrat = bewegliche Sachen
  • Für Studierende relevant, sobald sie Wohneigentum erben, kaufen oder mitnutzen

Wohngebäudeversicherung auf einen Blick: Was du als Eigentümer wissen musst

Absicherung für das Gebäude selbst gegen bestimmte Gefahren (nicht dein Hausrat

Du hast gerade eine Immobilie geerbt, kaufst deine erste Wohnung oder fragst dich, welche Versicherung für dein Gebäude wirklich wichtig ist? Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude selbst – also nicht dein Sofa oder deinen Laptop, sondern die Wände, das Dach und alles, was fest verbaut ist. Ohne sie riskierst du im Schadensfall finanzielle Verluste, die für Berufseinsteiger:innen und junge Eigentümer:innen schnell existenzbedrohend werden können.

Kurzfassung: Eine Wohngebäudeversicherung schützt dein Haus oder deine Eigentumswohnung vor typischen Schäden durch Feuer, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel. Sie ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von finanzierenden Banken meist verlangt und ist wirtschaftlich nahezu unverzichtbar – besonders wenn du eine Immobilie erbst oder kaufst.

AUF EINEN BLICK

  • Grundgefahren typischerweise: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel
  • Abgrenzung zur Hausratversicherung: Gebäude = fest verbaut, Hausrat = bewegliche Sachen
  • Für Verbraucher:innen relevant, sobald sie Wohneigentum erben, kaufen oder mitnutzen

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Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Versichert sind i.d.R. fest verbundene Gebäudeteile, Heizung, Sanitär, teils Garagen/Nebengebäude

Eine Wohngebäudeversicherung ist eine Sachversicherung, die das Gebäude selbst gegen bestimmte Gefahren absichert. Gemeint ist dabei stets die Immobilie als Bauwerk – also Wände, Böden, Dach, fest eingebaute Installationen wie die Heizungsanlage, Wasserleitungen, eingemauerte Rohre und fest verklebte Fußbodenbeläge. Was du als Möbel ins Zimmer stellst, was auf dem Schreibtisch liegt oder was in deinem Kleiderschrank hängt, gehört dagegen nicht dazu – das ist Aufgabe der Hausratversicherung.

Die typischen Grundgefahren, die eine Standardpolice abdeckt, sind Feuer (einschließlich Blitzschlag und Explosion), Leitungswasser (etwa durch einen geplatzten Wasserhahn oder berstendes Rohr) sowie Sturm und Hagel. Diese drei Gefahrengruppen bilden traditionell das Herzstück jeder Wohngebäudeversicherung. Darüber hinaus können je nach Anbieter und Tarif weitere Risiken wie Elementarschäden durch Überschwemmung oder Starkregen gegen Aufpreis eingeschlossen werden – dazu später mehr.

Für viele Verbraucher:innen ist dieses Thema oft erst dann akut, wenn sie eine Immobilie erben, selbst kaufen oder in irgendeiner Form Miteigentümer:innen werden. Wer zur Miete wohnt, zahlt die Wohngebäudeversicherung indirekt über die Nebenkosten, denn der Vermieter ist üblicherweise der Versicherungsnehmer. Sobald du aber selbst im Grundbuch stehst oder die Verantwortung für ein Gebäude übernimmst, wirst du direkt mit dem Thema konfrontiert – und solltest es kennen.

Die Abgrenzung zur Hausratversicherung ist dabei entscheidend: Das Gebäude umfasst alles, was mit dem Bauwerk fest verbunden ist. Der Hausrat umfasst alle beweglichen Gegenstände, die du in das Gebäude einbringst. Ein eingebauter Einbauschrank zählt zum Gebäude, ein frei stehendes Regal zum Hausrat. Diese Unterscheidung klingt trivial, ist im Schadensfall aber bares Geld wert – denn eine falsch zugeordnete Schadenmeldung kann zur Ablehnung führen.

AUF EINEN BLICK

  • Elementarschäden (z.B. Überschwemmung, Starkregen) oft nur als Zusatzbaustein
  • Typische Ausschlüsse: grobe Fahrlässigkeit je nach Tarif, Verschleiß, Baumängel
  • Photovoltaik, Wallbox & Co. müssen ggf. separat eingeschlossen werden

Was ist versichert – und was fällt durchs Raster?

Beim Immobilienkauf verlangen finanzierende Banken meist einen Nachweis der Feuerversicherung

Versichert sind in der Regel alle fest mit dem Gebäude verbundenen Bestandteile: Mauerwerk, tragende Bauteile, Dach, Fenster und Außentüren, die Heizungsanlage, sanitäre Einrichtungen wie Badewannen und WC-Becken sowie eingebaute Elektroinstallationen. Bei Einfamilienhäusern sind häufig auch Garagen, Carports oder Nebengebäude auf dem gleichen Grundstück mitversichert – das sollte man jedoch im Vertrag genau prüfen, da manche Anbieter diese nur gegen Aufpreis einschließen.

Elementarschäden sind in einer Standardpolice meist nicht enthalten. Das bedeutet: Überschwemmung durch Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation, Erdrutsch, Erdbeben oder Schneedruck auf dem Dach sind ohne einen zusätzlichen Elementarschadenbaustein in der Regel kein Versicherungsfall. Gerade in Zeiten häufiger werdender Extremwetterereignisse ist das eine gefährliche Lücke. Dieser Zusatzbaustein sollte daher ernsthaft geprüft werden – besonders wenn die Immobilie in einem Risikogebiet liegt.

Typische Ausschlüsse, auf die du achten solltest: Schäden durch grobe Fahrlässigkeit sind in günstigen Tarifen oft nicht abgedeckt – wer also vergisst, das Fenster vor einem angekündigten Sturm zu schließen, kann auf den Kosten sitzen bleiben. Verschleiß, also der normale Alterungsprozess von Rohren oder Dichtungen, ist grundsätzlich kein Versicherungsfall. Ebenso wenig sind Baumängel versichert, die schon vor Abschluss der Police bestanden. Wer eine ältere Immobilie kauft oder erbt, sollte den Zustand des Gebäudes daher genau kennen.

Ein wachsendes Thema sind Photovoltaikanlagen und Ladeinfrastruktur für Elektroautos (Wallboxen): Diese werden von vielen Standardpolicen nicht automatisch erfasst und müssen explizit eingeschlossen oder separat versichert werden. Gleiches gilt für Schwimmbäder im Garten, Solaranlagen zur Warmwasserbereitung oder aufwendig gestaltete Außenanlagen. Wer sein Gebäude modernisiert, sollte die Versicherung unbedingt aktualisieren – sonst droht im Schadensfall eine böse Überraschung.

AUF EINEN BLICK

  • Beim Erben einer Immobilie: bestehende Police läuft oft weiter – prüfen und anpassen
  • Als WG in Eigentum oder bei Elternimmobilie: klären, wer Versicherungsnehmer ist
  • Nicht gesetzlich verpflichtend, aber wirtschaftlich fast unverzichtbar

Wann brauchst du als junge:r Eigentümer:in eine Wohngebäudeversicherung?

Zentrale Größe ist häufig der Versicherungswert bzw. der gleitende Neuwert

Wenn du eine Immobilie mit Bankfinanzierung erwirbst, wirst du spätestens beim Notartermin feststellen, dass die finanzierende Bank einen Nachweis über den Abschluss einer Feuerversicherung – als Teil der Wohngebäudeversicherung – verlangt. Das ist kein freiwilliger Wunsch der Bank, sondern eine faktische Kreditvoraussetzung: Das Darlehen ist durch das Objekt besichert, und die Bank möchte sichergehen, dass der Wert des Sicherungsobjekts im Schadensfall nicht einfach abbrennt.

Beim Erben einer Immobilie läuft die bestehende Police des Erblassers zunächst weiter – der Versicherungsschutz erlischt nicht automatisch mit dem Tod des Versicherungsnehmers. Das gibt dir Zeit, die Situation zu klären. Allerdings solltest du die bestehende Police schnellstmöglich prüfen: Stimmt der Versicherungswert noch? Sind alle Gebäudeteile erfasst? Ist der Tarif zeitgemäß? Veraltete Policen können Unterversicherung bedeuten, was im Schadensfall dazu führt, dass du nur anteilig entschädigt wirst.

Wer in einer WG lebt, die in einer Eigentumswohnung der Eltern untergebracht ist, oder wer die Elternimmobilie mitnutzt, sollte klären, wer rechtlich Versicherungsnehmer ist und ob der Versicherungsschutz auf die aktuellen Nutzungsverhältnisse zugeschnitten ist. Vermieten die Eltern Teile der Immobilie unter, ändern sich mitunter die Anforderungen an den Versicherungsschutz. Eine kurze Rücksprache mit der Versicherung schadet in diesem Fall nie.

Gesetzlich verpflichtend ist die Wohngebäudeversicherung in Deutschland nicht – anders als beispielsweise die Kfz-Haftpflichtversicherung für Fahrzeuge. Trotzdem ist sie für Eigentümer:innen wirtschaftlich nahezu unverzichtbar: Ein Brandschaden oder ein Wasserschaden durch einen geplatzten Heizungskreislauf kann sich schnell auf sechsstellige Beträge summieren. Ohne Versicherungsschutz trägst du dieses Risiko vollständig selbst.

AUF EINEN BLICK

  • Faktoren: Wohnfläche, Baujahr, Bauart, Region und gewählte Bausteine
  • Elementardeckung erhöht den Beitrag, kann aber existenziell wichtig sein
  • Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, erhöht aber deinen Eigenanteil im Schadenfall

Wie wird der Beitrag berechnet?

Wohngebäude: das Haus/die Immobilie selbst

Die zentrale Größe bei der Beitragsberechnung ist der Versicherungswert, genauer gesagt der sogenannte gleitende Neuwert. Dieser Wert soll sicherstellen, dass du im Totalschadensfall genug Geld erhältst, um das Gebäude in gleicher Art und Güte wiederaufzubauen – angepasst an aktuelle Baukosten. Dafür wird häufig der Wert 1914 als Berechnungsbasis herangezogen, der dann mit einem jährlich angepassten Baupreisindex multipliziert wird. Das klingt kompliziert, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Dein Versicherungsschutz passt sich automatisch an steigende Baukosten an.

Weitere wichtige Faktoren bei der Beitragsberechnung sind die Wohnfläche des Gebäudes, das Baujahr und die Bauart (Massivbau oder Holzrahmenbau haben unterschiedliche Risikoeinschätzungen), die geografische Lage und Postleitzahl sowie die gewählten Zusatzbausteine. Wer einen Elementarschadenbaustein hinzubucht, zahlt in der Regel einen spürbar höheren Beitrag – wie hoch dieser ausfällt, hängt maßgeblich von der Gefährdungszone ab, in der das Gebäude liegt.

Eine Selbstbeteiligung im Vertrag senkt den jährlichen Beitrag, bedeutet aber, dass du im Schadensfall einen festgelegten Betrag selbst trägst, bevor die Versicherung einspringt. Für junge Eigentümer:innen, die gerade einen Immobilienkauf finanziert haben und möglicherweise wenig Liquiditätspuffer haben, sollte dieser Kompromiss wohlüberlegt sein. Ein etwas höherer Beitrag ohne Selbstbehalt kann im Schadensfall deutlich entspannter sein als eine überraschende Eigenleistung in vierstelliger Höhe.

Wenn du die Versicherung neu abschließt oder eine bestehende Police prüfst, lohnt ein strukturierter Vergleich mehrerer Angebote. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den tatsächlichen Leistungsumfang – günstige Tarife sparen beim Beitrag, können aber bei Leistungsausschlüssen für grobe Fahrlässigkeit oder beim Fehlen wichtiger Bausteine teuer werden.

AspektWorauf es ankommt
Wohngebäude: das Haus/die Immobilie selbst,
Hausrat: MöbelElektronik und persönliche Gegenstände
Privathaftpflicht: Schädendie du anderen zufügst
Für Mietende ist meist Hausrat + Haftpflicht relevant, nicht die Wohngebäudeversicherung,

Wohngebäude-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung: Was ist der Unterschied?

Deckt u.a. Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Schneedruck je nach Tarif

Viele Verbraucher:innen verwechseln die drei zentralen Privatversicherungen im Bereich Wohnen. Dabei sind ihre Funktionen klar voneinander getrennt: Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude als Bauwerk – also die Immobilie selbst mit allem, was fest verbaut ist. Sie ist für Eigentümer:innen relevant, nicht für Mieter:innen. Die Hausratversicherung hingegen schützt alle beweglichen Gegenstände in deiner Wohnung: Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Fahrräder (mit Zusatz) und persönliche Wertgegenstände. Sie ist für alle relevant, unabhängig davon, ob sie mieten oder eine Immobilie besitzen.

Die Privathaftpflichtversicherung schließt die dritte Lücke: Sie tritt ein, wenn du anderen Personen oder deren Eigentum einen Schaden zufügst – also wenn du aus Versehen eine teure Vase beim Besuch zerstörst oder jemanden durch Unachtsamkeit verletzt. Diese Versicherung schützt dich vor Schadensersatzansprüchen Dritter. Sie ist inhaltlich vollständig unabhängig von der Wohngebäude- und Hausratversicherung.

Für Mieter:innen ergibt sich damit eine klare Empfehlung: Hausratversicherung und Privathaftpflichtversicherung sind die relevanten Absicherungen, nicht die Wohngebäudeversicherung – die zahlt der Vermieter und rechnet sie ggf. über die Nebenkosten ab. Erst wenn du selbst Eigentümer:in wirst, kommt die Wohngebäudeversicherung ins Spiel. Wer eine Eigentumswohnung kauft, ist über die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oft anteilig an einer gemeinschaftlichen Wohngebäudepolice beteiligt – das sollte beim Kauf geprüft werden.

AUF EINEN BLICK

  • Wird angesichts zunehmender Starkregenereignisse wichtiger
  • Verfügbarkeit und Beitrag hängen von der Gefährdungszone (ZÜRS) ab
  • Ohne diesen Baustein sind reine Standardpolicen bei Naturkatastrophen oft nicht leistungspflichtig

Elementarschadenversicherung: Schutz, den du in Zukunft immer stärker brauchst

Gleitender Neuwert und Unterversicherungsverzicht im Tarif prüfen

Der Elementarschadenbaustein erweitert die Wohngebäudeversicherung um Schutz gegen Naturgewalten, die von der Standardpolice nicht abgedeckt sind. Konkret können je nach Tarif Überschwemmung durch Starkregen oder Hochwasser, Rückstau aus der Kanalisation, Erdrutsch und Erdfall, Erdsenkung, Erdbeben, Schneedruck auf Dach und Konstruktion sowie Lawinen eingeschlossen werden. Ohne diesen Baustein ist eine reine Standardpolice bei Naturkatastrophen schlicht nicht leistungspflichtig – auch wenn das Gebäude massiv beschädigt wurde.

Die Relevanz dieses Bausteins ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Starkregenereignisse, die früher als Ausnahme galten, treten mittlerweile häufiger und in Regionen auf, die bisher als wenig gefährdet galten. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 hat vielen Eigentümer:innen schmerzhaft vor Augen geführt, was fehlender Elementarschutz im schlimmsten Fall bedeutet: totaler finanzieller Ruin ohne Versicherungsschutz.

Die Verfügbarkeit und der Preis des Elementarschutzes hängen von der sogenannten ZÜRS-Zone ab – dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen der deutschen Versicherungswirtschaft. Gebäude in hochgefährdeten Zonen (ZÜRS 3 und 4) zahlen deutlich mehr oder erhalten gar kein Angebot. In Niedrigrisikozonen (ZÜRS 1 und 2) ist der Aufpreis für den Elementarbaustein dagegen oft moderat und lohnt sich als Absicherung gegen das unwahrscheinliche, aber folgenreiche Ereignis.

Wenn du eine Immobilie kaufst oder erbst, solltest du die ZÜRS-Einstufung des Gebäudes als Teil deiner Immobilienbewertung mitdenken. Ein Objekt in einer hohen Gefährdungszone kann schwieriger und teurer zu versichern sein – das sollte in deine Kaufentscheidung oder in deine Risikoabwägung bei der Erbschaft einfließen.

AspektWorauf es ankommt
Gleitender Neuwert und Unterversicherungsverzicht im Tarif prüfen,
Grobe Fahrlässigkeit möglichst mitversichert,
Elementarbaustein und wichtige Erweiterungen (Ableitungsrohre, Rückstau) checken,
VertragslaufzeitKündigungsfristen und Selbstbeteiligung vergleichen

Worauf du beim Vergleich von Wohngebäudeversicherungen achten solltest

Bei Erbimmobilie: Doppelversicherung vermeiden und Tarif entrümpeln

Beim Vergleich verschiedener Angebote ist der Beitrag zwar ein wichtiges Kriterium, aber bei weitem nicht das einzige. Entscheidend ist zunächst, ob der Tarif den gleitenden Neuwert als Versicherungswert verwendet und ob ein Unterversicherungsverzicht enthalten ist. Der Unterversicherungsverzicht bedeutet, dass die Versicherung im Schadensfall auf die Prüfung verzichtet, ob du zu wenig versichert bist – das schützt dich vor anteiliger Kürzung der Entschädigung, solange du den Wert korrekt angegeben hast.

Ein weiteres wichtiges Leistungsmerkmal ist die Mitversicherung grober Fahrlässigkeit. Wer vergisst, eine defekte Heizung reparieren zu lassen, oder einen Adventskranz unbeaufsichtigt brennen lässt, kann in günstigen Tarifen leer ausgehen. Bessere Tarife schließen grobe Fahrlässigkeit ein – das erhöht zwar den Beitrag minimal, kann im Schadensfall aber den entscheidenden Unterschied machen.

Prüfe außerdem, welche Erweiterungen im Tarif enthalten sind oder dazugebucht werden können: Ableitungsrohraußen (also Leitungen außerhalb des Gebäudes), Rückstauschäden aus der Kanalisation, überspannungsbedingte Schäden durch Blitz und nicht zuletzt die Deckung für nachträglich installierte Photovoltaikanlagen oder Wallboxen. Diese Positionen tauchen in Standardpolicen oft nicht automatisch auf und müssen aktiv angefragt werden.

Achte auch auf die Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen. Viele Versicherungen laufen über drei Jahre mit automatischer Verlängerung – wer kündigen möchte, muss in der Regel mit einer Frist von drei Monaten zum Vertragsende handeln. Jahresverträge bieten mehr Flexibilität. Bevor du vorschnell abschließt, lohnt sich ein strukturierter Vergleich – am besten mit einem Tool, das alle relevanten Merkmale transparent auflistet.

AUF EINEN BLICK

  • Regelmäßig den Versicherungswert prüfen, um Über- und Unterversicherung zu vermeiden
  • Beiträge in dein monatliches Budget einplanen (Brutto-Netto & Fixkosten
  • Bei Unsicherheit unabhängige Beratung nutzen statt vorschnell abzuschließen

Klug planen: Kosten sparen und Fehler vermeiden

Wer eine Immobilie erbt, sollte als erstes prüfen, ob eine Doppelversicherung besteht – also ob das Objekt vielleicht bei zwei verschiedenen Versicherern gleichzeitig versichert ist. Das passiert häufiger als man denkt, wenn zum Beispiel der Erblasser eine alte Police hatte und die Erben spontan eine neue abschließen. Doppelversicherung bedeutet doppelter Beitrag, aber keine doppelte Leistung. Informiere die alte Versicherung über den Erbfall und kündige ggf. eine der Policen oder passe die bestehende an.

Regelmäßige Überprüfung des Versicherungswerts ist essenziell, um Über- und Unterversicherung zu vermeiden. Wer umgebaut, angebaut oder modernisiert hat, ohne den Versicherer zu informieren, riskiert Unterversicherung. Wer dagegen eine alte Police mit veralteten Werten weiterführt und die Immobilie im Wert gestiegen ist, zahlt möglicherweise zu wenig und erhält im Totalschadenfall nicht den vollständigen Wiederaufbauwert.

Wenn du gerade dein Budget als Berufseinsteiger:in oder bei einer Neuorientierung planst, denke daran, Versicherungsbeiträge als Fixkosten einzukalkulieren. Wohngebäudeversicherungsbeiträge werden in der Regel jährlich fällig – plane sie als fixen Jahresbetrag in deine Budgetübersicht ein und lege monatlich den entsprechenden Anteil zurück. Das verhindert böse Überraschungen, wenn die Jahresrechnung ins Haus flattert.

Bei Unsicherheiten gilt: Lieber eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen, als vorschnell den erstbesten Tarif abzuschließen. Unabhängige Versicherungsberater:innen oder Verbraucherzentralen können helfen, Angebote objektiv zu vergleichen, ohne Provisionsinteressen zu haben. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn es sich um eine wertvolle Immobilie handelt oder wenn die Versicherungssituation nach einer Erbschaft komplex ist.

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Häufige Fragen

Eine Wohngebäudeversicherung ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings verlangen viele Banken den Abschluss einer solchen Versicherung als Voraussetzung für die Vergabe einer Immobilienfinanzierung. Zudem kann der Verzicht auf den Versicherungsschutz im Schadensfall zu erheblichen finanziellen Belastungen führen.

Die Kosten für eine Wohngebäudeversicherung hängen von Faktoren wie Lage, Baujahr, Größe und Ausstattung des Gebäudes sowie dem gewählten Tarif ab. Sie können je nach Anbieter und individuellen Bedingungen stark variieren, sodass ein konkreter Betrag ohne Einzelfallprüfung nicht genannt werden kann. Ein Vergleich verschiedener Angebote ist daher empfehlenswert.

Die Wohngebäudeversicherung schützt das Gebäude selbst, also die fest mit dem Grundstück verbundenen Teile wie Mauern, Dach und fest eingebaute Installationen. Die Hausratversicherung deckt hingegen den beweglichen Hausrat ab, also Möbel, Elektronik und Kleidung. Beide Versicherungen ergänzen sich, decken aber unterschiedliche Risiken ab.

Ob die Wohngebäudeversicherung Überschwemmung und Starkregen abdeckt, hängt von der vereinbarten Gefahr ab. In der Grunddeckung sind diese Elementarschäden meist nicht enthalten, können aber durch einen Zusatzbaustein abgesichert werden. Für Regionen mit erhöhtem Risiko ist dieser Schutz besonders wichtig, sollte aber individuell geprüft werden.

Bei einer geerbten Immobilie geht die Verpflichtung zur Zahlung der Wohngebäudeversicherung auf die Erben über, sobald sie das Eigentum annehmen. Die Erben müssen die laufenden Beiträge übernehmen und den Versicherer über den Eigentümerwechsel informieren. Bis zur Klärung der Erbfolge bleibt der bisherige Vertrag bestehen und die Beiträge sind aus dem Nachlass zu zahlen.

Der gleitende Neuwert ist ein Anpassungsmechanismus in der Wohngebäudeversicherung, der die Versicherungssumme automatisch an die allgemeine Kostenentwicklung im Bausektor anpasst. Dadurch wird sichergestellt, dass im Schadensfall die Wiederherstellungskosten zu aktuellen Preisen abgedeckt sind. Diese Dynamik verhindert eine Unterversicherung, führt aber auch zu jährlich steigenden Beiträgen.

Als Mieterin oder Mieter benötigen Sie keine Wohngebäudeversicherung, da diese vom Eigentümer der Immobilie abgeschlossen wird. Sie sind jedoch für Ihren eigenen Hausrat verantwortlich, den Sie über eine Hausratversicherung absichern können. Eine private Haftpflichtversicherung ist ebenfalls sinnvoll, um Schäden abzudecken, die Sie am Gebäude verursachen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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