Beleihungsauslauf Definition, Berechnung & Bedeutung für deinen Kredit
Was ist der Beleihungsauslauf bei der Baufinanzierung? Formel, Beispiel & Tipps für junge Käufer:innen – so beeinflusst er deinen Zinssatz. Jetzt verstehen!
- Definition: Verhältnis von Darlehenssumme zum Beleihungswert der Immobilie, angegeben in Prozent
- Zeigt der Bank, welcher Teil des Immobilienwerts durch den Kredit belastet ist
- Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen: Loan-to-Value (LTV), Kaufpreis vs. Beleihungswert
- Warum das Thema auch für junge Käufer:innen wichtig ist: Zinshöhe und Kreditchance hängen daran
Beleihungsauslauf einfach erklärt: Was steckt hinter dieser Kennzahl?
Definition: Verhältnis von Darlehenssumme zum Beleihungswert der Immobilie, angegeben in Prozent
Wer eine Immobilie finanzieren möchte, stößt schnell auf den Begriff Beleihungsauslauf – und wer ihn versteht, verhandelt beim Kredit in der Regel besser. Diese Kennzahl kann maßgeblich darüber entscheiden, ob die Bank einen Kredit gewährt und zu welchem Zinssatz.
AUF EINEN BLICK
- Zeigt der Bank, welcher Teil des Immobilienwerts durch den Kredit belastet ist
- Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen: Loan-to-Value (LTV), Kaufpreis vs. Beleihungswert
- Warum das Thema auch für junge Käufer:innen wichtig ist: Zinshöhe und Kreditchance können davon abhängen
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Die tatsächlichen Zinskosten hängen von den Konditionen des Anbieters ab und können variieren – dies ist nur ein Rechenbeispiel, kein Angebot.
Was ist der Beleihungsauslauf?
Formel: Beleihungsauslauf = Darlehenssumme / Beleihungswert × 100
Der Beleihungsauslauf – im internationalen Kontext auch als Loan-to-Value (LTV) bekannt – ist eine der zentralen Kennzahlen im Immobilienkreditgeschäft. Er beschreibt das Verhältnis zwischen der aufgenommenen Darlehenssumme und dem sogenannten Beleihungswert der Immobilie, ausgedrückt in Prozent. Kurz gesagt: Er zeigt der Bank, welcher Anteil des von ihr als Sicherheit anerkannten Immobilienwerts durch dein Darlehen belastet ist. Je höher dieser Prozentsatz, desto mehr Risiko übernimmt die Bank – und desto teurer oder schwieriger kann die Finanzierung für dich werden.
Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen: Der Beleihungsauslauf wird in der Regel auf Basis des Beleihungswerts berechnet, nicht auf Basis des Kaufpreises oder des Verkehrswerts. Der Beleihungswert ist ein von der Bank vorsichtig ermittelter, langfristig erzielbarer Wert – er liegt häufig unter dem tatsächlichen Kaufpreis. Der internationale Begriff Loan-to-Value (LTV) bezieht sich hingegen oft auf den Marktwert oder Kaufpreis und ist deshalb nicht direkt mit dem deutschen Beleihungsauslauf gleichzusetzen. Diese Unterschiede klingen technisch, können aber sehr reale Auswirkungen auf deine Finanzierungsplanung haben.
Gerade für junge Käufer:innen und Berufseinsteiger:innen ist dieses Thema besonders relevant: Wer wenig Eigenkapital mitbringt – was in dieser Lebensphase häufig der Fall ist –, hat automatisch einen hohen Beleihungsauslauf. Und ein hoher Beleihungsauslauf kann bedeuten: höhere Zinsen, strengere Kreditprüfung und im Extremfall eine Ablehnung des Kreditantrags. Wer die Mechanik dahinter kennt, kann gegensteuern – durch gezielteres Sparen, durch Fördermittel oder durch einen realistischen Zeitplan für den Immobilienkauf.
AUF EINEN BLICK
- Rechenbeispiel mit Platzhalterwerten – realistische Zahlen bitte selbst über Rechner ermitteln
- Unterschied: Berechnung auf Kaufpreis- vs. Beleihungswert-Basis kann abweichen
- Praktischer Tipp: Eigenkapital senkt den Beleihungsauslauf in der Regel direkt
Beleihungsauslauf berechnen: So funktioniert die Formel
Beleihungswert: von der Bank vorsichtig geschätzter, langfristig erzielbarer Wert
Die Berechnung des Beleihungsauslaufs ist mathematisch unkompliziert. Die Formel lautet:
Beleihungsauslauf (%) = Darlehenssumme ÷ Beleihungswert × 100
Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Angenommen, du möchtest eine Wohnung kaufen, deren Beleihungswert die Bank mit einem bestimmten Betrag ansetzt. Du benötigst ein Darlehen, das einem bestimmten Prozentsatz dieses Wertes entspricht. Dann ergibt sich ein Beleihungsauslauf in Prozent. Diese Platzhalterwerte dienen nur der Illustration – welcher Beleihungsauslauf in deiner konkreten Situation realistisch ist, hängt von Kaufpreis, Eigenkapital, regionalen Immobilienwerten und der Bewertung durch die jeweilige Bank ab. Nutze dafür am besten einen interaktiven Rechner, um verschiedene Szenarien durchzuspielen.
Ein häufig übersehener Unterschied: Viele Käufer:innen rechnen den Beleihungsauslauf irrtümlich auf Basis des Kaufpreises, nicht des Beleihungswerts. Da der Beleihungswert in der Regel niedriger als der Kaufpreis ist, fällt der tatsächliche Beleihungsauslauf damit meist höher aus, als man zunächst annimmt. Wer also denkt, mit einem bestimmten Eigenkapitalanteil komfortabel unter einer bestimmten Schwelle zu liegen, könnte sich täuschen. Der praktische Hebel ist klar: Mehr Eigenkapital einzubringen senkt die Darlehenssumme direkt – und damit auch den Beleihungsauslauf. Jeder zusätzliche Euro Eigenkapital verbessert diese Kennzahl und kann je nach Anbieter zu günstigeren Zinsen führen.
AUF EINEN BLICK
- Sicherheitsabschlag der Bank gegenüber dem tatsächlichen Kaufpreis
- Warum der Beleihungswert oft niedriger ist als der Kaufpreis
- Bedeutung für die Höhe des benötigten Eigenkapitals
Beleihungswert, Kaufpreis und Verkehrswert: Was ist der Unterschied?
Niedriger Beleihungsauslauf = geringeres Risiko für die Bank = tendenziell bessere Zinsen
Der Beleihungswert ist kein Marktpreis, sondern eine bankspezifische Schutzgröße. Kreditinstitute ermitteln ihn nach konservativen, gesetzlich geregelten Kriterien – in Deutschland etwa nach den Vorgaben des Pfandbriefgesetzes und der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV). Ziel ist es, einen Wert zu ermitteln, der langfristig stabil ist – also auch dann noch erzielbar wäre, wenn der Immobilienmarkt unter Druck gerät. Deshalb fließen in den Beleihungswert keine kurzfristigen Marktübertreibungen ein; er bleibt in der Regel unter dem aktuellen Marktniveau.
Der Verkehrswert (auch Marktwert) spiegelt hingegen den aktuell am Markt erzielbaren Preis wider, also den Preis, den ein Käufer im normalen Geschäftsverkehr zahlen würde. Der Kaufpreis ist schließlich der konkret verhandelte Preis zwischen Käufer und Verkäufer – er kann über oder unter dem Verkehrswert liegen, je nach Verhandlung und Marktlage. In der Praxis gilt häufig: Beleihungswert ≤ Verkehrswert ≤ Kaufpreis (auch wenn es Ausnahmen gibt). Der sogenannte Sicherheitsabschlag, den Banken auf den Verkehrswert vornehmen, kann je nach Institut und Objekt variieren.
Für junge Käufer:innen hat diese Differenz eine direkte Konsequenz: Der Teil des Kaufpreises, der den Beleihungswert übersteigt, lässt sich durch das Hypothekendarlehen in der Regel nicht abdecken. Er muss aus Eigenkapital finanziert werden. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notargebühren und gegebenenfalls Maklercourtage –, die ebenfalls aus eigenen Mitteln aufzubringen sind. Wer diese Zusammenhänge frühzeitig versteht, kann seinen Eigenkapitalbedarf realistisch einschätzen und gezielt dafür sparen.
AUF EINEN BLICK
- Banken arbeiten mit Beleihungsgrenzen und Zinsstufen
- Realkreditgrenze und Zinsaufschläge bei hohem Auslauf
- Zahlengrenzen bewusst nicht genannt
Wie der Beleihungsauslauf deinen Zinssatz beeinflusst
Wenig Eigenkapital führt in der Regel zu hohem Beleihungsauslauf
Der Zusammenhang ist einfach, aber folgenreich: Ein niedriger Beleihungsauslauf bedeutet für die Bank ein geringeres Ausfallrisiko. Wenn du als Kreditnehmer:in in Zahlungsschwierigkeiten gerätst und die Immobilie zwangsversteigert werden muss, ist die Chance, dass die Bank ihr Darlehen vollständig zurückerhält, bei einem niedrigen Beleihungsauslauf deutlich höher. Dieses geringere Risiko lassen sich Banken in der Regel bezahlen – in Form niedrigerer Zinsen für dich.
In der Bankpraxis arbeiten Kreditinstitute deshalb mit sogenannten Beleihungsgrenzen und gestaffelten Zinsstufen. Je nach Höhe des Beleihungsauslaufs kann der angebotene Zinssatz auf eine neue Stufe springen. Das bedeutet: Schon kleine Verbesserungen beim Beleihungsauslauf – etwa durch etwas mehr Eigenkapital – können dazu führen, dass du in eine günstigere Zinsstufe rutschst und über die gesamte Laufzeit des Kredits spürbar weniger zahlst. Der Unterschied kann sich bei langen Laufzeiten und großen Darlehenssummen auf erhebliche Beträge summieren.
Besondere Bedeutung hat in Deutschland die sogenannte Realkreditgrenze. Bis zu dieser Grenze gilt ein Darlehen als besonders gut gesicherter Realkredit – was regulatorische Vorteile für die Bank mit sich bringen kann und sich oft in günstigeren Konditionen für Kreditnehmer:innen niederschlägt. Wird diese Grenze überschritten, müssen Banken in der Regel höhere Risikoaufschläge einkalkulieren. Ob und in welchem Ausmaß diese Aufschläge an dich weitergegeben werden, hängt vom Institut ab – aber das Prinzip ist klar: Höherer Auslauf, höheres Risiko, tendenziell teurere Finanzierung. Deshalb lohnt es sich immer, Angebote sorgfältig zu vergleichen – und dabei nicht nur auf den Nominalzins, sondern stets auf den effektiven Jahreszins zu achten, der alle Kosten einschließt.
AUF EINEN BLICK
- Vollfinanzierung (ohne oder mit sehr wenig Eigenkapital): Chancen und Risiken
- Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) zählen in der Regel nicht zum Beleihungswert
- Frühzeitiger Vermögensaufbau kann später den Beleihungsauslauf senken
Beleihungsauslauf und Eigenkapital: Was Sparer:innen und Berufseinsteiger:innen wissen müssen
Mehr Eigenkapital einbringen
Für viele Menschen, die über den Kauf einer eigenen Immobilie nachdenken, ist die Eigenkapitalsituation häufig angespannt. Wer gerade erst ins Berufsleben gestartet ist oder sich in den ersten Jahren im Job befindet, hat oft noch kein großes Vermögen aufgebaut – und das schlägt sich direkt im Beleihungsauslauf nieder. Wenig Eigenkapital bedeutet eine höhere Darlehenssumme und damit einen hohen Beleihungsauslauf. Das wiederum kann zu schlechteren Zinskonditionen führen oder die Kreditvergabe in manchen Fällen erschweren.
Eine Sonderrolle spielen sogenannte Vollfinanzierungen – also Finanzierungen ohne oder mit sehr geringem Eigenkapital. Sie sind möglich, aber mit erheblichen Risiken verbunden: Die Zinsen sind in der Regel deutlich höher, die monatliche Belastung größer, und das Risiko einer sogenannten Überschuldungssituation steigt, wenn der Immobilienwert fällt oder das Einkommen wegbricht. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen eine Vollfinanzierung sinnvoll sein kann – etwa wenn vorhandenes Kapital anderweitig höhere Renditen erzielt oder wenn die eigene Einkommenssituation sehr stabil und klar aufwärtsgerichtet ist. Das ist jedoch eine Einzelfallentscheidung, die eine gründliche und unabhängige Beratung erfordert.
Besonders wichtig: Die Kaufnebenkosten – also Grunderwerbsteuer, Notargebühren und gegebenenfalls Maklercourtage – zählen in der Regel nicht zum Beleihungswert und können damit meist nicht über das Hypothekendarlehen finanziert werden. Sie müssen in der Regel vollständig aus Eigenkapital bestritten werden. Diese Kosten können je nach Bundesland und Maklervereinbarung einen erheblichen Anteil des Kaufpreises ausmachen und werden von Erstkäufer:innen erfahrungsgemäß unterschätzt. Wer sie nicht in der Finanzierungsplanung berücksichtigt, kann schnell in eine Liquiditätsklemme geraten.
Die gute Nachricht: Frühzeitiger Vermögensaufbau zahlt sich hier doppelt aus. Wer konsequent spart – etwa über ETF-Sparpläne, Bausparverträge oder andere Anlageformen –, verbessert nicht nur seine finanzielle Ausgangslage, sondern senkt damit in der Regel direkt den späteren Beleihungsauslauf und spart sich im Ergebnis unter Umständen Tausende Euro an Zinsen. Der Sparerpauschbetrag sorgt dabei dafür, dass Kapitalerträge bis zu einer bestimmten Grenze steuerfrei bleiben können – ein kleiner, aber feiner Vorteil beim langfristigen Vermögensaufbau.
AUF EINEN BLICK
- Eigenleistungen (Muskelhypothek) beim Bau anrechnen lassen
- Fördermittel und zinsgünstige Programme prüfen (z. B. KfW)
- Bausparvertrag oder frühzeitiges Sparen als Eigenkapitalquelle
Beleihungsauslauf senken: Was du aktiv tun kannst
Kaufpreis mit Beleihungswert verwechseln
Der direkteste Weg, den Beleihungsauslauf zu senken, ist mehr Eigenkapital. Das klingt simpel, erfordert aber Planung und Zeit. Neben klassischem Sparen auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten bieten sich ETF-Sparpläne für mittel- bis langfristige Anlagehorizonte an. Wer früh anfängt, profitiert vom Zinseszinseffekt und kann bei einem Kaufzeitpunkt in einigen Jahren einen spürbaren Kapitalstock aufbauen.
Beim Bau einer Immobilie gibt es eine weitere Möglichkeit: die sogenannte Muskelhypothek. Eigenleistungen, die du selbst in den Bau einbringst – etwa Malerarbeiten, Fliesenlegen oder einfache Installationsarbeiten –, können von der Bank als Eigenkapitalersatz anerkannt werden. Voraussetzung ist, dass du die entsprechenden Fähigkeiten nachweisen kannst und die Bank diese Leistungen akzeptiert. Der anerkannte Wert variiert je nach Institut und Leistungsart.
Fördermittel sind ein oft unterschätzter Hebel. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Programme für energieeffizientes Bauen und Kaufen an, die den Finanzierungsbedarf reduzieren oder günstig ergänzen können. Wichtig: KfW-Darlehen können den Beleihungsauslauf in manchen Konstellationen positiv beeinflussen, weil sie separate Fördertöpfe darstellen – wie genau das im konkreten Fall wirkt, sollte mit der Hausbank oder einem unabhängigen Finanzberater besprochen werden.
Bausparverträge sind eine weitere klassische Eigenkapitalquelle. Sie kombinieren eine Ansparphase mit einem Darlehensanspruch zu festgelegten Konditionen – was besonders in Zeiten schwankender Zinsen Planungssicherheit bieten kann. Wer frühzeitig einen Bausparvertrag abschließt, schafft sich langfristig eine zweite Eigenkapitalsäule neben dem normalen Sparaufbau.
AUF EINEN BLICK
- Nebenkosten in der Finanzierungsplanung vergessen
- Zinsunterschiede zwischen Beleihungsstufen unterschätzen
- Angebote nur nach Nominalzins statt Effektivzins vergleichen
Häufige Fehler beim Thema Beleihungsauslauf
Mit unserem Rechner Eigenkapital, Darlehen und mögliche Zinsstufen durchspielen
Der verbreitetste Irrtum: Kaufpreis und Beleihungswert gleichzusetzen. Wer den Beleihungsauslauf auf Basis des Kaufpreises berechnet, unterschätzt die tatsächliche Belastungsquote in der Regel – mit dem Ergebnis, dass die Konditionsangebote der Bank überraschend schlechter ausfallen können als erwartet. Die eigene Planung sollte deshalb immer den vorsichtiger angesetzten Beleihungswert berücksichtigen, auch wenn dieser erst nach einer Bankbewertung feststeht.
Ebenfalls häufig unterschätzt: die Nebenkosten des Immobilienkaufs. Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbucheintrag und gegebenenfalls Maklerprovisionen summieren sich schnell auf einen erheblichen Prozentsatz des Kaufpreises – und müssen in der Regel vollständig aus Eigenkapital gedeckt werden, da sie meist nicht über das Hypothekendarlehen finanzierbar sind. Wer diese Kosten nicht einkalkuliert, muss unter Umständen kurzfristig zusätzliche Mittel aufbringen oder hat weniger Eigenkapital für den eigentlichen Kauf übrig – was den Beleihungsauslauf wieder erhöhen kann.
Ein weiterer Fehler liegt darin, die Zinsunterschiede zwischen verschiedenen Beleihungsstufen zu unterschätzen. Auf den ersten Blick wirken kleine Zinsabweichungen unerheblich – über eine lange Laufzeit und eine hohe Darlehenssumme summieren sich selbst minimale Zinsunterschiede zu erheblichen Mehrkosten. Und schließlich: Viele Kreditnehmer:innen vergleichen Angebote ausschließlich nach dem Nominalzins. Entscheidend für einen fairen Vergleich ist aber der effektive Jahreszins, der neben dem Nominalzins auch Bearbeitungsgebühren und andere Kosten einschließen kann.
AUF EINEN BLICK
- Frühzeitig Finanz-Score und Sparziel im Blick behalten
- Unabhängige Beratung einholen, bevor du dich bindest
- Immobilien-Absicherung (z. B. Berufsunfähigkeit zur Kreditsicherung) mitdenken
Beleihungsauslauf prüfen und Finanzierung konkret planen
Theorie ist gut – aber der entscheidende Schritt ist die eigene Zahlen-Analyse. Mit einem interaktiven Rechner kannst du verschiedene Szenarien durchspielen: Wie verändert sich dein Beleihungsauslauf, wenn du länger sparst? Wann erreichst du eine günstigere Zinsstufe? Wie wirken sich unterschiedliche Immobilienwerte auf deinen Eigenkapitalbedarf aus? Diese Fragen lassen sich mit einem guten Werkzeug in der Regel schnell und anschaulich beantworten.
Parallel dazu lohnt es sich, den eigenen Finanz-Score und das konkrete Sparziel regelmäßig im Blick zu behalten. Wer weiß, wie viel Eigenkapital er in den kommenden Jahren realistisch aufgebaut haben wird, kann den Kaufzeitpunkt strategisch wählen – und so in eine bessere Ausgangsposition beim Kreditgespräch kommen. Frühzeitiges Planen zahlt sich hier meist aus.
Vor jeder Kreditentscheidung solltest du außerdem unabhängige Beratung einholen. Banken haben eigene Interessen; unabhängige Finanzberater oder Verbraucherzentralen können helfen, Angebote objektiv zu vergleichen und Fallstricke zu identifizieren. Das gilt besonders bei komplexen Finanzierungsstrukturen oder wenn mehrere Förderprogramme kombiniert werden sollen.
Nicht vergessen: Eine Immobilienfinanzierung ist auch eine Absicherungsfrage. Wer einen langjährigen Kredit aufnimmt, sollte prüfen, ob im Fall von Berufsunfähigkeit oder anderen Einkommensausfällen die laufenden Raten weiterhin bedient werden können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann hier ein wichtiger Baustein sein, der die gesamte Finanzierungskonstruktion absichert – und im Ernstfall den Verlust der Immobilie verhindern kann.
Dein nächster Schritt: Eigenkapital und Beleihungsauslauf im Blick behalten
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Häufige Fragen
Der Beleihungsauslauf gibt an, wie hoch der Kreditbetrag im Verhältnis zum Beleihungswert der Immobilie ist. Einfach gesagt zeigt er, wie viel Prozent der Immobilie noch nicht durch Eigenkapital abgedeckt sind.
Du berechnest den Beleihungsauslauf, indem du die Darlehenssumme durch den Beleihungswert der Immobilie teilst und das Ergebnis mit 100 multiplizierst. Das Ergebnis ist der prozentuale Anteil, den die Bank als Kredit absichert.
Ein niedriger Beleihungsauslauf gilt in der Regel als günstig, da du dann bessere Konditionen und niedrigere Zinsen erhalten kannst. Höhere Werte führen in der Regel zu höheren Zinsaufschlägen, wobei die genauen Grenzwerte je nach Bank variieren können.
Der Beleihungswert ist der von der Bank ermittelte, konservative Schätzwert der Immobilie, der als Sicherheitsbasis dient. Der Beleihungsauslauf ist dagegen das Verhältnis zwischen Kreditsumme und diesem Beleihungswert, also eine Kennzahl, die das Risiko für die Bank beziffert.
Der Beleihungswert liegt meist unter dem Kaufpreis, weil Banken langfristige Wertschwankungen und mögliche Preisrückgänge am Immobilienmarkt berücksichtigen. Sie bewerten die Immobilie vorsichtiger als den aktuellen Marktpreis, um im Fall einer Zwangsversteigerung ausreichend Sicherheit zu haben.
Du senkst deinen Beleihungsauslauf, indem du mehr Eigenkapital einbringst und dadurch die Darlehenssumme reduzierst. Auch eine höhere Tilgung in den ersten Jahren oder Sondertilgungen können den Beleihungsauslauf im Laufe der Zeit verringern.
In der Regel zählen Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten nicht zum Beleihungsauslauf, da sie meist nicht über die Immobilie abgesichert werden. Diese Kosten müssen oft aus Eigenkapital finanziert werden, da Banken sie häufig nicht in die Beleihung einbeziehen.
Ja, auch bei einer Vollfinanzierung spielt der Beleihungsauslauf eine wichtige Rolle, da er dann in der Regel über 100 Prozent liegt. Dies kann zu höheren Zinsen und gegebenenfalls zu zusätzlichen Sicherheiten führen, da die Bank ein erhöhtes Risiko trägt.
Quellen & Stand 09.07.2026
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