Der Weg zur Fachkraft für Lagerlogistik ist klarer, als du vielleicht denkst – egal ob über die klassische Ausbildung oder eine geförderte Umschulung mit Bildungsgutschein. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, welche Möglichkeiten du hast, was der Beruf beinhaltet und womit du langfristig rechnen kannst.
Primärquellen zu diesem Abschnitt: BA: Bildungsgutschein · § 81 SGB III · Rechtsstand 07/2026.
Primärquellen zu diesem Abschnitt: BA-Merkblatt 6 · BA: Bildungsgutschein · § 81 SGB III · Rechtsstand 07/2026.
⚡ Das Wichtigste in Kürze
- Als Fachkraft für Lagerlogistik steuerst du den gesamten Warenfluss in einem Unternehmen – vom Wareneingang über die Lagerung bis zum Versand.
- Der klassische Weg ist eine 3-jährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik (beim Fachlageristen sind es 2 Jahre).
- Wenn du bereits älter bist, im Berufsleben stehst oder keinen Berufsabschluss hast, ist eine geförderte Umschulung oft der bessere Weg.
Das Berufsbild: Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?
Als Fachkraft für Lagerlogistik steuerst du den gesamten Warenfluss in einem Unternehmen – vom Wareneingang über die Lagerung bis zum Versand. Zu deinen Aufgaben gehören unter anderem:
- Kontrolle und Buchung von Wareneingängen
- Planung und Organisation von Lagerflächen
- Kommissionierung und Versandvorbereitung
- Disposition, Tourenplanung und teilweise Zollabwicklung
- Arbeiten mit Lagerverwaltungssystemen wie SAP
Damit unterscheidet sich die Fachkraft für Lagerlogistik vom Fachlageristen vor allem durch mehr planerische und organisatorische Verantwortung.
Regulär 3 Jahre als duale Ausbildung. Als geförderte Umschulung wird sie in der Regel auf zwei Drittel verkürzt, also auf etwa 2 Jahre.
Weg 1: Die reguläre duale Ausbildung
Der klassische Weg ist eine 3-jährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik (beim Fachlageristen sind es 2 Jahre). Du lernst im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule und schließt mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer ab. Dieser Weg eignet sich besonders für Schulabgänger:innen, die direkt in den Beruf starten möchten.
„Im Grundsicherungsgeld-Bezug kommt zusätzlich das Weiterbildungsgeld von 150 € im Monat (§ 87a) hinzu, plus Prämien von derzeit 1.000 € bzw."
Weg 2: Umschulung mit Bildungsgutschein
Wenn du bereits älter bist, im Berufsleben stehst oder keinen Berufsabschluss hast, ist eine geförderte Umschulung oft der bessere Weg. So gehst du vor:
- Termin bei deiner Agentur für Arbeit vereinbaren
- Prüfen lassen, ob ein Bildungsgutschein nach § 81 SGB III möglich ist – ein Rechtsanspruch besteht nach § 81 Abs. 2 SGB III, wenn du noch keinen Erstabschluss hast, ansonsten ist es eine Ermessensleistung
- Nach Bewilligung steht dir der aufgedruckte Gültigkeitszeitraum zur Verfügung, um bei einem AZAV-zertifizierten Träger einzulösen
- Die Umschulung dauert in der Regel zwei Drittel der regulären Ausbildungszeit, also rund 2 Jahre statt 3
- Abschluss mit derselben Prüfung wie in der regulären Ausbildung
Über 50.000 KURSNET-Kurse mit separat zu prüfender AZAV-Zulassung auf unserem Portal helfen dir, den passenden Träger für deine Umschulung zu finden.
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Was kostet dich das – und was zahlt das Arbeitsamt?
Mit bewilligtem Bildungsgutschein trägt die Agentur für Arbeit:
- 100 % der Lehrgangskosten
- Fahrkosten bis 588 € im Monat
- Kinderbetreuungskosten bis 160 € im Monat je Kind (§ 83 SGB III)
Dein ALG I läuft während der Umschulung weiter. Im Grundsicherungsgeld-Bezug kommt zusätzlich das Weiterbildungsgeld von 150 € im Monat (§ 87a) hinzu, plus Prämien von derzeit 1.000 € bzw. 1.500 € für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfung.
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Gehalt, Zusatzqualifikationen und Aufstieg
Nach Abschluss – ob über Ausbildung oder Umschulung – liegt das Einstiegsgehalt laut StudySmarter Jobbörse bei rund 26.500 € brutto im Jahr. Der Median über alle Erfahrungsstufen beträgt 33.000 €, die Spanne reicht von 27.000 € bis 48.000 €. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung sind im Schnitt rund 39.500 € drin.
Zusatzqualifikationen wie Staplerschein, Ladungssicherung, Gefahrgut (ADR) und SAP-Kenntnisse steigern deine Chancen und dein Gehalt zusätzlich. Langfristig stehen dir mit Weiterbildungen zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistik auch Führungspositionen offen. Der Arbeitsmarkt ist laut BA-Engpassanalyse 2025 stabil (Vakanzzeit 65 Tage, Arbeitslosenquote 4,9 %, kein Engpassberuf), mit aktuell über 5.000 passenden offenen Stellen in unserer Jobbörse.
Primärquellen zu diesem Abschnitt: BA: Fachkräfteengpassanalyse · Rechtsstand 07/2026.
Stand 07/2026: Förderumfang und Höchstbeträge nach BA-Merkblatt 6; Voraussetzungen nach § 81 SGB III. Maßgeblich sind dein Bescheid und die individuelle Beratung.