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Rürup-Rente lohnt sich: Wann die Basisrente für dich sinnvoll ist

Die Rürup-Rente ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die vor allem für Selbstständige mit hohem Einkommen interessant sein kann. Ob sie sich für dich lohnt, hängt von deinem Steuersatz, deiner Flexibilität und deiner Lebens­planung ab.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Rürup-Rente ist unkündbar und kann nur beitragsfrei gestellt werden.
  • Beiträge sind 2026 zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar, die Rente wird später versteuert.
  • Eine Kapitalauszahlung ist nicht möglich, du erhältst eine lebenslange monatliche Rente.
  • Für Selbstständige mit stabilem Einkommen über 100.000 Euro und hohem Steuersatz kann sie sich lohnen.

01 · Grundlagen

Was ist die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ist eine private Altersvorsorge, die zur ersten Schicht der Altersvorsorge gehört. Sie wurde 2005 eingeführt und ist kapitalgedeckt, das heißt, du sparst dein eigenes Vermögen an.

Anders als die gesetzliche Rente funktioniert die Rürup-Rente nach dem Kapitaldeckungsverfahren. Du zahlst also in deinen eigenen Vertrag ein und bildest ein Vermögen, aus dem später deine Rente fließt. Das Geld ist bis zum Rentenbeginn gebunden, ein vorzeitiger Zugriff auf das Kapital ist ausgeschlossen.

Du kannst den Vertrag nicht kündigen, sondern nur beitragsfrei stellen. Das bedeutet, dass du die Einzahlungen stoppst, das vorhandene Geld aber bis zur Rente im Vertrag bleibt. In dieser Zeit laufen die Verwaltungskosten weiter und werden deinem Guthaben entnommen.

Für wen sich dieses Modell eignet, hängt stark von deiner Lebensplanung ab. Die Rürup-Rente ist unkündbar und daher nur für Geld geeignet, das du bis zur Rente sicher nicht benötigst.

Kurz erklärt

Rürup-Rente (Basisrente)

Eine staatlich geförderte private Rentenversicherung, die vor allem für Selbstständige konzipiert wurde. Sie ist unkündbar, bietet eine lebenslange Rente und wird in der Ansparphase steuerlich gefördert.

Sie gehört zur ersten Schicht der Altersvorsorge, ähnlich wie die gesetzliche Rentenversicherung.

02 · Was gilt

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?

Nicht jeder profitiert von einer Rürup-Rente. Entscheidend sind dein Einkommen, dein Steuersatz und ob du selbstständig oder angestellt bist.

Die Rürup-Rente wurde für Selbstständige entwickelt, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Für dich als Studierende oder Angestellte mit niedrigem Einkommen ist sie in der Regel nicht die erste Wahl. Der Grund liegt im Steuervorteil, der erst bei einem hohen zu versteuernden Einkommen richtig wirkt.

Ein Vorteil entsteht vor allem dann, wenn dein Grenzsteuersatz hoch ist. Das ist oft erst bei einem jährlichen Einkommen deutlich über 100.000 Euro der Fall. In der Auszahlungsphase musst du die Rente schließlich versteuern, was den anfänglichen Vorteil wieder reduziert.

Für dich als Studierende ohne nennenswertes Einkommen ist die Förderung aktuell nahezu wirkungslos. Ein Vertrag lohnt sich nur, wenn du dauerhaft mit einem hohen Einkommen und einem Grenzsteuersatz über 35 Prozent rechnen kannst.

Lohnt sich oft

·Selbstständige und Freiberufler ohne Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung
·Gutverdiener mit stabilem Einkommen über 100.000 Euro
·Personen mit einem Grenzsteuersatz über 35 Prozent
·Sparer, die eine lebenslange Rente ohne Kapitalwahlrecht akzeptieren

Lohnt sich selten

·Angestellte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen
·Sparer, die flexibel auf ihr Geld zugreifen möchten
·Personen, die eine Kapitalauszahlung im Alter wünschen
·Jüngere Selbstständige mit unregelmäßigem Einkommen

03 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert die steuerliche Förderung?

Die Rürup-Rente bietet in der Ansparphase einen Steuervorteil, der mit deinem Einkommen steigt. Die Auszahlungen im Alter werden dagegen nachgelagert besteuert.

In der Ansparphase kannst du deine Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Im Jahr 2026 sind Beiträge bis zu 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare zu 100 Prozent absetzbar. Dieser Betrag mindert dein zu versteuerndes Einkommen und damit deine Steuerlast.

Die Ersparnis ist umso größer, je höher dein persönlicher Steuersatz ist. Wer wenig verdient und kaum Steuern zahlt, hat von diesem Mechanismus kaum etwas. Die Förderung wirkt also wie eine Steuerstundung, nicht wie eine Zulage.

Im Alter musst du die Auszahlungen versteuern. Für Renten, die im Jahr 2026 beginnen, sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig. Ab dem Jahr 2058 gilt die volle Besteuerung von 100 Prozent.

01

Beiträge einzahlen

Du zahlst regelmäßig Beiträge in deinen Rürup-Vertrag ein. 2026 sind diese zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar.

02

Steuervorteil nutzen

Die Beiträge mindern dein zu versteuerndes Einkommen. Je höher dein Steuersatz, desto größer ist die Ersparnis.

03

Rente beziehen

Im Alter erhältst du eine lebenslange monatliche Rente. Diese wird nachgelagert besteuert, 2026 sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig.

04 · Vergleich

Rürup-Rente im Vergleich zur gesetzlichen Rentenversicherung

Für Selbstständige stellt sich oft die Frage: Rürup-Rente oder freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung? Beide Wege haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Die gesetzliche Rentenversicherung bietet dir als Selbstständige eine Pflichtversicherung mit umfassendem Schutz. Dazu gehören eine Absicherung bei Erwerbsminderung sowie eine Witwen- oder Witwerrente für Hinterbliebene. Diese Leistungen sind in einem Rürup-Vertrag nicht automatisch enthalten.

Ein Rürup-Vertrag ist dagegen reine Altersvorsorge. Du erhältst eine lebenslange Rente, aber keinen Schutz bei Berufsunfähigkeit oder für deine Familie. Solche Zusatzleistungen musst du separat abschließen, was zusätzliche Kosten verursacht.

Beide Wege sind unflexibel, denn du kommst vor der Rente nicht an dein Geld. Die gesetzliche Rente bietet dir jedoch eine eingebaute Risikoabsicherung, die ein Rürup-Vertrag nicht ersetzen kann.

Rürup-Rente vs. gesetzliche Rentenversicherung
Rürup-RenteGesetzliche Rentenversicherung
FlexibilitätUnkündbar, nur beitragsfrei stellbarBeiträge können angepasst werden
KapitalwahlrechtNicht möglichNicht möglich
HinterbliebenenschutzNur mit Zusatzbaustein (Rentengarantiezeit)Witwen- und Witwerrente enthalten
Steuerliche FörderungBeiträge zu 100 % absetzbar (2026)Beiträge zu 100 % absetzbar (2026)

05 · Fehler vermeiden

Was passiert bei Beitragsfreistellung?

Wenn du deine Beiträge nicht mehr zahlen kannst oder willst, kannst du den Vertrag beitragsfrei stellen. Das hat jedoch finanzielle Folgen.

Das bedeutet, dass du keine Einzahlungen mehr leistest, der Vertrag aber bestehen bleibt. Eine Kündigung mit Auszahlung deines Guthabens ist gesetzlich ausgeschlossen.

Die laufenden Verwaltungskosten werden weiterhin aus deinem Vertragsguthaben bezahlt. Dadurch kann dein angespartes Kapital über die Jahre weniger werden, obwohl du kein Geld mehr einzahlst. Hinzu kommt der Wertverlust durch die Inflation.

Eine Beitragsfreistellung ist daher selten eine gute Idee. Überlege vor Abschluss genau, ob du die Beiträge über Jahrzehnte sicher aufbringen kannst, denn ein Ausstieg ist nicht vorgesehen.

Risiken der Beitragsfreistellung

·Die Verwaltungskosten laufen weiter und werden deinem Vertragsguthaben entnommen.
·Dein angespartes Kapital kann durch die laufenden Kosten über die Jahre weniger werden.
·Die Inflation verringert zusätzlich den Wert deines Guthabens.
·Eine spätere Wiederaufnahme der Beitragszahlung ist möglich, aber nicht immer sinnvoll.

06 · Was gilt

Welche Anlageformen gibt es bei der Rürup-Rente?

Du kannst bei der Rürup-Rente zwischen verschiedenen Anlageformen wählen. Die Wahl beeinflusst deine Renditechancen und das Risiko.

Die klassische Rentenversicherung bietet einen Garantiezins, ist aber oft renditeschwach. Fondsgebundene Rentenversicherungen ohne Garantie haben höhere Renditechancen, dafür aber auch ein höheres Risiko.

Einige wenige Anbieter haben Fondssparpläne im Programm, die ohne Versicherungsmantel auskommen. Diese sind oft kostengünstiger, aber nicht überall verfügbar. Ein reines Aktien-ETF-Depot ohne Versicherungsmantel ist in einem Rürup-Vertrag nicht möglich.

Für dich bedeutet das: Du musst dich mit der Anlageform auseinandersetzen. Fondsgebundene Tarife ohne Garantie sind für lange Laufzeiten meist die renditestärkste Option innerhalb der Rürup-Rente.

Verfügbar

·Klassische Rentenversicherung mit Garantiezins
·Fondsgebundene Rentenversicherung ohne Garantie
·Fondssparpläne bei wenigen Anbietern

Nicht verfügbar

·Aktien-ETFs ohne Versicherungsmantel
·Tagesgeld oder Festgeld
·Immobilienfonds mit Kapitalwahlrecht

07 · Im Vertrag

Rürup-Rente mit Berufsunfähigkeits­versicherung kombinieren?

Viele Vermittler bieten eine Rürup-Rente mit integrierter Berufsunfähigkeitsversicherung an. Diese Kombination ist jedoch oft nachteilig.

Diese Kombination klingt praktisch, ist aber oft nachteilig. Du koppelst eine wichtige Risikoabsicherung an einen unflexiblen Altersvorsorgevertrag, den du nicht kündigen kannst.

Wenn du die Beiträge nicht mehr zahlen kannst, verlierst du im schlimmsten Fall auch den Schutz bei Berufsunfähigkeit. Zudem sind die Kosten der Kombination oft höher als bei zwei getrennten Verträgen. Viele Studierende bereuen den Abschluss einer solchen Kombination später.

Für dich ist die klare Empfehlung, die Berufsunfähigkeitsversicherung separat abzuschließen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte niemals an einen unkündbaren Rürup-Vertrag gekoppelt werden.

Wichtige Klauseln und Bedingungen

UnkündbarkeitNachteilDer Vertrag kann nicht gekündigt werden, nur beitragsfrei gestellt. Das schränkt deine Flexibilität stark ein.
Kein KapitalwahlrechtNachteilDu kannst dir das angesparte Kapital nicht auf einen Schlag auszahlen lassen, sondern erhältst nur eine monatliche Rente.
RentengarantiezeitZusatzbausteinGegen Aufpreis kann die Rente für eine bestimmte Anzahl an Jahren an deine Erben ausgezahlt werden.
Nachgelagerte BesteuerungBedingung2026 sind 84 Prozent deiner Rente steuerpflichtig, ab 2058 dann 100 Prozent.

08 · Kosten

Welche Kosten fallen bei der Rürup-Rente an?

Die Kosten einer Rürup-Rente können deine Rendite erheblich schmälern. Achte besonders auf Abschluss- und Verwaltungskosten.

Abschlusskosten fallen oft in den ersten Jahren an und können zwischen 0,5 und 2,5 Prozent der gesamten Beitragssumme liegen. Diese Kosten werden meist auf die ersten fünf Vertragsjahre verteilt.

Zusätzlich fallen jährliche Verwaltungskosten an, die zwischen 0,5 und 2 Prozent deines Vertragsguthabens liegen können. Bei fondsgebundenen Tarifen kommen noch Fondskosten von 0,2 bis 1,5 Prozent pro Jahr hinzu. Diese laufenden Kosten reduzieren dein angespartes Kapital dauerhaft.

Ein Vergleich der Kosten ist daher unerlässlich. Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten können den Steuervorteil der Rürup-Rente komplett aufzehren.

09 · Hintergrund

Welche Alternativen zur Rürup-Rente gibt es?

Bevor du dich für eine Rürup-Rente entscheidest, solltest du Alternativen prüfen. Je nach Lebenssituation gibt es flexiblere oder renditestärkere Optionen.

Für dich als Studierende ist ein ETF-Sparplan oft die flexiblere Alternative. Du kannst jederzeit auf dein Geld zugreifen, hast ein Kapitalwahlrecht und zahlst in der Regel deutlich geringere Kosten. Dafür verzichtest du auf den Steuervorteil in der Ansparphase.

Wenn du später selbstständig bist, kannst du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das bietet dir eine Absicherung bei Erwerbsminderung und eine Witwenrente, ist aber ebenfalls unflexibel. Für Angestellte ist die betriebliche Altersvorsorge oft die bessere Wahl, da der Arbeitgeber einen Teil der Beiträge übernimmt.

Die Wahl hängt von deiner Lebenssituation ab. Für die meisten Studierenden ist ein flexibler ETF-Sparplan die bessere erste Altersvorsorge als ein unkündbarer Rürup-Vertrag.

Für Selbstständige ist die freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung eine Alternative. Sie bietet eine Absicherung bei Erwerbsminderung und eine Witwenrente, ist aber ebenfalls unflexibel.

Ein ETF-Sparplan ist deutlich flexibler und oft kostengünstiger als eine Rürup-Rente. Du kannst jederzeit auf dein Geld zugreifen und hast ein Kapitalwahlrecht, verzichtest aber auf den Steuervorteil in der Ansparphase.

Für Angestellte ist die betriebliche Altersvorsorge oft die bessere Wahl, da der Arbeitgeber einen Teil der Beiträge übernimmt. Auch hier gibt es Steuervorteile, aber mehr Flexibilität als bei der Rürup-Rente.

10 · Checkliste

Rürup-Rente im Test: Worauf du achten solltest

Wenn du dich für eine Rürup-Rente entscheidest, solltest du verschiedene Angebote vergleichen. Achte auf Kosten, Flexibilität und die Anlageform.

Achte zuerst auf die Kosten, denn sie sind der größte Renditefresser. Ein Tarif mit niedrigen Abschluss- und Verwaltungskosten ist die Grundvoraussetzung.

Prüfe die Anlageform und wähle einen Tarif, der zu deiner Risikobereitschaft passt. Eine fondsgebundene Anlage ohne Garantie ist für lange Laufzeiten meist sinnvoll. Achte darauf, dass eine Rentengarantiezeit optional ist und nicht verpflichtend abgeschlossen werden muss.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du immer separat abschließen. Ein guter Rürup-Vertrag hat niedrige Kosten, eine transparente Anlageform und keine integrierte Berufsunfähigkeitsversicherung.

Checkliste für den Rürup-Vertrag

01

Sind die Verwaltungskosten niedrig und transparent ausgewiesen?

02

Bietet der Tarif eine fondsgebundene Anlage ohne Garantie?

03

Ist eine Rentengarantiezeit optional und nicht verpflichtend?

04

Kannst du die Beiträge flexibel anpassen oder pausieren?

05

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung separat abgeschlossen und nicht integriert?

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026