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Ratgeber · Versicherung

Pflegezusatzversicherung im Alter: So schließt du die Versorgungs­lücke

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Pflegekosten. Eine private Pflegezusatzversicherung kann im Pflegefall deine finanzielle Lücke schließen, wenn du früh genug die richtigen Bedingungen wählst.

11 Kapitel · 19 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt nur festgelegte Zuschüsse, der Eigenanteil im Heim liegt oft bei über 3.000 Euro monatlich.
  • Pflegetagegeldversicherungen sind die häufigste Form, leisten aber oft erst ab Pflegegrad 4 oder 5 den vollen Satz.
  • Je früher du abschließt, desto niedriger sind die Beiträge und desto sicherer die Annahme bei der Gesundheitsprüfung.
  • Staatlich geförderte Tarife nehmen jeden auf, haben aber regelmäßig schwächere Leistungen.

01 · Grundlagen

Was ist eine Pflegezusatzversicherung?

Die private Pflegezusatzversicherung ergänzt die gesetzliche Pflegepflichtversicherung. Sie zahlt dir im Pflegefall zusätzliches Geld, über dessen Verwendung du frei entscheiden kannst.

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur festgelegte Beträge, die sich nach deinem Pflegegrad richten. Eine private Zusatzversicherung springt ein, wenn diese Leistungen nicht ausreichen. Du erhältst das Geld als Tagegeld, als Kostenübernahme oder als monatliche Rente, je nachdem welchen Tarif du wählst. Die Leistung hängt vom vereinbarten Tarif ab, nicht von deinen tatsächlichen Kosten.

Am Markt gibt es drei verschiedene Produktarten: Pflegetagegeld, Pflegekostenversicherung und Pflegerentenversicherung. Sie unterscheiden sich darin, wie und wann sie im Pflegefall leisten. Pflegetagegeld wird am häufigsten gewählt, weil es dir im Pflegefall einen festen Tagessatz auszahlt, den du frei verwenden kannst.

Die Verträge bestehen ein Leben lang. Du zahlst also Beiträge bis ins hohe Alter, auch wenn du nie pflegebedürftig wirst. Die Beiträge können dabei deutlich ansteigen, weil die Versicherer sie an die steigenden Pflegekosten anpassen.

Pflegezusatzversicherung

Eine private Versicherung, die bei Pflegebedürftigkeit zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung leistet. Sie deckt einen Teil der Versorgungslücke zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den gesetzlichen Zuschüssen.

Die Leistung hängt vom vereinbarten Tarif ab, nicht von deinen tatsächlichen Kosten. Du erhältst das Geld als Tagegeld, Kostenübernahme oder Rente.

Kurz erklärt

Pflegezusatzversicherung

Eine private Versicherung, die bei Pflegebedürftigkeit zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung leistet. Sie deckt einen Teil der Versorgungslücke zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den gesetzlichen Zuschüssen.

Die Leistung hängt vom vereinbarten Tarif ab, nicht von deinen tatsächlichen Kosten. Du erhältst das Geld als Tagegeld, Kostenübernahme oder Rente.

02 · Kosten

So groß ist die Versorgungs­lücke bei Pflegebedürftigkeit

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur festgelegte Beträge. Was darüber hinausgeht, zahlst du aus eigener Tasche, wenn du keine Zusatzversicherung hast.

Im Pflegeheim ist der Eigenanteil in den Pflegegraden 2 bis 5 nahezu gleich, weil Heime einen einheitlichen Satz für jeden Bewohner berechnen. Der durchschnittliche Eigenanteil liegt bei 1.500 Euro pro Monat, ohne Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Der Verband der Ersatzkassen gibt den durchschnittlichen Eigenanteil im ersten Jahr mit 3.245 Euro an, danach mit 3.542 Euro monatlich. In Pflegegrad 1 ist eine Heimunterbringung angesichts des geringen Pflegebedarfs und der hohen Kosten der Ausnahmefall.

Bei ambulanter Pflege durch einen professionellen Pflegedienst steigt der Eigenanteil mit dem Pflegegrad. In Pflegegrad 1 liegt er bei etwa 150 Euro, in Pflegegrad 2 bei 600 Euro, in Pflegegrad 3 bei 1.300 Euro und in den Pflegegraden 4 und 5 bei 2.600 Euro monatlich. Diese Beträge sind Schätzungen und können regional unterschiedlich ausfallen.

Die wenigsten Pflegebedürftigen werden angesichts des hohen Pflegebedarfs in Pflegegrad 4 oder 5 ambulant versorgt. Achte also in der ambulanten Betreuung darauf, dass die Versicherung insbesondere in den Pflegegraden 1 bis 3 ausreichende Summen deckt.

Durchschnittlicher monatlicher Eigenanteil in der vollstationären Pflege

Der Eigenanteil ist in den Pflegegraden 2 bis 5 im Heim nahezu gleich, da Heime einen einheitlichen Satz berechnen.

Pflegegrad 1: 1.500 EUR

Pflegegrad 2: 1.500 EUR

Pflegegrad 3: 1.500 EUR

Pflegegrad 4: 1.500 EUR

Pflegegrad 5: 1.500 EUR

Der Verband der Ersatzkassen gibt den durchschnittlichen Eigenanteil im ersten Jahr mit 3.245 Euro an, danach mit 3.542 Euro monatlich. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Durchschnittlicher monatlicher Eigenanteil in der vollstationären Pflege

Pflegegrad 11.500 EUR
Pflegegrad 21.500 EUR
Pflegegrad 31.500 EUR
Pflegegrad 41.500 EUR
Pflegegrad 51.500 EUR

03 · Vergleich

Pflegegrade: Was die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt

Die Höhe der gesetzlichen Leistungen hängt von deinem Pflegegrad ab. Je höher der Grad, desto mehr Unterstützung bekommst du, aber auch die Eigenanteile steigen bei ambulanter Pflege.

Die gesetzliche Pflegeversicherung unterscheidet bei den Leistungen danach, ob du zu Hause von Angehörigen gepflegt wirst, ob ein professioneller Pflegedienst kommt oder ob du vollstationär im Heim lebst. Bei Pflege durch Angehörige zahlt die Kasse in Pflegegrad 2 monatlich 347 Euro, in Pflegegrad 3 dann 599 Euro, in Pflegegrad 4 bereits 800 Euro und in Pflegegrad 5 schließlich 990 Euro. Bei professioneller ambulanter Pflege liegen die Sätze deutlich höher: 796 Euro in Pflegegrad 2, 1.497 Euro in Pflegegrad 3, 1.859 Euro in Pflegegrad 4 und 2.299 Euro in Pflegegrad 5.

Im Pflegeheim zahlt die Kasse in Pflegegrad 2 monatlich 805 Euro, in Pflegegrad 3 dann 1.319 Euro, in Pflegegrad 4 bereits 1.855 Euro und in Pflegegrad 5 schließlich 2.096 Euro. In Pflegegrad 1 zahlen die Kassen keine laufenden Leistungen, nur den Entlastungsbetrag von maximal 131 Euro monatlich für Angebote zur Unterstützung im Alltag.

Der durchschnittliche Eigenanteil bei ambulanter Pflege liegt in Pflegegrad 2 bei 600 Euro, in Pflegegrad 3 bei 1.300 Euro und in den Pflegegraden 4 und 5 bei 2.600 Euro. Diese Lücke musst du selbst tragen, wenn du keine Zusatzversicherung hast.

Gesetzliche Leistungen und Eigenanteile nach Pflegegrad

Pflegegrad 2: Gesetzliche Leistung bei Pflege durch Angehörige 347 EUR, bei professioneller ambulanter Pflege 796 EUR, bei vollstationärer Pflege 805 EUR, durchschnittlicher Eigenanteil bei ambulanter Pflege 600 EUR

Pflegegrad 3: Gesetzliche Leistung bei Pflege durch Angehörige 599 EUR, bei professioneller ambulanter Pflege 1.497 EUR, bei vollstationärer Pflege 1.319 EUR, durchschnittlicher Eigenanteil bei ambulanter Pflege 1.300 EUR

Pflegegrad 4: Gesetzliche Leistung bei Pflege durch Angehörige 800 EUR, bei professioneller ambulanter Pflege 1.859 EUR, bei vollstationärer Pflege 1.855 EUR, durchschnittlicher Eigenanteil bei ambulanter Pflege 2.600 EUR

Pflegegrad 5: Gesetzliche Leistung bei Pflege durch Angehörige 990 EUR, bei professioneller ambulanter Pflege 2.299 EUR, bei vollstationärer Pflege 2.096 EUR, durchschnittlicher Eigenanteil bei ambulanter Pflege 2.600 EUR

In Pflegegrad 1 zahlen die Kassen keine laufenden Leistungen, nur den Entlastungsbetrag.

Gesetzliche Leistungen und Eigenanteile nach Pflegegrad
Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Gesetzliche Leistung bei Pflege durch Angehörige347 EUR599 EUR800 EUR990 EUR
Gesetzliche Leistung bei professioneller ambulanter Pflege796 EUR1.497 EUR1.859 EUR2.299 EUR
Gesetzliche Leistung bei vollstationärer Pflege805 EUR1.319 EUR1.855 EUR2.096 EUR
Durchschnittlicher Eigenanteil bei ambulanter Pflege600 EUR1.300 EUR2.600 EUR2.600 EUR

04 · Vergleich

Die drei Arten der Pflegezusatzversicherung

Am Markt gibt es drei grundlegend verschiedene Produkte. Sie unterscheiden sich darin, wie und wann sie im Pflegefall leisten.

Das Pflegetagegeld ist die am häufigsten gewählte Form. Du erhältst im Pflegefall einen festen Tagessatz, den du frei verwenden kannst. Den vollen Tagessatz zahlen viele Versicherer erst im Pflegegrad 5, einige bereits in Grad 4. In den niedrigeren Pflegegraden wird der Tagessatz nur anteilig gezahlt. Es gibt auch Tarife ohne Leistungsanspruch bei ambulanter Pflege, was nicht zu empfehlen ist, da der Löwenanteil der Pflege auf die Pflege zu Hause entfällt.

Die Pflegekostenversicherung erstattet tatsächliche Kosten bis zu einem Höchstsatz. Sie ist seltener am Markt, leistet aber meist ab Pflegegrad 2 und deckt ambulante Pflege in der Regel mit ab. Die Pflegerentenversicherung zahlt im Pflegefall eine monatliche Rente, ebenfalls meist ab Pflegegrad 2 und mit Leistung bei ambulanter Pflege.

Für Laien können die Tarife schwierig zu unterscheiden sein. Besonders wichtig ist darum unabhängige Beratung, etwa bei einer Verbraucherzentrale. Tests von Pflegeversicherungen und deren Tarifen findest du auch bei der Stiftung Warentest.

Pflegetagegeld, Pflegekosten und Pflegerente im Vergleich

Pflegetagegeld: Fester Tagessatz je nach Pflegegrad, volle Leistung oft erst ab Pflegegrad 4 oder 5, ambulante Pflege nicht in allen Tarifen enthalten, am häufigsten gewählt.

Pflegekostenversicherung: Erstattet tatsächliche Kosten bis zu einem Höchstsatz, volle Leistung abhängig vom Tarif oft ab Pflegegrad 2, ambulante Pflege meist enthalten, seltener.

Pflegerentenversicherung: Monatliche Rente im Pflegefall, volle Leistung abhängig vom Tarif oft ab Pflegegrad 2, ambulante Pflege meist enthalten, seltener.

Achte bei Pflegetagegeld darauf, dass auch ambulante Pflege abgedeckt ist.

Pflegetagegeld, Pflegekosten und Pflegerente im Vergleich
PflegetagegeldPflegekostenversicherungPflegerentenversicherung
Leistungs­formFester Tagessatz je nach PflegegradErstattet tatsächliche Kosten bis zu einem HöchstsatzMonatliche Rente im Pflegefall
Volle LeistungOft erst ab Pflegegrad 4 oder 5Abhängig vom Tarif, oft ab Pflegegrad 2Abhängig vom Tarif, oft ab Pflegegrad 2
Ambulante PflegeNicht in allen Tarifen enthaltenMeist enthaltenMeist enthalten
VerbreitungAm häufigsten gewähltSeltenerSeltener

05 · Checkliste

Wann lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung?

Nicht für jeden ist der Abschluss sinnvoll. Dein Alter, deine finanzielle Situation und deine familiäre Unterstützung entscheiden darüber.

Nicht für jeden ist der Abschluss sinnvoll. Dein Alter, deine finanzielle Situation und deine familiäre Unterstützung entscheiden darüber.

Für jüngere Menschen bis etwa 50 Jahre empfiehlt sich meist noch keine Pflegezusatzversicherung. Kinder, Jobwechsel, Heirat, Scheidung: Zu viel kann noch passieren. Die Preisunterschiede bei den Produkten sind hoch, ein Vergleich lohnt immer. Die Verträge bestehen ein Leben lang, und die Beiträge können deutlich ansteigen.

Überlege, ob im Pflegefall auch andere Mittel zur Verfügung stehen. Eine Immobilie könntest du beispielsweise vermieten, die zusätzlichen Einnahmen würden helfen, Kosten einer stationären Unterbringung zu decken. Vermögen kannst du in der Regel am Lebensende verbrauchen. Andererseits möchten viele auch ihren Kindern etwas hinterlassen oder sichergehen, dass diese nicht für sie zahlen müssen.

Die Einnahmen aus einer Zusatzversicherung kannst du für Kosten eines Pflegeheims oder eines Pflegedienstes verwenden. Beachte aber auch, dass du die Beiträge für eine lebenslange Versicherung zahlen musst und dass die Beiträge zukünftig steigen werden.

Eine Pflegezusatzversicherung ist besonders sinnvoll, wenn du:

  • zwischen 40 und 60 Jahre alt bist und noch keine größeren Vorerkrankungen hast
  • im Alter keine ausreichende Rente oder kein verwertbares Vermögen erwartest
  • deine Kinder finanziell nicht belasten möchtest
  • keine Angehörigen hast, die dich im Pflegefall zu Hause versorgen können
  • eine stationäre Unterbringung in einem teuren Pflegeheim für wahrscheinlich hältst

Eine Pflegezusatzversicherung ist besonders sinnvoll, wenn du:

01

zwischen 40 und 60 Jahre alt bist und noch keine größeren Vorerkrankungen hast

02

im Alter keine ausreichende Rente oder kein verwertbares Vermögen erwartest

03

deine Kinder finanziell nicht belasten möchtest

04

keine Angehörigen hast, die dich im Pflegefall zu Hause versorgen können

05

eine stationäre Unterbringung in einem teuren Pflegeheim für wahrscheinlich hältst

06 · Was gilt

Gesundheits­prüfung und Höchsteintrittsalter

Private Versicherer dürfen dich bei Vorerkrankungen ablehnen oder Risikozuschläge verlangen. Das Höchsteintrittsalter liegt meist zwischen 70 und 75 Jahren.

Bei einem Vertragsabschluss musst du Gesundheitsfragen beantworten. Da man in jungen Jahren in der Regel noch gesund ist, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, von einem Versicherer abgelehnt zu werden. Mit dem Eintrittsalter erhöhen sich auch die Beiträge für die private Pflegezusatzversicherung. Daher gilt: Je früher du eine Pflegeversicherung abschließt, desto besser.

Eine festgelegte Grenze, bis zu welchem Alter der Eintritt in eine private Pflegezusatzversicherung möglich ist, gibt es nicht. Einige Versicherer lehnen die Anträge älterer Personen allerdings ab. Meist liegt das Höchsteintrittsalter zwischen 70 und 75 Jahren. Die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Versicherung sieht dagegen kein Höchstalter vor, hier gilt jedoch eine fünfjährige Wartezeit, in der du keine Leistungen erhältst.

Staatlich geförderte Verträge haben regelmäßig die schlechteren Vertragsbedingungen. Dafür können die Versicherer hier aber niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen.

Aufnahme in eine private Pflegezusatzversicherung

Aufnahme möglich: Gesunde Antragsteller bis etwa 60 Jahre, staatlich geförderte Tarife ohne Gesundheitsprüfung, Antragsteller mit leichten gut dokumentierten Vorerkrankungen.

Aufnahme schwierig oder abgelehnt: Schwere Vorerkrankungen bei privaten Tarifen, Antragsteller über 75 Jahre bei vielen Versicherern, laufende Pflegebedürftigkeit bei Antragstellung.

Aufnahme möglich

·Gesunde Antragsteller bis etwa 60 Jahre
·Staatlich geförderte Tarife ohne Gesundheitsprüfung
·Antragsteller mit leichten, gut dokumentierten Vorerkrankungen

Aufnahme schwierig oder abgelehnt

·Schwere Vorerkrankungen bei privaten Tarifen
·Antragsteller über 75 Jahre bei vielen Versicherern
·Laufende Pflegebedürftigkeit bei Antragstellung

07 · Im Vertrag

Staatliche Förderung: Die Pflege-Bahr-Versicherung

Der Staat fördert private Pflegezusatzversicherungen mit einem Zuschuss. Dafür gelten aber strengere Regeln für die Versicherer.

Der größte Vorteil der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung ist der Annahmezwang: Versicherer dürfen niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen, es gibt keine Gesundheitsprüfung. Auch ein Höchsteintrittsalter gibt es nicht, ältere Menschen können noch aufgenommen werden.

Dafür gelten zwei wesentliche Nachteile. Erstens gilt eine fünfjährige Wartezeit, in der du keine Leistungen erhältst. Zweitens sind die Vertragsbedingungen regelmäßig schlechter als bei nicht geförderten Tarifen. Die Leistungen fallen oft niedriger aus oder beginnen erst in höheren Pflegegraden.

Für Menschen mit Vorerkrankungen, die bei privaten Tarifen abgelehnt würden, kann die Pflege-Bahr-Versicherung dennoch die einzige Möglichkeit sein, überhaupt eine Zusatzabsicherung zu bekommen. Für gesunde Antragsteller sind nicht geförderte Tarife in der Regel die bessere Wahl.

Wichtige Regeln der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung

Annahmezwang: Vorteil. Versicherer dürfen niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen, es gibt keine Gesundheitsprüfung.

Wartezeit: Nachteil. In den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss erhältst du keine Leistungen.

Leistungsumfang: Nachteil. Die Vertragsbedingungen sind regelmäßig schlechter als bei nicht geförderten Tarifen.

Höchstalter: Vorteil. Es gibt kein Höchsteintrittsalter, auch ältere Menschen können noch aufgenommen werden.

Wichtige Regeln der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung

AnnahmezwangVorteilVersicherer dürfen niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen. Es gibt keine Gesundheitsprüfung.
WartezeitNachteilIn den ersten fünf Jahren nach Vertragsabschluss erhältst du keine Leistungen.
LeistungsumfangNachteilDie Vertragsbedingungen sind regelmäßig schlechter als bei nicht geförderten Tarifen.
HöchstalterVorteilEs gibt kein Höchsteintrittsalter. Auch ältere Menschen können noch aufgenommen werden.

08 · Fehler vermeiden

Beitrags­entwicklung: Warum die Beiträge steigen können

Die Beiträge für eine Pflegezusatzversicherung sind nicht garantiert. Steigende Pflegekosten und eine höhere Lebenserwartung führen regelmäßig zu Anpassungen.

Die Verträge bestehen ein Leben lang, und die Beiträge können dabei deutlich ansteigen. Darüber beschweren sich Versicherungsnehmer häufig. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird künftig ansteigen, schon heute beziehen rund 6 Millionen Menschen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Pflege trifft insbesondere die Ältesten, und Frauen erhalten laut Statistischem Bundesamt häufiger Leistungen, da sie eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger alleinstehend sind.

86 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt. Davon werden wiederum rund 63 Prozent überwiegend allein durch ihre Angehörigen oder Laien gepflegt. Hierbei fallen keine Kosten für professionelle Pflege an. Das entlastet die Pflegeversicherung, ändert aber nichts daran, dass die Kosten für professionelle Pflege weiter steigen.

Wenn du einen Tarif wählst, solltest du nicht nur auf den günstigsten Beitrag schauen. Ein Tarif mit niedrigem Einstiegsbeitrag kann später überproportional teuer werden, wenn der Versicherer die Beiträge anhebt. Achte auf die Beitragshistorie des Anbieters und auf die Vertragsbedingungen.

Häufige Fehler bei der Wahl der Pflegezusatzversicherung

  • Nur auf den günstigsten Beitrag schauen und spätere Beitragserhöhungen ignorieren
  • Einen Tarif ohne Leistung bei ambulanter Pflege wählen
  • Das Pflegetagegeld in den Pflegegraden 2 bis 5 unterschiedlich hoch absichern, obwohl der Eigenanteil im Heim gleich ist
  • Die Gesundheitsfragen unvollständig oder falsch beantworten
  • Den Abschluss bis ins hohe Alter aufschieben und dann abgelehnt werden

Häufige Fehler bei der Wahl der Pflegezusatzversicherung

·Nur auf den günstigsten Beitrag schauen und spätere Beitragserhöhungen ignorieren
·Einen Tarif ohne Leistung bei ambulanter Pflege wählen
·Das Pflegetagegeld in den Pflegegraden 2 bis 5 unterschiedlich hoch absichern, obwohl der Eigenanteil im Heim gleich ist
·Die Gesundheitsfragen unvollständig oder falsch beantworten
·Den Abschluss bis ins hohe Alter aufschieben und dann abgelehnt werden

09 · Schritt für Schritt

So wählst du die richtige Höhe des Pflegetagegelds

Die Höhe deiner Absicherung sollte sich an der Versorgungslücke orientieren, nicht an den gesetzlichen Leistungen. Besonders im stationären Bereich ist der Bedarf in den Pflegegraden 2 bis 5 identisch.

Frage bei Pflegeheimen in deiner Region nach den aktuellen Eigenanteilen. Der Durchschnitt liegt bei über 3.000 Euro monatlich. Ziehe die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung ab, im Heim sind das je nach Pflegegrad zwischen 805 und 2.096 Euro. Die Differenz ist deine monatliche Lücke, sie liegt im stationären Bereich oft bei 1.500 Euro oder mehr.

Wähle ein Pflegetagegeld, das diese Lücke schließt. Achte darauf, dass der volle Satz ab Pflegegrad 2 gezahlt wird. Aufgrund des einheitlichen Eigenanteils im Pflegeheim in den Graden 2 bis 5 sollte das Tagegeld hier gleich hoch gewählt werden. Die meisten Menschen sind in den niedrigen Pflegegraden 1 bis 3 eingestuft und bleiben darin die längste Zeit.

In der Pflegetagegeldversicherung spielt es keine Rolle, wie die Pflege organisiert wird. Du erhältst das Geld unabhängig davon, ob Angehörige, ein Pflegedienst oder ein Heim die Pflege übernehmen.

Eigenanteil ermitteln

Frage bei Pflegeheimen in deiner Region nach den aktuellen Eigenanteilen. Der Durchschnitt liegt bei über 3.000 Euro monatlich.

Gesetzliche Leistung abziehen: Ziehe die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung ab. Im Heim sind das je nach Pflegegrad zwischen 805 und 2.096 Euro.

Versorgungslücke berechnen: Die Differenz ist deine monatliche Lücke. Sie liegt im stationären Bereich oft bei 1.500 Euro oder mehr.

Tagegeld wählen: Wähle ein Pflegetagegeld, das diese Lücke schließt. Achte darauf, dass der volle Satz ab Pflegegrad 2 gezahlt wird.

01

Eigenanteil ermitteln

Frage bei Pflegeheimen in deiner Region nach den aktuellen Eigenanteilen. Der Durchschnitt liegt bei über 3.000 Euro monatlich.

02

Gesetzliche Leistung abziehen

Ziehe die Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung ab. Im Heim sind das je nach Pflegegrad zwischen 805 und 2.096 Euro.

03

Versorgungslücke berechnen

Die Differenz ist deine monatliche Lücke. Sie liegt im stationären Bereich oft bei 1.500 Euro oder mehr.

04

Tagegeld wählen

Wähle ein Pflegetagegeld, das diese Lücke schließt. Achte darauf, dass der volle Satz ab Pflegegrad 2 gezahlt wird.

10 · Was gilt

Ambulante Pflege: Darauf musst du achten

Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Deine Versicherung sollte deshalb auch bei ambulanter Pflege ausreichend leisten.

86 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt. Davon werden wiederum rund 63 Prozent überwiegend allein durch ihre Angehörigen oder Laien gepflegt. Hierbei fallen keine Kosten für professionelle Pflege an, aber die Belastung für die Angehörigen ist hoch. Wenn du einen Pflegedienst beauftragst, entstehen Kosten, die die gesetzliche Kasse nur teilweise deckt.

Es gibt Tarife ohne Leistungsanspruch bei ambulanter Pflege. Das ist nicht zu empfehlen, denn der Löwenanteil der Pflege entfällt auf die Pflege zu Hause. Achte darauf, dass deine Versicherung ab Pflegegrad 1 oder 2 leistet und in den Pflegegraden 1 bis 3 ausreichende Summen deckt. Die wenigsten Pflegebedürftigen werden angesichts des hohen Pflegebedarfs in Pflegegrad 4 oder 5 ambulant versorgt.

Die Leistung sollte unabhängig davon sein, wer die Pflege durchführt. Du solltest das Geld frei verwenden können, ob für einen Pflegedienst oder für Angehörige, die dich pflegen. Tarife, die nur bei professionellen Pflegediensten leisten oder deutlich niedrigere Sätze als im stationären Bereich vorsehen, sind weniger geeignet.

Leistungen bei ambulanter Pflege

Sollte deine Versicherung leisten: Leistung ab Pflegegrad 1 oder 2, ausreichende Höhe in den Pflegegraden 1 bis 3, freie Verwendung des Geldes für Pflegedienste oder Angehörige, Leistung unabhängig davon wer die Pflege durchführt.

Sollte sie nicht tun: Leistung erst ab Pflegegrad 4 oder 5, Ausschluss der ambulanten Pflege, Leistung nur bei professionellen Pflegediensten, deutlich niedrigere Sätze als im stationären Bereich.

Sollte deine Versicherung leisten

·Leistung ab Pflegegrad 1 oder 2
·Ausreichende Höhe in den Pflegegraden 1 bis 3
·Freie Verwendung des Geldes für Pflegedienste oder Angehörige
·Leistung unabhängig davon, wer die Pflege durchführt

Sollte sie nicht tun

·Leistung erst ab Pflegegrad 4 oder 5
·Ausschluss der ambulanten Pflege
·Leistung nur bei professionellen Pflegediensten
·Deutlich niedrigere Sätze als im stationären Bereich

11 · Hintergrund

Pflegekosten im Heim: Der einheitliche Eigenanteil

Im Pflegeheim zahlen alle Bewohner ab Pflegegrad 2 denselben Eigenanteil. Deine Versicherung sollte das berücksichtigen.

Deine Versicherung sollte das berücksichtigen.

In Pflegeheimen gibt es bei den Kosten keinen Unterschied zwischen den Pflegegraden 2 bis 5. Die Heime berechnen einen einheitlichen Betrag für jeden Bewohner, unabhängig davon, wie viel Pflege er tatsächlich benötigt. Der Eigenanteil wird vom Verband der Ersatzkassen derzeit mit durchschnittlich 3.542 Euro ohne Zuschüsse nach Aufenthaltsdauer angegeben. Im ersten Jahr liegt er mit 3.245 Euro etwas niedriger.

Für deine Versicherung bedeutet das: Das Pflegetagegeld sollte im stationären Bereich ab Pflegegrad 2 einen einheitlich hohen Betrag leisten. Tarife, die erst in höheren Pflegegraden den vollen Satz zahlen, passen nicht zur Realität im Heim. Du würdest in Pflegegrad 2 und 3 eine Lücke behalten, obwohl dein Eigenanteil genauso hoch ist wie in Pflegegrad 5.

Hilfreich kann es sein, bei in Frage kommenden Pflegeheimen anzufragen, wie hoch die Kosten dort derzeit ausfallen. Auf den Seiten der AOK und auf pflegelotse.de kannst du Einrichtungen an deinem Wohnort suchen und die stationären Eigenanteile einsehen. Beachte, dass diese Kosten in den kommenden Jahren steigen können.

In Pflegeheimen gibt es bei den Kosten keinen Unterschied zwischen den Pflegegraden 2 bis 5. Die Heime berechnen einen einheitlichen Betrag für jeden Bewohner, unabhängig davon, wie viel Pflege er tatsächlich benötigt.

Der Eigenanteil wird vom Verband der Ersatzkassen derzeit mit durchschnittlich 3.542 Euro ohne Zuschüsse nach Aufenthaltsdauer angegeben. Im ersten Jahr liegt er mit 3.245 Euro etwas niedriger.

Für deine Versicherung bedeutet das: Das Pflegetagegeld sollte im stationären Bereich ab Pflegegrad 2 einen einheitlich hohen Betrag leisten. Tarife, die erst in höheren Pflegegraden den vollen Satz zahlen, passen nicht zur Realität im Heim.

In Pflegeheimen gibt es bei den Kosten keinen Unterschied zwischen den Pflegegraden 2 bis 5. Die Heime berechnen einen einheitlichen Betrag für jeden Bewohner, unabhängig davon, wie viel Pflege er tatsächlich benötigt.

Der Eigenanteil wird vom Verband der Ersatzkassen derzeit mit durchschnittlich 3.542 Euro ohne Zuschüsse nach Aufenthaltsdauer angegeben. Im ersten Jahr liegt er mit 3.245 Euro etwas niedriger.

Für deine Versicherung bedeutet das: Das Pflegetagegeld sollte im stationären Bereich ab Pflegegrad 2 einen einheitlich hohen Betrag leisten. Tarife, die erst in höheren Pflegegraden den vollen Satz zahlen, schließen die Lücke in den unteren Graden nicht.

In Pflegegrad 1 ist eine Heimunterbringung angesichts des relativ geringen Pflegebedarfs und der hohen Kosten der Ausnahmefall. Hier ist eine Absicherung weniger dringend.

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026