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FinanzbildungSterbegeldversicherung9 Min.

Sterbegeldversicherung Was sie leistet, was sie kostet – und wann sie sich lohnt

Was ist eine Sterbegeldversicherung, wer braucht sie wirklich und warum ist sie meist keine erste Wahl? Neutral erklärt + Alternativen.

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Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Kapitallebensversicherung, die im Todesfall eine vorab vereinbarte Summe an Hinterbliebene auszahlt – zweckgebunden für Beerdigungskosten.
  • Abgrenzung zur Risikolebensversicherung: Sterbegeld deckt i.d.R. nur die Bestattung, keine langfristige Hinterbliebenenversorgung.
  • Vertragsarten: Klassische Sterbegeldversicherung (Todesfallleistung) vs. Sterbegeldversicherung mit Sparanteil.
  • Historischer Kontext: Früher als gesetzliche Leistung der GKV; wurde reformiert – heute keine vollständige Kostenübernahme durch Krankenkasse mehr.

Sterbegeldversicherung auf einen Blick: Schutz für Hinterbliebene – aber nicht für jeden sinnvoll

Definition: Kapitallebensversicherung, die im Todesfall eine vorab vereinbarte Summe an Hinterbliebene auszahlt – zweckgebunden für Beerdigungskosten.

Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vorab vereinbarte Summe an Hinterbliebene aus – gedacht, um Beerdigungskosten zu decken. Ob sie sich lohnt, hängt stark von Alter, Gesundheitszustand und familiärer Situation ab. Für jüngere Menschen ohne nennenswerte Rücklagen ist sie meist nicht die erste Priorität.

Kurzfazit: Die Sterbegeldversicherung ist eine spezielle Kapitallebensversicherung, die ausschließlich Bestattungskosten absichern soll. Für Verbraucher:innen ohne Unterhaltspflichten und mit gesunden Finanzen gibt es in der Regel sinnvollere Alternativen – etwa eine Risikolebensversicherung bei familiären Abhängigkeiten oder ein zweckgebundenes Sparkonto. Wer trotzdem einen Abschluss erwägt, sollte Gesamtbeiträge, Wartezeiten und Inflationsschutz genau prüfen.

AUF EINEN BLICK

  • Abgrenzung zur Risikolebensversicherung: Sterbegeld deckt i.d.R. nur die Bestattung, keine langfristige Hinterbliebenenversorgung.
  • Vertragsarten: Klassische Sterbegeldversicherung (Todesfallleistung) vs. Sterbegeldversicherung mit Sparanteil.
  • Historischer Kontext: Früher als gesetzliche Leistung der GKV; wurde reformiert – heute keine vollständige Kostenübernahme durch Krankenkasse mehr.
  • Zielgruppe traditionell: Ältere Menschen ab ca. 50–60 Jahren ohne ausreichend liquide Rücklagen für Bestattungskosten.

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Was ist eine Sterbegeldversicherung – und was leistet sie wirklich?

Bestattungskosten variieren stark je nach Region, Bestattungsart (Erd- vs. Feuerbestattung) und gewähltem Umfang.

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Form der Kapitallebensversicherung, bei der im Todesfall der versicherten Person eine vorher festgelegte Geldsumme an die Begünstigten ausgezahlt wird. Die Auszahlung ist konzeptionell zweckgebunden für Bestattungskosten – also für Sarg oder Urne, Friedhofsgebühren, Trauerfeier und ähnliche Posten. Rechtlich bindend ist diese Zweckbindung allerdings nicht in jedem Fall: Die Hinterbliebenen können die Summe grundsätzlich frei verwenden, sofern kein Bestattungsvorsorgevertrag direkt mit einem Bestatter abgeschlossen wurde.

Der entscheidende Unterschied zur Risikolebensversicherung liegt im Absicherungsziel. Eine Risikolebensversicherung sichert Hinterbliebene langfristig finanziell ab – etwa die Partnerin oder den Partner, die gemeinsam eine Immobilie finanzieren, oder Kinder, deren Unterhalt gesichert werden soll. Die Versicherungssummen bewegen sich dabei häufig im sechs- oder siebenstelligen Bereich. Die Sterbegeldversicherung hingegen deckt ausschließlich die unmittelbaren Kosten rund um die Bestattung ab und ist mit deutlich niedrigeren Versicherungssummen konzipiert.

Bei den Vertragsarten gibt es grundsätzlich zwei Varianten: die klassische Sterbegeldversicherung, die ausschließlich auf die Todesfallleistung ausgerichtet ist, und Produkte mit einem Sparanteil, bei denen ein Teil der Beiträge angespart und im Erlebensfall zurückgezahlt wird. Letztere sind strukturell komplexer und in ihrer Rendite oft wenig attraktiv. Ein historisch wichtiger Punkt: Die gesetzliche Krankenversicherung übernahm früher ein sogenanntes Sterbegeld als Pflichtleistung – diese Regelung wurde jedoch schrittweise reformiert und 2004 vollständig abgeschafft. Seither übernehmen gesetzliche Krankenkassen im Todesfall keine Bestattungskosten mehr.

AUF EINEN BLICK

  • Feuerbestattung gilt als günstigste Option, Erdbestattung mit Grabstein und Trauerfeier als teuerste.
  • Kostentreiber: Sarg/Urne, Friedhofsgebühren, Grabpflege, Trauerfeier, Blumen, Druckerzeugnisse, Bestatter-Honorar.
  • Figures needed: Durchschnittliche Bestattungskosten in Deutschland (Quelle: Verbraucherverbände / Statistiken des Bundesverbands Deutscher Bestatter).
  • Wichtig: Unterhaltsverpflichtete Angehörige (§ 1615 BGB / Erbrecht) sind grundsätzlich zur Übernahme der Bestattungskosten verpflichtet.

Wie hoch sind Bestattungskosten in Deutschland wirklich?

Beitragsstruktur: Monatliche Prämien über eine vereinbarte Laufzeit oder lebenslang bis zum Tod.

Die Kosten einer Bestattung variieren in Deutschland erheblich – je nach Region, Bestattungsart, gewähltem Umfang und individuellen Wünschen der Hinterbliebenen. Grundsätzlich gilt: Eine Feuerbestattung ist in der Regel die kostengünstigste Option, während eine klassische Erdbestattung mit Grabstein, Trauerfeier und professioneller Grabpflege zu den teuersten Varianten zählt. Entscheidend ist auch, ob die Beisetzung auf einem städtischen Friedhof, einem kirchlichen Friedhof oder einem Naturfriedhof stattfindet – die Gebührenstrukturen unterscheiden sich teils deutlich.

Die einzelnen Kostenpositionen setzen sich in der Regel zusammen aus dem Bestatter-Honorar, den Kosten für Sarg oder Urne, den Friedhofsgebühren inklusive Nutzungsrecht, eventuellen Kosten für einen Grabstein sowie für Trauerkarten, Blumenschmuck und eine Trauerfeier mit Bewirtung. Hinzu kommen – oft unterschätzt – die laufenden Kosten für die Grabpflege über mehrere Jahre. Der Bundesverband Deutscher Bestatter und verschiedene Verbraucherverbände verweisen darauf, dass die Gesamtkosten je nach Konstellation von einigen tausend Euro bis in den fünfstelligen Bereich reichen können.

Für die Planung einer Sterbegeldversicherung ist es wichtig, diese Kostenbandbreite zu kennen – und dabei zu berücksichtigen, dass Bestattungskosten langfristig tendenziell steigen. Eine Versicherungssumme, die heute ausreichend erscheint, kann in zwanzig oder dreißig Jahren real deutlich an Kaufkraft verloren haben. Wer also jung abschließt und Jahrzehnte lang Beiträge zahlt, sollte die Kaufkraftentwicklung explizit in seine Kalkulation einbeziehen.

AUF EINEN BLICK

  • Versicherungssumme: Frei wählbar, typischerweise zwischen niedrigen vierstelligen und mittleren fünfstelligen Beträgen
  • Gesundheitsprüfung: Oft vereinfacht oder ohne Gesundheitsprüfung – dafür höhere Beiträge oder Wartezeiten zu Beginn.
  • Wartezeit-Klausel: In den ersten Jahren nach Vertragsabschluss wird im Todesfall häufig nur die eingezahlte Prämie plus Zinsen ausgezahlt, nicht die volle Summe.
  • Bezugsrecht: Hinterbliebene oder direkt der Bestatter können als Bezugsberechtigte eingesetzt werden.

Beiträge, Wartezeiten und Versicherungssummen: So ist die Sterbegeldversicherung aufgebaut

Für die meisten jungen, gesunden Menschen ohne Unterhaltspflichten ist eine Sterbegeldversicherung keine Priorität.

Sterbegeldversicherungen werden in der Regel als monatliche Prämie über eine vereinbarte Laufzeit oder lebenslang bis zum Tod gezahlt. Die Beitragshöhe hängt vor allem vom Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand und der gewählten Versicherungssumme ab. Je jünger und gesünder jemand beim Abschluss ist, desto niedriger fällt in der Regel die monatliche Prämie aus. Die Versicherungssumme ist frei wählbar und orientiert sich üblicherweise an den erwarteten Bestattungskosten – sie bewegt sich typischerweise im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, bei manchen Anbietern auch darüber hinaus.

Ein wesentliches Merkmal vieler Sterbegeldversicherungen ist die vereinfachte oder vollständig entfallende Gesundheitsprüfung beim Abschluss. Das klingt zunächst vorteilhaft – bedeutet aber in der Praxis häufig, dass Anbieter dieses Risiko durch höhere Beiträge oder durch sogenannte Wartezeiten kompensieren. Eine Wartezeit bezeichnet dabei den Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem der volle Versicherungsschutz noch nicht greift. Verstirbt die versicherte Person innerhalb dieser Frist – die oft ein bis zwei Jahre beträgt –, zahlt der Versicherer in der Regel nur die eingezahlten Beiträge zuzüglich einer kleinen Verzinsung zurück, nicht jedoch die vereinbarte Versicherungssumme.

Ausnahmen von der Wartezeit bestehen häufig bei Unfalltod – dieser ist in vielen Verträgen von Beginn an vollständig versichert. Für Abschlüsse ohne Gesundheitsprüfung sollte man also die Vertragsbedingungen besonders sorgfältig lesen und explizit prüfen, ab wann der vollständige Todesfallschutz gilt. Wer die Gesamtbeiträge über die gesamte Laufzeit summiert und mit der Versicherungssumme vergleicht, erhält ein realistisches Bild davon, ob das Produkt tatsächlich ein finanzielles Sicherheitsnetz bietet oder – im ungünstigen Fall – sogar teurer wird als die abgesicherte Leistung selbst.

AUF EINEN BLICK

  • Relevant werden kann sie, wenn Eltern oder Angehörige keine finanziellen Rücklagen für den eigenen Todesfall aufbauen können.
  • Relevanter: Eine Risikolebensversicherung, wenn Partnerinnen/Partner oder Kinder finanziell abhängig sind.
  • Eigenvorsorge-Alternative: Ein zweckgebundenes Tagesgeldkonto ('Bestattungskonto') kann für jüngere Menschen effizienter sein.
  • Verbraucher sollten zunächst Basiskranken-, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung priorisieren.

Sterbegeldversicherung: Wann macht sie Sinn – und wann nicht?

Risikolebensversicherung: Sichert Hinterbliebene bei deutlich höheren Summen ab – sinnvoller bei finanziellen Abhängigkeiten.

Für die meisten Menschen ist eine Sterbegeldversicherung keine vorrangige Versicherung. Der Grund ist einfach: Gesunde Menschen ohne Unterhaltspflichten tragen zwar statistisch ein Sterberisiko, aber dieses ist niedrig – und vor allem: Hinterbliebene, die finanziell von ihnen abhängig wären, gibt es in dieser Lebensphase selten. Das statistische Risiko, dass die Bestattungskosten kurzfristig von niemandem getragen werden können, ist für Personen mit funktionierendem familiären Netz in der Regel überschaubar.

Relevant werden kann das Thema dann, wenn Eltern oder nahe Angehörige keinerlei finanzielle Rücklagen haben und im Todesfall tatsächlich in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Auch wenn Sie bereits Kinder haben oder eine Partnerin bzw. einen Partner finanziell mit absichern müssen, lohnt sich ein Blick – allerdings dann eher auf eine Risikolebensversicherung als auf eine Sterbegeldversicherung. Letztere deckt nur die Bestattung, nicht aber laufende Lebenshaltungskosten oder Schulden.

Eine praxisnahe Alternative zur Sterbegeldversicherung ist das sogenannte Bestattungskonto: ein zweckgebundenes Tagesgeld- oder Festgeldkonto, auf dem schrittweise ein Betrag für die Bestattungskosten angespart wird. Diese Lösung ist für viele Menschen oft effizienter – das Geld ist flexibel verfügbar, wirft zumindest geringe Zinsen ab und ist nicht an Vertragslaufzeiten oder Wartezeiten geknüpft. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich für Ledige schützt dabei kleine Zinserträge vollständig vor der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Wirklich dringlicher für die meisten ist statistisch betrachtet ohnehin eine andere Absicherung: die Berufsunfähigkeitsversicherung, die vor Einkommensverlust durch Krankheit oder Unfall schützt.

AspektWorauf es ankommt
Risikolebensversicherung: Sichert Hinterbliebene bei deutlich höheren Summen ab – sinnvoller bei finanziellen Abhängigkeiten.,
Tagesgeld / Festgeld: Eigene Rücklage für Bestattungskosten aufbauen – volle Flexibilität, kein Versicherungsbeitrag.,
Sterbegeldversicherung der GKV (historisch): Seit Reform nicht mehr als vollständige Leistung,
Vorsorgevollmacht + Bestattungsverfügung: Kein Finanzprodukt, aber wichtiges Dokument – regelt Wünsche ohne hohe Kosten.,
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Für viele deutlich relevanter als Sterbegeldsicherung – schützt vor Einkommensverlust bei Krankheit.,

Sterbegeldversicherung vs. Alternativen: Was passt zu welcher Lebenssituation?

Kosten-Leistungs-Verhältnis: Wer jung und gesund abschließt, zahlt über Jahrzehnte Beiträge – Gesamteinzahlung kann Versicherungssumme übersteigen.

Die Risikolebensversicherung ist das leistungsstärkere Instrument, wenn es darum geht, Hinterbliebene nach dem Tod finanziell abzusichern. Sie zahlt im Todesfall eine vergleichsweise hohe Versicherungssumme aus – oft ein Vielfaches des Jahreseinkommens –, die Hinterbliebene für Miete, laufende Kosten oder die Tilgung eines gemeinsamen Kredits nutzen können. Für Menschen, die eine Familie gründen oder gemeinsam mit einem Partner eine Immobilie finanzieren, hat die Risikolebensversicherung klar Vorrang vor der Sterbegeldversicherung. Die Beiträge sind bei jungen Versicherten oft niedrig, der Schutz jedoch substanziell höher.

Das eigene Tagesgeld- oder Festgeldkonto als Sparrücklage bietet hingegen maximale Flexibilität: Kein Vertrag bindet das Kapital, keine Wartezeit schränkt den Schutz ein, und das Geld steht im Bedarfsfall auch für andere Zwecke zur Verfügung. Der Nachteil ist, dass die Rücklage erst nach und nach aufgebaut wird – wer in den ersten Jahren stirbt, hat möglicherweise noch nicht genug angespart. Für die meisten gesunden Menschen, die mittelfristig sparen können, ist dies dennoch die rationalere Wahl gegenüber einer jahrzehntelangen Beitragszahlung in eine Sterbegeldversicherung.

Nicht zu unterschätzen ist schließlich die rechtliche Vorsorge in Form einer Bestattungsverfügung und Vorsorgevollmacht. Diese Dokumente kosten kaum Geld, regeln jedoch klar, welche Art der Bestattung gewünscht wird und wer im Todesfall handlungsbefugt ist. Kombiniert mit einem zweckgebundenen Sparkonto stellt dies für viele Verbraucher die pragmatischste und kosteneffizienteste Lösung dar – ohne Versicherungsvertrag, ohne Wartezeit und ohne das Risiko, am Ende mehr eingezahlt zu haben als ausgezahlt wird.

AUF EINEN BLICK

  • Wartezeit-Falle: Im ersten bis zweiten Jahr nach Abschluss kein voller Schutz – im Todesfall nur Beitragsrückerstattung.
  • Inflationsverlust: Feste Versicherungssumme verliert über Jahrzehnte real an Kaufkraft – Bestattungskosten steigen.
  • Kündigung unvorteilhaft: Rückkaufswerte sind gering – einmal abgeschlossene Verträge lassen sich nur mit Verlust auflösen.
  • Verbraucherzentralen warnen: Kritik an oft zu kleinen Versicherungssummen im Verhältnis zu den Gesamtbeiträgen.

Häufige Fallen bei der Sterbegeldversicherung – was Verbraucher wissen müssen

Versicherungssumme realistisch kalkulieren: Aktuelle Bestattungskosten als Benchmark nutzen.

Ein zentrales kritisches Argument gegen die Sterbegeldversicherung ist das Kosten-Leistungs-Verhältnis bei frühem Abschluss. Wer mit 25 Jahren eine Sterbegeldversicherung abschließt und bis ins hohe Alter Beiträge zahlt, kann bei einer langen Laufzeit durchaus mehr einzahlen, als die Versicherungssumme letztlich beträgt. Gerade bei Verträgen ohne Gesundheitsprüfung – die für Risikogruppen gedacht sind – sind die Beiträge tendenziell höher angesetzt. Eine einfache Gegenrechnung: Wer monatlich einen Beitrag zahlt und die Gesamteinzahlungen über dreißig oder vierzig Jahre summiert, sollte diesen Betrag mit der vereinbarten Auszahlungssumme vergleichen, bevor er unterschreibt.

Die Wartezeit-Falle betrifft vor allem Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf Angebote ohne Gesundheitsprüfung zurückgreifen müssen. Sie erhalten zwar den Vertrag – aber wenn innerhalb der ersten zwei Jahre nach Abschluss der Todesfall eintritt, zahlt die Versicherung nur die eingezahlten Beiträge zurück. Für schwer kranke Personen, die möglicherweise genau in dieser Phase versterben, ist der Schutz damit faktisch nicht vorhanden. Darüber hinaus ist die Kündigung einer Sterbegeldversicherung in der Regel wirtschaftlich unvorteilhaft: Die Rückkaufswerte in frühen Jahren sind niedrig, und eingezahlte Beiträge lassen sich nicht vollständig zurückfordern.

Der Inflationseffekt ist ein weiteres strukturelles Problem. Eine Sterbegeldversicherung mit fester Versicherungssumme und ohne Dynamisierungsklausel verliert über Jahrzehnte real an Wert – die Bestattungskosten steigen mit der allgemeinen Preisentwicklung, die Auszahlungssumme bleibt jedoch nominell konstant. Wer also heute eine Versicherungssumme wählt, die den aktuellen Bestattungskosten entspricht, und zwanzig Jahre später stirbt, kann feststellen, dass die Summe nicht mehr ausreicht. Eine Dynamisierung – die schrittweise Anpassung der Versicherungssumme an die Preisentwicklung – sollte daher beim Abschluss explizit geprüft und vereinbart werden.

AUF EINEN BLICK

  • Wartezeit im Vertrag prüfen: Wie lange gilt eingeschränkter Schutz?
  • Gesamtbeitrag über Laufzeit berechnen und mit Versicherungssumme vergleichen.
  • Dynamisierung prüfen: Passt sich die Versicherungssumme der Inflation an?
  • Bezugsrecht korrekt regeln: Wer soll die Leistung erhalten – Angehörige oder direkt Bestatter?

Worauf beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung zu achten ist

Verbraucher:innen sollten zuerst ihren gesamten Versicherungsbedarf prüfen – bevor Einzelprodukte wie Sterbegeldversicherung diskutiert werden.

Wer nach sorgfältiger Abwägung entscheidet, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen, sollte zunächst die Versicherungssumme realistisch kalkulieren. Als Ausgangspunkt dienen aktuelle Informationen zu Bestattungskosten in der eigenen Region – lokale Bestatter oder Verbraucherverbände können hier Orientierung bieten. Die Versicherungssumme sollte dabei nicht nur die heutigen Kosten decken, sondern auch künftige Preissteigerungen berücksichtigen. Eine Dynamisierungsklausel, die die Summe und ggf. die Beiträge regelmäßig anpasst, ist deshalb empfehlenswert.

Die Wartezeit im Vertrag muss explizit geprüft werden: Wie lange gilt ein eingeschränkter Schutz, und welche Ausnahmen gibt es – etwa bei Unfalltod? Ebenso wichtig ist die Gesamtrechnung: Wer die monatlichen Beiträge mit der voraussichtlichen Laufzeit multipliziert, erhält die Gesamteinzahlung und kann sie direkt mit der vereinbarten Versicherungssumme vergleichen. Liegt die Gesamteinzahlung nahe an der Versicherungssumme oder sogar darüber, ist das Produkt aus reiner Absicherungsperspektive wenig attraktiv.

Schließlich sollte die Frage gestellt werden, ob die Sterbegeldversicherung tatsächlich das richtige Instrument ist oder ob – je nach Lebenssituation – eine Risikolebensversicherung, ein zweckgebundenes Sparkonto oder eine Kombination aus Bestattungsverfügung und Tagesgeldkonto besser passt. Eine unabhängige Beratung, etwa durch einen Verbraucherschutzverband, kann dabei helfen, die Entscheidung auf eine sachliche Grundlage zu stellen, ohne von Provisionsinteressen beeinflusst zu werden.

AUF EINEN BLICK

  • Unser Versicherungs-Check hilft dir, herauszufinden, welche Versicherungen für deine Lebenssituation wirklich Priorität haben.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist für viele Berufsgruppen statistisch das wichtigste Absicherungsprodukt – eine individuelle Analyse erklärt, warum.
  • Alle Informationen auf dieser Seite sind redaktionell und neutral – keine Produktempfehlung, kein Vermittlungsangebot.

Dein Versicherungscheck: Was für deine Situation wirklich zählt

Bevor du über eine Sterbegeldversicherung nachdenkst, lohnt es sich, deinen gesamten Versicherungsbedarf systematisch zu überprüfen. Für viele Verbraucher:innen gibt es Absicherungen, die statistisch deutlich dringlicher sind – allen voran die Berufsunfähigkeitsversicherung, die bei Krankheit oder Unfall das Einkommen schützt. Eine Sterbegeldversicherung ist in den meisten Fällen kein Produkt, das am Anfang des Versicherungslebens steht.

Alle Informationen auf dieser Seite sind redaktionell erarbeitet und neutral – es handelt sich um keine Produktempfehlung und kein Vermittlungsangebot. Unser Versicherungs-Check hilft dir dabei, strukturiert zu analysieren, welche Versicherungen für deine konkrete Lebenssituation tatsächlich Priorität haben sollten.

Unser Tipp: Mach zuerst den Versicherungs-Check und behalte den Überblick über alle relevanten Absicherungen. Die Sterbegeldversicherung kann danach – falls individuell sinnvoll – gezielt und informiert geprüft werden. Jetzt zum Versicherungs-Check →

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Häufige Fragen

Für junge Leute ist eine Sterbegeldversicherung in der Regel nicht sinnvoll, da Sie in jungen Jahren nur geringe Bestattungskosten absichern müssen und die Beiträge über Jahrzehnte Kapital binden. Sinnvoller ist es, Rücklagen zu bilden oder eine bestehende Lebensversicherung zu prüfen, die im Todesfall Leistungen erbringt. Zudem haben junge Leute oft nur geringes Einkommen, sodass die Beiträge eine unnötige finanzielle Belastung darstellen.

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt im Todesfall einen Sterbegeldzuschuss, der jedoch seit 2004 nicht mehr gesetzlich festgelegt ist und je nach Kasse unterschiedlich ausfällt. Viele Krankenkassen gewähren einen pauschalen Zuschuss, der die tatsächlichen Bestattungskosten meist nur zu einem kleinen Teil deckt. Zusätzlich können Leistungen aus einer Unfallversicherung oder betrieblichen Altersvorsorge hinzukommen, wenn der Todesfall unfallbedingt war.

Die Sterbegeldversicherung ist eine kapitalbildende Versicherung, die eine feste Summe zur Deckung der Bestattungskosten auszahlt, unabhängig vom Eintrittszeitpunkt des Todes. Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall während der Vertragslaufzeit und dient primär der Absicherung von Hinterbliebenen, etwa zur Tilgung von Krediten. Während die Sterbegeldversicherung auch im Alter als Vermögensaufbau dient, ist die Risikolebensversicherung reiner Risikoschutz ohne Rückkaufswert.

Ja, Sie können eine Sterbegeldversicherung jederzeit zum Ende der Vertragslaufzeit oder mit einer Kündigungsfrist von in der Regel drei Monaten kündigen. Bei einer Kündigung erhalten Sie den Rückkaufswert ausgezahlt, der jedoch in den ersten Jahren unter den eingezahlten Beiträgen liegen kann. Alternativ können Sie die Versicherung auch beitragsfrei stellen, sodass die Versicherungssumme reduziert weiterbesteht.

Die Versicherungssumme sollte sich an den tatsächlichen Bestattungskosten in Ihrer Region orientieren, die je nach Bestattungsart und Friedhof zwischen mehreren tausend Euro liegen. Eine Summe, die die durchschnittlichen Kosten für eine einfache Erdbestattung oder Feuerbestattung abdeckt, ist in der Regel ausreichend. Zusätzlich sollten Sie eventuelle Kosten für Trauerfeier, Anzeigen und Grabpflege einplanen, aber keine überhöhten Summen wählen, da die Beiträge sonst unnötig hoch sind.

Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem die Versicherung im Todesfall noch keine volle Leistung erbringt. Üblich sind Wartezeiten von ein bis drei Jahren, in denen bei natürlichem Tod nur die eingezahlten Beiträge oder ein reduzierter Betrag ausgezahlt wird. Bei Unfalltod entfällt die Wartezeit in der Regel, da dieser nicht vorhersehbar ist.

Es gibt keine speziellen steuerlichen Vorteile für Sterbegeldversicherungen, da die Beiträge nicht als Sonderausgaben absetzbar sind. Die ausgezahlte Versicherungssumme ist in Deutschland jedoch in der Regel einkommensteuerfrei, da es sich um eine Kapitalleistung aus einer privaten Versicherung handelt. Erbschaftsteuer kann anfallen, wenn die Versicherungssumme zusammen mit dem übrigen Nachlass den persönlichen Freibetrag übersteigt.

Wenn Sie ins Ausland ziehen, bleibt die Sterbegeldversicherung grundsätzlich bestehen, sofern Sie weiterhin die Beiträge zahlen und der Versicherer auch im Ausland leistet. Die Leistung wird auch bei Tod im Ausland erbracht, allerdings können zusätzliche Kosten für den Rücktransport des Verstorbenen entstehen, die nicht automatisch abgedeckt sind. Informieren Sie Ihren Versicherer über Ihren neuen Wohnsitz, da sich die Beitragszahlung und der Versicherungsschutz anpassen können.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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