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Direktversicherung wechseln: So nimmst du deine Betriebsrente mit

Beim Jobwechsel stellst du dir die Frage, was mit deiner Direktversicherung passiert. Deine Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge verfallen nicht, du hast aber eine wichtige Frist, um das Kapital steuerneutral auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen.

11 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Für versicherungsförmige Durchführungswege wie die Direktversicherung hast du einen gesetzlichen Anspruch auf Mitnahme des Deckungskapitals zum neuen Arbeitgeber.
  • Die Frist für die Übertragung beträgt 12 Monate nach deinem Austritt, über das GDV-Übertragungsabkommen sogar 15 Monate.
  • Alternativ kannst du den Vertrag privat fortführen oder beitragsfrei ruhend stellen, wenn der neue Arbeitgeber keine Übernahme anbietet.
  • Seit 2022 ist dein Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung zu einem Pflichtzuschuss von 15 Prozent verpflichtet, wenn er Sozialabgaben spart.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Direktversicherung wechseln?

Der Wechsel einer Direktversicherung meint in der Regel den Umgang mit deinem bestehenden Vertrag bei einem Jobwechsel. Du hast dabei mehrere Optionen, die unterschiedliche Folgen für Kosten, Steuern und deine spätere Rente haben.

Der Wechsel einer Direktversicherung ist kein Austausch wie bei einer privaten Versicherung, sondern die Neuorganisation deiner bestehenden betrieblichen Altersvorsorge. Auslöser ist fast immer ein Jobwechsel, denn der Vertrag läuft über deinen Arbeitgeber als Versicherungsnehmer. Dein angespartes Kapital bleibt dabei in jedem Fall erhalten, weil deine Ansprüche aus der Direktversicherung unverfallbar sind.

Du entscheidest beim Wechsel vor allem darüber, wer den Vertrag künftig führt und wie die Beiträge weitergezahlt werden. Die Spanne reicht von der Übertragung auf den neuen Arbeitgeber bis zur privaten Fortführung aus deinem Nettoeinkommen. Jede Variante hat andere Folgen für Steuern, Kosten und deine spätere Rente.

Für versicherungsförmige Durchführungswege wie die Direktversicherung hast du einen gesetzlichen Anspruch auf Mitnahme des Deckungskapitals. Dieser Anspruch gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro im Jahr 2026. Er erlischt jedoch, wenn du die Frist von 12 Monaten nach deinem Austritt verstreichen lässt.

Kurz erklärt

Direktversicherung wechseln

Die Übertragung oder Neuorganisation einer bestehenden Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge, meist ausgelöst durch einen Arbeitgeberwechsel.

Dein angespartes Kapital ist unverfallbar und geht nicht verloren. Entscheidend ist, ob du den Vertrag zum neuen Arbeitgeber mitnimmst, privat fortführst oder ruhend stellst.

02 · Vergleich

Welche Optionen hast du beim Arbeitgeberwechsel?

Beim Wechsel des Arbeitgebers stehen dir für deine Direktversicherung vier Wege offen. Die Deckungskapitalübertragung ist dabei der rechtlich sauberste und kostenfreie Standardweg.

Beim Arbeitgeberwechsel gibt es genau vier Wege, mit deiner Direktversicherung umzugehen. Die Deckungskapitalübertragung ist dabei die Standardempfehlung, weil sie kostenfrei ist und keine Altlasten beim neuen Arbeitgeber schafft. Du überträgst den Übertragungswert deines alten Vertrags in das Versorgungssystem des neuen Arbeitgebers.

Die Vertragsübernahme bedeutet, dass dein neuer Arbeitgeber vollständig als Versicherungsnehmer in den Altvertrag eintritt. Das ist nur nach sorgfältiger Prüfung sinnvoll, denn der neue Arbeitgeber erbt dabei alle Pflichten aus dem alten Vertrag. Dazu gehören Anpassungspflichten und mögliche Haftungsrisiken, die das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil vom 6. Mai 2025 bestätigt hat.

Bei der privaten Weiterführung wirst du selbst Versicherungsnehmer und zahlst die Beiträge aus deinem Nettoeinkommen. Die Ruhendstellung ist die vierte Option: Du zahlst keine Beiträge mehr, deine Anwartschaft bleibt aber bestehen und wird im Rentenalter ausgezahlt.

  • Die Deckungskapitalübertragung ist kostenfrei und rechtlich sauber, erfordert aber einen neuen Arbeitgeber mit betrieblicher Altersvorsorge.
  • Die Vertragsübernahme erbt alle Pflichten des Vorarbeitgebers und sollte nur nach Prüfung gewählt werden.
  • Die private Weiterführung ist jederzeit möglich, führt aber zum Verlust der Steuer- und Sozialabgabenvorteile.
  • Die Ruhendstellung eignet sich, wenn kein anderer Weg praktikabel ist und du den Vertrag einfach liegen lassen willst.
Die vier Optionen für deine Direktversicherung beim Jobwechsel im Überblick.
Deckungs­kapitalübertragungPrivate Weiterführung
VertragspartnerÜbertragungswert fließt in neues System beim neuen ArbeitgeberDu wirst selbst Versicherungsnehmer
BeitragszahlungWeiter über den Bruttolohn (Entgeltumwandlung)Aus deinem Nettoeinkommen
KostenKeine Stornoabzüge oder neue Abschlusskosten
Frist12 Monate gesetzlich, 15 Monate über GDV-Abkommen

03 · Schritt für Schritt

Wie läuft die Übertragung des Deckungs­kapitals ab?

Die Deckungskapitalübertragung ist ein formaler Prozess zwischen deinem alten und neuen Arbeitgeber sowie den beteiligten Versicherern. Sie stellt sicher, dass dein angespartes Kapital ohne steuerliche Nachteile in das neue Versorgungssystem fließt.

Rechtsgrundlage ist Paragraf 4 Absatz 3 des Betriebsrentengesetzes. Du hast den gesetzlichen Anspruch darauf bei Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds, sofern dein neuer Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet.

Stelle den Antrag auf Übertragung innerhalb von 12 Monaten nach deinem Austritt beim alten Arbeitgeber. Das Übertragungsabkommen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft verlängert diese Frist in der Praxis auf 15 Monate. Innerhalb dieses Zeitraums fallen weder Stornoabzüge noch neue Abschlusskosten an, die Übertragung kostet dich effektiv 0 Euro.

Dein neuer Arbeitgeber richtet anschließend eine wertgleiche Zusage ein. Wertgleich bedeutet, dass der Barwert deiner Anwartschaft erhalten bleibt, auch wenn die Vertragsbedingungen im neuen Tarif anders aussehen. Du bekommst also nicht zwingend identische Konditionen, aber den gleichen rechnerischen Wert deiner bisherigen Ansprüche.

  • Prüfe zuerst, ob dein neuer Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet und welchen Durchführungsweg er nutzt.
  • Beantrage die Übertragung schriftlich bei deinem alten Arbeitgeber oder direkt beim Versicherer.
  • Lass dir den Übertragungswert und die Konditionen des neuen Vertrags vorab bestätigen.
01

Anspruch prüfen

Du hast einen gesetzlichen Anspruch auf Übertragung des Deckungskapitals bei Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds, sofern dein neuer Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet.

02

Frist einhalten

Stelle den Antrag auf Übertragung innerhalb von 12 Monaten nach deinem Austritt beim alten Arbeitgeber. Das GDV-Übertragungsabkommen verlängert diese Frist in der Praxis auf 15 Monate.

03

Neuen Vertrag abschließen

Dein neuer Arbeitgeber richtet eine wertgleiche Zusage ein. Das bedeutet, der Barwert deiner Anwartschaft bleibt erhalten, auch wenn die Vertragsbedingungen beim neuen Anbieter abweichen können.

04

Übertragung durchführen

Die Versicherer wickeln die Übertragung des Kapitals direkt miteinander ab. Für dich entstehen dabei keine Kosten durch Stornoabzüge oder neue Abschlussgebühren.

04 · Was gilt

Wann ist deine Direktversicherung unverfallbar?

Unverfallbarkeit bedeutet, dass deine Ansprüche aus der Direktversicherung auch dann bestehen bleiben, wenn du das Unternehmen verlässt. Die gesetzlichen Fristen dafür sind klar geregelt.

Für deine eigenen Beiträge aus der Entgeltumwandlung gilt die sofortige Unverfallbarkeit. Du verlierst also nie das Geld, das du selbst aus deinem Bruttolohn eingezahlt hast.

Bei arbeitgeberfinanzierten Beiträgen gelten zwei Voraussetzungen: Du musst beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt sein und die Versorgungszusage muss mindestens 3 Jahre bestanden haben. Seit 2018 sind diese Bedingungen gesetzlich festgeschrieben. Manche Arbeitgeber räumen freiwillig eine sofortige Unverfallbarkeit ein, dann sind auch ihre Beiträge von Beginn an gesichert.

Für dich als Arbeitnehmerin bedeutet das: Selbst wenn du nach kurzer Zeit kündigst, bleibt dein eingezahltes Kapital erhalten. Die Unverfallbarkeit ist die Grundlage dafür, dass du beim Jobwechsel überhaupt zwischen Übertragung, privater Fortführung und Ruhendstellung wählen kannst.

Unverfallbar

·Arbeitnehmerbeiträge aus Entgeltumwandlung sind sofort unverfallbar
·Arbeitgeberbeiträge sind unverfallbar, wenn du beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt bist
·Arbeitgeberbeiträge sind unverfallbar, wenn die Versorgungszusage mindestens 3 Jahre bestanden hat
·Arbeitgeber können vertraglich eine sofortige Unverfallbarkeit zusagen

Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften bei Ausscheiden vor dem 21. Lebensjahr

05 · Kosten

Was kostet der Wechsel der Direktversicherung?

Die Kosten hängen stark davon ab, für welche Option du dich entscheidest. Während die Übertragung auf den neuen Arbeitgeber in der Regel kostenfrei ist, können bei einer privaten Fortführung neue Abschlusskosten entstehen.

Die direkten Kosten hängen von der gewählten Option ab. Die Deckungskapitalübertragung kostet dich 0 Euro, weil das Übertragungsabkommen der Versicherungswirtschaft Stornoabzüge und neue Abschlusskosten ausschließt. Auch die Vertragsübernahme und die Ruhendstellung verursachen keine direkten Kosten für dich.

Anders sieht es bei der privaten Weiterführung aus. Hier können neue Abschlusskosten anfallen, wenn du den Vertrag auf dich als Versicherungsnehmer umschreiben lässt oder einen neuen Vertrag abschließt. Entscheidender ist jedoch der indirekte Kostenfaktor: Du verlierst die Steuer- und Sozialabgabenvorteile der Entgeltumwandlung, weil du die Beiträge aus deinem Nettoeinkommen zahlst.

Bei der Deckungskapitalübertragung trägt dein neuer Arbeitgeber die Pflicht zur wertgleichen Zusage. Das bedeutet für dich keine versteckten Kosten, aber du solltest die Konditionen des neuen Vertrags prüfen. Ein niedrigeres Garantieniveau oder höhere laufende Kosten im neuen Tarif können deine spätere Rente schmälern, auch wenn der Barwert gleich bleibt.

Kurz erklärt

Deckungs­kapitalübertragung

Typische Kostenfolgen je nach Wechseloption.

0 Euro

06 · Im Vertrag

Welche Rolle spielen Arbeitgeberzuschuss und Entgeltumwandlung?

Die Entgeltumwandlung ist der Mechanismus, mit dem du Teile deines Bruttogehalts in die Direktversicherung einzahlst. Dein Arbeitgeber ist dabei seit 2022 zu einem Zuschuss verpflichtet, wenn er durch die Umwandlung Sozialabgaben spart.

Auf den umgewandelten Betrag fallen keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an, aktuell bis zu 338 Euro monatlich. Dein Arbeitgeber zieht den Beitrag direkt vom Bruttolohn ab und überweist ihn an den Versicherer.

Seit 2022 ist dein Arbeitgeber verpflichtet, 15 Prozent deines umgewandelten Betrags zusätzlich einzuzahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr, oft 20 Prozent oder mehr. Ein Zuschuss von mindestens 20 Prozent gilt als Schwelle, ab der sich eine Direktversicherung aus Renditegesichtspunkten in der Regel lohnt.

Beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber solltest du diesen Pflichtzuschuss aktiv einfordern. Der neue Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, wenn du weiterhin per Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung einzahlst. Ohne den Zuschuss zahlst du faktisch drauf, weil die Abgaben auf deine spätere Betriebsrente die Steuervorteile in der Ansparphase aufzehren können.

Wichtige Regelungen zu Entgeltumwandlung und Zuschuss.

EntgeltumwandlungMechanismusDu wandelst einen Teil deines Bruttogehalts in einen Beitrag zur Direktversicherung um. Auf diesen Teil fallen keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an, aktuell bis zu 338 Euro monatlich.
ArbeitgeberzuschussPflichtDein Arbeitgeber muss 15 Prozent deines umgewandelten Betrags zusätzlich einzahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr.
BeitragsbemessungsgrenzeGrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung liegt 2026 bei 101.400 Euro jährlich. Sie ist zugleich die Grenze für das gesetzliche Mitnahmerecht bei der Deckungskapitalübertragung.
BetriebsrentenstärkungsgesetzGesetzDas BRSG II ist seit dem 22. Januar 2026 in Kraft und erhöht unter anderem die Abfindungsgrenze für Kleinstanwartschaften auf 59,33 Euro monatliche Rente ohne Einverständnis.

07 · Vergleich

Welche Durchführungs­wege gibt es in der betrieblichen Altersvorsorge?

Die Direktversicherung ist nur einer von fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge. Die Unterschiede liegen vor allem in der Art der Versorgungseinrichtung und den Regelungen beim Arbeitgeberwechsel.

Bei der Direktversicherung schließt dein Arbeitgeber eine Lebens- oder Rentenversicherung bei einem Versicherungsunternehmen ab. Sie ist besonders in kleinen und mittleren Unternehmen verbreitet, weil sie den geringsten Verwaltungsaufwand verursacht.

Die Pensionskasse ist eine rechtsfähige Versorgungseinrichtung, die häufig in Branchen mit tarifvertraglicher Regelung genutzt wird. Der Pensionsfonds ist ein weiterer versicherungsförmiger Durchführungsweg mit ähnlichen Regelungen beim Arbeitgeberwechsel. Für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds gilt das gesetzliche Mitnahmerecht mit der Deckungskapitalübertragung.

Daneben gibt es die Unterstützungskasse und die Direktzusage, bei denen der Arbeitgeber die Versorgungsleistungen selbst zusagt oder über eine Kasse organisiert. Diese Wege funktionieren anders, weil kein Versicherungsvertrag im Hintergrund steht. Für dich als Arbeitnehmerin ist vor allem relevant, ob dein neuer Arbeitgeber einen versicherungsförmigen Weg anbietet, auf den du dein Kapital übertragen kannst.

  • Direktversicherung: Versicherungsvertrag bei einem Lebensversicherer, gesetzliches Mitnahmerecht.
  • Pensionskasse: rechtsfähige Versorgungseinrichtung, gesetzliches Mitnahmerecht.
  • Pensionsfonds: versicherungsförmiger Weg, gesetzliches Mitnahmerecht.
  • Unterstützungskasse und Direktzusage: arbeitgeberfinanzierte Wege ohne Versicherungsvertrag, kein gesetzliches Mitnahmerecht.
Die fünf Durchführungswege der bAV im Vergleich.
DirektversicherungPensionskasse
Versorgungs­trägerLebensversicherungsunternehmenRechtsfähige Versorgungseinrichtung
Mitnahmerecht bei JobwechselGesetzlicher Anspruch auf DeckungskapitalübertragungGesetzlicher Anspruch auf Deckungskapitalübertragung
Typische NutzungHäufig in kleinen und mittleren Unternehmen

08 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du beim Wechsel vermeiden?

Beim Umgang mit deiner Direktversicherung im Jobwechsel lauern einige typische Fallstricke. Wer sie kennt, trifft die bessere Entscheidung für seine Altersvorsorge.

Der häufigste Fehler ist, die 12-Monats-Frist für die Deckungskapitalübertragung verstreichen zu lassen. Danach erlischt dein gesetzlicher Anspruch auf die steuerneutrale Mitnahme des Kapitals. Du kannst den Vertrag dann nur noch privat fortführen oder ruhend stellen, was in der Regel ungünstiger ist.

Ein weiterer Fehler ist die vorschnelle Kündigung des alten Vertrags. Dabei fallen Stornoabzüge an und du verlierst die Steuervorteile der betrieblichen Altersvorsorge. Auch die ungeprüfte Vertragsübernahme durch den neuen Arbeitgeber kann problematisch sein, weil dieser alle Pflichten aus dem Altvertrag erbt und du im Zweifel mit den Folgen leben musst.

Viele Arbeitnehmerinnen vergessen außerdem, den Pflichtzuschuss von 15 Prozent bei der Entgeltumwandlung beim neuen Arbeitgeber einzufordern. Ohne diesen Zuschuss verschlechtert sich die Rendite deiner Direktversicherung spürbar. Prüfe auch das Garantieniveau und die Kosten des neuen Vertrags, bevor du einer Übertragung zustimmst.

  • Lass die Frist von 12 Monaten für die Deckungskapitalübertragung nicht verstreichen.
  • Kündige deinen alten Vertrag nicht vorschnell, sondern prüfe zuerst alle Optionen.
  • Akzeptiere eine Vertragsübernahme durch den neuen Arbeitgeber nicht ohne Prüfung der Konditionen.
  • Fordere den Pflichtzuschuss von 15 Prozent auf deine Entgeltumwandlung aktiv ein.
  • Vergleiche Garantieniveau und Kosten des neuen Vertrags mit deinem alten.

Häufige Fehler beim Wechsel der Direktversicherung.

·Die 12-Monats-Frist für die Deckungskapitalübertragung verstreichen lassen und damit den gesetzlichen Anspruch verlieren.
·Den alten Vertrag vorschnell kündigen und dadurch Stornoabzüge sowie Steuernachteile in Kauf nehmen.
·Eine Vertragsübernahme durch den neuen Arbeitgeber ohne Prüfung akzeptieren und damit mögliche Haftungsrisiken erben.
·Die private Weiterführung wählen, ohne die wegfallenden Steuer- und Sozialabgabenvorteile zu berücksichtigen.
·Den Pflichtzuschuss des Arbeitgebers von 15 Prozent bei der Entgeltumwandlung nicht einfordern.

09 · Hintergrund

Was passiert mit deiner Direktversicherung, wenn du sie ruhend stellst?

Die Ruhendstellung ist eine Option, wenn weder eine Übertragung noch eine private Fortführung in Frage kommt. Dein Vertrag bleibt bestehen, wird aber nicht mehr bespart.

Bei der Ruhendstellung stellst du die Beitragszahlung in deine Direktversicherung ein. Deine bis dahin angesparte Anwartschaft bleibt unverfallbar erhalten und wird im Rentenalter ausgezahlt. Du verursachst keine Kosten und löst keine steuerlichen Nachteile aus, weil du den Vertrag nicht kündigst.

Der Nachteil liegt darin, dass sich dein Vorsorgekapital nicht weiter durch Beiträge erhöht. Deine spätere Rente fällt entsprechend niedriger aus, weil die eingezahlten Beiträge und die darauf erwirtschafteten Erträge fehlen. Die Ruhendstellung ist für alle Durchführungswege möglich und eignet sich besonders, wenn dein neuer Arbeitgeber keine betriebliche Altersvorsorge anbietet.

Du kannst die Ruhendstellung auch als Übergangslösung nutzen, bis du eine bessere Option gefunden hast. Beachte aber, dass du nach Ablauf der 12-Monats-Frist keine Deckungskapitalübertragung mehr verlangen kannst. Danach bleibt dir nur noch die private Fortführung oder die Ruhendstellung als dauerhafte Lösung.

Bei der Ruhendstellung stellst du die Beitragszahlung in deine Direktversicherung ein. Deine bis dahin angesparte Anwartschaft bleibt unverfallbar erhalten und wird im Rentenalter ausgezahlt.

Der Vorteil liegt darin, dass du keine Kosten verursachst und keine steuerlichen Nachteile auslöst. Der Nachteil ist, dass sich dein Vorsorgekapital nicht weiter durch Beiträge erhöht und die spätere Rente entsprechend niedriger ausfällt.

Die Ruhendstellung ist für alle Durchführungswege möglich und eignet sich besonders, wenn dein neuer Arbeitgeber keine betriebliche Altersvorsorge anbietet oder du die Frist für die Übertragung versäumt hast.

Beachte, dass du bei einer ruhend gestellten Direktversicherung weiterhin die Verwaltungskosten des Versicherers trägst. Diese werden in der Regel aus dem vorhandenen Vertragsguthaben entnommen.

10 · Was gilt

Welche Steuern und Sozialabgaben fallen auf deine Betriebsrente an?

Die Beiträge zur Direktversicherung sind in der Ansparphase steuer- und sozialabgabenfrei. Dafür musst du in der Rentenphase Abgaben leisten, deren Höhe von deinem Versichertenstatus abhängt.

Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen wurden, ist die spätere Rente in voller Höhe einkommensteuerpflichtig. In den meisten Fällen ist dein Steuersatz im Rentenalter niedriger als während der Berufstätigkeit, was einen Steuervorteil bedeutet.

Als gesetzlich krankenversicherte Rentnerin zahlst du auf deine Betriebsrente volle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Das bedeutet, du trägst sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil, insgesamt gut 19 Prozent. Die ersten 197,75 Euro deiner monatlichen Rente sind jedoch frei von Abgaben zur Krankenkasse.

Bist du privat krankenversichert, fallen keine Krankenkassenbeiträge auf die betriebliche Rente oder eine Einmalauszahlung an. Das ist ein relevanter Vorteil, den du bei der Entscheidung über deine Direktversicherung berücksichtigen solltest. Die Abgabenlast in der Rentenphase ist ein Grund dafür, warum sich eine Direktversicherung vor allem mit einem ausreichenden Arbeitgeberzuschuss lohnt.

Abgabenpflichtig

·Volle Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für Pflichtversicherte
·Volle Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung für gesetzlich Versicherte
·Einkommensteuer auf die ausgezahlte Rente bei Verträgen ab 2005
·Krankenkassenbeiträge auf den Rententeil über 197,75 Euro monatlich

Abgabenfrei

·Krankenkassenbeiträge für privat krankenversicherte Rentner
·Sozialabgaben auf den Rententeil bis 197,75 Euro monatlich in der gesetzlichen Krankenversicherung

11 · Checkliste

Checkliste: So gehst du beim Wechsel deiner Direktversicherung vor

Mit dieser Reihenfolge behältst du den Überblick und triffst die richtigen Entscheidungen für deine betriebliche Altersvorsorge beim Jobwechsel.

Beginne mit der Bestandsaufnahme deines alten Vertrags, bevor du Entscheidungen triffst. Die Frist von 12 Monaten läuft ab deinem Austritt, daher solltest du früh aktiv werden.

Kläre als Erstes, ob deine Anwartschaft unverfallbar ist und wie hoch das Deckungskapital ausfällt. Frage dann deinen neuen Arbeitgeber, ob er eine betriebliche Altersvorsorge anbietet und welchen Durchführungsweg er nutzt. Nur wenn er einen versicherungsförmigen Weg anbietet, kannst du dein Kapital steuerneutral übertragen.

Beantrage die Deckungskapitalübertragung innerhalb der Frist und vergleiche die Konditionen des neuen Vertrags mit deinem alten. Achte besonders auf das Garantieniveau und die laufenden Kosten. Fordere den Pflichtzuschuss von 15 Prozent auf deine Entgeltumwandlung beim neuen Arbeitgeber ein, bevor du den neuen Vertrag abschließt.

  • Prüfe Unverfallbarkeit und Deckungskapital deines alten Vertrags.
  • Kläre, ob dein neuer Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet.
  • Beantrage die Deckungskapitalübertragung innerhalb von 12 Monaten nach deinem Austritt.
  • Vergleiche Garantieniveau und Kosten des neuen Vertrags mit deinem alten.
  • Fordere den Pflichtzuschuss von 15 Prozent auf deine Entgeltumwandlung ein.
  • Entscheide dich für Ruhendstellung oder private Fortführung, wenn keine Übertragung möglich ist.

Dein Fahrplan für den Wechsel der Direktversicherung.

01

Prüfe, ob deine Anwartschaft unverfallbar ist und wie hoch das Deckungskapital ausfällt.

02

Frage deinen neuen Arbeitgeber, ob er eine betriebliche Altersvorsorge anbietet und welchen Durchführungsweg er nutzt.

03

Beantrage die Deckungskapitalübertragung innerhalb von 12 Monaten nach deinem Austritt.

04

Vergleiche die Konditionen des neuen Vertrags mit deinem alten, insbesondere Garantieniveau und Kosten.

05

Fordere den Pflichtzuschuss von 15 Prozent auf deine Entgeltumwandlung beim neuen Arbeitgeber ein.

06

Entscheide dich für Ruhendstellung oder private Fortführung, wenn eine Übertragung nicht möglich ist.

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026