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Ratgeber · Versicherung

Direktversicherung im Alter: Was von deiner Betriebsrente übrig bleibt

Eine Direktversicherung baut über deinen Arbeitgeber eine Zusatzrente auf. Im Alter entscheiden dann Auszahlungs­form, Krankenversicherung und Steuern, wie viel Netto von deiner Vorsorge ankommt.

12 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Bis zu 338 Euro monatlich kannst du 2026 steuer- und sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung einzahlen.
  • Auf deine spätere Betriebsrente zahlst du als gesetzlich Versicherter volle Kranken- und Pflegebeiträge.
  • Ein Freibetrag von 197,75 Euro monatlich schützt einen Teil deiner Betriebsrente vor Krankenkassenbeiträgen.
  • Bei einer Einmalauszahlung verteilt die Krankenkasse den Betrag fiktiv auf zehn Jahre.

01 · Grundlagen

Was ist eine Direktversicherung?

Die Direktversicherung ist der am weitesten verbreitete Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Dein Arbeitgeber schließt den Vertrag ab, du sparst meist per Gehaltsumwandlung mit.

Dein Arbeitgeber schließt den Vertrag mit einem Lebensversicherer ab, du bist die versicherte Person. Die Beiträge zahlst du in den meisten Fällen selbst über eine Entgeltumwandlung, bei der ein Teil deines Bruttogehalts direkt in den Vertrag fließt. Dein Arbeitgeber kann sich mit einem Zuschuss beteiligen, muss es aber nicht in jedem Fall.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist die Direktversicherung der Durchführungsweg mit dem geringsten Verwaltungsaufwand. Der Versicherer gewährt oft Rabatte bei den Kosten, weil der Arbeitgeber mehrere Verträge auf einmal abschließt.

Eine Direktversicherung kann nur für deine berufliche Haupttätigkeit vereinbart werden, nicht für einen Nebenjob.

Kurz erklärt

Direktversicherung

Eine Lebens- oder Rentenversicherung, die dein Arbeitgeber für dich als betriebliche Altersversorgung abschließt. Die Beiträge zahlst du oft selbst über eine Entgeltumwandlung, dein Arbeitgeber kann sie bezuschussen.

Der Vertrag läuft über deinen Arbeitgeber, nicht direkt zwischen dir und dem Versicherer.

02 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Gehaltsumwandlung

Bei der Gehaltsumwandlung fließt ein Teil deines Bruttogehalts direkt in den Vertrag. Dadurch sinken dein Steuer- und Sozialabgabenaufwand im Erwerbsleben.

Du legst fest, welchen Betrag du monatlich aus deinem Bruttogehalt in die Direktversicherung umwandeln möchtest. Dein Arbeitgeber behält diesen Betrag direkt vom Bruttolohn ein und überweist ihn an den Versicherer. Auf den umgewandelten Teil fallen bis zur Beitragsbemessungsgrenze keine Steuern und Sozialabgaben an.

Der Nettoaufwand für deine Altersvorsorge sinkt dadurch spürbar. Aus einem Umwandlungsbetrag von 100 Euro werden bei einem Bruttogehalt von 4.000 Euro und einem Arbeitgeberzuschuss von 15 Euro insgesamt 115 Euro Anlagebetrag, während dich das netto nur rund 52 Euro kostet.

  • Du entscheidest den monatlichen Umwandlungsbetrag aus deinem Brutto.
  • Dein Arbeitgeber zieht den Beitrag direkt vom Lohn ab und überweist ihn an den Versicherer.
  • Im Alter versteuerst du die Rente oder Kapitalauszahlung nachgelagert.
01

Bruttogehalt festlegen

Du entscheidest, welchen Betrag du monatlich aus deinem Brutto in die Direktversicherung umwandeln möchtest.

02

Arbeitgeber zieht Beitrag ab

Dein Arbeitgeber behält den Umwandlungsbetrag direkt vom Bruttolohn ein und überweist ihn an den Versicherer.

03

Steuern und Sozialabgaben sparen

Auf den umgewandelten Betrag fallen bis zur Beitragsbemessungsgrenze keine Steuern und Sozialabgaben an.

04

Im Alter versteuern

Die spätere Rente oder Kapitalauszahlung unterliegt der nachgelagerten Besteuerung und Krankenkassenbeiträgen.

03 · Kosten

Beitragsbemessungs­grenze: So viel ist 2026 steuerfrei

Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung bestimmt, wie viel du steuer- und sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung einzahlen kannst.

Bis zu 4 Prozent dieser Grenze sind sozialversicherungsfrei, das entspricht im Jahr 2026 einem monatlichen Beitrag von 338 Euro.

Steuerfrei sind Beiträge bis 676 Euro monatlich. Alles oberhalb von 338 Euro ist sozialversicherungspflichtig, bleibt aber bis zur Steuergrenze steuerfrei.

Der sozialversicherungsfreie Höchstbeitrag liegt 2026 bei 338 Euro monatlich.

Kurz erklärt

Sozialversicherungs­freier Höchstbeitrag

Steuer- und sozialabgabenfreie Beiträge 2026

338 EUR monatlich

04 · Was gilt

Sozialversicherungs­freiheit in der Ansparphase

In der Ansparphase sparst du auf den umgewandelten Gehaltsteil Sozialabgaben. Das gilt für Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung.

Beiträge bis 338 Euro monatlich aus laufendem Arbeitsentgelt sind sozialversicherungsfrei, ebenso Arbeitgeberzuschüsse bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Beiträge oberhalb von 338 Euro monatlich sind sozialversicherungspflichtig. Die Auszahlungen im Rentenalter unterliegen dann wiederum den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, unabhängig davon ob du eine Rente oder eine Einmalauszahlung erhältst.

Die Sozialversicherungsfreiheit gilt nur in der Ansparphase, nicht für die spätere Auszahlung.

Sozialversicherungsfrei

·Beiträge bis 338 Euro monatlich aus laufendem Arbeitsentgelt
·Beiträge in der Ansparphase

Sozialversicherungspflichtig

·Beiträge oberhalb von 338 Euro monatlich
·Auszahlungen im Rentenalter
·Einmalauszahlungen aus dem Vertrag

05 · Vergleich

Durchführungs­wege der betrieblichen Alters­versorgung

Die Direktversicherung ist nur einer von fünf Durchführungswegen. Sie unterscheiden sich in Vertragspartner, Haftung und Verwaltungsaufwand.

Die Direktversicherung ist nur einer von fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung. Sie unterscheiden sich in Vertragspartner, Haftung und Verwaltungsaufwand. Die Direktversicherung ist für Arbeitgeber der unkomplizierteste Weg, eine betriebliche Altersversorgung anzubieten.

  • Bei der Direktversicherung ist der Vertragspartner ein Lebensversicherer, der Verwaltungsaufwand ist gering.
  • Pensionskassen und Pensionsfonds sind rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtungen mit geringem bis mittlerem Aufwand.
  • Unterstützungskassen und Direktzusagen kommen vor allem in mittleren und großen Unternehmen vor.

Die Direktversicherung eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, weil der Arbeitgeber den Vertrag nur abschließt und die Abwicklung dem Versicherer überlässt.

Die fünf Durchführungswege im Überblick
DirektversicherungPensionskassePensionsfondsUnterstützungs­kasseDirektzusage
VertragspartnerLebensversicherer
Verwaltungs­aufwandgering

06 · Was gilt

Arbeitgeberzuschuss: Dein Rechtsanspruch seit 2022

Seit 2022 muss dein Arbeitgeber bei einer Entgeltumwandlung einen Zuschuss zahlen. Das verbessert die Rendite deiner Direktversicherung spürbar.

Die gesetzliche Pflicht beträgt 15 Prozent des umgewandelten Betrags, sofern der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialabgaben spart.

Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr, oft in Höhe der eingesparten Sozialabgaben von rund 20 Prozent. Ein Zuschuss von mindestens 20 Prozent macht die Direktversicherung aus Renditegesichtspunkten in aller Regel attraktiver als eine privat abgeschlossene Rentenversicherung.

Der gesetzliche Pflichtzuschuss beträgt 15 Prozent deines umgewandelten Betrags.

Pflicht

·15 Prozent des umgewandelten Betrags als Zuschuss
·Zuschuss in Höhe der eingesparten Sozialabgaben
·Zuschuss für alle Arbeitnehmer mit Entgeltumwandlung

Freiwillig

·Zuschuss bei rein arbeitgeberfinanzierten Verträgen
·Zuschuss oberhalb der gesetzlichen Pflicht
·Zuschuss für Verträge ohne Entgeltumwandlung

07 · Kosten

Krankenversicherung der Rentner: Abgaben auf deine Betriebsrente

Als gesetzlich versicherter Rentner zahlst du auf deine Direktversicherung volle Kranken- und Pflegebeiträge. Ein Freibetrag reduziert die Belastung.

Das bedeutet, du trägst sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil. Für Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner gilt seit 2020 ein Freibetrag von 197,75 Euro monatlich.

Nur der Betrag oberhalb dieses Freibetrags wird mit dem Krankenkassenbeitrag belastet, der 2026 im Durchschnitt bei 17,5 Prozent liegt. Für die Pflegeversicherung gilt eine Freigrenze in gleicher Höhe: Liegt deine Betriebsrente darüber, zahlst du auf den gesamten Betrag bis zu 4,2 Prozent.

Der Freibetrag von 197,75 Euro gilt nur für Pflichtversicherte, nicht für freiwillig gesetzlich Versicherte.

Abgaben auf die Betriebsrente 2026

Freibetrag Krankenversicherung197,75 EUR
Krankenkassenbeitrag auf Betriebsrente17,5 %
Pflegeversicherung auf Betriebsrente4,2 %

08 · Vergleich

Einmalauszahlung oder Rente: Was im Alter zählt

Deine Direktversicherung kannst du als lebenslange Rente oder als Einmalauszahlung erhalten. Die Krankenkasse behandelt beide Varianten unterschiedlich.

Der Freibetrag von 197,75 Euro wird in beiden Fällen monatlich abgezogen, sofern du pflichtversichert bist. Steuerlich ist die Einmalauszahlung bei Verträgen ab 2005 deutlich ungünstiger, weil die volle Summe in einem Jahr versteuert wird und den Steuersatz in die Höhe treiben kann.

Bei Verträgen ab 2005 führt die Einmalauszahlung zu einer deutlich höheren Steuerlast als die monatliche Rente.

Auszahlungsformen im Vergleich
Monatliche RenteEinmalauszahlung
Krankenkassenbeitragmonatlich auf den Rentenbetragfiktiv auf 120 Monate verteilt
Freibetrag 197,75 EURwird monatlich abgezogenwird monatlich abgezogen
Steuerliche Belastungnachgelagerte Besteuerungvolle Besteuerung bei Verträgen ab 2005
Planbarkeitlebenslang kalkulierbarKapital frei verfügbar

09 · Was gilt

Hinterbliebenenabsicherung in der Direktversicherung

Eine Direktversicherung kann deine Hinterbliebenen absichern. Ob und wie das funktioniert, hängt von der Vertragsgestaltung ab.

Du kannst eine Rentengarantiezeit festlegen, in der die Rente nach deinem Tod noch für einen bestimmten Zeitraum weitergezahlt wird. Auch eine Todesfallleistung während der Ansparphase ist möglich.

Eine automatische Hinterbliebenenabsicherung ohne entsprechende Vereinbarung gibt es nicht. Die gesetzliche Witwenrente wird aus der Direktversicherung nicht abgeleitet, du musst die Absicherung aktiv in den Vertrag aufnehmen.

Ohne ausdrückliche Vereinbarung besteht keine Hinterbliebenenabsicherung in der Direktversicherung.

Möglich

·Rentengarantiezeit vereinbaren
·Todesfallleistung während der Ansparphase
·Hinterbliebenenrente als Zusatzbaustein

Nicht möglich

·Automatische Absicherung ohne Vereinbarung
·Gesetzliche Witwenrente aus der Direktversicherung
·Beitragsfreie Hinterbliebenenabsicherung

10 · Im Vertrag

Berufsunfähigkeits­schutz über die Direktversicherung

Manche Direktversicherungen lassen sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kombinieren. Das kann Vorteile bei der Gesundheitsprüfung bieten.

Der Vorteil: Oft ist der Abschluss ohne Gesundheitsprüfung möglich, was allen nutzt, die wegen Vorerkrankungen bei einer regulären Berufsunfähigkeitsversicherung nur eingeschränkten Schutz bekommen haben.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn du zu mindestens 50 Prozent im zuletzt ausgeübten Beruf berufsunfähig bist. Die gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente erhältst du dagegen nur, wenn du weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kannst. Bei 3 bis 6 Stunden täglicher Arbeitsfähigkeit greift die teilweise Erwerbsminderungsrente.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf.

Berufsunfähigkeitsschutz in der Direktversicherung

Arbeitsfähig unter 3 StundenGesetzliche volle ErwerbsminderungsrenteDie gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente erhältst du, wenn du weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kannst.
Arbeitsfähig 3 bis 6 StundenGesetzliche teilweise ErwerbsminderungsrenteDie teilweise Erwerbsminderungsrente greift, wenn du zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten kannst.

11 · Schritt für Schritt

Arbeitgeberwechsel: So bleibt deine Direktversicherung erhalten

Deine Direktversicherung verfällt bei einem Jobwechsel nicht. Du hast mehrere Möglichkeiten, den Vertrag fortzuführen oder zu übertragen.

Alle Einzahlungen, die du selbst geleistet hast, sind unverfallbar und damit sicher. Bei Arbeitgeberbeiträgen gilt seit 2018: Sie sind gesichert, wenn du mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hast und beim Jobwechsel 21 Jahre alt warst.

Du hast mehrere Möglichkeiten, den Vertrag fortzuführen. Der neue Arbeitgeber kann den bestehenden Vertrag übernehmen, du kannst das Guthaben auf einen neuen Vertrag übertragen oder den alten Vertrag beitragsfrei stellen und parallel einen neuen abschließen. Auch die private Fortführung ohne Arbeitgeber ist möglich.

  • Frage deinen neuen Arbeitgeber, ob er den bestehenden Vertrag übernimmt.
  • Übertrage das angesparte Guthaben auf einen neuen Vertrag beim neuen Arbeitgeber.
  • Lass den alten Vertrag ruhen und schließe parallel einen neuen Vertrag ab.
  • Führe den Vertrag privat fort, indem du die Beiträge selbst übernimmst.
01

Neuen Arbeitgeber fragen

Der neue Arbeitgeber kann den bestehenden Vertrag übernehmen und weiter besparen.

02

Vertrag übertragen

Das angesparte Guthaben lässt sich auf einen neuen Vertrag beim neuen Arbeitgeber übertragen.

03

Vertrag ruhen lassen

Du kannst den alten Vertrag beitragsfrei stellen und parallel einen neuen Vertrag abschließen.

04

Privat fortführen

Du übernimmst die Beiträge selbst und führst den Vertrag ohne Arbeitgeber fort.

12 · Hintergrund

Nachgelagerte Besteuerung: Was im Alter auf dich zukommt

Die Direktversicherung folgt dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. In der Ansparphase sparst du Steuern, im Alter werden die Leistungen besteuert.

Bei Verträgen ab 2005 sind deine Beiträge in der Ansparphase steuerfrei. Im Gegenzug musst du die spätere Rente oder Kapitalauszahlung versteuern. Der Steuersatz im Rentenalter ist in den meisten Fällen niedriger als während der Berufstätigkeit, was die nachgelagerte Besteuerung für viele Arbeitnehmer vorteilhaft macht.

Bei einer Einmalauszahlung fällt die Steuerlast höher aus als bei einer monatlichen Rente. Die volle Auszahlung wird in einem Jahr versteuert, was den Steuersatz in die Höhe treiben kann. Bei einer monatlichen Rente verteilt sich die Steuerlast dagegen auf viele Jahre.

Die nachgelagerte Besteuerung lohnt sich vor allem, wenn dein Steuersatz im Alter niedriger ist als im Erwerbsleben.

Bei Verträgen ab 2005 sind deine Beiträge in der Ansparphase steuerfrei. Im Gegenzug musst du die spätere Rente oder Kapitalauszahlung versteuern.

Der Steuersatz im Rentenalter ist in den meisten Fällen niedriger als während der Berufstätigkeit. Das macht die nachgelagerte Besteuerung für viele Arbeitnehmer vorteilhaft.

Bei einer Einmalauszahlung fällt die Steuerlast höher aus als bei einer monatlichen Rente. Die volle Auszahlung wird in einem Jahr versteuert, was den Steuersatz in die Höhe treiben kann.

Häufige Fragen

Fragen zu Direktversicherung im Alter

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026