Berufsunfähigkeitsschutz clever abschließen und Beiträge reduzieren
Berufsunfähigkeitsschutz clever abschließen und Beiträge reduzieren: So sichern sich Studierende früh günstig ab. Tipps, Kostenfaktoren & Checkliste.
- Die gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist für die meisten jungen Menschen sehr eingeschränkt
- Wer noch keine ausreichenden Beitragsjahre gesammelt hat, hat oft keinen oder nur geringen Anspruch auf staatliche Leistungen
- Die Arbeitskraft ist das größte Vermögen – ein langes Erwerbsleben liegt noch vor Studierenden
- Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit – gerade für junge Menschen relevant
Berufsunfähigkeitsschutz: Was du jetzt wissen musst
Die gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist für die meisten Menschen sehr eingeschränkt
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine der wichtigsten Absicherungen, die du abschließen kannst – und der Zeitpunkt des Abschlusses hat direkten Einfluss auf deine Beiträge. Wer früh handelt, zahlt weniger und sichert sich bessere Konditionen für das gesamte Berufsleben.
AUF EINEN BLICK
- Wer noch keine ausreichenden Beitragsjahre gesammelt hat, hat oft keinen oder nur geringen Anspruch auf staatliche Leistungen
- Die Arbeitskraft ist das größte Vermögen – ein langes Erwerbsleben liegt noch vor dir
- Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit – gerade für jüngere Menschen relevant
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Warum eine BU-Versicherung für Sparer:innen und Verbraucher:innen besonders sinnvoll ist
Früher Abschluss sichert oft niedrigere Beiträge, weil Alter und Gesundheitszustand günstiger sind
Viele Menschen glauben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung sei erst nach dem Berufseinstieg relevant. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum – und er kann teuer werden. Die gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist für jüngere Menschen in Deutschland äußerst eingeschränkt. Wer noch keine fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat in der Regel keinen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente. Viele Berufseinsteiger:innen oder Menschen in der Ausbildungsphase erfüllen diese Wartezeit meistens nicht – sie stehen im Ernstfall ohne staatliche Leistung da.
Hinzu kommt: Die Arbeitskraft ist das größte wirtschaftliche Gut eines Menschen. Wer mit Anfang zwanzig ins Berufsleben startet, hat potenziell vier Jahrzehnte Erwerbsleben vor sich. Fällt man krankheits- oder unfallbedingt dauerhaft aus, fehlen nicht nur das monatliche Einkommen, sondern auch die Rentenanwartschaften für die Altersvorsorge. Ein frühzeitiger BU-Schutz sichert dieses Potenzial ab, bevor es zu einem Schadenfall kommt.
Besonders relevant: Psychische Erkrankungen sind in Deutschland eine der häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Depression, Burnout und Angststörungen treffen längst nicht nur Menschen in stressigen Berufen – sie betreffen auch junge Erwachsene in der Orientierungsphase, bei beruflichen Neuausrichtungen oder nach belastenden Lebensereignissen. Eine gute BU-Versicherung leistet auch bei psychischen Erkrankungen, solange die versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.
Wer diese Zusammenhänge früh versteht, trifft keine Entscheidung aus Angst, sondern aus Vernunft. Eine BU-Versicherung ist kein Luxus – sie ist für die meisten Menschen die wichtigste Absicherung neben der Krankenversicherung.
AUF EINEN BLICK
- Weniger Vorerkrankungen bedeuten meist weniger Risikozuschläge oder Ausschlüsse
- Ein früher Abschluss kann den Versicherungsschutz über das gesamte Berufsleben stabil halten
- Jüngere Menschen können teils vereinfachte Gesundheitsprüfungen nutzen (je nach Tarif
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Abschluss einer BU?
Eintrittsalter und aktueller Gesundheitszustand
Der beste Zeitpunkt für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist – so unbequem die Antwort auch klingt – so früh wie möglich. Das liegt an zwei zentralen Faktoren: dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand. Beide beeinflussen unmittelbar die Höhe des Beitrags und die Bedingungen des Vertrags. Mit jedem Lebensjahr steigt das statistische Risiko, berufsunfähig zu werden, und Versicherer kalkulieren ihre Prämien entsprechend.
Wer früh im Berufsleben einen BU-Vertrag abschließt, profitiert in der Regel von einem sehr guten Gesundheitszustand. Vorerkrankungen, die sich erst im Laufe des Lebens entwickeln – von Rückenproblemen über psychische Erkrankungen bis zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen – sind noch nicht vorhanden. Das bedeutet: weniger Risikozuschläge, keine oder kaum Ausschlussklauseln für bestimmte Körperregionen oder Erkrankungen. Ein Vertrag, der ohne Ausschlüsse zustande kommt, bietet im Ernstfall den umfassendsten Schutz.
Viele Versicherer bieten für Berufseinsteiger spezielle Tarife mit vereinfachten Gesundheitsprüfungen an. Dabei werden weniger oder vereinfachte Gesundheitsfragen gestellt, was den Einstieg erleichtert. Diese Aktionsangebote sind jedoch häufig auf bestimmte Berufsgruppen oder Altersgruppen beschränkt – wer zögert, verpasst sie möglicherweise. Außerdem sichert ein früher Abschluss die Beitragshöhe langfristig: Wer mit 22 abschließt, zahlt oft über Jahrzehnte weniger als jemand, der denselben Schutz mit 32 beantragt.
Ein weiterer Aspekt: Wer früh einen BU-Vertrag abschließt und später in einen akademischen Beruf wechselt, kann von der günstigen Berufsgruppen-Einstufung profitieren. Die Einstufung erfolgt beim Abschluss nach dem aktuellen Beruf – und Akademikerberufe wie Betriebswirt, Jurist oder Informatiker werden von den meisten Versicherern in bessere (günstigere) Risikogruppen eingeordnet als körperlich tätige Berufe.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Eintrittsalter und aktueller Gesundheitszustand | , |
| Angestrebter Beruf (Berufsgruppen-Einstufung | , |
| Höhe der vereinbarten BU-Rente und Vertragslaufzeit | , |
| Raucherstatus | Hobbys und Risikofreizeitaktivitäten |
| Gewählte Zusatzbausteine wie Nachversicherungsgarantie oder Beitragsdynamik | , |
Welche Faktoren bestimmen die Höhe deines BU-Beitrags?
Früher Abschluss sichert günstige Berufsgruppen-Einstufung schon vor dem Berufsstart
Die Beitragshöhe einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist das Ergebnis mehrerer individueller Faktoren, die Versicherer bei der Risikoberechnung berücksichtigen. Das Eintrittsalter und der aktuelle Gesundheitszustand stehen dabei an erster Stelle. Je älter du beim Abschluss bist, desto höher fällt der Beitrag aus – weil die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, mit zunehmendem Alter steigt. Vorerkrankungen können dazu führen, dass bestimmte Erkrankungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden oder dass Risikozuschläge erhoben werden, die den Beitrag deutlich erhöhen.
Ein oft unterschätzter Faktor ist der angestrebte Beruf beziehungsweise die berufliche Tätigkeit. Versicherer teilen Berufe in Risikoklassen ein – von risikoarmen Bürotätigkeiten bis hin zu körperlich belastenden Handwerksberufen. Ein angehender Architekt, der viel Zeit auf Baustellen verbringt, wird anders eingestuft als ein zukünftiger Softwareentwickler. Diese Einstufung beeinflusst den Beitrag erheblich. Wer früh abschließt, kann sich oft eine günstige Einstufung sichern, bevor die tatsächliche berufliche Tätigkeit bekannt ist.
Die vereinbarte Höhe der monatlichen BU-Rente und die Laufzeit des Vertrags wirken sich ebenfalls direkt aus. Eine höhere Rente bedeutet im Leistungsfall mehr Absicherung – aber auch einen höheren monatlichen Beitrag. Die Laufzeit sollte idealerweise bis zum Renteneintrittsalter reichen, da das Risiko, berufsunfähig zu werden, gegen Ende des Erwerbslebens am höchsten ist. Zusätzlich spielen persönliche Merkmale wie der Raucherstatus und riskante Freizeitaktivitäten – etwa Motorradfahren, Klettersport oder Kampfsport – eine Rolle bei der Beitragskalkulation.
AUF EINEN BLICK
- Realistische, nicht überhöhte BU-Rente wählen und später über Nachversicherung anpassen
- Gesundheitsfragen ehrlich, vollständig und vorbereitet beantworten (Risikovoranfrage
- Jährliche statt monatliche Zahlweise kann Zuschläge vermeiden
- Auf unnötige Zusatzbausteine verzichten und nur den echten Bedarf absichern
Beiträge reduzieren: legale und clevere Hebel
Verzicht auf abstrakte Verweisung – zentral für echten Schutz
Den BU-Beitrag zu senken, ohne wesentliche Leistungen einzubüßen, ist mit der richtigen Strategie gut möglich. Der wirksamste Hebel ist der frühe Abschluss: Je früher du dich absicherst, desto länger profitierst du von einem niedrigen Einstiegsbeitrag. Wer früh im Berufsleben oder bereits in der Ausbildung abschließt, zahlt oft deutlich weniger als jemand, der erst mit 28 oder 30 Jahren handelt. Dieser Beitragsunterschied summiert sich über die gesamte Laufzeit zu einer beachtlichen Summe.
Eine weitere Möglichkeit zur Beitragssenkung besteht darin, zunächst eine realistisch bemessene – statt überhöhte – BU-Rente zu vereinbaren und den Schutz später über die Nachversicherungsgarantie zu erhöhen. Viele gute Tarife erlauben es, die versicherte Rente bei bestimmten Lebensereignissen – wie Berufseinstieg, Heirat oder Geburt eines Kindes – ohne erneute Gesundheitsprüfung anzuheben. So kannst du klein starten und den Schutz bedarfsgerecht ausbauen, sobald das Einkommen steigt.
Die ehrliche, vollständige und gut vorbereitete Beantwortung der Gesundheitsfragen ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Viele Versicherer bieten die Möglichkeit einer anonymen Risikovoranfrage: Dabei wird dein Gesundheitsprofil ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern eingereicht, um vorab zu erfahren, zu welchen Konditionen ein Vertrag möglich wäre. So vermeidest du, dass eine Ablehnung – die im Versicherungsnachfrageregister vermerkt werden kann – deine späteren Abschlusschancen verschlechtert.
Schließlich lohnt sich ein Blick auf die Zahlungsweise: Wer den Beitrag jährlich statt monatlich überweist, vermeidet in vielen Tarifen den sogenannten Ratenzahlungszuschlag. Dieser kann je nach Versicherer mehrere Prozent des Jahresbeitrags ausmachen. Auch Nichtraucherstatus und der Verzicht auf riskante Hobbys können den Beitrag spürbar senken – wer mit dem Rauchen aufhört oder ein riskantes Hobby aufgibt, sollte den Versicherer informieren und eine Neukalkulation anfragen.
AUF EINEN BLICK
- Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung bei Lebensereignissen
- Weltweiter Geltungsbereich und rückwirkende Leistung ab Feststellung
- Klare Definition ab welchem Grad der Berufsunfähigkeit geleistet wird
- Verlängerungsoption und Regelungen bei Berufswechsel
Wichtige Vertragsklauseln, auf die du beim BU-Abschluss achten solltest
Die BU gilt als umfassendster Schutz der Arbeitskraft
Ein günstiger Beitrag nützt wenig, wenn der Vertrag im Leistungsfall Lücken aufweist. Die wichtigste Klausel überhaupt ist der Verzicht auf abstrakte Verweisung. Ohne diese Schutzklausel könnte der Versicherer dich im Schadensfall auf eine andere Tätigkeit verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest – auch wenn diese deiner bisherigen Qualifikation, deinem sozialen Status und deinem Einkommen in keiner Weise entspricht. Ein guter BU-Vertrag verzichtet vollständig auf diese Möglichkeit und leistet, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst.
Ebenso wichtig ist die Nachversicherungsgarantie. Sie erlaubt dir, die BU-Rente bei definierten Lebensereignissen – etwa beim Berufseinstieg, bei Gehaltserhöhungen, bei Heirat oder der Geburt eines Kindes – ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das gibt dir die Flexibilität, den Vertrag mit dem Leben wachsen zu lassen, ohne erneut alle Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Je mehr Anlässe ein Tarif für die Nachversicherung zulässt, desto wertvoller ist diese Option.
Weitere relevante Klauseln: Ein weltweit gültiger Versicherungsschutz ist wichtig, wenn du planst, im Ausland zu arbeiten oder längere Zeit im Ausland zu verbringen. Die rückwirkende Leistung ab dem Zeitpunkt der Berufsunfähigkeit – und nicht erst ab Antragstellung oder Anerkennung – stellt sicher, dass du auch für zurückliegende Monate entschädigt wirst. Achte außerdem auf die genaue Definition des Leistungsfalls: Die meisten Tarife leisten, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist – diese Schwelle sollte klar und verbraucherfreundlich definiert sein.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Die BU gilt als umfassendster Schutz der Arbeitskraft | , |
| Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung sind mögliche Alternativen mit engeren Leistungsauslösern | , |
| Alternativen können günstiger sein | decken aber nicht alle Fälle ab |
| Für Personen mit Vorerkrankungen kann eine Alternative der einzige Zugang sein | , |
| Individuelle Beratung hilft | den passenden Schutz zu finden |
BU-Versicherung vs. Alternativen im Vergleich
Zu lange warten und dadurch steigende Beiträge oder Ausschlüsse riskieren
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als umfassendster Schutz der Arbeitskraft – und das zu Recht. Sie leistet, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst, und zwar unabhängig davon, ob du eine andere Tätigkeit theoretisch noch ausüben könntest. Dieser breite Schutz macht sie zur bevorzugten Lösung für die meisten Berufstätigen und alle, die sich langfristig absichern möchten.
Alternativen wie die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) oder die Grundfähigkeitsversicherung sind in der Regel günstiger, haben aber deutlich engere Leistungsauslöser. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet erst, wenn du generell nicht mehr in der Lage bist, irgendeine Tätigkeit am Arbeitsmarkt auszuüben – also nahezu arbeitsunfähig bist. Das ist eine sehr hohe Hürde. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet dagegen, wenn du bestimmte körperliche Grundfähigkeiten verlierst, etwa das Gehen, Sehen oder Sprechen – psychische Erkrankungen sind hier oft nicht oder nur eingeschränkt abgesichert.
Für wen sind Alternativen dennoch sinnvoll? Wer aufgrund von Vorerkrankungen keine BU zu akzeptablen Konditionen bekommt, findet in EU- oder Grundfähigkeitsversicherungen möglicherweise den einzigen Weg zu einem Arbeitskraftschutz. Auch Menschen in körperlich sehr belastenden Berufen, für die BU-Beiträge sehr hoch wären, können Alternativen in Betracht ziehen. Generell gilt jedoch: Wer die Wahl hat, sollte die BU bevorzugen – sie bietet schlicht den umfassendsten Schutz.
AUF EINEN BLICK
- Gesundheitsfragen ungenau beantworten – gefährdet später die Leistung
- BU-Rente zu niedrig ansetzen, sodass sie im Ernstfall nicht reicht
- Nur auf den Preis statt auf die Bedingungen schauen
- Nachversicherungsoptionen ungenutzt lassen
Häufige Fehler beim BU-Abschluss – und wie du sie vermeidest
Bedarf ermitteln: benötigte monatliche BU-Rente kalkulieren
Einer der teuersten Fehler beim Thema BU ist das Warten. Wer den Abschluss immer wieder aufschiebt – weil andere Ausgaben dringlicher erscheinen oder weil man sich mit dem Thema nicht befassen möchte – zahlt später nicht nur höhere Beiträge, sondern riskiert auch, dass sich in der Zwischenzeit Vorerkrankungen entwickeln, die den Abschluss erschweren oder verteuern. Jedes Jahr, das ohne BU-Schutz vergeht, ist ein Jahr, in dem das Risiko ungedeckt ist.
Ein weiterer gravierender Fehler ist die unvollständige oder fehlerhafte Beantwortung der Gesundheitsfragen. Wer im Antrag Vorerkrankungen verschweigt – ob aus Unkenntnis, Vergesslichkeit oder in der Hoffnung, dass es nicht auffällt – riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert und den Vertrag rückwirkend anficht. Das ist der schlimmste mögliche Ausgang: Man hat jahrelang Beiträge gezahlt und bekommt im Ernstfall nichts. Die Lösung: Krankenakten vorab sichten, Arztbesuche der letzten fünf bis zehn Jahre rekonstruieren und Fragen im Zweifelsfall mit Unterstützung eines unabhängigen Beraters beantworten.
Viele Verbraucher setzen die BU-Rente zu niedrig an, weil sie den aktuellen Bedarf unterschätzen oder sparen wollen. Eine BU-Rente, die im Leistungsfall nicht ausreicht, um laufende Kosten, Miete und Lebensunterhalt zu decken, verfehlt ihren Zweck. Als grobe Orientierung gilt: Die BU-Rente sollte mindestens 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abdecken – bei Berufseinsteigern ist das der erwartete spätere Nettoverdienst. Schließlich sollte der Preis nicht das einzige Auswahlkriterium sein: Ein günstiger Tarif mit schlechten Bedingungen – etwa ohne Verzicht auf abstrakte Verweisung – kann im Ernstfall wertlos sein.
AUF EINEN BLICK
- Gesundheitszustand dokumentieren und Risikovoranfrage stellen
- Bedingungen und Berufsgruppen-Einstufung vergleichen
- Tarif mit passenden Klauseln auswählen und Antrag sorgfältig ausfüllen
- Vertrag regelmäßig an neue Lebenssituation anpassen
So gehst du beim BU-Abschluss Schritt für Schritt vor
Der erste Schritt ist die Bedarfsermittlung: Überlege, welche monatliche BU-Rente du benötigst, um im Ernstfall deinen Lebensunterhalt zu sichern. Berücksichtige dabei Miete, Lebenshaltungskosten, laufende Kredite und – ganz wichtig – die Beiträge zur Krankenversicherung, die du im Fall einer Berufsunfähigkeit weiterhin selbst zahlen musst. Als Berufseinsteiger oder Angestellter kannst du dich an deinem aktuellen Nettoeinkommen orientieren, um den Bedarf realistisch einzuschätzen.
Im zweiten Schritt dokumentierst du deinen Gesundheitszustand: Fordere deine Patientenakte beim Hausarzt an, liste alle Arztbesuche, Diagnosen, Medikamente und Krankenhausaufenthalte der letzten Jahre auf. Mit dieser Übersicht kannst du eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern stellen – ohne dass eine Ablehnung in deiner Versicherungshistorie vermerkt wird. So erfährst du vorab, welche Versicherer dich zu welchen Konditionen aufnehmen würden.
Im dritten Schritt vergleichst du Tarife nach Bedingungen – nicht nur nach Preis. Achte auf die oben beschriebenen Schlüsselklauseln: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie, weltweiter Schutz, rückwirkende Leistung. Nutze dafür unabhängige Vergleichsportale oder einen gebührenbasierten Versicherungsberater, der keine Provisionen erhält und daher keine Interessenkonflikte hat. Im vierten und letzten Schritt füllst du den Antrag sorgfältig und vollständig aus – lieber einmal zu viel fragen als eine Angabe zu vergessen, die später zu Problemen führt.
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Häufige Fragen
Eine BU-Versicherung kann sich bereits in jungen Jahren lohnen, da der Gesundheitszustand dann meist gut ist und die Beiträge dadurch günstiger ausfallen. Zudem sicherst du dir frühzeitig einen Schutz, falls du später gesundheitliche Probleme bekommst, die den Abschluss erschweren oder verteuern würden.
Du kannst deine BU-Beiträge senken, indem du eine längere Karenzzeit wählst, also den Zeitraum, ab dem die Versicherung im Leistungsfall zahlt. Auch eine niedrigere BU-Rente oder der Verzicht auf optionale Bausteine wie eine Dynamik können den Beitrag reduzieren, ebenso wie ein gesunder Lebensstil, der sich in den Gesundheitsfragen positiv auswirkt.
Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen stark von deinem Eintrittsalter, deinem Beruf, deiner Gesundheit und der gewünschten Rente ab. Generell gilt: Je jünger und gesünder du bist und je geringer das Berufsrisiko, desto niedriger ist der Beitrag. Konkrete Beträge variieren stark, daher ist ein individueller Vergleich sinnvoll.
Ja, beim BU-Abschluss musst du in der Regel umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten, die unter anderem nach aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen und Behandlungen fragen. Diese Angaben sind entscheidend für die Risikoprüfung und den Beitrag; falsche oder unvollständige Angaben können später zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
Der Verzicht auf abstrakte Verweisung bedeutet, dass die Versicherung dich im Leistungsfall nicht auf einen anderen Beruf verweisen darf, den du theoretisch ausüben könntest, auch wenn du ihn nicht ausübst. Ohne diesen Verzicht müsstest du dich auf jede zumutbare Tätigkeit verweisen lassen, was deine Chancen auf Leistungen deutlich verschlechtern würde.
Eine Nachversicherungsgarantie ermöglicht es dir, deine BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, wenn bestimmte Ereignisse eintreten, wie zum Beispiel eine Gehaltserhöhung, eine Heirat oder die Geburt eines Kindes. So kannst du deinen Schutz an veränderte Lebensumstände anpassen, ohne dass dein Gesundheitszustand erneut bewertet wird.
Bei Vorerkrankungen solltest du diese im Antrag vollständig und wahrheitsgemäß angeben, da Verschweigen zum Verlust des Versicherungsschutzes führen kann. Du kannst eine Risikovoranfrage stellen lassen, um zu klären, ob und zu welchen Bedingungen ein Versicherer dich annimmt, ohne dass dies in der Schufa oder bei anderen Versicherern negativ gespeichert wird.
Eine BU-Versicherung ist in der Regel besser, da sie bereits bei Berufsunfähigkeit in deinem erlernten oder zuletzt ausgeübten Beruf leistet, während eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung erst greift, wenn du keinerlei Tätigkeit mehr ausüben kannst. Der Schutz der BU ist also umfassender, aber auch teurer; für die meisten Menschen ist die BU daher die sinnvollere Wahl.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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