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FinanzbildungBausparen9 Min.

Bausparen Grundlagen, Förderung & erster Einstieg

Bausparen einfach erklärt: Wie Bausparvertrag, Wohnungsbauprämie & Arbeitnehmersparzulage funktionieren – & junge Erwachsene.

Bausparen fürRechnerDas Prinzip einfach
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Bausparen kombiniert eine Ansparphase mit einem Anrecht auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen.
  • Drei Phasen: Ansparphase, Zuteilung und Darlehensphase – alle drei werden beim Vertragsabschluss festgelegt.
  • Bausparkassen sind spezialisierte Kreditinstitute, die von der BaFin beaufsichtigt werden.
  • Das Kollektivprinzip: Einzahlungen aller Sparer finanzieren die Darlehen der Zuteilungsempfänger.

Bausparen – lohnt sich das wirklich?

Bausparen kombiniert eine Ansparphase mit einem Anrecht auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen.

Wer an die eigene Immobilie denkt, stößt früh auf das Thema Bausparen. Das klingt nach Erwachsenenwelt und Eigenheim – ist aber auch mit kleinem Budget und wenig Einkommen möglich. Denn gerade Sparer:innen mit geringen Einkünften können staatliche Förderungen nutzen, die andere nicht bekommen.

Kurzfassung: Ein Bausparvertrag kombiniert eine staatlich geförderte Ansparphase mit dem Recht auf ein später zinsgünstiges Darlehen. Für Sparer:innen ist er besonders interessant, weil die Wohnungsbauprämie gerade bei niedrigem Einkommen greift – und weil früh abgeschlossene Verträge einen langen Zinssicherungshorizont bieten. Voraussetzung ist jedoch, dass du dir die Mindestbeiträge dauerhaft leisten kannst und eine wohnwirtschaftliche Nutzung tatsächlich planst.

AUF EINEN BLICK

  • Drei Phasen: Ansparphase, Zuteilung und Darlehensphase – alle drei werden beim Vertragsabschluss festgelegt.
  • Bausparkassen sind spezialisierte Kreditinstitute, die von der BaFin beaufsichtigt werden.
  • Das Kollektivprinzip: Einzahlungen aller Sparer finanzieren die Darlehen der Zuteilungsempfänger.
  • Auch mit kleinen monatlichen Raten ist Bausparen möglich, Flexibilität beim Einzahlungsrhythmus prüfen.

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Das Prinzip einfach erklärt – von der Ansparphase bis zum Darlehen

Bausparsumme wählen: Sie bestimmt die maximale Darlehenssumme und die Mindestansparquote.

Bausparen ist kein gewöhnliches Sparkonto, sondern ein zweckgebundenes Finanzprodukt mit drei klar definierten Phasen: der Ansparphase, der Zuteilung und der Darlehensphase. Alle drei Phasen werden bereits beim Vertragsabschluss festgelegt – inklusive des Guthabenzinses in der Ansparphase und des Darlehenszinses, zu dem du später Geld leihen kannst. Diese Vorab-Fixierung macht Bausparen zu einem der wenigen Finanzprodukte mit echter Zinssicherheit über einen langen Zeitraum hinweg.

Das sogenannte Kollektivprinzip ist das Herzstück des Bausparens: Alle Sparerinnen und Sparer zahlen in einen gemeinsamen Topf ein. Wer ausreichend angespart hat und an der Reihe ist, erhält die Zuteilung – also die Kombination aus angespartem Guthaben und Bauspardarlehen. Die Einzahlungen der noch wartenden Sparer finanzieren damit die Darlehen der bereits zugeteilten. Dieses System funktioniert nur, weil Bausparkassen spezialisierte Kreditinstitute sind, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt werden und strengen regulatorischen Anforderungen unterliegen.

Die Ansparphase beginnt mit dem ersten Beitrag und endet, wenn du das vertraglich vereinbarte Mindestansparguthaben erreicht hast – typischerweise ein bestimmter Prozentsatz der Bausparsumme, dessen genaue Höhe je nach Tarif und Anbieter variiert. Erst dann ist eine Zuteilung möglich, wobei auch die sogenannte Bewertungszahl eine Rolle spielt. Wer das Darlehen nicht benötigt, kann das Guthaben nach Zuteilung in vielen Fällen auch für andere wohnwirtschaftliche Zwecke einsetzen. Wer gar kein Darlehen möchte, hat die Möglichkeit, den Vertrag nach Ablauf der Sperrfristen zu kündigen – muss dann aber mögliche Konsequenzen für erhaltene staatliche Zulagen im Blick behalten.

AUF EINEN BLICK

  • Mindestansparguthaben (Regelfall: ein bestimmter Prozentsatz der Bausparsumme) muss vor Zuteilung erreicht sein – konkreten Wert beim Anbieter erfragen.
  • Guthabenzins (Ansparphase) und Darlehenszins (Darlehensphase) sind vertraglich fixiert – Zinssicherheit als zentrales Argument.
  • Abschlussgebühr fällt in der Regel einmalig an – Gesamtkosten des Vertrags sorgfältig mit dem Anbieter besprechen.
  • Tipp: Geringer Verdienst heute, höheres Einkommen morgen – früher Abschluss sichert niedrige Darlehenszinsen für später.

Was Sie vor der Unterschrift wissen müssen

Wohnungsbauprämie (WoP): Staatlicher Zuschuss auf Bausparbeiträge für Personen, deren zu versteuerndes Einkommen unterhalb einer gesetzlichen Einkommensgrenze liegt.

Der wichtigste Parameter eines Bausparvertrags ist die Bausparsumme. Sie legt fest, wie viel Darlehen du später maximal abrufen kannst, und bestimmt gleichzeitig, wie hoch deine monatlichen Mindestbeiträge in der Ansparphase sind. Wer eine zu hohe Bausparsumme wählt, riskiert, die laufenden Beiträge nicht dauerhaft aufbringen zu können – das kann im schlimmsten Fall zur Kündigung mit Verlusten führen. Es empfiehlt sich daher, gemeinsam mit einem unabhängigen Berater eine realistische Bausparsumme zu wählen, die zum aktuellen Budget passt und später bei Bedarf flexibel angepasst werden kann.

Guthabenzins und Darlehenszins sind beim Bausparen vertraglich für die gesamte Laufzeit fixiert. Das ist das zentrale Versprechen des Produkts: Egal, was die Europäische Zentralbank mit den Leitzinsen macht – dein Darlehenszins bleibt so, wie er im Vertrag steht. In einer Phase, in der Marktzinsen schwanken können, ist diese Zinssicherheit ein echtes Argument, besonders wenn du in zehn oder fünfzehn Jahren eine Immobilie finanzieren möchtest. Die Kehrseite: In Hochzinsphasen fällt der Guthabenzins oft niedrig aus, weil Bausparkassen konservativ kalkulieren müssen.

Nicht vergessen: Bei den meisten Bausparverträgen fällt eine Abschlussgebühr an – sie ist in der Regel einmalig und wird üblicherweise von den ersten Einzahlungen oder direkt als prozentualer Anteil der Bausparsumme berechnet. Diese Gebühr mindert die Gesamtrendite des Sparvertrags und sollte beim Vergleich verschiedener Angebote unbedingt berücksichtigt werden. Lass dir vom Anbieter oder einer Verbraucherzentrale eine vollständige Kostenaufstellung geben, bevor du unterschreibst.

AUF EINEN BLICK

  • Da Sparer:innen mit geringem Einkommen oft wenig oder kein Einkommen haben, können sie häufig von der WoP profitieren
  • WoP-Fördersatz und Höchstbetrag sind gesetzlich geregelt und gelten pro Kalenderjahr
  • Arbeitnehmersparzulage (ANS): Nur relevant, wenn Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen (VL) auf einen Bausparvertrag einzahlt.
  • ANS-Einkommensgrenze und Fördersatz für Bausparverträge separat prüfen

Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage: So profitierst du als Sparer:in

Tagesgeld/Festgeld: Höhere Flexibilität, aber keine eingebaute Darlehensoption und keine spezifischen Wohnbauförderungen.

Die Wohnungsbauprämie (WoP) ist ein direkter staatlicher Zuschuss auf Beiträge zu einem Bausparvertrag. Sie richtet sich an Personen, deren zu versteuerndes Einkommen eine gesetzliche Einkommensgrenze nicht überschreitet. Für Verbraucher:innen mit geringem oder keinem Erwerbseinkommen – etwa in Phasen der Elternzeit, Weiterbildung oder Berufsausbildung – ist diese Grenze häufig problemlos unterschritten, sodass sie die Prämie in vollem Umfang erhalten können. Fördersatz und Höchstbetrag sind gesetzlich geregelt und gelten pro Kalenderjahr; die genauen aktuellen Werte solltest du beim Bundesministerium der Finanzen oder direkt bei deiner Bausparkasse erfragen, da diese Beträge gesetzlichen Anpassungen unterliegen können.

Wichtig: Die Wohnungsbauprämie wird nicht automatisch ausgezahlt. Du musst sie jedes Jahr aktiv beantragen – entweder über die Einkommensteuererklärung oder direkt über die Bausparkasse, die das Antragsformular bereitstellt. Wer das vergisst, verschenkt bares Geld. Außerdem ist die WoP an eine wohnwirtschaftliche Verwendung des Guthabens gebunden – wenn du das Geld am Ende für etwas anderes nutzt, kann die Prämie zurückgefordert werden. Eine Ausnahme gilt, wenn du zum Zeitpunkt der Zuteilung bereits das 25. Lebensjahr vollendet hast und der Vertrag seit mindestens sieben Jahren läuft.

Die Arbeitnehmersparzulage (ANS) spielt für viele Sparer:innen erst dann eine Rolle, wenn ein Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen (VL) auf einen Bausparvertrag einzahlt. Sobald du in einem festen Arbeitsverhältnis stehst, lohnt es sich unbedingt, bei deinem Arbeitgeber nachzufragen, ob und in welcher Höhe VL angeboten werden. Ein bereits bestehender Bausparvertrag kann dann nahtlos als Zielkonto für diese Leistungen genutzt werden – eine clevere Kombination aus frühem Vertragsbeginn und späterem Arbeitgeberzuschuss.

AspektWorauf es ankommt
Tagesgeld/Festgeld: Höhere Flexibilitätaber keine eingebaute Darlehensoption und keine spezifischen Wohnbauförderungen.
ETF-Sparplan: Potenziell höhere Renditeaber kein fixierter Darlehenszins und höheres Risiko – Zeithorizont entscheidend.
Riester-Wohnriester: Ebenfalls staatlich gefördert, aber komplexere Regeln und Nachversteuerung im Alter – Thema für Vollzeitbeschäftigte.,
Bausparen punktet durch: garantierten Darlehenszins, staatliche Förderung bei niedrigem Einkommen, psychologische Disziplin beim Sparen.,
Bausparen hat Nachteile: Geringe FlexibilitätMindestlaufzeiten, Abschlussgebühr, Rendite oft niedriger als Kapitalmarktanlagen.
Fazit: Bausparen ist kein reines Renditeinstrument, sondern primär ein Planungs- und Absicherungsinstrument für zukünftigen Wohnraum.,

Ein fairer Vergleich für junge Erwachsene – Zinssicherheit gegen Flexibilität und Rendite

Phase 1 – Berufsstart: Kleiner Beitrag, Wohnungsbauprämie mitnehmen, Gewöhnung ans Sparen etablieren.

Tagesgeld und Festgeld bieten im Vergleich zum Bausparen deutlich mehr Flexibilität: Das Geld ist schnell verfügbar oder zu festen Konditionen für einen definierten Zeitraum angelegt. Allerdings gibt es keine eingebaute Darlehensoption und keine spezifischen staatlichen Förderungen für Wohnzwecke. Wer kurzfristig sparen möchte und keine Immobilienpläne hat, ist mit Tages- oder Festgeld oft besser bedient. Wer jedoch in zehn bis zwanzig Jahren Eigentum erwerben will, verliert beim reinen Liquiditätssparen die Option eines vorher festgezurrten günstigen Darlehenszinses.

Ein ETF-Sparplan kann langfristig deutlich höhere Renditen erzielen als ein Bausparvertrag. Dafür trägt der Anleger das Marktrisiko: In einem schlechten Börsenjahr kann das angesparte Kapital erheblich schwanken. Außerdem gibt es keinen garantierten Darlehenszins, den man für eine Immobilienfinanzierung nutzen könnte. Für Sparer mit einem langen Zeithorizont und dem Wunsch nach Vermögensaufbau ist eine Kombination interessant: Ein ETF-Sparplan für die Rendite, ein Bausparvertrag für die staatliche Förderung und die Zinssicherheit beim späteren Darlehen.

Wohnriester ist ebenfalls staatlich gefördert und für die wohnwirtschaftliche Nutzung konzipiert – die Regeln sind jedoch deutlich komplexer, und die steuerlichen Vorteile in der Ansparphase werden im Alter durch die sogenannte nachgelagerte Besteuerung (Wohnförderkonto) wieder ausgeglichen. Für Verbraucher ohne sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis entfällt oft die Förderberechtigung ganz, da Riester-Förderung an die unmittelbare Zulageberechtigung geknüpft ist. Bausparen punktet hier durch seinen niedrigschwelligen Zugang und die unkompliziertere Förderstruktur über die Wohnungsbauprämie.

Das Hauptargument für Bausparen bleibt die psychologische Disziplin: Ein Bausparvertrag mit festen Beiträgen zwingt zum regelmäßigen Sparen. Wer weiß, dass das Geld für ein zukünftiges Eigenheim gebunden ist, greift im Zweifel seltener darauf zurück als auf ein frei verfügbares Tagesgeldkonto. Kombiniert mit der staatlichen Förderung bei niedrigem Einkommen ergibt sich ein solides Fundament für den späteren Immobilienwunsch.

AUF EINEN BLICK

  • Phase 2 – Berufsleben: Beiträge erhöhen, ggf. VL-Zuschuss vom Arbeitgeber auf Bausparvertrag lenken.
  • Phase 3 – Zuteilung: Entscheidung Darlehen aufnehmen oder Guthaben anderweitig nutzen (wohnwirtschaftlich).
  • Flexibilitäts-Check: Jobwechsel, Familienzuwachs, berufliche Auszeit – wie reagiert der Vertrag auf Veränderungen?
  • Kombination möglich: Bausparer + ETF-Sparplan parallel – je nach finanzieller Situation und Risikobereitschaft.

Wann macht Bausparen Sinn – und wie passt es sich an dein Leben an?

Zu hohe Bausparsumme wählen: Führt zu hohen monatlichen Mindestbeiträgen, die bei einem geringen Einkommen schwer zu leisten sind.

In einer Phase mit geringem Einkommen empfiehlt sich ein kleiner, aber kontinuierlicher Beitrag. Ziel ist nicht, schnell eine hohe Summe anzusparen, sondern die Gewohnheit des regelmäßigen Sparens zu etablieren und gleichzeitig von der Wohnungsbauprämie zu profitieren. Je früher ein Bausparvertrag abgeschlossen wird, desto früher beginnt die Laufzeit – und desto länger ist der Zeitraum bis zur Zuteilung, was Flexibilität bei der Planung schafft. Auch kleine monatliche Beträge können über mehrere Jahre zu einem soliden Guthaben anwachsen.

Mit dem Berufseinstieg oder einem höheren Einkommen ändert sich die finanzielle Situation grundlegend: Das Einkommen steigt, und viele Arbeitgeber bieten vermögenswirksame Leistungen an. Dieser Zeitpunkt ist ideal, um die monatlichen Beiträge in den Bausparvertrag zu erhöhen und den VL-Zuschuss des Arbeitgebers direkt auf den bestehenden Vertrag lenken zu lassen. So wächst das Guthaben deutlich schneller, ohne dass der eigene Geldbeutel stärker belastet wird. Gleichzeitig kann das Einkommen in dieser Phase die Grenze für die Wohnungsbauprämie überschreiten – das sollte man im Blick behalten.

Die Zuteilungsphase bietet zwei Optionen: Entweder du nimmst das Bauspardarlehen in Anspruch und finanzierst damit ganz oder teilweise eine Immobilie – zu dem Zinssatz, der im Vertrag festgelegt wurde. Oder du verzichtest auf das Darlehen und nutzt das angesparte Guthaben für andere wohnwirtschaftliche Zwecke, etwa die Renovierung einer Immobilie. Beide Wege sind möglich, müssen aber sorgfältig mit den Vertragsbedingungen und den Konsequenzen für erhaltene Förderungen abgestimmt werden.

Ein wichtiger Aspekt ist der Flexibilitäts-Check: Was passiert mit dem Bausparvertrag, wenn sich das Leben verändert? Ein berufsbedingter Auslandsaufenthalt ändert in der Regel nichts an der Vertragslaufzeit, da Beiträge auch vom Ausland aus überwiesen werden können. Bei einem Jobwechsel oder einer längeren Auszeit bleibt der Vertrag ebenfalls bestehen; allerdings solltest du prüfen, ob du die Mindestbeiträge weiterhin leisten kannst. Wer in finanzielle Engpässe gerät, kann bei vielen Bausparkassen die Beiträge temporär reduzieren oder aussetzen – das verlängert zwar die Ansparphase, schützt aber vor einer kostspieligen Kündigung.

AUF EINEN BLICK

  • Keine staatliche Förderung beantragen: WoP muss jährlich aktiv beim Finanzamt oder der Bausparkasse beantragt werden.
  • Vertrag ohne wohnwirtschaftlichen Plan abschließen: Ohne Eigennutzungsabsicht verliert Bausparen viel von seiner Logik.
  • Kündigung in der Sperrfrist: Staatliche Zulagen müssen zurückgezahlt werden – Vertragsbedingungen genau lesen.
  • Inflationsschutz überschätzen: Bausparguthaben wächst mit festem Zins, der real oft unter der Inflationsrate liegt.

Diese Stolperfallen solltest du unbedingt kennen

Guthabenzinsen aus dem Bausparvertrag unterliegen der Abgeltungsteuer – Sparer-Pauschbetrag kann genutzt werden.

Der häufigste Fehler ist die Wahl einer zu hohen Bausparsumme. Wer eine Bausparsumme von 50.000 Euro oder mehr vereinbart, verpflichtet sich zu monatlichen Mindestbeiträgen, die das eigene Budget schnell überlasten. Die Folge: Der Vertrag wird nach kurzer Zeit gekündigt. Das bedeutet nicht nur den Verlust der Abschlussgebühr, sondern möglicherweise auch die Rückzahlung erhaltener Wohnungsbauprämien. Besser ist es, mit einer kleineren Bausparsumme zu starten und den Vertrag später anzupassen, sofern das der gewählte Tarif erlaubt.

Ein weiterer klassischer Fehler: Die Wohnungsbauprämie nicht beantragen. Viele Sparerinnen und Sparer wissen gar nicht, dass sie jedes Jahr aktiv werden müssen – die Prämie fließt nicht automatisch. Wer die jährliche Antragsfrist versäumt, bekommt die Förderung für dieses Jahr nicht mehr nachgezahlt. Lies die Vertragsdokumentation genau und leg dir eine Erinnerung im Kalender an, spätestens mit der jährlichen Steuererklärung.

Wer einen Bausparvertrag abschließt, ohne konkret eine wohnwirtschaftliche Nutzung zu planen, verschenkt das Kernargument des Produkts: den zinsgünstigen Darlehensanspruch. Bausparen ohne Immobilienperspektive ist ein teures Sparkonto mit eingeschränkter Flexibilität. Das bedeutet nicht, dass der Plan bereits beim Abschluss bis ins Detail feststehen muss – aber eine grundsätzliche Absicht, später Wohneigentum zu erwerben oder wohnwirtschaftlich zu investieren, sollte vorhanden sein.

Ebenfalls unterschätzt wird die Kündigung in der Sperrfrist: Staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie sind an Haltefristen geknüpft. Wer zu früh kündigt, muss die erhaltenen Prämien zurückzahlen. Lies die Vertragsbedingungen genau, bevor du eine Kündigung in Betracht ziehst, und spreche im Zweifelsfall mit der Verbraucherzentrale in deiner Stadt.

AUF EINEN BLICK

  • Bei geringem Gesamteinkommen kann ggf. eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden, um Kapitalertragsteuer zu vermeiden.
  • Wohnungsbauprämie ist keine steuerlich absetzbare Ausgabe, sondern ein direkter staatlicher Zuschuss.
  • Riester-Variante (Wohnriester): Steuerliche Vorteile in der Ansparphase, aber nachgelagerte Besteuerung im Alter – für viele Sparer:innen meist noch kein Thema.
  • Bei Fragen zur persönlichen Steuersituation: Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein konsultieren.

Was Sie über Abgeltungsteuer und Sparer-Pauschbetrag wissen sollten

Bevor Sie einen Bausparvertrag unterschreiben: Gesamte Finanzsituation analysieren – Einnahmen, Ausgaben, bestehende Schulden (Kredite, Dispo).

Die Guthabenzinsen, die Sie in der Ansparphase Ihres Bausparvertrags erhalten, sind Kapitalerträge und unterliegen grundsätzlich der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer. Das klingt zunächst nach einer erheblichen Belastung – ist es für viele Sparer in der Praxis aber oft nicht, weil der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (für Ledige) genutzt werden kann. Solange Ihre gesamten Kapitalerträge aus allen Quellen – Bausparvertrag, Tagesgeld, ETFs usw. – diesen Betrag nicht übersteigen, fällt keine Abgeltungsteuer an.

Wer nur über ein geringes Gesamteinkommen verfügt, hat eine weitere Option: die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung). Wer voraussichtlich unterhalb des Grundfreibetrags bleibt – dieser liegt 2026 für Ledige bei 12.348 Euro – kann beim zuständigen Finanzamt eine NV-Bescheinigung beantragen und diese der Bausparkasse vorlegen. Die Bausparkasse zieht dann keine Kapitalertragsteuer ein, auch wenn die Zinsen den Sparer-Pauschbetrag theoretisch übersteigen sollten. Das erspart den Umweg über die Steuererklärung.

Die Wohnungsbauprämie selbst ist keine steuerlich absetzbare Ausgabe, sondern ein direkter staatlicher Zuschuss – sie taucht in der Steuererklärung also nicht als Abzugsposten auf, sondern wird direkt auf den Bausparvertrag gutgeschrieben. Das macht die Förderung besonders unkompliziert. Die steuerlich komplexere Riester-Variante (Wohnriester) mit Sonderausgabenabzug und nachgelagerter Besteuerung im Alter ist für viele Sparer in der Regel noch kein relevantes Thema – sie wird erst bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung interessant.

AUF EINEN BLICK

  • Nutzen Sie den StudySmarter Finanz-Score-Rechner, um einen Überblick über Ihre finanzielle Ausgangslage zu bekommen.
  • Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach vermögenswirksamen Leistungen, sobald Sie einen Job haben – VL auf Bausparvertrag ist oft eine gute Kombination.
  • Unabhängige Beratung: Verbraucherzentralen bieten kostengünstige Finanzberatung an – keine Provisionsinteressen.
  • Langfristiges Ziel definieren: Eigentumswohnung, Haus, Modernisierung – je klarer das Ziel, desto besser die Produktwahl.

Finanzsituation analysieren, Ziele klären – und dann entscheiden

Bevor du einen Bausparvertrag unterschreibst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine gesamte finanzielle Lage: Wie hoch sind deine monatlichen Einnahmen aus Gehalt, Nebentätigkeit oder anderen regelmäßigen Zahlungen? Welche fixen Ausgaben hast du? Hast du bereits laufende Verbindlichkeiten wie einen Ratenkredit? Ein Bausparvertrag, der dich dauerhaft überfordert, schadet mehr als er nützt. Erst wenn du sicher bist, dass du die Mindestbeiträge über viele Jahre hinweg problemlos leisten kannst, macht ein Vertragsabschluss wirklich Sinn.

Sobald du berufstätig bist, solltest du deinen Arbeitgeber gezielt nach vermögenswirksamen Leistungen fragen. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lassen diesen Arbeitgeberzuschuss ungenutzt verfallen, weil sie nicht aktiv nachgefragt haben. Ein bestehender Bausparvertrag kann als Zielkonto für VL-Einzahlungen genutzt werden – eine sehr effiziente Kombination. Informiere dich außerdem darüber, ob du für die Arbeitnehmersparzulage einkommensberechtigt bist.

Für wirklich unabhängige Beratung – ohne Provisionsinteressen – sind die Verbraucherzentralen eine hervorragende Anlaufstelle. Sie bieten gegen eine geringe Gebühr eine neutrale Einschätzung verschiedener Bausparangebote und können dir helfen, das für deine Situation passende Produkt zu identifizieren. Niemand muss den ersten Berater nehmen, der einem eine schöne Tabelle zeigt – Angebotsvergleiche zahlen sich fast immer aus.

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Häufige Fragen

Ob sich ein Bausparvertrag lohnt, hängt stark von deinen Zielen und deiner finanziellen Situation ab. Wenn du später sicher eine Immobilie kaufen möchtest und von den staatlichen Förderungen wie der Wohnungsbauprämie profitieren willst, kann er sinnvoll sein. Für die reine Geldanlage mit flexiblen Entnahmemöglichkeiten ist er jedoch meist weniger geeignet als andere Sparformen.

Die monatliche Einzahlung in einen Bausparvertrag ist grundsätzlich frei wählbar, solange du das vereinbarte Bausparguthaben innerhalb der Zuteilungsphase erreichst. Viele Tarife sehen Mindestbeiträge vor, die oft im zweistelligen Eurobereich liegen, aber du kannst auch höhere Beträge einzahlen. Entscheidend ist, dass du die Sparrate langfristig stemmen kannst, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten.

Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Förderung für Bausparer, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Sie wird auf deine jährlichen Einzahlungen in den Bausparvertrag gewährt, sofern du das Geld später für wohnungswirtschaftliche Zwecke nutzt. Die Prämie wird direkt auf dein Bausparkonto gutgeschrieben und erhöht so dein Guthaben.

Ja, du kannst dein Bausparguthaben grundsätzlich auch ohne Immobilienkauf nutzen, allerdings verlierst du dann unter Umständen die staatlichen Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage. Das angesparte Kapital inklusive der Zinsen wird dir ausgezahlt, wenn du den Vertrag kündigst oder die Zuteilungsreife erreichst. Beachte, dass bei einer vorzeitigen Kündigung Gebühren anfallen können.

Wenn du ins Ausland gehst oder sich deine Lebenssituation ändert, bleibt dein Bausparvertrag in der Regel bestehen, solange du die Beiträge weiterzahlst. Du kannst die Sparrate auch anpassen oder den Vertrag ruhen lassen, wenn du vorübergehend kein Geld einzahlen kannst. Eine Änderung deiner Lebensumstände hat keinen direkten Einfluss auf den Vertrag, aber du solltest prüfen, ob du weiterhin Anspruch auf staatliche Förderungen hast.

Bausparen kombiniert einen Sparplan mit einem späteren, zinsgünstigen Darlehensanspruch, während ein normaler Sparplan nur Kapital anspart. Beim Bausparen legst du die Konditionen für das spätere Darlehen bereits heute fest, was dir Planungssicherheit gibt. Ein normaler Sparplan bietet hingegen mehr Flexibilität bei der Entnahme und unterliegt keinen Zweckbindungen.

Ja, du kannst vermögenswirksame Leistungen (VL) in einen Bausparvertrag einzahlen lassen, sofern dein Arbeitgeber diese anbietet und du einen entsprechenden Vertrag abschließt. Die VL-Zahlungen werden dann zusätzlich zu deinen eigenen Beiträgen auf das Bausparkonto überwiesen. Für VL auf Bausparverträge kannst du unter bestimmten Voraussetzungen die Arbeitnehmersparzulage erhalten.

Ja, es gibt mehrere Alternativen zum Bausparen, wie zum Beispiel einen ETF-Sparplan, der langfristig höhere Renditen bieten kann, aber auch mit Kursschwankungen verbunden ist. Auch ein klassisches Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto eignen sich für flexible Ersparnisse, allerdings ohne staatliche Förderung. Für den späteren Immobilienkauf kannst du auch ein spezielles Wertpapierdepot aufbauen, das du bei Bedarf auflöst.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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