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FinanzbildungStudienkredit9 Min.

Studienkredit Alles, was Studierende 2026 wissen müssen

Studienkredit für Studierende erklärt: Arten, Voraussetzungen, Rückzahlung & Alternativen. Jetzt BAföG-Bedarf berechnen und klug finanzieren.

StudienkreditRechnerWas ist ein
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Ein Studienkredit ist ein zweckgebundenes Darlehen zur Finanzierung des Lebensunterhalts oder der Studiengebühren während des Studiums.
  • Abgrenzung zu BAföG: BAföG ist teilweise ein Zuschuss (rückzahlungsfrei), ein Studienkredit ist immer vollständig zurückzuzahlen.
  • Typische Zielgruppe: Studierende ohne BAföG-Anspruch, in höheren Semestern, in Masterstudiengängen oder in Phasen ohne Erwerbsmöglichkeit.
  • Wichtig vorab: Kredit ist immer das letzte Mittel – erst Stipendien, BAföG und Nebenjob prüfen.

Studienkredit: Sinnvolle Brücke oder Schuldenfalle?

Definition: Ein Studienkredit ist ein zweckgebundenes Darlehen zur Finanzierung des Lebensunterhalts oder der Studiengebühren während des Studiums.

Ein Studienkredit ist ein zweckgebundenes Darlehen, das Studierende während ihres Studiums finanziell absichert – sei es für den Lebensunterhalt oder für Studiengebühren. Er ist vollständig zurückzuzahlen und sollte daher erst dann in Betracht gezogen werden, wenn alle anderen Finanzierungswege ausgeschöpft sind. Wer die Optionen kennt und klug plant, kann ihn jedoch gezielt und sicher einsetzen.

Das Wichtigste in Kürze: Ein Studienkredit überbrückt finanzielle Lücken im Studium – ist aber immer vollständig zurückzuzahlen. Staatliche Angebote wie der KfW-Studienkredit oder der Bildungskredit des Bundes sind in der Regel günstiger als private Konsumentenkredite. BAföG, Stipendien und Nebenjob sollten stets zuerst geprüft werden.

AUF EINEN BLICK

  • Abgrenzung zu BAföG: BAföG ist teilweise ein Zuschuss (rückzahlungsfrei), ein Studienkredit ist immer vollständig zurückzuzahlen.
  • Typische Zielgruppe: Studierende ohne BAföG-Anspruch, in höheren Semestern, in Masterstudiengängen oder in Phasen ohne Erwerbsmöglichkeit.
  • Wichtig vorab: Kredit ist immer das letzte Mittel – erst Stipendien, BAföG und Nebenjob prüfen.

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Was ist ein Studienkredit – und für wen lohnt er sich?

KfW-Studienkredit: Bundesweites staatliches Angebot, monatliche Auszahlung, einkommens- und vermögensunabhängig

Ein Studienkredit ist ein zweckgebundenes Darlehen, das speziell für die Finanzierung des Studiums konzipiert wurde. Im Mittelpunkt steht meist die Deckung der laufenden Lebenshaltungskosten – Miete, Lebensmittel, Krankenversicherung, Lernmaterialien – während man sich voll auf das Studium konzentriert. In manchen Modellen können auch Studiengebühren direkt finanziert werden. Entscheidend ist: Der Kredit muss vollständig zurückgezahlt werden, inklusive der aufgelaufenen Zinsen. Das unterscheidet ihn fundamental vom BAföG.

Das BAföG kombiniert nämlich einen Zuschussanteil, der nicht zurückgezahlt werden muss, mit einem zinslosen Darlehensanteil, der nur bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag zurückgefordert wird. Ein Studienkredit hingegen ist immer ein vollständiges Darlehen – jeder ausgezahlte Euro muss zurück. Wer also BAföG-Anspruch hat, fährt damit in aller Regel günstiger. Dennoch gibt es Situationen, in denen ein Studienkredit sinnvoll und notwendig ist: etwa wenn das Einkommen der Eltern zu hoch für BAföG ist, wenn das Studium in einem höheren Semester weitergeführt wird, in dem BAföG-Förderungshöchstgrenzen überschritten sind, oder wenn ein Masterstudium aufgenommen wird, für das keine BAföG-Förderung (mehr) greift.

Zur typischen Zielgruppe gehören außerdem Studierende in Phasen intensiver Abschlussarbeit, die temporär keine Zeit für einen Nebenjob haben, sowie internationale Studierende ohne deutschen Elternunterhalt. Eines gilt jedoch als eiserne Regel in der persönlichen Finanzplanung: Ein Kredit ist das letzte Mittel. Bevor man einen Studienkredit aufnimmt, sollten Stipendien geprüft, ein BAföG-Antrag gestellt und die Möglichkeit eines Minijobs oder Nebenjobs ernsthaft erwogen werden. Erst wenn diese Wege ausgeschöpft oder nicht gangbar sind, sollte der Weg zum Kreditgeber führen.

AspektWorauf es ankommt
KfW-Studienkredit: Bundesweites staatliches Angebot, monatliche Auszahlung, einkommens- und vermögensunabhängig,
Bildungsfonds: Private Anbieterbei denen Rückzahlung als prozentualer Einkommensanteil erfolgt – kein klassischer Zinskredit.
Landesbanken und Sparkassen: Regionale Angebotehäufig an Hochschulen vermittelt, Konditionen stark variierend.
Bildungskredit des Bundes: Staatliches Ergänzungsangebot für fortgeschrittene Studierende, begrenzte Gesamtsumme,
Hochschuleigene Darlehen: Manche Hochschulen bieten zinsfreie oder zinsgünstige Überbrückungsdarlehen an.,
Private Banken: Verbraucherkredite als Studienkredite vermarktet – höhere Zinsen, weniger flexible Rückzahlung, sorgfältig prüfen.,

Die wichtigsten Arten von Studienkrediten im Überblick

Antragstellung direkt bei der KfW, keine Bonitätsprüfung im klassischen Sinne, aber Altersgrenze beachten

Der bekannteste und am weitesten verbreitete Studienkredit in Deutschland ist der KfW-Studienkredit. Er wird von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau bundesweit angeboten, ist einkommens- und vermögensunabhängig und wird als monatliche Rate ausgezahlt. Die KfW erhebt keinen klassischen Bonitätsnachweis, wie ihn eine Hausbank fordern würde – das macht ihn für viele Studierende zugänglich, die anderweitig keinen Kredit erhalten würden. Der Zinssatz ist variabel und wird halbjährlich angepasst; den jeweils aktuellen Wert sollte man stets direkt auf kfw.de nachschlagen, da er sich je nach Zinsumfeld deutlich verändern kann.

Bildungsfonds privater Anbieter funktionieren nach einem anderen Prinzip: Statt eines klassischen Zinsdarlehens wird die Rückzahlung als prozentualer Anteil des späteren Einkommens vereinbart. Das klingt zunächst attraktiv, kann aber – je nach Karriereverlauf – teurer werden als ein klassischer Kredit. Wer später gut verdient, zahlt mehr zurück als die eigentliche Darlehenssumme; wer wenig verdient, ist geschützt. Diese Modelle eignen sich vor allem für Studierende mit klaren Berufszielen und realistischer Gehaltsperspektive.

Landesbanken und Sparkassen bieten regional unterschiedliche Studienkredite an, die oft direkt über das Studierendenwerk oder die Hochschule vermittelt werden. Die Konditionen variieren erheblich, weshalb ein Vergleich unbedingt empfohlen wird. Schließlich gibt es noch den Bildungskredit des Bundes, ein staatliches Ergänzungsangebot, das gezielt für fortgeschrittene Studierende konzipiert ist und auf das wir im nächsten Abschnitt detaillierter eingehen. Wer sich einen ersten Überblick verschaffen möchte, findet auf stipendienlotse.de auch Hinweise zu Kreditangeboten neben Stipendien.

AUF EINEN BLICK

  • Voraussetzung: Immatrikulation an anerkannter Hochschule in Deutschland; bestimmte Studiengänge und -phasen qualifizieren.
  • Auszahlung als monatliche Rate in einem wählbaren Korridor
  • Zinsbindung: Variable Verzinsung, Zinssatz wird halbjährlich angepasst
  • Freijahre nach Studienende: Es gibt eine zinsfreie Karenzzeit vor Rückzahlungsbeginn

KfW-Studienkredit: Voraussetzungen, Ablauf und Besonderheiten

Verwaltet vom Bundesverwaltungsamt (BVA), gezielt für fortgeschrittene Studierende in Abschluss- oder Vertiefungsphasen.

Der KfW-Studienkredit wird direkt bei der KfW beantragt – nicht über eine Hausbank. Das vereinfacht den Prozess erheblich. Eine klassische Bonitätsprüfung mit Schufa-Abfrage im üblichen Sinne entfällt, allerdings gibt es eine Altersgrenze: Wer einen KfW-Studienkredit beantragen möchte, muss zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als eine bestimmte Altersgrenze sein – diese sollte zum Antragszeitpunkt direkt auf kfw.de geprüft werden, da sie sich ändern kann. Grundvoraussetzung ist die Immatrikulation an einer staatlich anerkannten deutschen Hochschule. Auch bestimmte Auslandsstudien im Rahmen eines deutschen Studiengangs können förderfähig sein.

Die Auszahlung erfolgt monatlich in einem wählbaren Korridor. Studierende können die Rate an ihren tatsächlichen Bedarf anpassen – weniger zu leihen bedeutet weniger Zinslast. Genau deshalb ist es wichtig, den eigenen Finanzbedarf realistisch zu kalkulieren und nicht einfach den Höchstbetrag zu wählen, weil er verfügbar ist. Der genaue Mindest- und Höchstbetrag der monatlichen Rate sowie eventuelle Änderungen der Förderbedingungen sind stets der aktuellen KfW-Webseite zu entnehmen, da diese sich je nach Programmjahr unterscheiden können.

Der Zinssatz beim KfW-Studienkredit ist variabel und wird halbjährlich von der KfW neu festgesetzt. Das bedeutet: Wer den Kredit in einer Niedrigzinsphase aufnimmt, kann in einer späteren Hochzinsphase mit deutlich höheren Kosten konfrontiert werden. Dieses Zinsrisiko ist bei der Entscheidung unbedingt einzukalkulieren. Nach dem Studium beginnt eine Karenzzeit, bevor die Rückzahlung startet – auch diese Fristen sollten im Kreditvertrag genau geprüft werden. Sondertilgungen sind zu bestimmten Zeitpunkten möglich; ob dabei Gebühren anfallen, steht in den aktuellen Vertragsbedingungen.

AUF EINEN BLICK

  • Maximale Gesamtsumme und monatliche Rate begrenzt
  • Günstiger Festzins, Rückzahlung beginnt nach Ablauf einer Karenzzeit nach Studienende.
  • Wichtig: Bildungskredit ist nicht mit BAföG zu verwechseln und wird separat beantragt.
  • Einkommensgrenzen der Eltern spielen beim Bildungskredit keine Rolle – einkommensunabhängig.

Bildungskredit des Bundes: Günstige Finanzierung für Fortgeschrittene

Tilgungsplan frühzeitig verstehen: Restschuld = Summe aller Auszahlungen + aufgelaufene Zinsen.

Der Bildungskredit des Bundes ist ein staatliches Ergänzungsangebot, das vom Bundesverwaltungsamt (BVA) verwaltet wird und sich gezielt an Studierende richtet, die sich in einer fortgeschrittenen Studienphase befinden – typischerweise in der Vertiefungs-, Abschluss- oder Masterphase. Er ist ausdrücklich kein Ersatz für BAföG, sondern eine Ergänzung. Wer BAföG bezieht, kann den Bildungskredit grundsätzlich parallel beantragen; beide Förderwege schließen sich nicht aus, erhöhen aber die Gesamtverschuldung.

Die Gesamtsumme, die über den Bildungskredit aufgenommen werden kann, ist gesetzlich begrenzt, ebenso die monatliche Rate. Die genauen Beträge sind auf den Seiten des Bundesverwaltungsamts einsehbar und können sich jährlich ändern, weshalb hier bewusst auf eine konkrete Zahl verzichtet wird – stets bva.bund.de als Primärquelle nutzen. Ein klarer Vorteil gegenüber dem KfW-Studienkredit: Der Bildungskredit hat einen Festzins, was Planungssicherheit bei der Rückzahlung schafft. Wer weiß, was ihn die Finanzierung kostet, kann besser vorausplanen.

Die Rückzahlung beginnt erst nach Ablauf einer definierten Karenzzeit nach Studienende – auch hier sollten die genauen Fristen im Bescheid und in den Programmbedingungen sorgfältig gelesen werden. Der Antrag wird separat gestellt und ist nicht automatisch mit BAföG oder anderen staatlichen Leistungen verknüpft. Wer den Bildungskredit in Betracht zieht, sollte ihn frühzeitig beantragen, da Bearbeitungszeiten einzuplanen sind.

AUF EINEN BLICK

  • Karenzzeit nutzen: Nach Studienende gibt es je nach Kredit eine Schonfrist – diese nicht als 'schuldenfrei' missverstehen.
  • Mindestgehalt bei Rückzahlung: Bei einkommensabhängigen Modellen (Bildungsfonds) erst ab bestimmtem Einkommensniveau.
  • Sondertilgungen: Beim KfW-Studienkredit zu bestimmten Zeitpunkten möglich – Gebühren prüfen.
  • Totalkosten-Rechnung: Gesamtzinslast über Laufzeit ist entscheidender Vergleichsparameter, nicht nur der Monatsbeitrag.

Was du zur Rückzahlung von Anfang an wissen musst

BAföG: Teils Zuschuss, teils Darlehen, einkommensabhängig – immer zuerst prüfen, weil günstigste Option.

Der häufigste Fehler beim Thema Studienkredit ist, die Rückzahlung als abstrakte Zukunftsfrage zu behandeln. Dabei beginnt die Kostenkalkulation schon bei der Antragstellung. Die Restschuld am Ende der Studienphase setzt sich zusammen aus der Summe aller ausgezahlten Monatsraten plus den aufgelaufenen Zinsen – und je länger der Kredit läuft, desto stärker fällt der Zinsanteil ins Gewicht. Wer früher als nötig anfängt zu leihen oder mehr aufnimmt als benötigt, zahlt am Ende spürbar mehr zurück.

Die sogenannte Karenzzeit – die Schonfrist zwischen Studienende und Beginn der Rückzahlung – gibt Absolventinnen und Absolventen Zeit, einen Job zu finden. Sie ist aber kein schuldenfreies Intervall: In dieser Phase laufen bei variablen Zinsen weiter Zinsen auf. Wer die Karenzzeit als kostenfrei missversteht, erlebt beim ersten Tilgungsplan eine unangenehme Überraschung. Sobald das erste Gehalt fließt, sollte ein konkreter Tilgungsplan aufgestellt werden – am besten schon vor Vertragsabschluss simuliert.

Bei einkommensabhängigen Modellen wie Bildungsfonds greift der Rückzahlungsmechanismus erst ab einem bestimmten Mindesteinkommensniveau. Das klingt komfortabel, bedeutet aber auch, dass die Laufzeit der Rückzahlung unkalkulierbar lang werden kann, wenn das Einkommen dauerhaft niedrig bleibt. Sondertilgungen können – wo vertraglich erlaubt – helfen, die Gesamtkosten zu reduzieren. Beim KfW-Studienkredit ist dies zu bestimmten Zeitpunkten möglich; ob Gebühren anfallen, steht in den jeweils gültigen Programmbedingungen.

AUF EINEN BLICK

  • Stipendien: Vollständig rückzahlungsfrei, aber leistungs- oder bedarfsgebunden – Recherche auf stipendienlotse.de empfohlen.
  • Nebenjob: Bis zu einem Stundenlimit pro Woche BAföG-konform; Studienkredit kann Druck auf Erwerbstätigkeit reduzieren
  • Kombination möglich: BAföG + Studienkredit ist erlaubt, erhöht aber Gesamtschulden.
  • Entscheidungsbaum: Erst BAföG-Anspruch prüfen → dann Stipendien → dann Nebenjob → zuletzt Kredit.

Studienkredit, BAföG oder Stipendium: Was passt zu deiner Situation?

Zu hohe monatliche Rate wählen: Mehr Kredit als nötig aufnehmen erhöht Zinslast unnötig – nur tatsächlichen Bedarf aufnehmen.

BAföG ist in fast allen Fällen die beste Wahl, wenn ein Anspruch besteht. Der Grund: Ein Teil der BAföG-Förderung ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss, der andere Teil ist ein zinsloses Darlehen, das nur bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag zurückgezahlt werden muss. Das ist strukturell deutlich günstiger als jeder Kredit. Wer sich unsicher ist, ob ein Anspruch besteht, sollte unbedingt einen Antrag stellen – Ablehnung kostet nichts, aber Nichtstellen kann teuer werden.

Stipendien sind die attraktivste Option überhaupt, weil sie vollständig rückzahlungsfrei sind. Die Hürde liegt in der Bewerbung: Viele Stipendien sind leistungs- oder bedarfsgebunden, manche kombinieren beides. Die Stipendiendatenbank des BMBF und die Plattform stipendienlotse.de bieten einen strukturierten Einstieg in die Recherche. Auch wenn die Erfolgsquote nicht garantiert ist – wer sich nicht bewirbt, hat bereits verloren.

Ein Nebenjob kann die Finanzierungslücke schließen, ohne Schulden zu machen. Wer BAföG bezieht, muss dabei auf die Einkommensgrenzen achten, um den Anspruch nicht zu gefährden. Ein Minijob ist 2026 bis zu einer Grenze von 603 Euro im Monat (7.236 Euro im Jahr) möglich, ohne Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen – und ohne BAföG-Anspruch automatisch zu gefährden, sofern die BAföG-seitigen Freibeträge eingehalten werden. Der Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde, was die Planung erleichtert. Wer rechnet, weiß: Schon ein kleiner Nebenjob kann monatlich mehrere Hundert Euro bringen und den Kreditbedarf deutlich reduzieren.

Die Kombination aus BAföG und Studienkredit ist grundsätzlich erlaubt. Sie erhöht jedoch die Gesamtverschuldung und sollte nur gewählt werden, wenn der BAföG-Betrag nachweislich nicht zum Leben reicht. Wer parallel BAföG und einen Studienkredit bezieht, sollte den Überblick über seine Gesamtschulden behalten und regelmäßig prüfen, ob die Kreditrate angepasst werden kann.

AUF EINEN BLICK

  • Zinsfalle bei variablem Zins: Bei steigendem Zinsniveau kann die Gesamtschuld stark wachsen – regelmäßig KfW-Zinssatz prüfen.
  • Rückzahlungsbeginn verschlafen: Fristen im Kreditvertrag genau lesen, Mahngebühren vermeiden.
  • Private Konsumentenkredite als 'Studienkredit': Oft deutlich teurere Konditionen als staatliche Angebote.
  • Vergessen, Kredit zu kündigen: Nicht benötigte Raten rechtzeitig abbestellen, da sonst Zinsen laufen.

Häufige Fallen beim Studienkredit – und wie du ihnen ausweichst

Schritt 1: Jetzt mit dem StudySmarter BAföG-Rechner den eigenen Förderbedarf unverbindlich einschätzen.

Eine der verbreitetsten Fallen ist die Wahl einer zu hohen monatlichen Rate. Wer aus Bequemlichkeit oder mangelnder Kalkulation den Höchstbetrag wählt, obwohl der tatsächliche Bedarf deutlich niedriger liegt, zahlt unnötig Zinsen. Die Devise lautet: Nur so viel leihen wie wirklich nötig. Eine ehrliche Ausgabenübersicht vor Antragstellung ist daher keine Kür, sondern Pflicht.

Die Zinsfalle beim variablen KfW-Studienkredit ist ein weiteres Risiko, das unterschätzt wird. In einem steigenden Zinsumfeld – wie es seit 2022 erlebt wurde – kann die Gesamtschuld am Ende des Studiums deutlich höher ausfallen als ursprünglich kalkuliert. Wer langfristige Planungssicherheit braucht, sollte den Bildungskredit des Bundes mit Festzins oder andere Festzinsangebote bevorzugen.

Ebenfalls ein häufiges Problem: der verschlafene Rückzahlungsbeginn. Im Trubel nach dem Studienabschluss, zwischen Bewerbungen und Berufsstart, verlieren viele Absolventinnen und Absolventen die Rückzahlungsfristen aus dem Blick. Mahngebühren und ein negativer Schufa-Eintrag können die Folge sein. Der Kreditvertrag sollte deshalb von Anfang an als Kalender-Eintrag gespeichert werden. Schließlich sollte man private Konsumentenkredite, die als „Studienkredite" vermarktet werden, mit besonderer Skepsis betrachten: Sie sind häufig deutlich teurer als staatliche Programme und bieten keine sozialverträglichen Rückzahlungsregelungen.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Stipendiendatenbank des BMBF und stipendienlotse.de auf passende Förderung prüfen.
  • Schritt 3: Erst wenn BAföG und Stipendien ausgeschöpft sind, Kreditantrag stellen – bevorzugt KfW oder Bildungskredit.
  • Schritt 4: Rückzahlungsplan simulieren, bevor der Vertrag unterschrieben wird.
  • Tipp: Studienberatung der eigenen Hochschule kennt regionale Sonderangebote und Notfallfonds.

Dein Weg zur richtigen Studienfinanzierung

Ein Studienkredit kann sinnvoll sein – aber nur als letztes Mittel, nach sorgfältiger Prüfung aller Alternativen. Wer strukturiert vorgeht, minimiert die Schuldenlast und startet nach dem Studium mit mehr finanzieller Freiheit ins Berufsleben. Die Reihenfolge ist klar: Zuerst BAföG prüfen, dann Stipendien recherchieren, dann Nebenjob-Optionen ausloten – und erst dann, wenn eine Lücke bleibt, den staatlichen Kreditweg über KfW oder Bildungskredit des Bundes in Betracht ziehen. Wer einen Kredit aufnimmt, sollte die Rate am tatsächlichen Bedarf orientieren, den Zinssatz regelmäßig im Blick behalten und den Rückzahlungsbeginn fest im Kalender verankern.

Dein nächster Schritt: Prüfe jetzt kostenlos und unverbindlich, ob du BAföG-Anspruch hast – bevor du einen Kredit aufnimmst. Unser BAföG-Rechner hilft dir, deinen Förderbedarf einzuschätzen und die günstigste Finanzierungsoption zu finden. Jetzt BAföG-Anspruch prüfen →

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Häufige Fragen

Ja, du kannst einen Studienkredit auch ohne BAföG-Anspruch beantragen. Die Vergabe hängt in der Regel von deiner Bonität ab, nicht von deinem BAföG-Status.

Die Zinsen beim KfW-Studienkredit werden regelmäßig angepasst und orientieren sich an den Kapitalmarktkonditionen. Konkrete aktuelle Zinssätze erfährst du direkt bei der KfW, da sie sich je nach Auszahlungsphase ändern können.

Die Rückzahlung beginnt in der Regel erst nach dem Ende der Förderungshöchstdauer, also nach dem Studium oder spätestens nach der maximalen Auszahlungszeit. Du erhältst dann eine tilgungsfreie Zeit von mehreren Monaten, bevor die ersten Raten fällig werden.

Wenn du dein Studium abbrichst, endet die Auszahlung des Kredits, und du musst mit der Rückzahlung beginnen. Es gibt jedoch in der Regel eine Karenzzeit von mehreren Monaten, in der du noch keine Raten zahlen musst, um dir Zeit für die Jobsuche zu geben.

Ja, ein Studienkredit wird in der Regel bei der Schufa als Kreditverpflichtung eingetragen. Das kann sich auf deine Bonität auswirken, ist aber bei ordnungsgemäßer Rückzahlung unproblematisch.

Ja, du kannst einen Studienkredit und BAföG gleichzeitig beziehen, da es sich um unterschiedliche Finanzierungsquellen handelt. Allerdings wird der Kredit bei der BAföG-Berechnung nicht als Einkommen angerechnet, solange er nicht ausgezahlt wird.

Der KfW-Studienkredit ist ein flexibler Kredit, den du in monatlichen Raten über die gesamte Studienzeit beziehen kannst, während der Bildungskredit des Bundes eine feste, zinsgünstige Förderung für bestimmte Studienabschnitte darstellt. Der Bildungskredit ist in der Höhe begrenzt und wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt.

Ja, es gibt Stipendien, die du nicht zurückzahlen musst, wie zum Beispiel das Deutschlandstipendium oder Stipendien von Begabtenförderungswerken. Auch ein Nebenjob oder Unterstützung durch die Eltern sind Alternativen, die keine Rückzahlung erfordern.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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