Ratgeber · Studienfinanzierung
BAföG-Rechner: So ermittelst du deinen Anspruch auf Ausbildungsförderung
Ein BAföG-Rechner verschafft dir vor dem Antrag eine realistische Einschätzung deiner monatlichen Förderung. Er berücksichtigt deine Wohnsituation, dein Einkommen und das deiner Eltern, ohne den offiziellen Bescheid zu ersetzen.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Der BAföG-Höchstsatz liegt bei 992 Euro pro Monat, abhängig von deiner Wohnsituation und deinem Alter.
- Dein eigenes Einkommen bleibt bis zu 603 Euro pro Monat anrechnungsfrei.
- Der Bewilligungszeitraum umfasst in der Regel 12 Monate, für die du deine Daten angeben musst.
- Ein BAföG-Rechner liefert eine Orientierung, die verbindliche Prüfung übernimmt das zuständige Amt.
01 · Grundlagen
Was berechnet ein BAföG-Rechner?
Der Rechner bildet die zentralen Stellschrauben der Ausbildungsförderung ab. Er kombiniert deinen Grundbedarf mit den anrechenbaren Einkommen und Freibeträgen.
Ein BAföG-Rechner führt dich durch die zentralen Angaben, die auch das Amt verlangt: Ausbildungsstätte, Wohnsituation, Alter, Familienstand sowie Einkommen und Vermögen von dir, deinen Eltern und gegebenenfalls deinem Partner. Daraus ermittelt er deinen monatlichen Grundbedarf und zieht die anrechenbaren Beträge nach den gesetzlichen Freibeträgen ab. Das Ergebnis ist eine Schätzung deines monatlichen Auszahlungsbetrags, aufgeschlüsselt in den Zuschussanteil und den Darlehensanteil.
Der Rechner berücksichtigt dabei auch Zuschläge, etwa für eigene Kinder unter 14 Jahren oder für eine eigene Kranken- und Pflegeversicherung. Er kann dir außerdem anzeigen, ob du die Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG erfüllst. Für ein Auslandsstudium gelten andere Bedarfssätze, die ein spezieller Auslands-BAföG-Rechner abbildet.
Der BAföG-Höchstsatz liegt seit dem Wintersemester 2024/25 bei 992 Euro pro Monat. Dein tatsächlicher Anspruch kann darunter liegen, wenn Einkommen oder Vermögen angerechnet werden.
Kurz erklärt
BAföG-Rechner
Ein Online-Werkzeug, das aus Angaben zu Wohnsituation, Einkommen, Vermögen und Familienstand eine Schätzung des monatlichen BAföG-Anspruchs ermittelt.
Er liefert eine unverbindliche Orientierung, keinen rechtsgültigen Bescheid.
02 · Schritt für Schritt
So läuft die Berechnung deines BAföG ab
Die Berechnung folgt einem festen Ablauf. Zuerst wird dein Bedarf ermittelt, danach werden Einkommen und Vermögen gegengerechnet.
Die Berechnung folgt einer festen Reihenfolge, die sich am Gesetz orientiert. Zuerst wird dein Grundbedarf bestimmt, der von deiner Ausbildungsstätte, deinem Alter und deiner Wohnsituation abhängt. Danach werden die Einkommen deiner Eltern, deines Partners und dein eigenes Einkommen mit den jeweiligen Freibeträgen verrechnet. Erst im letzten Schritt prüft der Rechner dein Vermögen.
Für die Einkommensermittlung deiner Eltern ist das vorletzte Kalenderjahr maßgeblich. Beantragst du BAföG für 2026, werden also die Einkommensangaben aus dem Jahr 2024 benötigt. Hat sich das Einkommen gravierend verändert, etwa durch Arbeitslosigkeit, kannst du einen Aktualisierungsantrag stellen, damit das aktuelle Einkommen herangezogen wird.
- Dein Grundbedarf ergibt sich aus Ausbildungsstätte, Alter und Wohnsituation.
- Das Einkommen deiner Eltern wird mit Freibeträgen verrechnet, die von der Anzahl deiner Geschwister abhängen.
- Dein eigenes Einkommen und Vermögen wird erst nach den Eltern geprüft.
- Der Rechner zeigt dir den geschätzten monatlichen Förderbetrag und den enthaltenen Darlehensanteil.
Grundbedarf bestimmen
Der Rechner fragt deine Ausbildungsstätte, dein Alter und deine Wohnsituation ab. Daraus ergibt sich dein monatlicher Grundbedarf.
Einkommen anrechnen
Eigenes Einkommen, das deiner Eltern und gegebenenfalls deines Partners wird mit den gesetzlichen Freibeträgen verrechnet.
Vermögen prüfen
Dein Vermögen wird dem Vermögensfreibetrag gegenübergestellt. Nur der übersteigende Betrag mindert deinen Anspruch.
Förderbetrag ausgeben
Der Rechner zeigt dir den geschätzten monatlichen Auszahlungsbetrag und den darin enthaltenen Darlehensanteil.
03 · Was gilt
Welche Faktoren erhöhen deinen BAföG-Anspruch?
Nicht nur dein Einkommen entscheidet über die Höhe der Förderung. Bestimmte Lebensumstände führen zu Zuschlägen oder höheren Freibeträgen.
Dazu gehören eigene Kinder unter 14 Jahren, für die du einen Kinderbetreuungszuschlag erhältst, sowie eine eigene Kranken- und Pflegeversicherung, deren Beiträge deinen Bedarf erhöhen.
Wohnst du nicht bei deinen Eltern und auch nicht in einer Wohnung, die ihnen gehört, steigt dein Grundbedarf. Die Höhe deiner Miete ist dabei unerheblich, entscheidend ist allein die Wohnsituation. Studiengebühren an privaten Hochschulen können deinen Bedarf ebenfalls erhöhen, während Semesterticket, AStA-Beiträge und Rückmeldegebühren an staatlichen Hochschulen nicht berücksichtigt werden.
Für jedes eigene Kind unter 14 Jahren, das mit dir in einem Haushalt lebt, erhältst du einen Kinderbetreuungszuschlag zusätzlich zum regulären Grundbedarf. Kinder ab 14 Jahren oder Kinder, die nicht bei dir leben, lösen diesen Zuschlag nicht aus.
Erhöht den Anspruch
Erhöht ihn nicht
04 · Kosten
Eigenes Einkommen und Freibeträge im Überblick
Dein eigenes Einkommen wird nicht in voller Höhe angerechnet. Mehrere Freibeträge sorgen dafür, dass ein Teil deines Verdienstes unberücksichtigt bleibt.
Diese Freibeträge gelten für den gesamten Bewilligungszeitraum, der in der Regel 12 Monate umfasst.
Die Hinzuverdienstgrenze liegt bei 603 Euro pro Monat, was einem Betrag von 7.236 Euro pro Bewilligungszeitraum entspricht. Zusätzlich wird eine Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr berücksichtigt, die dein anrechenbares Einkommen weiter senkt. Verdienst du also neben dem Studium, bleibt ein erheblicher Teil deines Einkommens anrechnungsfrei.
Die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr wird zusätzlich zu den Hinzuverdienstgrenzen berücksichtigt. Das bedeutet, dass du im Bewilligungszeitraum mehr als 7.236 Euro verdienen kannst, bevor dein BAföG-Anspruch sinkt.
Kurz erklärt
Hinzuverdienstgrenze pro Bewilligungszeitraum (12 Monate)
Anrechnungsfreie Beträge für dein eigenes Einkommen
6.672 EUR
05 · Im Vertrag
Vermögensfreibetrag: Was du besitzen darfst
Dein Vermögen wird nur oberhalb einer bestimmten Grenze auf das BAföG angerechnet. Für die meisten Studierenden gilt ein einheitlicher Freibetrag.
Für Studierende unter 30 Jahren gilt ein einheitlicher Freibetrag, der für die meisten Antragsteller relevant ist. Nur der Teil deines Vermögens, der diesen Freibetrag übersteigt, wird auf den Bewilligungszeitraum verteilt angerechnet.
Die Studienstarthilfe von 1.000 Euro, die einmalig beantragt werden kann, wird nicht als Vermögen angerechnet. Das gilt unabhängig davon, ob du den Freibetrag bereits ausgeschöpft hast. Auch bestimmte Altersvorsorgeverträge können unter Umständen privilegiert sein, was der Rechner jedoch nicht immer vollständig abbildet.
Du darfst 15.000 Euro Vermögen besitzen, ohne dass dein BAföG-Anspruch sinkt. Dieser Freibetrag gilt für alle unter 30 Jahren, unabhängig von deinem Familienstand.
Vermögensanrechnung beim BAföG
06 · Grundlagen
Bewilligungszeitraum: Der Rahmen deiner Förderung
Der Bewilligungszeitraum legt fest, für welchen Zeitraum dein BAföG bewilligt wird. Innerhalb dieses Zeitraums gelten die berechneten Freibeträge.
Er umfasst in der Regel 12 Monate, kann aber je nach Ausbildungsabschnitt kürzer oder länger sein. Alle Einkommens- und Vermögensgrenzen beziehen sich auf diesen Zeitraum, nicht auf das Kalenderjahr.
Innerhalb des Bewilligungszeitraums gelten die berechneten Freibeträge unverändert. Das bedeutet: Überschreitest du die Hinzuverdienstgrenze in einem Monat, kannst du das durch geringere Einkünfte in anderen Monaten ausgleichen. Entscheidend ist die Summe über den gesamten Zeitraum.
Die Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro bezieht sich auf einen Bewilligungszeitraum von 12 Monaten. Bei kürzeren Zeiträumen wird der Betrag anteilig gekürzt.
Kurz erklärt
Bewilligungszeitraum
Der Zeitraum, für den das BAföG-Amt deine Förderung bewilligt. In den Rechnern kannst du die Dauer des Bewilligungszeitraums in Monaten selbst festlegen.
Alle Einkommens- und Vermögensgrenzen beziehen sich auf diesen Zeitraum.
07 · Was gilt
Kinderbetreuungszuschlag: Zuschlag für studierende Eltern
Studierende mit eigenen Kindern erhalten einen Zuschlag, der die besonderen Lebenshaltungskosten abfedern soll. Die Höhe hängt vom Alter der Kinder ab.
Der Kinderbetreuungszuschlag wird für jedes eigene Kind unter 14 Jahren gewährt, das mit dir in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Er kommt zusätzlich zum regulären Grundbedarf zur Auszahlung.
Für Kinder ab 14 Jahren entfällt der Zuschlag, ebenso für Kinder, die nicht bei dir leben. Auch Pflegekinder ohne Sorgerechtsübertragung lösen den Zuschlag nicht aus. Die Anzahl deiner Kinder unter 14 Jahren gibst du im Rechner an, damit der Zuschlag korrekt berücksichtigt wird.
Der Kinderbetreuungszuschlag wird für jedes eigene Kind unter 14 Jahren gewährt, das mit dir in einem Haushalt lebt. Er erhöht deinen monatlichen Auszahlungsbetrag unabhängig von deinem Einkommen.
Für eigene Kinder, die mit dir in einem gemeinsamen Haushalt leben
08 · Was gilt
Studiengebühren: Wann sie dein BAföG erhöhen
Studiengebühren an privaten Hochschulen können deinen Bedarf erhöhen. Nicht alle Kosten rund ums Studium sind jedoch berücksichtigungsfähig.
Das gilt auch für Schulgeld an privaten Schulen und für Gebühren eines Auslandsstudiums. Diese Kosten werden zu deinem Grundbedarf addiert, bevor Einkommen und Vermögen angerechnet werden.
Nicht berücksichtigt werden dagegen der Semesterbeitrag an staatlichen Hochschulen, der AStA-Beitrag, das Semesterticket und Rückmeldegebühren. Diese Kosten gelten als durch den regulären Grundbedarf abgedeckt. Auch Beiträge an das Studentenwerk erhöhen deinen BAföG-Anspruch nicht.
Nur Studiengebühren an privaten Hochschulen und Schulgeld an privaten Schulen erhöhen deinen BAföG-Bedarf. Alle üblichen Beiträge an staatlichen Hochschulen bleiben unberücksichtigt.
Wird berücksichtigt
Wird nicht berücksichtigt
09 · Checkliste
Elternunabhängiges BAföG: Wann das Einkommen der Eltern außen vor bleibt
In bestimmten Lebenssituationen wird dein BAföG ohne Anrechnung des Elterneinkommens berechnet. Das erhöht deinen Anspruch oft deutlich.
Das erhöht deinen Anspruch oft deutlich, weil der häufigste Grund für eine Kürzung entfällt. Die Voraussetzungen sind im Gesetz klar geregelt und müssen bei Antragstellung nachgewiesen werden.
Elternunabhängiges BAföG kommt unter anderem in Frage, wenn du bei Antragstellung 30 Jahre oder älter bist, vor dem Studium mindestens fünf Jahre erwerbstätig warst oder eine Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg erworben hast und danach erwerbstätig warst. Auch Vollwaisen oder Studierende, deren Eltern unbekannten Aufenthalts sind, fallen darunter.
- Du bist bei Antragstellung 30 Jahre oder älter.
- Du hast vor dem Studium mindestens fünf Jahre erwerbstätig gearbeitet.
- Du hast nach dem 18. Lebensjahr mindestens drei Jahre eine Ausbildung absolviert und warst danach erwerbstätig.
- Du bist Vollwaise oder der Aufenthaltsort deiner Eltern ist unbekannt.
- Du hast eine Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg erworben und warst danach erwerbstätig.
Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG
Du hast eine Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg erworben und warst danach erwerbstätig.
Du bist Vollwaise oder dein Aufenthaltsort der Eltern ist unbekannt.
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Nutzung eines BAföG-Rechners
Falsche Angaben führen zu unrealistischen Ergebnissen. Achte besonders auf die zeitliche Zuordnung deiner Einkommensdaten.
Das Einkommen deiner Eltern ist immer aus dem vorletzten Kalenderjahr zu verwenden, nicht aus dem aktuellen Jahr.
Ein weiterer häufiger Fehler betrifft die Wohnsituation: Eine Wohnung, die deinen Eltern gehört, gilt als Wohnen bei den Eltern, auch wenn du dort allein lebst. Auch das eigene Vermögen wird oft mit dem der Eltern verwechselt, obwohl beide getrennt geprüft werden. Der Kinderbetreuungszuschlag wird nur für Kinder unter 14 Jahren gewährt, nicht für ältere Kinder.
Das Einkommen deiner Eltern aus dem aktuellen Jahr statt aus dem vorletzten Kalenderjahr einzutragen, ist der häufigste Fehler. Für einen Antrag im Jahr 2026 sind die Einkommensdaten aus 2024 maßgeblich.
Diese Angaben führen oft zu falschen Ergebnissen
11 · Hintergrund
Vom Rechner zum Bescheid: Deine nächsten Schritte
Das Ergebnis des BAföG-Rechners ist eine Schätzung. Für eine verbindliche Auskunft musst du den offiziellen Antrag stellen.
Das zuständige BAföG-Amt prüft deine Angaben und erlässt einen Bescheid, der rechtlich verbindlich ist.
Stelle den Antrag frühzeitig, idealerweise vor Beginn deines Studiums oder des Bewilligungszeitraums. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern, und BAföG wird nicht rückwirkend für Zeiträume vor der Antragstellung gezahlt. Nutze die Antragsplattform des Bundes, um den Prozess zu beschleunigen.
Erst der Bescheid des BAföG-Amts legt deine monatliche Förderung rechtlich verbindlich fest. Das Rechnerergebnis dient als Vorbereitung und hilft dir, die benötigten Unterlagen vollständig einzureichen.
Nutze das Ergebnis des BAföG-Rechners als Vorbereitung auf den offiziellen Antrag. Es zeigt dir, ob sich der Aufwand lohnt und welche Unterlagen du benötigst.
Stelle den Antrag auf Ausbildungsförderung frühzeitig, idealerweise vor Beginn deines Studiums oder des Bewilligungszeitraums. Die Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern.
Das zuständige BAföG-Amt prüft deine Angaben und erlässt einen Bescheid. Erst dieser Bescheid ist rechtlich verbindlich und legt deine monatliche Förderung fest.
Häufige Fragen
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