Ratgeber · Studienfinanzierung
BAföG-Freibetrag 2026: So viel darfst du verdienen und besitzen
Der BAföG-Freibetrag entscheidet darüber, wie viel du neben dem Studium verdienen und auf dem Konto haben darfst, ohne deine Förderung zu gefährden. Diese Grenzen gelten für das Jahr 2026.
11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Beim Vermögen gilt für unter 30-Jährige ein Freibetrag von 15.000 Euro.
- Dein Nebenjob darf im Bewilligungszeitraum von 12 Monaten maximal 7.236 Euro abwerfen, also 603 Euro pro Monat.
- Die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr wird vor der Anrechnung deines Einkommens abgezogen.
- Der BAföG-Höchstsatz liegt seit dem Wintersemester 2024/25 bei 992 Euro pro Monat.
01 · Grundlagen
Was ist der BAföG-Freibetrag?
Der Begriff BAföG-Freibetrag umfasst alle Grenzen, bis zu denen dein eigenes Vermögen und dein Einkommen nicht auf die Förderung angerechnet werden. Erst was darüber liegt, mindert deinen Anspruch.
Der BAföG-Freibetrag ist keine einzelne Zahl, sondern ein System aus mehreren Grenzen. Es gibt getrennte Freibeträge für dein Vermögen, für dein Einkommen aus einem Nebenjob und für das Einkommen deiner Eltern. Erst wenn du eine dieser Grenzen überschreitest, wird der übersteigende Teil auf deinen monatlichen Bedarf angerechnet.
Für dich bedeutet das: Du darfst eigenes Geld besitzen und hinzuverdienen, ohne sofort deinen gesamten BAföG-Anspruch zu verlieren. Die Freibeträge sorgen dafür, dass die Anrechnung schrittweise erfolgt und nicht bei jedem Euro sofort die volle Kürzung greift.
Die gesetzliche Grundlage findest du in den Paragrafen 27 und 29 des BAföG. Dort ist geregelt, welche Vermögenswerte zählen und welche Beträge anrechnungsfrei bleiben.
Kurz erklärt
BAföG-Freibetrag
Gesetzlich festgelegte Beträge, die bei der BAföG-Berechnung anrechnungsfrei bleiben. Sie gelten für dein Vermögen, dein Einkommen aus einem Nebenjob und das Einkommen deiner Eltern.
Die Freibeträge sorgen dafür, dass du eigenes Geld besitzen oder hinzuverdienen darfst, ohne sofort deinen gesamten BAföG-Anspruch zu verlieren.
02 · Vergleich
Wie hoch ist der Vermögensfreibetrag beim BAföG?
Dein Erspartes wird nur oberhalb bestimmter Grenzen angerechnet. Die Höhe hängt von deinem Alter und deiner familiären Situation ab.
Bist du unter 30 Jahre alt und ledig, liegt dein Vermögensfreibetrag bei 15.000 Euro.
Für Antragsteller über 30 Jahre gilt ein deutlich höherer Freibetrag von 45.000 Euro. Dieser Unterschied berücksichtigt, dass ältere Studierende oft bereits länger gearbeitet und mehr Rücklagen gebildet haben.
- Für deinen Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner erhöht sich der Freibetrag um 2.300 Euro, sofern ihr nicht getrennt lebt.
- Für jedes Kind, dem du unterhaltspflichtig bist, kommen weitere 2.300 Euro hinzu.
- Überschreitet dein Vermögen den Freibetrag, wird der übersteigende Teil auf deinen monatlichen Bedarf angerechnet.
Bei einem sehr hohen Vermögen entfällt der Anspruch vollständig. Das BAföG-Amt geht dann davon aus, dass du dein Studium aus eigenen Mitteln finanzieren kannst.
| Unter 30 Jahren | Über 30 Jahren | |
|---|---|---|
| Ledig ohne Kinder | 15.000 Euro | 45.000 Euro |
| Zuschlag für Ehepartner | 2.300 Euro | 2.300 Euro |
| Zuschlag pro Kind | 2.300 Euro | 2.300 Euro |
03 · Was gilt
Welche Vermögenswerte zählen zum BAföG-Freibetrag?
Nicht nur dein Girokonto zählt. Das BAföG-Amt prüft verschiedene Vermögensarten und entscheidet, was angerechnet wird und was außen vor bleibt.
Nicht nur dein Girokonto zählt. Das BAföG-Amt prüft verschiedene Vermögensarten und entscheidet, was angerechnet wird und was außen vor bleibt. Grundsätzlich zählen alle beweglichen und unbeweglichen Sachen sowie Forderungen und Rechte, die du verwerten kannst.
Zum anrechenbaren Vermögen gehören Guthaben auf Giro- und Sparkonten, Wertpapiere und Fondsanteile sowie Autos mit ihrem Zeitwert. Auch Mietkautionen zählen als Forderung gegen den Vermieter zum Vermögen.
- Eigentumswohnungen und Häuser werden angerechnet, sofern du sie nicht selbst nutzt.
- Haushaltsgegenstände bleiben dagegen anrechnungsfrei.
- Selbst genutzte Immobilien können im Rahmen der Härtefallregelung außen vor bleiben.
- Rechte auf Versorgungsbezüge und Renten sowie Nießbrauchsrechte zählen ebenfalls zum Vermögen.
Übergangsgelder nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr werden nicht angerechnet. Achte bei deinem Antrag darauf, alle Vermögenswerte vollständig anzugeben, da das BAföG-Amt einen Datenabgleich mit dem Bundesamt für Finanzen durchführen kann.
Zählt zum Vermögen
Zählt nicht zum Vermögen
04 · Kosten
Wie viel darfst du mit einem Nebenjob zum BAföG verdienen?
Dein Einkommen aus einem Job wird auf das BAföG angerechnet, sobald es den Freibetrag übersteigt. Die Grenze bezieht sich auf den gesamten Bewilligungszeitraum.
Du darfst im Bewilligungszeitraum 7.236 Euro brutto verdienen, ohne dass dein BAföG gekürzt wird.
Das entspricht 603 Euro pro Monat. Diese Grenze liegt bewusst über der Minijob-Grenze, damit du auch bei schwankenden Einkünften flexibel bleibst.
- Die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr wird von deinem Bruttoeinkommen abgezogen, bevor die Anrechnung erfolgt.
- Zusätzlich wird eine Sozialpauschale für deine Rentenversicherung berücksichtigt.
- Erst der Betrag, der nach diesen Abzügen über 7.236 Euro liegt, wird auf dein BAföG angerechnet.
Überschreitest du die Grenze, erlischt dein Anspruch nicht komplett. Sobald du wieder weniger arbeitest, bekommst du mehr BAföG ausgezahlt.
Hinzuverdienstgrenze im Bewilligungszeitraum
05 · Schritt für Schritt
Wie wird dein Einkommen aus dem Nebenjob angerechnet?
Bevor das BAföG-Amt dein Gehalt kürzt, zieht es Pauschalen ab. Der Ablauf folgt einem festen Schema.
Das BAföG-Amt betrachtet dein gesamtes Bruttoeinkommen im Bewilligungszeitraum, also in der Regel 12 Monate. Von diesem Betrag wird die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr abgezogen.
- Zusätzlich wird eine Sozialpauschale für deine Rentenversicherung berücksichtigt, die dein anrechenbares Einkommen weiter senkt.
- Der verbleibende Betrag wird mit der Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro pro Jahr verglichen.
- Nur der Teil, der darüber liegt, wird auf dein BAföG angerechnet.
Durch die Pauschalen kannst du effektiv mehr als 603 Euro im Monat verdienen, bevor dein BAföG gekürzt wird. Die genaue Grenze hängt von deinen individuellen Abzügen ab.
Bruttoeinkommen ermitteln
Das BAföG-Amt betrachtet dein gesamtes Bruttoeinkommen im Bewilligungszeitraum, also in der Regel 12 Monate.
Werbungskosten abziehen
Von diesem Betrag wird die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr abgezogen.
Sozialpauschale abziehen
Zusätzlich wird eine Sozialpauschale für deine Rentenversicherung berücksichtigt, die dein anrechenbares Einkommen weiter senkt.
Freibetrag anwenden
Der verbleibende Betrag wird mit der Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro pro Jahr verglichen. Nur der Teil, der darüber liegt, wird auf dein BAföG angerechnet.
06 · Im Vertrag
Welche Freibeträge gelten für das Einkommen deiner Eltern?
Das Einkommen deiner Eltern wird nur teilweise angerechnet. Es gelten Freibeträge, die sich nach der Familiensituation richten und zum Wintersemester 2024/25 angehoben wurden.
Für deine Eltern gilt ein Grundfreibetrag, der vom Einkommen abgezogen wird, bevor die Anrechnung beginnt. Die genaue Höhe hängt von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen ab.
- Für jedes weitere Kind, dem deine Eltern unterhaltspflichtig sind, erhöht sich der Freibetrag.
- Das gilt auch für Geschwister, die selbst kein BAföG beziehen.
- Vom Einkommen deiner Eltern wird eine Pauschale für ihre Sozialversicherungsbeiträge abgezogen, bevor das BAföG-Amt den anrechenbaren Betrag ermittelt.
Diese Freibeträge sorgen dafür, dass auch Studierende aus Familien mit mittlerem Einkommen noch eine Teilförderung erhalten können. Die genaue Berechnung übernimmt das BAföG-Amt anhand deiner Angaben im Antrag.
Freibeträge beim Elterneinkommen
07 · Hintergrund
Was ist die Studienstarthilfe und wie hängt sie mit dem Freibetrag zusammen?
Die Studienstarthilfe ist eine einmalige Leistung für Erstsemester aus einkommensschwachen Familien. Sie wird nicht auf das BAföG angerechnet und ist unabhängig vom Vermögensfreibetrag.
Sie beträgt 1.000 Euro und wird unabhängig vom Vermögensfreibetrag gewährt.
Voraussetzung ist, dass du oder deine Eltern vor dem Studium Sozialleistungen wie Bürgergeld, Kinderzuschlag oder Wohngeld bezogen haben. Die Studienstarthilfe musst du nicht zurückzahlen und sie wird auch nicht auf deinen späteren BAföG-Anspruch angerechnet.
- Du kannst die Studienstarthilfe also zusätzlich zum BAföG erhalten.
- Für die Beantragung gilt eine Ausschlussfrist: Du musst den Antrag bis zum Ende des Monats stellen, der auf den Monat deines Ausbildungsbeginns folgt.
- Bei Studienbeginn am 1. Oktober hast du bis zum 30. November Zeit.
Für den Antrag brauchst du nur den Nachweis über eine Sozialleistung und deine Immatrikulationsbescheinigung. Die Beantragung erfolgt online über das Portal BAföG-digital mit einer Bund-ID.
Die Studienstarthilfe beträgt 1.000 Euro und wird einmalig zu Beginn des Studiums ausgezahlt. Voraussetzung ist, dass du oder deine Eltern vor dem Studium Sozialleistungen wie Bürgergeld, Kinderzuschlag oder Wohngeld bezogen haben.
Die Studienstarthilfe musst du nicht zurückzahlen. Sie wird auch nicht auf deinen BAföG-Anspruch angerechnet, wenn du später BAföG beantragst. Du kannst sie also zusätzlich zum BAföG erhalten.
Für die Beantragung gilt eine Ausschlussfrist: Du musst den Antrag bis zum Ende des Monats stellen, der auf den Monat deines Ausbildungsbeginns folgt. Bei Studienbeginn am 1. Oktober hast du bis zum 30. November Zeit.
08 · Vergleich
Wie hoch sind die BAföG-Bedarfssätze 2026?
Der BAföG-Höchstsatz setzt sich aus mehreren Pauschalen zusammen. Er bildet die Obergrenze dessen, was du monatlich erhalten kannst, wenn dein eigenes Einkommen und das deiner Eltern unter den Freibeträgen liegt.
Studierende an Universitäten erhalten bei eigener Wohnung einen Grundbedarf von 855 Euro pro Monat. Wohnst du bei deinen Eltern, liegt der Satz bei 534 Euro.
- Der Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 137 Euro pro Monat, wenn du nicht über deine Eltern familienversichert bist.
- Für jedes eigene Kind erhältst du eine Zusatzleistung von 160 Euro pro Monat.
- Der BAföG-Höchstsatz von 992 Euro pro Monat gilt für Studierende in eigener Wohnung, die nicht über die Eltern krankenversichert sind und den Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung erhalten.
Im Durchschnitt erhalten Studierende weniger als den Höchstsatz. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lag der durchschnittliche monatliche Förderbetrag für Studierende im Jahr 2025 bei 682 Euro.
| Bei den Eltern wohnend | Eigene Wohnung | |
|---|---|---|
| Studierende an Universitäten | 534 Euro | 855 Euro |
| Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung | 137 Euro | 137 Euro |
| Zusatzleistung pro eigenes Kind | 160 Euro | 160 Euro |
09 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du beim BAföG-Freibetrag vermeiden?
Falsche Angaben zu Vermögen oder Einkommen können schwerwiegende Folgen haben. Diese Punkte solltest du bei deinem Antrag beachten.
Das BAföG-Amt kann einen Datenabgleich mit dem Bundesamt für Finanzen durchführen und Unstimmigkeiten genauer prüfen.
Ein häufiger Fehler ist das Verschweigen von Vermögen. Wenn du mehr als 100 Euro Zinsen im vergangenen Jahr erwirtschaftet hast, kann das BAföG-Amt daraus schließen, dass du wahrscheinlich mehr Vermögen besitzt als angegeben.
- Schätze dein Nebenjob-Einkommen richtig ein: Die Grenze von 7.236 Euro bezieht sich auf den Bewilligungszeitraum von 12 Monaten, nicht auf das Kalenderjahr.
- Vergiss den Freibetrag der Eltern nicht: Auch wenn deine Eltern gut verdienen, kann ein Teil ihres Einkommens durch Freibeträge anrechnungsfrei bleiben.
- Beantrage die Studienstarthilfe rechtzeitig: Die Frist endet bereits einen Monat nach dem Monat des Studienbeginns.
Bei aufgedecktem BAföG-Betrug drohen die komplette Rückzahlung des erhaltenen BAföGs, Geldbußen von bis zu 2.500 Euro und in schweren Fällen eine strafrechtliche Verfolgung.
Häufige Fehler beim Umgang mit dem Freibetrag
10 · Checkliste
Wie beantragst du BAföG und wo findest du einen BAföG-Rechner?
Den BAföG-Antrag stellst du online über das Portal BAföG-digital. Ein BAföG-Rechner hilft dir vorab, deinen voraussichtlichen Anspruch zu schätzen.
Für den Antrag brauchst du eine Bund-ID. Sammle vorab alle Nachweise zu deinem Vermögen, deinem Einkommen und dem Einkommen deiner Eltern.
- Prüfe mit einem BAföG-Rechner, ob sich ein Antrag für dich lohnt.
- Sammle alle Nachweise zu deinem Vermögen, deinem Einkommen und dem Einkommen deiner Eltern.
- Registriere dich mit einer Bund-ID für das Portal BAföG-digital.
- Fülle den Antrag vollständig aus und lade die erforderlichen Unterlagen hoch.
- Beantrage die Studienstarthilfe von 1.000 Euro, falls du Sozialleistungen bezogen hast.
- Reiche den Antrag ein und behalte die Fristen für Folgeanträge im Blick.
Die Bearbeitung kann einige Wochen dauern. Stelle den Antrag daher frühzeitig, damit du keine Förderlücke hast.
Schritte zum BAföG-Antrag
Prüfe mit einem BAföG-Rechner, ob sich ein Antrag für dich lohnt.
Sammle alle Nachweise zu deinem Vermögen, deinem Einkommen und dem Einkommen deiner Eltern.
Registriere dich mit einer Bund-ID für das Portal BAföG-digital.
Fülle den Antrag vollständig aus und lade die erforderlichen Unterlagen hoch.
Beantrage die Studienstarthilfe von 1.000 Euro, falls du Sozialleistungen bezogen hast.
Reiche den Antrag ein und behalte die Fristen für Folgeanträge im Blick.
11 · Hintergrund
Wie viel BAföG musst du zurückzahlen?
BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Die Rückzahlung beginnt erst einige Jahre nach dem Ende der Förderung.
Die Rückzahlungspflicht beginnt in der Regel fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer. Die Rückzahlung erfolgt in festen Raten und ist auf einen bestimmten Höchstbetrag begrenzt.
- Wer sein BAföG-Darlehen vorzeitig in einer Summe zurückzahlt, kann einen Nachlass erhalten.
- Der Zuschussanteil bleibt in jedem Fall zinsfrei und muss nicht zurückgezahlt werden.
- Die genaue Höhe deiner Rückzahlung hängt von der Gesamtsumme ab, die du als Darlehen erhalten hast.
Die Rückzahlung ist sozial verträglich gestaltet. Du musst nur dann zahlen, wenn dein Einkommen über bestimmten Grenzen liegt, und die Raten sind an deine finanzielle Situation angepasst.
Vom BAföG, das du während des Studiums erhältst, musst du nur einen Teil zurückzahlen. Die Rückzahlungspflicht beginnt in der Regel fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer.
Die Rückzahlung erfolgt in festen Raten und ist auf einen bestimmten Höchstbetrag begrenzt. Wer sein BAföG-Darlehen vorzeitig in einer Summe zurückzahlt, kann einen Nachlass erhalten.
Die genaue Höhe deiner Rückzahlung hängt von der Gesamtsumme ab, die du als Darlehen erhalten hast. Der Zuschussanteil bleibt in jedem Fall zinsfrei und muss nicht zurückgezahlt werden.
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