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Value-ETF-Vergleich: So findest du den passenden Fonds für unterbewertete Aktien

Ein Value-ETF bündelt Aktien, die gemessen an fundamentalen Kennzahlen als unterbewertet gelten. Beim Vergleich der Fonds entscheiden neben der Wert­entwicklung vor allem Kosten, Replikations­methode und die Auswahlkriterien des zugrunde liegenden Index.

10 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Value-ETFs setzen auf Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis.
  • Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei Value-ETFs meist zwischen 0,20 und 0,65 Prozent pro Jahr.
  • Für einen langfristigen Vermögensaufbau eignen sich thesaurierende Fonds mit einem Volumen von deutlich über 100 Millionen Euro.
  • Die historische Wertentwicklung zeigt lange Schwächephasen, aber auch mehrjährige Phasen mit höherer Rendite als der breite Markt.

01 · Grundlagen

Was ist ein Value-ETF?

Value-ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die gezielt Aktien von Unternehmen auswählen, deren Börsenwert unter dem rechnerischen inneren Wert liegt. Sie setzen damit auf den Value-Faktor, eine der ältesten dokumentierten Anlagestrategien.

Der Value-Faktor gehört zu den am längsten dokumentierten Anlagestrategien überhaupt. Die Grundidee stammt aus den 1930er Jahren, als Benjamin Graham und David Dodd erstmals systematisch beschrieben, dass Aktien mit niedrigen Bewertungskennzahlen langfristig besser abschneiden als der Gesamtmarkt. Ein Value-ETF überträgt diese Logik in ein börsengehandeltes Produkt, das du ohne Einzelaktienanalyse kaufen kannst.

Die Auswahl der Aktien übernimmt ein Indexanbieter nach festen Regeln. Das bedeutet für dich: Du investierst nicht in eine handverlesene Auswahl eines Fondsmanagers, sondern in ein transparentes, regelbasiertes Verfahren. Die Kosten liegen dadurch deutlich unter denen aktiv gemanagter Value-Fonds.

Für dein Depot heißt das konkret: Ein Value-ETF eignet sich als Beimischung zu einem breiten Welt-ETF, wenn du bewusst eine Übergewichtung günstig bewerteter Unternehmen möchtest. Als alleinige Kernanlage ist er wegen der zyklischen Schwankungen des Faktors weniger geeignet.

Die Gesamtkostenquote liegt bei Value-ETFs zwischen 0,20 und 0,65 Prozent pro Jahr. Die günstigsten Produkte kosten damit nur minimal mehr als ein klassischer Welt-ETF.

  • Der Fonds bildet einen Index ab, der Aktien nach Value-Kriterien filtert und gewichtet, statt einfach den Gesamtmarkt nach Marktkapitalisierung zu kaufen.
  • Du beteiligst dich an Unternehmen, deren Börsenwert unter dem rechnerischen inneren Wert liegt, gemessen an Kennzahlen wie Gewinn oder Buchwert.

Kurz erklärt

Value-ETF

Ein börsengehandelter Fonds, der in Aktien von Unternehmen investiert, die im Vergleich zu fundamentalen Kennzahlen wie Gewinn oder Buchwert als unterbewertet gelten.

Der Fonds bildet einen Index ab, der Aktien nach Value-Kriterien filtert und gewichtet, statt einfach den Gesamtmarkt nach Marktkapitalisierung zu kaufen.

02 · Vergleich

Value-ETF oder klassischer Welt-ETF: Wo liegen die Unterschiede?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Aktienauswahl. Ein klassischer Welt-ETF gewichtet Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung, ein Value-ETF gewichtet sie nach Bewertungskennzahlen.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Gewichtung der Aktien. Ein klassischer Welt-ETF gewichtet Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung: Je höher der Börsenwert, desto größer der Anteil im Fonds. Ein Value-ETF dreht diese Logik um und gewichtet nach der Stärke der Unterbewertung. Dadurch können Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung ein höheres Gewicht erhalten als im marktbreiten Index.

Diese andere Gewichtung führt zu einer deutlich anderen Sektorverteilung. Während in marktbreiten Indizes Technologie- und Gesundheitsaktien oft dominieren, sind Value-Indizes stärker in Finanzen, Industrie, Versorger und Konsumgüter investiert. Das sind typischerweise Branchen mit etablierten Geschäftsmodellen und stabilen Erträgen.

Für deine Renditeerwartung bedeutet das: Ein Value-ETF ist eine bewusste Abweichung vom Marktportfolio. Du trägst das Risiko, dass der Value-Faktor über mehrere Jahre hinter dem Gesamtmarkt zurückbleibt. Im Gegenzug erhältst du die Chance auf eine Überrendite in Bewertungszyklen, in denen günstige Substanzwerte wieder gefragt sind.

Die Kosten eines Value-ETF liegen mit 0,20 bis 0,65 Prozent pro Jahr über denen eines klassischen Welt-ETF mit 0,10 bis 0,25 Prozent. Der Aufpreis finanziert die aufwendigere Indexkonstruktion.

  • Value-ETFs wählen Aktien mit niedrigem KGV oder KBV aus, klassische Welt-ETFs kaufen alle Unternehmen nach Marktkapitalisierung.
  • Typische Value-Sektoren sind Finanzen, Industrie, Versorger und Konsumgüter, während marktbreite Indizes stärker von Technologie und Gesundheit geprägt sind.
Value-ETF und marktbreiter ETF im direkten Vergleich
Value-ETFKlassischer Welt-ETF
AktienauswahlUnternehmen mit niedrigem KGV oder KBVAlle Unternehmen nach Marktkapitalisierung
Typische SektorenFinanzen, Industrie, Versorger, Konsumgüter
Kosten (TER)0,20 bis 0,65 Prozent pro Jahr
ErwartungÜberrendite in Bewertungszyklen, längere Durststrecken möglich

03 · Im Vertrag

Welche Kennzahlen stecken im Value-Faktor?

Value-Indizes filtern Aktien nicht nach Bauchgefühl, sondern nach festen Bilanz- und Bewertungskennzahlen. Diese Kennzahlen entscheiden, welche Unternehmen in den ETF aufgenommen werden.

Value-Indizes arbeiten mit mehreren Bewertungskennzahlen gleichzeitig, um nicht in die Falle einzelner Bilanzbesonderheiten zu tappen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Ein niedriges KGV signalisiert, dass du für jeden Euro Gewinn weniger bezahlst als bei hoch bewerteten Wachstumsaktien.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis vergleicht den Aktienkurs mit dem bilanziellen Eigenkapital je Aktie. Ein Wert unter 1 bedeutet, dass die Aktie unter Buchwert gehandelt wird, also unter dem Wert, der allein aus den Vermögensgegenständen abzüglich Schulden resultiert. Diese Kennzahl ist besonders in der Industrie und bei Finanzwerten aussagekräftig.

Zusätzlich fließen oft die Dividendenrendite und das Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Cashflow ein. Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Ausschüttung du pro investiertem Euro erhältst. Der Cashflow-Bezug stellt sicher, dass die ausgewiesenen Gewinne auch tatsächlich als liquide Mittel im Unternehmen ankommen.

Ein niedriges KGV oder KBV ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Hinweis auf eine mögliche Unterbewertung. Deshalb kombinieren moderne Value-Indizes mehrere Kennzahlen, um Fehlbewertungen von echten Problemunternehmen zu unterscheiden.

  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und signalisiert bei niedrigen Werten eine günstige Bewertung.
  • Das Kurs-Buchwert-Verhältnis vergleicht den Aktienkurs mit dem bilanziellen Eigenkapital je Aktie, wobei ein Wert unter 1 auf eine Unterbewertung hindeutet.
  • Die Dividendenrendite zeigt das Verhältnis der jährlichen Dividende zum Aktienkurs und ist ein typisches Merkmal von Value-Aktien.

Die wichtigsten Value-Kennzahlen im Überblick

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)BewertungSetzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Ein niedriges KGV signalisiert eine günstige Bewertung.
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)SubstanzVergleicht den Aktienkurs mit dem bilanziellen Eigenkapital je Aktie. Ein Wert unter 1 bedeutet, dass die Aktie unter Buchwert gehandelt wird.
DividendenrenditeAusschüttungZeigt das Verhältnis der jährlichen Dividende zum Aktienkurs. Hohe Dividendenrenditen sind ein typisches Merkmal von Value-Aktien.
Unternehmenswert zu CashflowCashflowSetzt den Gesamtwert des Unternehmens ins Verhältnis zum operativen Cashflow. Diese Kennzahl ist schwerer durch Abschreibungen zu verzerren als der Gewinn.

04 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Auswahl unterbewerteter Aktien im Index

Hinter jedem Value-ETF steht ein Indexanbieter, der die Aktienauswahl nach festen Regeln vornimmt. Der Ablauf ist standardisiert und wird regelmäßig wiederholt.

Der Auswahlprozess beginnt mit einem breiten Aktienuniversum, zum Beispiel allen Aktien aus dem MSCI World oder einem globalen All-Country-Index. Aus dieser Grundgesamtheit berechnet der Indexanbieter für jede Aktie die relevanten Value-Kennzahlen. Der Vergleich erfolgt nicht nur mit dem Gesamtmarkt, sondern oft auch innerhalb der jeweiligen Branche, um strukturelle Unterschiede zwischen Sektoren zu berücksichtigen.

Anschließend filtert der Index die Aktien mit den günstigsten Bewertungen heraus. Die Gewichtung erfolgt dabei häufig nach der Stärke der Unterbewertung, nicht nach der Marktkapitalisierung. Das bedeutet: Eine Aktie mit extrem niedrigem KGV erhält ein höheres Gewicht als eine Aktie mit nur leicht unterdurchschnittlicher Bewertung, auch wenn das Unternehmen kleiner ist.

Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft, meist halbjährlich oder vierteljährlich. Bei diesen Terminen werden Aktien ausgetauscht, deren Bewertung nicht mehr günstig genug ist, und neue unterbewertete Unternehmen aufgenommen. Dieser Umschichtungsprozess verursacht Transaktionskosten im Fonds, die nicht in der TER enthalten sind, aber in der Wertentwicklung bereits berücksichtigt werden.

Die regelmäßige Überprüfung stellt sicher, dass der Fonds seinem Value-Charakter treu bleibt. Ohne diese Disziplin würde ein Value-Index mit steigenden Kursen automatisch zu einem marktbreiten Index werden.

  • Der Indexanbieter startet mit einem breiten Aktienuniversum und berechnet für jede Aktie Bewertungskennzahlen wie KGV, KBV oder Cashflow-Verhältnis.
  • Aktien mit den günstigsten Bewertungen kommen in den Index, wobei die Gewichtung oft nach der Stärke der Unterbewertung erfolgt.
  • Die Zusammensetzung wird meist halbjährlich oder vierteljährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.
01

Ausgangsbasis festlegen

Der Indexanbieter startet mit einem breiten Aktienuniversum, zum Beispiel allen Aktien aus dem MSCI World oder einem globalen All-Country-Index.

02

Value-Kennzahlen berechnen

Für jede Aktie werden Bewertungskennzahlen wie KGV, KBV oder Cashflow-Verhältnis berechnet und mit dem Sektor oder dem Gesamtmarkt verglichen.

03

Aktien filtern und gewichten

Aktien mit den günstigsten Bewertungen kommen in den Index. Die Gewichtung erfolgt oft nach der Stärke der Unterbewertung, nicht nach Marktkapitalisierung.

04

Regelmäßige Überprüfung

Der Index wird meist halbjährlich oder vierteljährlich überprüft. Aktien, die teuer geworden sind, fliegen raus, neue unterbewertete Aktien kommen hinein.

05 · Kosten

Was kostet ein Value-ETF?

Die Gesamtkostenquote (TER) ist der wichtigste Kostenblock bei ETFs. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und schmälert deine Rendite direkt.

Die Gesamtkostenquote ist der wichtigste Kostenblock bei ETFs. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und schmälert deine Rendite direkt. Bei Value-ETFs liegt die Spanne zwischen 0,20 und 0,65 Prozent pro Jahr, abhängig von der Komplexität der Indexstrategie und dem Anbieter.

Die günstigsten Produkte kosten 0,20 bis 0,26 Prozent pro Jahr. In diesem Bereich findest du Standard-Value-ETFs auf etablierte Indizes wie den MSCI World Value oder den MSCI World Enhanced Value. Diese Fonds bilden ihre Indizes vollständig physisch nach und kommen ohne komplexe Derivatestrukturen aus.

Teurere Produkte mit 0,39 bis 0,65 Prozent pro Jahr setzen auf spezielle Strategien. Dazu gehören fundamental gewichtete Indizes wie der RAFI All-World Fundamental Value oder der Shiller Barclays CAPE Global Sector Value. Diese Indizes verwenden aufwendigere Auswahlverfahren und schichten häufiger um, was die Kosten erhöht.

Zusätzlich zur TER können Transaktionskosten im Fonds anfallen. Diese sind nicht in der TER enthalten, aber in der Wertentwicklung bereits berücksichtigt. Ein Vergleich der Wertentwicklung über mehrere Jahre zeigt daher die tatsächliche Kostenbelastung besser als die TER allein.

  • Günstige Value-ETFs kosten 0,20 bis 0,26 Prozent pro Jahr und bilden etablierte Indizes physisch nach.
  • Standard-Value-ETFs liegen bei 0,25 bis 0,30 Prozent pro Jahr und bieten ein ausgewogenes Verhältnis aus Kosten und Strategie.
  • Spezielle Value-Strategie-ETFs kosten 0,39 bis 0,65 Prozent pro Jahr und verwenden aufwendigere Indexmethoden.

Typische Gesamtkostenquoten von Value-ETFs

Günstige Value-ETFs0,20 bis 0,26 Prozent pro Jahr
Standard Value-ETFs0,25 bis 0,30 Prozent pro Jahr
Spezielle Value-Strategie-ETFs0,39 bis 0,65 Prozent pro Jahr

06 · Was gilt

Thesaurierung oder Ausschüttung: Was passt zu dir?

Value-Aktien schütten oft überdurchschnittlich hohe Dividenden aus. Wie der ETF mit diesen Erträgen umgeht, beeinflusst deine Steuerlast und den Zinseszinseffekt.

Bei thesaurierenden Fonds werden die Dividenden automatisch reinvestiert, ohne dass du aktiv werden musst. Der Zinseszinseffekt läuft dadurch kontinuierlich weiter.

Bei ausschüttenden Fonds werden die Dividenden auf dein Verrechnungskonto überwiesen. Du entscheidest selbst, ob du sie wieder anlegst oder für andere Zwecke verwendest. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aus deinem Depot erzielen möchtest.

Steuerlich gibt es einen wichtigen Unterschied: Bei thesaurierenden Fonds wird die Vorabpauschale jährlich fällig, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst. Bei ausschüttenden Fonds wird die Steuer auf die Dividende jährlich fällig. In beiden Fällen profitierst du von der Teilfreistellung für Aktienfonds, die 30 Prozent der Erträge steuerfrei stellt.

Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante in der Regel die bessere Wahl. Sie vermeidet, dass Ausschüttungen ungenutzt auf dem Konto liegen, und nutzt den Zinseszinseffekt maximal aus.

  • Thesaurierende Value-ETFs reinvestieren Dividenden automatisch und eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau.
  • Ausschüttende Value-ETFs überweisen Dividenden auf dein Konto und eignen sich für ein regelmäßiges Zusatzeinkommen.

Thesaurierend

·Dividenden werden automatisch reinvestiert
·Zinseszinseffekt läuft ohne dein Zutun weiter
·Steuer auf die Vorabpauschale wird jährlich fällig
·Gut geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau

Ausschüttend

·Dividenden werden auf dein Konto überwiesen
·Du entscheidest selbst über die Wiederanlage
·Steuer auf die Ausschüttung wird jährlich fällig
·Gut geeignet für ein regelmäßiges Zusatzeinkommen

07 · Checkliste

Worauf du bei der Fondsgröße achten solltest

Das Fondsvolumen ist ein Indikator für die Wirtschaftlichkeit eines ETFs. Sehr kleine Fonds können geschlossen werden, was zu einer unfreiwilligen Versteuerung führen kann.

Sehr kleine Fonds können geschlossen werden, wenn sie für den Anbieter nicht mehr rentabel sind. Eine Fondsschließung führt zu einer unfreiwilligen Versteuerung deiner Kursgewinne, auch wenn du selbst nicht verkaufen wolltest.

Als Faustregel gilt: Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro reduziert das Risiko einer Schließung deutlich. Die größten Value-ETFs erreichen Volumen von mehreren Milliarden Euro, etwa der iShares Edge MSCI World Value Factor mit über 6 Milliarden Euro oder der Xtrackers MSCI World Value mit knapp 4 Milliarden Euro.

Neben der Größe solltest du auf die Replikationsmethode achten. Die meisten Value-ETFs bilden ihre Indizes physisch nach, kaufen also die tatsächlichen Aktien. Nur wenige Produkte wie der Ossiam Shiller Barclays CAPE Global Sector Value setzen auf Swap-basierte Strukturen, bei denen ein Kontrahent die Indexrendite liefert. Physische Replikation vermeidet dieses Kontrahentenrisiko.

Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro ist die wichtigste Größenregel für deine Auswahl. Darunter steigt das Risiko einer Fondsschließung spürbar an.

  • Bevorzuge Fonds mit einem Volumen von mindestens 100 Millionen Euro, um das Schließungsrisiko zu reduzieren.
  • Strebe eine TER unter 0,30 Prozent pro Jahr an, wenn du einen Standard-Value-ETF wählst.
  • Prüfe die Index-Methodik: Welche Kennzahlen werden verwendet und wie oft wird umgeschichtet?
  • Vergleiche die Wertentwicklung über mindestens fünf Jahre, nicht nur das letzte Jahr.

Checkliste für die Fondsauswahl

01

Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro bevorzugen

02

TER zwischen 0,20 und 0,65 Prozent pro Jahr einordnen

03

Physische Replikation bevorzugen, um Kontrahentenrisiken zu vermeiden

04

Thesaurierende Variante für langfristigen Vermögensaufbau wählen

05

Index-Methodik prüfen: Welche Kennzahlen werden verwendet, wie oft wird umgeschichtet

06

Wertentwicklung über mindestens fünf Jahre vergleichen, nicht nur das letzte Jahr

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Value-ETF-Vergleich

Viele Anleger vergleichen Value-ETFs nur anhand der Rendite des letzten Jahres. Das führt zu Fehlentscheidungen, weil der Value-Faktor zyklisch läuft.

Der häufigste Fehler ist der Blick auf die Ein-Jahres-Rendite. Der Value-Faktor läuft zyklisch und kann mehrere Jahre hinter dem breiten Markt zurückbleiben, bevor er aufholt. Wer nur die jüngste Wertentwicklung betrachtet, verkauft oft genau am Tiefpunkt der Value-Schwäche und verpasst die anschließende Erholung.

Ein zweiter Fehler ist das Ignorieren der Index-Methodik. Nicht jeder Value-Index wählt Aktien nach denselben Kriterien aus. Ein ETF auf den MSCI World Value Index verwendet andere Kennzahlen und Gewichtungen als ein ETF auf den RAFI All-World Fundamental Value. Die Unterschiede in der Wertentwicklung können mehrere Prozentpunkte pro Jahr betragen.

Auch der direkte Vergleich von ausschüttenden und thesaurierenden ETFs führt in die Irre. Die Wertentwicklung von Ausschüttern wird oft ohne reinvestierte Dividenden gezeigt, was sie schlechter aussehen lässt als sie tatsächlich sind. Für einen fairen Vergleich musst du die Performance mit reinvestierten Ausschüttungen heranziehen.

Die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds ist ein wichtiger Steuervorteil, den viele Anleger beim Vergleich vergessen. Sie reduziert die Steuerlast auf Kursgewinne, Dividenden und Vorabpauschalen spürbar.

  • Schau nicht nur auf die Ein-Jahres-Rendite, sondern auf Zeiträume von fünf Jahren oder länger.
  • Ignoriere die Index-Methodik nicht, denn verschiedene Value-Indizes wählen Aktien nach unterschiedlichen Kriterien aus.
  • Vergleiche ausschüttende und thesaurierende ETFs nur mit reinvestierten Dividenden.
  • Kaufe keine zu kleinen Fonds mit einem Volumen unter 50 Millionen Euro.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Nur auf die Ein-Jahres-Rendite schauen: Value-ETFs können mehrere Jahre hinter dem Markt zurückbleiben, bevor sie aufholen.
·Die Index-Methodik ignorieren: Nicht jeder Value-Index wählt Aktien nach denselben Kriterien aus.
·Zu kleine Fonds kaufen: Ein Fondsvolumen unter 100 Millionen Euro erhöht das Risiko einer Fondsschließung.

09 · Hintergrund

Value-ETFs im Performance-Vergleich

Die Wertentwicklung von Value-ETFs hängt stark vom gewählten Index ab. Unterschiede von mehreren Prozentpunkten pro Jahr sind zwischen verschiedenen Value-Indizes üblich.

Ein ETF auf den MSCI World Value Index kann über fünf Jahre eine andere Rendite erzielen als ein ETF auf einen fundamental gewichteten RAFI-Index, weil die Auswahlkriterien und Gewichtungen unterschiedlich sind.

Die historische Betrachtung zeigt, dass der Value-Faktor über lange Zeiträume gegenüber marktbreiten Indizes eine höhere Rendite erzielen kann. Allerdings verlief diese Entwicklung nicht gleichmäßig. In starken Wachstumsphasen, in denen teure Technologieaktien den Markt antreiben, bleiben Value-ETFs oft deutlich zurück. In Korrekturen zeigen sie häufig geringere Verluste, weil die Aktien bereits als günstig bewertet gelten.

Beim Vergleich verschiedener Value-ETFs solltest du immer denselben Zeitraum betrachten. Die Wertentwicklung per Jahresende zeigt für den iShares Edge MSCI World Value Factor für 2025 ein Plus von 21,05 Prozent, für 2024 von 12,13 Prozent und für 2023 von 15,06 Prozent. Der Xtrackers MSCI World Value erzielte im selben Zeitraum 23,37 Prozent, 11,92 Prozent und 15,29 Prozent. Die Unterschiede sind auf die leicht abweichende Indexkonstruktion zurückzuführen.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Garantie für die Zukunft. Sie hilft dir aber, die typischen Schwankungen und Zyklen des Value-Faktors einzuschätzen.

  • Vergleiche immer denselben Zeitraum, wenn du verschiedene Value-ETFs gegenüberstellst.
  • Beachte, dass Value-ETFs in starken Wachstumsphasen oft hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben.
  • Unterschiede in der Wertentwicklung entstehen durch die Indexkonstruktion, nicht durch die Qualität des ETF-Anbieters.

Die historische Wertentwicklung zeigt, dass der Value-Faktor über lange Zeiträume gegenüber marktbreiten Indizes eine höhere Rendite erzielen kann. Allerdings verlief diese Entwicklung nicht gleichmäßig. In starken Wachstumsphasen, in denen teure Technologieaktien den Markt antreiben, bleiben Value-ETFs oft deutlich zurück.

Beim Vergleich verschiedener Value-ETFs solltest du immer denselben Zeitraum betrachten. Ein ETF auf den MSCI World Value Index kann über fünf Jahre eine andere Rendite erzielen als ein ETF auf einen fundamental gewichteten RAFI-Index. Die Unterschiede entstehen durch die abweichende Aktienauswahl und Gewichtung.

Für die Einordnung der Wertentwicklung ist der Vergleich mit dem breiten Markt hilfreich. Entscheidend ist die relative Entwicklung über einen vollständigen Marktzyklus von zehn bis fünfzehn Jahren.

10 · Was gilt

Steuern auf Value-ETFs: Das gilt 2026

Für die Besteuerung von Value-ETFs gelten dieselben Regeln wie für andere Aktienfonds. Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast spürbar.

Die Teilfreistellung stellt 30 Prozent der Erträge steuerfrei, unabhängig davon, ob es sich um Kursgewinne, Dividenden oder die Vorabpauschale handelt. Das reduziert die effektive Steuerlast spürbar.

Auf die verbleibenden 70 Prozent der Erträge wird die Abgeltungsteuer von 25 Prozent fällig. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr bleibt steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Bei thesaurierenden Fonds wird die Vorabpauschale jährlich fällig, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst. Die Vorabpauschale ist ein fiktiver Ertrag, der sicherstellen soll, dass thesaurierende Fonds nicht dauerhaft steuerfrei wachsen. Bei ausschüttenden Fonds wird die Steuer auf die Dividende jährlich fällig.

Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt für alle Aktienfonds, also auch für Value-ETFs. Sie reduziert die Steuerlast auf Kursgewinne, Dividenden und Vorabpauschalen gleichermaßen.

  • Kursgewinne beim Verkauf sind steuerpflichtig, unterliegen aber der Teilfreistellung von 30 Prozent.
  • Dividendenausschüttungen sind steuerpflichtig und profitieren ebenfalls von der Teilfreistellung.
  • Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben steuerfrei.
  • Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2000 Euro pro Jahr.

Steuerpflichtig

·Kursgewinne beim Verkauf
·Dividendenausschüttungen
·Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026