MagazineFinanzenKostenlos starten
MagazineFinanzenInvestieren Value ETF
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Value ETF: Dein Einstieg in günstig bewertete Weltkonzerne

Value ETFs kaufen Aktien, die im Vergleich zur Marktmeinung günstig sind. Für dich bedeutet das: ein einfacher Weg, in solide Unternehmen zu investieren, ohne einzelne Aktien analysieren zu müssen. Wir zeigen dir, wie es funktioniert.

AktienETFsBewertung
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Es ist eine von vielen Strategien, aber für Anfänger gut geeignet.
Wie riskant?
Mittel bis hoch.
Aktien schwanken, aber langfristig meist renditestark.
Wie viel Geld?
Schon wenig reicht.
Du kannst bereits mit kleinen Beträgen monatlich starten.
Was bringt es?
Wertsteigerung plus Dividenden.
Du profitierst von Kursgewinnen und oft laufenden Ausschüttungen.

Warum dich das Thema Value ETF betrifft

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass man mit Aktien langfristig Vermögen aufbauen kann. Doch der Einstieg ist oft schwer, weil man einzelne Unternehmen bewerten muss. Hier kommen ETFs ins Spiel, die dir die Arbeit abnehmen. Ein Value ETF ist eine besondere Art von Aktienfonds, der nach klaren Regeln auswählt, welche Unternehmen er kauft.

Für dich als Einsteiger bedeutet das: Du musst keine Bilanzen lesen oder Quartalsberichte studieren. Der ETF übernimmt die Auswahl für dich. Das ist besonders attraktiv, wenn du wenig Zeit hast, dich aber trotzdem am Aktienmarkt beteiligen möchtest. Du profitierst von der Erfahrung vieler Marktteilnehmer, die in den Fondsregeln eingeflossen ist.

Zudem ist das Thema nicht nur etwas für Profis. Gerade in Zeiten, in denen viele Technologiewerte sehr teuer erscheinen, bieten Value ETFs eine Alternative. Sie setzen auf Unternehmen, die vielleicht nicht im Rampenlicht stehen, aber solide Geschäftsmodelle haben. Das kann dein Depot stabiler machen, auch wenn es keine Garantie gibt.

Und schließlich geht es um deine finanzielle Zukunft. Die gesetzliche Rente wird 2026 voraussichtlich nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard zu halten. Wer früh beginnt, kann von Zinseszins profitieren. Ein Value ETF ist ein Baustein, der dir helfen kann, langfristig unabhängiger zu werden. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema zu verstehen.

Seit 1926
belegen US-Daten den Value-Effekt als langfristigen Trend.
~0,20 % p.a.
liegen die laufenden Kosten vieler gängiger Value ETFs.
Hunderte
von Unternehmen sind in einem typischen Value ETF enthalten.

Was ist ein ETF überhaupt? Die Grundlagen

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Fonds. Stell dir vor, du kaufst nicht eine einzelne Aktie, sondern ein Bündel aus vielen verschiedenen Aktien. Dieses Bündel wird von einer Fondsgesellschaft verwaltet und bildet meist einen Index nach, zum Beispiel den DAX oder den MSCI World.

Der Vorteil für dich: Du streust dein Risiko, weil du in viele Unternehmen gleichzeitig investierst. Geht es einer Firma schlecht, macht das nur einen kleinen Teil deines Investments aus. ETFs werden an der Börse gehandelt, du kannst sie also jederzeit kaufen und verkaufen, ähnlich wie Aktien. Die Kosten sind meist deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds.

Es gibt verschiedene Arten von ETFs. Manche bilden den gesamten Markt ab, andere konzentrieren sich auf bestimmte Länder, Branchen oder Anlagestrategien. Der Value ETF gehört zur letzten Gruppe. Er filtert aus einem großen Aktienuniversum diejenigen Unternehmen heraus, die nach bestimmten Kriterien als unterbewertet gelten.

Wichtig ist zu verstehen, dass ein ETF kein Garant für Gewinne ist. Du trägst immer das Risiko von Kursschwankungen. Aber du vermeidest das Klumpenrisiko, das du hättest, wenn du nur in ein oder zwei Unternehmen investierst. Für Einsteiger ist das ein entscheidender Vorteil, weil es die Fehlerquote reduziert.

Die Funktionsweise eines Value ETFs im Detail

Der Begriff Value kommt aus dem Englischen und bedeutet Wert. Ein Value ETF sucht nach Aktien, die im Vergleich zu ihrem inneren Wert günstig erscheinen. Das klingt abstrakt, lässt sich aber mit einfachen Kennzahlen erklären. Die wichtigste ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV. Es zeigt, wie viel du für einen Euro Gewinn bezahlst.

Ein niedriges KGV bedeutet, dass die Aktie im Verhältnis zu den erzielten Gewinnen günstig ist. Value ETFs bevorzugen solche Unternehmen. Zusätzlich schauen sie oft auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis oder die Dividendenrendite. Unternehmen mit hoher Dividende und soliden Bilanzen gelten als klassische Value-Werte. Das sind oft Firmen aus traditionellen Branchen wie Energie, Finanzen oder Industrie.

Der Fonds wendet diese Kriterien automatisch an. Er sortiert die Aktien nach ihrer Bewertung und kauft die günstigsten. Das passiert regelmäßig, zum Beispiel einmal im Quartal. So bleibt der ETF immer seinem Prinzip treu, auch wenn sich die Märkte verändern. Du musst dich um nichts kümmern, die Fondsgesellschaft erledigt das.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen stellt Maschinen her und verdient seit Jahren stabil Geld. Die Aktie ist aber in Ungnade gefallen, weil die Branche als langweilig gilt. Ein Value ETF erkennt, dass das KGV niedrig ist und kauft die Aktie. Wenn sich die Stimmung dreht, kann der Kurs steigen. Genau auf diese Erholung setzt die Strategie.

Was kostet dich ein Value ETF? Gebühren verstehen

Kosten sind beim Investieren ein entscheidender Faktor, denn sie schmälern deine Rendite. Bei ETFs gibt es zwei wesentliche Kostenarten. Die erste ist der laufende Kostenfaktor, die sogenannte Total Expense Ratio, kurz TER. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und deckt Verwaltung, Lizenz und Marketing ab.

Die TER liegt bei Value ETFs meist zwischen 0,15 und 0,40 Prozent pro Jahr. Das klingt wenig, macht aber auf lange Sicht einen Unterschied. Wenn du rund 10.000 Euro anlegst und der ETF rund 0,2 Prozent kostet, gehen jährlich rund 20 Euro weg. Bei einem aktiv gemanagten Fonds können es schnell rund 1,5 Prozent oder mehr sein. Über 30 Jahre summiert sich das zu einer erheblichen Summe.

Die zweite Kostenart entsteht beim Kauf und Verkauf. Du zahlst deiner Bank eine Ordergebühr, die je nach Anbieter variiert. Zusätzlich gibt es den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei sehr liquiden ETFs ist dieser Spread klein, bei exotischen Fonds kann er größer sein. Achte darauf, dass dein Value ETF ein hohes Handelsvolumen hat.

Wichtig: Es gibt keine pauschale Aussage, welcher ETF der günstigste ist. Du musst die Kosten immer im Verhältnis zur Qualität des Index sehen. Ein sehr günstiger ETF auf einen schlechten Index ist keine gute Wahl. Vergleiche daher mehrere Produkte und achte auf die Zusammensetzung. Die Kosten sind wichtig, aber nicht das einzige Kriterium.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Bevor du einen Value ETF kaufst, solltest du dir den zugrunde liegenden Index anschauen. Es gibt verschiedene Indizes, die Value-Aktien abbilden. Der bekannteste ist der MSCI World Value, der die günstigsten Unternehmen aus den Industrieländern enthält. Daneben gibt es regionale Varianten wie den STOXX Europe 600 Value oder spezielle US-Indizes.

Achte auf die Anzahl der enthaltenen Werte. Ein guter Value ETF sollte breit gestreut sein und nicht nur aus wenigen Dutzend Aktien bestehen. Je mehr Unternehmen enthalten sind, desto geringer ist das Risiko, dass ein einzelner Ausfall dein Portfolio stark belastet. Die meisten großen Value ETFs enthalten mehrere hundert Titel.

Ein weiteres Kriterium ist die Währung. Viele Value ETFs werden in Euro gehandelt, auch wenn die Aktien in Dollar notieren. Das ist praktisch, weil du kein Währungsrisiko beim Kauf hast. Allerdings bleibt das Wechselkursrisiko in der Anlage bestehen. Überlege, ob du dieses Risiko eingehen willst oder ob dir ein europäischer Index lieber ist.

Prüfe außerdem, ob der ETF thesaurierend oder ausschüttend ist. Ein thesaurierender ETF legt die Dividenden automatisch wieder an, ein ausschüttender zahlt sie dir aus. Für den Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante oft sinnvoller, weil du den Zinseszins nutzt. Wenn du aber ein regelmäßiges Einkommen wünschst, kann die ausschüttende Variante passen.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, Value ETFs mit einem Garantieprodukt zu verwechseln. Nur weil die Unternehmen günstig bewertet sind, heißt das nicht, dass die Kurse nicht fallen können. Auch Value-Aktien können in eine Abwärtsspirale geraten, wenn sich die Fundamentaldaten verschlechtern. Du musst also bereit sein, Schwankungen auszuhalten.

Ein zweiter Fehler ist das ständige Umschichten. Viele Anleger kaufen einen Value ETF, sehen nach ein paar Monaten wenig Bewegung und wechseln zu einem Trend-ETF. Das ist kontraproduktiv, weil die Value-Strategie Zeit braucht. Studien zeigen, dass der Effekt über Jahre wirkt, nicht über Wochen. Geduld ist hier eine Tugend.

Drittens solltest du nicht alles auf eine Karte setzen. Ein Value ETF ist eine gute Basis, aber du solltest nicht dein gesamtes Vermögen in eine einzige Strategie stecken. Eine Mischung aus verschiedenen ETFs, zum Beispiel auch mit einem breiten Weltindex, kann dein Risiko weiter reduzieren. Diversifikation ist das A und O.

Viertens: Vergiss nicht die Steuern. In Deutschland unterliegen ETF-Gewinne der Abgeltungssteuer, auch wenn du sie nicht verkaufst. Bei thesaurierenden Fonds wird eine Vorabpauschale berechnet. Das ist kein Grund, nicht zu investieren, aber du solltest es wissen. Ein Steuerberater oder ein gutes Finanzbuch kann dir helfen, den Überblick zu behalten.

Dein konkreter Fahrplan für den Einstieg 2026

Schritt eins: Kläre deine finanzielle Basis. Bevor du in Aktien-ETFs investierst, solltest du einen Notgroschen von etwa drei Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto haben. Außerdem solltest du keine Schulden mit hohen Zinsen haben. Erst wenn das steht, ist der Aktienmarkt sinnvoll. Das schützt dich davor, im Notfall verkaufen zu müssen.

Schritt zwei: Eröffne ein Depot bei einem Broker deiner Wahl. Achte auf niedrige Ordergebühren und ein gutes Angebot an Sparplänen. Viele Neobroker bieten kostenlose Sparpläne an, was gerade für Einsteiger ideal ist. Du brauchst nur deinen Ausweis und ein paar Minuten Zeit. Die Eröffnung ist in der Regel unkompliziert.

Schritt drei: Richte einen Sparplan auf einen Value ETF ein. Du musst nicht warten, bis du eine große Summe hast. Schon 50 oder rund 100 Euro im Monat reichen, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Wähle einen festen Tag im Monat und lasse den Plan automatisch laufen. So sparst du diszipliniert, ohne darüber nachzudenken.

Schritt vier: Überwache dein Investment regelmäßig, aber nicht zu oft. Ein Blick pro Quartal genügt, um zu sehen, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt. Verkaufe nicht bei jeder Krise, sondern bleibe ruhig. Wenn du unsicher bist, hilft ein Blick auf die langfristige Entwicklung. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt zu beginnen.

Value ETF im Vergleich zu anderen Strategien

Neben Value gibt es andere Anlagestile, die du kennen solltest. Der bekannteste Gegenspieler ist Growth, also Wachstum. Growth-ETFs kaufen Unternehmen mit hohem Umsatzwachstum, oft aus dem Technologiebereich. Diese Aktien sind teuer, aber versprechen hohe zukünftige Gewinne. In manchen Jahren schlägt Growth Value, in anderen ist es umgekehrt.

Ein breiter Markt-ETF wie der MSCI World ist eine Alternative, wenn du dich nicht festlegen willst. Er enthält sowohl Value- als auch Growth-Aktien und bildet den Gesamtmarkt ab. Das ist die einfachste Lösung, aber du verzichtest auf die Chance, von der Value-Prämie zu profitieren. Studien zeigen, dass Value langfristig leicht überlegen war.

Dividenden-ETFs sind eine weitere Option. Sie fokussieren sich auf Unternehmen mit hohen Ausschüttungen. Das ähnelt der Value-Strategie, ist aber nicht identisch. Manche Unternehmen zahlen hohe Dividenden, sind aber nicht unbedingt unterbewertet. Ein Value ETF ist breiter aufgestellt und berücksichtigt mehr Faktoren als nur die Dividende.

Für dich als Einsteiger ist es nicht notwendig, sich sofort für eine Strategie zu entscheiden. Du kannst auch mit einem breiten ETF starten und später einen Value ETF ergänzen. Wichtig ist, dass du verstehst, was du kaufst. Jede Strategie hat Phasen, in denen sie schlechter läuft. Nur wer das aushält, kann langfristig profitieren.

Deine Rolle als Anleger: Was du wissen musst

Wenn du in einen Value ETF investierst, wirst du Miteigentümer an vielen Unternehmen. Das klingt groß, ist aber ganz normal. Du hast Stimmrechte, die du aber in der Regel nicht selbst ausübst. Die Fondsgesellschaft übernimmt das für dich. Deine Hauptaufgabe ist es, langfristig investiert zu bleiben.

Du musst keine Angst vor Börsencrashs haben, wenn du einen langen Anlagehorizont hast. Historisch gesehen haben sich Märkte immer erholt, auch wenn es Jahre dauern kann. Ein Value ETF ist dafür gut geeignet, weil er auf solide Unternehmen setzt. Diese überstehen Krisen oft besser als hoch verschuldete Wachstumsfirmen.

Bilde dich weiter, aber lass dich nicht von Schlagzeilen verrückt machen. Es wird immer wieder Artikel geben, die den Untergang des Value-Investings prophezeien. Gleichzeitig gibt es Studien, die den Effekt bestätigen. Vertraue auf die langfristige Datenlage und nicht auf kurzfristige Meinungen. Dein Vorteil ist die Zeit.

Und schließlich: Denke an deine Ziele. Willst du für die Rente sparen, ein Haus kaufen oder einfach Vermögen aufbauen? Dein Anlagehorizont und deine Risikobereitschaft bestimmen, wie viel du in einen Value ETF steckst. Es gibt keine perfekte Lösung für alle. Aber mit einem soliden Plan und einem guten Produkt bist du auf einem guten Weg.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Kursschwankungen von 30 % aushalten?
Hast du einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren?
Willst du nicht ständig dein Depot umschichten?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, er ist gut geeignet, weil er automatisch in viele solide Unternehmen investiert. Du musst keine Einzelaktien analysieren. Allerdings solltest du die Grundlagen von ETFs verstehen und langfristig denken.

Ein normaler ETF bildet meist den gesamten Markt ab, zum Beispiel den MSCI World. Ein Value ETF filtert aus diesem Markt nur die günstig bewerteten Unternehmen heraus. Er folgt also einer speziellen Strategie.

Ja, das ist möglich. Wie bei allen Aktienanlagen können Kurse fallen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können auch Value-Aktien an Wert verlieren. Langfristig gab es aber eine positive Entwicklung.

Das hängt von deinem Budget ab. Schon rund 50 Euro im Monat können einen Unterschied machen. Wichtig ist, dass du den Betrag langfristig durchhalten kannst. Ein Sparplan hilft dir dabei, diszipliniert zu bleiben.

Ein thesaurierender ETF legt erhaltene Dividenden automatisch wieder an. Ein ausschüttender zahlt sie dir auf dein Konto aus. Für den Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante oft besser, weil der Zinseszins wirkt.

Es gibt die laufende Gebühr, die TER, die meist zwischen 0,15 und 0,40 Prozent liegt. Dazu kommen beim Kauf und Verkauf Ordergebühren deiner Bank. Diese Kosten solltest du vor dem Kauf vergleichen.

Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Das kannst du online in wenigen Minuten eröffnen. Ein separates Konto ist nicht nötig, aber das Depot wird mit deinem Girokonto verknüpft.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

Finanzredaktion · StudySmarter
Wir machen Finanzthemen fuer Studierende verständlich, von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.