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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Growth-Aktien: Dein Schlüssel zu überdurchschnittlichen Renditen

Growth-Aktien versprechen hohe Gewinne, aber auch hohe Risiken. Hier erfährst du, was Wachstumswerte wirklich ausmacht, wie du sie findest und worauf du achten musst, um klug zu investieren.

WachstumswerteAktienstrategieBörse für Anfänger
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Aber sie können deine Rendite langfristig steigern.
Wie viel Risiko?
Deutlich höher
als bei stabilen Dividendenwerten oder ETFs.
Wann einsteigen?
Am besten früh
und mit einem langen Anlagehorizont von über 10 Jahren.

Warum Growth-Aktien auch dich betreffen

Vielleicht hast du schon einmal von Tech-Giganten wie Apple, Amazon oder Tesla gehört. Diese Unternehmen gehören zu den bekanntesten Growth-Aktien der Welt. Sie haben in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt, weil ihre Kurse regelrecht explodiert sind. Doch warum sollte dich das interessieren, wenn du bisher nur dein Geld auf dem Sparbuch liegen hast?

Ganz einfach: Die Zeiten, in denen Sparbücher und Tagesgeldkonten ordentliche Zinsen abwarfen, sind vorbei. Die Inflation frisst deine Ersparnisse auf, wenn du sie einfach nur liegen lässt. Growth-Aktien bieten die Chance, dein Vermögen real zu vermehren, also mehr Kaufkraft zu erlangen. Sie sind ein Werkzeug, um deine finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten.

Du musst kein Börsenprofi sein, um von diesem Thema zu profitieren. Es reicht, wenn du die Grundlagen verstehst. Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch die Welt der Wachstumswerte. Du lernst, was sie auszeichnet, wie du sie erkennst und welche Fallstricke es gibt.

Am Ende wirst du in der Lage sein, eine fundierte Entscheidung zu treffen, ob Growth-Aktien zu deiner persönlichen Anlagestrategie passen. Du erfährst, wie du Risiken minimierst und deine Chancen maximierst. Das ist dein erster Schritt in eine selbstbestimmtere finanzielle Zukunft.

~10 Jahre
solltest du als Anlagehorizont für Growth-Aktien einplanen.
jede:r 3.
Anleger:in in Deutschland besitzt laut Umfragen Aktien oder Fonds.
100%
deines Kapitals kannst du in Wachstumswerte stecken, musst du aber nicht.

Was sind Growth-Aktien überhaupt?

Um Growth-Aktien zu verstehen, musst du dir zuerst die zwei großen Kategorien von Aktien ansehen: Growth und Value. Growth-Aktien sind Aktien von Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Wachstum ihrer Gewinne und Umsätze aufweisen. Diese Firmen reinvestieren ihre Gewinne meist nicht in Dividenden, sondern in das Unternehmen selbst, um weiter zu expandieren.

Stell dir ein junges Technologieunternehmen vor, das eine neue Software entwickelt. Es macht noch keine großen Gewinne, weil es alles in Forschung und Entwicklung steckt. Anleger:innen kaufen diese Aktie, weil sie darauf wetten, dass das Unternehmen in der Zukunft riesige Gewinne einfahren wird. Der Aktienkurs steigt, wenn die Erwartungen an das zukünftige Wachstum steigen.

Value-Aktien sind das Gegenteil. Das sind Aktien von etablierten Unternehmen, die als unterbewertet gelten. Sie zahlen oft stabile Dividenden und haben geringere Kursschwankungen. Beispiele sind Versorger oder klassische Industriekonzerne. Growth-Aktien sind riskanter, bieten aber auch ein höheres Renditepotenzial.

Wichtig ist: Nicht jede Aktie mit steigendem Kurs ist automatisch eine Growth-Aktie. Es geht um die zugrunde liegende Geschäftsentwicklung. Ein Unternehmen, das seinen Umsatz Jahr für Jahr um rund 20 Prozent steigert, ist ein Wachstumswert. Diese Unternehmen findest du häufig in den Bereichen Technologie, E-Commerce, erneuerbare Energien oder Biotechnologie.

Wie funktionieren Growth-Aktien im Detail?

Der Kurs einer Growth-Aktie wird weniger durch den aktuellen Gewinn bestimmt, sondern vielmehr durch die Erwartung zukünftiger Gewinne. Das ist der entscheidende Unterschied zu anderen Aktien. Wenn ein Unternehmen immer wieder seine Wachstumsprognosen übertrifft, steigt der Kurs oft rasant an. Enttäuscht es die Erwartungen, kann der Kurs jedoch auch massiv einbrechen.

Ein gutes Beispiel ist ein Unternehmen, das ein neues Produkt auf den Markt bringt, das sich millionenfach verkauft. Die Umsätze steigen, das Unternehmen expandiert in neue Länder. Anleger:innen erkennen das Potenzial und kaufen die Aktie, was den Preis nach oben treibt. Dieser Prozess kann über Jahre andauern, solange das Wachstum anhält.

Du musst verstehen, dass du bei Growth-Aktien oft einen hohen Preis für zukünftige Erwartungen zahlst. Das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist bei diesen Aktien oft sehr hoch. Das bedeutet, du zahlst ein Vielfaches des aktuellen Gewinns. Deine Rendite hängt also davon ab, dass das Unternehmen die hohen Erwartungen auch tatsächlich erfüllen kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zinseszinseffekt. Wenn ein Unternehmen seine Gewinne reinvestiert, kann es sein Wachstum beschleunigen. Das wiederum kann den Aktienkurs weiter steigen lassen. Dieser Effekt macht Growth-Aktien auf lange Sicht so attraktiv, birgt aber auch das Risiko, dass das Wachstum irgendwann nachlässt.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Bevor du in Growth-Aktien investierst, solltest du die anfallenden Kosten kennen. Zunächst gibt es die Ordergebühr, die deine Bank oder dein Broker für die Ausführung des Kaufs verlangt. Diese Gebühr variiert stark zwischen den Anbietern. Es lohnt sich, die Preise zu vergleichen, denn die Gebühren fressen einen Teil deiner Rendite auf.

Zusätzlich gibt es den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei stark gehandelten Aktien ist der Spread meist klein, bei kleineren Wachstumswerten kann er jedoch deutlich größer sein. Du solltest also nicht zu häufig handeln, um diese Kosten zu minimieren. Ein langfristiger Anlagehorizont ist hier klar von Vorteil.

Wenn du in einzelne Aktien investierst, fallen keine laufenden Verwaltungsgebühren an, wie es bei Fonds der Fall ist. Du zahlst also nur beim Kauf und Verkauf. Das ist ein Vorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds, die oft hohe jährliche Gebühren haben. Diese Gebühren können deine Rendite über die Jahre erheblich schmälern.

Ein Tipp: Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne auf einzelne Aktien an. Damit kannst du regelmäßig einen festen Betrag investieren, ohne jedes Mal eine hohe Ordergebühr zu zahlen. Das ist eine kostengünstige Möglichkeit, um mit dem Aufbau eines Portfolios aus Growth-Aktien zu beginnen.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Die Auswahl der richtigen Growth-Aktien ist entscheidend für deinen Erfolg. Du solltest nicht einfach auf den aktuellen Hype setzen, sondern gründlich recherchieren. Ein wichtiger Indikator ist das Umsatzwachstum. Ein Unternehmen, das seinen Umsatz konstant steigert, hat gute Chancen, auch in Zukunft zu wachsen. Achte auf die Wachstumsraten der letzten Jahre.

Ein weiteres Kriterium ist der adressierbare Markt. Wie groß ist der Markt, in dem das Unternehmen tätig ist? Ein Unternehmen, das in einem Nischenmarkt agiert, stößt schneller an seine Grenzen als eines in einem riesigen Markt. Frage dich, ob das Produkt oder die Dienstleistung auch in zehn Jahren noch gefragt sein wird.

Die Qualität des Managements ist ebenfalls entscheidend. Schau dir an, wer das Unternehmen führt und ob die Personen eine erfolgreiche Bilanz vorweisen können. Ein gutes Management erkennt Trends frühzeitig und steuert das Unternehmen sicher durch schwierige Zeiten. Du kannst die Biografien der Vorstandsmitglieder auf der Unternehmenswebsite einsehen.

Vergiss nicht, auch die finanzielle Stabilität zu prüfen. Ein hohes Wachstum ist gut, aber das Unternehmen sollte nicht zu hoch verschuldet sein. Eine solide Bilanz gibt dir die Sicherheit, dass das Unternehmen auch wirtschaftlich schwierigere Phasen übersteht. Du kannst die wichtigsten Kennzahlen auf Finanzportalen kostenlos einsehen.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler bei Growth-Aktien ist, zu viel für eine Aktie zu bezahlen. Wenn die Erwartungen bereits extrem hoch sind, ist das Risiko einer Enttäuschung groß. Der Kurs kann dann massiv einbrechen, auch wenn das Unternehmen eigentlich solide wächst. Du solltest also nicht blind auf den Zug aufspringen, wenn alle über eine Aktie sprechen.

Ein weiterer Fehler ist der fehlende Anlagehorizont. Growth-Aktien sind nichts für schnelle Gewinne. Wer nach ein paar Monaten wieder verkauft, verpasst oft die größten Kursanstiege. Du musst bereit sein, Kursschwankungen auszusitzen und deine Aktien über Jahre zu halten. Nur so kannst du vom langfristigen Wachstum profitieren.

Viele Anleger:innen machen auch den Fehler, alles auf eine Karte zu setzen. Sie investieren ihr gesamtes Vermögen in eine einzige Growth-Aktie. Das ist extrem riskant. Wenn dieses Unternehmen scheitert, ist dein ganzes Kapital weg. Besser ist es, auf mehrere verschiedene Wachstumswerte zu setzen, um das Risiko zu streuen.

Zu guter Letzt: Höre nicht auf Tipps von Freunden oder aus dem Internet. Diese Tipps sind oft schon längst in den Kursen eingepreist. Du solltest dir immer deine eigene Meinung bilden und deine Entscheidungen auf Fakten und Analysen stützen. Nur so behältst du die Kontrolle über deine Finanzen.

So gelingt dein Einstieg in Growth-Aktien

Bevor du loslegst, solltest du deine finanzielle Situation prüfen. Lege einen Notgroschen an, der drei bis sechs Monatsgehälter abdeckt. Dieses Geld ist tabu für Aktien. Investiere nur Geld, das du langfristig nicht benötigst. So vermeidest du, dass du im Notfall deine Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen musst.

Als nächstes solltest du ein Depot bei einem Broker deiner Wahl eröffnen. Achte auf niedrige Gebühren und eine benutzerfreundliche Oberfläche. Viele Online-Broker bieten mittlerweile provisionsfreie Sparpläne an. Das ist ideal für den Einstieg, da du schon mit kleinen Beträgen loslegen kannst. Du musst nicht sofort Tausende von Euro investieren.

Beginne mit einem breit gestreuten Ansatz. Du kannst zum Beispiel in einen ETF investieren, der den MSCI World Index abbildet. Dieser enthält viele Growth-Aktien aus der ganzen Welt. So profitierst du vom Wachstum vieler Unternehmen, ohne das Risiko einer einzelnen Aktie einzugehen. Das ist eine solide Basis für dein Portfolio.

Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du einzelne Growth-Aktien hinzufügen, die du gründlich recherchiert hast. Setze dir ein Budget und bleibe dabei. Überprüfe dein Portfolio regelmäßig, aber nicht zu häufig. Einmal pro Quartal reicht aus, um zu sehen, ob deine Anlagestrategie noch zu deinen Zielen passt.

Dein Fahrplan für die nächsten 12 Monate

Dein erster Schritt ist die Bildung. Lies Bücher, höre Podcasts und verfolge seriöse Finanznachrichten. Je mehr du über die Börse und Wachstumswerte lernst, desto sicherer wirst du bei deinen Entscheidungen. Wissen ist die beste Grundlage für erfolgreiches Investieren.

Im zweiten Monat solltest du dein Depot eröffnen und deinen ersten Sparplan einrichten. Beginne mit einem Betrag, der für dich komfortabel ist. Du kannst ihn später jederzeit erhöhen. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst. Der beste Zeitpunkt zum Investieren war gestern, der zweitbeste ist heute.

In den folgenden Monaten beobachtest du die Entwicklung deines Portfolios. Du wirst feststellen, dass die Kurse schwanken. Das ist normal. Lass dich davon nicht verunsichern. Bleib bei deiner Strategie und erhöhe deine Sparrate, wenn du kannst. Mit der Zeit wirst du ein Gefühl für den Markt entwickeln.

Nach einem Jahr ziehst du Bilanz. Schaue dir an, welche Aktien sich gut entwickelt haben und welche nicht. Überlege, ob du Anpassungen vornehmen möchtest. Vielleicht möchtest du nun in einzelne Growth-Aktien investieren. Dein Wissen und deine Erfahrung sind jetzt schon deutlich größer als am Anfang. Du bist auf einem guten Weg.

Die psychologischen Fallen beim Investieren

Investieren ist nicht nur eine Frage der Zahlen, sondern auch der Psyche. Die größte Gefahr für deinen Erfolg bist du selbst. Angst und Gier sind die beiden Emotionen, die Anleger:innen am häufigsten zu Fehlentscheidungen verleiten. Wenn der Markt fällt, bekommst du Angst und verkaufst. Wenn der Markt steigt, wirst du gierig und kaufst zu spät.

Um diese Fallen zu vermeiden, solltest du dir klare Regeln aufstellen. Definiere im Voraus, bei welchem Kursverlust du eine Aktie verkaufst. So verhinderst du, dass du in Panik gerätst. Gleichzeitig solltest du dir ein Ziel setzen, ab dem du Gewinne mitnimmst. Diese Disziplin ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Ein weiteres Phänomen ist der sogenannte Herdentrieb. Wenn alle um dich herum von einer Aktie schwärmen, ist es schwer, nicht mitzumachen. Doch genau dann ist oft schon alles gesagt und der Kurs ist bereits gestiegen. Du solltest lernen, gegen den Strom zu schwimmen und deine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Denke immer daran: Die Börse belohnt Geduld und Beständigkeit. Wer versucht, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen, verliert meist. Wer aber regelmäßig investiert und langfristig denkt, hat die besten Chancen auf eine attraktive Rendite. Vertraue auf deinen Plan und lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen aus der Ruhe bringen.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Kursschwankungen von 30% oder mehr aussitzen?
Hast du einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren?
Verstehst du das Geschäftsmodell des Unternehmens, in das du investierst?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Nein, nicht unbedingt. Viele Growth-Aktien kommen aus dem Technologiesektor, aber es gibt auch Wachstumswerte in anderen Branchen. Dazu gehören zum Beispiel Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien, E-Commerce oder Biotechnologie. Entscheidend ist das überdurchschnittliche Umsatz- und Gewinnwachstum.

Du kannst schon mit kleinen Beträgen beginnen. Viele Online-Broker bieten Sparpläne auf einzelne Aktien ab rund 10 Euro pro Monat an. So kannst du dir ein Gefühl für die Börse verschaffen, ohne großes Kapital zu riskieren. Wichtig ist, dass du regelmäßig investierst und langfristig denkst.

Growth-Aktien sind Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial, die ihre Gewinne reinvestieren. Value-Aktien sind etablierte Unternehmen, die als unterbewertet gelten und oft Dividenden zahlen. Growth-Aktien sind riskanter, bieten aber höhere Renditechancen. Value-Aktien sind stabiler, aber das Wachstum ist begrenzter.

Achte auf ein hohes und beständiges Umsatzwachstum über mehrere Jahre. Prüfe, ob das Unternehmen in einem wachsenden Markt tätig ist und ein starkes Management hat. Achte auch auf die finanzielle Stabilität und eine nicht zu hohe Verschuldung. Eine gründliche Recherche ist unerlässlich.

Für Einsteiger sind ETFs oft die bessere Wahl, da sie breit streuen und das Risiko minimieren. Ein ETF auf den MSCI World enthält viele Growth-Aktien. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du einzelne Aktien hinzufügen. Eine Kombination aus beidem ist eine gute Strategie.

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Besser ist es, regelmäßig zu investieren, zum Beispiel mit einem Sparplan. So glättest du Kursschwankungen und profitierst langfristig vom Durchschnittskosteneffekt. Versuche nicht, den Markt zu timen, das gelingt selbst Profis nicht.

Du solltest einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren einplanen. Growth-Aktien sind volatil und können kurzfristig stark schwanken. Nur mit einem langen Zeithorizont kannst du von der Kraft des Zinseszinses profitieren und zwischenzeitliche Kurseinbrüche aussitzen.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.