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Thesaurierender ETF im Test: So findest du den passenden Indexfonds für deinen Sparplan

Ein thesaurierender ETF legt Erträge automatisch wieder an und eignet sich besonders für den langfristigen Vermögensaufbau. Diese Kriterien helfen dir, aus der großen Auswahl einen soliden Fonds für dein Wertpapierdepot zu wählen.

10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden und Zinsen direkt im Fonds, statt sie auszuschütten.
  • Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit streuende Aktien-ETFs auf Indizes wie den MSCI World oder den FTSE All-World.
  • Achte auf eine Kostenquote von unter 0,3 Prozent pro Jahr und ein Fondsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro.
  • Ein ETF-Sparplan mit einem thesaurierenden Welt-ETF ist eine einfache Möglichkeit, regelmäßig Vermögen aufzubauen.

01 · Grundlagen

Was ist ein thesaurierender ETF?

Bei einem thesaurierenden ETF werden die laufenden Erträge des Fonds nicht an dich ausgezahlt, sondern intern wieder angelegt. Dadurch erhöht sich der Anteilwert des Fonds.

Bei einem thesaurierenden ETF verbleiben Dividenden und Zinserträge im Fondsvermögen und werden direkt zum Kauf weiterer Aktien genutzt. Für dich bedeutet das: Der Wert deiner Fondsanteile steigt, ohne dass du selbst aktiv werden musst.

Die automatische Wiederanlage verstärkt über lange Zeiträume den Zinseszinseffekt. Dein angelegtes Kapital wächst dadurch stärker als bei einer regelmäßigen Auszahlung der Erträge, die du erst manuell reinvestieren müsstest.

Die Wiederanlage erfolgt ohne dein Zutun und erhöht den Anteilwert des Fonds kontinuierlich.

Kurz erklärt

Thesaurierender ETF

Ein börsengehandelter Indexfonds, der Dividenden und Zinsen der enthaltenen Aktien nicht ausschüttet, sondern direkt im Fondsvermögen reinvestiert. Das Fondsvolumen und der Wert deiner Anteile wachsen dadurch stärker als bei einer Ausschüttung.

Die Wiederanlage erfolgt automatisch und ohne dein Zutun, was den Zinseszinseffekt über lange Zeiträume verstärkt.

02 · Vergleich

Thesaurierend oder ausschüttend: Was passt zu dir?

Beide Varianten haben ihre Berechtigung im Depot. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, ob du Erträge entnehmen oder sie vollständig reinvestieren möchtest.

Die Wahl zwischen thesaurierend und ausschüttend hängt von deinem Anlageziel und deinem Wunsch nach regelmäßigen Zahlungen ab. Ein thesaurierender ETF eignet sich besonders, wenn du über viele Jahre Vermögen aufbauen willst und keine laufenden Erträge benötigst.

Ein ausschüttender ETF zahlt dir Dividenden und Zinsen auf dein Verrechnungskonto aus. Das kann sinnvoll sein, wenn du die Erträge zur Deckung laufender Kosten nutzt oder bewusst selbst über die Wiederanlage entscheiden möchtest.

  • Bei einem thesaurierenden ETF wirkt der Zinseszinseffekt vollständig, da die Erträge im Fonds bleiben.
  • Bei einem ausschüttenden ETF musst du die Auszahlungen manuell wieder anlegen, um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen.
  • Die steuerliche Belastung ist bei beiden Varianten ähnlich, da auch thesaurierende Fonds über die Vorabpauschale besteuert werden.
Unterschiede zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs
Thesaurierender ETFAusschüttender ETF
ErtragsverwendungDividenden und Zinsen werden automatisch reinvestiertDividenden und Zinsen werden regelmäßig auf dein Verrechnungskonto ausgezahlt

03 · Was gilt

Welche Indizes eignen sich für thesaurierende ETFs?

Ein breit streuender Aktienindex bildet die Basis für ein solides Investment. Er verteilt dein Geld über viele Unternehmen und Länder und reduziert so das Risiko einzelner Ausfälle.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit streuende Weltindizes die solide Basis. Sie verteilen dein Geld über viele Unternehmen und Länder und reduzieren so das Risiko einzelner Ausfälle.

Der MSCI World bildet rund 1.600 Unternehmen aus über 20 Industrieländern ab. Noch breiter streuen der FTSE All-World und der MSCI All Country World, die zusätzlich Schwellenländer enthalten und damit eine größere Marktabdeckung bieten.

  • Gut geeignet sind ETFs auf den MSCI World, den FTSE All-World oder den MSCI All Country World.
  • Weniger geeignet sind Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis, da sie ein hohes Klumpenrisiko mit sich bringen.
  • Aktiv gemanagte Fonds verursachen oft höhere Kosten und schlagen ihren Vergleichsindex nur selten.

Gut geeignet

·MSCI World: bildet rund 1.600 Unternehmen aus über 20 Industrieländern ab
·FTSE All-World: enthält zusätzlich Schwellenländer und bietet so eine breitere Streuung
·MSCI All Country World: kombiniert Industrie- und Schwellenländer in einem Index

Weniger geeignet

·Branchen-ETFs wie Wasserstoff oder Cannabis: zu hohes Klumpenrisiko
·Aktiv gemanagte Fonds: verursachen oft höhere Kosten und schlagen den Index selten
·ETFs auf einzelne Länder wie den DAX: geringere Diversifikation über Regionen

04 · Checkliste

So prüfst du die Qualität eines thesaurierenden ETF

Nicht jeder ETF ist für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet. Einige objektive Kriterien helfen dir, solide Fonds von weniger guten zu unterscheiden.

Sie reduzieren das Risiko, einen ETF zu wählen, der seinen Index schlecht abbildet oder wieder vom Markt genommen wird.

Ein empfehlenswerter thesaurierender ETF bildet einen breiten, weltweiten Aktienindex ab. Er ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar und hat bereits mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt.

Die Kostenquote (TER) sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Liegt sie darüber, muss der Fonds in den vergangenen fünf Jahren eine bessere Rendite als sein Index erzielt haben, um noch als solide zu gelten.

  • Der ETF bildet einen breiten, weltweiten Aktienindex ab.
  • Der Fonds ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.
  • Das Fondsvolumen liegt über 100 Millionen Euro.
  • Die Kostenquote (TER) liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.
  • Der Anbieter ist eine etablierte Fondsgesellschaft mit langer Historie.

Qualitätskriterien für thesaurierende ETFs

01

Der ETF bildet einen breiten, weltweiten Aktienindex ab.

02

Der Fonds ist seit mehr als fünf Jahren an der Börse handelbar.

03

Das Fondsvolumen liegt über 100 Millionen Euro.

04

Die Kostenquote (TER) liegt unter 0,3 Prozent pro Jahr.

05

Der ETF verwendet eine physische Replikation oder ein effizientes Sampling.

06

Der Anbieter ist eine etablierte Fondsgesellschaft mit langer Historie.

05 · Kosten

Welche Kosten entstehen bei thesaurierenden ETFs?

Die laufenden Kosten eines ETF werden über die Gesamtkostenquote ausgewiesen. Sie mindert deine Rendite und sollte daher möglichst niedrig sein.

Für weltweite Aktien-ETFs auf Indizes wie den MSCI World oder den FTSE All-World liegt die TER typischerweise zwischen 0,1 und 0,3 Prozent. ETFs auf Schwellenländer sind mit 0,2 bis 0,5 Prozent oft etwas teurer, Branchen- oder Themen-ETFs mit 0,3 bis 0,8 Prozent nochmals teurer.

Zusätzlich zur TER können beim Kauf oder Verkauf Ordergebühren deines Brokers anfallen. Bei ETF-Sparplänen sind diese oft reduziert oder entfallen ganz.

Typische Kostenquoten im Überblick

Weltweite Aktien-ETFs (MSCI World, FTSE All-World)unter 0,3 Prozent
ETFs auf globale Dividendentitel0,25 bis 0,60 Prozent

06 · Im Vertrag

Steuern auf thesaurierende ETFs: Das gilt 2026

Auch wenn du keine Ausschüttungen erhältst, musst du dich mit der Besteuerung deines thesaurierenden ETF beschäftigen. Die Vorabpauschale sorgt dafür, dass der Fiskus jährlich einen kleinen Anteil deines Gewinns besteuert.

Für Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Auf die verbleibenden 70 Prozent fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an.

Pro Person und Jahr bleiben Erträge bis 1000 Euro durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Für zusammenveranlagte Ehepaare gilt ein Freibetrag von 2000 Euro pro Jahr.

  • Die Vorabpauschale wird jährlich fällig und besteuert einen fiktiven Ertrag, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst.
  • Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt für Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Kursgewinne gleichermaßen.
  • Ohne Freistellungsauftrag zahlst du auf Erträge bis 1000 Euro unnötig Steuern.

Wichtige Steuerregeln für thesaurierende ETFs

VorabpauschaleJährlichSie wird für thesaurierende Fonds fällig und besteuert einen fiktiven Ertrag, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst. Die Höhe hängt vom Basiszins ab.
TeilfreistellungAktienfondsFür Aktienfonds bleibt ein Teil der Erträge steuerfrei. Das gilt für Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Kursgewinne gleichermaßen.
AbgeltungsteuerKapitalerträgeAuf die steuerpflichtigen Erträge fallen Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an.
Sparer-PauschbetragSteuerfreiPro Person und Jahr bleibt ein festgelegter Betrag an Kapitalerträgen steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich dieser Betrag.

07 · Schritt für Schritt

So richtest du einen ETF-Sparplan auf einen thesaurierenden ETF ein

Ein Sparplan ist die einfachste Methode, regelmäßig in einen thesaurierenden ETF zu investieren. Der Ablauf ist bei den meisten Wertpapierdepots ähnlich.

Der Ablauf ist bei den meisten Wertpapierdepots ähnlich und in wenigen Schritten erledigt.

Du benötigst ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte auf niedrige Ordergebühren und ein breites ETF-Angebot, damit du den gewünschten Fonds auch tatsächlich besparen kannst.

  • Wähle einen breit streuenden Welt-ETF mit niedriger Kostenquote und ausreichendem Fondsvolumen aus.
  • Lege einen monatlichen Betrag fest, den du langfristig entbehren kannst. Bereits kleine Beträge ab 25 Euro sind bei vielen Anbietern möglich.
  • Hinterlege den gewünschten ETF, die Sparrate und das Ausführungsdatum. Die Abbuchung erfolgt automatisch von deinem Verrechnungskonto.
01

Wertpapierdepot eröffnen

Du benötigst ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte auf niedrige Ordergebühren und ein breites ETF-Angebot.

02

Thesaurierenden ETF auswählen

Wähle einen breit streuenden Welt-ETF mit niedriger Kostenquote und ausreichendem Fondsvolumen aus.

03

Sparrate festlegen

Lege einen monatlichen Betrag fest, den du langfristig entbehren kannst. Bereits kleine Beträge ab 25 Euro sind bei vielen Anbietern möglich.

04

Sparplan einrichten

Hinterlege den gewünschten ETF, die Sparrate und das Ausführungsdatum. Die Abbuchung erfolgt automatisch von deinem Verrechnungskonto.

05

Langfristig besparen

Lasse den Sparplan über viele Jahre laufen und reagiere nicht auf kurzfristige Kursschwankungen. Die Diversifikation des ETF gleicht Verluste über lange Zeiträume aus.

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Kauf thesaurierender ETFs

Viele Anleger machen vermeidbare Fehler, die ihre Rendite schmälern oder das Risiko erhöhen. Diese Punkte solltest du beachten.

Diese Punkte solltest du beachten, bevor du dich für einen ETF entscheidest.

Ein häufiger Fehler ist die zu starke Fokussierung auf einzelne Branchen oder Länder statt auf breite Welt-Indizes. Auch die Wahl eines sehr jungen oder sehr kleinen ETF mit geringem Fondsvolumen kann riskant sein, da der Fonds wieder geschlossen werden könnte.

Ignoriere die Kostenquote nicht: Auch kleine Unterschiede bei der TER summieren sich über Jahrzehnte zu großen Beträgen.

  • Häufiges Umschichten des Depots löst Steuern und Ordergebühren aus und mindert die Rendite.
  • Ohne Freistellungsauftrag zahlst du auf Erträge bis 1000 Euro unnötig Steuern.
  • Ein Verkauf eines soliden MSCI World ETF ist oft unnötig, da er weiterhin für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet ist.

Fehler, die du vermeiden solltest

·Zu starke Fokussierung auf einzelne Branchen oder Länder statt auf breite Welt-Indizes.
·Wahl eines sehr jungen oder sehr kleinen ETF mit geringem Fondsvolumen, der wieder geschlossen werden könnte.
·Ignorieren der Kostenquote: Auch kleine Unterschiede bei der TER summieren sich über Jahrzehnte zu großen Beträgen.
·Häufiges Umschichten des Depots, was Steuern und Ordergebühren auslöst und die Rendite mindert.
·Verkauf eines soliden MSCI World ETF nur wegen der Empfehlung breiterer Indizes: Das löst unnötig Steuern aus.

09 · Hintergrund

Diversifikation: Warum ein Welt-ETF oft reicht

Ein einziger thesaurierender ETF auf einen breiten Weltindex kann bereits eine ausreichende Streuung über Länder, Branchen und Unternehmen bieten.

Du musst keine einzelnen Aktien auswählen oder ständig umschichten.

Ein MSCI World ETF enthält rund 1.600 Unternehmen aus über 20 Industrieländern. Noch breiter streuen ETFs auf den FTSE All-World oder den MSCI All Country World, die zusätzlich Schwellenländer mit einbeziehen.

Für die meisten Anleger ist ein solcher Welt-ETF als Basisinvestment völlig ausreichend. Zusätzliche ETFs auf einzelne Regionen oder Branchen erhöhen den Aufwand und oft auch das Risiko, ohne die Rendite zuverlässig zu verbessern.

Ein MSCI World ETF enthält rund 1.600 Unternehmen aus über 20 Industrieländern. Damit verteilst du dein Geld auf einen großen Teil der globalen Wirtschaft, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.

Noch breiter streuen ETFs auf den FTSE All-World oder den MSCI All Country World. Sie beziehen zusätzlich Schwellenländer mit ein und decken damit auch Regionen ab, die im MSCI World fehlen.

Für die meisten Anleger ist ein solcher Welt-ETF als Basisinvestment völlig ausreichend. Zusätzliche ETFs auf einzelne Regionen oder Branchen erhöhen den Aufwand und oft auch das Risiko, ohne die Rendite zuverlässig zu verbessern.

Wenn du bereits einen MSCI World ETF besparst, musst du nicht wechseln. Du kannst künftige Sparraten einfach in einen breiter aufgestellten ETF lenken und den alten Bestand liegen lassen.

10 · Hintergrund

Fondsvolumen und Alter: Warum Größe zählt

Ein großes Fondsvolumen und eine gewisse Historie sind Indizien dafür, dass ein ETF langfristig bestehen bleibt und seinen Index zuverlässig abbildet.

Sie reduzieren das Risiko, dass der Fonds wegen mangelnder Nachfrage geschlossen wird.

Ein ETF mit mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld ist für den Anbieter wirtschaftlich interessant. Ein Alter von mehr als fünf Jahren erlaubt einen Blick auf die Historie: Du kannst prüfen, ob der ETF die Wertentwicklung seines Index in der Vergangenheit tatsächlich erreicht hat.

Die Kostenquote eines ETF sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Liegt sie darüber, muss der Fonds über fünf Jahre eine bessere Rendite als sein Index erzielt haben, um empfehlenswert zu sein.

Ein ETF mit mehr als 100 Millionen Euro Anlegergeld ist für den Anbieter wirtschaftlich interessant. Das Risiko, dass der Fonds wegen mangelnder Nachfrage geschlossen wird, ist deutlich geringer.

Ein Alter von mehr als fünf Jahren erlaubt einen Blick auf die Historie. Du kannst prüfen, ob der ETF die Wertentwicklung seines Index in der Vergangenheit tatsächlich erreicht hat.

Die Kostenquote eines ETF sollte unter 0,3 Prozent pro Jahr liegen. Liegt sie darüber, muss der Fonds über fünf Jahre eine bessere Rendite als sein Index erzielt haben, um empfehlenswert zu sein.

Beachte: Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Sie hilft aber, die Qualität der Indexabbildung zu beurteilen.

Häufige Fragen

Fragen zu Thesaurierender ETF im Test

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026