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REIT 2026: Was du als Anlegerin jetzt wissen musst

REITs bündeln Immobilien und schütten einen Großteil der Mieteinnahmen aus. Für das Jahr 2026 sind die steuerlichen Regeln und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entscheidend.

9 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • REITs sind börsennotierte Aktiengesellschaften, die überwiegend in Immobilien investieren.
  • Auf der Unternehmensebene zahlen REITs in Deutschland keine Körperschaft- und Gewerbesteuer.
  • Deine Dividenden aus REITs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.
  • Die Teilfreistellung für Aktienfonds gilt nicht für reine REITs, sondern nur für Fonds mit überwiegend Aktien.

01 · Grundlagen

Was ist ein REIT?

Ein REIT ist eine Aktiengesellschaft, deren Kerngeschäft das Halten und Verwalten von Immobilien ist. Die Abkürzung steht für Real Estate Investment Trust.

Für dich als Studierende bedeutet ein REIT vor allem, dass du mit vergleichsweise kleinen Beträgen an großen Gewerbeimmobilien wie Bürohäusern oder Logistikhallen beteiligt sein kannst. Du kaufst einfach eine Aktie an der Börse, ähnlich wie bei einem Technologiekonzern. Der wesentliche Unterschied zu anderen Aktiengesellschaften liegt in den strengen gesetzlichen Vorgaben für das Geschäftsmodell.

Ein deutscher REIT muss mindestens 75 Prozent seines Vermögens in Immobilien anlegen. Gleichzeitig ist er verpflichtet, mindestens 90 Prozent seines handelsrechtlichen Jahresüberschusses an dich und die anderen Aktionäre auszuschütten. Diese hohe Ausschüttungsquote führt dazu, dass REITs oft eine attraktive Dividendenrendite bieten.

Die Börsennotierung ist ein zentraler Vorteil für dich. Du kannst deine Anteile jederzeit während der Handelszeiten verkaufen, anders als bei offenen Immobilienfonds, wo oft Kündigungsfristen gelten. Das macht die Anlageform flexibel, auch wenn der Kurs schwanken kann.

Kurz erklärt

REIT

Eine börsennotierte Aktiengesellschaft, die einen Großteil ihres Vermögens in Immobilien anlegt und einen Großteil ihres handelsrechtlichen Jahresüberschusses an die Aktionäre ausschüttet.

REITs ermöglichen dir eine Anlage in Immobilien, ohne selbst eine Wohnung oder ein Haus kaufen zu müssen.

02 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Besteuerung von REIT-Dividenden

Die Besteuerung erfolgt auf zwei Ebenen. Der REIT selbst ist unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer befreit, deine Dividende wird auf deiner Ebene besteuert.

Auf Unternehmensebene ist ein deutscher REIT von der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer befreit, wenn er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Die Besteuerung wird also auf deine persönliche Ebene verlagert. Das ist ein zentraler Unterschied zu normalen Aktiengesellschaften, die bereits auf Unternehmensebene Steuern zahlen.

Deine Dividende unterliegt der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Darauf fallen zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag an. Wenn du kirchensteuerpflichtig bist, kommt noch die Kirchensteuer hinzu. Diese Steuern werden in der Regel direkt von deiner Depotbank einbehalten.

Du kannst den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr nutzen. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren liegt der Freibetrag bei 2000 Euro pro Jahr. Erst wenn deine Kapitalerträge diesen Betrag übersteigen, wird die Abgeltungsteuer fällig. Ein Freistellungsauftrag bei deiner Bank sorgt dafür, dass der Freibetrag automatisch berücksichtigt wird.

01

Steuerbefreiung auf Unternehmensebene

Ein deutscher REIT zahlt keine Körperschaftsteuer und keine Gewerbesteuer, wenn er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.

02

Besteuerung auf deiner Ebene

Deine Dividende unterliegt der Abgeltungsteuer. Darauf fallen zusätzlich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.

03

Verrechnung mit dem Sparer-Pauschbetrag

Du kannst den Sparer-Pauschbetrag pro Person und Jahr nutzen. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren gilt der doppelte Betrag.

03 · Vergleich

REIT oder Immobilien-ETF: Wo liegen die Unterschiede?

Beide Anlageformen bringen dir Immobilien ins Depot, unterscheiden sich aber in der Besteuerung und der Risikostreuung.

Der größte Unterschied liegt in der Risikostreuung. Mit einem einzelnen REIT bist du von der Entwicklung eines Unternehmens und dessen Immobilienobjekten abhängig. Ein Immobilien-ETF bündelt dagegen viele REITs und Immobilienaktien aus verschiedenen Ländern und Sektoren.

Steuerlich gibt es einen wichtigen Unterschied bei der Teilfreistellung. Für Dividenden aus einem einzelnen REIT gilt keine Teilfreistellung. Bei einem Immobilien-ETF, der als Aktienfonds eingestuft ist, sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Du zahlst die Abgeltungsteuer also nur auf 70 Prozent der Erträge.

Der Verwaltungsaufwand ist bei beiden Varianten gering. Beim Einzel-REIT liegt nur eine Aktie in deinem Depot, beim ETF übernimmt der Fonds die Auswahl und Gewichtung der enthaltenen Werte. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die breitere Streuung des ETF oft die risikoärmere Wahl.

04 · Kosten

Welche Kosten fallen beim Kauf eines REIT an?

Die Kosten für den Kauf eines REIT entsprechen denen eines normalen Aktienkaufs. Sie hängen von deinem Depotanbieter ab.

Sie hängen von deinem Depotanbieter ab und lassen sich in drei Hauptpunkte unterteilen. Die Ordergebühr liegt je nach Anbieter zwischen 0 und 15 Euro pro Transaktion.

Zusätzlich zahlst du den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei liquiden REITs liegt dieser oft zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Laufende Depotkosten können je nach Anbieter zwischen 0 und 60 Euro pro Jahr betragen, viele Direktbanken bieten jedoch kostenlose Depots an.

Wenn du regelmäßig kleine Beträge anlegen möchtest, achte auf einen Anbieter mit niedrigen Ordergebühren. Bei einer Sparrate von 50 Euro im Monat kann eine Ordergebühr von 10 Euro die Rendite deutlich schmälern. Ein kostenloser Sparplan auf einen Immobilien-ETF ist dann oft die günstigere Alternative zum Einzelkauf eines REIT.

05 · Was gilt

Welche REITs sind 2026 relevant?

Der deutsche REIT-Markt ist überschaubar. Daneben gibt es viele internationale REITs, die du über dein Depot handeln kannst.

Der deutsche REIT-Markt ist überschaubar. Zu den bekannten Vertretern gehört die HAMBORNER REIT-AG, die sich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert hat. Daneben gibt es viele internationale REITs, die du über dein Depot handeln kannst.

Im internationalen Bereich sind vor allem spezialisierte REITs aus den USA und Großbritannien relevant. Public Storage konzentriert sich auf Lagerflächen, Prologis auf Logistikimmobilien und Segro ebenfalls auf Logistikimmobilien in Großbritannien. Diese Unternehmen profitieren von langfristigen Trends wie dem Wachstum des Onlinehandels.

Wichtig für dich: Nicht jede große Immobilienaktie ist ein REIT. Vonovia und Deutsche Wohnen sind als deutsche Wohnimmobilien-AGs strukturiert und haben keinen REIT-Status. Sie unterliegen damit anderen steuerlichen Regeln, insbesondere der Besteuerung auf Unternehmensebene.

Bekannte Vertreter

·HAMBORNER REIT-AG (Deutschland)
·Public Storage (USA)
·Prologis (USA, Logistikimmobilien)
·Segro (Großbritannien, Logistikimmobilien)

Nicht als REIT strukturiert

·Vonovia (deutsche Wohnimmobilien-AG, kein REIT-Status)
·Deutsche Wohnen (deutsche Wohnimmobilien-AG, kein REIT-Status)

06 · Im Vertrag

Wichtige Klauseln und Fachbegriffe rund um REITs

Einige Begriffe begegnen dir in Geschäftsberichten und auf Hauptversammlungen. Sie helfen dir, die Struktur eines REIT zu verstehen.

In Geschäftsberichten und auf Hauptversammlungen begegnen dir einige Fachbegriffe, die für die Bewertung eines REIT wichtig sind. Der FFO (Funds from Operations) zeigt den operativen Cashflow aus dem Immobiliengeschäft. Er ist aussagekräftiger als der handelsrechtliche Gewinn, weil Abschreibungen herausgerechnet werden.

Der Loan-to-Value (LTV) setzt die Kredite ins Verhältnis zum Immobilienwert. Ein niedriger LTV deutet auf eine solide Finanzierung hin. In steigenden Zinsphasen ist diese Kennzahl besonders wichtig, weil hohe Schulden die Gewinne belasten können.

Auf der Hauptversammlung stimmst du als Aktionärin über die Dividende und die Entlastung des Vorstands ab. Die HAMBORNER REIT-AG hat ihre ordentliche Hauptversammlung 2026 bereits abgehalten, die nächste ist für den 10. Juni 2027 als Präsenzveranstaltung in Essen geplant.

Fachbegriffe im REIT-Kontext

FFO (Funds from Operations)KennzahlDer FFO zeigt den operativen Cashflow aus dem Immobiliengeschäft. Er ist aussagekräftiger als der handelsrechtliche Gewinn, weil Abschreibungen herausgerechnet werden.
Loan-to-Value (LTV)VerschuldungDer LTV setzt die Kredite ins Verhältnis zum Immobilienwert. Ein niedriger LTV deutet auf eine solide Finanzierung hin.
HauptversammlungAktionärsrechteAuf der Hauptversammlung stimmst du über die Dividende und die Entlastung des Vorstands ab. Die HAMBORNER REIT-AG lädt 2026 zu ihrer ordentlichen Hauptversammlung ein.
AktionärsportalDigitale ServicesÜber das Aktionärsportal kannst du dich für den E-Mail-Versand der Einladung registrieren, Eintrittskarten bestellen oder online an der Briefwahl teilnehmen.

07 · Checkliste

Checkliste: Das solltest du vor dem Kauf eines REIT prüfen

Diese Punkte helfen dir, einen REIT einzuordnen und Risiken zu erkennen.

Bevor du einen REIT kaufst, lohnt sich ein Blick auf einige Kennzahlen und strukturelle Merkmale. Diese Punkte helfen dir, die Qualität des Unternehmens einzuordnen und Risiken zu erkennen.

  • Wie hoch ist der FFO und wie hat er sich in den letzten drei Jahren entwickelt?
  • Wie hoch ist der Loan-to-Value? Ein Wert unter 50 Prozent gilt oft als konservativ.
  • Wie lang sind die durchschnittlichen Mietvertragslaufzeiten im Portfolio?
  • Wie diversifiziert ist das Portfolio nach Regionen und Nutzungsarten?
  • Wie hoch ist die historische Dividendenrendite und ist sie aus dem operativen Geschäft gedeckt?
  • Gibt es eine klare Strategie für Zukäufe oder Verkäufe von Immobilien?

Ein Beispiel: Ein REIT mit einem LTV von 40 Prozent, langfristigen Mietverträgen und einem stabil wachsenden FFO ist in der Regel solider aufgestellt als ein Unternehmen mit hoher Verschuldung und kurzen Mietlaufzeiten. Die Kennzahlen findest du in den Geschäftsberichten, die auf den Investor-Relations-Seiten der Unternehmen veröffentlicht werden.

Prüfpunkte für deine REIT-Auswahl

01

Wie hoch ist der FFO und wie hat er sich in den letzten drei Jahren entwickelt?

02

Wie lang sind die durchschnittlichen Mietvertragslaufzeiten im Portfolio?

03

Wie diversifiziert ist das Portfolio nach Regionen und Nutzungsarten?

04

Wie hoch ist die historische Dividendenrendite und ist sie aus dem operativen Geschäft gedeckt?

05

Gibt es eine klare Strategie für Zukäufe oder Verkäufe von Immobilien?

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Umgang mit REITs

Diese Fehler führen oft zu falschen Erwartungen oder unnötigen Steuerzahlungen.

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von REITs mit offenen Immobilienfonds. REITs werden an der Börse gehandelt und unterliegen Kursschwankungen, während offene Immobilienfonds oft mit Rücknahmefristen verbunden sind. Diese unterschiedlichen Mechanismen führen zu unterschiedlichen Risiken.

Ein weiterer Fehler ist die Erwartung einer Teilfreistellung von 30 Prozent auf die Dividende eines Einzel-REIT. Diese Teilfreistellung gilt nur für Aktienfonds, nicht für Einzelaktien. Deine Dividende aus einem Einzel-REIT wird also voll mit der Abgeltungsteuer belastet.

Du solltest auch nicht nur auf die Dividendenrendite achten. Ein Teil der Ausschüttung kann eine Kapitalrückzahlung sein, die nicht aus dem operativen Geschäft stammt. Und wenn du deinen Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr nicht ausnutzt, verschenkst du Steuervorteile.

Fehler, die du vermeiden solltest

·Du verwechselst REITs mit offenen Immobilienfonds. REITs werden an der Börse gehandelt und unterliegen Kursschwankungen.
·Du ignorierst die Verschuldung des REIT. Ein hoher LTV kann in steigenden Zinsphasen den Gewinn belasten.
·Du achtest nur auf die Dividendenrendite und übersiehst, dass ein Teil der Ausschüttung eine Kapitalrückzahlung sein kann.

09 · Hintergrund

REITs im Jahr 2026: Das ist die Ausgangslage

Die Zinswende der Vorjahre wirkt sich auf die Bewertung von Immobilien und die Finanzierungskosten der REITs aus.

Für 2026 erwarten viele Marktbeobachter eine Stabilisierung der Immobilienwerte, nachdem die Preise in den Jahren zuvor unter den gestiegenen Zinsen gelitten hatten. REITs mit langfristigen Mietverträgen und moderater Verschuldung sind in diesem Umfeld oft robuster als hoch verschuldete Unternehmen.

Die Ausschüttungen bleiben ein zentraler Grund für die Anlage in REITs. Da die Unternehmen mindestens 90 Prozent ihres Jahresüberschusses ausschütten müssen, sind die Dividendenrenditen im Vergleich zu anderen Aktien oft überdurchschnittlich. Für dich als Studierende kann das ein interessanter Baustein für den Vermögensaufbau sein.

Steuerlich bleibt es 2026 bei der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr gilt unverändert. Diese Planungssicherheit hilft dir, deine Kapitalerträge realistisch zu kalkulieren.

Für 2026 erwarten viele Marktbeobachter eine Stabilisierung der Immobilienwerte, nachdem die Preise in den Jahren zuvor unter den gestiegenen Zinsen gelitten hatten. REITs mit langfristigen Mietverträgen und moderater Verschuldung sind in diesem Umfeld oft robuster.

Die Ausschüttungen bleiben ein zentraler Grund für die Anlage in REITs. Die Dividendenrenditen sind im Vergleich zu anderen Aktien oft überdurchschnittlich.

Steuerlich kannst du deinen Sparer-Pauschbetrag auch für REIT-Dividenden nutzen.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026