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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Immobilienfonds für Rentner: Dein Weg zu stabilen Erträgen im Ruhestand

Du fragst dich, wie du deine Rente aufbessern kannst, ohne dich um Mieter oder Handwerker zu kümmern? Immobilienfonds bieten dir genau das: einen einfachen Einstieg in Sachwerte. Wir erklären dir, wie sie funktionieren und worauf du achten musst.

Rente aufbessernSachwerteFondssparen
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Nur sinnvoll, wenn du Zusatzeinkommen suchst.
Wie funktioniert es?
Gemeinsam investieren
Du kaufst Anteile an einem Immobilienportfolio.
Ist das sicher?
Relativ stabil
Weniger schwankend als Aktien, aber keine Garantie.

Warum Immobilienfonds für Rentner interessant sind

Im Ruhestand zählt für dich vor allem eines: ein verlässliches Einkommen. Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Gleichzeitig willst du dein Erspartes nicht riskieren, denn Nachschlag gibt es nicht mehr. Hier kommen Immobilienfonds ins Spiel, denn sie verbinden die Stabilität von Beton mit der Chance auf regelmäßige Ausschüttungen.

Anders als bei Aktien oder Kryptowährungen schwanken Immobilienfonds weniger stark. Das liegt daran, dass die zugrunde liegenden Gebäude nicht täglich neu bewertet werden. Für dich als Rentner bedeutet das: weniger schlaflose Nächte wegen Börsen-Turbulenzen. Du profitierst von Mieteinnahmen, die an dich als Anleger weitergereicht werden.

Ein weiterer Vorteil ist die Inflationsschutz-Funktion. Steigen die Preise im Alltag, ziehen in der Regel auch die Mieten an. Dadurch können Immobilienfonds eine gewisse Absicherung gegen die Geldentwertung bieten. Das ist gerade im Alter wichtig, wenn du von deinem Ersparten lebst und die Kaufkraft erhalten bleiben soll.

Natürlich gibt es auch Nachteile, die du kennen solltest. Immobilienfonds sind nicht so liquide wie Aktien oder Anleihen. Das heißt, du kommst nicht von heute auf morgen an dein Geld. Für dich als Rentner ist es daher entscheidend, dass du einen Teil deines Vermögens nicht sofort benötigst und langfristig planen kannst.

~70 %
der offenen Immobilienfonds halten Gewerbeimmobilien.
12 Monate
Mindesthaltedauer bei offenen Immobilienfonds.
24 Monate
Kündigungsfrist für Anteilsrückgabe.

Die Grundlagen: Was ist ein Immobilienfonds überhaupt?

Stell dir vor, du und tausend andere Anleger legen euer Geld zusammen. Mit dieser Summe kauft ein Fondsmanager Bürogebäude, Einkaufszentren oder Wohnanlagen. Du besitzt dann keinen konkreten Ziegelstein, sondern einen Anteil an der gesamten Immobiliensammlung. Das ist ein Immobilienfonds in seiner einfachsten Form.

Es gibt zwei Hauptarten: offene und geschlossene Immobilienfonds. Offene Fonds kannst du grundsätzlich jederzeit kaufen und nach einer Haltefrist auch wieder zurückgeben. Geschlossene Fonds sind dagegen zeitlich befristete Projekte, bei denen du dein Geld für viele Jahre bindest. Für dich als Rentner sind in der Regel die offenen Fonds besser geeignet, weil sie flexibler sind.

Der große Vorteil gegenüber dem direkten Kauf einer Eigentumswohnung liegt auf der Hand: Du brauchst kein großes Startkapital und kein Fachwissen. Der Fondsmanager kümmert sich um den Einkauf, die Vermietung und die Instandhaltung. Du musst keinen Mieter anrufen, wenn die Heizung defekt ist, und dich nicht um die Nebenkostenabrechnung kümmern.

Zudem ist das Risiko breiter gestreut. Ein einzelner Fonds kann Dutzende oder Hunderte von Gebäuden enthalten. Geht ein Mieter pleite oder steht ein Objekt leer, fällt das bei der Gesamtheit kaum ins Gewicht. Diese Risikostreuung ist ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Kauf einer einzelnen Immobilie.

So funktioniert die Geldanlage im Detail

Wenn du Anteile an einem offenen Immobilienfonds kaufst, zahlst du den sogenannten Ausgabeaufschlag. Das ist ein einmaliger Betrag, der an die Fondsgesellschaft geht. Danach wird dein Geld in den Fonds investiert und du erhältst Anteile, deren Wert sich aus den Immobilien und den Mieteinnahmen zusammensetzt.

Der Fonds erwirtschaftet Erträge aus zwei Quellen: den laufenden Mieteinnahmen und möglichen Wertsteigerungen beim Verkauf von Objekten. Diese Erträge werden entweder an dich ausgeschüttet oder direkt wieder angelegt. Viele Rentner bevorzugen die Ausschüttung, weil sie so einen regelmäßigen Nebenverdienst zur Rente erhalten.

Wichtig zu wissen: Der Anteilswert wird nicht ständig neu berechnet, sondern nur regelmäßig von unabhängigen Gutachtern geschätzt. Das macht den Fonds ruhiger, kann aber auch bedeuten, dass der tatsächliche Verkaufswert vom angegebenen Wert abweicht. Du solltest also nicht auf den letzten Euro genau kalkulieren.

Für die Rückgabe deiner Anteile gilt eine Kündigungsfrist von in der Regel 12 Monaten. Zusätzlich musst du eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten beachten. Das bedeutet, dein Geld ist mindestens zwei Jahre gebunden. Diese Regelung soll verhindern, dass Anleger bei kurzfristigen Schwankungen in Panik geraten und den Fonds schädigen.

Kosten verstehen: Was frisst deine Rendite?

Kosten sind das A und O bei jeder Geldanlage, und bei Immobilienfonds gibt es einige Posten, die du kennen solltest. Der bereits erwähnte Ausgabeaufschlag liegt üblicherweise zwischen 3 und 5 Prozent deiner Anlagesumme. Wenn du also rund 10.000 Euro investierst, fließen davon direkt 300 bis rund 500 Euro an die Fondsgesellschaft.

Dazu kommen die laufenden Verwaltungskosten, die jährlich anfallen. Diese beinhalten die Bezahlung des Fondsmanagers, die Kosten für die Immobilienverwaltung und die Prüfung durch Wirtschaftsprüfer. Diese Kosten werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen und mindern deine Rendite. Du siehst sie also nicht als Rechnung, sondern in einem niedrigeren Anteilswert.

Ein weiterer Kostenpunkt kann die erfolgsabhängige Vergütung sein. Einige Fonds zahlen ihren Managern einen Bonus, wenn sie eine bestimmte Rendite erreichen. Das kann motivierend sein, führt aber auch dazu, dass der Fonds risikoreicher investiert, um den Bonus zu erreichen. Du solltest im Verkaufsprospekt nachlesen, ob und wie hoch diese Vergütung ausfällt.

Wichtig ist der Blick auf die Gesamtkostenquote, auch TER genannt. Sie gibt an, wie viel Prozent deines Vermögens jährlich für Verwaltung und Betrieb abgezogen werden. Ein Wert von rund 1 Prozent ist bei Immobilienfonds üblich. Alles darüber solltest du kritisch hinterfragen, denn niedrigere Kosten bedeuten direkt eine höhere Rendite für dich.

Worauf du als Rentner besonders achten solltest

Deine Situation als Rentner ist besonders, denn du hast keinen aktiven Verdienst mehr. Deshalb ist die Sicherheit deiner Anlage fast so wichtig wie die Rendite. Achte darauf, dass der Fonds in verschiedene Immobilienarten und Regionen investiert. Ein Fonds, der nur in deutsche Büroimmobilien investiert, ist riskanter als einer, der auch Wohnungen und Logistikzentren in Europa enthält.

Prüfe die Ausschüttungspolitik des Fonds. Manche Fonds schütten jährlich einen festen Betrag aus, andere variabel. Für deine Planung ist eine möglichst konstante Ausschüttung wichtig. Schau dir die Historie der letzten Jahre an: Wurde die Ausschüttung regelmäßig gezahlt oder gab es Schwankungen?

Ein weiterer Punkt ist die Zusammensetzung der Mieter. Ein Fonds mit vielen bekannten, bonitätsstarken Mietern wie großen Handelsketten oder Versicherungen ist stabiler als einer mit vielen kleinen, unbekannten Mietern. Diese Informationen findest du im Jahresbericht des Fonds, den du dir unbedingt ansehen solltest.

Überlege auch, wie viel deines Vermögens du in Immobilienfonds stecken möchtest. Als Faustregel gilt: nicht mehr als ein Viertel deines gesamten Anlagevermögens. Der Rest sollte in sichereren Anlagen wie Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen liegen. So stellst du sicher, dass du für unvorhergesehene Ausgaben immer genug Liquidität hast.

Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist, zu viel Geld in einen einzigen Immobilienfonds zu stecken. Auch wenn der Fonds breit gestreut ist, kann es schiefgehen. Ein Fonds, der stark in Einkaufszentren investiert ist, leidet zum Beispiel unter dem Online-Handel. Besser ist es, auf zwei oder drei verschiedene Fonds mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu setzen.

Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Liquidität. Du solltest niemals Geld in einen Immobilienfonds stecken, das du in den nächsten drei Jahren benötigst. Die Kündigungsfrist von 12 Monaten und die Mindesthaltedauer von 24 Monaten machen es dir schwer, schnell an dein Geld zu kommen. Plane also immer mit einem Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto.

Viele Rentner lassen sich auch von hohen Ausschüttungen blenden. Eine hohe Ausschüttung kann bedeuten, dass der Fonds einen Teil deines eingezahlten Kapitals zurückzahlt. Das nennt man dann Substanzausschüttung. Du freust dich über das Geld, aber dein Anteilswert sinkt. Achte darauf, dass die Ausschüttung aus den Mieteinnahmen und nicht aus der Substanz kommt.

Schließlich solltest du den Fehler vermeiden, auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren. Immobilienfonds sind eine langfristige Anlage. Wenn der Anteilswert mal um ein paar Prozent fällt, ist das kein Grund zur Panik. Verkaufe nicht in der Krise, sondern warte ab. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Werte nach einiger Zeit wieder erholen.

Dein konkreter Fahrplan: So gehst du vor

Bevor du auch nur einen Euro investierst, solltest du deine finanzielle Gesamtsituation prüfen. Erstelle eine Liste aller deiner Einnahmen und Ausgaben. Frage dich, ob du monatlich etwas übrig hast und wie hoch dein Notgroschen ist. Erst wenn du ein finanzielles Polster von mindestens drei Monatsausgaben hast, solltest du über Immobilienfonds nachdenken.

Im nächsten Schritt informierst du dich über konkrete Fonds. Du kannst die aktuellen Renditen und Kosten im Internet vergleichen. Achte dabei nicht nur auf die letzten zwölf Monate, sondern auf einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. So erkennst du, wie sich der Fonds in verschiedenen Marktphasen geschlagen hat.

Wenn du einen oder zwei Fonds gefunden hast, die zu dir passen, bestellst du den Verkaufsprospekt und den letzten Jahresbericht. Lies diese Dokumente in Ruhe durch. Wenn du etwas nicht verstehst, frage einen unabhängigen Finanzberater oder deine Bank. Unterschreibe niemals etwas, das du nicht vollständig verstanden hast.

Der Kauf selbst ist dann unkompliziert. Du kannst Fondsanteile über deine Hausbank oder Online-Broker erwerben. Achte darauf, dass du den Ausgabeaufschlag kennst und vergleiche die Konditionen. Manche Banken bieten Rabatte auf den Ausgabeaufschlag an. Nach dem Kauf solltest du deine Anlage regelmäßig, zum Beispiel einmal im Jahr, überprüfen und die Ausschüttungen auf dein Konto verbuchen lassen.

Steuern und Rechtliches: Das solltest du wissen

Auch im Ruhestand ist das Thema Steuern wichtig. Die Ausschüttungen aus Immobilienfonds unterliegen der Abgeltungsteuer, sofern sie nicht in einem steuerfreien Konto wie einem Altersvorsorgevertrag liegen. Der Steuersatz beträgt pauschal rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dein persönlicher Steuersatz kann aber auch niedriger sein.

Es gibt einen entscheidenden Vorteil bei Immobilienfonds: Die Mieteinnahmen aus ausländischen Immobilien sind oft bereits im Ausland besteuert worden. Diese ausländische Steuer wird in der Regel auf deine deutsche Steuerlast angerechnet. Das verhindert eine Doppelbesteuerung, macht die Steuererklärung aber etwas komplexer.

Für die Steuererklärung erhältst du von deiner Bank eine Jahressteuerbescheinigung. Dort sind alle relevanten Beträge aufgeführt. Du musst lediglich die Anlage KAP ausfüllen und die Bescheinigung beifügen. Wenn du unsicher bist, hilft ein Steuerberater oder der Lohnsteuerhilfeverein weiter.

Beachte auch den Freibetrag für Kapitalerträge. Dieser liegt für Einzelpersonen bei rund 1.000 Euro pro Jahr. Wenn deine Ausschüttungen und Zinsen unter diesem Betrag bleiben, zahlst du keine Steuern. Dafür musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Das ist schnell erledigt und spart dir bares Geld.

Alternativen: Gibt es bessere Optionen für dich?

Immobilienfonds sind nicht die einzige Möglichkeit, im Ruhestand von Sachwerten zu profitieren. Eine Alternative sind Immobilien-Aktiengesellschaften, auch REITs genannt. Diese Unternehmen besitzen und verwalten Immobilien und sind an der Börse notiert. Sie bieten oft höhere Renditen, sind aber auch schwankungsanfälliger als Fonds.

Eine weitere Option ist die direkte Investition in eine eigene Immobilie. Das kann sich lohnen, bringt aber viel Arbeit mit sich. Du musst dich um Mieter, Reparaturen und Verwaltung kümmern. Wenn du das nicht möchtest, sind Fonds die bessere Wahl. Wenn du aber handwerklich begabt bist und Freude an der Verwaltung hast, kann es sich rechnen.

Auch Mischfonds, die sowohl in Immobilien als auch in Aktien und Anleihen investieren, sind eine Überlegung wert. Sie bieten eine breitere Streuung, aber auch eine geringere Spezialisierung. Für dich als Rentner kann das eine gute Lösung sein, wenn du einen einzigen Fonds für alles haben möchtest.

Letztlich kommt es auf deine persönliche Situation an. Überlege dir, wie viel Zeit du in deine Geldanlage investieren möchtest und wie hoch dein Risikobedürfnis ist. Ein Gespräch mit einem unabhängigen Finanzberater kann dir helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Nimm dir Zeit und lass dich nicht unter Druck setzen.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du einen Anlagehorizont von mindestens 3 bis 5 Jahren?
Kannst du Kursschwankungen von 10 Prozent aushalten?
Möchtest du monatliche Ausschüttungen statt nur Kursgewinne?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Immobilienfonds gelten als relativ sichere Anlage, da sie weniger schwanken als Aktien. Allerdings gibt es keine Garantie und der Wert kann sinken. Für Rentner ist es wichtig, einen Teil des Vermögens in sichereren Anlagen zu halten.

Experten empfehlen, nicht mehr als ein Viertel des Anlagevermögens in Immobilienfonds zu stecken. Der Rest sollte in liquiden und sicheren Anlagen liegen. So bleibst du flexibel und kannst unvorhergesehene Ausgaben decken.

Bei offenen Immobilienfonds musst du deine Anteile kündigen. Die Frist beträgt in der Regel 12 Monate, zusätzlich gilt eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten. Danach wird dein Geld ausgezahlt.

Deine Fondsanteile gehören zu deinem Nachlass und werden vererbt. Deine Erben können die Anteile entweder behalten oder zurückgeben. Die Kündigungsfristen gelten auch für Erben.

Ja, viele Fonds bieten einen Sparplan an. Du kannst monatlich einen festen Betrag investieren, zum Beispiel 50 oder rund 100 Euro. Das ermöglicht dir, über die Zeit ein Vermögen aufzubauen.

Ein Aktienfonds investiert in Unternehmensanteile, ein Immobilienfonds in Gebäude. Immobilienfonds schwanken weniger stark und schütten oft regelmäßiger aus. Dafür sind die Renditechancen bei Aktienfonds langfristig höher.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.